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XT Pro On-Board-Digitalisieren meistern: Ein Survival-Guide für Einsteiger aus der Werkstattpraxis
Wenn du schon einmal auf den Bildschirm deiner Stickmaschine gestarrt hast – Kunde wartet, Termin drückt – und gedacht hast: „Bitte sag mir, dass ich schnell ein Motiv erstellen kann, ohne den PC anzuschmeißen“, dann ist genau dieser Workflow für dich.
Als Profis wissen wir: Digitizing-Software am Computer ist der Goldstandard. Trotzdem bietet das XT Pro-Bedienpanel zwei „Rapid-Prototype“-Wege, um in wenigen Minuten von der Idee zur Stickdatei zu kommen: Doodle (Freihand zeichnen) und Auto Digitizing (Bild vom USB importieren und umwandeln).
Diese Anleitung baut den Ablauf aus dem Video Schritt für Schritt nach – Taste für Taste – ergänzt aber die fehlende Werkstatt-Realität: wie sich der Touchscreen „anfühlt“, warum saubere Vorschau-Kontrolle Pflicht ist und wo die Grenzen liegen.

Die beruhigende Wahrheit zum XT Pro On-Board-Digitalisieren: Tempo vs. Präzision
On-Board-Tools sind stark für schnelle Personalisierungen, einfache Icons und Testmotive, aber sie sind keine Magie. Sie ersetzen nicht die Logik eines Digitalisierers bei komplexen Flächen, Unterlagestichen und sauberer Zugausgleich-Planung.
Das „Sweet-Spot“-Mindset:
- Doodle-Modus: Ideal für Unterschriften, einfache Skizzen und „handgezeichnete“ Linienmotive.
- Auto Digitizing: Funktioniert am besten mit simplem Clip-Art (hoher Kontrast, klare Kanten, wenige Vollfarben). Keine Fotos.
Wenn du ricoma Stickmaschinen im gewerblichen Umfeld betreibst, behandle diese Funktionen wie eine „Erste-Hilfe-Station“: schnell erstellen, in der Vorschau prüfen und dann entscheiden, ob die Qualität für den Auftrag reicht – bevor du in Serie gehst.

Das „unsichtbare“ Setup vor dem Doodle-Start: Resistiver Touchscreen in der Praxis
Im Video wird ein Punkt betont, den viele unterschätzen: Dieser Touchscreen braucht festen, gleichmäßigen Druck mit dem Stylus.
Anders als beim Smartphone (kapazitiver Screen) arbeiten viele Industrie-Panels resistiv: Zwei Schichten müssen physisch Kontakt bekommen. Zeichnest du zu leicht, registriert das Panel „unterbrochene“ Eingaben – und genau daraus entstehen später Lücken im Stichbild.
Gefühlstest: Das „Wachsmalstift“-Prinzip
Beim Zeichnen nicht „wischen“ oder „flackern“.
- Taktischer Anker: Stell dir vor, du zeichnest mit einem Wachsmalstift auf kühlem Papier – bewusst, mit leicht schwerem Zug.
- Visueller Anker: Die Linie kann minimal hinter dem Stylus „nachlaufen“. Das ist normal. Nicht hektisch werden.
Start-Checkliste: Sauberer, kontrollierter Beginn
- Stylus prüfen: Spitze glatt? Eine beschädigte Spitze kann den Screen verkratzen.
- Screen reinigen: Mit Mikrofasertuch abwischen. Fett/Staub lässt den Stylus „rutschen“ → zackige Linien.
- Werkzeug wählen: Pencil (dünn) oder Brush (breiter) möglichst vor dem Zeichnen festlegen.
- Farbstrategie: Farben gedanklich planen. Jeder Farbwechsel erzeugt Stopps/Wechsel im Ablauf – zu viele Wechsel kosten Zeit.
Warnung: Mechanische Sicherheit. Halte Hände konsequent aus dem Bereich von Nadelstange und Rahmenbewegung, wenn die Maschine eingeschaltet ist. Unerwartete Bewegungen können den Rahmen schnell verfahren. Testläufe wie Produktion behandeln.

Canvas-Größe fixieren (100×100 mm): Die „Rahmen-Grenze“ im Griff
Im Hauptmenü öffnet der Host Doodle und wählt eine Canvas-Größe. Im Video nimmt er 100×100 mm.
Warum das in der Praxis zählt: Die Canvas-Größe ist deine harte Begrenzung. Ein typischer Anfängerfehler: ein Motiv zeichnen, das später nicht in den tatsächlich nutzbaren Bereich des Stickrahmens passt.
- Faustregel: Canvas lieber etwas kleiner als der physisch nutzbare Innenbereich des Stickrahmens wählen – so bleibt Sicherheitsabstand für den Nähfuß.
Wenn du wiederholte Platzierungen (z. B. Left-Chest) fährst, haben bestimmte Stickrahmen für ricoma feste Innenmaße. Richte die digitale Arbeitsfläche früh an der physischen Realität aus, damit du später nicht in „Design Exceeds Hoop Limit“ läufst.

Saubere Linien zeichnen: „Druck = keine Lücken“
Sobald das Raster offen ist, wählt der Host unten in der Toolbar die Werkzeuge.
- Tool: Pencil (dünne Linie) oder Brush (breiter).
- Farbe: z. B. Schwarz für Kontur, Rot für Akzente.
Der entscheidende Hinweis: mit spürbar festem Druck arbeiten.
Was passiert, wenn du das nicht tust? Sobald der Druck kurz abfällt, interpretiert das System das wie „Stift abgesetzt“. Das ergibt unterbrochene Eingaben – und im Stickbild wirken Linien dann wie gestrichelt bzw. mit unnötigen Sprüngen.
Technik: „Unterarm stabilisieren“
Für gleichmäßige Striche:
- Handgelenk/Unterarm abstützen (z. B. am Gehäuserand/Bezel, nicht mitten auf dem Screen).
- Aus dem Ellenbogen führen, nicht nur aus den Fingern.
- Kurven langsamer ziehen. Das System muss die Bewegung sauber erfassen.

Farbwechsel: Stop-/Start-Zeit realistisch einplanen
Im Video werden für das Smiley-Motiv mehrere Farben genutzt.
Werkstatt-Realität: Jeder Farbwechsel bedeutet Stillstand: Maschine verlangsamt, verriegelt, trimmt, wechselt Nadelposition und startet neu.
- Einsteiger-Tipp: Doodles zuerst einfarbig halten. Näht schnell und kaschiert Unsauberkeiten.
- Produktions-Tipp: Wenn mehrere Farben nötig sind, möglichst „blockweise“ arbeiten (alle roten Elemente, dann alle schwarzen) statt ständig hin- und herzuwechseln.

Radierer & „Commit-Point“: Jetzt korrigieren – oder später bereuen
Der Host zeigt den Eraser (Radierer), um Striche zu entfernen. Wichtig, weil On-Board-Bearbeitung praktisch „destruktiv“ ist: Nach dem Speichern lässt sich nicht wie in Illustrator bequem in einzelne Pfade zurück.
Praxisstrategie: Versionen speichern Speicherplatz ist billig – Textilien sind teuer.
- Motiv zeichnen.
- Noch nicht perfektionieren: als „Face_V1“ speichern.
- Mit dem Radierer bereinigen.
- Als „Face_V2“ speichern.
So hast du einen Rücksprungpunkt, falls du dich „wegradiert“ hast.

„S“ drücken zum Digitalisieren: Von Strich zu Stichdaten
Der Host drückt „S“ (Stitch/Save). Die Maschine wandelt die Zeichnung in Stickdaten (intern bzw. als Exportformat) um.
Sichtkontrolle: Ladeanzeige abwarten. Eine Meldung wie „Import pattern success“ zeigt, dass die Stichdaten erzeugt wurden.

Warum Clean-Up Pflicht ist
Nach dem Speichern demonstriert der Host erneut das Radieren – nicht ohne Grund.
- Artefakt-Problem: Winzige „Punkte“ durch versehentliche Stylus-Berührungen bleiben gern stehen. Daraus werden einzelne Stiche, die später unschöne Fäden/Unruhe verursachen können.
- Aktion: Raster gezielt nach kleinen Farbsprenkeln absuchen und vor dem Digitalisieren entfernen.

Auto Digitizing vom USB: „Garbage in, Garbage out“
Als Nächstes geht es in Auto Digitizing. Der Host wählt die USB-Quelle und nimmt ein Schmetterling-Bild.
Das ist für Einsteiger der gefährlichste Button. Auto-Digitalisieren arbeitet stark über Kontrast: „dunkel = Stich, hell = Hintergrund“.
- Verläufe = Chaos: Fotos mit Schatten/Gradienten erzeugen schnell unnötig viele Stiche und unruhige Flächen.
- Saubere Vorlage = brauchbares Ergebnis: Simple Clip-Art mit klaren Kanten und wenigen Farben.
Begriffe wie convert jpeg to embroidery file on machine werden oft gesucht, weil man eine „Wunder-Konvertierung“ erwartet. In der Realität braucht die Maschine eine vereinfachte, klare Vorlage – kein Foto.

Größe & Preview: Dein „Flugsimulator“
Nach der Auswahl fragt die Maschine nach den Abmessungen. Im Video wird 40 mm Breite gesetzt. Danach geht der Host in den Preview-Modus.
Preview niemals überspringen. Die Vorschau ist dein Flugsimulator: Du siehst, wie die Maschine die Stiche abfährt.
- Achte auf: sehr lange Satinstiche (snag-anfällig).
- Achte auf: „Staubstiche“/kleine Einzelpunkte.
- Prüfe: Wirken Flächen sauber oder fleckig/chaotisch?





Die „Fill vs. Satin“-Logiklücke
Der Host nennt ein typisches Problem: Manchmal wählt die Maschine Fill Stitch (Tatami) dort, wo man Satin Stitch (Säulenstich) erwartet – oder umgekehrt.
Warum passiert das? Der Algorithmus entscheidet häufig über die Breite von Elementen.
- Breitere Bereiche tendieren zu Fill.
- Schmalere Bereiche tendieren zu Satin.
Wenn ein Flügelteil „zu breit“ ist, kann die Maschine automatisch Fill wählen, obwohl du den glänzenden Satin-Look willst. On-Screen lässt sich das nur begrenzt erzwingen. Darum ist Skalierung ein wichtiger Hebel: Verkleinern/Vergrößern kann die Stichart-Entscheidung beeinflussen.
Wenn sich dieses on-board digitizing inkonsistent anfühlt: Oft ist die Größe des Motivs der einzige praktikable Regler, um ohne PC die Stichart-Tendenz zu verändern.

Physisches Setup: Vom Bildschirm auf den Stoff
Du hast eine Datei – jetzt muss sie sauber auf das Textil. On-Board-Designs haben nicht immer die „intelligente“ Kompensation wie Profi-Software. Deshalb muss deine Stabilisierung sitzen.
Entscheidungslogik: Material → Stickvlies-Strategie
Nicht raten – systematisch entscheiden:
- Ist der Stoff dehnbar (Jersey, Polos, T-Shirts)?
- Ja: CUTAWAY ist Pflicht. Tearaway verzieht sich eher, das Motiv verliert Form.
- Add-on: Wasserlösliches Topping, damit Stiche nicht in den Strick einsinken.
- Ist der Stoff stabil (Denim, Canvas, Twill)?
- Ja: TEARAWAY ist oft ausreichend. Bei lockerer Bindung ggf. doppelt.
- Ist der Stoff „flauschig“ (Frottee, Fleece)?
- Ja: TEARAWAY oder CUTAWAY plus TOPPING (wichtig), damit die Stiche oben auf den Schlingen liegen.
Der Engpass in der Produktion: Einspannen frisst Marge
Während du am Screen zeichnest, steht die Maschine. Im Business ist Stillstand bares Geld.
Der schwierigste Teil ist oft nicht die Datei – sondern das Einspannen.
- Belastung: Schraubrahmen kosten Zeit und gehen auf Handgelenke.
- Spuren: Zu festes Spannen hinterlässt Rahmenabdrücke, besonders auf empfindlichen Materialien.
Lösungsleiter:
- Level 1 (Technik): „Floating“ üben (nur Vlies einspannen, Textil oben auflegen/befestigen).
- Level 2 (Wiederholbarkeit): Eine hooping station for embroidery machine nutzen, um Platzierungen schnell und konstant zu treffen.
- Level 3 (Tool-Upgrade): Auf einen Magnetrahmen umsteigen.
- Warum? Schnelles Klemmen ohne Schraube, weniger Abdrücke, besseres Handling bei dickeren Stellen.
Viele, die nach Magnetrahmen suchen, tun das, weil sie in der Produktion keine Lust mehr auf Kampf mit dicken Nähten und Schraubdruck haben.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen enthalten starke Neodym-Magnete.
* Quetschgefahr: Ringe können schlagartig zusammenziehen. Immer an den Kanten führen.
* Medizinische Geräte: Abstand zu Herzschrittmachern/Insulinpumpen einhalten.
Betriebs-Checkliste: Die „Erster-Stich“-Routine
Nicht einfach auf „Start“ drücken und weggehen. Auto-digitalisierte Dateien sind unberechenbarer.
Pre-Flight-Check:
- Unterfaden prüfen: Genug Unterfaden? Leer laufen mitten im Motiv macht Korrekturen schwer.
- Nadel prüfen: Frische Nadel reduziert Fadenrisse.
- Trace nutzen: Design einrichten und „Trace“ laufen lassen. Trifft der Weg den Rahmen? Dann stoppen und skalieren.
- Langsam starten: Beim ersten Testlauf Tempo reduzieren – ungetestete Dateien lieber kontrolliert als schnell.
Troubleshooting: Schnelle Fixes bei On-Board-Problemen
| Symptom | Sense Check (Was du siehst/hörst) | Wahrscheinliche Ursache | Quick Fix |
|---|---|---|---|
| Lücken im Doodle | Linien wirken wie gestrichelt. | Zu wenig/zu ungleichmäßiger Stylus-Druck. | Mit festem „Wachsmalstift“-Druck neu zeichnen, Hand stabilisieren. |
| Unschöne Füllflächen | Flächen wirken klobig oder laufen über Konturen. | Vorlage zu komplex/unscharf. | Nicht „tot-tunen“: einfachere, kontrastreiche Vorlage wählen. |
| Unruhige Mini-Stiche | Viele kleine Punkte/„Staub“ in der Vorschau. | Artefakte in der Vorlage oder versehentliche Touch-Punkte. | Vor dem Speichern bereinigen/radieren, Vorschau erneut prüfen. |
| Fadenchaos unten | Knäuel auf der Rückseite, Maschine blockiert. | Einfädeln/Tension/Material nicht stabil genug. | Komplett neu einfädeln (Nähfuß oben) und Stabilisierung/Einspannen prüfen. |
Fazit: Wann du den Screen verlassen solltest
Wenn du die Regeln des XT Pro einhältst – 100×100-mm-Canvas, simple Vorlagen, fester Stylus-Druck und saubere Stabilisierung – kannst du ohne PC verkaufbare Ergebnisse erzielen. Ideal für „Ich brauche jetzt schnell einen Namen auf die Tasche“.
Wenn du aber 20 Minuten am Screen an einem Doodle herumkorrigierst, ist die Effizienzgrenze überschritten. Dann ist externe Software der bessere Weg.
Upgrade-Pfad: Erst Skills: On-Board-Tools beherrschen. Wenn Volumen steigt und Einspannen zur Bremse wird, helfen Hardware-Upgrades (z. B. Magnetrahmen) oder Mehrnadelstickmaschinen für mehr Durchsatz.
STICKEREI IST 20% SOFTWARE, 80% PHYSIK. WER DIE PHYSIK BEHERRSCHT, LÄSST AUCH EIN EINFACHES DOODLE PROFESSIONELL AUSSEHEN.
FAQ
- Q: Wie kann ich im Ricoma XT Pro Doodle-Modus verhindern, dass in Run-Stitch-Konturen beim On-Board-Digitalisieren Lücken und „gestrichelte“ Linien entstehen?
A: Arbeite mit festem, gleichmäßigem Stylus-Druck und langsamen, stabilisierten Strichen, damit der resistive Touchscreen die Eingabe nicht „abbricht“.- Touchscreen mit Mikrofasertuch reinigen und die Stylus-Spitze vor dem Zeichnen auf Glätte prüfen
- Handgelenk/Unterarm am Gehäuserand abstützen und aus dem Ellenbogen führen, in Kurven bewusst langsamer werden
- Pencil (dünn) oder Brush (breiter) vorab wählen, um spätere Korrekturen und unnötige Stopps zu reduzieren
- Erfolgskontrolle: Die Linie erscheint am Bildschirm als durchgehender Strich (ohne Mini-Lücken) und die Kontur wirkt beim Sticken nicht „gestrichelt“
- Wenn es trotzdem passiert: den problematischen Abschnitt neu zeichnen statt mit vielen Mini-Strichen zu „flicken“ (das erzeugt oft zusätzliche Sprünge/Stopps)
- Q: Wie sollten Ricoma XT Pro-Nutzer die 100×100-mm-Canvas-Größe im Doodle-Modus wählen, um später „Design Exceeds Hoop Limit“ zu vermeiden?
A: Setze die Canvas-Größe am Bildschirm kleiner als den tatsächlich nutzbaren Innenbereich des Stickrahmens, damit ein Sicherheitsrand für den Nähfuß bleibt.- 100×100 mm nur wählen, wenn der physische Rahmen/Setup diesen Bereich wirklich mit Reserve freigibt
- Vor dem Sticken den Trace-Lauf nutzen, um zu prüfen, ob der Nadelweg irgendwo den Rahmen berühren könnte
- Bei Kollisionsrisiko sofort skalieren, bevor der erste Stich gesetzt wird
- Erfolgskontrolle: Der Trace-Pfad bleibt sichtbar innerhalb der Rahmenöffnung und hat rundum Abstand
- Wenn es trotzdem scheitert: größeren physischen Rahmen verwenden oder das Motiv vor dem ersten Stich verkleinern
- Q: Wenn Ricoma XT Pro Auto Digitizing vom USB eine steife, überdichte „bulletproof“-Stickerei erzeugt: Wie muss das JPEG vorbereitet sein, damit nicht zu viele Stiche entstehen?
A: Nutze simple, kontrastreiche Clip-Art-Vorlagen mit Vollfarben; vermeide Fotos, Verläufe und Schatten.- Foto-ähnliche Motive durch klare Formen und solide Farbfelder ersetzen, bevor du sie vom USB importierst
- Keine niedrige Auflösung/unscharfen Kanten verwenden, weil der Algorithmus sonst „rät“ und zusätzliche Stiche erzeugt
- Das Ergebnis in der Vorschau prüfen und auf „Staubstiche“ sowie unsaubere Flächengrenzen achten, bevor du stickst
- Erfolgskontrolle: Die Vorschau zeigt klare Bereiche (kein gesprenkeltes Rauschen) und die Stichrichtungen wirken nachvollziehbar statt chaotisch
- Wenn es trotzdem scheitert: nicht endlos am Screen nachjustieren, sondern eine einfachere Vorlage wählen (Auto-Digitizing ersetzt kein manuelles Digitalisieren)
- Q: Wie können Ricoma XT Pro Auto Digitizing-Nutzer beeinflussen, ob die Maschine Fill Stitch oder Satin Stitch wählt, wenn die Stichart „falsch“ wirkt?
A: Über die Größe: Der On-Board-Algorithmus wechselt Sticharten häufig abhängig von der Breite eines Elements.- Motiv verkleinern oder vergrößern, damit relevante Elemente in den Breitenbereich fallen, der die gewünschte Stichart triggert
- Nach dem Skalieren immer Preview nutzen, um die Stichart-Änderung vor dem Sticken zu bestätigen
- Komplexe Stichentscheidungen nicht erzwingen: Vorlagen simpel halten, damit der Algorithmus weniger Grenzfälle hat
- Erfolgskontrolle: In der Vorschau ist am Ziel-Element die gewünschte Stichoptik sichtbar (z. B. satinartige Säulen bei schmalen Formen)
- Wenn es trotzdem scheitert: extern digitalisieren, wo Stichart und Unterlage gezielt steuerbar sind
- Q: Welches Stickvlies sollten Ricoma XT Pro-Nutzer für On-Board-digitalisierte Motive auf T-Shirts, Denim und Handtüchern wählen, um Wellen und Verzug zu vermeiden?
A: Vlies nach Material wählen: Cutaway für dehnbare Maschenware, Tearaway für stabile Gewebe und Topping für flauschige Materialien.- CUTAWAY bei Strick/Polos/T-Shirts; zusätzlich wasserlösliches Topping, damit Stiche nicht einsinken
- TEARAWAY bei stabilen Stoffen wie Denim/Canvas/Twill; bei lockerer Bindung doppellagig
- TEARAWAY oder CUTAWAY plus TOPPING bei Frottee/Fleece, damit die Stiche oben auf den Schlingen liegen
- Erfolgskontrolle: Stoff bleibt nach dem Sticken flach (keine Wellen) und die Kanten halten nach dem Ausspannen die Form
- Wenn es trotzdem scheitert: Vlies leicht fixieren (temporär) und einen erneuten Testlauf mit reduziertem Tempo machen
- Q: Was ist die sicherste Art, am eingeschalteten Ricoma XT Pro-Bedienpanel zu arbeiten, um Verletzungen durch Nadelstange und Rahmenbewegung zu vermeiden?
A: Behandle jeden Test wie Produktion: Hände aus dem Bereich von Nadelstange und bewegtem Rahmen halten, solange die Maschine eingeschaltet ist.- Hände nur im Screen-Bereich positionieren, niemals in der Nähe von Nadel/Nähfuß während möglicher Bewegungen
- Vor dem Greifen in die Nähe des Rahmens kurz pausieren und sicherstellen, dass keine Bewegung ansteht
- Keine Finger an potenziellen Quetschstellen „parken“, während Menüs bedient oder Einstellungen bestätigt werden
- Erfolgskontrolle: Hände gelangen nie in den Bewegungsraum von Nadel/Rahmen bei eingeschalteter Maschine
- Wenn es trotzdem kritisch wird: Maschine anhalten und gemäß Handbuch sicher stoppen/pausieren, bevor du in Kopfnähe/Rahmennähe arbeitest
- Q: Wie können SEWTECH Magnetrahmen Rahmenabdrücke reduzieren und Einspann-Zeit gegenüber Schraubrahmen bei repetitiver Produktion auf Mehrnadelstickmaschinen senken?
A: Erst Technik optimieren, dann Tools upgraden: Einspannmethode verbessern und anschließend Magnetrahmen für schnelleres Klemmen und weniger Markierungen in Betracht ziehen.- Level 1 (Skill): Floating (nur Vlies einspannen, Textil oben fixieren), um Druckringe auf empfindlichen Stoffen zu reduzieren
- Level 2 (Konstanz): Einspannstation nutzen, um Platzierung schnell und wiederholbar zu treffen
- Level 3 (Tool-Upgrade): SEWTECH Magnetrahmen verwenden, um ohne Schrauben schnell zu klemmen und voluminöse Stellen zuverlässiger zu halten
- Erfolgskontrolle: Einspannzeit sinkt, Stoff zeigt weniger glänzende Druckringe/Abdrücke und dicke Nähte rutschen beim Sticken seltener
- Wenn es trotzdem scheitert: Vlieswahl prüfen und den ersten Lauf langsamer fahren (On-Board/Auto-Dateien brauchen oft stärkere Stabilisierung)
- Q: Welche Magnet-Sicherheitsregeln sollten Bediener bei SEWTECH Magnetrahmen beachten, um Quetschungen und Störungen medizinischer Geräte zu vermeiden?
A: SEWTECH Magnetrahmen an den Kanten führen und starke Magnete von medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern und Insulinpumpen fernhalten.- Magnetring langsam trennen und wieder ansetzen, Finger aus der „Schnappzone“ halten
- Rahmen so lagern, dass Magnete nicht unkontrolliert zusammenschlagen können
- Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern oder Insulinpumpen einhalten
- Erfolgskontrolle: Kein plötzliches „Zuschnappen“ in Fingernähe, Öffnen/Schließen ist kontrolliert möglich
- Wenn es trotzdem unsicher ist: Magnetrahmen für diese Person nicht einsetzen und auf nicht-magnetische Einspannmethoden gemäß Sicherheitsrichtlinie/Handbuch wechseln
