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Wenn du schon einmal eine Spule „cooles“ Spezialgarn gekauft, die Maschine voller Hoffnung eingefädelt und dann auf ein Vogelnest aus Fadensalat gestarrt hast – mit dem Gedanken Warum wirkt diese Naht klobig / flach / fusselig / einfach falsch? – dann bist du nicht allein. Garn ist oft der günstigste Bestandteil einer Stickerei, aber es ist auch der schnellste Weg, ein Projekt zu ruinieren, wenn man die Physik ignoriert.
Greg von Handcrafters House zeigt ein aktuelles WonderFil-Sortimentsupdate. Statt nur über Farben zu staunen, zerlegen wir das Ganze hier nach Garnstärke (wt), Faser und mechanischem Zweck. Genau so triffst du Entscheidungen ohne Rätselraten.

WonderFil Spezialgarne: Ruhig auswählen – bevor du kaufst (und bevor du neu einfädelst)
Spezialgarne kaufen fühlt sich oft an wie im Süßwarenladen: Alles sieht großartig aus – aber die Hälfte davon kann dir die Zähne ausbeißen (oder Nadel und Greifer ärgern), wenn du nicht vorbereitet bist.
Die „Goldene Regel“ aus der Praxis: Maschinenstickerei ist ein Spannungssystem. Es besteht aus Oberfaden + Unterfaden + Material + Stickvlies + Geschwindigkeit. Änderst du eine Variable (z. B. das Garn), müssen die anderen mitziehen, damit das System im Gleichgewicht bleibt.
Wenn du dir eine Garnwand aufbaust oder für Produktion standardisieren willst, hilft diese Einteilung von WonderFils Sortiment in drei Funktionsgruppen:
- Ultrafeine Garne (100wt: für unsichtbare Details und null Aufbau).
- Schwere Dekorgarne (12wt: für markantes Topstitching und Struktur).
- Spezialeffekt-/Funktionsgarne (Glow, fusibel, wasserlöslich).

InvisaFil 100wt: Wenn „unsichtbar“ wirklich das Ziel ist (nicht nur Marketing)
Greg startet mit InvisaFil, einem 100wt Garn. Zum Vergleich: Standard-Stickgarn liegt häufig bei 40wt. InvisaFil ist also deutlich feiner als das, was viele im Alltag auf der Mehrnadelstickmaschine oder Haushaltsmaschine fahren.
Die Physik hinter 100wt: Weil das Garn so fein ist, nimmt es im Gewebe kaum Platz ein. Das reduziert „Fadenaufbau“ in dichten Bereichen (z. B. Mikro-Schrift, feine Konturen, komplexes Quilting).
Setup (entscheidend für Erfolg):
- Nadel: Keine Standard-75/11 „blind“ voraussetzen. Als Startpunkt werden oft Microtex 60/8 oder 70/10 genutzt. Ein zu großes Einstichloch kann sichtbar bleiben, weil das feine Garn es nicht „auffüllt“.
- Geschwindigkeit: Häufig funktioniert Standardtempo (600–800 SPM), aber nur, wenn die Spannung sauber passt.
- Haptik-Check: Ziehst du den Faden von Hand durch das Spannungssystem, sollte er sich fast wie ein Haar anfühlen – sehr wenig Widerstand.
Worauf Erfahrene achten: Feines Garn lässt Spannungsprobleme schnell wie Digitalisierfehler aussehen. Wenn deine Oberfadenspannung auf Standardgarn eingestellt ist, kann InvisaFil zu leicht durchlaufen – Ergebnis: Schlaufen auf der Rückseite. Oberfadenspannung leicht erhöhen oder (falls du so arbeitest) über einen Bobbin-Washer etwas mehr Unterfaden-„Drag“ erzeugen.

Rinse ’n Gone (wasserlösliches Garn): Der „temporäre Stich“-Trick, der später Zeit spart
Als Nächstes kommt Rinse ’n Gone. Das ist ein Funktionsgarn – nicht primär dekorativ.
Die Diagnosefrage vor dem Kauf: „Soll dieser Stich dauerhaft gegen die Schwerkraft arbeiten – oder soll er verschwinden?“
Typische Anwendung: Lagen heften (z. B. Vlies/Volumenvlies an Top) oder Effekte, bei denen etwas nur vorübergehend fixiert werden muss.
Praxis-Hinweis: Dieses Garn reagiert auf Luftfeuchtigkeit. Lagere es möglichst trocken (z. B. in einem gut schließenden Beutel). Wenn es beim Nähen ständig reißt, kann ein ungünstiges Nadelöhr/Grat die Ursache sein. Als Startpunkt wird oft eine Topstitch-Nadel mit gut poliertem Öhr verwendet.
Exit-Strategie: Halte einen Wasserstift oder eine Sprühflasche bereit. Verlasse dich nicht darauf, dass du das ganze Teil sofort komplett waschen kannst. Teste an einem Reststück, ob sich das gelöste Garn auf deinem Material „komisch“ anfühlt oder Rückstände hinterlässt.

Iron ’n Fuse (hitzefusibles Garn): „Kleber in Garnform“ – und wie es nicht zur Sauerei wird
Greg beschreibt WonderFil Iron ’n Fuse als „Kleber in Garnform“. Das ist ein starkes Werkzeug für Applikationen: Kanten lassen sich vor dem Satinstich fixieren.
Gefahrenzone: Fusibles Garn schmilzt bei Bügeltemperaturen. Wenn du es durch die Nadel führst und sehr schnell nähst, kann Reibungswärme das Garn unter Umständen schon im Nadelbereich leicht klebrig machen – das führt zu Ablagerungen und unruhigem Lauf.
Bewährte Vorgehensweise: Viele setzen es bevorzugt im Unterfaden ein: Kontur nähen, Applikationsstoff positionieren, nähen, dann von oben bügeln, damit die Unterseite anbindet.
Warnung: Hitze & Ablagerungen.
1. Nie direkt auf das Garn bügeln ohne Press-/Schutzfolie (z. B. Teflon-Sheet) – sonst riskierst du die Bügelsohle.
2. Spulenkapsel/Greiferbereich nach dem Einsatz zeitnah reinigen, um feine fusible Rückstände zu entfernen.

Glow in the Dark: Das Spaßgarn, das trotzdem einen ernsthaften Probestick braucht
WonderFil Glow in the Dark gibt es in acht Farben. Wichtig: Der Stoff, der das Leuchten erzeugt (Phosphoreszenz), ist tendenziell abrasiver – das Garn fühlt sich leicht „sandig“ an.
Hauptrisiko: Fadenfransen/Fadenbruch. Gegenmaßnahme: Eine Topstitch 90/14 ist ein gängiger Startpunkt, weil das größere Öhr Reibung reduziert.
So testest du wie in der Werkstatt: Glow ist ein „Volumen-Thema“. Ein einzelner Geradstich leuchtet kaum – du brauchst Fläche/Dichte.
- Satinsäule sticken: Mindestens 2 mm breit.
- Aufladen: 30 Sekunden unter hellem LED- oder UV-Licht.
- Dunkeltest: In einen wirklich dunklen Raum gehen. Wenn du es aus ca. 1 Meter kaum siehst, brauchst du mehr Dichte bzw. passende Unterlage.

Wollfilz-Display: Warum Filz ein perfektes Testmaterial ist (auch ohne Quilt-Fokus)
Wollfilz ist ein gnadenlos ehrliches Testmaterial. Weil er keine Webrichtung hat und matt ist:
- Glänzende Garne (Rayon/Poly) „knallen“ darauf.
- Matte Garne (Baumwolle) wirken ruhiger und integrierter.
Verbrauchsmaterial-Tipp: Lege dir einen Stapel fester Wollfilz-Quadrate an der Maschine bereit. Für Spannungsproben verzieht er sich weniger als viele Webwaren oder Satin.
Accent 12wt Rayon: Markantes Topstitching auf der Haushaltsmaschine (ohne Kampf auf jedem Zentimeter)
Greg zeigt Accent 12wt Rayon. Das ist ein echtes „Schwergewicht“. Standard ist oft 40wt – 12wt ist deutlich dicker: seilartig, glänzend, sehr präsent.
Typische Falle: Wenn du das in ein Standard-Setup einfädelst, franst es schnell oder es gibt Stau im Greiferbereich. 12wt ist für viele Standard-Nadelöhre und Fadenwege schlicht zu massiv.
„Heavyweight“-Protokoll:
- Nadel: Als Startpunkt Topstitch 100/16 oder mindestens 90/14 – das große Öhr ist Pflicht, damit der Faden frei läuft.
- Geschwindigkeit: Runterregeln. Ca. 400–500 SPM geben dem Garn Zeit zum Nachziehen.
- Spannung: Oberfadenspannung deutlich reduzieren. Dickes Garn erzeugt von sich aus mehr Reibung; zu hohe Spannung führt schnell zu Kräuseln.
- Stichlänge: Keine Mini-Stiche (unter 2,5 mm) – das baut auf. Für dekorative Nähte eher 3,0–4,0 mm.
Ein Grund, warum Leute nach Stickmaschine für Anfänger suchen, ist der Wunsch nach „einfachen Ergebnissen“. In der Praxis liegt es oft nicht an der Maschine, sondern daran, dass Garnstärke und Einstellungen nicht zusammenpassen. Wenn du 12wt im Griff hast, wirkt Arbeit sofort handwerklich und hochwertig.

Setup-Checkliste (bevor du Accent 12wt ins Projekt lässt)
* Nadel-Check: Ist eine Topstitch 90/14 oder 100/16 eingesetzt? (Ja/Nein)
* Speed-Check: Läuft die Maschine in „Eco“ bzw. manuell langsam (ca. 500 SPM)? (Ja/Nein)
* Motiv-Check: Vermeidest du Mini-Schrift? (12wt kann keine kleinen Buchstaben – das wird ein Klumpen). (Ja/Nein)
* Haptik-Check: Zieh am Faden nahe der Nadel: Läuft er glatt oder fühlt es sich an wie „Zähne mit Zahnseide“ (zu stramm)?
Eleganza Perle 8: Traumhaft fürs Handnähen – und als „Fancy“-Option für Bobbin Work
Eleganza Perle 8 ist in erster Linie ein Handnähgarn. Es ist ein hart gezwirntes Baumwollgarn, das sichtbar „auf“ dem Material sitzt.
Kann man es maschinell nähen/sticken? In der Regel: Nein, nicht als Oberfaden durch die Nadel – dafür ist es zu dick und zu steif. Was aber geht: Bobbin Work (Unterfaden-Effekt):
- Perle 8 von Hand locker auf die Spule wickeln.
- Oben normales Garn einfädeln.
- Material umdrehen.
- Von der Rückseite nähen – das Perle 8 erscheint auf der „Vorderseite“ (die nach unten zeigt).

FabuLux 40wt Polyester: Glänzende Multicolor-Effekte, die dekorative Stiche lieben
FabuLux ist ein 40wt Polyester. Das ist ein robustes, standardnahes Garn mit hohem Glanz – entwickelt für Longarm-Quilting, aber auch stark für dekorative Maschinenstiche.
Regel für Multicolor/Variegated: Auf winzigen, komplexen Motiven kann variegated unruhig wirken, weil Farbwechsel „zufällig“ in Details fallen. Beste Anwendung: Lange Satinstiche, Blanket-Stiche oder große geometrische Flächen, wo die Farbwechsel optisch fließen dürfen.
Für Serien, Geschenke oder „einfach laufen lassen“ ist dieses Garn oft „sicher“: Es läuft stabil und verträgt höhere Geschwindigkeiten (800+ SPM).

Silco 35wt Baumwolle: Starkes, sauberes Baumwollgarn – wenn du einen anderen Look als Rayon willst
Silco ist 35wt Baumwolle. Etwas dicker und matt – dadurch wirkt es „natürlicher“.
Der Fussel-Faktor: Baumwolle fusselt. Rayon und Polyester deutlich weniger. Wenn du Silco in einem langen Lauf nutzt, solltest du danach den Bereich um Spule/Greifer reinigen. Praxisbild: Fusselansammlungen sehen oft wie „grauer Flaum“ aus, der sich im Transporteurbereich sammelt. Ignorierst du das, können Sensoren/Mechanik beeinträchtigt werden.

DecoBob 80wt Unterfaden: Der einfachste Weg, Spannungs-„Verräter“ auf der Rückseite zu kaschieren
Zum Schluss zeigt Greg DecoBob 80wt – ein Klassiker als Unterfaden.
Warum 80wt? Sehr fein. Dadurch passt deutlich mehr Lauflänge auf eine Spule: weniger Spulenwechsel = effizienterer Ablauf.
Der Farb-Match-Trick: Stickst du z. B. eine rote Satinsäule auf weißem Material und die Spannung ist minimal daneben, kann weißer Unterfaden an den Kanten „durchblitzen“ (die berühmten „Pokies“). Mit rotem DecoBob werden kleine Spannungsfehler optisch deutlich unauffälliger.

Ablauf-Checkliste (der „erste 60 Sekunden“-Test)
Einspannen: Ist das Material „trommelfest“ (Klopftest = dumpfer Thump*), aber nicht verzogen/überdehnt? (Ja/Nein)
* Erste 50 Stiche: Beobachte die Nadel: franst der Faden? (Fussel am Öhr).
* Flip-Test: Nach ca. 1 Minute stoppen, Rahmen wenden, Rückseite prüfen: Siehst du bei Satinstichen ca. 1/3 Unterfaden mittig?
Zu viel Unterfaden?* Oberfadenspannung zu fest.
Kein Unterfaden sichtbar?* Oberfadenspannung zu lose.
Entscheidungsbaum nach Garnstärke: Wähle nach Ergebnis – nicht nach Gewohnheit
Nicht raten. Nutze diese Logik, um das passende Werkzeug zu wählen.
START: Was ist dein Hauptziel?
- A: Unsichtbare Details / Micro-Quilting.
- --> InvisaFil (100wt) (System: Microtex 60/8, niedrige Spannung)
- B: Temporär fixieren, später auswaschen.
- --> Rinse ’n Gone (System: Topstitch-Nadel, Wasserstift bereit)
- C: Sichtbare Struktur / Handarbeit-Look.
- --> Accent (12wt) oder Eleganza (nur Bobbin Work). (System: Topstitch 100/16, langsam)
- D: Glänzende, haltbare Deko-Designs.
- --> FabuLux (40wt) (System: Standard 75/11)
- E: Vintage/matt/natürlich.
- --> Silco (35wt Baumwolle) (System: Fussel regelmäßig entfernen)
- F: Spannungsprobleme auf der Rückseite kaschieren.
- --> DecoBob (80wt) in passender Farbe.
Die „unsichtbare“ Vorbereitung der Profis: Mach Garn-Tests zur Gewohnheit
In den Video-Kommentaren geht es vor allem um die Freude an Farbe („Colour goodness“). In der Praxis trennen Profis Farb-Begeisterung von Performance-Daten.
Die „Master-File“-Methode: Teste nicht nur kurz und wirf den Rest weg. Nimm einen günstigen Ringordner. Jedes Mal, wenn du einen neuen Garntyp öffnest (z. B. Accent 12wt):
- Ein ca. 2-Zoll-Quadrat auf Filz oder stabilisierter Baumwolle sticken/nähen.
- Nadelgröße und Spannungseinstellung notieren, die funktioniert hat.
- Abheften.
Beim nächsten Mal startest du nicht bei Null.
Prep-Checkliste (nicht überspringen)
- Frische Nadel eingesetzt (zur Garnstärke passend).
- Spulenbereich entstaubt (Pinsel/Luftbläser).
- Passendes Stickvlies gewählt (Cutaway für Stretch, Tearaway für stabile Ware).
- Verbrauchsmaterial: Sind Ersatznadeln da? Schwere Garne machen Nadeln schneller stumpf.
Das „Warum“ hinter Garnproblemen: Meist passt das System nicht zusammen
Wenn die Stichqualität kippt, wird gern das Garn beschuldigt. Häufig ist es aber ein physischer Konflikt zwischen Garn, Material und Stickrahmen.
1) Stabilitäts-Mismatch
Schwere Garne (Accent 12wt) ziehen stärker am Material. Wenn du mit leichtem Vlies und einem Standard-Kunststoffrahmen arbeitest, kann das Material „flaggen“ (hoch/runter schlagen) – das begünstigt Fehlstiche.
2) Verzugs-Mismatch
Wenn Kontur und Füllung nach dem Sticken nicht sauber passen (Spalten), war das Einspannen oft zu locker. Das Material gibt unter Stichzug nach. Viele suchen dann nach how to use magnetic embroidery hoop, weil sie Rahmenspuren oder Verzug reduzieren wollen. Magnetrahmen halten mit gleichmäßigem Druck rundum – das kann den Zug, der Designs verzieht, reduzieren.
Garn-Troubleshooting: Symptom → Wahrscheinliche Ursache → Quick Fix
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Quick Fix |
|---|---|---|
| Faden franst/reisst ständig. | Nadelöhr zu klein oder Geschwindigkeit zu hoch. | Topstitch 90/14 oder 100/16 einsetzen; Tempo reduzieren (z. B. 600 SPM). |
| Vogelnest/Fadensalat unter der Stichplatte. | Oberfaden falsch eingefädelt (Faden nicht im Fadenhebel/Spannungssystem). | Komplett neu einfädeln – mit angehobenem Nähfuß (Spannungsscheiben offen). |
| Topstitching wirkt „seilig“/schief. | Garn zu dick (12wt) für die Stichdichte. | Stichlänge auf 3,5 mm+ erhöhen; Spannung reduzieren. |
| Applikationskante hält nicht. | Iron ’n Fuse nicht ausreichend aktiviert oder Dampf stört die Verbindung. | Trocken bügeln, fest 10–15 s pressen (Fusing-Anleitung beachten). |
| Rahmenspuren auf Samt/empfindlichen Materialien. | Mechanischer Rahmen quetscht Fasern. | Dämpfen statt bügeln. Magnetrahmen als Alternative prüfen. |
Warnung: Mechanische Sicherheit.
Beim Lösen eines Fadenstaus immer die Maschine ausschalten, bevor Hände in die Nähe von Nadelstange oder Greiferbereich kommen. Ein unbeabsichtigter Start kann zu schweren Verletzungen führen.
Upgrade-Pfad: Wenn Garnvielfalt nach besserem Workflow verlangt
Sobald du Spezialgarne wie 12wt Rayon oder 100wt InvisaFil nutzt, forderst du das System stärker. Der Engpass verschiebt sich dann oft von „welches Garn?“ zu „wie halte ich das Material stabil genug für dieses Garn?“
Wenn du mit dicken Teilen kämpfst (z. B. Glow-Garn auf Jacken) oder rutschigen Materialien (z. B. InvisaFil auf Seide), werden Standard-Kunststoffrahmen schnell zur Schwachstelle: Sie brauchen Handkraft und hinterlassen eher Rahmenspuren.
Level 1 Upgrade: Bessere Stabilisierung: Sprühzeitkleber und korrektes Vlies.
Level 2 Upgrade (Tooling): Begriffe wie Magnetrahmen für Stickmaschine sind ein Einstieg in effizientere Abläufe. Diese Rahmen „schnappen“ das Material gleichmäßig ein, statt es mit Kraft in einen Ring zu drücken. Das hilft, Verzug zu reduzieren – besonders bei Garnen mit höherem Zug.
Warnung: Magnet-Sicherheit.
Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete.
* Quetschgefahr: Finger aus der Kontaktzone halten.
* Medizin: Nicht verwenden bei Herzschrittmacher.
* Lagerung: Mit Abstandshaltern lagern, damit sich die Magnete nicht unkontrolliert verbinden.
Level 3 Upgrade (Kapazität): Wenn du regelmäßig mehrfarbige Designs fährst (z. B. InvisaFil für Details + FabuLux für Flächen + Glow für Highlights), kostet eine Einnadelmaschine Zeit durch ständiges Umfädeln. Wenn du dich dabei ertappst, nach Stickrahmen kaufen in meiner Nähe zu suchen, weil du schneller mehrere Teile einspannen willst, kann es Zeit sein, über Mehrnadelstickmaschinen nachzudenken, bei denen mehrere Garne gleichzeitig bereitstehen.
Fazit: Baue ein System – keinen Garn-Vorrat
Aus Gregs Überblick hast du jetzt ein funktionales Set:
- InvisaFil: Für „Stealth“/feine Details.
- Rinse ’n Gone: Für temporäre Fixierung.
- Accent 12wt: Für kräftige Struktur (mit großen Nadeln!).
- DecoBob: Für saubere Rückseiten.
Dein Job ist es, Garnstärke, Nadel und Spannung als Einheit zu behandeln. Dann läuft die Maschine ruhig statt zu „knirschen“. Mach heute einen Probestick – dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
FAQ
- Q: Wie verhindere ich Vogelnester (Fadensalat) unter der Stichplatte, wenn ich WonderFil-Spezialgarn auf einer Einnadel-Stickmaschine verwende?
A: Fädle den Oberfaden komplett neu ein – mit angehobenem Nähfuß, damit der Faden sicher im Spannungssystem sitzt.- Neu einfädeln: Nähfuß anheben (Spannungsscheiben öffnen), dann von der Garnrolle bis zur Nadel neu einfädeln und prüfen, dass der Fadenhebel korrekt eingefädelt ist.
- Tempo reduzieren: Für den ersten Testlauf kurz langsamer nähen/sticken, bis der Fadenlauf stabil ist.
- Reinigen: Lose Fadenreste rund um Stichplatte/Greiferbereich entfernen, bevor du neu startest.
- Erfolgskontrolle: Die ersten 50 Stiche ohne Schlaufenbildung unten und ohne neues Knäuel unter der Platte.
- Wenn es weiter passiert: Stoppen und prüfen, ob der Fadenhebel übergangen wurde oder ob Nadel/Garn nicht zusammenpassen (zu kleines Öhr kann Fransen auslösen, das dann zum Knäuel führt).
- Q: Welche Nadel- und Spannungsänderungen sind ein sicherer Startpunkt für WonderFil InvisaFil 100wt, um Unterseiten-Schlaufen zu vermeiden?
A: Starte mit einer Microtex 60/8 oder 70/10 und erhöhe die Oberfadenspannung leicht, wenn das feine Garn zu schnell durchrutscht.- Umrüsten: Von 75/11 auf Microtex 60/8 oder 70/10 wechseln, um zu große Einstichlöcher und schlechte Führung zu vermeiden.
- Anpassen: Oberfadenspannung leicht erhöhen (feines Garn kann in den Spannungsscheiben zu wenig „Grip“ haben).
- Beobachten: Kurzen Test bei ca. 600–800 SPM laufen lassen und früh die Rückseite prüfen.
- Erfolgskontrolle: Rückseite zeigt kontrollierte Stiche ohne lose Oberfaden-Schlaufen.
- Wenn es weiter passiert: Unterfaden-„Drag“ mit einem Bobbin-Washer erhöhen (gängige Methode) und prüfen, ob sich der Faden beim Durchziehen durch das Spannungssystem wirklich wie „ein einzelnes Haar“ anfühlt.
- Q: Wie richte ich WonderFil Accent 12wt Rayon auf einer Haushalts-Stickmaschine ein, ohne dass es franst oder staut?
A: Behandle Accent 12wt wie ein Schwergewicht: große Öhr-Topstitch-Nadel, langsamer nähen und Oberfadenspannung deutlich reduzieren.- Umrüsten: Topstitch 100/16 (oder mindestens 90/14) einsetzen, um Reibung am Öhr zu reduzieren.
- Langsam: Geschwindigkeit auf ca. 400–500 SPM senken, damit das dicke Garn gleichmäßig nachlaufen kann.
- Lockern: Oberfadenspannung reduzieren (dickes Garn hat mehr Eigenreibung und kräuselt bei zu hoher Spannung).
- Einstellen: Keine Stichlängen unter 2,5 mm; für dekorativ eher 3,0–4,0 mm.
- Erfolgskontrolle: Faden läuft ohne Fusselbildung am Nadelöhr und ohne Kräuseln entlang der Naht.
- Wenn es weiter scheitert: Mini-Schrift und sehr dichte Bereiche vermeiden (12wt „blobbt“) und prüfen, ob wirklich eine Topstitch-Nadel mit poliertem, größerem Öhr eingesetzt ist.
- Q: Woran erkenne ich, ob die Einspann-Spannung im Stickrahmen stimmt, um Verzug und Rahmenspuren vor dem Lauf zu reduzieren?
A: Spanne trommelfest ein, ohne zu dehnen, und verifiziere die Stabilität in der ersten Minute.- Einspannen: Auf den Stoff tippen – Ziel ist ein dumpfer „Thump“ (straff), aber ohne den Fadenlauf/Grain zu verziehen (nicht überdehnen).
- Beobachten: Die ersten 60 Sekunden auf „Flagging“ achten (Material wippt) – das kann Fehlstiche verursachen.
- Stabilisieren: Wenn schweres Garn zieht, stärkeres Stickvlies nutzen oder Sprühzeitkleber einsetzen, um Material und Vlies zu verbinden.
- Erfolgskontrolle: Konturen bleiben deckungsgleich zur Füllung (keine Spalten) und das Material wippt nicht sichtbar.
- Wenn es weiter passiert: Gleichmäßige Haltemethode (magnetisches Einspannen) erwägen, um Druckstellen und Verzug auf empfindlichen Materialien zu reduzieren.
- Q: Was ist der „Flip-Test“, um die Fadenspannung in den ersten 60 Sekunden mit DecoBob 80wt als Unterfaden zu beurteilen?
A: Nach etwa einer Minute stoppen, den Rahmen wenden und prüfen, ob der Unterfaden bei Satinstichen korrekt sitzt (ohne die Kanten zu dominieren).- Sticken: Kurzen Startlauf machen und nach ca. 50 Stichen/1 Minute pausieren.
- Wenden: Rückseite ansehen und die Balance der Satinstiche beurteilen.
- Anpassen: Zeigt sich zu viel Unterfaden, ist die Oberfadenspannung zu fest; zeigt sich gar kein Unterfaden, ist sie zu lose.
- Beachten: Farblich passendes DecoBob 80wt kann kleine Spannungs-„Pokies“ an den Kanten optisch kaschieren.
- Erfolgskontrolle: Satinstiche wirken ausgewogen statt extremem Unterfaden-Durchschlag oder Schlaufen.
- Wenn es weiter scheitert: Oberfaden neu einfädeln (Nähfuß oben) und Nadel/Garn-Kombination zur Garnstärke prüfen.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollte ich beim Entfernen eines Fadenstaus (Vogelnest) nahe Nadelstange oder Greifer beachten?
A: Maschine ausschalten, bevor du mit den Händen an bewegliche Bereiche gehst, um unbeabsichtigte Nadelbewegung und Verletzungen zu verhindern.- Ausschalten: Maschine aus, bevor du an Nadelbereich/Greiferbereich gehst oder Fadenknäuel entfernst.
- Entfernen: Fadenreste vorsichtig in kleinen Stücken schneiden/ziehen statt einen ganzen „Wad“ herauszureißen.
- Prüfen: Nadel nach einem Stau auf Schaden kontrollieren und bei Verdacht ersetzen (sicherer Startpunkt).
- Erfolgskontrolle: Handrad (falls vorhanden) lässt sich wieder sauber drehen und der Neustart führt nicht sofort zum nächsten Stau.
- Wenn es weiter scheitert: Komplett neu einfädeln und prüfen, ob Faden im Spulenbereich oder unter der Stichplatte festhängt.
- Q: Welche Magnet-Sicherheitsregeln gelten bei einem Magnetrahmen-System mit Neodym-Magneten?
A: Finger aus der Kontaktzone halten, nicht bei Herzschrittmacher verwenden und mit Abstandshaltern lagern, damit nichts unkontrolliert „zuschnappt“.- Schützen: Fingerspitzen aus der Quetschzone halten, wenn der Magnetrahmen schließt (Quetschgefahr kann erheblich sein).
- Vermeiden: Keine Magnetrahmen verwenden, wenn ein Herzschrittmacher vorhanden ist (medizinische Sicherheit).
- Lagern: Mit den mitgelieferten Abstandshaltern lagern, damit sich die Magnete nicht dauerhaft/unkontrolliert verbinden.
- Erfolgskontrolle: Rahmen schließt kontrolliert ohne Fingerquetschen, und die Magnete lassen sich sicher trennen und lagern.
- Wenn es weiter problematisch ist: Handling ändern – Rahmen flach ablegen und den Magnetring kontrolliert absenken statt „schnappen zu lassen“.
