Inhaltsverzeichnis
Wenn du schon einmal ein Design in Wavenet Spark geöffnet, in den Advanced-Editing-Modus gewechselt und sofort gedacht hast: „Ein falscher Klick – und der Sticklauf ist ruiniert“, dann ist das nicht übertrieben, sondern realistisch.
In der professionellen Maschinenstickerei ist „Advanced Editing“ die Schwelle, an der du nicht mehr nur Anwender bist, sondern die Logik des Stickens steuerst: Wo der Block startet, wo er endet, wie die Füllung liegt, wie stabil das Material bleibt – oder ob es am Ende wellt, zieht und verzogen aussieht.
Diese Anleitung rekonstruiert den exakten Ablauf aus Wavenet Spark Tutorials – Lesson 6, übersetzt aber die Bildschirmaktionen in Werkstatt-Realität: Was du vor dem Ändern von Dichte/Winkel prüfen solltest, wie du Ein-/Ausstichpunkte so setzt, dass die Maschine „ruhig“ läuft, und welche typischen Stolpersteine du vermeidest.

Erstmal Ruhe reinbringen: Advanced Editing in Wavenet Spark „zerstört“ dein Design nicht – wenn du den Block im Griff hast
Das Video startet mit dem Öffnen der Datei „Summer time“ und dem Wechsel in den Advanced-Editing-Modus über die Schaltfläche oben rechts. Der wichtigste Perspektivwechsel dabei: Spark bearbeitet blockweise – der Block ist deine Kontrolleinheit.

Sobald du einen Block auswählst (im Tutorial ist es der Rahmen-/Border-Block), zeigt Spark die Bearbeitungs-Handles und die Parameter, aus denen später die Stiche generiert werden.
Zwei Realitäten aus der Praxis, die Spark hier sehr klar zeigt:
- Vektor-Blöcke: Wenn ein Element als sauberer Vektorblock angelegt ist, bekommst du Zugriff auf Parameter wie Dichte, Unterlage und weitere Stickeinstellungen.
- Stichdaten-/Stichformat-Blöcke: Wenn ein Bereich bereits „nur“ als Stichformat vorliegt (z. B. importierte Stichdaten), kann es sein, dass keine klassischen Stickparameter verfügbar sind. Dann bleibt dir entweder Stich-für-Stich-Editing oder Spark erstellt automatisch wieder Blöcke.
Das ist kein „Bug“, sondern ein Hinweis auf die Herkunft des Blocks: Wenn du Dichte/Unterlage nicht sinnvoll bearbeiten kannst, wurde der Bereich sehr wahrscheinlich nicht nativ als editierbarer Block aufgebaut.
Die „unsichtbare“ Vorbereitung vor Dichte & Winkel: Was du in Spark (und im echten Stickprozess) prüfen solltest
Bevor du Dichte oder Stichwinkel veränderst, mach die langweiligen Checks. In der Produktion entstehen die meisten Probleme nicht durch „falsche Zahlen“, sondern durch fehlende Vorprüfung.
Prep-Checkliste (kurz, aber entscheidend):
- Block richtig gewählt: Ist wirklich der Rahmen ausgewählt – oder aus Versehen Sonne/Vogel?
- Pfad/Start-Stopp prüfen: Reinzoomen (im Zweifel sehr stark) und Ein-/Ausstichpunkte sowie mögliche „Löcher“/Aussparungen im Block erkennen, die Trimmen und Sprünge erzwingen.
- Stichtyp-Absicht klären: Füllstich, Satin-/Kontur oder Applikation? Jeder Typ reagiert anders.
- Material im Kopf haben: Das Tutorial arbeitet mit „Light Canvas“. Überlege: grobe Struktur, mehr Reibung, Fäden können „einsinken“.
- Sicherheitszone zum Rahmen: Wenn der Rahmen/Border nahe an der Stickrahmen-Grenze liegt (wird im Video später explizit erwähnt), markiere das sofort als Risiko.
- Verbrauchsmaterial realistisch checken: Frische 75/11-Nadel, Unterfaden ausreichend, ggf. temporärer Sprühkleber – das sieht man nicht in der Software, aber es entscheidet über den Lauf.
Warnung: Digitalisieren ist Physik. Eine zu schwere Füllung plus ungünstige Richtungswechsel kann Nadelablenkung verursachen. Sicherheitsregel: Wenn beim Sticken ein scharfes „Klick-Klick“ auftaucht, sofort stoppen und prüfen.
Ein-/Ausstichpunkte in Wavenet Spark verschieben – ohne unschöne Spannfäden oder schlechte Reihenfolge
Im Tutorial siehst du eine gelbe Linie mit runden Endpunkten: Das sind Entry Point (Start) und Exit Point (Ende) des Blocks. Beide lassen sich verschieben.

So gehst du vor (wie im Video)
- In den Advanced-Editing-Modus wechseln.
- Den gewünschten Block auswählen (hier: Rahmen/Border).
- Die gelbe Linie mit den runden Endpunkten finden.
- Entry/Exit an die neuen Positionen ziehen.
Kontrollpunkte (damit du nicht „blind“ editierst)
- Visuell: Die gelbe Pfadlinie aktualisiert sich beim Ziehen.
- Logisch: Die Vorschau ändert sich – Spark berechnet die Stichgenerierung neu.
Erwartetes Ergebnis
Du steuerst den „Fluss“ des Stickens, also wo der Block sinnvoll startet/endet.
Praxis-Tipp: Anfänger verschieben Punkte „irgendwohin“. Profis reduzieren Travel Stitches.
- Ziel: Starts/Stops verstecken. Lege den Exit von Block A möglichst nah an den Entry von Block B.
- Praxis-Indikator: Ein gut geplanter Lauf klingt gleichmäßig. Wenn die Maschine ständig stoppt, trimmt und springt, ist die Blockführung ineffizient.
Dichte 6.00 und Stichwinkel 15.18 in Spark einstellen: Vorschau verbessern – und den Sticklauf gleich mit
Im Video werden Werte manuell eingetippt: Density 6.00 und Stitch Angle 15.18.
Hinweis zur Interpretation: In Wavenet Spark bedeutet eine höhere Dichte-Zahl (z. B. 6.00) sichtbar „mehr Faden/mehr Abdeckung“. Achtung: In anderer Software wird Dichte oft als Abstand (mm) verstanden – dort heißt „kleiner“ = dichter. Entscheidend ist immer die Logik deines Tools.


Vorgehen (wie gezeigt)
- Block auswählen.
- Settings/Parameter öffnen.
- Density antippen und 6.00 eingeben.
- Stitch Angle antippen und 15.18 eingeben.

Warum das wirkt (Stick-Physik in Kurzform)
- Dichte: Steuert, wie stark der Faden „packt“. Mehr Dichte = mehr Abdeckung, aber auch mehr Zug-/Schubkräfte.
- Stichwinkel: Steuert die Zugrichtung im Material. Ein Winkelwechsel kann Stabilität verbessern – oder bei falscher Wahl Verzug verstärken.
Preset „Light Canvas“ in Wavenet Spark richtig nutzen (nur für den Block) – und die Unterlage für dich arbeiten lassen
Im Tutorial wird Preset Fabrics → Light Canvas gewählt. Danach siehst du, dass Spark u. a. die Dichte auf 4.50 setzt und die Unterlage anpasst.


Vorgehen (wie gezeigt)
- Block auswählen.
- In Preset Fabrics wechseln.
- Scrollen und Light Canvas auswählen.
- Bestätigen/übernehmen.
Kritisches Detail (wird im Video ausdrücklich gesagt)
Dieses Preset gilt nur für den ausgewählten Block, nicht für das gesamte Design. Genau hier entsteht in der Praxis oft inkonsistente Abdeckung, wenn andere Blöcke mit anderen Parametern laufen.
Warum erfahrene Digitalisierer auf Unterlage achten
Das Preset passt sehr wahrscheinlich die Underlay/Unterlage an – also die Fundamentstiche vor den Deckstichen.
- Sichtprüfung: Achte in der Vorschau auf ein „Grundmuster“, das vor der Deckfläche liegt.
- Funktion: Unterlage stabilisiert Material und verhindert, dass die Deckstiche im Canvas „versinken“.
Motif 1019, Step Pattern 031 und Basic Step G79: Stichtypen testen, ohne Stunden zu verlieren
Im Tutorial wird von Standardfüllungen auf Texturen umgestellt: Motif 1019, Step Pattern 031 und Basic Step G79.




Vorgehen (wie gezeigt)
- Zielblock auswählen.
- Stitch Type öffnen.
- Im visuellen Katalog (Raster blauer Muster) browsen.
- Muster auswählen und die Vorschau beurteilen.
Achtung: „Sieht am Bildschirm gut aus“ vs. „sticht sauber“
Im Video kommt genau der richtige Moment: „No, it’s too sparse… Much better!“ – diese Beurteilung ist Kernkompetenz.
Typische Falle „zu luftig“: Ein Muster, das am Screen leicht wirkt, kann auf Stoff „löchrig“ aussehen (Stoff scheint durch). Motive sind sinnvoll für:
- große Flächen/Back Designs (Stichzahl sparen),
- dekorative Bordüren.
Für sehr kleine Details sind sie oft ungeeignet, weil die Struktur schnell unruhig wirkt.
Die „Ugly Hole“-Option: Wann du ein Loch im Block entfernst (und wann es sinnvoll sein kann)
Spark kann in einem Füllblock eine Aussparung („Hole“) setzen. Im Tutorial wird das ausprobiert, als „ugly“ bewertet und wieder entfernt.
Symptom → Ursache → Lösung (aus dem Tutorial)
- Symptom: Die Aussparung wirkt optisch störend.
- Ursache: Das Loch passt nicht zur Gestaltung des Elements.
- Lösung: Hole entfernen/Undo.
„Frame is too close to the hoop“: Den Rahmenblock verkleinern, damit du nicht in den Stickrahmen stichst
Im Tutorial wird klar gesagt, dass der Rahmen zu nah an der Stickrahmen-Grenze liegt – das ist ein echter Sicherheits-Stopper.

Warum das mehr als „nur Software“ ist
Wenn ein Element an der Grenze liegt, ist das in der Realität Kollisionsrisiko. Ein Nadelkontakt mit dem Stickrahmen ist nicht „nur ein Fehler“, sondern kann Nadelbruch und Folgeschäden verursachen.
Praktische Eskalationslogik:
- Level 1: In Spark verkleinern/anpassen (wie gezeigt).
- Level 2: Einspanntechnik verbessern (saubere Zentrierung, reproduzierbar).
- Level 3 (Tooling): Viele Profis nutzen eine Einspannstation, um Positionierung mechanisch zu standardisieren – besonders bei Rahmen/Bordüren, wo Passgenauigkeit sofort sichtbar ist.
Applikation in Wavenet Spark: Hold-Down-Linien schalten, Breite 30.00 setzen und Dichte im Griff behalten
Im Tutorial wird auf Applique umgestellt und u. a. angepasst: Hold-down lines, Guide line stitch length (25.00), Width (30.00) und Density (4.00).

Vorgehen (wie gezeigt)
- Block auswählen → Applique wählen.
- First/Second Hold down line ein-/ausschalten.
- Width auf 30.00 setzen.
- Density auf 4.00 setzen.
Praxis-Hinweis zur Applikation
Applikation spart Stichzahl, erfordert aber Handling (Stoppen, Material schneiden).
- Typisches Problem: Schneiden am eingespannten Teil ist fummelig.
- Häufiger Workflow-Upgrade: Ein Magnetrahmen erleichtert den Zugriff und reduziert Reibung/Verzug beim mehrstufigen Applikationsablauf.
Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen. Starke Magnetrahmen sind Quetschwerkzeuge. Finger aus der Schließzone halten und unbedingt fernhalten von Personen mit Herzschrittmacher.
Den Vogel in Spark manuell digitalisieren: Alten Block löschen, Nodes setzen, Form schließen, Kurven sauber ziehen
Zum Schluss löscht das Tutorial einen bestehenden Block und zeichnet den Vogel als geschlossene Form Node-für-Node nach.

So fühlt sich manuelles Digitalisieren „richtig“ an
- Tap/Klick = Ankerpunkt: Jeder Node definiert die Kontur.
- Kurvenqualität: Weniger, sauber gesetzte Nodes ergeben glattere Kurven.
- Form schließen: Letzten Punkt mit dem ersten verbinden – erst dann ist es eine „füllbare“ Fläche.
Stickvlies- und Material-Entscheidungsbaum: Erst Stabilisierung klären, dann am File zweifeln
Du kannst in Spark Dichte optimieren – wenn die Stabilisierung nicht passt, wird das Ergebnis trotzdem wellig oder instabil. Nutze diesen Entscheidungsbaum vor dem Export.
Entscheidungsbaum „Backing“:
- Ist der Stoff dehnbar (T-Shirt/Polo)?
- Ja: Cutaway ist Pflicht.
- Nein: Weiter zu Schritt 2.
- Ist der Stoff instabil/locker (Sweater/Frottee)?
- Ja: Cutaway (Basis) + wasserlösliches Topping.
- Ist es ein stabiler Webstoff (Canvas/Denim)?
- Ja: Tearaway ist oft ausreichend.
- Ist das Teil schwer einzuspannen (Tasche/Cap)?
- Ja: Das ist primär ein mechanisches Thema. Nutze geeignete Rahmen/Spannlösungen, z. B. einen Magnetrahmen, statt das Material „in den Ring zu zwingen“.
Setup-Checkliste: Die schnellste Methode, um die drei häufigsten Spark-Editing-Fehler zu vermeiden
Setup-Checkliste (direkt vor Export):
- Preset-Konsistenz: Habe ich „Light Canvas“ nur auf einen Block angewendet? Dann entweder auf relevante Blöcke übertragen oder Parameter manuell angleichen.
- Entry/Exit: Zoom out – gibt es „Querfeldein“-Travel-Linien, die sichtbare Fäden ziehen würden?
- Dichte-Sicherheit: Habe ich große Flächen versehentlich über 6.00 gesetzt (steif/zuglastig)?
- Einspann-Strategie: Brauche ich eine Schablone oder einen hoop master Einspannstation-Workflow, damit die Bordüre später exakt dort landet, wo sie digitalisiert wurde?
Betriebs-Checkliste: Teststicken wie in der Produktion (auch wenn du noch lernst)
Betriebs-Checkliste (an der Maschine):
- Scrap-Test: Erst auf Restmaterial testen, nie direkt auf das Endteil.
- Erste 100 Stiche: Start beobachten – greift der Faden sauber?
- Sound-Check: Gleichmäßiger Lauf ist gut; scharfe Klickgeräusche sind ein Stop-Signal.
- Wellen/Pucker: Wenn der Stoff um die Fläche „wellig“ wird, ist Dichte/Stabilisierung nicht im Gleichgewicht.
Der Upgrade-Pfad, der wirklich Sinn ergibt: Wann besseres Einspannen mehr bringt als noch mehr Editing
Editing in Wavenet Spark gibt dir Kontrolle – aber es ersetzt keine saubere Mechanik.
- Wenn das Design in Spark perfekt sitzt, aber auf dem Shirt schief ist, ist das Problem meist Einspannen, nicht Software.
- Wenn Standardrahmen dich ausbremsen (Zeit, Handgelenke, Wiederholgenauigkeit), ist das Problem Tooling.
Upgrade-Logik: Für gelegentliche Projekte reichen Standardrahmen und sauberes Editing. Wenn du aber in Richtung Serien (z. B. 50+ Teile) gehst, werden Begriffe wie Magnetrahmen und Einspannen für Stickmaschine zu echten Produktivitätshebeln: Sie liefern die mechanische Wiederholgenauigkeit, die Software allein nicht erzeugen kann.
Mastere zuerst die Blocklogik in Spark – und respektiere die Realität am Stickrahmen.
FAQ
- Q: Wie kann man im Advanced-Editing-Modus von Wavenet Spark einen einzelnen Block bearbeiten, ohne versehentlich das gesamte Stickdesign zu beschädigen?
A: Arbeite in Wavenet Spark konsequent blockweise und stelle vor jeder Änderung sicher, dass wirklich der richtige Block ausgewählt ist – dann bleibt das sehr kontrollierbar.- Auswählen: Den Zielblock exakt anklicken (z. B. Rahmen/Bordüre, nicht Sonne oder Vogel), bevor du die Einstellungen öffnest.
- Prüfen: Reinzoomen und Blockgrenzen/Handles identifizieren, damit Änderungen nur dieses Element betreffen.
- Ändern: Immer nur einen Parameter nach dem anderen anpassen (Entry/Exit, Dichte, Winkel) und danach die Vorschau erneut prüfen.
- Erfolgskontrolle: In der Vorschau aktualisiert sich nur der ausgewählte Block; andere Bereiche bleiben unverändert.
- Wenn es trotzdem nicht geht: Der Bereich kann ein Stichdaten-Block sein (z. B. importierte Stichdaten) – dann sind Dichte/Unterlage ggf. eingeschränkt, und du nutzt Stich-für-Stich-Editing oder Auto-Block-Erstellung.
- Q: Was ist in Wavenet Spark der sicherste Weg, Entry- und Exit-Marker zu verschieben, um Travel Stitches zu reduzieren, ohne sichtbare Fadenspuren zu erzeugen?
A: Setze Entry und Exit so, dass der Exit von Block A möglichst nah am Entry von Block B liegt – dadurch minimierst du Trims und lange Sprünge.- Start: In den Advanced-Editing-Modus wechseln und den exakten Block auswählen.
- Ziehen: Die gelben Endpunkte (runde Marker) greifen und Start/Ende auf kürzere Wege umpositionieren.
- Vergleichen: Rauszoomen und nach „Querfeldein“-Travel-Linien suchen, die später sichtbar wären.
- Erfolgskontrolle: Der Pfad wirkt in der Vorschau kompakter, und der Lauf wäre hörbar gleichmäßiger (weniger Stop-Trim-Jump).
- Wenn es trotzdem nicht passt: Blockreihenfolge/Sequenz prüfen und kontrollieren, ob interne Aussparungen Trims und Sprünge erzwingen.
- Q: Wie sollte man in Wavenet Spark an Anpassungen wie Dichte 6.00 und Stichwinkel 15.18 herangehen, um Kräuseln oder „bulletproof embroidery“ zu vermeiden?
A: Behandle Dichte 6.00 als „schwerere“ Füllung und ändere konservativ – Dichte und Winkel erhöhen schnell Zug/Schub und Steifigkeit.- Vorgehen: Dichte und Winkel in kleinen Schritten ändern, besonders bei großen Flächen.
- Abgleich: Den realen Stoff berücksichtigen (im Beispiel: Light Canvas), bevor du Dichte stark erhöhst.
- Beobachten: Scharfe Winkelwechsel zusammen mit hoher Dichte erhöhen das Verzugsrisiko.
- Erfolgskontrolle: Die Fläche bleibt flach (keine Wellen), fühlt sich stabil an, aber nicht „bretthart“.
- Wenn es trotzdem scheitert: Dichte reduzieren und stärker über passende Unterlage und korrektes Stickvlies stabilisieren statt über „mehr Stiche“.
- Q: Warum ändert das Preset „Light Canvas“ in Wavenet Spark die Einstellungen nur für einen Block, und wie vermeidet man uneinheitliche Abdeckung im Design?
A: Das Preset gilt nur für den ausgewählten Block – deshalb musst du es konsequent auf alle relevanten Blöcke anwenden oder die Parameter manuell angleichen.- Anwenden: Jeden Block einzeln auswählen und das Light-Canvas-Preset dort setzen, wo es gebraucht wird.
- Prüfen: Dichte/Unterlage zwischen Blöcken vergleichen, damit keine Fläche sichtbar dünner oder dicker wirkt.
- Inspizieren: Auf Unterlage-Verhalten achten (Fundamentstiche vor den Deckstichen).
- Erfolgskontrolle: Die Abdeckung wirkt über alle Blöcke gleichmäßig, ohne plötzliche Unterschiede in Opazität/Struktur.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Blöcke prüfen, die nicht nativ digitalisiert wurden (eingeschränkte Settings) und ggf. neu blocken oder manuell korrigieren.
- Q: Wie verhindert man in Wavenet Spark das Problem „Frame is too close to the hoop“ und damit einen Nadelkontakt mit dem Stickrahmen?
A: Verkleinere oder positioniere den Rahmen-/Border-Block so, dass er sicher innerhalb der Stickrahmen-Grenze bleibt – niemals in den Rahmenbereich sticken.- Erkennen: Alles nahe der Bildschirmgrenze als reales Kollisionsrisiko behandeln.
- Anpassen: Rahmen-/Border-Block vor dem Export verkleinern (wie im Tutorial gezeigt).
- Planen: Einspannstrategie früh festlegen, damit die Bordüre später wirklich dort sitzt – nicht nur „fast“.
- Erfolgskontrolle: Der Rahmen liegt klar innerhalb der sicheren Zone und läuft ohne harte Kontakte oder plötzliche Stopps.
- Wenn es trotzdem passiert: Lauf sofort stoppen, wenn ein Impact vermutet wird, und Einspannen/Designgröße vor Neustart prüfen.
- Q: Was bedeutet während des Stickens ein scharfes „Klick-Klick“-Geräusch, und was sollte man sofort tun, um Nadel- oder Stichplatten-Schäden zu vermeiden?
A: Ein scharfes „Klick-Klick“ deutet häufig auf Nadelablenkung hin – sofort stoppen, weil sonst Nadelkontakt und teure Schäden drohen.- Stoppen: Maschine sofort pausieren.
- Prüfen: Nadelzustand kontrollieren und checken, ob das Design zu dicht ist oder aggressive Richtungswechsel erzwingt.
- Bestätigen: Verbrauchsmaterial vor Neustart prüfen (frische 75/11-Nadel, Unterfaden voll, ggf. temporärer Sprühkleber).
- Erfolgskontrolle: Danach klingt der Lauf wieder gleichmäßig statt „klickend“.
- Wenn es bleibt: Dichte/Winkel zurücknehmen und erst einen Scrap-Test laufen lassen.
- Q: Welche Sicherheitsregeln sind beim Einsatz eines Magnetrahmens bei Applikationsarbeiten wichtig, um Rahmenspuren und Verzug zu reduzieren?
A: Magnetrahmen können Zugriff und Stabilität verbessern, sind aber Quetschwerkzeuge – und müssen von Herzschrittmachern ferngehalten werden.- Finger weg: Finger aus der Schließ-/Schnappzone halten.
- Zugriff kontrollieren: Keine Kunden oder ungeschulten Personen damit arbeiten lassen.
- Applikation planen: Die Magnetklemmung nutzen, um mehrstufige Applikation leichter zu handhaben und reibungsbedingte Rahmenspuren zu reduzieren.
- Erfolgskontrolle: Stoff bleibt sicher geklemmt, ohne starke Ringabdrücke, und die Applikationsschritte sind besser zugänglich.
- Wenn es trotzdem Probleme gibt: Einspanntechnik und Stickvlies prüfen – Magnetklemmung hilft bei Wiederholgenauigkeit, ersetzt aber keine passende Stabilisierung.
- Q: Wenn das Editing in Wavenet Spark korrekt aussieht, der Stickout aber trotzdem schief, wellig oder uneinheitlich ist – wie sieht der sinnvolle Upgrade-Pfad von Technik zu Tooling zu Produktionskapazität aus?
A: Diagnose in Stufen: erst Settings optimieren, dann Einspann-Wiederholgenauigkeit mit besseren Tools verbessern, und erst bei echten Zeitkosten auf Mehrnadel-Workflow umsteigen.- Level 1 (Technik): Preset-Konsistenz, Entry/Exit-Travel-Linien und Dichte-Sicherheitsgrenzen vor Export prüfen.
- Level 2 (Tooling): Einspannen reproduzierbar machen (besonders wenn Bordüren ständig „off-center“ landen).
- Level 3 (Kapazität): Auf Mehrnadel umsteigen, wenn Fadenwechsel- und Stoppzeiten teurer werden als ein Upgrade.
- Erfolgskontrolle: Scrap-Tests laufen gerade und stabil, mit weniger Trims/Sprüngen, weniger Wellen und reproduzierbarer Platzierung.
- Wenn es weiterhin scheitert: Nicht nur das File verdächtigen – den Stickvlies-Entscheidungsbaum (Cutaway/Tearaway/Topping) erneut durchgehen und prüfen, ob Stoffverhalten zu Dichte und Stichrichtung passt.
