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Wenn du schon einmal Applikations-Schriftzüge ausprobiert hast und dachtest: „Es ist so knapp dran … und trotzdem wandert die Satinkante“ – damit bist du nicht allein. Viele Einsteiger geben zuerst der Software die Schuld, bis klar wird: Das Problem ist oft Physik, nicht Pixel. Die gute Nachricht: Pacesetter BES Lettering 2 kann sehr zuverlässig eine 3-Schritt-Applikation liefern, wenn du sie bewusst aufbaust: ein Objekt für die Platzierung, eins für die Fixierung und eins für den Satinabschluss.
Aber: Die Software ist nur die halbe Miete. Dieser Beitrag baut exakt den Workflow aus dem Video nach (Buchstabe „L“, Schrift Travis, Brother-Applikations-Stopfarben, Export als PES v9) und ergänzt die „Werkstatt-Details“, die in der Praxis den Unterschied machen – klare Kontrollpunkte, typische Fehlerquellen und Handgriffe, damit alles passgenau bleibt und der Sticklauf professionell aussieht.

Ruhe reinbringen: Dein „Applikations-Buchstabe“ ist selten kaputt – meistens ist es Sequenzierung oder Einspannen
Wenn jemand sagt „nach den Schritten passt nichts mehr übereinander“, starte ich nicht mit „Software-Bug“. In der Praxis kommt Versatz fast immer aus drei Bereichen:
- Die Objekte liegen nicht wirklich exakt übereinander: Beim Kopieren/Einfügen oder Auswählen ist unbemerkt ein minimaler Versatz passiert.
- Die Stickreihenfolge ist ungünstig gruppiert: Das erzeugt unnötige Bewegungen/Wechsel (besonders bei Namen), und die Passung leidet.
- Der Stoff hat sich im Stickrahmen bewegt: Der häufigste Grund. Zu wenig Stickvlies, ungleichmäßige Spannung oder zu grobes Handling zwischen den Stopps.
Wenn du auf einer brother Stickmaschine arbeitest, ist Applikation durch das Stop-and-Go besonders „rahmenkritisch“: Jeder Stopp bedeutet Anfassen – und jedes Anfassen ist ein Risiko für Verschiebung. Genau diese Variable müssen wir kontrollieren.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis in BES Lettering 2 zuerst machen (bevor sie überhaupt tippen)
Im Video geht es direkt los – erfahrene Digitalisierer prüfen vorher aber ein paar Basics. Diese „Sanity Checks“ verhindern einen Großteil der typischen „Warum sehe ich nichts?“-Frustration.
Schnelle Sanity Checks in BES Lettering 2
- Schrift mit „O“-Symbol wählen (Options/objektbasiert). Das wird im Video ausdrücklich erwähnt: Fonts mit einem „O“ daneben sind bearbeitbare Objekte.
- Vor den Applikationsfarben die richtige Garnpalette einstellen. Im Video wird die Palette Brother Embroidery genutzt. Wenn du das überspringst, werden die Applikations-Utility-Farben ggf. nicht als Stopp-Logik erkannt.
- Klarheit über die „Architektur“: Du erstellst drei Kopien desselben Buchstabens, exakt übereinander – jede Ebene hat eine Aufgabe (Positionieren, Fixieren, Abdecken).
Vorbereitung an der Maschine (damit die Datei sich so verhält wie erwartet)
Applikation ist handling-intensiv: Sticken → Stoff auflegen → weitersticken → (Rahmen lösen/ausfahren) → schneiden → Satin. Deshalb sind Einspannen und Stickvlies genauso wichtig wie die Digitalisierung.
Wenn du Applikation häufiger machst, ist ein reproduzierbarer Einspann-Workflow (statt „ziehen und hoffen“) der Unterschied zwischen Hobby- und Verkaufsqualität.
Vorbereitungs-Checkliste (vor Digitalisierung und vor dem Einspannen):
- Fingernagel-Test an der Nadel: Mit dem Fingernagel über Spitze und Schaft vorne/seitlich fahren. Spürst du ein „Haken/Klicken“, hat die Nadel einen Grat → ersetzen. Ein Grat kann Applikationsstoff schon beim Platzieren/Ansticken aufreißen.
- Material-Check: Applikationsstoff so wählen, dass er nicht extrem ausfranst. (Im Video wird keine Materialliste vorgegeben – hier geht es um die grundsätzliche Risikoabschätzung.)
- Rahmengröße & Sicherheitsrand: Passt der Buchstabe/Name mit ausreichend Rand, damit der Fuß nicht am Rahmen anschlägt?
- Schneideplan: Liegen scharfe, gebogene Applikationsscheren bereit (z. B. Duckbill/doppelt gebogen)? Mit geraden Haushaltsscheren steigt das Risiko, das Grundmaterial zu erwischen.
- Konstanz in der Produktion: Wenn du Serien machst, arbeite mit einer festen Einspannstation für Stickmaschinen-Routine, damit Spannung und Position jedes Mal gleich sind.
Warnung: Hände bei Testläufen und langsamen Simulationen aus dem Nadelbereich halten. Niemals unter den Nähfuß greifen, um den Stoff „zu helfen“ – Nadelstiche und Nadelbruch passieren schneller als die Reaktionszeit.

Basis-Buchstabe „L“ in Pacesetter BES Lettering 2 anlegen (Travis, 0.79 in) – ohne versteckte Verzerrung
Im Video wird ein einfacher, gut reproduzierbarer Start gezeigt:
- Das Tool Normal wählen (die Anleitung beschreibt es als „geraden Pfad“).
- Einen einzelnen Buchstaben tippen: „L“.
- Eine Schrift mit Options-„O“ wählen – hier Travis.
- Buchstabenhöhe auf 0.79 in setzen.
In diesem Schritt „digitalisierst“ du noch keine Applikation – du erzeugst ein sauberes Basisobjekt, das du anschließend duplizierst.
Praxis-Hinweis: Sehr kleine Applikationen sind beim Schneiden und bei der Satinkante anspruchsvoller. Im Video wird 0.79 in gezeigt – das ist bereits im Bereich, wo sauberes Trimmen und stabile Unterlage besonders wichtig werden.

Platzierungslinie, die wirklich dort landet, wo du sie brauchst: Style auf Run stellen und Apply
Jetzt wird aus dem Buchstaben eine Platzierungs-Umrandung – dein „Plan“.
- Properties öffnen.
- Style von Standard auf Run ändern.
- Apply klicken.
Du solltest sehen, wie der gefüllte Buchstabe zu einer dünnen Laufstich-Kontur wird. Auch die Sequence View aktualisiert sich.
Kontrollpunkt – visuell: Wenn es noch wie ein „Block“ aussieht, wurde sehr wahrscheinlich Apply nicht ausgeführt.
Erwartetes Ergebnis: Ein einzelner, sauberer Run-Stich. Diese Linie zeigt dir exakt, wo der Applikationsstoff liegen muss. Wenn der Stoff die Linie vollständig überdeckt, bist du auf der sicheren Seite.
Wenn dein Buchstabe „nicht erscheint“, prüfe zuerst:
- Ist das Objekt wirklich markiert (Auswahlrahmen sichtbar)?
- Wurde nach dem Umstellen auf Run wirklich Apply geklickt?
- Zoom: Ein Run-Stich kann bei normalem Zoom extrem dünn wirken.

Brother Embroidery Applikations-Stopfarben: Die kleine Auswahl, die deine Maschine wirklich anhalten lässt
Der zentrale Trick aus dem Video ist die Verwendung der speziellen Applikations-Utility-Farben in der Palette Brother Embroidery. Das sind keine „schönen Garnfarben“, sondern funktionale Befehle, die Stopps erzeugen.
So gehst du vor:
- Palette auf Brother Embroidery stellen.
- Für das erste Objekt (Platzierung) „Applique Material Position“ wählen.
Warum das zählt: Bei vielen Maschinen bedeutet Farbwechsel = Stopp. Mit diesen Utility-Farben definierst du die Stopps gezielt für Applikation.
Wenn du mit normalen brother Stickrahmen auf rutschigen Materialien arbeitest, sind diese Stopps „kritische Momente“: Beim Stoffauflegen/Schneiden wirkt Drehmoment auf den Rahmen. Sitzt der Rahmen nicht stabil, beginnt hier oft das „Driften“.

Fixiernaht (Tack-down): Copy/Paste exakt darüber – dann die zweite Applikations-Utility-Farbe zuweisen
Jetzt kommt Ebene 2 – sie hält den Applikationsstoff fest.
- In der Sequence View das erste Objekt auswählen.
- Rechtsklick Copy.
- Rechtsklick Paste (direkt darüber). Wichtig: nicht „ziehen“ oder verschieben.
- Die Farbe dieser neuen Ebene auf die zweite Applikations-Utility-Farbe setzen (im Video als „Applique Material“ beschrieben).
Erwartetes Ergebnis: In der Sequence View siehst du jetzt zwei „Text“-Objekte, deckungsgleich, aber mit unterschiedlicher Farb-/Stopp-Zuordnung.
Praxislogik für Namen mit mehreren Buchstaben
In den Kommentaren kam die Frage nach einem 6-Buchstaben-Namen und dem Wunsch, erst alle Umrandungen zu sticken, dann einmal Stoff aufzulegen, einmal zu schneiden und anschließend erst den Satin zu sticken.
Die Lösung (wie auch in einer Antwort beschrieben): In der Sequence View umsortieren: zuerst alle Placement-Objekte, dann alle Tack-down-Objekte, dann alle Satin-Objekte.
- Effekt: Du legst den Applikationsstoff einmal großflächig auf, lässt alles fixieren, schneidest in einem Durchgang und lässt dann den Satin laufen – weniger Stopps, weniger Handling, weniger Versatzrisiko.

Satinabschluss, der „teuer“ aussieht: Drittes Mal einfügen, Run auf Steil (Satin) umstellen, dann Farbe #3
Das ist die finale Ebene – sie deckt die Schnittkante ab.
- Das Objekt ein drittes Mal einfügen.
- In Properties den Style von Run auf Steil umstellen (im Video als Satin-Stich erklärt).
- Die dritte Applikations-Utility-Farbe zuweisen.
Kontrollpunkt – visuell: Der Buchstabe wird am Bildschirm deutlich „dicker“ – im Vergleich zur dünnen Run-Kontur.
Warum Ebenen „auseinanderlaufen“ – und wie du es stoppst
Wenn nach dem Sticken die Ebenen nicht mehr passen, ist es (bei sauberem Copy/Paste) meist nicht die Softwarelogik, sondern Mechanik/Handling:
- Zug durch dichte Satinstiche: Satin zieht Material zusammen. Mit zu schwacher Stabilisierung kann die Kante „aufgehen“.
- Kraft beim Schneiden: Beim Trimmen an der Fixiernaht drückst/ziehst du am eingespannten Bereich. Wenn die Spannung im Stickrahmen nicht stabil ist, verschiebt sich die Lage.
Disziplin hilft: Beim Einspannen gleichmäßig straff (ohne zu verziehen) und zwischen Stopps so wenig wie möglich am Rahmen arbeiten.

Setup gegen Kräuseln und Verschieben: Einspannen, Stickvlies und Handling zwischen den Stopps
Das Video zeigt primär die Digitalisierung – in der Praxis entscheidet das Setup.
Praktische Entscheidungshilfe: Grundmaterial → Stickvlies
„Ein Vlies für alles“ funktioniert selten.
Entscheidungslogik (Stickvlies & Einspannen):
- Stabiles Grundmaterial (z. B. Canvas/Denim/fester Baumwollstoff)?
- Ja: Mittleres/festes Tear-Away ist oft ausreichend; sauber und straff einspannen.
- Dehnbares Grundmaterial (T-Shirts/Hoodies/Strick)?
- Ja: Cut-Away ist die sichere Basis, weil es die Satinkante stabilisiert.
- Empfindliches Material / Gefahr von Rahmenspuren?
- Ja: Hier sind klassische Rahmen oft kritisch. In solchen Fällen wechseln viele Profis auf Magnetrahmen für Stickmaschine, weil sie ohne Schraubdruck klemmen und sich schneller nachjustieren lassen.
Handling in Klartext
Satinstiche sind dicht. Je mehr du zwischen den Stopps am Rahmen „arbeitest“, desto größer die Chance auf Versatz.
- Tast-Check beim Einspannen: Glatt und straff, aber nicht gedehnt.
- Rahmenbewegung minimieren: Wenn möglich, so trimmen, dass der Rahmen stabil unterstützt bleibt.
Wenn du Serien stickst, killt inkonsistentes Einspannen deine Passung und Zeit. Ein reproduzierbares System (z. B. hoop master Einspannstation) hilft, Spannung und Position konstant zu halten.
Setup-Checkliste (nicht überspringen)
- Zentrierung: Ist das Motiv korrekt positioniert?
- Layer-Check: Sind 3 getrennte Ereignisse in der Sequence View sichtbar?
- Farbzuordnung: Sind die Brother-Utility-Farben korrekt gesetzt?
- Werkzeug bereit: Gebogene Applikationsschere griffbereit?
- Sicherheit: Bei Magnetrahmen für brother Metallwerkzeuge von den Magneten fernhalten.
Warnung: Starke Magnete sind Werkzeuge. Sie können Haut einklemmen und können medizinische Implantate beeinflussen. Magnetrahmen mit Abstand aufbewahren und von Elektronik/Karten fernhalten.

Ablauf an der Stickmaschine: Was jeder Stopp bedeutet (damit du mitten im Lauf nicht erschrickst)
Im Video wird erklärt, wie sich die Maschine verhält: Auch wenn du drei Farben/Ereignisse angelegt hast, läuft es in drei Phasen.
Praxis-Ablauf
- Stopp 1 (Platzierung/Run): Die Maschine stickt die „Landkarte“.
- Aktion: Applikationsstoff so auflegen, dass die Linie komplett abgedeckt ist.
- Stopp 2 (Fixiernaht/Tack-down): Die Maschine hält den Stoff fest.
- Aktion: Überschuss sauber zurückschneiden – nah an der Naht, ohne die Stiche zu verletzen.
- Stopp 3 (Satin/Steil): Abschlusskante.
Effizienz bei Mehrbuchstaben
Wie oben: erst alle Platzierungen, dann alle Fixierungen, dann alles Satin – weniger Stopps, weniger Handling, stabilere Passung.
Bedien-Checkliste
- Nach dem Auflegen glätten: Keine Falten/Blasen unter dem Applikationsstoff.
- Nach dem Schneiden reinigen: Fussel entfernen, damit sie nicht unter dem Satin „eingebacken“ werden.
- Unterfaden prüfen: Dichte Satinstiche brauchen Unterfadenreserve – ein Wechsel mitten im Satin kann sichtbar werden.

Speichern, wie deine Maschine es wirklich liest: BRF vs. PES v9 (Brother/Baby Lock/Bernina)
Der Export ist Pflicht.
- File > Save As.
- Dateityp von BRF (Arbeitsdatei) auf PES (Maschinendatei) ändern.
- Brother/Baby Lock/Bernina (PES v9) auswählen.
- Sinnvoll benennen (z. B.
Applique_L_Travis_3inch.pes).
Praxisregel: BRF immer behalten (editierbar). PES ist die Ausgabedatei für die Maschine.

Vor dem ersten Stoff: „Simulate Sewing“ nutzen, um falsche Reihenfolge sofort zu sehen
Klicke Simulate Sewing und beobachte die Simulation.
Worauf du achten solltest:
- Warnsignal: Satin kommt vor der Fixiernaht → Reihenfolge stimmt nicht.
- Warnsignal: Jeder Buchstabe wird komplett fertiggestellt, bevor der nächste beginnt (bei Namen oft ineffizient, wenn du eigentlich „batchen“ willst).
Diese kurze Prüfung spart Material und Nerven.

„Mein Buchstabe wird nicht angezeigt“ & andere Praxis-Fixes (aus Kommentaren + Werkstattlogik)
Troubleshooting ist Logik. Nutze diese Matrix:
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Schnelllösung |
|---|---|---|
| „Meine Buchstaben sind nicht sichtbar.“ | Anzeige/Zoom/Apply | Reinzoomen; Run-Stiche sind extrem dünn. Prüfen, ob Apply wirklich geklickt wurde. |
| „Nach den Schritten passt es nicht mehr übereinander.“ | Versatz durch Handling/Einspannen | Rahmen stabiler einspannen, Handling zwischen Stopps reduzieren, Stabilisierung anpassen. |
| „Satin hat Lücken/steht offen.“ | Materialzug/zu wenig Stabilisierung | Stabilisierung erhöhen und beim Einspannen nicht verziehen. |
| „Ich höre/merke, dass es schwer durchsticht.“ | Viele Lagen/dichter Stich | Geschwindigkeit reduzieren und Ablauf ruhig halten (Stopps nicht hektisch). |

Upgrade-Pfad, wenn du produzieren willst: Tempo, Konstanz, Wirtschaftlichkeit
Wenn die Datei sitzt, wird die Physik zum Engpass – deine Marge hängt an der Handling-Zeit.
Wann lohnt sich ein Tool-Upgrade?
- Szenario A: Gelegenheitsnutzer. Selten Applikation.
- Empfehlung: Standardrahmen, Fokus auf sauberes Einspannen und ruhiges Trimmen.
- Szenario B: Nebenjob/kleine Serien. Du merkst Rahmenspuren oder hast keine Lust mehr auf Schraubspannung.
- Empfehlung: Ein Magnetrahmen für brother kann den Einspannprozess vereinfachen und das Handling beschleunigen.
- Szenario C: Produktion. Viele Teile, viele Stopps.
- Empfehlung: Durchsatz entsteht durch saubere Prozesse (Sequenzierung, Einspannen, Vorbereitung). Mehrnadelstickmaschinen reduzieren Farbwechsel-Handling, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit sauberer Passung.
Wenn du bereits mit hoopmaster arbeitest, halte diese Prozessdisziplin – sie ist ein großer Teil der Qualität.

Finish-Standards, die Applikation professionell wirken lassen (auch auf Nahaufnahmen)
Ein sauberer Applikations-Buchstabe ist nicht nur „gestickt“, sondern sauber fertiggestellt.
- Fussel-Feinschnitt: Kleine Fäden, die durch den Satin schauen, mit Pinzette anheben und sauber abschneiden.
- Pressen von hinten: Kleidungsstück auf links, mit Press-/Tuch von hinten andrücken, damit sich Stickbild und Vlies setzen.
- Sprungstiche: Bei Namen Sprungfäden zwischen Buchstaben rechtzeitig entfernen (je nach Maschine/Trimmfunktion).
Für Produktfotos zählt die Kante: Eine glatte, fusselfreie Satinkante ist das Qualitätsmerkmal.
FAQ
- Q: Warum wird in Pacesetter BES Lettering 2 der Applikations-Buchstabe nach dem Umstellen von Style auf Run nicht sichtbar?
A: Das ist häufig – Run-Stiche wirken fast unsichtbar, bis das Objekt markiert ist und Apply wirklich ausgeführt wurde.- Buchstabenobjekt auswählen, sodass der Auswahlrahmen sichtbar ist.
- In Properties > Style auf Run stellen und dann Apply klicken (nicht nur das Dropdown ändern).
- Reinzoomen; eine Run-Kontur kann bei normalem Zoom wie eine 1-Pixel-Linie wirken.
- Erfolgskontrolle: Aus dem gefüllten Buchstaben wird eine dünne Kontur und die Sequence View zeigt ein Run-Ereignis.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: prüfen, ob es eine objektbasierte Schrift mit „O“-Symbol ist, und den Style am richtigen Objekt ändern.
- Q: Wie baust du in Pacesetter BES Lettering 2 einen echten 3-Schritt-Applikations-Buchstaben (Platzierung, Fixierung, Satin), ohne dass die Ebenen driften?
A: Erstelle drei exakt übereinanderliegende Kopien desselben Buchstabens und gib jeder Kopie eine Aufgabe (Run/Run/Satin) plus passende Utility-Farbe.- Basisbuchstabe als sauberes Objekt anlegen (im Video: Travis, 0.79 in).
- In der Sequence View Copy/Paste direkt übereinander ausführen, bis drei identische Objekte vorhanden sind (nicht verschieben).
- Ebene 1 = Run (Platzierung), Ebene 2 = Run (Fixierung), Ebene 3 = Steil (Satin) (Abschluss) und die drei Brother-Applikations-Utility-Farben entsprechend zuweisen.
- Erfolgskontrolle: Die letzte Ebene wirkt deutlich dicker, und die Sequence View zeigt drei getrennte Ereignisse.
- Wenn es weiterhin nicht passt: auf unbeabsichtigtes Verschieben beim Einfügen achten und zwischen den Ebenen nichts manuell ziehen.
- Q: Warum sind die Brother Embroidery Applikations-Utility-Farben für Maschinenstopps bei Applikations-Schriftzügen wichtig?
A: Diese Utility-Farben funktionieren als Stopp-/Phasenlogik, damit die Maschine genau dann pausiert, wenn du Stoff auflegen oder schneiden musst.- Vor dem Zuweisen die Garnpalette auf Brother Embroidery stellen.
- Platzierung auf „Applique Material Position“ setzen, danach die nächsten zwei Applikations-Utility-Farben für Fixierung und Satin.
- Simulation/Schrittweise Farbfolge prüfen, ob die Stopps an den richtigen Stellen liegen.
- Erfolgskontrolle: Drei Phasen – Platzierung (Stopp), Fixierung (Stopp), Satin (läuft als Abschluss).
- Wenn es nicht funktioniert: Palette prüfen – eine falsche Palette ist eine häufige Ursache.
- Q: Wie verhinderst du bei Applikations-Schriftzügen auf einer Brother Stickmaschine, dass sich der Stoff zwischen Platzierung, Fixierung, Schneiden und Satin verschiebt?
A: Applikation ist handling-intensiv – Versatz ist meist ein Einspann-/Stabilisierungsproblem, nicht die Software.- Gleichmäßig und fest einspannen; straff, aber ohne den Stoff zu verziehen.
- Stickvlies nach Material wählen: stabile Stoffe können Tear-Away nutzen; dehnbare Stoffe brauchen als sichere Basis Cut-Away.
- Handling an Stopps minimieren; beim Schneiden nicht am eingespannten Bereich „hebeln“.
- Erfolgskontrolle: Der Stoff fühlt sich im Rahmen stabil an und die Satinkante deckt die Schnittkante sauber ab.
- Wenn es weiterhin drifts: Stabilisierung erhöhen und den Ablauf ruhiger/mit weniger Rahmenbewegung durchführen.
- Q: Welche Nadel- und Schneid-Checks verhindern Hänger und unsaubere Satinkanten bei Applikations-Schriftzügen?
A: Kurze Werkstatt-Checks vor dem Lauf verhindern viele Probleme.- Fingernagel-Test an der Nadel; bei Grat/„Klicken“ Nadel wechseln.
- Scharfe, gebogene Applikationsschere nutzen, um nah zu schneiden ohne das Grundmaterial zu verletzen.
- Stopps so planen, dass du nicht hektisch nach Werkzeug greifen musst.
- Erfolgskontrolle: Du kannst 1–2 mm neben der Fixiernaht schneiden, ohne Fäden zu kappen oder starkes Ausfransen zu erzeugen.
- Wenn es nicht sauber wird: frische Nadel einsetzen und Applikationsmaterial prüfen (stark fransende Stoffe sind schwieriger).
- Q: Welche Geschwindigkeits-Einstellungen reduzieren Kräuseln und Nadelstress bei Applikations-Schriftzügen?
A: Langsamer ist bei Applikation oft präziser – weniger Vibration, bessere Passung.- Run/Platzierung: ca. 600 SPM.
- Fixierung: ca. 400–500 SPM.
- Satin: ca. 500–600 SPM, bei „schwerem Durchstich“-Geräusch weiter reduzieren.
- Erfolgskontrolle: gleichmäßiger Lauf ohne „thump-thump“ und stabile Satinkante.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: weiter reduzieren und Stabilisierung prüfen.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen verhindern Nadelverletzungen und Einklemmungen mit Magnetrahmen bei Applikations-Schriftzügen?
A: Nicht „mit der Hand helfen“ und Magnete wie Werkzeuge behandeln – die meisten Unfälle passieren an Stopps.- Hände bei Testläufen/Simulationen aus dem Nadelbereich; nie unter den Nähfuß greifen, solange die Maschine bewegt.
- Bei Magnetrahmen Metallwerkzeuge fernhalten, damit nichts plötzlich „zuschnappt“.
- Magnetrahmen sicher lagern; Abstand zu Elektronik/Karten und medizinischen Implantaten einhalten (Hersteller-/medizinische Hinweise beachten).
- Erfolgskontrolle: Platzieren und Schneiden nur bei komplett gestoppter Maschine und mit sicheren Handpositionen.
- Wenn es hektisch wird: Workflow verlangsamen – Eile ist der häufigste Auslöser für Beinahe-Unfälle.
- Q: Wie kann die Sequence View bei mehrbuchstabigen Applikations-Namen (z. B. „JORDAN“) in Pacesetter BES Lettering 2 umsortiert werden, um Stopps und Schneidzeit zu reduzieren, ohne die Passung zu ruinieren?
A: Nach Funktion „batchen“: erst alle Platzierungen, dann alle Fixierungen, dann alle Satins.- In der Sequence View alle Placement-Ereignisse für alle Buchstaben nach vorne ziehen.
- Einen größeren Applikationsstoffstreifen auflegen, der alle Platzierungslinien abdeckt.
- Danach alle Fixierlinien sticken, alles in einem Durchgang trimmen, dann alle Satinabschlüsse sticken.
- Erfolgskontrolle: deutlich weniger Unterbrechungen und weniger Handling bei stabiler Passung.
- Wenn es trotzdem driftet: Einspannstabilität prüfen – jede zusätzliche Handbewegung erhöht das Versatzrisiko.
