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The Experiment: Testing Vector Accuracy Across 4 Softwares
Wenn du schon einmal ein Motiv digitalisiert hast, das am Monitor messerscharf aussah – und die Maschine dann trotzdem „daneben“ gestickt hat –, dann kennst du den Effekt, den man hier als „Ghost Shift“ beschreiben kann: die Differenz zwischen Screen-Realität (mathematisch perfekt) und Maschinen-Realität (tatsächliche Nadeleinstiche).
Als Digitalisierer:in arbeitest du genau an der Schnittstelle zwischen Gestaltung und Technik. Du zeichnest nicht nur Linien – du programmierst im Grunde einen CNC-Prozess, der Stoff in hoher Geschwindigkeit punktgenau perforiert. Und wenn dieser Prozess auch nur um einen Bruchteil eines Millimeters abweicht, kann das bei feinen Konturen oder engen Satinkanten sichtbar werden.
Dieser Test bildet einen konkreten Workflow nach, den Jeff im Video zeigt: Wir vergleichen, wie vier große Digitalisier-Plattformen – Pulse, Wilcom, Chroma und Melco DesignShop – SVG-Vektoren (Nodes/Knotenpunkte) importieren und vor allem, wie präzise sie daraus DST-Dateien exportieren.
Das ist nicht nur „Nerd-Wissen“, sondern bares Geld: Ein sauberer SVG garantiert keine saubere Stichlage. Wenn die Software beim Export Koordinaten rundet oder verschiebt, zahlst du am Ende mit Fadenrissen, Ausschuss, unnötigen Probestickern und Zeitverlust.

In diesem Guide gehen wir Schritt für Schritt durch das Vorgehen: „Clean Baseline“ erstellen, Import-Verhalten prüfen, DST exportieren und die Ausgabe durch Re-Import verifizieren. Außerdem ordnen wir ein, wann du wirklich die Software verantwortlich machen solltest – und wann es sinnvoller ist, deinen physischen Workflow (Einspannen, Stabilisierung, Rahmen) mit Tools wie einem Magnetrahmen oder einer Mehrnadelstickmaschine zu professionalisieren.
Importing SVGs: How Pulse, Wilcom, and Chroma Handle Nodes
Damit ein Vergleich fair ist, brauchst du zuerst einen Standard. Jeff startet mit einer Blockschrift, die in CorelDRAW in Kurven umgewandelt wird. Das ist deine „Vector Baseline“: eine mathematisch definierte Kontur aus Knotenpunkten.
Ziel ist hier Node-Hygiene. Ein „schmutziger“ Vektor mit unnötig vielen Nodes bringt jede Stich-Engine ins Schwimmen. Ein „sauberer“ Vektor hat nur so viele Nodes wie nötig, um die Form sauber zu definieren.
Step 1 — Build a clean SVG baseline (CorelDRAW)
Standard: Text in Kurven umwandeln. Nodes kontrollieren. Sicht-Check: Auf 400% zoomen. Die Konturen sollten wie glatte, gespannte Drähte wirken. Wenn es wie eine gezackte Küstenlinie oder ein „Punkt-Cluster“ aussieht, ist der Vektor zu „dirty“. Erfolgs-Kriterium: Eine einzelne, saubere SVG-Datei, in der jeder Node eine Funktion hat.

Step 2 — Import into Pulse DG16 (Import Artwork)
Jeff nutzt in Pulse die Funktion Import Artwork. Pulse zeigt dabei rote Punkte entlang der Kontur. Beobachtung: Die roten Indikatoren in Pulse decken sich exakt mit den ursprünglichen Corel-Knotenpunkten. Pulse verhält sich hier wie ein sehr „treuer Übersetzer“. Erfolgs-Kriterium: Keine sichtbare Abweichung zwischen importierten Nodes und den Source-Nodes.

Step 3 — Import into Wilcom (via Corel mode)
Wilcom Embroidery Studio nutzt für SVG in der Praxis häufig die CorelDRAW-Integration. Auffälligkeit: Beim Import über den Corel-Modus erzeugt Wilcom zusätzliche Nodes – besonders sichtbar an der Kurve des „e“ und am „t“. Warum das zählt: Zusätzliche Nodes erzeugen Mikro-Segmente. Wenn die Stich-Engine daraus Satinkanten berechnet, kann das zu unruhigen Kanten, kleinen Dichte-Spitzen oder „Zittern“ entlang der Kurve führen. Praxis-Check: Wenn du später physisch probestickst, können solche Mikro-Segmente dazu führen, dass die Maschine weniger „gleichmäßig“ läuft, weil der Pantograph ständig minimal nachkorrigiert.

Step 4 — Import into Chroma (Open + node edit)
Chroma öffnet die SVG in diesem Test direkt. Beobachtung: Visuell wirkt die Kontur stimmig, die Node-Anzahl bleibt effizient. Erfolgs-Kriterium: Eine brauchbare Outline, die nicht sofort eine umfangreiche Bereinigung verlangt.
The Melco DesignShop Import Failure
Hier siehst du einen harten Failure-Mode: Garbage In, Garbage Out.
Jeff öffnet die Baseline-SVG in Melco DesignShop – und das Ergebnis ist in diesem Test unbrauchbar: Kurven brechen zusammen, Buchstaben werden zu verzerrten Formen.
Damit lassen sich zwei Fehlerarten klar trennen:
- Interpretationsfehler: Die Software kann die Bezier-Kurven mathematisch nicht korrekt lesen (Melco in diesem Test).
- Übersetzungs-/Exportfehler: Die Software liest die Kurven, verschiebt aber beim Export die Koordinaten (siehe später).
Sofortmaßnahme: Wenn du diese Art von Verzerrung bereits am Bildschirm siehst: Stopp. Nicht „mit Stichwinkeln retten“. Du brauchst dann ein anderes Vektorformat (z. B. EPS/DXF) oder musst die Vorlage neu/sauber nachzeichnen.

Warnung: Sicherheitsrisiko in der Praxis. Starte keine Maschine mit einer Datei, die aus sichtbar verzerrter Vorlage erzeugt wurde. „Spikes“ oder kollabierte Konturen können zu extremen Stichhäufungen oder unplausiblen Sprüngen führen. Das erhöht das Risiko von Nadelablenkung (Nadel trifft Stichplatte) bis hin zu Nadelbruch. Bei Tests neuer Dateien Schutzbrille tragen.
The DST Export Test: Analyzing Stitch Generation
Jetzt wechseln wir von „Art“ (Vektor) zu „Code“ (DST).
Jeff generiert Stiche und exportiert als .DST. Technische Realität: DST ist ein älteres Industriestandard-Format. Es kennt keine „Kreise“ oder „Kurven“ – nur X/Y-Schritte relativ zum vorherigen Stich. In der Praxis arbeiten viele Systeme mit einer Schrittweite von 0,1 mm.
Wenn die Software eine Kurve intern z. B. bei 10,05 mm berechnet, das DST-Format aber auf 10,0 mm oder 10,1 mm zwingt, entsteht ein Rundungs-/Rastereffekt.
Why tiny coordinate shifts matter (in practice)
0,1 mm klingt nach „Papierdicke“ – und isoliert betrachtet ist es oft klein. In der Stickerei addieren sich Abweichungen aber:
- Software-Rundung/Raster: +0,1 mm
- Maschinenbewegung/Vibration: +0,1 mm
- Stoffdehnung: +0,5 mm
- Einspann-Verzug: +1,0 mm
Dann ist eine 1-mm-Satinkante plötzlich sichtbar „off“, obwohl jede einzelne Ursache für sich klein wirkt.

Prep Checklist: The "Clean Lab" Protocol
Damit du wirklich Software-Verhalten misst (und nicht deine Rahmen-/Stoff-Variablen), brauchst du ein „sauberes Labor“.
- Vektor-Hygiene: SVG prüfen (keine Kreuzungen, keine unnötigen Nodes).
- Skalierung standardisieren: Motivhöhe in allen Programmen exakt auf 10 mm setzen.
- Mess-Logik schützen: Für den Vergleich keine „Daten-Verfälscher“ nutzen (z. B. beim Re-Import darauf achten, ob die Software Stiche in Objekte umwandelt).
- Datei-Hygiene: Neuer Ordner, klare Dateinamen (z. B.
TEST_PULSE_GEN1.DST). - Tool-Readiness: Mess-/Lineal-Tool in jeder Software finden und bedienen können.
- Optional für spätere Realtests: Messschieber bereitlegen; Unterfadenfarbe bewusst wählen, damit du Kanten besser beurteilen kannst.
The Moment of Truth: Re-importing Files to Check Accuracy
Das ist der Schritt, der Profis von „Ich glaube das passt schon“ trennt: Nicht vertrauen, sondern verifizieren. Jeff importiert die exportierten DST-Dateien wieder zurück und legt sie über die Original-Objekte.
Step 5 — Pulse re-import overlay test (File > Merge)
Aktion: In Pulse per File > Merge die DST als Stichdatei über das Original legen. Ergebnis: Die Nadeleinstiche liegen exakt auf den erwarteten Positionen. Fazit: Pulse hält in diesem Workflow die Koordinaten sehr konsequent.

Step 6 — Chroma re-import overlay test (Merge + measure)
Aktion: DST in Chroma mergen. Wichtig: Jeff deaktiviert „Convert to Outlines“, damit wirklich die Rohstiche beurteilt werden (und nicht neu erzeugte Objekte). Ergebnis: Eine Abweichung ist sichtbar. Messung: Mit dem Lineal-Tool wird ein Versatz von ca. 0,1 mm gemessen. Implikation: Beim Export werden Stiche offenbar auf ein Raster/Koordinatensystem angepasst.


Step 7 — Wilcom re-import overlay test (Import Embroidery + measure)
Aktion: DST zurück in Wilcom importieren. Jeff stellt die Stichfarbe zur besseren Sichtbarkeit auf Schwarz. Ergebnis: Der Versatz ist sichtbar. Messung: Abweichungen zwischen 0,12 mm und 0,18 mm. Einordnung: In diesem konkreten Setup zeigt sich auch bei Wilcom eine Differenz zwischen Objekt-/Bildschirmdarstellung und exportierter DST-Stichlage.


Why Pulse DG16 Won the Accuracy Test
In diesem kontrollierten Vergleich verhält sich Pulse DG16 wie eine „Glasscheibe“: Was als SVG reingeht, kommt im DST-Overlay so wieder raus, wie du es am Bildschirm siehst.
Warum ist das im Business relevant? Vorhersagbarkeit. Wenn du für eine tajima Stickmaschine digitalisierst (und in einem Umfeld arbeitest, in dem solche Workflows typisch sind), zählt in der Produktion weniger „künstlerische Hoffnung“ und mehr: Kannst du dich auf die Stichlage verlassen, bevor du 50 Teile anstickst?
Understanding Pantograph Resolution and Coordinate Shifting
Jeff führt die Ursache auf das Thema Grid Resolution zurück. In Pulse kann er das Raster auf 0,1 mm setzen – passend zur typischen Pantographen-/Schrittauflösung. Er zeigt, wie Nadelpunkte auf den Rasterkreuzungen landen.
Andere Programme arbeiten oft mit einem „Design Grid“ (z. B. 1 mm oder größer) statt einem konsequenten „Machine Grid“.
The "Sweet Spot" for Beginners
Wenn du neu im Digitalisieren bist: Verbeiß dich nicht zuerst in 0,1 mm. Dein größter Gegner ist meist nicht die Software, sondern die Physik: Stoff, Stabilisierung und Einspannen. Ein 0,1-mm-Softwareeffekt ist praktisch egal, wenn dein Stoff sich durch falsches Stickvlies mehrere Millimeter bewegt.
Decision Tree: Stabilizer Selection for Accuracy Testing
Lass Stoffbewegung deinen Software-Test nicht ruinieren.
- Ist der Stoff dehnbar (Strick, Jersey, Performancewear)?
- JA: Cutaway-Stickvlies (2,5 oz oder 3,0 oz).
TippTemporärer Sprühkleber, um Stoff und Vlies zu verbinden.
- NEIN: Weiter zu Schritt 2.
- JA: Cutaway-Stickvlies (2,5 oz oder 3,0 oz).
- Ist der Stoff instabil/dünn (Rayon, Seide, leichter Baumwollstoff)?
- JA: Cutaway oder No-Show Mesh (Polymesh). Tearaway vermeiden, weil Stiche ausreißen können.
- NEIN: Weiter zu Schritt 3.
- Ist der Stoff stabil (Denim, Canvas, Twill)?
- JA: Tearaway ist möglich (2 Lagen empfohlen).
TippSehr gut geeignet, um Software-Genauigkeit auch physisch zu testen.
- JA: Tearaway ist möglich (2 Lagen empfohlen).
Operation Checklist: Running the Test
- Single Source: Exakt dieselbe SVG in allen Programmen verwenden.
- Parameter Lock: Satin/Spalteinstellungen konsequent gleich halten (damit du nicht „Äpfel gegen Birnen“ misst).
- Export-Disziplin: Als DST exportieren. Keine „maschinen-spezifischen“ Formate, außer du musst.
- Re-Import-Verifikation: DST immer wieder importieren/mergen und überlagern.
- Mess-Detail: Beim Messen auf den tatsächlichen Nadelpunkt/Needle Drop achten – nicht nur auf die Objektlinie.
Troubleshooting Table: Symptom -> Solution
| Symptom | Likely Cause | Quick Fix | Prevention |
|---|---|---|---|
| Importierte SVG wirkt gezackt oder „explodiert“ | Interpretationsfehler der Import-Engine (wie im Melco-Test) | Sofort löschen. Nicht sticken. | Nodes in Corel/Illustrator bereinigen oder als EPS/DXF exportieren. |
| DST-Stiche liegen 0,1 mm neben der Vorlage | Raster-/Rundungseffekt beim Export (DST-Auflösung) | Wenn es kritisch ist: Objekt minimal gegenkorrigieren und erneut exportieren. | Als Format-Limit akzeptieren und immer per Re-Import prüfen. |
| Probestick sieht schlecht aus, Datei wirkt perfekt | Physisches Problem (Einspannen/Stabilisierung) | Einspannspannung prüfen, Nadel prüfen/wechseln. | Besseres Stickvlies; ggf. auf Magnetrahmen umstellen. |
Practical Shop Takeaways (And Where Tools Actually Matter)
Der Test zeigt: Software kann kleine Abweichungen erzeugen. In der Praxis gilt aber genauso: Menschen erzeugen die großen Abweichungen.
Wenn du 0,1 mm Software-Versatz jagst, aber gleichzeitig einen dicken Hoodie in einen Kunststoffrahmen „reinwürgst“, löst du oft das falsche Problem. Der Verzug durch ungleichmäßiges Einspannen und Rahmenspuren (klassischer „Hoop Burn“) ist häufig deutlich größer als der Softwareeffekt.
The Trigger for Tool Upgrades
Wann solltest du aufhören, die Software zu beschuldigen – und stattdessen dein Setup upgraden?
- Trigger: Du optimierst 2 Stunden, aber Outline und Füllung passen am Kleidungsstück trotzdem nicht sauber zusammen.
- Diagnose: Einspannen prüfen: „Flagging“ (Stoff wippt)? Ziehst du den Stoff beim Einspannen sichtbar in Form?
- Lösung (Level 1): Besseres Stickvlies (Cutaway) + temporärer Sprühkleber.
- Lösung (Level 2): Magnetrahmen.
- Warum? Magnetrahmen halten gleichmäßig, ohne den Stoff in eine Verzerrung zu zwingen. Das reduziert Rahmenspuren und macht das Einspannen reproduzierbarer.
- Begrifflichkeit: Viele suchen gezielt nach how to use magnetic embroidery hoop, um Passungsprobleme auf empfindlichen oder dicken Materialien in den Griff zu bekommen.
For the "Prosumer" (Home Business)
Wenn du mit einer Einnadelmaschine arbeitest und dich die Einspannzeit ausbremst, können Magnetrahmen für brother (oder kompatible Marken wie Babylock) ein echter Workflow-Booster sein: weniger Handkraft, weniger Verzug, gerader Fadenlauf im Gewebe.
For the Commercial Shop
In der Produktion mit ricoma Stickmaschinen oder ähnlichen Mehrnadelstickmaschinen zählt Durchsatz.
- Bottleneck: Manuelles Einspannen dauert schnell 45–90 Sekunden pro Shirt.
Wenn dein Volumen die Einnadelmaschine überholt hat und dich Nacharbeit wegen Passung nachts wach hält, ist das der Zeitpunkt, über ein Mehrnadel-Setup nachzudenken. Ein steiferer Pantograph plus sauberer Einspannprozess reduziert die „Stacked Errors“, die sich auf die kleinen Software-Verschiebungen oben drauf addieren.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Industrielle Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete. Sie können Haut stark einklemmen (Blutblasen/Quetschungen).
* Halte sie mindestens 6 inches von Herzschrittmachern, Kreditkarten und empfindlichen Displays fern.
* Rahmenhälften nie unkontrolliert „zuschnappen“ lassen – immer geführt schließen oder über die vorgesehenen Laschen trennen.
Results: What to Do Next
Jeffs Vergleich lässt vier klare Punkte zurück:
- Pulse DG16: In diesem Test die höchste Koordinatentreue beim Re-Import.
- Chroma: Nutzbar, aber mit ca. ~0,1 mm Drift.
- Wilcom: In diesem Setup ~0,12–0,18 mm Drift und zusätzlich mehr Nodes beim SVG-Import.
- Melco DesignShop: Scheitert in diesem Test am SVG-Import.
Dein Aktionsplan:
- Teste deine eigene Software: Nimm eine einfache SVG und wiederhole den Ablauf. Du musst deine eigene „Fehlertoleranz“ kennen.
- Vertraue dem Probestick: Software-Genauigkeit ist Theorie. Physische Genauigkeit ist Realität. Teste auf Denim (stabil) und Jersey (instabil).
- Sichere die Variable: Bevor du den Code beschuldigst, sichere den Stoff: hochwertiges Stickvlies, sauberes Einspannen – und wenn nötig Magnetrahmen, um menschliche Streuung zu reduzieren.

