Die 6‑Monats‑„Leise‑Maschine“-Routine: Bernette b70/b77/b79 ölen und reinigen – ohne die störrische Seitenabdeckung zu zerstören

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Wartungsroutine für Bernette b70, b77 und b79 führt dich Schritt für Schritt durch das sichere Abnehmen der linken Kopf-/Seitenabdeckung, das Ölen von Nadelstange und Kurbelmechanik sowie das Reinigen und Ölen des Greiferbereichs (inkl. Docht in der Mitte). Außerdem zeige ich dir, wie du den Spulenkorb korrekt mit Markierungen ausrichtest und das nötige „Spiel“ prüfst. Dazu kommen bewährte Vorbereitungsgewohnheiten, ein Stabilizer-Entscheidungsbaum für den Probenäh-/Probesticklauf nach dem Ölen und praxistaugliche Troubleshooting-Hinweise aus echten Besitzerfragen – damit du unnötige Werkstattbesuche vermeidest und deine Maschine sauber und ruhig läuft.
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Inhaltsverzeichnis

Wenn du eine Bernette b70, b77 oder b79 besitzt, kennst du sie als zuverlässiges Arbeitstier – bis sie plötzlich „trocken“ klingt, sich Fussel im Greiferbereich sammeln oder du beim Abziehen einer Abdeckung nervös wirst, die sich anfühlt, als wäre sie festgeklebt.

Du kennst dieses Geräusch. Es ist nicht das rhythmische tack-tack einer gut laufenden Maschine, sondern eher ein metallisches, kratziges Zischen oder ein dumpfes Klack am oberen Punkt des Nadelhubs. Das ist meist ein klares Signal: Es fehlt Schmierung.

Das hier ist genau die 6-Monats-Routine, die Bernina Jeff im Video zeigt: linke Kopfabdeckung abnehmen, Nadelstange und Kurbelmechanik ölen, Greiferbereich öffnen, Fussel entfernen, den mittigen Docht ölen und den Spulenkorb anhand der Markierungen plus dem korrekten „Wackelspiel“ wieder einsetzen. Ich bleibe in den Schritten eng am Video – ergänze aber die Werkstatt-Praxis (Kontrollpunkte, typische Fehler, Sicherheitsgrenzen), damit du nicht zweimal ran musst.

Jeff standing in the shop with the Bernette b79 machine in the foreground.
Introduction

Keine Panik: Bernette b70/b77/b79 warten wirkt „heikel“ – ist aber ein normaler 6-Monats-Rhythmus

Viele Besitzer zögern an derselben Stelle: Die linke Kopfabdeckung will nicht runter, und man hat Angst, Kunststoffnasen abzubrechen oder „etwas zu ruinieren“.

Die ruhige Wahrheit: Die Abdeckung ist wirklich störrisch – und sie braucht tatsächlich Kraft, wenn du in die richtige Richtung ziehst. Es geht nicht um rohe Gewalt, sondern um kontrollierten Zug und darum zu wissen, wo die Clips gegenhalten. Stell es dir weniger wie eine Schmuckschatulle vor, eher wie einen sehr stramm sitzenden Deckel: fester, gleichmäßiger Zug – dann löst es sich.

Aus der Praxis kommt häufig sinngemäß die Frage: „Ich traue mich nicht, die Nadelstange zu ölen.“ Diese Sorge ist berechtigt – zu viel Öl macht Ärger. Gleichzeitig zahlen viele Leute regelmäßig Geld für genau diese Standardarbeiten (Ölen + Fussel entfernen), obwohl es zu Hause sicher machbar ist – solange du die Reihenfolge einhältst und nicht improvisierst.

Warnung: Maschine ausschalten und den Netzstecker ziehen, bevor du Abdeckungen öffnest oder die Stichplatte abnimmst. Scharfe Nadeln, bewegliche Teile und herunterfallende Schrauben können aus Wartung schnell eine echte Reparatur machen.

Jeff using a sharp tool to pop the small screw cap off the side of the machine head.
Removing screw cap

Profi-Vorbereitung, bevor du die erste Schraube löst: Gelb-Kappen-Öl, Schraubenkontrolle und ein Teststück

Bevor du überhaupt an eine Schraube gehst: richte dir alles so ein, dass du nicht hetzt (Hektik = Schrauben fallen in die Maschine). In der Werkstatt nennt man das sinngemäß „alles am Platz“.

Was im Video genutzt wird (und was du bereitlegen solltest):

  • Ein spitzes Werkzeug, um die kleine Zierkappe über der Schraube abzuheben (z. B. Nahttrenner – vorsichtig).
  • Ein normaler Kreuzschlitz-Schraubendreher.
  • Ein kurzer, flacher „Stubby“-Schraubendreher für die Stichplattenschrauben (wichtig für Kontrolle in engen Bereichen).
  • Verbrauchsmaterial: Öl mit gelber Kappe (für Deco- und Bernette-Linie – kein 3-in-1 und kein WD-40).
  • Verbrauchsmaterial: Wattestäbchen (Q-tips) und/oder eine kleine Fusselbürste.
  • Verbrauchsmaterial: Ein kleines Stoffreststück für den Testlauf nach dem Ölen.

Warum das zählt: Schmierstellen sind klein, Fussel sitzen in Ecken. Wenn du mitten drin Werkzeuge suchst, kippst du die Maschine, stößt ans Handrad oder legst Schrauben „irgendwo“ hin. Genau so entsteht später das berühmte „Woher kommt dieses Klappern?“.

Wer Firmware-Updates im Blick behält und Wartung regelmäßig macht, berichtet in der Praxis oft von deutlich weniger Überraschungen über Jahre.

Und noch ein Gedanke für Sticker:innen: Ruhiger Lauf und ein sauberer Greiferbereich sind die Basis für saubere Stickbilder – kein Zubehör kompensiert einen Greiferbereich, der voller Fussel ist.

Damit dein Stick-Workflow ergonomisch bleibt, kombinieren viele Anwender ihre Maschine mit einer Einspannstation – so frisst die „Vorbereitung“ nicht die Marge bei kleinen Aufträgen.

Vorbereitung – Checkliste (bevor du irgendetwas öffnest)

  • Strom: Ausschalten und Netzstecker ziehen (Display wirklich aus).
  • Arbeitsfläche: Tisch freiräumen, damit Schrauben nicht in Chaos verschwinden.
  • Sicht: Helles Tuch unterlegen (dunkle Schrauben/Fussel sind sofort sichtbar).
  • Werkzeuge: Q-tips/Bürste + gelbes Öl griffbereit.
  • Verbrauch: Ersatznadeln checken – nach Wartung gern mit frischer Nadel starten.
  • Test: Stoffrest für ca. 4–5 Inch Probenähen/-sticken bereitlegen.
  • Absicherung: Kurz ein Foto vom Kopf/Greiferbereich machen (hilft bei Orientierung).
Jeff forcefully pulling the side cover from the bottom to unsnap it.
Removing cover

Die störrische linke Kopfabdeckung (Bernette b79): So ziehst du, ohne Clips zu knacken

Videoschritt (linke Kopfabdeckung abnehmen):

  1. Kleine Zierkappe mit einem spitzen Werkzeug abheben.
  2. Kreuzschlitz-Schraube darunter entfernen.
  3. Die Kunststoffabdeckung unten ansetzen und nach außen ziehen, leicht schräg weg von der Maschine, damit die inneren Clips ausrasten.

Die entscheidende Nuance aus dem Video ist die Zugrichtung: unten-nach-außen, schräg. Wenn du mittig gerade herausziehst oder oben an der Fuge hebelst, arbeitest du gegen die Clips in der ungünstigsten Richtung.

Gefühlskontrolle: Du hörst meist ein deutliches Plopp. Das erschreckt – ist aber (bei korrekter Zugrichtung) das Ausrasten der Clips, nicht das Brechen.

Wichtig bei „das ist ein Männerjob“-Gefühl: Methode nicht ändern – Hebel verbessern. Maschine mit der freien Hand stabilisieren, damit sie nicht rutscht, und gleichmäßig ziehen statt ruckartig.

Exposed needle bar mechanism with oil bottle applicator tip positioned to apply oil.
Oiling needle bar

Nadelstange und Kurbelmechanik ölen: Ein Tropfen am richtigen Punkt ist besser als zehn überall

Videoschritt (Nadelstange und Kurbel ölen):

  1. Mit abgenommener Abdeckung das Handrad zu dir drehen, sodass du die Nadelstange auf- und ablaufen siehst.
  2. Nadelstange ganz nach oben fahren.
  3. Genau einen Tropfen Öl dort aufbringen, wo die Nadelstange durch die Führung/Buchse läuft.
  4. In den Kopf nach rechts hineinschauen: Wenn du eine Metall-auf-Metall-Kurbelmechanik siehst, die „arbeitet“ und trocken wirkt, dort ebenfalls nur einen kleinen Hauch Öl geben.

Im Video wird das etwa alle 6 Monate empfohlen.

Erwartetes Ergebnis: Leichter Ölfilm/Glanz – kein Tropfen, kein „Pool“.

Warum das größere Probleme verhindert (Praxislogik):

  • Die Nadelstange ist eine hochfrequent gleitende Fläche. Trockenlauf erzeugt Reibung/Wärme und langfristig Verschleiß.
  • Zu viel Öl ist ein eigener Fehler: Es wandert nach unten auf Stoff/Vlies und mischt sich mit Fusseln zu einer schmierigen Paste. Ein Tropfen ist Regel, nicht Empfehlung.

Gerade wenn du regelmäßig stickst: „Maschinengesundheit“ ist Zeit und Geld. Eine Maschine, die ruhig und konstant läuft, bedeutet weniger Fadenrisse und weniger Aufsicht.

Wer Zubehör und Workflow-Upgrades vergleicht, findet in bernette Stickmaschinen Bewertungen oft den Tenor: leistungsfähig – aber nur, wenn Wartung konsequent gemacht wird.

View inside the machine head looking right towards the crank mechanism.
Identifying crank for oiling

Greiferbereich sicher öffnen: Stichplattenschrauben, verlorene Schrauben und Fussel, die du nicht ignorieren solltest

Videoschritt (Stichplatte abnehmen):

  1. Spulenabdeckung entfernen.
  2. Spule herausnehmen.
  3. Mit einem kurzen Schraubendreher die zwei Schrauben der Stichplatte lösen.
  4. Stichplatte abheben.

Die Warnung aus dem Video ist Gold wert: Schrauben nicht in die Maschine fallen lassen. Wenn eine Schraube ins Gehäuse fällt, endet das schnell in „schütteln/kippen“ oder Werkstatt.

Erwartetes Ergebnis: Die silberne Stichplatte ist ab, und du hast freie Sicht auf den Greiferbereich.

Praxistipp aus den Kommentaren (allgemein, ohne Namen): Wenn dir schon einmal eine Nadel gebrochen ist, prüfe die Stichplattenöffnung auf Grate („Burrs“). Mit einem Q-tip um die Öffnung fahren: Wenn Watte hängen bleibt, ist ein Grat da. Das kann Faden schreddern und wirkt dann wie „plötzlich spinnt die Maschine“. In so einem Fall: nicht weiterproduzieren – Platte glätten oder ersetzen.

Holding the 'Flat & Stubby' screwdriver tool used for needle plate screws.
Tool explanation

„Flat & Stubby“-Schraubendreher: Stichplattenschrauben kontrolliert lösen wie ein Techniker

Im Video wird ein kurzer „Flat & Stubby“-Schraubendreher gezeigt, der in der engen Zone unter dem Arm deutlich besser zu führen ist.

Gezeigte Technik: Einen Finger in/auf die Mulde am Griffende legen und mit der anderen Hand drehen. Das stabilisiert und verhindert Abrutschen („cam-out“) aus dem Schraubenkopf.

Kleines Detail, großer Effekt: weniger ausgenudelte Schraubenköpfe, weniger Frust.

Wenn du dir ein Wartungs-Set zusammenstellst: Dieses Tool zusammen mit Öl und Q-tips lagern – dann ist es beim nächsten 6-Monats-Zyklus sofort da.

Unscrewing the needle plate screws using the stubby screwdriver.
Removing needle plate

Greifer reinigen und den Docht ölen: Die eine Faser, die du niemals herausziehen darfst

Videoschritt (Greiferbereich reinigen und ölen):

  1. Den schwarzen Spulenkorb/Spulenhalter herausheben.
  2. Fussel mit Bürste oder Q-tip entfernen – gründlich.
  3. Genau in die Mitte des rotierenden Greifers schauen: Dort sitzt eine kleine filzartige Faser.
  4. Kritisch: Nicht herausziehen. Das ist ein Docht.
  5. Öl aufbringen, sodass der Docht sich vollsaugt.

Das Video nennt außerdem eine klare No-Go-Regel: Keine Druckluftdose verwenden, um Fussel „rein zu pusten“.

Erwartetes Ergebnis: Fussel sind weg, der Docht wirkt dunkler/feucht – aber nicht „ertränkt“.

Warnung: Keine Druckluft in den Greiferbereich blasen – damit drückst du Fussel tiefer in Sensoren und Mechanik hinter dem Greifer.

Lifting the black bobbin basket out of the machine.
Disassembling hook area

Der Trick, den das Handbuch oft nicht zeigt: Docht durch das Loch im Spulenkorb ölen

Im Video wird ein praktischer Shortcut gezeigt: Unten im schwarzen Spulenkorb ist ein kleines Loch, das genau über dem mittigen Docht sitzt. Damit kann man den Docht auch ölen, ohne alles komplett auszubauen.

Aber: Der Shortcut darf nicht zur Ausrede werden, Fussel nicht zu entfernen. Öl + Fussel = Schmodder. Sinnvoll ist, regelmäßig „richtig“ zu öffnen und zu reinigen.

Eine typische Frage aus den Kommentaren: „Das flauschige Material am Rand meines Spulenkorbs ist abgegangen – was tun?“ Die Antwort des Creators ist eindeutig: Spulenkorb ersetzen. Dieses samtartige „Pile“ hilft, den Faden beim automatischen Fadenschneiden zu führen/zu halten. Fehlt es, gibt es eher unsaubere Schnitte, Fadenchaos oder Nester beim nächsten Start.

Pointing the oil tip at the small fiber wick in the center of the hook race.
Oiling the hook wick

Spulenkorb korrekt einsetzen: Weißes Dreieck + weißer Kreis – dann das Spiel prüfen

Videoschritt (Spulenkorb wieder einsetzen):

  1. Schwarzen Spulenkorb wieder in den Greifer einsetzen.
  2. Weißes Dreieck am Spulenkorb mit dem weißen Kreis/Punkt am Maschinenrahmen ausrichten.
  3. Leichtes Drehspiel prüfen – etwa 1/16 Inch (im Video wird auch ein Check um 1/64 Inch erwähnt).

Dieses „Spiel“ ist kein Schlendrian – es ist funktionale Luft.

Gefühlskontrolle: Mit dem Finger am Spulenkorb leicht links/rechts bewegen. Er soll sich minimal bewegen lassen. Wenn er starr sitzt, ist er meist nicht korrekt eingesetzt.

Warum das zählt: Der Oberfaden muss um den Spulenkorb herum laufen, um den Verriegelungsstich zu bilden. Wenn der Korb falsch sitzt oder klemmt, blockierst du den Fadenweg – Ergebnis sind sofortige Nester unten oder ein harter Jam.

Jeff holding the bobbin basket showing the hole in the bottom that allows oiling without removal.
Explaining maintenance shortcut

Seitenabdeckung wieder montieren: Erst die Laschen, dann der „Klaps“

Videoschritt (Seitenabdeckung montieren):

  1. Obere Laschen zuerst in die Schlitze führen.
  2. Unten kräftig andrücken, bis es hörbar einrastet.
  3. Mit einem leichten „Klaps“ nachdrücken, damit alle Clips wirklich greifen.
  4. Schraube einsetzen und Zierkappe wieder aufdrücken.

Erwartetes Ergebnis: Abdeckung sitzt bündig. Wenn eine Spaltkante bleibt: nicht „mit der Schraube ranziehen“, sondern nochmal abnehmen und korrekt einclipsen.

The white triangle on the bobbin basket aligned with white circle on machine.
Aligning reassembly marks

Die 4–5-Inch-Testregel: So vermeidest du Ölflecken auf dem echten Projekt

Im Video wird empfohlen, nach dem Zusammenbau etwa 4–5 Inch auf einem Stoffrest zu nähen.

Genau hier passieren die meisten „Ölflecken-Unfälle“: Ölen, zusammenbauen, dann direkt auf hellem Stoff oder Kundenteil starten. Ein Tropfen kann durch Schwerkraft an der Nadelstange nach unten wandern.

Werkstatt-Gewohnheit: Ein eigenes „Öl-Teststück“ bereithalten, idealerweise ähnlich zu deinem typischen Material. 15 Sekunden geradeaus nähen. Wenn du dunkle Stellen siehst: weiter auf dem Rest laufen lassen, bis nichts mehr überträgt.

Wenn du stickst: Teste mit Vlies, damit du das System realistisch prüfst.

Entscheidungsbaum: Welches Stickvlies für den Test nach dem Ölen (und für viele Stickjobs)

1) Ist der Stoff dehnbar (Jersey, Strick, Elasthan-Mix)?

  • JA: Cut-Away verwenden.
  • NEIN: weiter mit Schritt 2.

2) Ist der Stoff sehr leicht/fein (dünne Baumwolle, Rayon)?

  • JA: Mesh Cut-Away oder ein sanftes Tear-Away. Beim Einspannen nicht überziehen.
  • NEIN: weiter mit Schritt 3.

3) Ist der Stoff dick/standfest (Canvas, Denim, schwerer Twill)?

  • JA: Standard-Tear-Away ist oft ausreichend.

(Am Ende gilt: Handbuch + Stichdichte des Designs entscheiden; das sind bewährte Praxisregeln.)

Finger checking the 'wiggle' of the installed bobbin basket.
Verifying installation play

Troubleshooting aus der Praxis: Symptome, typische Ursachen und sinnvolle nächste Schritte

Hier übersetze ich häufige Sorgen aus der Praxis in konkrete, kostengünstige Checks.

1) „Die Seitenabdeckung geht nicht ab – ich habe Angst, sie zu brechen.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Sehr stramme Clips (normal).
  • Lösung: Zierkappe + Schraube zuerst entfernen. Dann unten-nach-außen im Winkel ziehen.
Achtung
Nicht oben an der Fuge hebeln.

2) „Im Greiferbereich ist überall Fussel.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Normale Nutzung, besonders bei Baumwolle/plüschigen Materialien.
  • Lösung: Mit Bürste/Q-tip entfernen, Docht ölen.
  • Vorbeugung: Bei „fusseligen“ Garnen/Stoffen häufiger reinigen.

3) „Das flauschige Material am Spulenkorb ist abgegangen.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Abnutzung oder zu aggressives Reinigen.
  • Lösung: Spulenkorb ersetzen (wichtig für Fadenführung beim Schneiden).

4) „Die Nadel bewegt sich von selbst / die Maschine näht von selbst.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Sensor-/Elektrikproblem.
  • Aktion: Als Sicherheitsproblem behandeln: sofort ausschalten. Kein DIY – Techniker.

5) „Nadelstange hängt oben/unten fest.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Verharztes Öl (lange Standzeit) oder Fadenstau in der Mechanik.
  • Sicherer erster Schritt: Wenn sich das Handrad mit sanftem Drehen nicht bewegt: stoppen. Gewalt kann Zahnräder beschädigen.

6) „Gibt es ein Service-Manual? Der Händler ist weit weg.“

  • Realität: Bedienungsanleitungen sind meist verfügbar; Service-Unterlagen (Timing-Specs) sind oft nicht frei. Wenn Timing vermutet wird (Nadel trifft Greifer): nicht raten – falsches Timing ruiniert Maschinen.
Showing the tabs on the inside of the side cover.
Explaining cover reassembly

Warum diese Routine wirkt: Reibung, Fusselwanderung und der kleine Ausrichtungsfehler, der die Stichqualität killt

Eine Bernette b70/b77/b79 ist ein präzises mechanisches System. Drei Prinzipien erklären fast alles hier:

  1. Reibung managen: Öl gehört nur an definierte Metall-auf-Metall-Kontaktstellen.
  2. Fussel wandern: Vibration bewegt Fussel – deshalb muss der Greiferbereich deutlich öfter gereinigt werden als der Kopf geölt.
  3. Geometrie: Die Markierungen am Spulenkorb sind keine Deko. Wenn der Korb falsch sitzt, blockierst du den Fadenweg – das sieht dann aus wie „Spannungsproblem“, ist aber ein Montage-/Blockadeproblem.

Wenn du stickst, ist Einspannen der externe Faktor, der Maschinenprobleme imitieren kann: schlechtes Einspannen erzeugt Falten und Passungsfehler, die wie technische Fehler wirken. Viele steigen deshalb auf Magnetrahmen für Stickmaschine um, weil der Stoff ohne „Zerren“ gleichmäßiger geklemmt wird.

Aligning the top tab of the cover into the slot on the machine.
Starting cover installation

Upgrade-Pfad (ohne Hard-Sell): Wenn Wartung nicht mehr reicht und dein Workflow bessere Tools braucht

Wenn die Maschine sauber, geölt und ruhig läuft, ist der Engpass oft nicht mehr die Maschine – sondern der Workflow.

Wenn du ein kleines Stickbusiness betreibst oder große Serien (z. B. Saison/Feiertage) machst, kommt irgendwann der Punkt, an dem Wartung nicht mehr „Zeit“ schafft. Diese Trigger sind typisch:

Trigger 1: „Einspannen dauert länger als das Sticken.“

  • Problem: Du kämpfst 5 Minuten mit einem Hoodie im Rahmen, und die Maschine läuft 4 Minuten.
  • Lösung: Ein gutes Magnetrahmen-System. Es klemmt schneller und reduziert Rahmenspuren auf empfindlichen Stoffen.
  • Option: Wenn du gezielt einen Magnetrahmen für bernette b79 suchst, achte in der Praxis auf ausreichend Haltekraft bei schweren Sweatstoffen.

Trigger 2: „Ich treffe die Position auf 10 Shirts nicht identisch.“

  • Problem: Linke Brust sitzt mal 1 Inch zu tief, mal zu hoch.
  • Lösung: Eine Einspannstation mit Anschlägen/Schablone für Wiederholgenauigkeit.
  • Option: Viele vergleichen das mit der hoop master Einspannstation und suchen den besten Mix aus Preis und Präzision.

Trigger 3: „Ich hasse 15 Farbwechsel für ein Design.“

  • Problem: Du stehst ständig an der Maschine.
  • Lösung: Das ist das Signal für den Wechsel von Single-Needle zu einer Mehrnadelstickmaschine.
  • Option: Im DRAFT wird „SEWTECH multi-needle embroidery machines“ erwähnt; im Video selbst werden dazu keine Details gezeigt – entscheidend ist das Prinzip: Mehrnadeln = Skalierung durch weniger Farbwechsel.

Und wenn du Magnet-Systeme vergleichst, tauchen Begriffe wie Magnetische Einspannstation und hoopmaster auf – sinnvoll ist, was zu deinem Volumen passt.

Warnung: Bei Magnetrahmen Magnete von Herzschrittmachern/Implantaten fernhalten. Finger nie zwischen die Magnetflächen bringen – die Klemmkraft kann schmerzhaft einklemmen.

Abschluss-Checkliste (nach dem Job: „bereit wegstellen“)

  • Auslaufen: 4–5 Inch auf Reststoff nähen, um überschüssiges Öl auszutragen.
  • Sound-Check: Gleichmäßiges Tackern – kein Schleifen/Quietschen.
  • Sicht-Check: Markierungen am Spulenkorb (Dreieck/Kreis) nach dem Test noch deckungsgleich.
  • Sauberkeit: Sichtbares Öl im Kopfbereich vorsichtig abwischen.
  • Aufbewahrung: Öl + Stubby-Schraubendreher zusammen lagern.

Setup-Checkliste (direkt vor Nähen/Sticken)

  • Spule: Korrekt eingesetzt, Abdeckung sitzt plan.
  • Stichplatte: Schrauben fest (handfest, nicht überdrehen).
  • Abdeckung: Seitenabdeckung vollständig eingerastet und bündig.
  • Bewegung: Handrad lässt sich sauber zu dir drehen.
  • Test: Stoffrest + passendes Stickvlies für den Öl-Test bereit.

Wartungs-Checkliste (Greiferfokus, alle paar Monate)

  • Fussel: Mit Bürste/Q-tip entfernen (keine Druckluft!).
  • Docht: Mittigen Docht prüfen (nicht entfernen).
  • Öl: Docht sättigen (dunkel, nicht überflutet).
  • Grate: Stichplatte auf Grate prüfen, wenn kürzlich eine Nadel gebrochen ist.
  • Spiel: Spulenkorb-Spiel nach dem Einsetzen prüfen (ca. 1/16").

FAQ

  • Q: Wie entferne ich bei Bernette b70/b77/b79 die linke Kopfabdeckung sicher, wenn sich die Kunststoffabdeckung fest anfühlt?
    A: Zierkappe und Schraube zuerst entfernen, dann die linke Kopfabdeckung der Bernette b70/b77/b79 unten ansetzen und schräg nach außen ziehen, damit die Clips ausrasten, ohne dass Laschen brechen.
    • Maschine ausschalten und Netzstecker ziehen, bevor du Abdeckungen anfasst.
    • Kleine Zierkappe abheben, Kreuzschlitz-Schraube entfernen, dann unten an der Abdeckung greifen.
    • Unten-nach-außen in ca. 45° Winkel ziehen (nicht oben an der Fuge hebeln).
    • Erfolgskontrolle: Deutliches „Plopp“ und die Abdeckung löst sich, während die oberen Laschen intakt bleiben.
    • Wenn es nicht klappt: Nicht am oberen Rand erzwingen; prüfen, ob die Schraube wirklich komplett raus ist, und die Maschine beim Ziehen stabil abstützen.
  • Q: Wo genau sollte man bei Bernette b70/b77/b79 Nadelstange und Kurbelmechanik ölen, wenn die Maschine trocken/kratzig klingt?
    A: Verwende Öl mit gelber Kappe und gib genau einen Tropfen an die Führung der Nadelstange (und nur einen Hauch an die Kurbel, wenn sie trocken wirkt) – mehr Öl verursacht Folgeschäden.
    • Ausschalten/Stecker ziehen, dann Handrad zu dir drehen und die Nadelstange ganz nach oben fahren.
    • Einen Tropfen dort aufbringen, wo die Nadelstange durch die Metallführung/Buchse läuft.
    • Kurbelmechanik rechts im Kopf ansehen; nur bei sichtbar trockenem Metall-auf-Metall minimal nachölen.
    • Erfolgskontrolle: Lauf wird ruhiger (weniger Zischen/Klacken) und es ist nur ein leichter Ölfilm sichtbar – kein Tropfen.
    • Wenn es nicht reicht: Kein zusätzliches Öl nachkippen; stattdessen Greiferbereich reinigen und Docht ölen, weil Fussel und trockener Greifer ähnliche Geräusche machen können.
  • Q: Wie reinige und öle ich bei Bernette b70/b77/b79 den Greifer-Docht, ohne den Filzdocht in der Mitte zu beschädigen?
    A: Spulenkorb herausheben, Fussel mit Bürste/Q-tip entfernen und dann den mittigen Docht sättigen (nicht fluten) – den Filzdocht niemals herausziehen und niemals mit Druckluft arbeiten.
    • Spulenabdeckung und Spule entfernen, dann den schwarzen Spulenkorb/Spulenhalter herausnehmen.
    • Fussel mit Bürste/Q-tip entfernen; nichts in die Maschine hineinblasen.
    • Den kleinen filzartigen Docht in der Greifermitte lokalisieren und Öl so aufbringen, dass er feucht wird.
    • Erfolgskontrolle: Docht wirkt dunkler/feucht, Greiferbereich ist sichtbar fusselfrei.
    • Wenn es weiter Probleme gibt: Bei stark fusselnden Materialien häufiger reinigen und sicherstellen, dass keine Druckluft verwendet wird.
  • Q: Wie setze ich bei Bernette b70/b77/b79 den Spulenkorb korrekt ein (weißes Dreieck + weißer Kreis), um Fadennester zu vermeiden?
    A: Weißes Dreieck am Spulenkorb auf den weißen Kreis/Punkt am Maschinenrahmen ausrichten und danach das leichte Spiel („Wackeln“, ca. 1/16") prüfen, bevor du wieder schließt.
    • Schwarzen Spulenkorb in den Greifer einsetzen.
    • Dreieck-Markierung am Korb mit Kreis/Punkt-Markierung an der Maschine deckungsgleich setzen.
    • Korb leicht links/rechts bewegen, um das minimale Drehspiel zu prüfen.
    • Erfolgskontrolle: Korb sitzt nicht starr, und die Maschine verknotet/verklemmt nicht sofort unten.
    • Wenn es nicht klappt: Korb nochmal herausnehmen und neu einsetzen – sitzt er starr, ist er meist nicht korrekt eingerastet und blockiert den Fadenweg.
  • Q: Wie entferne ich bei Bernette b70/b77/b79 die Stichplattenschrauben am sichersten, ohne Schrauben in die Maschine fallen zu lassen?
    A: Einen kurzen, flachen Stubby-Schraubendreher verwenden und mit Fingerdruck am Griffende stabilisieren, damit du nicht abrutschst und keine Schrauben verlierst.
    • Ausschalten/Stecker ziehen, Spulenabdeckung und Spule entfernen, dann die zwei Stichplattenschrauben freilegen.
    • Stubby-Schraubendreher gerade ansetzen und mit Finger am Griffende stabil drehen.
    • Stichplatte abheben und Schrauben sofort auf ein Tuch/Schälchen legen.
    • Erfolgskontrolle: Schraubenköpfe sind nicht ausgenudelt und keine Schraube fällt ins Gehäuse.
    • Wenn es hakt: Wenn ein Schraubenkopf zu „runden“ beginnt, stoppen und den Schraubendreher neu gerade ansetzen – schräges Erzwingen macht es meist schlimmer.
  • Q: Wie verhindere ich Ölflecken nach dem Ölen einer Bernette b70/b77/b79 – und was bedeutet die 4–5-Inch-Testregel?
    A: Nach dem Ölen immer zuerst ca. 4–5 Inch auf einem Stoffrest testen, bevor du an ein echtes Näh-/Stickprojekt gehst, damit wanderndes Öl ausläuft.
    • Auf einem Reststück (ähnliches Material wie dein Projekt) ca. 15 Sekunden / 4–5 Inch nähen.
    • Beim Sticken auch Stickvlies mit testen, damit du realistische Bedingungen prüfst.
    • Wenn dunkle/ölige Stellen erscheinen: weiter auf dem Rest laufen lassen, bis keine Übertragung mehr sichtbar ist.
    • Erfolgskontrolle: Keine neuen Ölflecken auf dem Rest und ein gleichmäßiger Lauf ohne Schleifen/Quietschen.
    • Wenn es weiter ölt: Prüfen, ob wirklich nur ein Tropfen an der Nadelstange war, und sichtbare Ölreste im Kopfbereich vor dem nächsten Test abwischen.
  • Q: Wenn Einspannen bei Bernette b70/b77/b79 länger dauert als das Sticken: Wann sollte man von Technik-Fixes auf Magnetrahmen oder Mehrnadel umsteigen?
    A: Wenn bei Bernette b70/b77/b79 Stickzeit durch langsames Einspannen, ungenaue Platzierung oder ständige Farbwechsel verloren geht, starte mit Prozess-Standardisierung, dann Magnetrahmen – und erst für echtes Skalieren eine Mehrnadelstickmaschine.
    • Level 1 (Prozess): Vorbereitung standardisieren (Werkzeuge, Öl, Bürste, Teststück) und Greiferbereich sauber halten.
    • Level 2 (Tool): Wenn Einspannen/Rahmenspuren/Verzug der Engpass sind, reduziert ein Magnetrahmen das „Zerren“ und beschleunigt das Laden.
    • Level 3 (Kapazität): Wenn Farbwechsel der Engpass sind, ist eine Mehrnadelstickmaschine die Workflow-Lösung.
    • Erfolgskontrolle: Rüstzeit sinkt und die Platzierung wird über mehrere Teile hinweg reproduzierbar.
    • Wenn es trotzdem nicht läuft: Zeigt die Maschine unsicheres Verhalten (z. B. „näht von selbst“), als Sensor-/Elektrikproblem behandeln: sofort ausschalten und Techniker kontaktieren – keine Workflow-Experimente.