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Wenn du schon einmal eine Applikationsform nachgezeichnet, von Hand ausgeschnitten, festgestickt hast … und am Ende trotzdem eine fransige Kante oder einen „Schatten“ vom Stoff unter dem Satinrand gesehen hast, kennst du den wahren Gegner: nicht den Satinstich – sondern Inkonstanz.
Eine saubere SVG-Schnittdatei direkt aus deiner Applikationsdatei zu exportieren ist so ein Workflow-Upgrade, das klein wirkt, aber in der Praxis alles verändert: sauberere Kanten, schnellere Vorbereitung und vor allem reproduzierbare Ergebnisse, wenn du mehrere Teile fertigen musst.
Dieser Beitrag baut den exakten Ablauf aus dem Video für Perfect Embroidery Pro nach – ergänzt aber um die Punkte, die im Alltag entscheiden: Stoffverzug, Stabilisierung und Einspann-Tension. Denn eine perfekte Schnittlinie nützt nichts, wenn die Platzierungslinie auf dem Kleidungsstück später „wandert“.

Die beruhigende Wahrheit: SVG-Export in Perfect Embroidery Pro ist simpel – wenn du die Platzierungslinie respektierst
Die meisten scheitern nicht daran, „Save As“ zu finden. Sie scheitern daran, das falsche Objekt zu exportieren.
In der Logik der Applikation ist für deinen Cutter (Cameo, Brother ScanNCut usw.) genau eine Linie relevant: die Platzierungslinie (Placement Line). Das ist in der Regel der allererste Run Stitch in der Sequenz. Idealerweise ist es ein einfacher Laufstich, der Form und Größe des Stoffstücks definiert.
Wenn du stattdessen aus Versehen die Tack-Down-Naht (Fixiernaht, oft Zickzack oder Doppel-Laufstich) oder den Satin (Abdeckstich) exportierst, passiert im Cutter typischerweise Folgendes:
- Doppelte Konturen, die du nicht willst (z. B. „Donut“ statt Kreis).
- Falsche Größe im Verhältnis zur Platzierungslinie – das kann später zu Wellen, Überstand oder „Schatten“ unter dem Satin führen.
Merksatz: Arbeite „chirurgisch“: Platzierungslinie auswählen, nur diese Auswahl exportieren, alles andere ignorieren.

Der „unsichtbare“ Profi-Start: Dateihygiene, Stoff-Realität und ein kurzer Einspann-Plan
Bevor du in der Sequence View klickst: Stop. Zwei Minuten physische Vorbereitung sparen dir später sehr viel Fehlersuche. Software kann perfekt sein – Stoff ist es nicht.
Was du in der Praxis wirklich verhindern willst
Selbst mit einer mathematisch perfekten SVG kann die Applikation „schief“ wirken, wenn:
- Der Applikationsstoff während des Stickens minimal wandert.
- Der Grundstoff unter dem Satinrand tunnelt/kräuselt.
- Das geschnittene Teil sich beim Handling dehnt (Strick) oder ausfranst (locker gewebte Baumwolle).
- Die Einspann-Variable: Du spannst zu stramm (Trommeleffekt) oder zu locker.
Darum betrachte den SVG-Export als Teil eines geschlossenen Systems: Design → Schneiden → Einspannen → Sticken → Finish.
Mini-Checkliste (Minimum vor dem Export)
- Design prüfen: Ist das wirklich die finale Version? (Nicht aus einer „Final_v2“-Datei exportieren, die du gleich wieder änderst.)
- Ziel definieren: Du willst für Cameo/ScanNCut eine SVG-Schnittdatei.
- Sequence View prüfen: Siehst du eine klare Reihenfolge Run (Placement) → Run/Zigzag (Tack Down) → Satin? Wenn nicht, kann die Designstruktur problematisch sein.
- Stoff festlegen: Nimm den Applikationsstoff, den du wirklich verwenden wirst.
- Stabilisierung planen: Überlege vorab, wie du den Grundstoff im Stickrahmen stabil hältst.
Wenn du in der Praxis viele Teile machst oder Einspannen regelmäßig zu Spannung/Verzug führt, sind Magnetrahmen für Stickmaschine oft ein sinnvoller Upgrade-Punkt: Sie klemmen flächig, ohne dass du den Stoff „in Form ziehen“ musst. Konstantes Einspannen hilft, dass die Platzierungslinie dort landet, wo sie soll – wiederholbar.
Verbrauchsmaterial, das den Unterschied macht: Halte temporären Sprühkleber oder einen Klebestift bereit. Eine perfekte Schnittlinie braucht beim Platzieren eine sichere, leicht klebrige Fixierung, damit das Teil beim Tack-Down nicht „kriecht“.

Methode 1 (zuverlässig): Gekauftes Applikationsdesign in der Sequence View entgruppieren (Perfect Embroidery Pro)
Gekaufte Applikationsdesigns sind häufig sauber strukturiert, werden aber in der Sequence View als Block/Gruppe angezeigt.
Woran du es erkennst (Praxis-Check)
Im Video ist das Basketball-Design gruppiert: In der Sequence View siehst du zunächst nur einen Eintrag. Klickst du auf die Kontur, wird das komplette Objekt markiert.
So gehst du vor (video-genau)
- Öffne das Design in Perfect Embroidery Pro.
- Wechsle in die Sequence View (meist rechts).
- Einmal klicken, um den gruppierten Block zu markieren.
- Oben in der Toolbar auf Ungroup klicken.
Erfolgsmerkmal: Der eine Block „zerfällt“ in einzelne Komponenten. Du solltest nun getrennte Einträge sehen, typischerweise Run (Placement), Run (Tack Down) und Satin/Column (Finish).

Der eine Klick, der alles entscheidet: Den ersten Run Stitch als Platzierungslinie auswählen (nicht Tack-Down, nicht Satin)
Jetzt kommt der entscheidende Auswahl-Schritt. Du sagst der Software: „Ich will die Karte – nicht die Deko.“
So gehst du vor (video-genau)
- In der Sequence View zur ersten Ebene/Zeile dieses Objekts gehen.
- Linksklick auf den ersten Run Stitch.
- Sichtkontrolle: Im Arbeitsbereich sollte die Markierung/Bounding Box nur die Kontur betreffen. Wenn Satinflächen mitmarkiert sind, ist es die falsche Ebene.
Erfolgsmerkmal: Nur die Platzierungslinie ist ausgewählt, der Rest nicht.
Praxis-Hinweis: Genau hier wird oft versehentlich der Tack-Down gewählt. Eine Tack-Down-„Zickzack“-Kontur als Schnittlinie ist für den Cutter unnötig komplex und kann Stoff eher ausreißen/zerfasern. Für die Schnittdatei immer die gerade Platzierungslinie (Run) nehmen.

Die „Selection only“-Regel: SVG exportieren, ohne Satinstiche in die Schnittdatei zu ziehen
Das ist der Gatekeeper-Schritt. Ein Häkchen entscheidet über „perfekt“ oder „unbrauchbar“.
So gehst du vor (video-genau)
- File > Save As.
- Bei Save as type auf Scalable Vector Graphics (SVG) stellen.
- KRITISCH: Die Checkbox Selection only suchen und aktivieren.
- Datei sinnvoll benennen (z. B.
Basketball_CUT_FILE.svg) und speichern.
Erfolgsmerkmal: Die SVG wird gespeichert – und enthält nur die ausgewählte Linie.
Warnung: Ohne „Selection only“ exportierst du das komplette Stickobjekt. In der Cutter-Software erscheinen dann auch Satinstiche als Pfade – der Cutter würde versuchen, jede einzelne Stichpenetration zu schneiden. Ergebnis: stumpfe Klinge, ruinierte Matte, und der Stoff wird zu „Konfetti“.

Realitäts-Check in Silhouette Studio: Import prüfen (eine saubere Kontur auf einer 12×12-Matte)
Vertraue keiner Datei ungeprüft. Mach einen kurzen Pre-Flight-Check, bevor du Material verschwendest.
So gehst du vor (video-genau)
- Silhouette Studio öffnen.
- File > Open.
- Deine
Basketball_CUT_FILE.svgauswählen. - Ansicht prüfen.
Im Video ist die Matte 12 × 12 in. Die importierte Kontur erscheint als eine dünne, saubere Schnittlinie (rot) in Kreisform.
Erfolgsmerkmal:
- Eine Kontur.
- Keine Doppelringe.
- Keine dicken/gefüllten „Blobs“ (Hinweis auf Satin-Import).
- Keine duplizierten Linien übereinander.

Methode 2 für eigene Formen: Artwork in Applikation umwandeln – dann „Break up Path“, damit du die Platzierungslinie exportieren kannst
Wenn du eine Applikation in Perfect Embroidery Pro selbst aus einer gezeichneten Form erzeugst, wird sie zunächst als ein zusammenhängendes Applikationsobjekt geführt. Um einzelne Ebenen auswählen zu können, brauchst du einen zusätzlichen Schritt.
Teil A: Erstellen (video-genau)
- Mit dem Shape Tool (z. B. Stern) eine Form zeichnen.
- Die Form markieren und auf Convert to Applique klicken.
Status-Check: Du hast jetzt ein Applikationsobjekt mit automatisch erzeugter Platzierungslinie, Tack-Down und Satin. In der Sequence View steht aber zunächst nur „Applique“ – einzelne Linien lassen sich noch nicht separat anwählen.

Teil B: „Break up Path“ (der entscheidende Zusatzschritt)
- In der Sequence View den einzelnen Applique-Eintrag suchen.
- Rechtsklick darauf.
- Break up Path auswählen.
Erfolgsmerkmal: Der Applique-Block wird in Komponenten aufgeteilt. Du siehst wieder getrennte Einträge (Run, Run, Satin) und kannst sie einzeln auswählen.

Teil C: Export der eigenen Form (gleiche Regel wie zuvor)
- Nur die Platzierungslinie (erster Run Stitch) auswählen.
- File > Save As.
- SVG wählen.
- „Selection only“ aktivieren.
- Speichern.

Warum das geschnittene Teil trotzdem nicht passt: Einspannen, Stoffdehnung und „fast unsichtbarer“ Verzug
Das ist der Teil, den dir kein Software-Dialog erklärt.
Du exportierst einen perfekten Kreis. Du schneidest einen perfekten Kreis. Aber auf dem Shirt wirkt die Platzierungslinie plötzlich oval – oder das Teil ist links 2 mm „zu kurz“. Warum?
Weil Stoff kein Papier ist. Verzug entsteht u. a. durch:
- Trommeleffekt: Beim Einspannen wird der Stoff überdehnt. Die Stiche „fixieren“ diese Dehnung, nach dem Ausspannen zieht es zurück.
- Push/Pull: Stiche ziehen Material zur Mitte.
- Rahmenprinzip: Klassische Innen-/Außenringe halten über Reibung – das kann den Fadenlauf verziehen.
Wenn du regelmäßig mit Rahmenspuren, ungleichmäßiger Spannung oder „drei Händen zum Einspannen“ kämpfst, können Magnetrahmen als Upgrade helfen: Durch vertikale Klemmkraft statt radialem Zug reduzierst du Überdehnung. Gerade bei wiederholten Applikations-Platzierungen in Serien ist das ein echter Stabilitätsgewinn.
Stickvlies-Entscheidung nach Grundstoff: So bleibt die Platzierungslinie formtreu
Falsches Stickvlies = verzogene Platzierungslinie. Nutze diese Logik, um schnell zur passenden Stabilisierung zu kommen.
Entscheidungslogik (Grundstoff → Stabilisierung):
- Ist der Grundstoff dehnbar (T-Shirt/Jersey/Strick/Performance)?
- NEIN: Weiter zu #2.
- JA: Risikozone. Nimm ein Cutaway.
- Warum? Dehnware braucht dauerhafte Stabilität, sonst kann die Platzierungslinie während des Stickens „wandern“.
- Aktion: Cutaway verwenden und beim Einspannen nicht überdehnen.
- Ist der Grundstoff dünn oder kräuselanfällig (Patchwork-Baumwolle/Leinen/Hemdgewebe)?
- NEIN: Weiter zu #3.
- JA: No-Show Mesh (PolyMesh) oder ein mittleres Cutaway.
- Warum? Dünne Gewebe tragen den Satinstichrand ohne Unterstützung oft nicht sauber.
- Ist der Grundstoff schwer und stabil (Denim/Canvas)?
- JA: Oft reicht ein gutes Tearaway.
Praxisregel: Im Zweifel lieber mehr stabilisieren. Wegschneiden/wegtrimmen geht immer – nachträglich stabilisieren nicht.
Setup gegen Nacharbeit: Applikationsstück sauber auf die Platzierungslinie setzen
Wenn der Cutter eine saubere Form liefert, ist der nächste typische Fehler menschlich: das Platzieren.
Praktische Gewohnheiten (schnell, reproduzierbar)
- Leicht klebrig statt nass: Sprühkleber nur so dosieren, dass es tacky ist – nicht feucht.
- Kleine Überdeckung: Das Teil so platzieren, dass die Platzierungslinie knapp unter der Stoffkante liegt (leichter Überstand über die Stiche).
- Glattstreichen: Von innen nach außen, damit keine Blasen entstehen.
Wenn du viele Teile pro Tag einspannst, können Einspannstation ein echter Effizienzhebel sein: Du bereitest Einspannen/Ausrichten parallel vor, während die Maschine den vorherigen Job stickt – statt die Produktion jedes Mal am Tisch zu stoppen.
Setup-Checkliste (direkt vor dem Start)
- Schnittdatei: SVG-Import zeigt eine saubere Kontur.
- Maßstab: Wurde die Stickdatei an der Maschine nachträglich skaliert? (Dann passt der Schnitt nicht mehr.)
- Grundstoff: Passendes Stickvlies gewählt (bei Dehnware Cutaway).
- Einspannen: Stoff ist straff, aber nicht trommelhart überdehnt.
- Platzierung: Applikationsstück überdeckt die Platzierungslinie vollständig.
Warnung: Finger, Schere und Werkzeuge aus dem Nadelbereich halten. Applikation verleitet dazu, beim Tack-Down „kurz festzuhalten“. Nicht machen. Nutze Kleber oder – wenn unbedingt nötig – ein nicht-metallisches Hilfswerkzeug und halte Abstand.
Troubleshooting der zwei Klassiker: „Warum sieht der Cutter Satin?“ und „Warum kann ich die Platzierungslinie nicht auswählen?“
Das sind genau die Probleme aus dem Video – und die häufigsten in der Praxis.
Tabelle: Schnell-Diagnose
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Cutter importiert ALLES (Satin + Run) | „Selection only“ beim Export nicht aktiviert. | In Perfect Embroidery Pro: Platzierungslinie (Run) wählen → File > Save As → SVG → „Selection only“ aktivieren. |
| Einzellinien lassen sich nicht auswählen | Applikation ist noch gruppiert/als Objekt „zusammen“. | In Sequence View: Ungroup (gekauft) oder Rechtsklick → Break up Path (eigene Form). |
| Schnittteil ist sauber, passt aber auf dem Shirt nicht | Stoffverzug durch Einspannen/Stabilisierung. | Neu einspannen (nicht überdehnen); Stabilisierung prüfen; ggf. Magnetrahmen nutzen. |
| Stoffteil klappt/flattert beim Sticken | Fixierung fehlt. | Temporären Sprühkleber/Klebestift auf die Rückseite des Applikationsstücks. |
Wenn du auf Brother arbeitest und schneller sowie konstanter laden willst, um genau diesen Verzug zu reduzieren, kann die Suche nach einem Magnetrahmen für brother zu passenden Optionen führen – besonders bei wiederholten Platzierungen in Serien.
Upgrade-Pfad, der sich wirklich rechnet: Von Einzelstücken zu reproduzierbarer Produktion
Sobald du zuverlässig eine saubere SVG aus der Platzierungslinie exportierst, eliminierst du den langsamsten und fehleranfälligsten Teil der Applikation: das Hand-Schneiden.
Dann kommt die nächste Frage: Wie skalierst du, ohne dass du der Engpass wirst?
Wo bei Applikation Zeit verschwindet
- Einspannen/Ausspannen: körperliche Arbeit.
- Ausrichten: Kleidungsstück gerade und spannungsfrei positionieren.
- Korrektur: Nachschneiden/Trimmen, weil Platzierung/Verzug nicht sauber war.
Wenn du noch mit klassischen Stickrahmen für Stickmaschine (Innen-/Außenring mit Schraube) arbeitest und Einspannen sich wie eine „Steuer“ auf jeden Auftrag anfühlt, kann ein Upgrade je nach Volumen sinnvoll sein:
- Level 1 (Hobby/gelegentlich): Bestehende Rahmen nutzen, aber Stabilisierung konsequent richtig wählen und Kleber verwenden.
- Level 2 (Nebenjob/Shop): Workflow standardisieren; Magnetrahmen testen, um Einspannzeit zu reduzieren und Rahmenspuren zu minimieren.
- Level 3 (Produktion): Bei Mehrnadelstickmaschine zählt Wiederholgenauigkeit und Robustheit – Rahmen/Spannsysteme auf Dauerbetrieb auslegen.
Für Brother-Nutzer sind klassische brother Stickrahmen der Ausgangspunkt – die eigentliche Entscheidung ist aber Konstanz und Tempo: Wenn deine aktuelle Methode zu Verschieben oder zu Abdrücken führt, die du später ausdämpfen musst, lohnt sich das Testen von Alternativen.
Betriebs-Checkliste (nach dem ersten Probestick)
- Passung: Sitzt die Platzierungslinie dort, wo du sie erwartest?
- Überdeckung: Deckt das Schnittteil die Linie mit kleiner Sicherheitszugabe ab?
- Tack-Down: Greift die Fixiernaht die Kante gleichmäßig, ohne Wellen?
- Satinrand: Saubere Abdeckung ohne „Schatten“ vom Grundstoff?
Sicherheitswarnung zu Magnetrahmen: Magnetrahmen sind Hochkraft-Werkzeuge. Fernhalten von Herzschrittmachern/medizinischen Implantaten. Auf Quetschstellen achten – Magnete können schlagartig zuschnappen. Zum Öffnen eher seitlich auseinanderschieben, nicht aufhebeln.

Abschluss-Check: Stern-SVG importieren, eine Schnittkontur sehen – dann bist du bereit zum Schneiden
Am Ende des Videos wird die Stern-Schnittdatei in Silhouette Studio importiert und die Kontur als saubere Schnittlinie bestätigt.
Damit ist der Software-Teil abgeschlossen:
- Gekauftes Design: Ungroup → Platzierungslinie (Run) wählen → SVG mit „Selection only“ → prüfen.
- Eigene Form: Convert to Applique → Break up Path → Platzierungslinie (Run) wählen → SVG mit „Selection only“ → prüfen.
Wenn das zuverlässig klappt, wird deine Applikationsqualität deutlich planbarer – und Planbarkeit ist im Stick-Alltag der Unterschied zwischen Stress und Routine.




FAQ
- Q: Wie exportiere ich aus Perfect Embroidery Pro eine SVG-Schnittdatei, ohne dass Silhouette Cameo oder Cricut die Satinstiche mit importiert?
A: Exportiere ausschließlich den Run Stitch der Platzierungslinie und aktiviere beim SVG-Export „Selection only“.- Entgruppiere/teile das Applikationsobjekt in der Sequence View auf, damit die Ebenen sichtbar sind.
- Klicke die erste Run Stitch-Ebene (Platzierungslinie) an – nicht Tack-Down und nicht Satin.
- Gehe auf File > Save As > SVG und setze „Selection only“ vor dem Speichern.
- Erfolgscheck: In Silhouette Studio (12×12-Mattenansicht) siehst du eine dünne Schnittkontur – keine dicken Flächen und keine Doppelringe.
- Wenn es trotzdem schiefgeht: SVG erneut exportieren und prüfen, ob wirklich nur die Auswahl gespeichert wurde (fehlendes „Selection only“ ist der Klassiker).
- Q: Warum kann ich in Perfect Embroidery Pro in der Sequence View die Platzierungslinie (Run Stitch) innerhalb einer Applikation nicht auswählen?
A: Die Applikation ist noch gruppiert (gekauftes Design) oder als einzelnes Applikationsobjekt „zusammengefasst“ (eigene Form) – die Ebenen müssen zuerst getrennt werden.- Bei gekauften Designs: Objekt markieren und Ungroup klicken.
- Bei eigenen Formen: Rechtsklick auf Applique und Break up Path wählen.
- Danach die erste Run-Ebene (Platzierungslinie) aus der aufgeklappten Liste auswählen.
- Erfolgscheck: Nur die Kontur ist markiert (Bounding Box um die Linie), nicht die Satinfläche.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfe, ob das Design wirklich die Sequenz Run (Placement) → Run (Tack Down) → Satin enthält; fehlt das, ist die Designstruktur ggf. fehlerhaft.
- Q: Warum passt ein aus Perfect Embroidery Pro exportiertes SVG-Schnittteil am Bildschirm, aber nicht zur gestickten Platzierungslinie auf einem T-Shirt (Jersey/Strick)?
A: Meist sind Stoffverzug beim Einspannen und/oder unzureichende Stabilisierung die Ursache – stabilisiere und spanne dehnbaren Stoff ohne Überdehnung ein.- Bei dehnbaren Grundstoffen auf Cutaway wechseln; Tearaway ist bei Strick oft zu instabil.
- „Neutral“ einspannen: straff, aber nicht trommelhart ziehen.
- Applikationsstück mit temporärem Sprühkleber oder Klebestift fixieren, damit es nicht kriecht.
- Erfolgscheck: Das Schnittteil überdeckt die Platzierungslinie mit kleiner Sicherheitszugabe und wird beim Start nicht einseitig „zu kurz“.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Neu einspannen und gezielt den Trommeleffekt vermeiden; ggf. Magnetrahmen in Betracht ziehen, wenn Überdehnung regelmäßig passiert.
- Q: Welches Stickvlies sollte ich bei Applikation verwenden, damit die Platzierungslinie beim Sticken formtreu bleibt (Strick vs. Webware vs. Denim)?
A: Wähle das Stickvlies nach dem Verhalten des Grundstoffs: Cutaway für Strick, No-Show Mesh/mittleres Cutaway für dünne Webware, Tearaway funktioniert oft bei schweren stabilen Stoffen.- Dehnbarer Strick: Cutaway (Hochrisiko-Kategorie).
- Dünne/kräuselanfällige Webware: No-Show Mesh (PolyMesh) oder mittleres Cutaway.
- Schwer/stabil (Denim/Canvas): Meist reicht ein gutes Tearaway; bei großen Applikationen zusätzlich temporär kleben.
- Erfolgscheck: Die Platzierungslinie liegt flach (kein Tunneln/Kräuseln) und bleibt bis zum Tack-Down sauber ausgerichtet.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Stabilisierung erhöhen statt reduzieren – zu wenig Stabilisierung ist ein häufiger Grund für verzogene Platzierungslinien.
- Q: Wie richte ich ein geschnittenes Applikationsstück auf der Platzierungslinie aus, damit der Tack-Down sauber greift und der Satinrand keinen „Schatten“ zeigt?
A: Fixiere das Teil leicht klebrig und platziere es so, dass es die Platzierungsstiche knapp überdeckt – dann von innen nach außen glattstreichen.- Applikationsstück leicht mit temporärem Sprühkleber benetzen, sodass es tacky ist (nicht nass).
- So platzieren, dass die Platzierungsstiche knapp innerhalb der Stoffkante liegen (kleine Überdeckung).
- Von der Mitte nach außen glattstreichen, damit nichts flattert.
- Erfolgscheck: Der Tack-Down greift die Kante rundum gleichmäßig, und der Satinrand deckt ohne „Schatten“.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfe, ob die Stickdatei nach dem Schneiden skaliert wurde – Skalierung zerstört die Passung zwischen Schnitt und Stich.
- Q: Welche Sicherheitsregel gilt beim Tack-Down einer Applikation, um Verletzungen im Nadelbereich an der Stickmaschine zu vermeiden?
A: Halte die Applikation nicht mit den Fingern in Nadelnähe fest – nutze Kleber oder ein Hilfswerkzeug und halte Hände aus dem Nadelbereich.- Temporären Sprühkleber oder Klebestift nutzen, damit du nicht „halten“ musst.
- Finger, Schere und Werkzeuge aus dem Bewegungsbereich der Nadel fernhalten.
- Wenn du minimal führen musst: ein nicht-metallisches Werkzeug (z. B. Radiergummi am Bleistift oder Essstäbchen) verwenden und Abstand halten.
- Erfolgscheck: Hände kommen während des Stickens nicht in die Nadelzone, und der Stoff bleibt trotzdem flach.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Maschine anhalten und neu fixieren/positionieren – nicht während laufender Nadel „hinterher greifen“.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollte ich bei Magnetrahmen beachten, wenn ich Rahmenspuren reduzieren und schneller einspannen möchte?
A: Behandle Magnetrahmen als Hochkraft-Werkzeuge – Quetschstellen vermeiden und von Herzschrittmachern/medizinischen Implantaten fernhalten.- Magnetrahmen von Herzschrittmachern und medizinischen Implantaten fernhalten.
- Zum Öffnen Magnete auseinanderschieben, nicht aufhebeln; Finger aus Quetschbereichen halten.
- Stoff flach klemmen, ohne zu überdehnen, um Abdrücke zu reduzieren und die Passung konstant zu halten.
- Erfolgscheck: Stoff ist gleichmäßig geklemmt, ohne starke Rahmenspuren, und das Einspannen ist wiederholbar ohne „Zerren“.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Bewegung verlangsamen und Griffposition ändern, damit die Fingerspitzen nicht in den Schließweg geraten.
