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Die Physik der Stabilität: Ein Masterclass-Guide zum Einspannen für saubere Stickergebnisse
Wenn du neu in der Maschinenstickerei bist, fühlt sich das Einspannen oft wie die unsichtbare Hürde zwischen dir und dem kreativen Teil an. Es ist der Schritt, der „eigentlich einfach“ sein sollte – und trotzdem schaust du am Ende auf ein schief eingespanntes Handtuch, Blasen im Stoff, die mitten im Sticklauf entstehen, oder auf den gefürchteten „Hoop Burn“: den glänzenden Ringabdruck, der empfindliche Textilien ruinieren kann.
Aus der Praxis weiß ich: Genau hier verlieren viele Einsteiger:innen unnötig den Mut. Sie glauben, ihnen fehlt Talent. In Wahrheit fehlt meist ein verlässliches Protokoll. Stickerei ist Physik: Nadel-Einstichkraft, Fadenspannung und Materialstabilität wirken zusammen. Wenn das Fundament – der Stickrahmen – nicht stabil ist, kippt das ganze System.
Die gute Nachricht: Einspannen ist eine wiederholbare, mechanische Fertigkeit. Wenn du die sensorischen Kontrollpunkte beherrschst – das „Tamburin“-Gefühl, die richtige Spannung in der Hand – hörst du auf zu kämpfen und fängst an, reproduzierbar professionell zu arbeiten.

Ruhig bleiben: „Schief eingespannt“ und Rahmenabdrücke bedeuten nicht, dass du schlecht im Einspannen bist
Das Erste, was ich nervösen Anfänger:innen sage: Ein schiefer Rahmen oder ein glänzender Abdruck ist ein Prozessfehler, kein persönliches Versagen. Klassische Schraub-Stickrahmen erzeugen viel Reibung im Kopf, weil du zwei Dinge gleichzeitig lösen musst: Ausrichtung (X/Y) und Spannung (Z).
Diese Denkweise nimmt dir in der Praxis den Druck und löst einen Großteil der frühen Frustration:
- Ausrichtung hat Priorität: Gerade ist wichtiger als „mittig“. Deine Maschine kann ein Motiv nach links/rechts/oben/unten verschieben. Was sie nicht „einfach so“ repariert, ist ein Motiv, das um ein paar Grad schief zur Faden-/Geweberichtung sitzt – das führt schnell zu sichtbaren Dichte-Unterschieden und verzogener Optik.
- Spannung entsteht über die Schraube – nicht über Kraft: Rahmenabdrücke entstehen durch Reibung/Scheren, wenn du den Innenring mit Gewalt in einen zu engen Außenring drückst.
Wenn du den Innenring gerade „mit weißer Knöchel“-Kraft reindrückst, arbeitest du zu hart. Wir wechseln von „drücken“ zu „konstruieren“.

Den Stickrahmen wie ein Profi lesen: Bernina-Pfeile, Baby-Lock-Markierungen – und warum die Schablone plötzlich nicht passt
Bevor du den Stoff anfasst, musst du die Geometrie deines Werkzeugs verstehen. Ein Stickrahmen ist kein beliebiger Ring – er ist ein kalibriertes Bauteil.
Lori zeigt ein entscheidendes Detail: markenspezifische Ausrichtungs-Markierungen. Wenn Innen- und Außenrahmen falsch herum zusammengesetzt sind, ist die Spannung ungleichmäßig – und die transparente Raster-Schablone sitzt nicht korrekt.
- Bernina-Stickrahmen: Pfeil auf Pfeil – unten.
- Baby Lock / Brother-Stickrahmen: Dreiecke/Pfeile – oben (meist in der Nähe der Schraube).
- Mehrnadel-Stickrahmen (oft generisch): Häufig symmetrisch (keine Pfeile), daher in beide Richtungen nutzbar.
- Burnette-Stickrahmen: Pfeile – unten.
Der Schablonen-„Sitz“-Test: Wenn du die transparente Raster-Schablone in die Aussparungen des Innenrahmens einsetzt, sollte sie spürbar sauber „einrasten“ bzw. satt sitzen.
- Sensorik-Check: Wackelt die Schablone oder fühlt sie sich an, als würde sie „schweben“, ist der Rahmen sehr wahrscheinlich falsch orientiert (z. B. um 180° gedreht). Nicht sticken, bevor die Schablone plan sitzt.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung gegen Blasen: Fadenkreuz markieren und Stickvlies mit 505 verbinden
Einspannen beginnt am Arbeitstisch – nicht an der Maschine. Ziel ist ein „Verbundmaterial“: Du verbindest den weichen Stoff mit dem stabilen Stickvlies, sodass beides wie eine Einheit reagiert.
1. Design-Mittelpunkt als „echtes Fadenkreuz“ markieren
Lori nutzt Lineal und Markierwerkzeug und zeichnet ein gut sichtbares Fadenkreuz (+). Der Schnittpunkt ist dein „Nullpunkt“.
Upgrade bei den Verbrauchsmaterialien (klein, aber entscheidend):
- Standard: Luft-/wasserlösliche Marker (praktisch, können aber je nach Klima schnell verschwinden).
- Pro: SewLine Ceramic Pencils (z. B. Grün oder Weiß) – gut sichtbar und bleibt, bis du es gezielt entfernst.
- Warnhinweis aus der Praxis: Wärme-löschbare Stifte (z. B. Frixion) können Schattenlinien hinterlassen – deshalb immer an einer unauffälligen Stelle testen.
Wenn du dich mit Einspannen für Stickmaschine beschäftigst: Dieses Fadenkreuz ist dein Navigationspunkt. Ohne Markierung arbeitest du „nach Gefühl“ – und das rächt sich bei der Passung.


2. Die Fundament-Regel
Stickvlies muss größer als der Stickrahmen-Umfang sein.
- Warum? Greift der Rahmen an einer Seite nur Stoff (ohne Vlies), wird die Spannung ungleichmäßig. Das begünstigt „Flagging“ (der Stoff hebt/senkt sich beim Stich), was wiederum zu Fadennestern und unsauberer Stichbildung führen kann.
3. Chemisches „Verkleben“ (das 505-Prinzip)
Lori verwendet 505 Temporary Adhesive Spray. Gerade für Einsteiger:innen ist das extrem hilfreich, weil Stoff und Vlies nicht gegeneinander „mikro-rutschen“ – eine typische Ursache für Blasen.
„Sprühbox“-Protokoll:
- Stickvlies in einen Karton halten/legen (gegen Overspray).
- Aus ca. 8–10 inches Abstand leicht nebeln – nicht durchnässen.
- Wichtig: Auf das Vlies sprühen, nicht auf den Stoff (Risiko von Flecken/Verfärbungen).
- Stoff auflegen und glattstreichen.
- Tast-Check: Es soll sich wie ein einziges, festeres Teil anfühlen – nicht wie zwei lose Lagen.



Phase-1-Checkliste: Vorbereitung
- Markierung: Fadenkreuz (+) ist auf der rechten Stoffseite gut sichtbar.
- Kompatibilität: Markierwerkzeug am Reststück getestet (lässt sich wie geplant entfernen).
- Größe: Stickvlies rundum größer als der Rahmen zugeschnitten.
- Verbindung: 505 auf das Vlies gesprüht (nicht auf den Stoff) und glatt angedrückt.
- Einheit: Stoff und Vlies bewegen sich wie eine stabile Einheit.
Eine Einspannstation, die nicht wegrutscht: Antirutschmatte, Tischkante – und warum deine Hände plötzlich „ruhiger“ werden
Stabilität braucht Reibung. Lori legt den Außenrahmen auf eine Antirutsch-Unterlage (z. B. Schubladen-/Regaleinlage aus Gummi-Mesh).
Warum das wirkt: Ohne Unterlage rutscht der Außenrahmen beim Eindrücken weg. Dein Körper kompensiert das automatisch – du verkrampfst, „jagst“ den Rahmen, und genau dann wird es schief. Mit Antirutschmatte bleibt der Außenrahmen an Ort und Stelle, und du kannst dich auf sauberen, senkrechten Druck konzentrieren.
Wenn du dir eine feste Einspannstation für Stickmaschinen einrichtest, denke in drei Zonen:
- Klebe-Zone: Sprühen/Verkleben (weg von der Maschine).
- Montage-Zone: Antirutschfläche fürs Einsetzen.
- Drehmoment-Zone: Tischkante fürs finale Festziehen.

Die „Keine-Rahmenabdrücke“-Methode: Schraube zuerst lösen – dann den Innenring ohne Kraft „einpoppen“
Hier entsteht der meiste Schaden. Rahmenabdrücke sind meist Kompression + Reibung.
Die „Spalt-Logik“:
- Deutlich lösen: Der Außenrahmen muss spürbar „zu groß“ sein; die Schraube fühlt sich locker an.
- Auflegen: Die verbundene Stoff+Vlies-Einheit über den Außenrahmen legen.
- „Pop“ statt Pressen: Den Innenring senkrecht einsetzen. Er sollte mit nahezu null Widerstand sitzen. Wenn du drücken, stemmen oder „mit Körpergewicht“ arbeiten musst: Stopp – die Schraube ist zu fest.
Warnung: Arbeitssicherheit
Lege beim Eindrücken niemals Finger unter den Rahmenrand. Wenn der Innenring plötzlich einrastet, kann die Haut zwischen den Kunststoffringen schmerzhaft eingeklemmt werden. Hände oben am Innenring führen.


Der Raster-Schablonen-Wahrheitstest: So nutzt du die transparente Stickrahmen-Schablone für perfekte Ausrichtung
Die transparente Raster-Schablone ist dein „Wahrheitswerkzeug“. Verlass dich nicht auf Augenmaß – verlass dich auf das Raster.
So prüfst du die Ausrichtung:
- Schablone in die Aussparungen des Innenrahmens einsetzen.
- Von oben senkrecht draufschauen (schräger Blick erzeugt Parallaxenfehler).
- Obere Rasterlinie mit deiner waagerechten Markierung vergleichen: parallel.
- Mittlere Rasterlinie mit deiner senkrechten Markierung vergleichen: parallel.
Die „sanfte Korrektur“: Weil die Schraube noch locker ist, kannst du den Innenring minimal anheben, den Stoff um einen Hauch verdrehen und wieder einsetzen. Wenn du schon festgezogen hast, ist diese Korrektur praktisch nicht mehr möglich.
Wenn du Systeme wie hoopmaster-Vorrichtungen vergleichst: Die manuelle Schablonenmethode erreicht dieselbe Art von Passgenauigkeit – sie kostet nur mehr Zeit und verlangt Routine.



Festziehen an der Tischkante und der „Tamburin“-Test: Spannung sichern, ohne das Material zu verziehen
Wenn die Ausrichtung stimmt, „sperren“ wir X/Y. Schiebe den Rahmen an die Tischkante, sodass die Schraube frei hängt. So kannst du festziehen, ohne den Rahmen anzuheben (was den Stoff wieder aus dem Sitz ziehen kann).
Sensorischer Anker: das „Tamburin“
- Schraube festziehen, während du den Innenring nach unten stabil hältst.
- Tasten: Der Stoff ist straff, aber nicht so überdehnt, dass die Gewebestruktur sichtbar verzogen wird.
- Klopf-Test: Mit Fingernagel leicht antippen. Es sollte dumpf „tock-tock“ klingen (wie Trommel/Tamburin). Raschelt es papierartig, ist es zu locker.
Praxis-Hinweis: Bei Baumwolle/Handtuch darf es „trommelfest“ sein. Bei Maschenware (T-Shirts) stoppst du kurz bevor sich die Maschen sichtbar verziehen – zu fest eingespannt erzeugt später den typischen „Waffel“-Look.


Phase-2-Checkliste: Der „Flight Check“
- Orientierung: Rahmen-Markierungen passen (oben/oben oder unten/unten je nach Marke).
- Einsetzen: Innenring sitzt mit geringem Widerstand (keine Reibungs-Spuren).
- Ausrichtung: Rasterlinien sind parallel zum Fadenkreuz.
- Spannung: An der Tischkante festgezogen; Stoff besteht den Klopf-Test.
- Freigang: Keine Falten/Mehrlagen unter der Rahmenkante eingeklemmt.
Stoff + Stickvlies Entscheidungslogik: So stoppst du Verrutschen, Kräuseln und „Backing hinterherjagen“
Im Video wird ein Handtuch (relativ stabil/strukturiert) mit 505 gezeigt. In der Praxis triffst du auf viele Materialtypen. Nutze diese Logik, um reproduzierbar sichere Entscheidungen zu treffen.
Stabilizer Selection Matrix:
| Fabric Characteristic | Primary Stabilizer | Auxiliary Helper | Needle Recommendation |
|---|---|---|---|
| No Stretch (Towel, Denim, Canvas) | Tearaway (Standard) | Water Soluble Topper (if fluffy) | 75/11 Sharp or Universal |
| High Stretch (T-Shirt, Jersey, Lycra) | Cutaway (Mesh/Poly) | Fusible Interfacing (Iron-on) | 75/11 Ballpoint (Essential) |
| Delicate/Sheer (Silk, Organza) | Water Soluble (Wash-away) | Spray Starch | 70/10 or 65/9 Sharp |
Entscheidungslogik:
- Instabil? (dehnbar) -> Cutaway ist Pflicht. Rahmen-Spannung allein verhindert nicht, dass Jersey sich verzieht; das Vlies ist das „Skelett“.
- Flor/Volumen? (Handtuch/Fleece) -> Topper verwenden, damit Stiche nicht im Flor versinken.
- Blasenbildung? -> Pause. 505 erneut leicht nebeln und glattstreichen. Nicht über eine Blase sticken.
Typische Stolpersteine aus der Praxis (und die Lösungen, die Lori zeigt)
„Mein Motiv ist nicht mittig im Rahmen – habe ich es ruiniert?“
- Kurzantwort: Nein.
- Lösung: Entscheidend ist, dass es gerade eingespannt ist. Die Position kann die Maschine später verschieben. Lori betont ausdrücklich: Das Fadenkreuz muss nicht im geometrischen Rahmenmittelpunkt liegen.
„Warum passt meine Rahmen-Schablone nicht?“
- Kurzantwort: Meist ein Montage-/Orientierungsfehler.
- Lösung: Markierungen/Pfeile am Rahmen prüfen. Wenn Innenring um 180° verdreht ist, sitzt die Schablone nicht sauber.
„Warum bekomme ich Rahmenabdrücke, obwohl ich vorsichtig bin?“
- Kurzantwort: Zu viel Kompression oder Reibung.
- Lösung: Nicht vor dem Einsetzen festziehen. Erst locker einsetzen („Pop“), dann an der Tischkante festziehen. Wenn empfindliche Materialien dauerhaft markieren, ist das oft ein Zeichen, dass du die Grenzen von Schraubrahmen erreichst (siehe Upgrade-Pfad).
Wenn Basics nicht reichen: Platzierungstools, Mehrnadel-Realität und sinnvolle Upgrade-Pfade
Lori erwähnt, dass moderne Maschinen Platzierungshilfen haben (z. B. Touch Pen, „Sewing Sticker“, Kamera, Projektor). Diese Tools sind stark – sie lösen aber vor allem Positionierung, nicht automatisch sauberes Einspannen.
Mit wachsender Routine kommt oft eine „Produktions-Wand“. Typische Anzeichen:
- Handgelenk-/Ermüdung: Ständiges Schrauben kostet Kraft und Zeit.
- Rahmenabdrücke: Bestimmte Stoffe reagieren empfindlich auf Druck.
- Durchsatz: Einspannen dauert gefühlt länger als Sticken – der Rahmen wird zum Engpass.
Professionelle Migrationsstrategie
Wenn der Aufwand des manuellen Einspannens größer wird als der Nutzen, hilft diese Reihenfolge:
Level 1: Ergonomie-Upgrade Wenn Ausrichtung dein Hauptproblem ist, hilft eine Station zur Standardisierung. Viele suchen dann nach einer Magnetische Einspannstation, um den Außenrahmen stabil zu fixieren und beide Hände frei zu haben.
Level 2: Tool-Upgrade (Magnetrahmen) Für schwierige Materialien ist das oft der Gamechanger. Magnetrahmen für Stickmaschine arbeiten mit Magnetkraft statt mit Reibung.
- Warum das hilft: Kein Innenring, den man „reindrücken“ muss – dadurch deutlich weniger Risiko für Rahmenabdrücke.
- Kompatibilität (prinzipiell): Ob du einen Magnetrahmen für bernina oder Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen suchst – das Grundprinzip bleibt: schnelleres Laden, weniger Druckstellen.
- Hinweis aus dem Draft-Kontext: Hochwertige Magnetrahmen werden oft als „industrial feel“ bei gleichzeitig zugänglichem Budget positioniert.
Warnung: Magnetfeld-Sicherheit
Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete.
1. Quetschgefahr: Sie schnappen mit hoher Kraft zusammen – Finger frei halten und an Griff-/Laschen führen.
2. Medizinische Geräte: Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern.
3. Elektronik/Karten: Smartphones und Kreditkarten nicht direkt auf Magnetleisten ablegen.
Level 3: Produktions-Upgrade Wenn du 50+ Shirts pro Woche einspannst, wird ein Ein-Nadel-Setup oft zum Limit. Systeme wie hoop master Einspannstation werden in der Praxis häufig mit Mehrnadelstickmaschinen kombiniert, um einen Fluss zu schaffen (eine Person spannt ein, während die Maschine stickt).
Operations-Checkliste (der „Ich-kann-weggehen“-Final-Scan)
Bevor du Start drückst, mach diesen 10-Sekunden-Check. Wenn alles passt, ist die Trefferquote sehr hoch.
- Optik: Fadenkreuz ist sichtbar und entspricht der gewünschten Platzierung.
- Struktur: Stickvlies reicht rundum über den Rahmenbereich hinaus.
- Mechanik: Innenring sitzt plan; Schraube ist fest, aber nicht überdreht.
- Sensorik: „Tamburin“-Test bestanden (straff, aber nicht verzogen).
- Sicherheit: Freigang geprüft – der Rahmen kann am Stickarm frei fahren.
- Config: Startgeschwindigkeit auf „Safe Mode“ (suggest 600 SPM for first stitch-out).
Ein Protokoll wie bond → loosen → seat → template-check → tighten → tap-test macht aus „Glück“ eine reproduzierbare Methode. Verlass dich auf den Prozess – dann folgen die Ergebnisse.
FAQ
- Q: Wie verhindere ich Rahmenabdrücke (Hoop Burn) bei einem klassischen Schraub-Stickrahmen auf empfindlichen Textilien?
A: Schraube zuerst deutlich lösen, den Innenring mit nahezu null Kraft einsetzen und erst danach festziehen.- Lösen: Die Rändelschraube so weit zurückdrehen, dass der Außenring sichtbar „zu groß“ ist.
- Einsetzen: Verbund aus Stoff+Stickvlies auflegen und den Innenring ohne Gewalt „einpoppen“.
- Festziehen: An die Tischkante schieben (Schraube hängt frei) und festziehen, während du den Innenring nach unten hältst.
- Erfolgskontrolle: Der Innenring sitzt ohne Kampf, und nach dem Ausspannen ist kein glänzender Druckring zu sehen.
- Wenn es trotzdem passiert… Noch lockerer starten und neu einspannen; bei Materialien, die dauerhaft markieren (häufig Samt/Performance-Wear), kann ein Magnetrahmen-System sinnvoll sein.
- Q: Warum „klickt“ eine Bernina-Stickrahmen-Schablone (transparentes Raster) nicht sauber in den Innenrahmen?
A: Meist ist der Rahmen falsch orientiert – bei Bernina müssen die Pfeile unten aufeinander ausgerichtet sein, bevor du die Schablone einsetzt.- Prüfen: Orientierungspfeile auf Innen- und Außenrahmen suchen.
- Ausrichten: Pfeil auf Pfeil unten (Bernina), dann die Schablone erneut einsetzen.
- Einsetzen: Schablone in die Aussparungen drücken, bis sie satt sitzt.
- Erfolgskontrolle: Die Schablone liegt plan an (kein Wackeln/„Schweben“).
- Wenn es trotzdem nicht klappt… Innenring herausnehmen, um 180° drehen und erneut versuchen; nicht sticken, bevor die Schablone korrekt sitzt.
- Q: Wie stoppe ich Stoffblasen und Verrutschen beim Einspannen, wenn ich 505 Temporary Adhesive Spray mit Stickvlies nutze?
A: Stoff und Vlies vor dem Einspannen zu einer stabilen Einheit verbinden, damit beide Lagen nicht gegeneinander arbeiten.- Zuschneiden: Stickvlies größer als der Rahmenumfang (rundum extra).
- Sprühen: 505 aus ca. 8–10 inches leicht auf das Vlies nebeln (nicht auf den Stoff), idealerweise in einer Box.
- Glätten: Stoff fest auf das Vlies streichen, bis es sich wie „ein Teil“ anfühlt.
- Erfolgskontrolle: Keine weichen „Blasen-Zonen“ – Verbund wirkt wie ein steiferes Stück Material.
- Wenn es trotzdem passiert… Pause, erneut leicht sprühen und glattstreichen; nicht über eine Blase sticken.
- Q: Welches Stickvlies ist für stark dehnbaren T-Shirt-Jersey richtig, um Kräuseln und Verzug im Rahmen zu vermeiden?
A: Cutaway als Hauptstabilisierung, weil Rahmen-Spannung allein Dehnung nicht zuverlässig kontrolliert.- Wählen: Cutaway (oft Mesh/Poly) als primäres Vlies für stark dehnbare Stoffe.
- Ergänzen: Bei Bedarf zusätzlich Bügeleinlage (fusible) zur besseren Kontrolle.
- Einspannen: Nur so fest, dass es straff ist, aber die Maschen/der Fadenlauf nicht sichtbar verzogen wird.
- Erfolgskontrolle: Oberfläche bleibt glatt (kein „Waffel“-Effekt), Fadenlauf bleibt gerade.
- Wenn es trotzdem nicht klappt… Rahmen-Spannung prüfen (zu fest ist häufig die Ursache) und sicherstellen, dass der Stoff vor dem Einspannen stabilisiert/gebondet wurde.
- Q: Wie überprüfe ich gerades Einspannen mit einer transparenten Raster-Schablone und einem markierten Fadenkreuz?
A: Dem Raster vertrauen – Rasterlinien müssen parallel zum Fadenkreuz sein, bevor du festziehst.- Markieren: Fadenkreuz (+) zeichnen; Schnittpunkt ist die Referenz.
- Einsetzen: Raster-Schablone in die Aussparungen des Innenrahmens einsetzen.
- Vergleichen: Von oben senkrecht schauen und obere Rasterlinie zur waagerechten Markierung sowie mittlere Rasterlinie zur senkrechten Markierung parallel ausrichten.
- Erfolgskontrolle: Keine sichtbare Schräglage; Linien laufen parallel.
- Wenn es nicht passt… Schraube lockerer lassen, damit eine kleine „sanfte Korrektur“ möglich ist, dann neu einsetzen und erneut prüfen.
- Q: Was ist die sicherste Methode, den Innenring in einen klassischen Schraub-Stickrahmen einzusetzen, um Quetschverletzungen zu vermeiden?
A: Hände oben am Innenring führen und niemals Finger unter den Rahmenrand legen.- Positionieren: Außenrahmen auf eine Antirutschfläche legen.
- Greifen: Hände oben am Rand des Innenrings platzieren und senkrecht drücken.
- Vermeiden: Keine Fingerspitzen unter die Rahmenlippe schieben.
- Erfolgskontrolle: Der Ring sitzt ohne plötzliches „Schnappen“, das die Hand einklemmen könnte.
- Wenn es schwer geht… Sofort stoppen und die Schraube weiter lösen – hoher Widerstand ist ein Warnsignal (für Quetschgefahr und Rahmenabdrücke).
- Q: Wann lohnt sich der Umstieg von Schraubrahmen auf Magnetrahmen oder auf eine SEWTECH Mehrnadelstickmaschine für die Produktion?
A: Wenn Einspannen zum Engpass wird oder Schäden/Schmerzen verursacht – erst Technik stabilisieren, dann Tools, dann Kapazität.- Level 1 (Technik): Vorbereitung standardisieren (505, Raster-Schablone, Festziehen an der Tischkante), um Rehoops zu reduzieren.
- Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen wechseln, wenn Rahmenabdrücke auf sensiblen Stoffen bleiben oder das Schrauben das Handgelenk belastet.
- Level 3 (Kapazität): Eine Mehrnadelmaschine erwägen, wenn der Durchsatz steigt und Einspannzeit die Wochenleistung limitiert.
- Erfolgskontrolle: Einspannzeit sinkt, weniger Neu-Einspannen/Abdrücke, Passung bleibt konstant.
- Wenn es trotzdem nicht besser wird… Tracke, wo Zeit verloren geht (Ausrichtung vs. Spannung vs. Handling); das beste Upgrade hängt vom echten Engpass ab.
