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Wenn du schon einmal ein beeindruckendes, großformatiges Stickmotiv am Bildschirm gesehen hast – und dann mit einem unguten Gefühl auf den Standard-Stickrahmen deiner Maschine geschaut hast –, kennst du die häufigste Frustration in der Maschinenstickerei: Das Motiv gewinnt, der Rahmen verliert.
Die Realität aus dem Produktionsalltag: Die physische Stickrahmengröße ist eine Grenze – aber keine Mauer.
PE-DESIGN NEXT (in diesem Workflow konkret v9.02) kann große Motive in mehrere Einspannungen „splitten“. Dabei geht es nicht darum, ein Bild einfach zu halbieren, sondern um einen planbaren Prozess: zwei (oder mehr) reale Einspannungen, die am Ende wie ein einziges, sauberes Gesamtmotiv wirken.
Dieser Artikel baut den Ablauf aus dem Tutorial „Working With a Custom Hoop“ nach – ergänzt aber die typischen „Werkstatt-Lücken“: worauf du beim Überlappungsbereich achten musst, wie du das erneute Einspannen kontrollierbar machst und wie du den Klassiker „am Bildschirm perfekt – auf dem Stoff versetzt“ vermeidest.

Die beruhigende Wahrheit zu „Custom Size“: Der Stickrahmen ist nicht mehr der Boss
Wenn ein Motiv größer ist als der größte physische Stickrahmen deiner Maschine, ist das eine mechanische Grenze – keine kreative. Custom Size ist in PE-DESIGN NEXT eine Planungsfläche: Du legst eine größere „Design Page“ an, und die Software teilt sie mathematisch in Stickbereiche (Hoop 1, Hoop 2 usw.) mit einem Überlappungsbereich.
Wenn du dich mit Mehrfach-Einspannen Maschinenstickerei beschäftigst, ist der wichtigste Mindset-Shift: Du „quetschst“ kein großes Motiv in einen kleinen Rahmen. Du baust ein reproduzierbares Ausrichtungs-System. Ziel ist, dass das Ende von Stickbereich A zum Start von Stickbereich B passgenau wird.
Was du am Bildschirm siehst – und was es in der Praxis bedeutet:
- Rote gestrichelte Linien: Das sind die Parameter/Begrenzungen der einzelnen Stickbereiche. Sie zeigen dir, wo Hoop 1 endet und Hoop 2 beginnt.
- Überlappungsbereich: Die kritische Zone in der Mitte, in der sich die Bereiche überdecken. Ohne Überlappung riskierst du sichtbare Lücken.
- Farblage „NOT DEFINED“: In den Design Properties erscheint sie als Rot. Das ist keine „Müllfarbe“, sondern deine Heft-/Ausrichtungsnaht – dein realer Anker für die Passung beim erneuten Einspannen.

Der „unsichtbare“ Teil vor dem Klick: Datei, Material und Einspann-Realitätscheck
Das Video springt schnell in die Software – in der Praxis entscheidet sich Multi-Hooping aber am Zuschneidetisch. Die häufigsten Ursachen für Versatz sind: instabiles Material, inkonsistente Rahmenspannung und das Überspringen der Ausrichtungs-Heftnaht.
Was du bereitlegst (dein „Pilotenkoffer“)
- Datei: Das große .pes-Motiv (oder dein Zielformat).
- Verbrauchsmaterial:
- Heftfaden: Kontrastfarbe, nur für die Ausrichtungsnaht (wird später entfernt).
- Temporärer Sprühkleber (z. B. KK100/505): Hilft gegen „Kriechen“/Wandern im Stickrahmen.
- Markierstift/Kreide (auswaschbar): Für Kreuzmarken/Referenzlinien am Material.
- „Versteckter“ Verbrauch: Frische Nadeln. Eine stumpfe Nadel schiebt Material eher weg, statt sauber zu stechen – das erhöht das Risiko für Versatz. Bei Multi-Hooping lieber vorher wechseln.
Warnhinweis: Verletzungsgefahr. Beim Testen der Ausrichtung oder beim Heften niemals mit den Fingern in den Bereich der Nadelstange greifen. Wenn du etwas führen musst, nutze einen Stift/Griffel (z. B. Radiergummi-Ende) – nicht die Hand.
Checkliste vor dem Wizard (wirklich vorher)
- Stickrahmen prüfen: Bestätige die tatsächliche maximale Stickfläche deiner Maschine (im Tutorial: 300 x 200 mm / ca. 8 x 12 in).
- Material-Check: Dehnt sich der Stoff? Dann brauchst du für Multi-Hooping in der Regel ein Cutaway-Stickvlies (Ausreißvlies bei dehnbaren Stoffen führt sehr oft zu Passungsproblemen).
- Rahmen-Referenzen: Hast du eine Raster-/Schabloneneinlage oder Markierungen, die du fürs Zentrieren nutzen kannst?
- Bewegungsfreiheit: Große Teile (Jackenrücken, Quilts etc.) müssen hinter/seitlich an der Maschine frei laufen können – wenn das Werkstück irgendwo anstößt, leidet die Passung.
Wenn du häufig neu einspannst (z. B. Seriennamen, große Spitzenmotive), ist genau hier der Reibungsverlust im Workflow. Viele Betriebe arbeiten dann zusätzlich mit einer Einspannhilfe bzw. magnetischen Stickrahmen, weil das Schließen schneller und gleichmäßiger ist als das ständige Schrauben am Standardrahmen.

Maschinentyp setzen + „Custom Size“ aktivieren (PE-DESIGN NEXT v9.02) – ohne Rätselraten
Im Modul Layout & Editing läuft der Ablauf im Tutorial so:
- Layout & Editing öffnen.
- Im Wizard New wählen.
- Design Settings öffnen (Symbol: Seite mit Zahnrad).
- Machine Type wählen: Single Needle oder Multi-Needle passend zu deiner Maschine.
- Kritischer Schritt: Nicht eine Standard-Rahmengröße wählen, sondern den Radiobutton Custom Size aktivieren.
Wichtig: Custom Size „macht“ deinen Stickrahmen nicht größer. Es erstellt eine größere Design-Seite, die PE-DESIGN NEXT anschließend in stickbare Bereiche zerlegt.

Die 10-mm-Puffer-Regel: Custom-Maße so eingeben, dass das erneute Einspannen sauber funktioniert
Das Tutorial zeigt eine konkrete Rechnung für zwei Einspannungen mit 300 x 200 mm Stickrahmen. Diese Zahlen sind nicht willkürlich, sondern Sicherheits-Toleranzen.
Prinzip:
- Als Referenz den größten physischen Stickrahmen deiner Maschine auswählen.
- Die angezeigten Größen sind im Tutorial 10 mm kleiner als die reale Rahmengröße – dieser Puffer sorgt für Überlappung und Sicherheit.
- Für zwei 300 x 200 mm (8 x 12 in) Stickrahmen wird gesetzt:
- Breite: 290 mm
- Höhe: 370 mm
Warum das in der Praxis zählt: Beim Einspannen ist nie alles „robotergenau“. Der Puffer gibt dir Spielraum, damit bei minimalem Versatz die Nadel nicht in den Kunststoffrahmen läuft und damit die Überlappung zuverlässig greift.
Wenn du mit einer brother Stickmaschine mit 8x12 Stickrahmen arbeitest, sind 290 x 370 im gezeigten Beispiel ein sehr solider Startpunkt für zwei Einspannungen.

Setup-Checkliste (direkt nach OK)
- Maß-Check: Hat sich die Design-Seite auf 290 mm x 370 mm geändert?
- Sichtprüfung: Sind die roten gestrichelten Linien sofort auf der leeren Seite sichtbar?
- Überlappung: Siehst du in der Mitte eine Zone, in der sich die Bereiche überdecken?
- Wenn nicht: Zurück und prüfen, ob wirklich Custom Size (nicht Preset) aktiv ist.

Rote gestrichelte Linien richtig lesen: Das ist deine Überlappungs-Versicherung
Nach dem Klick auf OK weist das Tutorial auf die roten gestrichelten Linien hin:
- Sie markieren die Begrenzung von Stickbereich/Hoop 1 und Hoop 2.
- Der Bereich, in dem sich die Linien „überlappen“, ist die Überlappungszone.
Praxis-Check: Überlappung ist nicht optional. Beim Sticken wirken Zugkräfte (Push/Pull), das Material „arbeitet“. Ohne Überlappung kann sich zwischen den Bereichen eine sichtbare Lücke bilden. Mit Überlappung „greifen“ die Bereiche ineinander.
Für reproduzierbare Qualität ist gleichmäßige Spannung beim Einspannen entscheidend. Der Stoff sollte straff sitzen (ohne Wellen). Wenn du diese Spannung bei Wiederholjobs schwer konstant hinbekommst, ist das oft der Punkt, an dem Betriebe auf magnetische Rahmensysteme umsteigen, um den Klemmdruck zu standardisieren.

Übergroßes .PES importieren und prüfen, ob es die Trennzone wirklich überquert
Der Import ist klassisch:
- Import Patterns klicken.
- Import from File wählen.
- Browse.
- Zum Pfad navigieren (im Tutorial: My Documents > PE-DESIGN NEXT > Tutorials > Tutorial uncore 10 > Tutorial 10-1 design).
- Import.
Der entscheidende Sicht-Check: Das Motiv muss die roten gestrichelten Linien überqueren. Liegt das Motiv komplett innerhalb eines Bereichs, wird es nicht sinnvoll gesplittet. Du willst sehen, dass das Motiv „über der Grenze“ liegt.

„NOT DEFINED“ ist deine Ausrichtungs-Lebenslinie – behandle es wie eine Passmarken-Vorrichtung
Hier steckt der Kern des Workflows.
Schritte:
- Unten rechts Design Properties öffnen.
- Häkchen bei „Show about selected object“ entfernen.
- Jetzt siehst du die Aufteilung nach Stickbereichen.
Worauf du achtest:
- Hoop 1 Vorschau: zeigt, was im ersten Einspannen gestickt wird.
- Es erscheint eine zusätzliche Farblage „NOT DEFINED“ (rot).
Goldene Regel: „NOT DEFINED“ ist die Heft-/Ausrichtungsnaht. Viele überspringen sie, weil sie „komisch“ aussieht. Nicht überspringen. Diese Linie ist dein physischer Referenzanker.
Nach Hoop 1 bleibt die Heftlinie auf dem Material. Beim Start von Hoop 2 wird wieder eine Heftlinie gestickt. Deine Aufgabe ist, Hoop 2 so auszurichten, dass diese zweite Heftlinie exakt auf der ersten liegt.
Wenn du nach Einspannen für Stickmaschine-Techniken suchst, weil deine gesplitteten Motive nicht zusammenpassen: Genau hier liegt der Hebel. Die Software liefert die digitale Aufteilung – die Heftnaht macht daraus eine kontrollierbare Passung am realen Werkstück.


Warum Ausrichtung funktioniert (und warum sie manchmal scheitert)
Material ist nicht starr – es bewegt sich.
- Stickvlies-Reibung: Ist das Vlies „rutschig“, kann sich das Paket beim erneuten Einspannen minimal verschieben.
- Rahmenabdrücke: Zu starkes Spannen gegen Verrutschen kann Spuren hinterlassen.
Die Heftlinie zeigt dir Versatz früh – bevor du mit dichten Flächenstichen das Teil ruinierst.
Stickvlies-Entscheidungshilfe fürs Multi-Hooping: Damit zwischen Hoop 1 und Hoop 2 nichts „kriecht“
Die Software erklärt die Physik nicht – in der Praxis ist sie aber der Hauptgrund für Versatz.
Nutze diese Entscheidungshilfe für dein „Sandwich“:
Entscheidung (Materialverhalten → Lösung)
- Szenario A: Dehnbar (T-Shirt, Performance Wear)
- Risiko: Beim erneuten Einspannen verzieht sich das Material.
- Lösung: Cutaway-Stickvlies (stabil). Stoff und Vlies mit temporärem Sprühkleber verbinden, damit beides als Einheit arbeitet.
- Szenario B: Stabil, aber rutschig (Satin, Nylonjacke)
- Risiko: Das Material wandert im Stickrahmen.
- Lösung: Reibung erhöhen (z. B. Innenring mit geeignetem Band umwickeln) und konsequent mit Heft-/Ausrichtungsnaht arbeiten. Wenn verfügbar, kann ein Magnetrahmen helfen, weil der Klemmdruck gleichmäßig von oben kommt.
- Szenario C: Hoher Flor (Handtücher, Fleece)
- Risiko: Mehrfaches Einspannen verstärkt Rahmenabdrücke.
- Lösung: Wasserlösliche Folie als Topper und möglichst schonendes Einspannen; Passung über die Heftnaht absichern.
Wenn du in Serie arbeitest und das erneute Einspannen dein Engpass ist, lohnt sich oft eine Einspannstation für Stickrahmen, damit Materiallage und Spannung bei jedem Einspannen gleich reproduzierbar sind.
Split-Datei an die Maschine senden (USB, Karte oder Link) – und was „ausgegraut“ wirklich bedeutet
So exportierst du:
- Im Reiter Home auf Send klicken.
- Methode wählen (USB Media, Direct Link/Machine, Card).


Praxis-„Gotchas“ & Troubleshooting aus Nutzerfragen
Problem: „Split image does not transfer into machine through usb cable.“ Lösung: Wenn eine Option/Verbindung nicht erkannt wird, ist sie in PE-DESIGN NEXT oft nicht verfügbar. Nutze in dem Fall Send to USB Media (USB-Stick) als robusten Transferweg und gleichzeitig als Backup.
Problem: „Ich nutze Fast Frames – welche Größe stelle ich ein?“ Lösung: Bei Klemmrahmen für brother Stickmaschine zählt die tatsächlich stickbare Fläche des Systems. Diese musst du als Referenz heranziehen (nicht blind ein Standard-Preset), weil Zentrierung und Feld je nach System abweichen können.
Praxisablauf: Hoop 2 über die NOT DEFINED-Heftnaht ausrichten (ohne ein Shirt zu opfern)
So wird aus dem Software-Konzept ein sauberer Produktionsablauf:
- Hoop 1 sticken: Den kompletten ersten Bereich sticken – inklusive der NOT DEFINED-Heftlinie.
- Kurz prüfen: Ist die Heftlinie sauber sichtbar? (Sie ist deine Referenz.)
- Ausspannen: Material aus dem Stickrahmen nehmen. Heftfäden zunächst dranlassen – du brauchst die Sichtbarkeit.
- Neu einspannen: Material für Bereich 2 positionieren.
- Nutze Raster/Schablone und deine Markierungen (Kreuz) als Referenz.
- Achte auf gleichmäßige Spannung.
- Moment der Wahrheit: Bereich 2 laden und zur ersten Naht vorgehen (das ist wieder die NOT DEFINED-Heftlinie).
- Nadel-Absenk-Test: Nadel per Handrad absenken: Trifft die Nadelspitze exakt auf die vorhandene Heftlinie/den Zielpunkt aus Hoop 1?
- Wenn ja: Heftlinie sticken. Wenn sie sauber „auf Linie“ läuft, erst dann mit dem Hauptmotiv weiter.
- Wenn nein: Stoff nicht verschieben. Mit den Jog-/Pfeiltasten an der Maschine die Position korrigieren und den Test wiederholen.
Warnhinweis: Sicherheit bei Magnetrahmen. Magnetische Stickrahmen haben sehr starke Magnete. Abstand zu Herzschrittmachern halten. Nie so schließen, dass Haut dazwischen geraten kann – Quetschgefahr.
Die kleinen Stickrahmen-Fragen, die immer kommen: 4x4, 5x7 und „Warum lässt er mich keine Zahl unter 100 eingeben?“
In den Kommentaren zum Originalvideo geht es häufig um kleinere Maschinen und Sonderrahmen.
„Funktioniert das auch mit 4x4?“
Ja – grundsätzlich. In den Kommentaren wurde bestätigt, dass es mit den Parametern für den 4x4-Rahmen funktioniert und das Motiv dann in mehrere Teile segmentiert werden kann (inkl. erneutem Einspannen). Entscheidend bleibt: Aufteilung verstehen, Heft-/Ausrichtungsnaht nutzen und sauber neu einspannen.
„Ich habe eine 4x4-Maschine und einen repositionierbaren (Versatz-)Rahmen für ein 5x7-Design – wie setze ich das auf?“
Für einen Versatz-Stickrahmen für brother gilt: Du arbeitest mit den vorgesehenen Positionen des Rahmens (statt jedes Mal den Stoff komplett neu einzuspannen). In den Kommentaren wurde außerdem als Praxis-Tipp genannt: Teilweise wird nicht zwingend „Custom“ genutzt, sondern eine passende Preset-Rahmengröße gewählt und die Segmentierung zeigt sich dann beim Senden an die Maschine in mehreren Teilen – die Design Properties helfen dir, die Reihenfolge/Farben zu verstehen.
„Warum kann ich keine Zahl kleiner als 100 eingeben?“
Diese Frage taucht in den Kommentaren auf. In der Praxis hängt das mit den Grenzen des ausgewählten Maschinentyps/Referenzrahmens in den Design Settings zusammen: PE-DESIGN NEXT begrenzt Eingaben anhand der gewählten Maschinen-/Rahmenparameter. Prüfe daher zuerst, ob du den passenden Maschinentyp und eine sinnvolle Referenz gewählt hast.
Betriebs-Checkliste: Der schnelle Qualitäts-Loop, bevor du dichte Stiche startest
Diesen Loop machst du, bevor du die „teuren“ dichten Bereiche stickst:
- Layer-Check: Siehst du in Design Properties bei beiden Bereichen die NOT DEFINED-Ebene?
- Heftnaht-Commit: Wird die Heftlinie wirklich gestickt (nicht „aus Sparsamkeit“ übersprungen)?
- Nadel-Check: Frische Nadel eingesetzt?
- Passungs-Check: Beim Start von Hoop 2 den Nadel-Absenk-Test gemacht?
- Jog-Check: Wenn du per Jog-Tasten korrigiert hast: Sicherstellen, dass die neue Position nicht in den Rahmen läuft.
Ergebnis: Wenn Multi-Hooping zur Business-Fähigkeit wird (statt Stresstest)
Die Split-Technik ist ein echter Meilenstein: Du arbeitest nicht mehr „nach Gefühl“, sondern baust einen kontrollierten Prozess.
Gleichzeitig bleibt der Engpass klar: Erneutes Einspannen kostet Zeit. Für ein Einzelprojekt ist das Verfahren ideal. Für Serien (z. B. viele Jackenrücken auf einer Einnadelmaschine) kann das erneute Einspannen die Marge auffressen.
Praxis-Upgrade-Pfad (ohne falsche Versprechen):
- Technik: Stabilisieren, markieren, Heftnaht konsequent nutzen.
- Prozess: Wiederholbarkeit über Hilfsmittel wie Einspannstation für Stickmaschinen erhöhen.
- Workflow: Wenn häufiges Einspannen dein Dauerproblem ist, kann ein magnetischer Rahmen (oder ein Versatzrahmen) die Handgriffe reduzieren – entscheidend bleibt aber die saubere Ausrichtung über die Heftnaht.
Takeaway: Heftlinie sticken. Überlappung respektieren. Und jedes erneute Einspannen wie eine Präzisionsaufgabe behandeln – das ist der Unterschied zwischen „selbstgemacht“ und professionell.
FAQ
- Q: Wie splitte ich ein zu großes Stickdesign in Brother PE-DESIGN NEXT v9.02, wenn der Brother 300 x 200 mm (8 x 12 in) Stickrahmen zu klein ist?
A: Nutze Custom Size als Planungsfläche, damit PE-DESIGN NEXT zwei Stickbereiche mit Überlappung erzeugen kann.- Wähle Layout & Editing > New > Design Settings (Seite+Zahnrad), setze den Machine Type und aktiviere Custom Size (nicht ein Rahmen-Preset).
- Gib die Tutorial-Werte für zwei 300 x 200 mm Einspannungen ein: 290 mm (B) x 370 mm (H).
- Prüfe, ob die roten gestrichelten Trennlinien erscheinen und eine Überlappungszone sichtbar ist.
- Erfolgscheck: Die roten gestrichelten Linien sind direkt nach OK sichtbar und in der Mitte gibt es eine Überlappung.
- Wenn es nicht klappt: Zurück und prüfen, ob wirklich Custom Size aktiv ist (nicht Preset) und ob der Maschinentyp korrekt gewählt wurde.
- Q: Warum zeigt Brother PE-DESIGN NEXT nach dem Splitten eine rote Farbebene „NOT DEFINED“ – und soll die Brother-Stickmaschine das wirklich sticken?
A: Ja – die NOT DEFINED-Ebene immer sticken. Das ist die Heft-/Ausrichtungsnaht, die die Passung beim erneuten Einspannen überhaupt erst kontrollierbar macht.- Öffne Design Properties und entferne das Häkchen bei „Show about selected object“, um die Split-Ansicht zu sehen.
- Lass NOT DEFINED (rot) in der Stichreihenfolge und sticke sie in Hoop 1 und Hoop 2.
- Nutze die Heftlinie aus Hoop 1 als physische Referenz beim Ausrichten von Hoop 2.
- Erfolgscheck: Die Heftlinie von Hoop 2 liegt ohne sichtbare Doppelspur direkt auf der Heftlinie von Hoop 1.
- Wenn es nicht klappt: Vor dichten Stichen stoppen und Hoop 2 über Nadel-Absenk-Test und/oder Jog-Tasten neu ausrichten.
- Q: Wie verhindere ich, dass der Stoff zwischen Hoop 1 und Hoop 2 beim Multi-Hooping auf einer Brother-Stickmaschine „kriecht“ (sich verschiebt)?
A: Fixiere Stoff und Stickvlies als Einheit, denn die meisten Passungsfehler kommen von Materialbewegung – nicht vom Software-Split.- Stickvlies nach Material wählen: dehnbar = Cutaway; stabil aber rutschig = Reibung erhöhen; hoher Flor = Topper + schonendes Einspannen.
- Stoff mit temporärem Sprühkleber am Stickvlies fixieren.
- Physische Kreuzmarken setzen und Raster/Schablone für reproduzierbare Platzierung nutzen.
- Erfolgscheck: Das eingespannte Material ist gleichmäßig straff und zeigt keine Wellen.
- Wenn es nicht klappt: Reibung erhöhen (z. B. Innenring umwickeln) und die NOT DEFINED-Heftnaht konsequent vor dichten Stichen sticken.
- Q: Was ist der sicherste Weg, Hoop 2 zu Hoop 1 auszurichten, wenn ich die PE-DESIGN NEXT „NOT DEFINED“-Heftnaht nutze?
A: Mache vor dem Hauptmotiv einen Nadel-Absenk-Test am Startpunkt der Hoop-2-Heftnaht.- Hoop 1 inklusive NOT DEFINED-Heftnaht fertig sticken und dann ausspannen, ohne die Heftfäden sofort zu entfernen.
- Für Bereich 2 neu einspannen und dich an Raster/Markierungen orientieren.
- Zu Stich 1 von Bereich 2 (NOT DEFINED) gehen und die Nadel per Handrad absenken.
- Erfolgscheck: Die Nadel trifft exakt auf die vorhandene Heftlinie/Zielposition und die neue Heftlinie läuft deckungsgleich.
- Wenn es nicht klappt: Stoff nicht verschieben – mit Jog-/Pfeiltasten die Position korrigieren und erneut testen.
- Q: Warum ist „Send to Machine“ in Brother PE-DESIGN NEXT beim Export einer gesplitteten Datei ausgegraut – und was soll ich tun?
A: Wenn „Send to Machine“ ausgegraut ist, erkennt die Software keine aktive Verbindung. Nutze dann Send to USB Media.- In Home > Send die Option USB Media wählen und auf einen USB-Stick speichern.
- Das ist oft zuverlässiger und dient als Backup.
- Kabel/Verbindung erst danach erneut prüfen.
- Erfolgscheck: Die Datei liegt auf dem USB-Stick und kann an der Maschine geladen werden.
- Wenn es nicht klappt: Prüfen, ob die gewählte Send-Option überhaupt als „connected“ erkannt wird (nur dann wird sie aktiv).
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Heften/Ausrichten (NOT DEFINED) beim Multi-Hooping?
A: Hände aus dem Nadelbereich – führe Material nie mit den Fingern während die Maschine läuft.- Beim Ausrichten einen Stift/Griffel nutzen, nicht die Finger.
- Vor Multi-Hooping eine frische Nadel einsetzen, um Materialdrift zu reduzieren.
- Passung in der Heftphase prüfen – nicht erst nach dichten Stichen.
- Erfolgscheck: Ausrichtung wird ohne Handkontakt im Nadelweg geprüft und die Heftnaht läuft sauber.
- Wenn es nicht klappt: Stoppen, neu einspannen und den Nadel-Absenk-Test wiederholen – niemals „im Lauf“ am Stoff ziehen/drücken.
- Q: Welche Sicherheitsvorkehrungen gelten bei industriestarken Magnetrahmen, wenn ich häufig neu einspannen muss?
A: Magnetrahmen sind Quetsch- und Medizinprodukt-Risiko, weil sie sehr stark zuschnappen können.- Abstand zu Herzschrittmachern und ähnlichen Geräten halten.
- Magnetteile kontrolliert zusammenführen, niemals mit Haut dazwischen.
- Auf einer stabilen, flachen Unterlage schließen, damit nichts verkantet.
- Erfolgscheck: Der Magnetrahmen schließt kontrolliert ohne „Schnappen“, ohne eingeklemmten Stoff und ohne eingeklemmte Finger.
- Wenn es nicht klappt: Langsamer, beidhändig arbeiten und den Rahmen so ansetzen, dass die Teile plan aufeinander treffen.
