Schluss mit dem Buchstaben-Schieben: PES-Alphabet-Stichdateien in PE Design 11 als „tippbare“ Tastatur-Schrift mappen

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du in PE Design 11 mit dem Font Creator ein vor-digitalisiertes PES-Alphabet (einzelne Buchstaben als Stichdateien) in eine User-Mapped Keyboard-Schrift umwandelst, die du anschließend ganz normal mit dem Text-Werkzeug tippen kannst. Du lernst den exakten Workflow: Referenzbuchstaben für die Höhe wählen, komplettes Alphabet per Multiple Import einlesen, als .pef speichern, PE Design neu starten (damit die Schrift erscheint) und das Ergebnis am Bildschirm testen – inklusive praxiserprobter Lösungen für typische Probleme wie „Multiple Import ist leer“, „Option für Standardhöhe ist ausgegraut“ und „rote Kästchen/Quadrate“ nach dem Mapping.
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Inhaltsverzeichnis

Warum Embroidery-Fonts mappen?

Aus der Praxis (und ja: auch aus Produktionsumgebungen) ist klar: Die größte Zeitfalle ist nicht immer die Maschine – sondern der Workflow am Bildschirm. Wenn du jedes Mal einzelne Buchstaben-Dateien (A.pes, B.pes usw.) per Drag & Drop auf die Arbeitsfläche ziehst, verlierst du nicht nur Minuten, sondern auch Fokus.

Stell dir vor, du müsstest eine E-Mail schreiben, indem du Buchstaben aus einer Zeitschrift ausschneidest und aufklebst. Genau so fühlt sich „manuelles Monogrammieren“ ohne Mapping an.

Font Mapping in PE Design 11 ist der Schritt vom „Einzelteile zusammensuchen“ hin zu „einfach tippen“. Du nimmst sauber digitalisierte Stichdateien (z. B. Alphabete wie von Anita Goodesign) und bringst der Software bei: „Diese Datei gehört zur Taste A.“ Danach kannst du Namen, Initialen oder Kürzel direkt als Textobjekt setzen.

Die kommerzielle Realität: Software-Tempo vs. Einspann-Tempo

Warum ist das wichtig? Weil in unserer Branche gilt: Tempo = Marge. In kleinen Shops und Neben-Gewerben entstehen Engpässe meist an zwei Stellen:

  1. Designzeit am PC: Das löst du mit Font Mapping.
  2. Einspannzeit an der Maschine: Das löst du mit Werkzeug/Setup.

Diese Anleitung fokussiert auf den Software-Teil. Aber: 5 Minuten am PC sparen bringt wenig, wenn du danach 10 Minuten mit einem klassischen Rahmen kämpfst. Wer digital optimiert, schaut oft als Nächstes auf die physische Seite. Professionelle Stickrahmen für Stickmaschine (besonders magnetische) sind häufig das passende Gegenstück zur digitalen Effizienz – damit aus „Hobby-Tempo“ ein „Auftrags-Tempo“ wird.

OML Embroidery animated classroom intro with avatar.
Introduction

Schritt 1: Font Creator in PE Design 11 öffnen

Ziel

Wir müssen aus der normalen Arbeitsfläche raus und in den „Maschinenraum“ der Software: den Font Creator. Dort wird die Zuordnung (Mapping) der Buchstaben eingerichtet.

Vorgehen

  1. PE Design 11 starten. Du musst kein neues Design anlegen – eine leere Arbeitsfläche reicht.
  2. Menü „Option“ finden: Oben in der Menüleiste.
  3. „Font Creator“ auswählen: Anklicken – es öffnet sich ein separates Fenster.
  4. Arbeitsbereich prüfen:
    • Sichtkontrolle: Du siehst eine Raster-/Tabellenansicht (Grid), nicht die übliche Stickrahmen-/Layoutansicht.
Demonstration of the 'old way': manually dragging individual letter stitch files onto the canvas.
Problem Demonstration
Mouse hovering over the 'Option' menu to select 'Font Creator'.
Menu Navigation

Erfolgskriterium

  • Ja: Im Fenstertitel steht „Font Creator“.
  • Nein: Du bist noch im normalen Editor (weiße Arbeitsfläche/Hoop-Ansicht). Dann erneut über „Option“ gehen.

Warnung: Versuche nicht, Buchstaben auf die normale Layout-Arbeitsfläche zu ziehen und dann „als Font zu speichern“. Das ist ein anderer Workflow und ergibt keinen Text, den du wie eine Tastatur-Schrift tippen kannst. Du musst im Font Creator arbeiten.


Schritt 2: Zeichenhöhe festlegen und Dateien importieren

Die „Sweet-Spot“-Einstellung: Standardhöhe aus einer Stickdatei ableiten

Hier scheitern viele beim ersten Versuch: PE Design fragt, wie die Standard-Zeichenhöhe bestimmt werden soll.

  • Typischer Anfängerfehler: Eine Höhe manuell eintippen (z. B. „50 mm“).
  • Praxis-Variante: „Set standard character height from embroidery file“ auswählen.

Warum? Stickdateien sind keine Vektoren. Dichte, Unterlagestiche und Zugausgleich sind bereits „eingebaut“. Wenn du die Höhe aus einer realen Buchstaben-Stichdatei ableitest, richtet sich das Raster an der tatsächlichen Stick-Geometrie aus.

Font Creator startup dialog asking for character height method.
Initial Setup

Vorgehen: Referenzbuchstaben („Anker“) wählen

  1. Option wählen: Radio-Button Set standard character height from embroidery file aktivieren.
  2. Zum Ordner navigieren: Dort, wo deine (entpackten) PES-Buchstaben liegen.
  3. Anker auswählen: Einen Buchstaben, der die „typische“ Höhe gut repräsentiert.
    • Hinweis aus dem Video: Sue nimmt gern ein „D“ (mittlere Größe) als Referenz.
  4. Bestätigen: Der ausgewählte Buchstabe bekommt eine pinke Umrandung. Dann OK.
Browsing the file directory to find the 'BabyKays' folder.
File Browsing
Grid view of the available alphabet files in the browser window.
Selecting Font Source
Selecting the letter 'D' with a pink highlight to use as the size reference.
Defining Reference Letter

Stapelimport: „Multiple Import“

Jetzt füllen wir das Raster automatisch.

  1. Multiple Import starten: (Dialog/Schaltfläche „Multiple Import“).
  2. Erkennung prüfen:
    • Sichtkontrolle: Du solltest eine Liste/Übersicht sehen, in der Zeichen (A, B, C …) den passenden Dateien zugeordnet werden.
  3. Import ausführen: Import klicken, danach Close.
  4. Grid prüfen: Die vorher leeren Felder sind jetzt mit Buchstaben-Vorschauen gefüllt.
The 'Multiple Import' window displaying all detected characters from the folder.
Reviewing Import
The Font Creator workspace filled with the mapped letters in the grid.
Mapping Confirmation

Wenn „Multiple Import“ leer bleibt: Praxisursache Dateinamen

In den Kommentaren taucht dieses Problem mehrfach auf: Einzelimport funktioniert, aber das Multiple-Import-Fenster bleibt leer.

  • Wahrscheinliche Ursache: Dateinamen/Benennungslogik. Mehrere Nutzer berichten, dass PE Design beim Stapelimport oft nur dann zuverlässig erkennt, wenn die Dateien schlicht benannt sind (z. B. A.pes, B.pes, C.pes …).
  • Praxislösung: Wenn deine Dateien sehr lang und beschreibend heißen (z. B. Sweet-Margie-Font-A-UC-1and1halfinch.pes), kann es nötig sein, die Dateien für den Import auf einfache Buchstaben-Namen umzubenennen.

Wichtig: Das ist zwar lästig – aber es erklärt, warum es bei manchen Alphabeten „sofort“ klappt und bei anderen gar nicht.

Entscheidungshilfe: Welche Alphabete lohnen sich fürs Mapping?

Nicht jedes Alphabet muss in die User-Mapped-Bibliothek.

Bedingung Empfehlung Warum
Häufig genutzt (täglich/wöchentlich) Mappen Einmal einrichten spart dauerhaft Zeit.
Einmaliger Auftrag Einzeln importieren Bibliothek bleibt schlank.
Komplexe Dateinamen Umbenennen oder überspringen Aufwand vs. Nutzen abwägen.
Mehrere Größen (1", 2", 3") Pro Größe separat mappen Stichdateien sind größenabhängig – sauber trennen.

Schritt 3: Deine neue User-Mapped-Schrift speichern

Benennung, die im Alltag funktioniert

Beim Speichern benennst du nicht nur eine Datei – du baust dir ein Werkzeugregal.

  • Schlecht: MyFont1
  • Gut: Chaplet_6inch (oder ähnlich eindeutig)

Warum die Größe in den Namen gehört: Diese Buchstaben sind Stichdateien. Starkes Skalieren ruiniert die Dichte (zu dünn = „löchrig“, zu dicht = Faden-/Nadelstress). Im Video wird die Schrift z. B. als „6 inch“ benannt (mit dem Hinweis, dass es „eigentlich 5 inch“ sei). Für dich zählt: so benennen, dass du später sofort weißt, welche Originalgröße gemappt wurde.

Vorgehen

  1. File > Save.
  2. Namen vergeben: eindeutig + Größe.
  3. Dateityp: Es wird als User Mapped Font (.pef) gespeichert.
Saving the new font file with a specific name in the Save As dialog.
Saving File

Schritt 4: Neustarten und mit dem Text-Werkzeug nutzen

Der Neustart ist Pflicht

Der häufigste Stolperstein: Nach dem Speichern ist die Schrift „weg“. Grund: PE Design lädt die Font-Bibliothek beim Start. Neue User-Mapped-Fonts erscheinen erst nach einem Neustart.

  • Pflichtschritt: PE Design 11 komplett schließen und erneut öffnen.

Testlauf

  1. Text-Werkzeug wählen.
  2. Font-Dropdown öffnen.
  3. Kategorie „User Mapped Text“ suchen (eigener Bereich/Icon).
  4. Deine neue Schrift auswählen.
  5. Tippen: z. B. „OML“ oder „TEST“.
PE Design 11 splash screen appearing as the software restarts.
Restarting Software
Clicking on the 'Text' tool in the Home ribbon.
Tool Selection
Opening the font dropdown and filtering for 'User Mapped Text'.
Font Selection
The letter 'O' appears on the canvas in the new ornate font.
Testing Font
The completed monogram 'OML' spelled out using the text tool.
Final Result

Praxisbeobachtung: „Render-Lag“

Beim Tippen kann es kurz ruckeln.

  • Was du siehst: Du tippst, und die Anzeige braucht einen Moment.
  • Warum: Es werden nicht nur Konturen gezeichnet – PE Design verarbeitet komplexe Stichobjekte.
  • Tipp aus dem Video: Gib dem Rechner kurz Zeit „aufzuholen“, besonders bei aufwendigen Monogramm-Alphabeten.

Troubleshooting: Warum erscheint meine Schrift nicht?

Fehlersuche ist am schnellsten, wenn du Symptome sauber zuordnest.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Fix (schnell & praxisnah)
Schrift nicht in der Liste Font-Bibliothek nicht neu geladen PE Design komplett schließen und neu starten.
Multiple Import ist leer Dateinamen werden nicht erkannt Dateien auf A.pes, B.pes … umbenennen (mindestens testweise mit einem kleinen Satz).
Rote Kästchen/Quadrate Verknüpfung/Quelle fehlt Original-PES-Ordner wurde verschoben/gelöscht. Ordner wiederherstellen bzw. Dateien zurück an den ursprünglichen Speicherort.
„Standard Height“ ist ausgegraut Falsches Fenster/Context Prüfen, ob wirklich der Font Creator aktiv ist (Fenstertitel).

Produktionsdenken: Von der Software zur Stickmaschine

Du hast jetzt den Software-Teil im Griff: Initialen tippen statt Buchstaben einzeln zusammensuchen.

Und dann? In der Praxis verschiebt sich der Engpass oft Richtung Einspannen. Wenn du Serien machst (Teamwear, Handtücher, Jacken), wird Einspannen zum Zeitfresser – und klassische Rahmen können Rahmenabdrücke hinterlassen oder bei dicken Kanten/Nahtkreuzungen nerven.

  • Upgrade-Pfad aus der Praxis:
    • Level 1 (Technik): „Floaten“ mit Sprühzeitkleber (funktioniert, aber ist nicht immer sauber/risikoarm).
    • Level 2 (Tooling): Magnetrahmen.
      • Viele Profis nutzen Systeme wie MaggieFrame oder vergleichbare magnetic embroidery hoops, weil sie schnell klemmen, gleichmäßiger halten und die Handgelenke schonen.
      • Für reproduzierbare Platzierung (z. B. immer gleiche Brustposition) hilft eine Einspannstation für Maschinenstickerei.
    • Level 3 (Skalierung): Bei regelmäßigen Aufträgen mit vielen Teilen wird eine Mehrnadelstickmaschine zum echten Produktivitätshebel – u. a. weil Farbwechsel automatisiert laufen.

Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen
Magnetrahmen sind kein Spielzeug.
* Quetschgefahr: Magnete schnappen stark zusammen – immer an den Kanten greifen.
* Medizinische Geräte: Mindestens 6 inch Abstand zu Herzschrittmachern/Insulinpumpen halten.

Close-up of the completed design showing the intricate stitch details of the font.
Review

Prep

Bevor du loslegst, mach dir den Ablauf leicht – digital und organisatorisch.

Versteckte „Verbrauchsmaterialien“ im Workflow

  • Temporärer Sprühkleber (z. B. 505): hilfreich, wenn du Teile floatest.
  • Wasserlösliche Folie (Topping): besonders bei Frottee wichtig, damit Buchstaben nicht im Flor versinken.
  • Ordnerstruktur: Ein klarer Ordner pro Alphabet/Größe reduziert Fehler beim Import.

Prep-Checkliste

  • Dateien entpackt: PES-Buchstaben liegen in einem normalen Ordner (nicht im ZIP).
  • Größen getrennt: 1 inch und 3 inch nicht im selben Ordner.
  • Referenzbuchstabe gewählt: z. B. D (wie im Video gezeigt).
  • Quelle bleibt stabil: Ordner nach dem Mapping nicht verschieben (sonst rote Kästchen).

Setup

Jetzt wird im Font Creator sauber eingerichtet.

„Spielregeln“ für den Font Creator

  • Eine Größe pro Mapping: Größen nicht mischen.
  • Groß-/Kleinbuchstaben pragmatisch trennen: Wenn der Import zickt, Uppercase und Lowercase als zwei getrennte User-Mapped-Fonts anlegen (hilft beim Debugging).

Setup-Checkliste

  • Font Creator geöffnet: nicht der normale Editor.
  • Höhenmodus korrekt: „Set standard character height from embroidery file“.
  • Referenz markiert: pinke Umrandung sichtbar.
  • Multiple Import erfolgreich: Grid ist gefüllt.
  • Als .pef gespeichert: eindeutiger Name inkl. Größe.

Operation

Jetzt wird die Schrift im Alltag genutzt.

Der „Erstlauf“-Test

Beim ersten Einsatz: nicht nebenbei laufen lassen.

  1. Beobachten: Bei komplexen Monogrammen kann die Darstellung/Verarbeitung kurz dauern.
  2. Sprungstiche im Blick: Mapped-Schriften können mehr Sprungstiche erzeugen als integrierte Fonts – Auto-Trim entsprechend nutzen.

Wenn du an einer Stickmaschine für Anfänger arbeitest, starte beim ersten Probestick eher moderat. Im Draft wird als Orientierung 400–600 SPM genannt.

Operation-Checkliste

  • Neustart gemacht: PE Design nach dem Speichern neu geöffnet.
  • Schrift gewählt: aus „User Mapped Text“.
  • Text getippt: z. B. TEST/OML.
  • Geduld: kurze Verzögerung beim Rendern einkalkulieren.
  • Als PES gespeichert: für den Transfer zur Maschine.

Results

Mit gemappten Alphabeten „upgradest“ du deinen Workflow: Du setzt personalisierte Texte so schnell wie du tippst – ohne jedes Mal Buchstaben-Dateien einzeln zu suchen.

Der kommerzielle Loop: Design ist jetzt schneller. Als Nächstes lohnt sich der Blick auf die Produktion.

  • Wenn Einspannen dein Engpass ist: Such nach Magnetrahmen Anleitung, um zu sehen, wie Magnetrahmen den Setup-Prozess beschleunigen können.
  • Wenn du regelmäßig monogrammierst und mehr Feld/Tempo brauchst: Eine dedizierte Monogramm-Stickmaschine (bzw. Mehrnadelklasse) kann die neue Font-Bibliothek erst richtig ausspielen.

Software beherrschen ist Schritt 1 – Produktion beherrschen ist der Weg.