StitchArtist Satin Border Brushstiche: Die Pi-Übung, mit der du Taper, Nibs und sauberes Layering wirklich verstehst

· EmbroideryHoop
Dieses praxisnahe StitchArtist-Walkthrough zeigt, wie du ein einfaches Pi-Symbol nachzeichnest und aus schlichten Vektorlinien überzeugende „Brush-Stroke“-Satinspalten machst. Du lernst die im Video verwendeten Satin-Border-Einstellungen (Breite, Thickness-Profile, Rounded Nibs), wie du Styles beim Zeichnen konsistent „mitnimmst“ und wie du den häufigsten Sequencing-Fehler („Warum liegt das plötzlich oben?“) im Objects View sauber korrigierst – plus ein paar produktionsnahe Gewohnheiten, mit denen du wuchtige Überlappungen und hässliche Sprungstich-Trims später vermeidest.
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Inhaltsverzeichnis

Wenn du schon einmal einen „Paint-Stroke“-Look digitalisiert hast und das Ergebnis am Ende nach kalt-perfekter Maschine aussah, kennst du dieses unangenehme Gefühl: Die Kante ist zu scharf, die Breite zu gleichmäßig – und statt Pinsel wirkt es wie ein Kunststoffschlauch.

Die gute Nachricht: Du brauchst dafür weder komplizierte Tatami-Füllungen noch eine Textur-Theorie-Vorlesung. Du musst „nur“ verstehen, wie sich der Satin Border in StitchArtist verhält.

In dieser praxisorientierten Analyse zeichnen wir ein Pi-Symbol in StitchArtist nach. Wir nutzen den Satin Border, um Striche zu bauen, die „atmen“: natürlich auslaufend (Taper), in der Mitte kräftiger und mit weichen, organischen Enden. Und wir klären die Logik hinter dem Layering, damit Überlappungen bewusst wirken – nicht wie ein Versehen.

Embrilliance software interface with a blank new page.
Introduction

Ruhe reinbringen: Satin Border in StitchArtist ist der schnellste Weg zum Pinselstrich-Look (ohne dich zu verheddern)

Viele Einsteiger setzen zu viele Punkte, weil sie glauben: mehr Knoten = mehr Kontrolle. In der Praxis entsteht die Pinselstrich-Illusion aber durch drei „große“ Faktoren, die zusammenpassen müssen:

  1. Variable Breite (Flow): Druckwechsel nachahmen – von leicht (dünn) zu kräftig (dick).
  2. Weiche Strichenden (Lift): Der runde Abschluss, wenn der Pinsel vom Untergrund abhebt.
  3. Logisches Layering (Physik): Was „zuletzt gemalt“ wurde, muss optisch oben liegen.

Der Ansatz im Video ist so stark, weil er in einer kontrollierten Umgebung mit einem einzigen Objekttyp arbeitet – Satin Border. So lernst du die Physik der Stiche, ohne dich in Untermenüs zu verlieren.

Hinweis zu Realität vs. Bildschirm: Im Video wird auf einer Arbeitsfläche in 130 mm × 180 mm gearbeitet.

  • Praxis-Check: Am Monitor wirken 6 mm oft „schlank“. In der echten Stickerei ist eine 6,0-mm-Satinspalte bereits eine kräftige Struktur. Sie zieht am Material und braucht saubere Stabilisierung. Lass dich nicht vom Screen täuschen – die Nadel entscheidet.
The imported Pi symbol reference image placed on the grid.
Backdrop setup

Der „unsichtbare“ Profi-Start: Referenzbild so setzen, dass deine Knoten sauber arbeiten

Unsicherheit beim Digitalisieren kommt oft vom Zeichnen „ins Leere“. Im Video wird das elegant gelöst: Ein kontrastreiches Schwarz-Weiß-Bild des Pi-Symbols wird als Hintergrund importiert. Das ist dein „Pauspapier“ – du konzentrierst dich auf Knotenplatzierung statt Proportionen.

Referenzbild importieren (Aktion)

  • Klicke in der Toolbar auf Image.
  • Wähle die Datei aus und platziere sie auf der Arbeitsfläche.

Warum das wichtig ist (Warum)

Wenn du über ein klares Bild nachzeichnest, setzt du automatisch weniger Punkte. In der Maschinenstickerei gilt: weniger Knoten = ruhigerer Stichlauf.

  • Akustik-Check: Wenn die Maschine in Kurven „d-d-d-d-dit“ stottert, sind oft zu viele Knoten mit Mini-Winkeln im Pfad. Eine saubere Kurve klingt eher wie ein gleichmäßiges, rhythmisches Summen.

Prep-Checkliste (Vor dem Zeichnen):

  • Kontext prüfen: Passt deine Seite/Rahmengröße? (Video: 130 mm × 180 mm)
  • Sichtbarkeit: Ist das Bild kontrastreich genug, um die Kante eindeutig zu sehen?
  • Skalierung: Ist das Motiv in der Zielgröße? Nachträgliches Skalieren kann bei Satin die Dichte-/Stichwirkung verändern.
  • Layering-Plan: Welche Linie würde ein Maler zuletzt setzen? (Meist der obere Querbalken.)
  • Objekt-Organisation: Benenne Objekte in der Liste (z. B. „Top Bar“, „Left Leg“), damit du später beim Sequencing nicht rätst.
The top bar converted to a satin border, showing the properties pane.
Applying Satin Border

Der entscheidende Schritt: Aus einer Linie wird ein Satin Border mit 6,0 mm – den Look machen die Profile

Ab hier zeichnest du nicht mehr „Linien“, sondern baust eine Faserstruktur. Im Video wird der obere Querstrich als Vektorlinie angelegt und direkt umgewandelt.

Oberen Strich digitalisieren (exakter Ablauf)

  1. Wähle Draw with points und setze eine einfache Vektorlinie über den oberen Balken.
  2. Aktiviere in der Toolbar Satin Border – die dünne Linie wird sofort zur Satinspalte.
  3. Öffne die Properties und setze:
    • Width: 6.0 mm
    • Line thickness (Profile): Profile #2 (tapered Start)
Selecting a tapered line thickness profile from the illustrated dropdown menu.
Styling the vector line

Warum 6,0 mm hier „gezielt“ ist (Praxislogik)

Für einen Pinselstrich-Look ist die Breite entscheidend.

  • Zu dünn (< 3 mm): wirkt wie Filzstift, nicht wie Pinsel.
  • Arbeitsbereich (4–7 mm): gibt genug Fläche für Glanz/Reflexion im Oberfaden und wirkt „malerischer“.
  • Risiko (> 8 mm): sehr lange Satinstiche können eher hängen bleiben. Wenn du breiter gehst, achte darauf, dass dein Workflow/Setup lange Stiche sauber beherrscht.

Maschinengefühl als Anker: Bei einer 6,0-mm-Satinspalte läuft die Maschine oft mit einem tieferen, gleichmäßigen „thump-thump“. Wenn sie hochfrequent „kämpft“, prüfe Fadenzufuhr und Spannung – breite Satins brauchen ruhigen Fadenlauf.

Changing the nib style from Normal to Rounded.
Refining stroke ends

Schluss mit „abgeschnittenen“ Enden: Rounded Nibs lassen Satin-Enden handgemalt wirken

Schau dir die simulierten Enden in FIG-05 an. Wirken sie wie Farbe? Wenn nicht, ist es meist der typische „Band mit Schere“-Effekt – ein Klassiker bei zu „automatisch“ wirkenden Satins.

Flache Enden beheben (Troubleshooting)

  • Problem: Strichenden wirken abrupt, flach und mechanisch.
  • Ursache: Standard-Nib steht auf „Normal“ (flat).
  • Lösung: Nib at end auf Rounded stellen.

Das wird im Video explizit gezeigt – kleine Änderung, großer Qualitätsgewinn.

Praxis-Hinweis (Lift-Physik)

Rounded Nibs simulieren das Abheben des Pinsels. Für den Look ist wichtig, dass du die Enden nicht durch übermäßiges „Punkt-Gefrickel“ wieder kantig machst.

Warnung (Praxis): Breite Satins mit runden Enden erzeugen viele Einstiche auf engem Raum. Im DRAFT wird eine Reduktion der Geschwindigkeit (z. B. 600 SPM) erwähnt – das kann helfen, wenn du an den Spitzen Fadenrisse oder Unterfaden-Nester bekommst. Arbeite im Zweifel langsamer und teste.

Der Tempo-Trick: Im Satin-Border-Modus bleiben, damit neue Striche den Style automatisch übernehmen

Effizienz trennt Hobby von Workflow. Im Video wird der Modus nicht ständig gewechselt – der Satin Border bleibt aktiv.

So gehst du vor (Workflow)

  • Satin Border nicht deaktivieren.
  • Zeichne den nächsten Strich direkt.
  • Rechtsklick, um die Linie zu beenden.

Ergebnis: Das neue Objekt übernimmt automatisch Breite/Profil/Nib-Einstellungen – praktisch wie ein „Style Preset“ durch konsequentes Weiterarbeiten im gleichen Tool.

Konsistenz-Checkliste:

  • Tool-Check: Ist Satin Border noch aktiv?
  • Width-Check: Steht Width weiterhin auf 6.0 mm?
  • Profil passend?: Taper für „Lift“, Thick-Middle für „Druck“.
  • Nib-Check: Start/End auf Rounded, wo der Pinselstrich weich auslaufen soll.
  • Objektliste prüfen: Sind es getrennte Objekte (für Sequencing), nicht versehentlich „zusammengefangen“?
Drawing the left leg of the Pi symbol using vector nodes.
Digitizing the second stroke

Kurven ohne „Beulen“: Mit Bezier-Handles die Pi-Beine wie echte Striche formen

Geraden sind simpel. Kurven zeigen, ob du Kontrolle hast. Im Video werden die Beine mit Punkten gesetzt – die Qualität kommt über die Bezier-Anpassung.

Gebogene Beine digitalisieren (Technik)

  1. Setze wenige Punkte (Start, Mitte, Ende).
  2. Greife die Bezier-Handles (grün/blau) an den Knoten.
  3. Ziehe und drehe die Handles, bis die Kurve zur Referenz passt.
Adjusting the Bezier handles to curve the line to match the image.
Adjusting curvature

Profilwahl für den Brush-Look

Im Video wird für die Beine Profile #5 hervorgehoben.

  • Optik: in der Mitte dicker, an den Enden dünner.
  • Warum das funktioniert: Das entspricht dem Bewegungsablauf eines echten Strichs: leicht ansetzen, Druck im „Bauch“, leicht abheben.
Applying profile #5 which creates a stroke that is thick in the middle and thin at ends.
Applying variable thickness

Warum weniger Knoten besser sticken (Praxisprinzip)

Jeder Knoten ist wie ein kleiner Lenkeinschlag. Zu viele Mini-Winkel machen Satin-Kanten unruhig.

  • Ziel: Lange, saubere Bögen über Bezier-Handles steuern – das gibt glattere Kanten und schöneren Glanz.

Layering-Fix gegen Peinlichkeiten: Objekte umsortieren, damit der Querbalken zuletzt stickt

Im Video werden die Beine nach dem Querbalken erstellt – dadurch liegen sie zunächst „oben“ und überdecken den Balken. Das wirkt unlogisch.

Was passiert hier? (Diagnose)

  • Standard: Neue Objekte landen so, dass sie später (oben) gestickt werden.
  • Fehlerbild: Der Querbalken (früher erstellt) wird von den Beinen (später erstellt) überdeckt.

So korrigierst du es (Korrektur)

  • Öffne Objects View (meist rechts).
  • Wähle das Satin-Border-Objekt des Querbalkens.
  • RechtsklickMove Last (oder per Drag & Drop ans Ende der Liste).
Right-clicking the object in the list to change the sewing order.
Sequencing

Produktionslogik: Schlechte Reihenfolge erzeugt unnötige Sprungstiche. Wenn die Maschine erst unten links, dann unten rechts und dann wieder nach oben zum Balken springen muss, kostet das Zeit – und Zeit ist Geld.

Feintuning ohne zu verlieren: Strichstärken so angleichen, dass es „designt“ wirkt

Zum Schluss macht die Anleitung einen visuellen Abgleich: Wirken die Beine im Verhältnis zum Querbalken zu dünn, wird nachjustiert.

The final digitized Pi symbol with brush stroke effects applied.
Final Review

Was „passend“ hier bedeutet

Es geht um visuelles Gewicht.

  • Anpassung: Für die Beine z. B. Profile #5, damit die Mitte kräftiger wird und zum 6,0-mm-Balken passt.
  • Schnelltest: Augen leicht zusammenkneifen: Verschwindet ein Teil optisch? Wirkt etwas „aufgeblasen“? Dann Profil/Breite fein anpassen.
Final adjustment of the top bar thickness to match the legs.
Fine tuning

Sprungstich-Realitätscheck: Große Jumps früh erkennen, damit du später nicht nur noch schneidest

Vor dem Export: rauszoomen. Im Video werden die „Travel Lines“ (gestrichelte Verbindungen) angesprochen.

Zoomed out view showing jumps that need trimming.
Conclusion

Produktions-Workflow

  • Rauszoomen: Design in 100% betrachten.
  • Pfad verfolgen: Gehen die gestrichelten Linien über offene Flächen?
  • Entscheidung:
    • Zuhause: ggf. manuell schneiden.
    • Produktion: Sequencing/Start-Stop so ändern, dass Sprünge in Satin verschwinden.

Operations-Checkliste („Nicht sticken, bevor geprüft“):

  • Nib-Check: Sind alle „Brush“-Enden auf Rounded?
  • Profil-Check: Oben Taper vs. Beine Thick-Middle.
  • Layering: Stickt der Querbalken zuletzt?
  • Jump-Scan: Sind Sprünge minimiert?
  • Werkzeug bereit: scharfe Schere/Snip, Pinzette etc. (für sauberes Finish).

Entscheidungsbaum: Von „sieht am Bildschirm gut aus“ zu „stickt sauber“

Software ist erledigt – jetzt kommt Materialrealität. Der häufigste Grund, warum gutes Digitalisieren scheitert, ist fehlende Stabilisierung. Nutze diesen Entscheidungsbaum, damit deine 6,0-mm-Satinstriche den Stoff nicht zusammenziehen.

1) Welcher Stofftyp?

  • Stabiles Gewebe (Denim, Canvas, Twill):
    • Nutze: mittleres Tearaway (2.5oz) oder Cutaway.
    • Einspannen: gleichmäßig straff. Tast-Check: „Trommel“-Gefühl.
  • Instabiles Maschenware (T-Shirt, Polo, Hoodie):
    • Nutze: Mesh Cutaway (No-Show Mesh) + Tearaway.
    • Warum: Maschenware dehnt. 6 mm Satin zieht stark.
  • Hochflor (Handtuch, Fleece):
    • Nutze: Cutaway unten + wasserlöslicher Topper oben.
    • Warum: Topper verhindert Einsinken.

2) Kämpfst du mit dem Rahmen? Dickes Material oder dehnbare Ware sauber einzuspannen ist mit Schraubrahmen oft mühsam – und hier entstehen schnell Rahmenspuren.

  • Upgrade: Viele Profis wechseln auf Stickrahmen für Stickmaschine, die mit Magnetkraft arbeiten. Ein Magnetrahmen reduziert das „Verziehen“ beim Einspannen und spart Zeit.

Warnung (Magnet-Sicherheit): Magnetrahmen haben hohe Klemmkraft. Finger aus der Schließzone halten. Personen mit Herzschrittmacher sollten Abstand halten und Herstellerhinweise beachten.

Wenn der „Brush Stroke“ trotzdem falsch wirkt: Schnell-Tabelle Symptom → Ursache → Fix

Wenn der Probestick „komisch“ aussieht, nutze diese Diagnose, bevor du wahllos Einstellungen änderst.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Quick Fix
Enden wirken stumpf/kantig Nib steht auf Standard. Nib auf Rounded stellen.
Beine liegen „oben drauf“ Sequencing falsch. Querbalken auf zuletzt sticken setzen.
Kanten wirken zackig/beulig Zu viele Knoten. Punkte reduzieren, Kurve über Bezier-Handles formen.
Stoff zieht sich zusammen Stabilisierung zu schwach. Cutaway statt nur Tearaway testen.
Fadenschlaufen oben Oberfadenspannung zu locker / Verschmutzung. Spannung prüfen, Fussel in Spannungsscheiben kontrollieren.

Upgrade-Pfad: Von der Einzelübung zur produktiven Routine

Solche Digitizing-Skills skalieren. Wenn du Satin-Brushstrokes sauber beherrschst, kannst du Logos, Monogramme und mehr sicherer bauen. In der Praxis verschiebt sich der Engpass dann oft von Design zu Einspannen.

Wenn du merkst, dass du mehr Zeit mit dem Einspannen von Shirts verbringst als mit dem Sticken, helfen typische Workflow-Tools aus der Kleinserie:

Wenn du Stickrahmen für Stickmaschinen vergleichst, schau nicht nur auf den Preis. Behandle den Stickrahmen als Produktivitäts-Asset: Wenn ein Magnetrahmen dir pro Shirt 30 Sekunden spart, sind das über die Woche schnell Stunden. Und eine solide Einspannstation für Stickrahmen ist nicht nur ein Tisch – sie ist deine Versicherung gegen schiefe Stickereien.

Beherrsche zuerst den StitchArtist Satin Border. Dann rüste dein Setup so aus, dass es das Volumen tragen kann, das deine neuen Skills ermöglichen.

FAQ

  • Q: Warum wirken 6,0-mm-Satinspalten beim Digitalisieren in StitchArtist am Bildschirm oft dünn, sticken aber in echt sehr „massiv“ und führen dann zu Kräuseln?
    A: Behandle 6,0 mm Satin wie eine schwere Stichstruktur und stabilisiere wie in der Produktion – nicht wie bei einer „leichten Kontur“.
    • Prüfe vor dem Sticken, ob die Breite wirklich 6,0 mm ist (nicht nach Bildschirmgefühl gehen).
    • Wähle das Stickvlies nach Stoff: stabiles Gewebe = mittleres Tearaway (2.5oz) oder Cutaway; Maschenware = Mesh Cutaway + Tearaway; Hochflor = Cutaway + wasserlöslicher Topper.
    • Wenn du an breiten Satinspitzen Probleme bekommst, reduziere die Geschwindigkeit (im DRAFT wird ~600 SPM als sicherer Startpunkt genannt, besonders mit Rounded Nibs).
    • Erfolgscheck: Nach dem Sticken bleibt der Stoff flach, ohne „Einzug“-Wellen entlang der Satin-Kanten.
    • Wenn es weiter scheitert: von „nur Tearaway“ auf Cutaway wechseln (besonders bei Maschenware) und erneut testen.
  • Q: Wie behebe ich bei StitchArtist Satin Border stumpfe, „abgeschnittene“ Strichenden, die wie mit der Schere geschnitten wirken?
    A: Stelle beim Satin Border den „Nib at end“ von Normal (flach) auf Rounded.
    • Öffne die Properties des Satin-Border-Objekts.
    • Setze den End-Nib auf Rounded (und den Start-Nib ebenfalls auf Rounded, wenn du an beiden Enden einen „Lift“ willst).
    • Achte darauf, die Enden nicht durch zu viele Knoten wieder kantig zu machen.
    • Erfolgscheck: In der Simulation wirken die Enden weich gerundet; im Stickbild sehen die Spitzen wie ein Pinsel-Abheben aus.
    • Wenn es weiter scheitert: Geschwindigkeit reduzieren (breite, runde Spitzen bündeln Einstiche und können Fadenrisse oder Unterfaden-Nester triggern).
  • Q: Warum sehen Satin-Kanten in StitchArtist-Kurven zackig aus und warum klingt die Maschine in Kurven wie ein „d-d-d-d-dit“?
    A: Entferne überflüssige Knoten und forme Kurven über Bezier-Handles statt über viele Mini-Winkel.
    • Lösche unnötige Punkte in der Kurve (minimal: Start, Mitte, Ende).
    • Stelle die Bezier-Handles so ein, dass ein sauberer, durchgehender Bogen entsteht.
    • Prüfe die Kurve vor dem Export in 100%-Ansicht, damit kleine Knicke sichtbar werden.
    • Erfolgscheck: Beim Sticken läuft die Kurve gleichmäßig (rhythmisches Summen statt Stakkato).
    • Wenn es weiter scheitert: Zoome rein und suche „Kinks“, wo zwei Knoten zu dicht sitzen, und glätte diesen Abschnitt.
  • Q: Wie korrigiere ich in StitchArtist (Objects View) den Fehler, dass die Pi-Beine über dem Querbalken gestickt werden (Layering wirkt falsch)?
    A: Sortiere die Objekte so um, dass der Querbalken als Satin Border zuletzt gestickt wird.
    • Öffne das Objects View Panel.
    • Wähle das Satin-Border-Objekt des Querbalkens.
    • Nutze „Move Last“ (oder ziehe es ans Ende der Stichliste).
    • Erfolgscheck: In der Vorschau liegt der Querbalken optisch über den Beinen – wie „zuletzt gemalt“.
    • Wenn es weiter scheitert: Nach Änderungen die Stichlisten-Reihenfolge erneut prüfen (neue Objekte werden oft standardmäßig zuletzt gestickt).
  • Q: Wie sorge ich im StitchArtist Satin-Border-Workflow dafür, dass neue Striche automatisch 6,0 mm, Profile und Rounded Nib übernehmen, ohne jedes Mal neu einzustellen?
    A: Bleibe im Satin-Border-Modus und zeichne den nächsten Strich direkt, damit das nächste Objekt den Style übernimmt.
    • Satin Border aktiv lassen (nicht wegklicken).
    • Nächsten Strich zeichnen und per Rechtsklick beenden.
    • In den Properties kurz prüfen: Width, Profile, Nib Start/End.
    • Erfolgscheck: Das neue Objekt zeigt die gleichen Einstellungen ohne manuelle Neueingabe.
    • Wenn es weiter scheitert: Prüfe, ob du versehentlich das Tool gewechselt oder einen anderen Objekttyp erzeugt hast (Objektliste kontrollieren).
  • Q: Wie reduziere ich in der Produktion Rahmenspuren und Stoffverzug beim Einspannen von Maschenware für breite Satinstriche – und wann ist ein Magnetrahmen der nächste Schritt?
    A: Wenn Schraubrahmen Rahmenspuren oder Verzug verursachen, ist ein Magnetrahmen oft das Level-2-Upgrade, nachdem die Stabilisierung stimmt.
    • Zuerst Level 1 fixen: Mesh Cutaway + Tearaway bei Maschenware und gleichmäßig einspannen (nicht überdehnen).
    • Auslöser prüfen: Wenn Ringabdrücke bleiben oder das Motiv durch Einspann-Druck wandert/kräuselt, ist die Einspannmethode der Engpass.
    • Level 2 erwägen: Ein Magnetrahmen kann das „Kämpfen“ mit Schrauben reduzieren und den Stoff beim Einspannen weniger verziehen.
    • Erfolgscheck: Nach dem Einspannen liegt der Stoff flach und entspannt (nicht gedehnt), und nach dem Sticken sind keine Ringabdrücke sichtbar.
    • Wenn es weiter scheitert: Level 3 – Platzierung standardisieren (z. B. mit Einspannstation), um Re-Hoops und schiefe Stickbilder zu reduzieren.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln verhindern Fingerverletzungen und Risiken für Herzschrittmacher beim Arbeiten mit starken Magnetrahmen?
    A: Behandle Magnetrahmen wie Hochkraft-Klemmen: Finger aus der Schließzone und Herzschrittmacher fernhalten.
    • Fingerkuppen frei halten, wenn die Magnete schließen; erst „setzen lassen“, dann nachpositionieren.
    • Magnete kontrolliert trennen, nicht gegeneinander knallen lassen.
    • Sicherheitsabstand für Personen mit Herzschrittmacher einhalten (medizinische Hinweise und Herstelleranleitung beachten).
    • Erfolgscheck: Der Rahmen schließt kontrolliert (ohne Schnappen auf Finger) und hält den Stoff sicher ohne ständiges Neu-Klemmen.
    • Wenn es weiter scheitert: Stoppen und Handling ändern (zwei Hände, Rahmen ablegen, dann Magnete ansetzen).