Stitch & Sew 2.0: Bildimport + Garnfarben-Mapping – der ruhige, wiederholbare Workflow, den Einsteiger wirklich brauchen

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Stitch-&-Sew-2.0-Anleitung zeigt, wie du ein Bitmap-Bild importierst, es vor dem Digitalisieren korrekt über „Dimensions“ skalierst, schnelle Korrekturen im „Draw Package“ machst und Bildschirmfarben auf echte Garnkarten (z. B. Madeira und Isacord) mappst – damit deine Datei planbar ist, bevor du überhaupt Stoff einspannst.
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Inhaltsverzeichnis

Wenn du neu in Stitch & Sew 2.0 bist (der Sprecher nennt es „Embroidery Studio“), ist das Schwierigste nicht das Klicken – sondern das Vertrauen, dass das, was du am Bildschirm siehst, später beim Sticken auch so „funktioniert“.

In der Praxis behandle ich diese Phase wie einen Pre-Flight-Check: sauber importieren, einmal (richtig) skalieren, nur die Änderungen machen, die wirklich helfen, und dann die Farben auf die Garnmarke festlegen, die du tatsächlich laufen lässt. So vermeidest du die klassische Einsteiger-Spirale: „Warum sieht es in der Software gut aus, aber der Stickout wird komisch?“

Der Unterschied zwischen hektischem Rumprobieren und einem ruhigen, reproduzierbaren Ablauf ist oft nur eine Checkliste. Wir gehen die Software-Schritte durch – und ich verknüpfe sie mit den realen Faktoren aus der Maschinenstickerei (Stabilisierung, Einspannen, Fadenspannung), die das reine Software-Tutorial stillschweigend voraussetzt.

The blank workspace of Stitch & Sew 2.0 software showing the grid background.
Software initialization

Noch nicht digitalisieren – beim Bildimport verlieren die meisten Einsteiger die Kontrolle

Das Video startet mit dem richtigen Impuls: Bevor du Stiche erzeugst, importierst du ein Bild, das du als Vorlage digitalisieren willst.

Der wichtige Punkt: Import ist kein „Nebenbei“-Schritt. Wenn du den falschen Dateifilter nutzt, die Größe überspringst oder die Farblogik ignorierst, kompensierst du den Rest des Projekts. Digitalisieren ist wie Fundament gießen: Wenn das Fundament um 1 cm daneben liegt, passt später das Dach nicht.

Was du gleich machst (in exakt der Reihenfolge aus dem Video):

  • Bitmap über das Menü Create importieren.
  • Bildgröße über Dimensions festlegen, bevor du auf OK klickst.
  • Optional Artwork direkt in Create > Draw Package anpassen.
  • Aktive Farbe über Colors setzen (RGB-Mischer / Pipette).
  • Farben über Tools > Show/Hide Stitch Colors auf echte Garnmarken mappen.
Mouse cursor hovering over the 'Create' menu to reveal the dropdown.
Navigating menus to import

Das „unsichtbare Setup“ vor Create > Import Image (ja, das zählt)

Das Tutorial zeigt die Klickwege – erfahrene Digitalisierer wissen aber: Die Vorbereitung verhindert Nacharbeit. Bevor du überhaupt importierst, triffst du Entscheidungen für das physische Endprodukt.

Prep-Checkliste (einmal pro Design)

  • Ziel des Bildes klären: Ist es nur eine Hintergrund-/Tracing-Vorlage (du zeichnest Stiche manuell nach), oder sollen die Bildfarben später konsequent in deiner Farbplanung landen?
  • Zielgröße vorab festlegen: Im Video wird X = 30.00 in gesetzt und Y = 7.50 in automatisch proportional berechnet. Praxis-Check: Nimm ein Maßband und „sieh“ 30 inch am realen Stickfeld – passt das überhaupt in deinen größten Stickrahmen?
  • Garnmarke früh entscheiden: Später wird auf Marken wie Madeira und Isacord gemappt – das geht deutlich entspannter, wenn du vorher weißt, was im Regal steht.
  • Realitätscheck Farbe: Bildschirmfarbe ist RGB-Licht, Garn ist Farbstoff auf Faser. Es wird immer nur „nah dran“ sein, nie 1:1 identisch.
  • Änderungen minimal halten: Für eine saubere Vorlage reicht Draw Package oft aus; für aufwändige Vektor-Bereinigung ist das ein anderer Workflow.
  • „Kleinteile“ bereitlegen: Wenn du so arbeitest, wie viele Shops es tun, helfen Sprühzeitkleber (zum „Floaten“), wasserlöslicher Markierstift für Mittelpunkte und scharfe Applikationsschere – aber nutze nur, was du in deinem Ablauf wirklich brauchst.

Warnung: Wenn du klein digitalisierst und später „am Gerät“ hochskalierst, ruinierst du die Dichte-Logik. Ein Satinstich, der für 2 mm Breite gedacht war, wird bei 6 mm schnell zu locker und instabil. Größe immer vor dem ersten Stich festlegen, damit die Software die Dichte korrekt berechnet.

The 'Open Image File' dialog box displayed in the center of the screen.
Selecting a file to import

Create > Import Image: Das eine Dropdown, das dir 10 Minuten Panik spart

Im Video geht der Sprecher oben in die Menüleiste:

  • Create klicken
  • Import Image klicken

Dann öffnet sich „Open Image File“ – und der entscheidende Punkt ist der Dateityp-Filter.

Mach es genau so wie gezeigt:

  1. Create > Import Image öffnen.
  2. Im Dateibrowser unten (typisch rechts) den Dateityp beachten.
  3. Den Filter auf All Graphic Files stellen, damit die Datei überhaupt sichtbar wird.
  4. Bild auswählen (im Video: „smiley.jpg“).

Das ist genau der Schritt, den viele Anleitungen auslassen – und dann wirkt es für Einsteiger so, als wäre die Datei „weg“ oder „kaputt“. Wenn der Filter nicht auf „All Graphic Files“ steht, tauchen gängige JPG/PNG-Dateien in der Liste oft schlicht nicht auf.

Selecting 'All Graphic Files' from the file type dropdown menu.
Filtering file types

Der Dimensions-Button: Bitmap vor dem Import skalieren (damit Stickrahmen-Passung kein Ratespiel ist)

Der wertvollste Teil des Tutorials: Die Skalierung passiert direkt im Öffnen-Dialog – über einen kleinen Button, den viele übersehen.

Was im Video passiert:

  • Im Fenster „Open Image File“ den kleinen Button Dimensions (unten im Dialog) anklicken.
  • Es öffnet sich ein separates Fenster für die Gesamtmaße.
  • Du gibst entweder Höhe oder Breite ein; der zweite Wert wird automatisch angepasst, damit das Seitenverhältnis erhalten bleibt.

Gezeigt wird:

  • Ursprüngliche Bilddatei-Größe: 25.40 x 19.05 cm (für das Ziel zu klein).
  • Setzen von X = 30.00 in (deutliches Hochskalieren).
  • Automatische Berechnung von Y = 7.50 in.
User selecting 'smiley.jpg' from the file list.
Selecting the specific image
highlighting the small 'Dimensions' button at the bottom of the open dialog.
Preparing to resize image

Warum das funktioniert (und warum es Nacharbeit verhindert)

Digitalisieren ist maßstabsabhängig. Wenn du ein 2-inch-Logo digitalisierst und später auf 10 inch ziehst, verteilen sich die Stiche über eine viel größere Fläche: Ergebnis sind Lücken und „durchscheinende“ Bereiche. Umgekehrt führt starkes Verkleinern schnell zu zu hoher Stichdichte (steifer Griff, Fadenrisse, Nadelstress).

Erwartetes Ergebnis: Nach OK (für die Maße) und erneut OK (zum Öffnen) liegt das Bild bereits in der Zielgröße auf der Arbeitsfläche. Erst dann lohnt es sich, Stiche darüber aufzubauen.

The 'Dimensions' pop-up window showing X and Y input fields.
Entering size values
Clicking OK on the file open dialog after setting dimensions.
Confirming import

Der erste „Win“: Das importierte Bild liegt sauber auf der Arbeitsfläche

Wenn der Import passt, erscheint das Bild im Workspace und ist bereit zum Digitalisieren.

Hier kurz stoppen und mit drei Ankern prüfen:

  • Seitenverhältnis: Wirkt etwas gestreckt/gestaucht? (Sollte nicht passieren, wenn die Proportionen gesperrt bleiben.)
  • Maßstab: Stimmen die Lineale/Skalen am Rand mit deiner Erwartung überein (z. B. in Richtung 30 inch)?
  • Position: Liegt die Vorlage so, dass du komfortabel nachzeichnen kannst?

Wenn du wiederholbar für Kunden arbeitest, ist das auch ein guter Moment für sauberes Versionieren beim Speichern (z. B. Smiley_Design_v01_30inch.emb). Das verhindert das typische „Ich habe die gute Version überschrieben“-Drama.

The imported yellow smiley face graphic placed on the canvas.
Import complete

Create > Draw Package: Schnelle Artwork-Änderungen, ohne Stitch & Sew 2.0 zu verlassen

Das Video zeigt zwei zusammenhängende Punkte:

  • Du kannst einfache Grafiken im Programm erstellen.
  • Du kannst importierte Grafiken direkt im Programm modifizieren.

So modifizierst du ein bestehendes Bild (wie gezeigt):

  1. Bild zuerst importieren.
  2. Create > Draw Package öffnen.
  3. Im Zeichenprogramm Formen zeichnen, Text hinzufügen und Farben ändern.
  4. Mit den Processing-Tools Kanten verbessern oder Farben reduzieren.
  5. Wenn du fertig bist, das Fenster über X schließen.
  6. Beim Speichern: Yes, um die Änderungen anstelle des Originals zu speichern, oder No, um die modifizierte Version nur für die aktuelle Digitalisier-Session zu nutzen.
Create menu showing 'New Bitmap' and 'Draw Package' options.
Menu navigation
The Drawing Package interface with tools on the left side.
Editing the image

Praxis-Tipp aus typischem Shop-Schmerz

Wenn du das Bitmap nur als Vorlage zum Nachzeichnen nutzt, halte die Bearbeitung bewusst klein. Zu viel „Reinigen“ kann Pixelkanten und falsche Konturen erzeugen – und diese verleiten dann zu unruhigen Laufstichen. Oft ist ein leicht weiches Originalbild besser, weil du die Stichführung mit deinem Auge sauber in Kurven setzen kannst.

Colors-Button: Das nächste Objekt übernimmt immer die aktive Farbe

Sobald du wirklich digitalisieren willst, wechselt das Video den Modus:

  • Oben auf Digitizing klicken.

Dann für Farbwechsel:

  1. Oben den Colors-Button (Farbfeld) anklicken.
  2. Im Color Mixer die Farbe auswählen.
  3. Entweder über Palette/Schattierung wählen oder mit der Pipette direkt aus dem Bild sampeln.
  4. Mit OK bestätigen.

Der Kernpunkt, den Einsteiger verinnerlichen müssen:

  • Alles, was du als Nächstes erstellst, nutzt diese aktive Farbe.

Das ist nicht „Kosmetik“, sondern Workflow-Kontrolle: In der Stickerei ist jeder Farbwechsel ein Stopp (oder bei der Mehrnadelstickmaschine mindestens ein definierter Wechsel). Unnötige Farbwechsel kosten Zeit.

Clicking the 'Digitizing' button on the top toolbar.
Switching to digitizing mode
Clicking the 'Colors' square button on the top toolbar.
Opening color settings

Gewohnheit gegen „Mystery Colors“

Bevor du ein neues Objekt anlegst: kurz auf das aktive Farbfeld in der Toolbar schauen. Trainiere dir das als Automatismus an: Tool prüfen → Farbe prüfen → Objekt erstellen. Das spart dir später das mühsame Umfärben.

Tools > Show/Hide Stitch Colors: Bildschirmfarben auf Madeira/Isacord-Garnnummern mappen (für planbare Produktion)

Das ist der produktionsnahe Teil des Tutorials.

Wie im Video gezeigt:

  1. Tools öffnen.
  2. Show/Hide Stitch Colors anklicken.
  3. Es öffnet sich eine Palette, in der du die Farben des Designs ansehen und ändern kannst.
  4. Im Dropdown den Garnhersteller auswählen (gezeigt werden u. a. Madeira und Isacord).
  5. Das Programm matcht die digitale RGB-Farbe automatisch auf die nächstliegende Garnnummer dieser Marke.
  6. Optional kannst du eine konkrete Garnnummer manuell aus der Liste auswählen.
  7. Zum Schluss das Fenster über das kleine X oben rechts schließen.
The RGB Color Mixer palette window.
Selecting a custom color
The smiley face now showing digitizing stitches (tatami fill).
Viewing digitized result
Tools menu dropdown selecting 'Show/Hide Stitch Colors'.
Opening thread library

Warum dieses Marken-Mapping so wichtig ist

RGB ist eine Bildschirm-Sprache; Garnkarten sind eine Produktions-Sprache. Das Mapping ist die Übersetzung von „sieht am Monitor gut aus“ zu „ich kann diese Kone aus dem Regal nehmen und laufen lassen“.

Wenn du mit der beste Stickmaschine für Einsteiger arbeitest, lohnt sich dieser Schritt trotzdem früh: Auch bei einer Ein-Nadel-Maschine profitierst du von einer sauberen, markenkonsistenten Farbplanung – und du merkst rechtzeitig, ob du die passende Garnnummer überhaupt vorrätig hast.

Kommentar-getriebener Hinweis aus der Praxis: „Kann ich Rapos-Farben hinzufügen?“

In den Kommentaren wurde gefragt, ob man Rapos-Garnfarben in die Farbauswahl der Software integrieren kann. Das Video zeigt keine Erstellung eigener Garnkarten – also nicht automatisch davon ausgehen, dass Stitch & Sew 2.0 jede Marke nativ unterstützt.

Was du mit dem Gezeigten sicher machen kannst:

  • Den nächstliegenden Treffer innerhalb der vorhandenen Hersteller-Dropdowns wählen.
  • Dann diese Entscheidung konsequent auf eine konkrete Garnnummer festlegen (z. B. in deinen Job-Notizen), damit es reproduzierbar bleibt.

Damit der Stickout leichter wird: Digitalisieren mit Einspannen & Stabilisierung im Hinterkopf

Das Video ist software-only – dein Ziel sind aber Stiche auf Stoff. Erfahrene Operator bauen deshalb die Brücke: Du digitalisierst so, dass Einspannen und Stabilisieren später nicht gegen dich arbeiten.

Wenn du noch „frei Hand“ am Tisch einspannst, spürst du jeden kleinen Fehler bei Größe und Zugrichtung sofort. Ein stabiler Aufbau reduziert Variablen.

Viele Einsteiger bauen sich irgendwann eine Einspannstation für Stickmaschine, um gleichmäßiger einzuspannen, das Vlies sauber auszurichten und Stoffdrift zu reduzieren. Konstantes Einspannen macht deine Datei erst wirklich „vertrauenswürdig“.

Setup-Checkliste (vor dem ersten Probestick eines neuen Designs)

  • Physische Designgröße prüfen gegen das Stickfeld (du hast sie beim Import über Dimensions festgelegt).
  • Garnmarken-Mapping prüfen (damit du nicht mitten im Lauf rätst).
  • Kurz scannen: Gibt es winzige Farbinseln (unter ca. 2 mm), die unnötige Stopps verursachen?
  • Stabilisierung planen passend zum Material (siehe Entscheidungsbaum).
  • Einspannmethode wählen, die du wiederholen kannst (Handeinspannen, station-gestützt oder Magnetrahmen).

Warnung: Nadeln und Scheren sind in der Stickerei die häufigsten Verletzungsquellen. Maschine vor Nadelwechsel ausschalten oder sperren. Beim Unterfadenwechsel darauf achten, dass die Spulenkapsel sauber einrastet („Klick“). Niemals in den Bereich unter der Nadelstange greifen, wenn die Maschine aktiv ist.

Der Stabilizer-Entscheidungsbaum für die Produktion (weil Software schlechte Unterstützung nicht rettet)

Selbst perfekte Digitalisierung stickt schlecht, wenn der Stoff nicht sauber unterstützt wird. Nutze diesen einfachen Entscheidungsbaum.

Entscheidungsbaum: Stoffverhalten → Vlies-Ansatz

  1. Dehnbar/instabil (Strick, Hoodies, Performancewear)?
    • Aktion: Cut-Away (Startpunkt im Video-Text: 2.5oz).
    • Warum: Dehnung verzieht unter Fadenspannung; Cut-Away stützt dauerhaft.
  2. Gewebt/stabil (Canvas, Denim, fester Twill)?
    • Aktion: Tear-Away reicht oft für Logos; Cut-Away bei hoher Stichzahl (z. B. >10k Stiche).
    • Warum: Gewebe hält Form besser, braucht oft weniger Unterstützung.
  3. Empfindlich/hoop-mark-anfällig (feine Modeware)?
    • Aktion: Weniger Einspann-Druck, ggf. „floaten“ statt hart einspannen; Magnetrahmen können helfen, Rahmenabdrücke zu reduzieren.
    • Warum: Klassische Rahmen können Fasern quetschen.
  4. Hochflorig (Frottee, Samt, Fleece)?
    • Aktion: Wasserlöslicher Topper oben + Cut-Away unten.
    • Warum: Ohne Topper versinken Stiche im Flor.

Wenn du täglich Einspannen für Stickmaschine machst, ist dieser Entscheidungsbaum der Unterschied zwischen „Zufall“ und „reproduzierbar“.

Der Upgrade-Pfad, der sich wirklich natürlich anfühlt: Wann Magnetrahmen Sinn ergeben (und wann nicht)

Wenn dein Software-Workflow sauber ist, wird das nächste Nadelöhr oft das Einspannen: Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit, weniger Stress bei schwierigen Textilien.

So bewerte ich das in der Praxis:

  • Auslöser: Du brauchst länger fürs Einspannen als fürs Sticken. Du siehst dauerhafte Rahmenringe auf empfindlichen Teilen. Du kämpfst mit der Schraube (zu locker = Flagging, zu fest = Druckstellen).
  • Kriterium: Wenn du pro Auftrag mehr als einmal neu einspannen musst (oder bestimmte Stoffe meidest, weil Einspannen nervt), ist der Prozess das Problem – nicht dein Können.
  • Optionen:

Warnung: Starke Magnete sind kein Spielzeug. Magnetrahmen fernhalten von Herzschrittmachern/Implantaten (Abstände gemäß Handbuch). Finger nicht zwischen die Teile bringen – Quetschgefahr. Mit Abstandshaltern lagern, damit sie nicht unkontrolliert zusammenschlagen.

„Warum lief es schief?“ – Troubleshooting: Den Workflow fixen, nicht nur die Datei

Das Video hat keinen eigenen Troubleshooting-Teil – hier sind die häufigsten Probleme, die direkt zu den gezeigten Schritten passen. Wir gehen von „billig“ (Einstellung) zu „teuer“ (Hardware).

Symptom: „Mein Bild erscheint im Import-Fenster nicht.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Dateityp-Filter zu eng.
  • Fix (aus dem Video): Dropdown auf All Graphic Files stellen.

Symptom: „Mein importiertes Bild ist auf der Arbeitsfläche falsch skaliert.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Dimensions nicht vor OK gesetzt.
  • Fix (aus dem Video): Im Öffnen-Dialog Dimensions anklicken, X oder Y eingeben, Auto-Proportion nutzen.

Symptom: „Ich habe die Farbe geändert, aber das nächste Objekt ist trotzdem falsch.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Aktive Farbe nicht gesetzt oder nicht mit OK bestätigt.
  • Fix (aus dem Video): Colors öffnen, Farbe wählen (RGB/Pipette), OK, dann erst das nächste Objekt erstellen.

Symptom: „Meine Farbliste passt nicht zu meinem Garnbestand.“

  • Wahrscheinliche Ursache: Marken-Mapping nicht gewählt.
  • Fix (aus dem Video): Tools > Show/Hide Stitch Colors, Hersteller im Dropdown wählen.

Operation: Mach daraus eine wiederholbare 5-Minuten-Routine (damit du skalieren kannst)

Wenn du von „lernen“ zu „verdienen“ willst, ist Konsistenz alles. Die Schritte im Video sind kurz – aber sie werden stark, wenn du sie jedes Mal gleich ausführst.

Hier denken viele Shop-Betreiber an Durchsatz: Bei Einzelgeschenken ist Zeit „unsichtbar“. Bei 20 Logos pro Woche ist sie brutal sichtbar. Spätestens dann kann ein Ablauf mit festen Einspannstation plus schnellerem Laden den Unterschied zwischen Hobbytempo und Produktionstempo machen.

Operation-Checkliste (Minimum-Standard)

  • Import über Create > Import Image und den Filter „All Graphic Files“ prüfen.
  • Größe über Dimensions im Import-Dialog setzen – nicht später an Handles ziehen.
  • Nur notwendige Änderungen in Create > Draw Package, dann bewusst Yes/No beim Speichern wählen.
  • Erst auf Digitizing wechseln, wenn Größe und Position stimmen.
  • Aktive Farben vor jedem neuen Objekt setzen, damit Farbblöcke sauber bleiben.
  • Auf echte Garnmarke mappen in Tools > Show/Hide Stitch Colors und Garnnummern an deinen Bestand anpassen.
  • Paletten bewusst schließen (kleines X), damit keine Floating-Windows wichtige Tools verdecken.

Wenn Einspannen der langsamste Teil deines Tages ist, ist sauberes Arbeiten nach einer Magnetrahmen Anleitung (Stoff flach, gleichmäßige Spannung, keine Nähte eingeklemmt) oft das einfachste Produktivitäts-Upgrade – bevor du über eine größere Maschine nachdenkst.

FAQ

  • Q: Warum erscheint in Stitch & Sew 2.0 („Embroidery Studio“) eine JPG- oder PNG-Datei im Fenster Create > Import Image nicht, obwohl die Datei auf dem Computer vorhanden ist?
    A: Stelle im Dialog „Open Image File“ den Dateityp-Filter auf „All Graphic Files“, damit Standardbilder sichtbar werden.
    • Create > Import Image öffnen, um den Dateibrowser zu starten.
    • Unten rechts das Dateityp-Dropdown auf All Graphic Files ändern.
    • Danach den Ordner erneut öffnen und das Bild nochmals auswählen.
    • Erfolgskontrolle: Der JPG/PNG-Dateiname ist auswählbar und die Liste ist nicht mehr leer.
    • Wenn es weiterhin nicht klappt: Prüfe, ob es ein gängiges Format (JPG/PNG) ist, speichere eine frische Kopie der Datei und importiere erneut.
  • Q: Wie setzt man in Stitch & Sew 2.0 („Embroidery Studio“) die korrekte Designgröße vor dem Digitalisieren, damit die Stichdichte später nicht „kaputt skaliert“ wird?
    A: Nutze den Dimensions-Button im Import-Dialog und lege die Endgröße fest, bevor du den ersten Stich erstellst.
    • Create > Import Image klicken und im Fenster „Open Image File“ den kleinen Dimensions-Button anklicken.
    • X oder Y einmal eingeben und den zweiten Wert automatisch berechnen lassen (Seitenverhältnis bleibt erhalten).
    • OK zur Größenbestätigung, dann OK zum Platzieren auf der Arbeitsfläche.
    • Erfolgskontrolle: Die Lineale/Skalen auf der Arbeitsfläche entsprechen der Zielgröße (ohne Verzerrung).
    • Wenn es weiterhin nicht passt: Nicht an der Maschine skalieren – zurückgehen und in der Software in der richtigen Größe neu importieren.
  • Q: Warum stickt in Stitch & Sew 2.0 im Digitizing-Modus das nächste Objekt in der falschen Farbe, obwohl ich über den Colors-Button eine neue Farbe gewählt habe?
    A: Das nächste Objekt übernimmt die aktive Farbe – also aktive Farbe setzen und mit OK bestätigen, bevor du das nächste Objekt erstellst.
    • Den Colors-Button anklicken und die Farbe über Mixer oder Pipette wählen.
    • OK klicken, um die aktive Farbe festzulegen, dann erst das nächste Digitalisier-Objekt erstellen.
    • Gewohnheit: Vor jedem neuen Objekt kurz das aktive Farbfeld prüfen.
    • Erfolgskontrolle: Das neue Objekt erscheint sofort in der gewünschten Farbe (keine „Mystery Color“-Blöcke).
    • Wenn es weiterhin falsch ist: Colors erneut öffnen und prüfen, ob die Änderung übernommen wurde; dann Undo und das letzte Objekt mit korrekter aktiver Farbe neu erstellen.
  • Q: Wie mappt man in Stitch & Sew 2.0 die Stichfarben am Bildschirm auf echte Madeira- oder Isacord-Garnnummern über Tools > Show/Hide Stitch Colors?
    A: Öffne Tools > Show/Hide Stitch Colors und wähle im Hersteller-Dropdown die Garnmarke, damit die Software auf die nächstliegende Garnnummer matcht.
    • Tools > Show/Hide Stitch Colors öffnen.
    • Madeira oder Isacord im Hersteller-Dropdown auswählen.
    • Den Vorschlag akzeptieren oder eine konkrete Garnnummer manuell aus der Liste wählen.
    • Erfolgskontrolle: In der Palette stehen Garnnummern der Marke (nicht nur generische RGB-Farben) – die Farbliste wird produktionstauglich.
    • Wenn es weiterhin nicht passt: Wenn die gewünschte Marke nicht gelistet ist, die nächstliegende verfügbare Karte wählen und die Ziel-Garnnummer in den Job-Notizen festhalten.
  • Q: Welche „Hidden Consumables“ sollten vor dem ersten Probestick eines neuen Stitch-&-Sew-2.0-Designs bereitliegen, um Versatz und erneutes Einspannen zu vermeiden?
    A: Lege kleine Hilfsmittel vorab bereit, damit der Stickout zur sauberen Software-Planung passt.
    • Sprühzeitkleber bereithalten, um Vlies zu „floaten“, wenn Einspannen schwierig ist.
    • Wasserlöslichen Stift nutzen, um Mittelpunkte/Platzierung für wiederholbare Ausrichtung zu markieren.
    • Scharfe Applikationsschere für sauberes Trimmen beim Finish bereitlegen.
    • Erfolgskontrolle: Stoff und Vlies bleiben beim Einspannen fluchtend, und das Motiv startet ohne zweiten Einspannversuch zentriert.
    • Wenn es weiterhin driftet: Zielgröße gegen Stickfeld prüfen und sicherstellen, dass das Bild in Endmaßen importiert wurde (nicht später skaliert).
  • Q: Welche Vlies-/Stabilizer-Wahl ist für Strick, Gewebe, empfindliche Stoffe und Handtücher sinnvoll, wenn ein Stitch-&-Sew-2.0-Design real gestickt werden soll?
    A: Wähle das Stickvlies nach Stoffverhalten – Software kann schlechte Unterstützung nicht kompensieren.
    • Cut-Away (häufig ein sicherer Startpunkt: 2.5oz) für dehnbare/instabile Strickware und Hoodies.
    • Tear-Away für viele stabile Gewebe; bei hoher Stichzahl (z. B. über 10k Stiche) auf Cut-Away wechseln.
    • Bei empfindlichen Stoffen mit Neigung zu Rahmenabdrücken: weniger Einspann-Druck und Vlies „floaten“; Magnetrahmen können Rahmenabdrücke reduzieren.
    • Bei Hochflor: wasserlöslicher Topper oben + Cut-Away unten.
    • Erfolgskontrolle: Fläche bleibt flach, wenig Kräuseln, Stiche versinken nicht im Flor.
    • Wenn es weiterhin Probleme gibt: Variablen reduzieren – oft hilft konsistenteres Einspannen (z. B. mit Einspannstation), bevor du die Datei änderst.
  • Q: Welche Sicherheits-Schritte sollte man beim Nadel- oder Unterfadenwechsel beachten, nachdem ein Stitch-&-Sew-2.0-Design für den Stickout vorbereitet wurde?
    A: Maschine ausschalten oder sperren, bevor du Nadeln wechselst, und die Spulenkapsel vollständig einsetzen, bevor du startest.
    • Maschine vor Nadelwechsel ausschalten oder sperren; niemals unter der Nadelstange arbeiten, wenn die Maschine aktiv ist.
    • Beim Unterfadenwechsel auf den „Klick“ achten, der das korrekte Einrasten der Spulenkapsel bestätigt.
    • Nadeln und Scheren als ernsthafte Gefahren behandeln – besonders bei schnellen Produktions-Resets.
    • Erfolgskontrolle: Maschine läuft ohne ungewöhnliche Geräusche, und die Spulenkapsel sitzt spürbar sicher (hörbarer Klick).
    • Wenn es weiterhin hakt: Sofort stoppen und Spulenkapsel neu einsetzen; Handbuch für die korrekte Unterfaden-Installation prüfen.