Stitch & Sew 2.0: Gebogenen Text zu einem DST-Stockdesign hinzufügen – ohne ruinierte Abstände (Beispiel: Malteserkreuz)

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Stitch & Sew 2.0-Anleitung zeigt, wie du ein Tajima-DST-Stockdesign öffnest, die Hauptfarbe per exaktem RGB-Wert änderst, zwei Textelemente ergänzt, sie mit Frames/Line sauber biegst, die Schrift in Stiche umwandelst und unschöne Abstände durch manuelles Verschieben einzelner Zeichen nach der Stichgenerierung korrigierst.
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Inhaltsverzeichnis

DST professionell anpassen: Workflow wie in der Praxis mit Stitch & Sew 2.0

Ein Stockdesign im DST-Format zu individualisieren ist einer der schnellsten Wege, aus „generisch“ etwas „verkaufbares“ zu machen – und genau hier passieren die typischen Anfängerfehler: unsaubere Schrift, komische Abstände oder ein Ergebnis, das auf der Maschine plötzlich unruhig läuft.

In der Praxis sieht man es ständig: Am Bildschirm wirkt alles stimmig – und beim Probestick franst die Schrift aus, wirkt zu dicht oder die Passung stimmt nicht, weil man die Mechanik der Nadel und die reale Materialreaktion nicht mitgedacht hat.

In diesem Stitch & Sew 2.0 Tutorial gehen wir deshalb strukturiert vor: Du öffnest ein Malteserkreuz als Stockdesign (DST/Tajima), färbst es auf ein definiertes „Fire-Engine-Red“ um, setzt zwei Textzeilen („CO.3“ und „RESCUE“) und biegst sie passend zur Form.

Wichtig: Der Video-Workflow ist softwarezentriert (Öffnen, Färben, Lettering, Frames/Line, Stitch It, manuelles Nachjustieren). Genau diese Schritte setzen wir sauber um – und ergänzen an den entscheidenden Stellen die praxisnahen Kontrollpunkte, damit du am Ende ein Layout bekommst, das sich auch zuverlässig sticken lässt.

Opening the File menu to access Open Design.
Starting the project
The Open Design File dialog window showing file browser.
Selecting file
Selecting the 'maltesecross.dst' file from the desktop list.
Choosing the stock design
The stock Maltese Cross design loaded on the canvas in default blue outline.
Initial load
Context menu open with 'Change color' option highlighted.
Modifying attributes
Color Picker window with Red value set to 255 manually.
Setting precise color
The design displayed in Realistic View showing thread texture.
Reviewing appearance
Clicking the Lettering tab in the top toolbar.
Adding text
The text 'CO.3' inside a bounding box placed roughly over the top arc.
Positioning text
Dragging the frame line nodes to curve the text upwards.
Arcing text
The 'CO.3' text converted to black stitches.
Finalizing top text
Selecting just the period symbol using black node handles.
Adjusting kerning
Entering '0.25' into the font height input box.
Resizing text
The 'RESCUE' text resized and placed in the bottom section.
Placing bottom text
Curving the 'RESCUE' text downward to match the bottom rocker.
Arcing bottom text

Mindset: Eine DST-Datei ist eine Stichkarte – kein Vektor

Eine DST-Datei ist ein stichbasiertes Format (häufig im Tajima-Umfeld). Anders als Vektorgrafiken ist DST keine „unendlich skalierbare“ Geometrie, sondern eine feste Abfolge von Koordinaten. Vereinfacht gesagt sagt die Datei der Maschine: „Fahr nach X/Y, setz den Stich.“

Wenn du eine DST-Datei anpasst, bearbeitest du nicht nur „Grafik“ – du greifst in einen bestehenden Stichpfad ein. Ziel ist: Schrift so hinzufügen, dass sie optisch sauber sitzt und sich nicht in problematische Bereiche legt (Überlappungen/zu viel Materialaufbau), die später zu unruhigem Lauf führen.

Egal ob du auf einer Heimmaschine oder einer produktionsnahen tajima Stickmaschine arbeitest: Lesbarkeit, Ausrichtung und saubere Abstände sind immer die Basis.

Warnung: Maschinensicherheit
Wenn du das Design später testst, halte Hände konsequent aus dem Nadelbereich. Niemals unter den Nähfuß greifen, während die Maschine eingeschaltet ist oder „joggt“. Bei hoher Stichzahl passieren Nadelkontakte schneller, als man reagieren kann.

Phase 1: „Clean Room“-Vorbereitung in Stitch & Sew 2.0

Bevor du überhaupt mit Lettering startest, stellst du sicher, dass Datei, Ansicht und Arbeitsbereich stimmen. Das spart Zeit und verhindert das klassische „Warum sehe ich nichts?“

1) Datei sichtbar machen (DST-Filter)

In Stitch & Sew musst du beim Öffnen den richtigen Dateityp wählen – sonst wirkt der Ordner leer.

  • Menüpfad: File > Open Design
  • Dateityp/Filter: Tajima *.DST
  • Praxis-Tipp: Achte darauf, dass du wirklich im Ordner bist, in dem du die Datei gespeichert hast (im Video liegt sie auf dem Desktop).

2) Realistic View einschalten (bessere Beurteilung)

Schalte früh auf Realistic View um. Die Drahtgitter-/Wireframe-Ansicht ist fürs Editieren hilfreich, aber sie zeigt nicht so klar, wie „stichig“ bzw. texturiert das Ergebnis wirkt.

Kontrollpunkt: Sobald Realistic View aktiv ist, siehst du die Stichsimulation mit Fadenoptik – das hilft beim Beurteilen von Überlagerungen und der optischen Wirkung der Schrift.

3) Wenn Text „verschwindet“: Logik der letzten Stichposition

Typischer Moment: Du tippst Text – und er ist scheinbar weg.

In Stitch & Sew 2.0 wird neuer Text oft an der Position des letzten Stiches des importierten Designs abgelegt. Das bedeutet: Der Text ist da, aber nicht dort, wo du gerade hinschaust.

Schnellcheck: Suche nach der Bounding Box nahe der Mitte bzw. am Ende des Designpfads und ziehe sie in deinen Arbeitsbereich.

Prep-Checkliste (kurz & praxisnah)

  • Dateipfad: Liegt die DST dort, wo du sie erwartest?
  • Filter: In File > Open Design ist Tajima .DST* aktiv.
  • Ansicht: Realistic View an, damit du das Ergebnis realitätsnäher beurteilst.
  • Zoom: Für kleine Details (Schrift) in den Bereich hineinzoomen – das verbessert Platzierung und Kontrolle.

Phase 2: Designaufbau (Software-Workflow Schritt für Schritt)

Hauptfarbe exakt setzen (RGB 255/0/0)

  1. Design öffnen: File > Open Design (Malteserkreuz/DST).
  2. Design auswählen.
  3. Rechtsklick > Change Color.
  4. Im Color Picker die Werte setzen: R: 255, G: 0, B: 0.

Warum das sinnvoll ist: Du definierst eine eindeutige Bildschirmfarbe (reines Rot). Das ist eine klare visuelle Vorgabe für die spätere Garnwahl im realen Ablauf.

Color Picker window with Red value set to 255 manually.
Setting precise color

Oberen Text „CO.3“ hinzufügen und biegen (Top-Rocker)

  1. Lettering öffnen.
  2. Passende Schrift wählen (im Video z. B. Cheltenham Small) und CO.3 eingeben.
  3. Wenn der Text „im Design verschwindet“: Bounding Box suchen und nach oben ziehen.
  4. Frames-Werkzeug nutzen und Line auswählen.
  5. An den Handles/Nodes ziehen, um den Text nach oben zu biegen.

Praxis-Kontrollpunkt (Ausrichtung): Die Textkurve sollte optisch parallel zur oberen Kontur des Malteserkreuzes laufen. Wenn der Abstand links/rechts deutlich anders wirkt, ist die Biegung zu flach oder zu stark.

Dragging the frame line nodes to curve the text upwards.
Arcing text

In Stiche umwandeln und Abstände manuell korrigieren

Wenn die Form passt:

  • In der Farbpalette eine Kontrastfarbe wählen (im Video Schwarz).
  • Stitch It klicken, um das Lettering in Stickstiche zu generieren.

Danach kommt der wichtige Praxisgriff: Bei „CO.3“ sitzt der Punkt oft nicht perfekt.

So gehst du vor (wie im Video):

  1. Lettering-Modus verlassen.
  2. Das erzeugte Stichobjekt auswählen.
  3. Den Punkt „.“ gezielt anklicken (du erkennst die Auswahl an den Markern/„schwarzen Quadraten“).
  4. Den Punkt minimal verschieben, bis er sauber zur Grundlinie und zum „O“ passt.
  5. Wichtig: Danach ins Leere klicken, um die Auswahl zu lösen und die Änderung sauber zu übernehmen.
Selecting just the period symbol using black node handles.
Adjusting kerning

Unteren Text „RESCUE“ hinzufügen, skalieren und nach unten biegen

  1. In Lettering den Text RESCUE eingeben.
  2. Höhe auf 0.25 inch setzen (im Video wird das Feld direkt überschrieben und mit Enter bestätigt).
  3. Wieder Frames > Line verwenden.
  4. Diesmal den mittleren Handle nach unten ziehen, sodass eine „Smile“-Kurve entsteht.
  5. Seitenhandles so nachziehen, dass die Kurve zur unteren Form passt.
  6. Stitch It für die finale Stichgenerierung.

Kontrollpunkt: Nutze den verfügbaren Platz, aber halte die Schriftkurve parallel zur Begrenzung der unteren Fläche – so wirkt es „eingepasst“ statt „reingedrückt“.

The 'RESCUE' text resized and placed in the bottom section.
Placing bottom text

Phase 3: Typische Stolpersteine (schnell lösen)

Problem 1: Text erscheint nicht dort, wo du ihn erwartest

Ursache: Standardplatzierung an der letzten Stichposition des importierten Designs.

Lösung: Bounding Box in der Nähe der Mitte/Endposition suchen und in den Zielbereich ziehen. Bei Bedarf auf 100% zoomen und die gesamte Arbeitsfläche scannen.

Problem 2: Zeichenabstände auf gebogener Schrift wirken „komisch“

Ursache: Automatische Verteilung auf einer Kurve ist nicht immer perfekt (besonders bei Satzzeichen).

Lösung: Nach Stitch It Lettering verlassen und einzelne Zeichenobjekte manuell verschieben (wie beim Punkt in „CO.3“).

Phase 4: Abschlusskontrolle

Bevor du speicherst oder exportierst:

  • Zoom auf 100%: Wirkt die Schrift aus normaler Betrachtungsdistanz lesbar?
  • Kurvenvergleich: Sind obere und untere Schrift wirklich parallel zur jeweiligen Kontur?
  • Feinjustage: Wenn ein Zeichen „tanzt“ (Punkt/Abstand), lieber jetzt minimal korrigieren als später am fertigen Stickbild.

Hinweis aus der Praxis

In den Rückmeldungen kommt häufig der Wunsch nach weiteren Software-Tutorials (z. B. zu Stilista 2000). Für dieses Projekt bleiben wir jedoch bewusst bei Stitch & Sew 2.0 und dem gezeigten DST-Workflow, damit du die Grundlagen (Öffnen, Färben, Biegen, Stitch It, manuelles Kerning) sicher beherrschst.

Zusammenfassung

Du hast ein DST-Stockdesign (Malteserkreuz) in Stitch & Sew 2.0 geöffnet, die Hauptfarbe exakt auf RGB 255/0/0 gesetzt, „CO.3“ oben und „RESCUE“ unten ergänzt, beide Texte mit Frames > Line passend gebogen und anschließend über Stitch It in Stiche umgewandelt. Der entscheidende Qualitätshebel ist die Nacharbeit: Einzelne Zeichen (z. B. der Punkt) nach der Stichgenerierung manuell minimal verschieben, bis die Passung sauber wirkt.

Das ist genau der Unterschied zwischen „Software hat’s halt so gemacht“ und einem Ergebnis, das wie bewusst gesetzt aussieht.

FAQ

  • Q: In Stitch & Sew 2.0: Warum wirkt ein Ordner mit Tajima-DST-Dateien beim Öffnen leer?
    A: Meist ist der Dateityp-Filter nicht auf Tajima *.DST gesetzt – dann blendet die Software die Dateien aus.
    • Öffne File > Open (oder Open Design) und stelle den Filter auf Tajima *.DST.
    • Prüfe, ob du wirklich im richtigen Speicherort bist (z. B. Desktop wie im Video).
    • Öffne den Ordner nach dem Umstellen des Filters erneut.
    • Erfolgskontrolle: Die DST-Dateinamen erscheinen sofort in der Liste.
    • Wenn es weiterhin nicht klappt: Prüfe, ob die Endung wirklich .DST ist.
  • Q: In Stitch & Sew 2.0: Warum „verschwindet“ neue Schrift nach dem Hinzufügen zu einem importierten DST-Design?
    A: Der Text wird häufig an der Position des letzten Stiches des importierten Designs platziert – also dort, wo man nicht hinschaut.
    • Aktiviere Realistic View, um Objekte leichter zu erkennen.
    • Suche nahe der Mitte bzw. am Ende des importierten Designpfads nach der Text-Bounding-Box.
    • Ziehe die Bounding Box erst in den Zielbereich und forme sie dann mit Frames > Line.
    • Erfolgskontrolle: Die Textbox ist sichtbar und lässt sich ziehen/biegen, ohne „zu verschwinden“.
    • Wenn es weiterhin nicht klappt: Auf 100% zoomen und die gesamte Arbeitsfläche nach der Bounding Box absuchen.
  • Q: Warum wirken Zeichenabstände bei gebogener Schrift (z. B. Punkt in „CO.3“) manchmal falsch?
    A: Die automatische Verteilung/Positionierung auf einer Kurve ist nicht immer perfekt – besonders bei Satzzeichen.
    • Nach Stitch It den Lettering-Modus verlassen.
    • Einzelne Zeichenobjekte auswählen und minimal manuell verschieben.
    • Erfolgskontrolle: Satzzeichen und Buchstaben sitzen optisch auf einer Linie und wirken gleichmäßig.
    • Wenn es weiterhin nicht passt: Kurve (Frames/Line) leicht nachjustieren und erneut prüfen.
  • Q: Wie biege ich Text in Stitch & Sew 2.0 sauber entlang einer Form?
    A: Nutze Frames mit dem Frame-Typ Line und forme die Grundlinie über die Handles.
    • Text im Lettering-Bereich anlegen.
    • Frames > Line wählen.
    • Handles ziehen, bis die Textkurve parallel zur gewünschten Kontur läuft.
    • Erfolgskontrolle: Der Abstand zwischen Text und Kontur wirkt links/rechts gleichmäßig.
    • Wenn es weiterhin unruhig wirkt: Erst die Position (Bounding Box) korrigieren, dann die Biegung fein einstellen.
  • Q: Kann ich in Stitch & Sew 2.0 die Textgröße schnell auf einen exakten Wert setzen?
    A: Ja – im Video wird die Höhe direkt im Höhenfeld eingegeben.
    • Höhe im Text-Property-Feld auf 0.25 inch setzen.
    • Mit Enter bestätigen.
    • Erfolgskontrolle: Der Text skaliert sofort sichtbar herunter.
    • Wenn es weiterhin zu groß/klein wirkt: Zoom auf 100% und die Lesbarkeit beurteilen.
  • Q: Welche Reihenfolge ist am sichersten: erst biegen oder erst „Stitch It“?
    A: Im gezeigten Workflow wird zuerst gebogen (Frames/Line) und erst danach mit Stitch It in Stiche umgewandelt.
    • Erst Layout/Arc sauber setzen.
    • Dann Stitch It.
    • Danach bei Bedarf einzelne Zeichen minimal manuell korrigieren.
    • Erfolgskontrolle: Nach der Stichgenerierung sind nur noch kleine „Feinschliffe“ nötig, keine großen Formänderungen.
    • Wenn es weiterhin nicht passt: Zurück in Lettering/Frames und die Kurve anpassen, dann erneut generieren.