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Top embed module notice: Dieser Artikel basiert auf dem Video „Quick Lesson on Floriani Save to Sew“ von RNK Distributing.
Du kannst ein wunderschönes Design haben – und trotzdem auf Denim ein steifes, welliges oder „warum zieht das so?“ Ergebnis bekommen, wenn die Datei nie für diesen Stoff optimiert wurde. Die gute Nachricht: Die Funktion „Save to Sew“ in Floriani Total Control U ist genau dafür da – sie nimmt ein allgemeines Design und passt es schnell an ein konkretes Material (Substrat) an.
Was du lernst:
- Wie du ein Design durch „Save to Sew“ laufen lässt und das richtige Stoff-Preset für eine Jeansjacke auswählst.
- Woran du in den Assistenten-Fenstern erkennst, dass die Optimierung wirklich stattgefunden hat.
- Wie du Vlies-/Topping-Hinweise übernimmst und bis zum Ausdruck mitführst.
- Wie du ein Maschinenformat exportierst und typische „wo ist mein Format?“-Verwirrung vermeidest.
- Wie du mit „Print Preview“ und einer Schablone das Motiv sauber und reproduzierbar auf dem Jackenrücken platzierst.
Warum Floriani „Save to Sew“ nutzen?
Wie ein „Stick-Spezialist“ statt „Allrounder“
Im Video erklärt die Trainerin die Grundidee sehr anschaulich: Viele Designs werden eher wie von einem „Allgemeinmediziner“ erstellt – sie funktionieren irgendwie auf vielen Stoffen. Sobald du aber ein konkretes Material hast (z. B. Jeansjacke), willst du einen „Spezialisten“. Genau das macht „Save to Sew“: Es digitalisiert das gleiche Motiv für den ausgewählten Stoff neu, statt dass du selbst raten musst, welche Parameter du manuell ändern solltest.

Praktisch gedacht: Du änderst nicht deine Maschine – du änderst, wie sich die Datei auf genau diesem Stoff verhält. Wenn Denim bei dir schon mal „zu bulletproof“ wirkte, Satinkanten verzogen waren oder Flächen zu hart wurden, zielt dieser Ablauf darauf ab, diese Risiken zu reduzieren, indem stoffbezogene Einstellungen angewendet werden.
Automatische Stoff-Anpassungen
„Save to Sew“ fragt, worauf du sticken willst, damit es für dich neu digitalisieren kann. Im Denim-Beispiel werden u. a. Dichte, Unterlage, Zugausgleich (Pull Compensation) und weitere Einstellungen angepasst, damit das Motiv auf diesem Substrat sauberer läuft.
Ein SEO-Begriff, nach dem viele suchen, ist Einspannstation für Maschinenstickerei – aber selbst mit perfekter Platzierung hilft dir das wenig, wenn die Datei für Denim zu dicht ist. „Save to Sew“ ist die „Datei-Seite“ der Lösung, die sich ideal mit sauberem Einspannen kombiniert.
Schritt-für-Schritt: Optimierung für Denim
Warnung: Halte Finger, Haare und weite Ärmel während des Stickens von beweglichen Maschinenteilen fern und gehe mit Nadeln/Scheren vorsichtig um – Nadeln nur bei ausgeschalteter Maschine wechseln und abgebrochene Nadelteile mit einem Werkzeug entfernen.
Den richtigen Stoff auswählen
Öffne zuerst ein Design in Floriani Total Control U. Im Video navigiert die Trainerin zu den monatlichen Designs und lädt „Farm Fresh“ in den Arbeitsbereich.


Starte dann „Save to Sew“, indem du oben in der Werkzeugleiste auf das Symbol mit dem Zauberer-Hut klickst.

Wenn der Dialog erscheint, wähle den Stofftyp. Die konkrete Auswahl im Video ist „Denim (Jacket)“ – also nicht nur „Denim“ allgemein. Damit gibst du dem Assistenten den realen Einsatzzweck vor.


Schnell-Check (Checkpoint): Nach der Auswahl solltest du sicher sein, dass du die nächstpassende Variante zu deinem Projekt gewählt hast (hier: Jeansjacke, nicht z. B. ein leichter Denim-Stoff). Erwartetes Ergebnis: Der Assistent ist jetzt so eingestellt, dass er denim-spezifische Anpassungen anwenden kann.
Walter-Floriani-Rezepte anwenden
Im Video wird darauf hingewiesen, dass die „New style settings“ die Walter-Floriani-Familien-Einstellungen für verschiedene Stoffe enthalten – und dass der Assistent u. a. Dichte, Unterlage, Zugausgleich und weitere Parameter anwenden kann.

Erwartetes Ergebnis: Mit ausgewähltem Stoff und aktivierten neuen Style-Einstellungen führt „Next“ zu einem Bildschirm, auf dem die Software die Änderungen bzw. Hinweise für das spätere Sticken ausgibt.
Achte darauf: Wenn du bei der Stoffauswahl zu schnell „irgendwas Ähnliches“ nimmst, kann das Ergebnis weiterhin zu schwer wirken oder sich merkwürdig verziehen. Der Nutzen liegt in der Spezifität.
Stichzahlen vergleichen
Das Video nennt konkrete Zahlen: Vorher hat das Design 8.763 Stiche, nach der Denim-Optimierung 7.900. Diese Reduktion wird als sichtbarer Hinweis gezeigt, dass das Design für Denim angepasst wurde.


Schnell-Check (Checkpoint): Vergleiche die Stichzahl vor und nach der Optimierung. Erwartetes Ergebnis (wie im Denim-Beispiel): Die Stichzahl ändert sich nach „Save to Sew“. Eine Änderung ist ein starkes Indiz, dass wirklich neu angepasst wurde – nicht nur eine Kopie gespeichert.
Aus den Kommentaren: Ein Zuschauer fragt nach dem Speicherformat für Bernina ART. Eine Antwort darauf: Bernina kann auch EXP lesen. Praktisch heißt das: Wenn du im Export keine explizite „ART“-Option findest, kann EXP trotzdem ein gangbarer Weg sein (genau das wird im Kommentar genannt). Prüfe unterstützte Formate immer zusätzlich in Handbuch/bei deinem Händler.
In diesem Schritt bist du noch komplett in der Software – aber du verhinderst bereits den häufigsten Denim-Fehler: eine Datei, die zu dicht ist und gegen den Stoff „arbeitet“.
Stabilizer Success Secrets
Heat N Sta und Heat N Gone einsetzen
Auf der Zusammenfassungsseite des Assistenten zeigt das Video konkrete Empfehlungen: Floriani Heat N Sta verwenden, einspannen („hoop it“) und oben mit Heat N Gone abdecken.
Das ist wertvoll, weil es die Datei-Optimierung direkt mit dem physischen Aufbau verknüpft: Denim ist zwar stabiler als Strick, aber Jacken können sich trotzdem verziehen – und je nach Motiv kann ein Topping helfen, die Oberfläche zu kontrollieren.
Viele versuchen Denim-Probleme ausschließlich über Vlies zu „reparieren“. „Save to Sew“ dreht das um: erst die Datei passend machen, dann den Aufbau mit Vlies-/Topping-Hinweisen absichern.
Software-Empfehlungen als Basis nehmen
Nutze die Vlies-/Topping-Notizen aus dem Assistenten als Ausgangspunkt und ändere erst dann etwas, wenn dein Probestick es wirklich verlangt.
Wenn bei dir weniger die Datei als das Einspannen der Engpass ist: Magnetrahmen für Stickmaschine können in der Praxis helfen, weil sie bei dicken Lagen schneller schließen, Rahmenspuren reduzieren können und bei Wiederholungen Zeit sparen.
Warnung: Magnete können stark einklemmen. Finger beim Schließen eines Magnetrahmens frei halten, Magnete zum Trennen gegeneinander verschieben (nicht hebeln) und Magnete von Elektronik sowie magnetischen Datenträgern fernhalten.
Wenn du viel Volumen stickst, kann eine Mehrnadelstickmaschine außerdem Handling-Zeit zwischen Farbwechseln reduzieren. Der „Save to Sew“-Workflow bleibt trotzdem relevant, weil die Datei weiterhin zum Stoff passen muss.
Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks
Diese Punkte werden im Video nicht als eigene Faktenliste genannt, sind aber genau die Details, die im Ablauf oft den Unterschied machen, bevor du eine Jacke „ernsthaft“ bestickst:
- Oberfaden vs. Unterfaden: Achte auf reproduzierbares Unterfadenverhalten, damit die Spannung in dichten Bereichen stabil bleibt. Wenn du Oberfaden-Typen wechselst, prüfe Spannung/Stickbild mit einem kurzen Test.
- Nadel-Logik: Denim ist gewebt und kann zäh sein. Wenn du Fadenbruch/Fransen siehst, teste eine frische Nadel und stelle sicher, dass Nadel und Faden zum Material passen.
- Vlies (Backing) und Topping: Auch schwere Gewebe profitieren oft von stabilem Backing gegen Verschieben und zur Unterstützung dichter Flächen. Topping hilft, wenn Stiche in Textur einsinken oder Kanten sauberer werden sollen.
- Kleinteile & Pflege: Schere, Pinzette, Werkzeug für Nadelreste und eine Bürste bereithalten. Greifer-/Spulenbereich regelmäßig reinigen – Denim und manche Vliese fusseln.
Prep-Checkliste (bevor du optimierst und druckst):
- Floriani Total Control U startet sauber und du kommst in deine Design-Bibliothek.
- Das Zielteil ist klar (z. B. Rücken einer Jeansjacke) und die Platzierung ist entschieden.
- Backing/Topping sind grob geplant (abhängig von Struktur und Stichdichte).
- Oberfaden/Unterfaden sind vorbereitet und eine frische Nadel ist für Tests verfügbar.
- Du kannst Vorlagen drucken (Drucker verbunden, Papier vorhanden).
Von der Software zum Sticklauf
In mehreren Maschinenformaten speichern
Nach Abschluss des Assistenten zeigt das Video: Du kannst ein Format für praktisch jede Maschine wählen, speichern – und die Stabilizer-Notizen werden mit übernommen.
Schnell-Check (Checkpoint): Erwartetes Ergebnis: eine gespeicherte Stickdatei im gewählten Format plus Notizen, die beim Design bleiben (damit der Vlies-Plan nicht zwischen PC und Maschine verloren geht).
Wenn du für mehrere Maschinen exportierst, hilft eine einfache Dateibenennung (z. B. Stoff-Preset im Dateinamen), damit du nicht versehentlich die „General“-Version auf Denim stickst.
Vorlagen mit Fadenkreuz drucken (Print Preview)
Im Video geht der Ablauf danach auf File > Print Preview, damit du eine Platzierungshilfe bekommst.
Die Trainerin betont, dass die Vorschau X- und Y-Linien sowie Diagonalen liefert – also genau die Informationen, die du für präzise Platzierung brauchst.
Warum das wichtig ist: Jackenrücken sind gnadenlos. Wenn du nicht mittig bist, sieht man es sofort. Eine gedruckte Vorlage gibt dir eine physische Referenz, die du an Nähten, der hinteren Mitte oder anderen Landmarken ausrichten kannst.
Wenn du häufig platzieren musst, liest man oft hoop master Einspannstation als Ansatz für schnellere, gleichmäßige Ausrichtung. Ob mit Station oder ohne: Entscheidend ist, dass du das Fadenkreuz-System nutzt statt „nach Augenmaß“.
Template Tearaway verwenden
Im Video druckt die Trainerin auf Floriani „Template Tearaway“. Erwartetes Ergebnis: ein vollständiges Blatt mit Motiv, Fadenkreuzen/Diagonalen und den Text-Hinweisen.
Schnell-Check (Checkpoint): Prüfe, ob der Ausdruck die Ausrichtungslinien und die Stabilizer-Notizen enthält. Wenn Notizen fehlen, gehe zurück und stelle sicher, dass du den Assistenten abgeschlossen und die optimierte Version gespeichert hast (nicht das Original).
Setup-Checkliste (bevor du die Jacke einspannst):
- Die optimierte Datei ist im richtigen Maschinenformat gespeichert.
- Der Ausdruck zeigt Fadenkreuze/Diagonalen und enthält die Stabilizer-Notizen.
- Du kennst die Referenzpunkte am Kleidungsstück (hintere Mitte, Passe, etc.).
- Du hast einen Stickrahmen gewählt, der den Bereich flach hält, ohne Nähte zu stressen.
Operation / Steps (Stickablauf, den du wiederholen kannst)
Auch wenn das Video den Fokus auf Software legt, ist das der praktische Stickablauf, auf den dich der Assistent vorbereitet:
1) Optimierte Datei laden (nicht das Original). Erwartetes Ergebnis: Das Motiv wird korrekt angezeigt, Größe/Ausrichtung sind prüfbar.
2) Jackenbereich einspannen/klemmen, sodass die Zielzone flach und unterstützt ist. Nutze die gedruckte Vorlage, um die Mittellinien des Motivs an deinen Referenzlinien auszurichten. Erwartetes Ergebnis: Die Platzierung wirkt „eingeloggt“, nicht geraten.
3) Backing und Topping anwenden gemäß Assistenten-Notizen (Video-Beispiel: Heat N Sta als Backing, Heat N Gone als Topping). Erwartetes Ergebnis: Oberfläche bleibt kontrolliert, Stiche sinken weniger ein und verziehen sich weniger.
4) Wenn möglich kurz testen (Teilbereich oder ähnliches Material), bevor du den Jackenrücken endgültig stickst. Erwartetes Ergebnis: Spannungs-/Nadelthemen fallen früh auf.
Wenn dicke Teile bei dir regelmäßig Zeit fressen, werden Magnetische Einspannstation-Setups manchmal genutzt, um wiederholbares Klemmen zu beschleunigen und Ermüdung zu reduzieren.
Operation-Checkliste (direkt vor Start):
- Die Maschine hat die optimierte Denim-Version geladen.
- Das Kleidungsstück ist so gesichert, dass nichts in das Stickfeld rutscht; überschüssige Lagen sind weggebunden.
- Backing/Topping entsprechen dem Plan aus den Assistenten-Notizen.
- Nadel ist frisch und passend; Fadenweg stimmt; Spulenbereich ist sauber.
- Du hast geprüft, dass die Nadel über Nähte/Knöpfe/dicke Übergänge frei läuft.
Troubleshooting & Recovery
Nutze diesen Abschnitt, wenn im Prozess etwas schiefgeht. Jedes Thema ist aufgebaut als: Symptom → Wahrscheinliche Ursache → Schnelltest → Fix → Alternative.
1) Symptom: Die Stichzahl ändert sich nach „Save to Sew“ nicht
- Wahrscheinliche Ursache: Das Stoff-Preset wurde nicht angewendet oder die neuen Style-Einstellungen waren nicht aktiv.
- Schnelltest: „Save to Sew“ erneut starten und prüfen, ob „Denim (Jacket)“ gewählt ist und du bis zur Zusammenfassung weiterklickst.
- Alternative: Wenn unklar ist, welche Datei welche ist: konsequent umbenennen und das Original unangetastet lassen.
2) Symptom: Du findest nicht das erwartete Maschinenformat (z. B. „Bernina ART“)
- Wahrscheinliche Ursache: Die Exportliste zeigt diese Bezeichnung ggf. nicht an.
- Schnelltest: Verfügbare Formate im Speicherdialog prüfen und mit den Formaten deiner Maschine abgleichen.
- Alternative: Bei mehreren Marken: getrennte Ordner je Format, damit du nicht die falsche Datei lädst.
3) Symptom: Die Platzierung wirkt auf dem Jackenrücken nicht mittig
- Wahrscheinliche Ursache: Die Vorlage wurde nicht an einer konstanten Kleidungsstück-Landmarke ausgerichtet.
- Schnelltest: Vorlage auflegen und prüfen, ob Fadenkreuz auf hintere Mitte bzw. deine Referenz passt.
- Alternative: Wenn das häufig passiert: ein wiederholbarer Platzierungs-Workflow mit Station; manche suchen dafür nach hoopmaster-Prozessen, um menschliche Fehler zu reduzieren.
4) Symptom: Denim wirkt trotz Optimierung noch zu dicht/steif
- Wahrscheinliche Ursache: Das Motiv ist für die konkrete Denim-Stärke weiterhin sehr schwer, oder der physische Aufbau (Backing/Topping) passt nicht zur Stichdichte.
- Schnelltest: Stichzahl optimiert vs. original vergleichen und sicherstellen, dass wirklich die optimierte Datei gestickt wird.
- Alternative: Wenn Einspannstabilität der limitierende Faktor ist, kann ein Magnetrahmen bei dicken Lagen konstanter halten – besonders wenn klassische Rahmen rutschen.
Results & Handoff
Wenn alles passt, besteht dein „Handoff-Paket“ aus drei Dingen: (1) optimierte Stickdatei im richtigen Maschinenformat, (2) gedruckte Platzierungsschablone mit Fadenkreuz/Diagonalen und (3) Stabilizer-Notizen, die den physischen Aufbau festlegen.
Wenn du auf einer Haushalts-Einnadelmaschine stickst, liegt der Fokus auf sorgfältiger Platzierung und kontrolliertem Start. Wenn du industriell (Mehrnadelstickmaschine) arbeitest, liegt der Fokus auf Wiederholbarkeit – konsistentes Einspannen/Klemmen und klare Dateibenennung, damit immer die Denim-optimierte Version geladen wird.
Wenn du häufig Jacken und andere voluminöse Teile stickst, kann es sich lohnen, Workflow-Tools wie brother Stickrahmen-Alternativen (für Nutzer dieser Plattform) oder Magnetrahmen als Upgrade zu prüfen – entscheide danach, ob dein aktuelles Einspannen zu Verschieben, Rahmenspuren oder langsamen Rüstzeiten führt.
