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Porträthaar zu digitalisieren ist genau der Punkt, an dem viele Designs, die am Bildschirm „super“ aussehen, auf Stoff auseinanderfallen. Haar ist eine große, deckende Fläche – und große Füllflächen neigen zu Kräuseln, Verzug und diesem harten „Plastikhelm“-Look, wenn Form, Unterlage und Stichrichtung nicht kontrolliert sind.
Dieser Beitrag übersetzt ein kurzes TES-(Threads Embroidery Software)-Screen-Recording in einen Workflow, den du reproduzierbar abarbeiten kannst: Haarform manuell anlegen, Farbe und Unterlage setzen, Füllstiche generieren, für das nächste Haarsegment wiederholen und am Ende die Farbsequenz so korrigieren, dass die Vorschau zu deinen gewünschten Haut- und Haartönen passt.

Nicht erschrecken, wenn das Porträt in der TES-Drahtansicht „falsch“ aussieht – das ist am Anfang normal
Wenn du ein Porträt in TES startest, sieht die frühe Phase oft unerquicklich aus: Drahtkonturen über einem Hintergrundbild, merkwürdige Farben und Flächen, die noch nicht wie Haar wirken. Das ist kein Scheitern – das ist schlicht die Reihenfolge der Arbeitsschritte.
Im Video beginnt der Ersteller in einer drahtartigen Ansicht mit dem Hintergrundbild als Referenz und schaltet den Hintergrund beim Setzen der Punkte immer wieder an/aus. Genau diese Gewohnheit verhindert viele typische Anfängerfehler: Du kontrollierst ständig, ob deine Knoten wirklich der Haarlinie folgen – statt einer „ausgedachten“ Kontur.
Gerade bei Porträts hilft ein ruhiger Ansatz: Erst saubere Formen bauen, danach über Stichrichtung und Farbzuordnung Natürlichkeit erzeugen.

Das „unsichtbare“ Setup, bevor du in Threads Embroidery Software (TES) Punkte setzt
Bevor du den ersten Knoten klickst, richte dich so ein, dass du später nicht eine Stunde lang vermeidbare Probleme reparierst. Digitalisieren ist nur die halbe Miete – die andere Hälfte ist Physik.
Was das Video zeigt (und warum es wichtig ist)
- Der Ersteller schaltet das Hintergrundbild an (B), um sauber nachzuzeichnen.
- Er setzt die Form manuell per Punkt-Plotting und schließt die Kontur.
- Zentrale Aktionen laufen über das Rechtsklick-Kontextmenü (Farbwechsel, Füllung erzeugen).
Praxis-Setup, das dir spätere Fehlstiche erspart (aus dem Ablauf ableitbar)
- Arbeite von der Zielgröße aus. Im Video liegt das Design am Ende bei ca. 72,14 mm Höhe und 77,16 mm Breite. Diese Größenordnung ist wichtig, weil große Füllflächen bei Porträts besonders empfindlich auf Verzug reagieren.
- Plane Segmentierung von Anfang an. Haar sollte selten „eine einzige“ riesige Füllfläche sein. Im Video wird in mindestens zwei Bereiche aufgeteilt – das erleichtert Passung und reduziert Spannung.
- Behalte die Stichzahl im Blick. In der Statusleiste steigt sie von 20.584 (früh) auf 22.127 (am Ende). Das ist normal, wenn du Flächen ergänzt und Einstellungen finalisierst.
Prep-Checkliste (bevor du das erste Haarsegment digitalisierst)
- Hintergrund prüfen: Hintergrundbild mit B aktivieren und sicherstellen, dass es als Referenz passt.
- Reihenfolge festlegen: Mit der größten, ruhigsten Haarmasse starten.
- Werkzeugmodus prüfen: Richtigen Punkt-/Objektmodus verwenden (im Video ist als Point Type Fill Side zu sehen).
- Segment-Plan: Mindestens zwei Haarsegmente einplanen (Hauptmasse + oberer/seitlicher Bereich).
- Sicher speichern: Früh eine Version anlegen (z. B.
Portrait_Rev01.emb), damit du bei Fehlklicks zurück kannst.

Haar-Kontur mit dem Punktwerkzeug setzen: Saubere Formen schlagen „Fancy“-Stiche – jedes Mal
Im ersten Segment schaltet der Ersteller den Hintergrund ein und setzt die Punkte manuell entlang der Haaraußenkante, bis eine geschlossene Vektorform entsteht. Du siehst dabei eine Drahtkontur über dem Rasterbild.
So gehst du praktisch vor, damit die spätere Füllung stabil bleibt:
- Hintergrund einschalten (B), damit du die echte Haarlinie triffst.
- Punkte entlang der Haar-Kontur setzen, bis die Form sauber geschlossen ist.
- Kontur bewusst führen. Haarlinien sind nicht perfekt glatt – aber zu viele winzige „Zacken“ erzeugen später unruhige Stichläufe und optisches Rauschen.
Erwartetes Ergebnis: Eine geschlossene Kontur, die die Haarmasse sauber abgrenzt – ohne Lücken, ohne ungewollte Spitzen.

TES-Rechtsklick-Menüs für Farbwechsel + Unterlage: Die zwei Einstellungen, die über Kräuseln entscheiden
Nachdem die erste Haarform steht, öffnet der Ersteller per Rechtsklick das Kontextmenü, geht auf Other > Color Change und wählt einen Grauton. Danach öffnet er die Eigenschaften und setzt „ein bisschen Unterlage“, um die große Fläche zu stabilisieren.
Das ist der Moment, in dem du die spätere Stickqualität vorentscheidest.
Vorgehen (wie im Video)
- Objekt auswählen und rechtsklicken.
- Other > Color Change wählen und den gewünschten Haarton setzen (im Video: grau).
- Unterlage sparsam aktivieren, bevor du die Füllung erzeugst.
Warum „ein bisschen Unterlage“ hier genau richtig ist
Unterlage ist das Fundament. Bei großen Füllflächen reduziert sie Stoffwanderung und sorgt dafür, dass der Oberfaden gleichmäßiger aufliegt.
Wichtig ist die Logik aus dem Video: erst stabilisieren, dann füllen. Wenn du später auf realem Material stickst, gilt zusätzlich: Software kann instabiles Einspannen nicht „wegzaubern“. Gerade bei Kleidung wird sauberes Einspannen für Stickmaschine schnell zum Engpass – wenn der Stoff im Rahmen driftet oder „flaggt“, sieht selbst eine gute Datei schlecht aus.
Warnhinweis: Beim späteren Probestick und beim Trimmen Hände von Nadeln/Schneidern fernhalten. Porträts erzeugen oft viele Sprungstiche – Hektik führt schnell zu Schnitten oder zu beschädigtem Stoff.

Füllstiche in TES erzeugen (und speichern, als wäre es Pflicht)
Als Nächstes klickt der Ersteller rechts und wählt Fill, um die Vektorform in echte Stickstiche umzuwandeln. Aus der Drahtkontur wird eine sichtbare Füllstruktur.
Exakter Ablauf aus dem Video
- Rechtsklick auf die Haarform.
- Fill wählen.
- Die Kontur wird gemäß deinen Einstellungen in Stiche umgerechnet.
- Der Ersteller sagt sinngemäß, dass er immer speichert, sobald er daran denkt.
Dieser Satz ist Gold wert: Manuelles Digitalisieren besteht aus vielen kleinen Knoten- und Objektänderungen. Mach dir „Speichern nach jedem Segment“ zur Regel (z. B. Ctrl+S nach jeder erfolgreich erzeugten Füllung).
Erwartetes Ergebnis: Die Haarfläche ist in der Simulation als Füllung sichtbar und du kannst Deckung und Richtung beurteilen.
Checkliste direkt nach der ersten Füllung
- Sichtprüfung: Sind wirklich Stiche generiert (Simulation), nicht nur Drahtkontur?
- Randprüfung: Bleibt die Füllung sauber innerhalb der Kontur?
- Sofort speichern: Datei direkt nach erfolgreicher Füllung sichern.
- Farbblock prüfen: Passt der gewählte Farbblock grundsätzlich (auch wenn die Gesamtvorschau noch „komisch“ wirkt)?
Oberes Haarsegment digitalisieren: Form wiederholen, dann Trim + Unterlage, dann Fill
Im nächsten Abschnitt wechselt der Ersteller zum oberen/linken Haarbereich und setzt erneut manuell Punkte. Bevor er die Füllung erzeugt, setzt er per Rechtsklick Trim und ergänzt wieder „ein bisschen Unterlage“, dann füllt er.
Das ist ein sehr sinnvoller Porträt-Workflow: Getrennte Segmente erlauben unterschiedliche Stichrichtungen – und Haar wirkt dadurch weniger wie eine einzige, flache Platte.
Reihenfolge (wie im Video)
- Oberes Haarsegment mit Punkten anlegen, bis die Form geschlossen ist.
- Rechtsklick: Trim aktivieren (damit zwischen Segmenten geschnitten wird – keine „Schleppfäden“ über das Gesicht).
- Unterlage sparsam setzen.
- Rechtsklick: Fill.
Erwartetes Ergebnis: Ein zweites, gefülltes Haarsegment neben dem ersten – mit Trim-Trennung.
Praxis-Hinweis zur Optik (aus dem Segmentieren ableitbar)
Auch wenn das Video den Fokus auf Plotten/Füllen legt: Der „Haar-Look“ entsteht in der Praxis dadurch, dass du Segmente getrennt behandelst und nicht alles als eine einzige Fläche laufen lässt. Segmentierung ist hier dein wichtigster Hebel gegen den Helm-Effekt.
Wenn dein Probestick zeigt, dass die Haarfläche den Stoff in eine Richtung zieht (Kräuseln/Verzug), ist das sehr oft ein Halteproblem. Viele Betriebe setzen dann auf Magnetrahmen für Stickmaschine, weil der Stoff gleichmäßiger geklemmt wird und weniger „überzogen“ werden muss – das reduziert die Verformung, die Porträts sofort entlarvt.
Warnhinweis: Bei Magnetrahmen unbedingt Sicherheitsregeln beachten: Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten, Finger beim Schließen aus dem Gefahrenbereich halten – die Klemmkraft kann stark einklemmen.

„Falsche Farben“ beheben: Farbblöcke in der TES-Farbsequenzleiste (F11-Ansicht) neu zuweisen
Gegen Ende öffnet der Ersteller die Farbsequenzleiste (er nennt F11) und klickt per Rechtsklick auf Farbblöcke, um sie den richtigen Haut- und Haartönen zuzuordnen. Dadurch wirkt die Vorschau deutlich realistischer.
Das Troubleshooting im Video ist eindeutig:
- Problem: Anzeige-/Vorschaufehler, falsche Farben.
- Ursache: Falsche Farbindex-Zuordnung in der Softwareansicht.
- Lösung: Farben unten in der Palette/Farbsequenz manuell neu zuweisen.
Vorgehen (wie gezeigt)
- Farbsequenz-/Palettenansicht öffnen (im Video: F11).
- Farbblöcke in der Sequenz rechtsklicken.
- Auf die beabsichtigten Töne umstellen (Braun-/Grauwerte für Haut und Haar).
- Vorschau visuell prüfen („sieht etwas besser aus“).
Das ist nicht nur „Kosmetik“: In der Produktion verhindert saubere Farbzuordnung teure Fehler – besonders wenn mehrere Teile laufen und du Garnkonen wechselst.
Wenn du Wiederholaufträge planst, hilft ein konsistentes System: dokumentierte Palette + saubere Zuordnung. In Kombination mit zuverlässigen Stickrahmen für Stickmaschine wird das zu einem echten Qualitätsstandard: stabil halten + konsequent Farben führen = reproduzierbare Ergebnisse.

Praxis-Entscheidungsbaum: Stoff + Vlies, damit Porträtfüllungen flach bleiben
Das Video ist softwarebasiert – aber Porträts gewinnen oder verlieren auf dem Material. Nutze diesen Entscheidungsbaum als Startpunkt (Maschinenhandbuch beachten, Probestick machen).
Entscheidungsbaum (Stoff → Vlies-Strategie)
1) Ist der Stoff dehnbar (T-Shirts, Hoodies, Performance-Knit)?
- Ja: Cut-away (Schneidvlies).
- Warum: Dehnung + große Füllfläche = Verzug, wenn die Basis nicht dauerhaft stützt.
2) Ist der Stoff dünn oder puckert leicht (leichte Baumwolle, Modeware)?
- Ja: Cut-away oder stabilere, dauerhafte Unterstützung.
- Warum: Dünne Stoffe tragen die „Last“ einer Porträtfüllung sonst nicht sauber.
3) Ist der Stoff strukturiert (Fleece, Frottier, hochflorige Ware)?
- Ja: Wasserlöslichen Topper oben auflegen.
- Warum: Ohne Topper versinken Details im Flor.
- Einspannen: Bei dickem Flor hilft eine Einspannstation für Maschinenstickerei, damit du beim Einsetzen des Innenrahmens nicht überdehnst.
Warum der Helm-Effekt entsteht (und wie das Video ihn still vermeidet)
Porträthaar wird aus drei Gründen zum starren „Helm“:
- Eine riesige Füllfläche mit nur einer Richtung. Im Video wird segmentiert (Hauptbereich + oberer Bereich) – das verteilt Spannung.
- Unterlage fehlt oder ist übertrieben. „Ein bisschen Unterlage“ schafft eine Basis, ohne unnötig zu verhärten.
- Verzug durchs Einspannen. Selbst perfekte Digitalisierung kann ungleichmäßig gespannten Stoff nicht vollständig kompensieren.
Praxisnotiz für Betriebe: Wenn du Porträts für Kunden digitalisierst, ist die Datei nur die halbe Leistung. Die andere Hälfte ist ein reproduzierbarer Stickprozess. Wenn du jedes Mal kämpfst, bis das Kleidungsstück gerade sitzt, reduziert eine Einspannstation für Stickmaschinen die Streuung, weil du mit Schablone/Anschlag immer gleich lädst.
Ablauf-Checkliste: Erster Probestick (damit Probleme nicht beim Kunden auftauchen)
Wenn die TES-Vorschau passt, mach einen kontrollierten Probestick.
- Größe final prüfen: In Zielgröße sticken (nicht „auf der Maschine schnell skalieren“, ohne Dichte/Deckung zu prüfen).
- Erstes Segment beobachten: Die erste Haarfläche sollte flach liegen. Wenn der Stoff hörbar „klatscht“, ist das oft Flagging (Stoff hebt an).
- Trim prüfen: Trims zwischen Haarsegmenten müssen dort kommen, wo du sie erwartest – keine Sprungstiche übers Gesicht.
- Verzug beurteilen: Wirkt das Gesicht verzogen, ist häufig die Stabilität/Segmentierung der Engpass.
- Haptik prüfen: Fühlt es sich „kugelsicher“ an, ist die Fläche zu hart – dann eher Dichte/Unterlage reduzieren statt „noch mehr“ draufzulegen.
Wenn du mehrere Teile pro Tag machst, prüfe ehrlich, ob dein Engpass die Einspannzeit ist. Viele Shops kombinieren eine Einspannstation mit einem Einspannsystem für Stickmaschine, um Platzierung zu standardisieren und Re-Einspannen zu reduzieren – bei Porträts sind schon kleine Verschiebungen sofort sichtbar.
Sinnvolle Upgrade-Reihenfolge (wenn die Digitalisierung besser wird, aber die Produktion trotzdem zäh bleibt)
Wenn deine Digitalisierung besser wird, steigen deine Ansprüche – und plötzlich ist nicht mehr die Software langsam, sondern dein Setup.
Hier ist eine pragmatische Upgrade-Logik nach Volumen:
- Level 1: Qualitätsfokus.
- Symptom: Rahmenabdrücke oder schwieriges Einspannen bei dicken Teilen (z. B. Hoodies).
- Upgrade: Magnetrahmen. Gleichmäßige Klemmung, weniger Druckstellen.
- Level 2: Effizienzfokus.
- Symptom: Mehr Zeit fürs Einspannen als fürs Sticken, schiefe Platzierungen.
- Upgrade: Einspannstation. Platzierung wird reproduzierbar.
- Level 3: Volumenfokus.
- Symptom: Viele Farbwechsel bei Porträts bremsen Durchsatz.
- Upgrade: Mehrnadelstickmaschine. Farben vorladen, Wechsel automatisiert.
Es geht nicht darum, alles zu kaufen – sondern den Engpass zu entfernen, der gerade deine Qualität „unsichtbar“ macht.

Abschlusshinweis
Die Kernlektion aus dem Video ist simpel und stark: manuell sauber plotten, Unterlage kontrolliert einsetzen, Füllung bewusst erzeugen und die Farbzuordnung korrekt setzen. Wenn du diese vier Punkte konsequent abarbeitest, wird Porträthaar planbar – und verkaufbar.
FAQ
- Q: Warum sieht Porträthaar in Threads Embroidery Software (TES) in der Drahtansicht am Anfang des manuellen Plottens oft „falsch“ aus?
A: Das ist normal – in der frühen Phase baust du zuerst saubere Formen (Konturen), nicht die finale Haaroptik.- Schalte das Hintergrundbild beim Setzen der Knoten an/aus, damit du die echte Haarlinie triffst.
- Schließe zuerst eine saubere Außenkontur, bevor du überhaupt Füllstiche generierst.
- Lege früh eine neue Versionsdatei an (z. B. Rev01), damit Änderungen rückgängig sind.
- Erfolgskontrolle: Die Kontur ist geschlossen und folgt der Haarmasse ohne Spitzen oder Lücken.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: „Welliges“ Mikro-Node-Chaos reduzieren und vorhandene Knoten sauber verschieben, bevor du füllst.
- Q: Welche Unterlage ist in Threads Embroidery Software (TES) ein sicherer Startpunkt, um Kräuseln bei einer großen Porträthaar-Füllung um ca. 70 mm zu reduzieren?
A: Starte – wie im Video – mit „ein bisschen Unterlage“ vor dem Generieren der Füllung und passe nach einem Probestick an.- Unterlage in den Objekteigenschaften aktivieren, bevor du die Form in Fill-Stiche umwandelst.
- Haar in mehrere Füllbereiche segmentieren statt eine einzige riesige Fläche zu erzeugen.
- Eine schlechte Kontur nicht mit mehr Dichte „reparieren“ – erst die Begrenzung korrigieren.
- Erfolgskontrolle: Die Fläche wirkt gestützt, aber nicht hart; die Oberfläche ist gleichmäßig (nicht fleckig/versunken).
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Erst Einspannstabilität und Vlies prüfen, dann ggf. Dichte vorsichtig reduzieren.
- Q: Was ist die richtige Reihenfolge, um ein zweites Haarsegment mit Trim, Unterlage und Fill zu digitalisieren, damit keine Schleppfäden übers Gesicht entstehen?
A: Erst die geschlossene Form plotten, dann Trim setzen, dann Unterlage, und erst danach die Füllstiche erzeugen.- Manuelle Punkte setzen, bis das zweite Segment vollständig geschlossen ist.
- Rechtsklick: Trim aktivieren, damit zwischen Segmenten geschnitten wird.
- Unterlage sparsam hinzufügen, um das zweite Segment zu stabilisieren.
- Fill erzeugen und direkt speichern.
- Erfolgskontrolle: Zwei getrennte Füllsegmente mit Trim-Trennung, keine sichtbare „Reiseline“ über dem Gesicht.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfen, ob Segmentgrenzen überlappen und ob Trim am richtigen Objekt gesetzt ist.
- Q: Wie behebt man falsche Porträtfarben, indem man die Farbsequenz in der F11-Farbleiste in TES neu zuweist?
A: Öffne die Farbsequenzleiste (F11) und weise die Farbblöcke manuell den gewünschten Haar- und Hauttönen zu.- Farbsequenz-/Palettenansicht öffnen (im Video: F11).
- Falsche Farbblöcke rechtsklicken und auf den korrekten Ton umstellen.
- Nach jeder Änderung die Vorschau prüfen, damit ähnliche Nuancen nicht vertauscht werden.
- Erfolgskontrolle: Die Vorschau wirkt deutlich realistischer und entspricht der beabsichtigten Palette.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Sicherstellen, dass du die Farbsequenzblöcke änderst (nicht nur Objektfarbe) und die Reihenfolge kontrollieren.
- Q: Welche Nadel- und Unterfadenbereich-Vorbereitung sollte man vor einer dichten Porträthaar-Füllung machen, um Hänger und sofortige Fadenrisse zu vermeiden?
A: Zuerst die Basics prüfen – dichte Haarfüllungen zeigen kleine Probleme sofort.- Vor dem Sticken den Unterfadenbereich reinigen und Flusen entfernen.
- Bei Zweifel die Nadel wechseln: Schon kleine Beschädigungen können bei dichten Füllungen sofort Probleme machen.
- Erfolgskontrolle: Gleichmäßiger Lauf, der Oberfaden franst nicht wiederholt an derselben Stelle.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Einspannstabilität und Vlies zuerst verbessern, bevor du Softwarewerte jagst.
- Q: Wie erkennt man beim ersten Probestick von Porträthaar Flagging und instabiles Einspannen anhand von Geräusch und Stichverhalten?
A: Beobachte das erste Haarsegment – Flagging zeigt sich meist sofort durch anhebenden Stoff und deutliches „Klatschen“.- Kontrollierten Probestick in Zielgröße laufen lassen.
- Während der ersten Füllung auf auffällige Schlag-/Klatschgeräusche achten.
- Trims zwischen Segmenten prüfen, damit Sprungstiche nicht ziehen.
- Erfolgskontrolle: Die Fläche liegt flach, das Maschinenlaufgeräusch bleibt rhythmisch.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Einspannen und Vlies zuerst stabilisieren – Software kompensiert instabilen Stoff nur begrenzt.
- Q: Was ist ein sinnvoller Upgrade-Pfad, wenn die Porträtqualität in TES steigt, aber die Produktion unter Rahmenabdrücken, langsamem Einspannen oder zu vielen Farbwechseln leidet?
A: Stufenweise vorgehen: erst Technik stabilisieren, dann Haltemethode upgraden, dann Kapazität nur bei Bedarf erhöhen.- Level 1 (Technik): Einspannen und Vlies so standardisieren, dass große Haarfüllungen nicht verziehen.
- Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen wechseln, wenn Rahmenabdrücke oder schwieriges Einspannen der Engpass sind.
- Level 3 (Kapazität): Auf Mehrnadelstickmaschine wechseln, wenn Farbwechsel den Durchsatz stark bremsen.
- Erfolgskontrolle: Der Engpass verschiebt sich weg von Re-Einspannen/Nacharbeit, Ergebnisse bleiben Teil-zu-Teil konstant.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Zeiten für Einspannen, Sticken, Trimmen und Farbwechsel messen und den größten Zeitfresser gezielt eliminieren.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei Magnetrahmen, um Fingerverletzungen und Risiken für medizinische Implantate zu vermeiden?
A: Magnetrahmen als Quetschgefahr behandeln und von Implantaten fernhalten.- Magnete von Herzschrittmachern/Implantaten fernhalten; betroffene Personen sollten Magnete nicht handhaben.
- Magnetrahmen langsam schließen und Finger aus dem Spalt halten – die Klemmkraft kann stark einklemmen.
- Magnete kontrolliert lagern, damit sie nicht unkontrolliert zusammenschlagen.
- Erfolgskontrolle: Der Rahmen schließt ohne plötzliches „Zuschlagen“, und niemand muss gegen die Magnete „kämpfen“.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Nutzung stoppen und die Handhabung/Schließroutine vor weiterer Produktion schulen.
