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Von flach zu 3D: Hatch Contour Fills meistern (Praxisleitfaden für echte Textur)
Wenn du schon einmal eine ganz normale, flache Füllfläche am Bildschirm gesehen und gedacht hast: „Passt schon – aber irgendwie ohne Leben“, dann bist du nicht allein. Das ist die „Uncanny Valley“ beim Digitalisieren: technisch korrekt, aber optisch tot.
Wilcom Hatch Contour Fill ist das Gegenmittel. Statt starr im Raster zu füllen, folgt die Füllung der Kontur des Objekts – dadurch entsteht ein organischer Verlauf, der wie Schattierung/Relief wirkt.
Trotzdem gilt (und das ist der wichtigste Praxis-Hinweis): Der Bildschirm lügt. Ein Contour Fill, der am Monitor wie „flüssige Seide“ aussieht, kann auf der Maschine schnell zu einer steifen, dichten Fläche oder zu Stoffverzug werden, wenn du nicht verstehst, was die Parameter physisch bewirken.
In diesem Whitepaper-ähnlichen Guide (angelehnt an den Workflow von Sue von OML Embroidery) klicken wir nicht nur auf Icons – wir übersetzen die Software-Einstellungen in ein Ergebnis, das sich auf realem Stoff sauber sticken lässt.

Der Denkwechsel: „Laufweg“ vs. „Textur“ steuern
Contour Fill wirkt wie Magie, weil sofort Tiefe entsteht. Um es wirklich zu beherrschen, musst du aufhören, nur „eine Fläche mit Farbe zu füllen“, und anfangen, in Topografie zu denken.
Du gibst der Maschine einen Laufweg um einen Mittelpunkt herum. Daraus ergeben sich zwei physische Realitäten, die du kontrollieren musst:
- Der Fluss: Wie das Licht den Faden trifft (Glanz/Schimmer).
- Die Konvergenz (der „Pol“): Wo sich Stiche verdichten und „zusammenlaufen“.
Für Einsteiger ist das ein sicherer Spielplatz für Spezialeffekte. Für Profis ist es ein Weg, aus einem simplen Badge ein Premium-Ergebnis zu machen – ohne unnötige Laufzeit.

Phase 1: Das „unsichtbare“ Setup (Praxis-Sicherheitscheck)
Bevor du überhaupt die Maus bewegst, geht es um die reale Basis. Sue demonstriert am Kreis – das ist sinnvoll. In der Praxis sind Kreise aber besonders empfindlich, weil jede kleine Verformung beim Einspannen sofort sichtbar wird.
Die Falle mit Rahmenspuren / Rahmenabdrücken: Contour-Füllungen bauen Spannung kreisförmig auf. Wenn dein Material nicht sauber und gleichmäßig eingespannt ist, kann die Mitte „hochkommen“ (Bubbling). Klassische Kunststoffrahmen verleiten dazu, die Schraube zu stark anzuziehen, um rutschige Stoffe zu greifen – das führt zu Rahmenspuren, die ein Kundenkleidungsstück ruinieren können.
Profi-Hinweis: Begriffe wie Magnetrahmen sind nicht nur „Gadget-Talk“, sondern Produktionsrealität. Magnetrahmen verteilen die Haltekraft gleichmäßiger, statt Fasern punktuell zu quetschen. Wenn du gegen Rahmenabdrücke kämpfst, ist oft das Werkzeug der Engpass – nicht deine Technik.
Verbrauchsmaterial-Checkliste (realistisch gedacht):
- Stickvlies: Cutaway (2.5oz oder 3.0oz). Tearaway ist bei Contour/Spiral-Füllungen riskant, weil die kreisförmigen Einstiche das Vlies perforieren können – es „stanzt“ sich dann wie eine Briefmarke aus.
- Neue Nadel: Frische 75/11 (Sharp oder Ballpoint – je nach Material). Bei dichter Spiralbewegung rächt sich jede Gratbildung sofort durch Fadenstress.
- Schnelltest am Greiferbereich: Mit dem Fingernagel über den Bereich der Unterfadenspannung/Spulenkapsel gehen: Jede Kerbe kann bei den seitlichen Bewegungen und Dichtewechseln Fadenprobleme verstärken.
Pre-Flight (vor dem Digitalisieren):
- Visuell: Sind Digitize-Werkzeuge und Object Properties in Hatch sichtbar?
- Haptisch: Teststoff einspannen. Antippen – er soll straff sein (taut), aber nicht „überdehnt“.
- Gedanklich: Testest du auf Glanz/Schattierung (eher offener) oder auf griffige Textur (eher dichter)?
- Sicherheit: Backing großzügig zuschneiden – lieber zu groß als zu klein, damit nichts aus dem Rahmen „wandert“.

Phase 2: Die Basis bauen
Wir starten mit einem Kreis, weil er jede Schwäche in den Einstellungen gnadenlos zeigt.
- Digitize Toolbox öffnen (linkes Panel).
- Circle/Oval wählen.
- Aktion: Mittelpunkt klicken, nach außen ziehen, Enter drücken.
- Sichtkontrolle: Du siehst eine flache, pinke Tatami-Füllung. Sie wirkt langweilig – perfekt.
Phase 3: Die Ein-Klick-Transformation (Object Properties)
Hier macht die Software die Hauptarbeit.
- Kreis auswählen.
- Zu Object Properties (rechtes Panel) wechseln.
- Aktion: Unter Stitch Type auf Contour klicken.
Sofort-Feedback: Die flache Rasteroptik verschwindet. Du siehst Linien, die der Form folgen. Der Effekt wirkt wie Schattierung: außen dunkler/kräftiger, innen anders verdichtet – das ist der berechnete Spiral-/Kontur-Laufweg.

Phase 4: Dichte kalibrieren (der „Spacing“-Hebel)
Die Default-Falle: Standardmäßig liegt Spacing oft um 0.40mm. Bei Contour Fill kann 0.40mm schnell „zu hart“ wirken, weil sich Spiralstiche stärker überlagern als lineare Füllstiche.
Sues Anpassung:
- Aktion: Spacing auf 0.60 mm setzen.
- Ergebnis: Das Design „atmet“. Zwischen den Linien ist mehr Luft/Weißraum sichtbar.
Praxis-Kalibrierung (Orientierungswerte):
- 0.40mm – 0.45mm: Sehr deckend. Gut, wenn du bewusst eine patchartige, satte Fläche willst. Risiko: hoher Stichcount, steifer Griff.
- 0.55mm – 0.70mm (Sweet Spot): Schattierung/3D-Eindruck. Stofffarbe darf minimal durchscheinen – das macht die „Kugel“-Illusion.
- 0.80mm+: Skizzen-/Art-Look. Eher Liniencharakter; kann auf Shirts als Hintergrund leichter wirken.
Haptischer Anker fürs spätere Probesticken: Bei 0.60mm sollte sich die Fläche eher flexibel anfühlen – nicht wie eine harte Scheibe.

Phase 5: Kurvenauflösung (der „Stitch Length“-Hebel)
Dieser Parameter verwirrt viele. Bei einem normalen Laufstich beeinflusst Stichlänge u. a. die Optik und Stabilität. Im Contour Fill beeinflusst sie vor allem die Glätte vs. Kantigkeit der Kurven.
Sues Anpassung:
- Aktion: Stitch Length auf 0.75 mm setzen.
Wichtig einordnen: 0.75mm ist sehr kurz. Das kann bei kleinen, engen Radien extrem saubere Bögen erzeugen, weil die Maschine „in Mini-Schritten“ um die Kurve läuft.
- Warum kann das gut sein? Längere Stiche können kleine Kreise optisch eckig wirken lassen.
- Wo wird es kritisch? Sehr kurze Stiche bedeuten extrem viele Einstiche. Auf instabilen Materialien kann das wie eine Perforationslinie wirken.
- Praxisregel: Kurze Stichlängen eher für kleine Details/enge Kurven nutzen; bei größeren Flächen moderater wählen, damit Laufzeit und Materialbelastung im Rahmen bleiben.

Phase 6: „Licht setzen“ (Entry Point)
Das ist der versteckte Regieknopf. Der Entry Point bestimmt, wo die Spiralbewegung startet – und damit, wo sich der „Pol“/die Konvergenz optisch hinverlagert.
Sicht- und Bediencheck:
- Den grünen Diamanten am Rand suchen (Entry Point).
- Aktion: Den Punkt an eine andere Position ziehen.
- Sichtkontrolle: Die Schattierung „dreht“ sich – der Schwerpunkt/Pol wandert.
Warum das in der Praxis zählt: Wenn du den dichten Pol später genau unter eine zusätzliche, dichte Satin-Schrift legst, baust du eine harte Stelle („Lump“) auf.
- Faustregel: Entry Point so setzen, dass die Konvergenz in „negativem Raum“ liegt – nicht unter weiteren dichten Objekten.



Phase 7: Die „Kill-Zone“-Inspektion (stark reinzoomen)
Vor dem Export solltest du wie ein Qualitätsprüfer arbeiten. Zoome in Hatch stark in den Konvergenzbereich (Pol/Mitte).
Worauf du achtest:
- „Schwarzes Loch“: Viele Einstiche liegen extrem eng übereinander.
- Risiko: Zu viele Einstiche auf kleinem Raum erhöhen das Risiko von Nadelablenkung, Nadelbruch oder „Durchbohren“ des Materials.
Schnellkorrektur: Wenn es am Bildschirm wie ein Knoten wirkt, Spacing etwas öffnen (z. B. von 0.40mm auf 0.45mm) oder die Mindeststichlänge anheben, damit weniger Einstiche im Zentrum landen.
Warnung: Physisches Sicherheitsrisiko. Sehr dichte Konvergenzpunkte sind ein häufiger Auslöser für Nadelbruch. Bei ersten Tests Schutzschild unten lassen.

Phase 8: Farbwirkung richtig beurteilen
Sue färbt das Objekt von Pink auf Blau um. Das ist nicht nur Optik.
- Dunkle Garne: kaschieren Dichteprobleme (Schatten „verschmelzen“).
- Helle/Neon-Garne: zeigen jede Lücke.
- Praxislogik: Wenn du für ein Kundenlogo digitalisierst, teste (mindestens in der Vorschau) mit den echten Markenfarben – Einstellungen, die mit Schwarz funktionieren, können mit Gelb schnell zu offen wirken.


Produktionsrealität: Setup & Workflow
Die Datei ist fertig – jetzt kommt die Umsetzung. Hier trennt sich „Hobby“ von „Produktion“.
Rahmenspuren & Kreis-Verzug in der Praxis: Wir haben es oben angesprochen: Spiral-/Contour-Füllungen bauen Spannung radial auf. Standardrahmen führen oft dazu, dass man stärker zieht und stärker anzieht – und damit Verzug erzeugt. Viele suchen gezielt nach how to use magnetic embroidery hoop, wenn genau dieses „Kreis puckert“ Problem auftritt.
Upgrade-Pfad (von Einzelstück zu Serie): Wenn du nur ein Muster stickst, reicht ein Standardrahmen oft aus. Wenn du aber z. B. 50 Polos produzierst:
- Level 1 (Technik): „Floating“ mit Klebemethode – funktioniert, ist aber je nach Prozess unordentlich.
- Level 2 (Tooling): Umstieg auf Magnetrahmen. Diese halten ohne „Zerren“ und reduzieren Verzug durch gleichmäßigere Klemmung.
- Level 3 (Skalierung): Eine Einspannstation für Stickmaschinen sorgt dafür, dass jede Platzierung reproduzierbar ist – weniger Ausschuss durch schiefe Logos.
Go/No-Go Checkliste (vor dem ersten Stich):
- Pol-Check: Konvergenzbereich geprüft – wirkt er sicher?
- Stichlänge vs. Größe: Kleine Form = kürzer; große Fläche = moderater.
- Stickvlies: Cutaway eingeplant (Tearaway bei Spiralfüllungen kritisch).
- Simulation: Stitch Player in Hatch laufen lassen – wirkt der Ablauf logisch?
Entscheidungsbaum: Contour Fill sauber einstellen
Nicht raten – systematisch entscheiden.
Q1: Was ist das Ziel der Füllung?
- A: 3D-Schattierung/Glanz -> Offeneres Spacing (0.60mm+), Stichlänge moderat. Stoff darf „atmen“.
- B: Solide Textur/Deckung -> Engeres Spacing (0.40mm–0.50mm). Stabilisierung muss stärker sein.
Q2: Welcher Stofftyp?
- A: Stabil (Denim/Twill) -> Kürzere Stichlängen können für Detail funktionieren.
- B: Instabil (Piqué/ T-Shirt) -> Vorsicht: zu kurze Stiche erhöhen Perforationsrisiko. Stichlänge eher erhöhen und Einspannen besonders stabil halten. Eine Magnetische Einspannstation kann helfen, Stretch beim Einspannen zu minimieren.
Q3: Liegt Text darüber?
- A: Ja -> Entry Point so setzen, dass der dichte Pol nicht unter kleiner Satin-Schrift liegt.
- B: Nein -> Entry Point nach gewünschter „Lichtrichtung“ setzen.
Troubleshooting: „Warum puckert es?“
Wenn etwas schiefgeht, nicht sofort die Maschine beschuldigen – erst diagnostizieren.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | „1-Minute“-Fix |
|---|---|---|
| Mitte wölbt sich („Vulkan“) | Stoff hat sich während der Spiralbewegung verschoben. | Auf Magnetrahmen für Stickmaschine wechseln oder Sticky-Backing nutzen, um Fasern zu fixieren. |
| Fadennest (Birdnesting) | Oberfadenspannung zu locker ODER Nadel läuft nicht sauber. | Oberfadenspannung prüfen; sicherstellen, dass der Unterfaden korrekt aufgenommen wird. |
| „Ausstanzen“/Perforationslinie („Cookie Cutter“) | Stichlänge zu kurz (z. B. 0.75mm) auf instabilem Material. | Stichlänge erhöhen (z. B. 2.5mm) und Spacing nicht zu eng wählen (oft mind. 0.45mm). |
| Rahmenspuren / Rahmenabdrücke | Schraube am Standardrahmen zu fest angezogen. | Bei Baumwolle ggf. dämpfen; bei Polyester gilt: vorbeugen – Magnetrahmen reduzieren Überklemmen. |
| Rauhe/eckige Kurven | Stichlänge zu lang für den Kurvenradius. | Stichlänge reduzieren (z. B. 1.5mm) für saubereres „Um-die-Kurve“-Laufen. |
Warnung: Magnet-Sicherheit. Wenn du auf einen Magnetrahmen umsteigst: Die Magnetkraft ist industriell. Abstand zu Herzschrittmachern halten und Finger schützen – die Teile schnappen mit hoher Kraft zusammen.
Produktionsfazit
Sues Demo zeigt: Contour Fill ist ein Reglerpaket, nicht nur ein Button.
- Spacing erzeugt Tiefe.
- Length erzeugt Glätte.
- Entry Point erzeugt die „Dramaturgie“.
Am Ende entscheidet aber die Maschine. Wenn du bei solchen dichten Effekten mit Rahmenspuren kämpfst oder häufig Ausschuss durch Verzug hast, lohnt sich ein Blick auf deine Workholding-Infrastruktur.
Standardmaschinen (z. B. Basics von Brother oder Janome) können viel – aber mit professionellen Haltesystemen (z. B. magnetische Rahmen) schließt du die Lücke zwischen „selbst gemacht“ und „handwerklich hochwertig“.
Finale Checkliste (Betrieb):
- Objekt auf Contour.
- Spacing kalibriert (für Sicherheit z. B. bei 0.50mm starten).
- Entry Point passend zur gewünschten Lichtquelle.
- Maschine eingefädelt mit glänzendem Rayon oder Polyester (Rayon betont den Contour-Effekt oft stärker).
- GO.



FAQ
- Q: Welches Stickvlies sollte man bei Wilcom Hatch Contour Fill verwenden, um Puckern und ein „Briefmarken-Ausstanzen“ des Vlieses zu vermeiden?
A: Verwende Cutaway (2.5oz–3.0oz) als sicherere Wahl für Contour-/Spiral-Füllungen, weil Tearaway durch die kreisförmigen Einstiche perforieren und sich lösen kann.- Action: Vor jedem Test auf Kleidung auf Cutaway wechseln.
- Action: Das Vlies großzügig über den Rahmenbereich hinaus zuschneiden, um ein Herausrutschen zu vermeiden.
- Success check: Nach dem Sticken bleibt das Vlies intakt (nicht „ausgestanzt“) und die Füllung liegt flacher mit weniger Wölbung in der Mitte.
- If it still fails: Spacing leicht erhöhen und Einspannung sowie Stoffstabilität erneut prüfen.
- Q: Welches Spacing ist bei Wilcom Hatch Contour Fill sinnvoll, damit es nicht wie ein steifes „kugelsicheres Patch“ wird und trotzdem 3D-Schattierung entsteht?
A: Ein sicherer Startpunkt liegt bei ca. 0.50–0.60 mm Spacing; enger wird es schnell steif, offener „atmet“ es und wirkt schattiert.- Action: Für Schattierung/3D-Glanz 0.55–0.70 mm testen; für solide Deckung eher 0.40–0.50 mm mit stärkerer Stabilisierung.
- Action: Erst ein kleines Muster sticken, weil die Überlappung bei Contour höher ist als bei linearen Füllungen.
- Success check: Daumentest – flexibel wie der Stoff, nicht wie eine harte Scheibe.
- If it still fails: Dichte weiter reduzieren, indem du Spacing schrittweise erhöhst (z. B. von 0.40 mm auf 0.45 mm) und den Pol bei starkem Zoom kontrollierst.
- Q: Wann ist bei Wilcom Hatch Contour Fill eine Stichlänge von 0.75 mm sinnvoll – und wann führt sie bei Maschenware zu „Cookie-Cutter“-Perforation?
A: Sehr kurze Stichlängen (ca. 0.75–1.5 mm) sind nur für kleine, enge Kurven sinnvoll; auf instabilen Stoffen (T-Shirts/Piqué) helfen längere Stiche (oft 2.5 mm+), um Fasern nicht zu „schneiden“.- Action: Stichlänge an die Objektgröße koppeln – kleines Detail = kürzer; große Fläche = länger, um Einstiche zu reduzieren.
- Action: Auf instabiler Maschenware Stichlänge erhöhen und Spacing mindestens moderat offen halten (oft 0.45 mm+).
- Success check: Kurven sind glatt, ohne dass eine perforierte „Reißlinie“ entlang des Stichpfads entsteht.
- If it still fails: Neu einspannen (Stretch eliminieren) und auf sicherere Fixierung wechseln (Sticky-Backing oder Magnetrahmen).
- Q: Wie sollte bei Wilcom Hatch Contour Fill der Entry Point gesetzt werden, damit der dichte Konvergenz-„Pol“ keinen harten Buckel unter Satin-Schrift erzeugt?
A: Verschiebe den Entry Point so, dass die dichteste Konvergenz in negativem Raum liegt – nicht direkt unter anderen dichten Objekten wie Satin-Text.- Action: Den grünen Diamanten am Rand ziehen und beobachten, wie die Schattierung rotiert.
- Action: Die Pol-Position planen, bevor du kleine Schrift darüber legst.
- Success check: Keine harte Erhöhung unter der Schrift, und Licht/Schatten wirken bewusst gesetzt.
- If it still fails: Spacing leicht öffnen und den Pol vor dem Export erneut auf übermäßige Stichballung prüfen.
- Q: Welche On-Screen-Anzeichen bei starkem Zoom deuten bei Wilcom Hatch Contour Fill auf ein gefährliches Konvergenz-„schwarzes Loch“ hin, das Nadeln brechen kann?
A: Wenn der Pol wie ein kompakter Knoten aus überlappenden Einstichen („schwarzes Loch“) aussieht, ist die Dichte zu hoch und das Risiko für Nadelablenkung/-bruch steigt.- Action: Vor dem Sticken in den Konvergenzbereich hineinzoomen.
- Action: Spacing erhöhen oder Mindeststichlänge anheben, damit weniger Einstiche im gleichen Mini-Bereich landen.
- Success check: Am Pol sind getrennte Stichpfade erkennbar statt einer „tinten-schwarzen“ Masse.
- If it still fails: Effektintensität reduzieren (Spacing weiter öffnen) und zuerst auf stabilem Stoff mit passendem Vlies testen.
- Q: Welche Nadelsicherheitsmaßnahmen verhindern bei Contour-Fill-Tests an einer industriellen Stickmaschine Verletzungen durch Nadelbruch?
A: Behandle dichte Contour-Fill-Tests als Nadelbruch-Risiko und halte den physischen Schutz aktiv.- Action: Beim ersten Probestick einer neuen Contour-Füllung den Schutzschild unten lassen.
- Action: Keine überdichten Pole laufen lassen; bei Überpackung Spacing/Mindeststichlänge anpassen.
- Success check: Die Maschine läuft durch den Pol ohne auffällige Ablenkgeräusche, Nadelbruch oder sichtbares „Durchbohren“.
- If it still fails: Sofort stoppen, Pol am Bildschirm erneut prüfen und Dichte reduzieren, bevor du neu testest.
- Q: Wenn Contour Fills bei Polos Rahmenspuren und „Vulkan“-Wölbung in der Mitte verursachen: Wie sieht der Upgrade-Pfad von Technik über Magnetrahmen bis zur Skalierung aus?
A: Starte mit Technik-Fixes, upgrade dann die Werkstückspannung (Magnetrahmen), wenn Rahmenspuren oder Wandern bleiben, und skaliere mit reproduzierbarer Positionierung für Serien.- Action: Level 1 (Technik): Floating/Klebemethode testen, um Verzug während der Spiralbewegung zu reduzieren.
- Action: Level 2 (Tooling): Magnetische Stickrahmen nutzen, um die Haltekraft gleichmäßiger zu verteilen und Überklemmen (Rahmenspuren) zu reduzieren.
- Action: Level 3 (Skalierung): Eine Einspannstation für wiederholgenaue Platzierung bei größeren Stückzahlen (z. B. 50 Polos) einsetzen.
- Success check: Weniger Ausschuss – keine Ringabdrücke, weniger Puckern in der Mitte und konsistente Platzierung über alle Teile.
- If it still fails: Stickvlies (Cutaway) erneut prüfen, auf „taut, nicht gedehnt“ einspannen und vor Produktion die Simulation laufen lassen.
