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Warum Metallicgarn reißt
Metallicgarn verleiht Stickereien einen luxuriösen, „hochwertigen“ Look, den normales Rayon so kaum erreicht. Gleichzeitig ist es für viele – auch mit etwas Erfahrung – der schnellste Weg in die Frustspirale: Motiv laden, Start drücken, und nach wenigen Sekunden: zack – Fadenriss. Das Garn franst auf, es entstehen Fussel/„Lametta“-Reste am Nadelöhr, und die Maschine stoppt.
Die Kernaussage aus dem Video deckt sich mit dem, was man in der Praxis immer wieder sieht: Metallic-Fadenrisse sind selten einfach „schlechtes Garn“. Meist ist es ein Zusammenspiel aus drei Faktoren: Reibung + Verdrehung + zu hohe Spannung.
Wichtig ist auch, zu verstehen, wie Metallicgarn aufgebaut ist: Es ist kein „weiches“ Spinngarn wie Polyester, sondern eher ein Verbund – ein Kern (z. B. Nylon) mit einer sehr dünnen Folien-/Metallschicht. Es verhält sich eher wie ein feines Band bzw. Draht: Es hat „Memory“ (will sich wieder aufrollen) und reagiert empfindlicher auf Hitze, die beim schnellen Durchlauf durch Nadel und Material entsteht.

Reibung im Nadelöhr
Metallicgarne sind empfindlich und reagieren stark auf Wärme. Im Video wird betont: Die richtige Nadel ist genauso wichtig wie gutes Garn – weil Nadelöhr und Hohlkehle die Stellen sind, an denen die Reibung entsteht.
Eine Standard-Sticknadel 75/11 gilt zwar als „Industrie-Standard“, ist für Metallic aber oft ein Engpass. Wenn das Garn bei hoher Stichzahl (z. B. mehrere hundert Stiche pro Minute) durch ein zu kleines Öhr läuft, wirkt die Kante wie eine Säge: Die Folie wird vom Kern abgerieben, das Garn wird „fusselig“ und reißt schließlich.

Verdrehung beim Ablaufen
Metallicgarn ist häufig flacher und „bandartiger“ als normales Stickgarn. Wenn es sich beim Abrollen verdreht, entsteht ein Knick (Kink). Das ist wie ein verdrehter Gartenschlauch: Er klemmt, baut Spannung auf – und irgendwann gibt er nach.
Das Video nennt dafür eine einfache, aber entscheidende Regel:
- Spulen mit empfindlichen Garnen wie Metallic müssen seitlich ablaufen (nicht über das Spulenende).
- Konusse müssen von oben ablaufen.
Diese eine falsche Orientierung ist einer der häufigsten Gründe für „mysteriöse“ Risse: Die eingestellte Spannung kann korrekt sein – aber das Garn kommt bereits verdreht in die Spannungsscheiben.
Wenn du mehrere Teile nacheinander stickst: Behandle Metallic nicht wie Standardgarn, sondern wie einen eigenen Prozess mit festen Regeln. Das spart dir die Endlosschleife aus: neu einfädeln → Riss → neu einfädeln → Zeitverlust.
Die richtige Nadel wählen
Das ist der erste harte Fix aus dem Video – und praktisch nicht verhandelbar: Nadel wechseln, bevor du an Spannung oder Geschwindigkeit drehst.
Grenzen der Standardnadel #75/11
Im Video wird die 75/11 Sticknadel als „tight fit“ (zu eng) für Metallic beschrieben. Wenn dein Garn direkt am Nadelöhr ausfranst oder schon „abgeschabt“ aussieht, bevor es reißt, ist das sehr oft die Ursache: Das Öhr ist zu klein, das Garn reibt an den Metallkanten.
Vorteile der Topstitch #90/14
Empfohlen wird im Video die Superior Topstitch 90/14. Für Metallic ist das in der Praxis ein echter Gamechanger. Genannt werden zwei Merkmale:
- ein deutlich größeres Öhr (ca. 2 mm lang)
- eine breitere Hohlkehle
Beides reduziert die Kontaktfläche – und damit Reibung und Hitze. Das Garn läuft „freier“ durch die Nadel, statt permanent an Metall zu scheuern.

Aktion (aus dem Video):
- Stoppen: Standard-75/11 Sticknadel entfernen.
- Prüfen: Neue Nadel gegen das Licht halten – das Öhr sollte sichtbar länger wirken.
- Einsetzen: 90/14 Topstitch vollständig bis Anschlag in die Nadelstange einsetzen (Flachseite wie bei deiner Maschine vorgesehen, meist nach hinten).
Checkpoint (Handtest): Nach dem Einfädeln ca. 15 cm Garn durch das Öhr ziehen. Es sollte ohne „Zipper“-Geräusch und ohne spürbares Kratzen gleiten.
Erwartetes Ergebnis: Weniger Wärme am Öhr, kein „Schreddern“, deutlich weniger Fadenrisse mitten im Motiv.
Vorteile einer Titanbeschichtung
In der Schritteliste wird erwähnt, dass eine titanbeschichtete Nadel für längere Standzeit sinnvoll ist. In der Produktion gilt: Reibung = Hitze. Und Hitze ist Gift für Metallic, weil die Folie schneller leidet. Titanbeschichtete Nadeln (oft goldfarben) bleiben in der Praxis länger scharf und laufen „kühler“ als Standardnadeln.
Warnung: Nadelbruch & Augenschutz. Vor dem Nadelwechsel Maschine stoppen und sichern (mindestens Stopp/Lock). Eine verbogene oder nicht vollständig eingesetzte Nadel kann auf Stichplatte/Spulenkapsel treffen und brechen. Beim ersten Probelauf nicht mit dem Gesicht direkt in den Nadelbereich.
Wenn du Metallic regelmäßig für Aufträge stickst, lohnt sich ein eigenes „Metallic-Setup“ in der Schublade: Topstitch 90/14, Garnnetz und Garnständer. Das reduziert Fehler beim Rüsten.
Maschineneinstellungen für Erfolg
Wenn die Nadel den Fadenfluss ermöglicht, kommt der zweite große Hebel: Spannung und Geschwindigkeit.
Oberfadenspannung auf 1,0 senken
Metallicgarn ist steifer. Zu hohe Spannung erzeugt zusätzlichen Zug und Reibung. Im Video heißt es:
- Viele Maschinen haben elektronische/automatische Spannung – übersteuern.
- Für Metallic wird die Oberfadenspannung bis auf 1,0 abgesenkt.

Aktion (aus dem Video):
- Menü/Regler finden: Oberfadenspannung aufrufen (Display oder Regler).
- Auto-Spannung deaktivieren/übersteuern (falls vorhanden).
- Stark reduzieren: Auf 1,0 stellen.
Checkpoint (Gefühlstest): Mit abgesenktem Nähfuß (Spannungsscheiben aktiv) am Oberfaden nahe der Nadel ziehen. Bei Metallic und „1,0“ sollte es sich wie lockere Zahnseide anfühlen: gleichmäßiger Widerstand, aber deutlich sanfter als bei Standardgarn.
Erwartetes Ergebnis: Der Faden wird nicht „abgewürgt“ und reißt seltener.
Hinweis aus der Praxis (und passend zu den Kommentaren): Mehrere Zuschauer berichten, dass „1,0“ sofort geholfen hat; ein anderer war auf einer anderen Maschine mit 1,2 erfolgreich. Nutze 1,0 als Startpunkt und taste dich bei Bedarf in kleinen Schritten heran.
Stickgeschwindigkeit reduzieren
Reibung und Hitze steigen mit der Geschwindigkeit. Wenn es trotz Nadel und Spannung noch reißt, empfiehlt das Video: Stiche pro Minute reduzieren. In den Einstellungen werden genannt:
- auf 600 spm reduzieren, bei Bedarf auf 500 spm.

Aktion (aus dem Video):
- Geschwindigkeit aufrufen.
- Limit setzen: 600 spm.
- Wenn nötig weiter runter: 500 spm, wenn weiterhin Fransen/Risse auftreten.
Checkpoint: Achte auf das Laufgeräusch. Bei Metallic wirkt „Vollgas“ oft hektisch; bei 600 spm sollte der Lauf deutlich ruhiger und gleichmäßiger sein.
Erwartetes Ergebnis: Weniger Hitze am Nadelöhr, weniger „Gummi-/Klebe“-Effekt durch beschädigte Folie.
Produktionslogik: Langsamer zu sticken fühlt sich ineffizient an – ist es aber nicht. Ein Durchlauf ohne Fadenriss ist schneller als fünf Stopps zum Neu-Einfädeln.
Saubere Fadenführung (Thread Delivery)
Fadenführung ist der „versteckte“ Fehlergrund bei Metallic. Viele drehen an der Spannung, obwohl das Problem 30 cm vor der Maschine entsteht: Spule hakt, Konus rutscht ab, Garn verdreht sich. Das Video zeigt ein klares System: Spule vs. Konus unterscheiden, korrekt ablaufen lassen, Garnständer/Garnnetz nutzen.
Garnständer verwenden
Im Video wird gezeigt, dass ein Garnhalter/Garnständer die Fadenabgabe verbessert – ohne zusätzliche Spannung zu erzeugen. Der „Luftweg“ hilft dem Garn, sich zu entspannen und Verdrehung abzubauen.

Aktion (aus dem Video):
- Garnständer neben oder hinter der Maschine platzieren.
- Metallicgarn nach oben durch die Führung/Öse des Ständers führen.


Checkpoint (Zugtest): Am Fadenende bei der Nadel ziehen. Wenn du ein rhythmisches „ruck-ruck“ spürst, hakt die Spule/der Konus oder die Orientierung stimmt nicht.
Erwartetes Ergebnis: Keine „Phantom-Spannungsspitzen“ durch ruckelndes Abrollen.
Praxisfrage aus den Kommentaren: Es wurde mehrfach gefragt, wo man so einen Konushalter kaufen kann. Entscheidend ist weniger das exakte Modell, sondern dass der Ständer leichtgängig abgibt und keinen zusätzlichen Widerstand erzeugt.
Spule vs. Konus: richtige Ablaufrichtung
Die Regel aus dem Video ist reine Physik:
- Spulen (parallel gewickelt): seitlich ablaufen lassen.
- Konusse (kreuzgewickelt): von oben ablaufen lassen.

Wenn du eine seitlich ablaufende Spule „über das Ende“ abziehst, drehst du pro abgezogener Windung zusätzliche Verdrehung ins Garn. Diese Verdrehung summiert sich – bis zum Knick und Riss.
Garnnetz nutzen
Für Konusse empfiehlt das Video ein Garnnetz über die untere Hälfte des Konus. Das verhindert, dass das glatte Metallicgarn nach unten rutscht und sich am Konusfuß „staut“.

Aktion (aus dem Video):
- Netz aufziehen: Nur über die unteren 50 % des Konus.
- Prüfen: Das Netz soll das Abrutschen verhindern – aber oben nicht „zubremsen“.
Checkpoint: Der Faden muss weiterhin von oben sauber abheben können, ohne am Netz zu scheuern.
Erwartetes Ergebnis: Gleichmäßige Abgabe, weniger plötzliche Hänger.
Kommentar-Realität: Ein Zuschauer bedankt sich ausdrücklich für die Netz-Anleitung, weil das Garn dadurch während der gesamten Stickerei ordentlich blieb – ein kleiner Handgriff mit großer Wirkung.
Fazit aus der Praxis: Viele „Spannungsprobleme“ sind in Wahrheit Fadenabgabe-Probleme. Erst Fadenführung sauber machen, dann Spannung feinjustieren.
Unterfaden (Bobbin) beachten
Metallic liegt fast immer als Oberfaden für den Glanz. Im Video wird ein Unterfaden empfohlen, der Volumen und Reibung reduziert. Der Unterfaden soll hier „unkompliziert“ sein: dünn, glatt, fusselfrei.
Warum fusselfreies Polyester-Untergarn
Der Presenter empfiehlt ein fusselfreies Polyester-Untergarn wie Bottom Line. Baumwolle fusselt stärker – und Fussel im Greiferbereich bedeuten mehr Reibung. Genau das willst du bei Metallic vermeiden.

Aktion (aus dem Video):
- Unterfadenspule mit feinem, fusselfreiem Polyester-Untergarn bestücken.
- Kontrollieren: Spulenbereich vor dem Einsetzen auf Fussel/Reststücke prüfen.
- Einlegen: Spule korrekt einsetzen (Laufrichtung gemäß Maschine).
Checkpoint: Unterfaden lässt sich gleichmäßig abziehen.
Erwartetes Ergebnis: Sauberere Stichbildung und weniger „Drag“ im Greifer.
Stichbalance einstellen
Im Video: Wenn die Stichbalance nicht gut aussieht, Spannung nach Bedarf anpassen und Referenzhilfen nutzen.
Techniker-Check:
- Wenn Metallic nach unten gezogen wird (Schlaufen/Glanz auf der Rückseite), ist die Oberfadenspannung zu niedrig.
- Wenn Unterfaden oben sichtbar wird (helle Punkte im Metallic), ist die Oberfadenspannung zu hoch.
Nutze 1,0 als Startwert und korrigiere nach Sichtbild.
Troubleshooting-Checkliste
Hier sind die Video-Schritte (plus typische Praxisfragen aus den Kommentaren) als schneller Diagnose-Flow zusammengefasst. Ideal zum Ausdrucken und neben die Maschine zu hängen.
Kurzüberblick: Was du (in dieser Reihenfolge) kontrollierst
Du stoppst Metallic-Fadenrisse, indem du die drei größten Variablen kontrollierst: 1) Reibung an der Nadel, 2) Spannung an der Maschine, 3) Verdrehung/Hänger in der Fadenabgabe – und erst dann reduzierst du bei Bedarf die Geschwindigkeit.

Vorbereitung (Verbrauchsmaterial & Checks)
Bevor du startest, leg dir alles bereit, was im Video gezeigt wird.
Must-have aus dem Video:
- Metallicgarn (Spule oder Konus)
- Topstitch-Nadel 90/14
- Garnständer/-halter
- Garnnetz (für Konusse)
- Fusselfreies Polyester-Untergarn (z. B. Bottom Line)
- Stickrahmen
- Motivdatei auf der Maschine
Prep-Checkliste (vor dem Einfädeln):
- Nadel: Topstitch 90/14 eingesetzt und fest?
- Spulenbereich: frei von Fusseln/Resten?
- Fadenweg: keine Haken/Beschädigungen an Fadenführungen?
- Garnständer: so positioniert, dass der Faden sauber nach oben abziehen kann?
Setup (Schritt für Schritt mit Checkpoints)
Das ist die Setup-Logik aus dem Video als wiederholbare Sequenz.
1) Nadel einsetzen
- 75/11 entfernen.
- Topstitch 90/14 einsetzen.
2) Oberfadenspannung einstellen
- Auto-/Elektronikspannung übersteuern.
- Oberfadenspannung auf 1,0.
3) Fadenabgabe konfigurieren
- Spule: seitlich ablaufen lassen.
- Konus: von oben ablaufen lassen + Netz unten.
- Faden durch die oberste Führung des Garnständers.
4) Einfädeln & Stickrahmen einsetzen
- Nadeleinfädler nutzen.
- Wichtig: Stoff im Stickrahmen straff einspannen. Lockere Einspannung fördert „Flagging“ (Material hebt/senkt sich), die Nadel wird stärker belastet und der Faden reißt leichter.
Setup-Checkliste (vor Start):
- Spule läuft seitlich ab (oder Konus von oben)
- Garnnetz nur auf der unteren Hälfte des Konus
- Faden fühlt sich wie „lockere Zahnseide“ an (Spannung 1,0)
- Unterfaden ist Polyester und korrekt eingelegt
- Stichplatte/Abdeckung sitzt fest
Betrieb (laufen lassen, beobachten, nachregeln)
Jetzt wird gestickt – aber kontrolliert.


Betriebsschritte (aus dem Video):
- Start drücken und die ersten 100 Stiche beobachten.
- Wenn das Garn sofort franst: stoppen.
- Wenn es mitten im Motiv reißt: Geschwindigkeit auf 600 spm reduzieren.
- Wenn die Balance nicht passt: Spannung minimal anheben (z. B. 1,0 → 1,2).
Wichtige Checkpoints während des Laufens:
- Frans-Check am Öhr: Sobald du „Fussel“ am Faden siehst, ist der Riss oft nah. Stoppen, Nadel prüfen/wechseln oder Spannung weiter reduzieren.
- Geräusch: Gleichmäßiger Lauf ist gut; ein plötzliches „Knacken“ deutet oft auf einen Spannungsriss hin.
Betriebs-Checkliste (erste Minute):
- Kein sichtbares Ausfransen am Nadelöhr
- Gleichmäßige Abgabe vom Garnständer (kein Ruckeln)
- Saubere Stichbalance
- Ruhiger, gleichmäßiger Maschinenlauf
Hinweis aus einem Kommentar: Jemand hat einen Tropfen Maschinenöl am Spindelbereich erwähnt, damit die Spule leichter läuft. Vorsicht: Öl kann Material ruinieren. Wenn die Abgabe ruckelt, ist ein sauberer Garnständer/korrekte Orientierung die sicherere Lösung.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Wenn du Magnetrahmen einsetzt, arbeite sehr vorsichtig. Starke Magnete können Finger einklemmen. Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten und empfindlicher Elektronik halten. Rahmen nie unkontrolliert „zuschnappen“ lassen.
Entscheidungsbaum: Metallic-Fadenrisse schnell beheben (und den richtigen Workflow wählen)
A) Was verwendest du: Spule oder Konus?
- Spule → muss seitlich ablaufen → läuft sie über das Ende, sofort umorientieren.
- Konus → muss von oben ablaufen → Garnnetz unten + Garnständer.
B) Wo tritt der Fehler auf?
- Sofortiger Riss + Schreddern: → Öhr zu klein. Auf Topstitch 90/14 wechseln.
- Riss mitten im Motiv + „zu straff“ wirkende Stiche: → Spannung zu hoch. Oberfadenspannung Richtung 1,0.
- Zufällige Risse + ruckelnde Abgabe: → Fadenführung. Stand/Netz/Orientierung prüfen.
C) Reißt es trotz Nadel + Spannung + Fadenführung?
- Geschwindigkeit auf 600 spm, dann 500 spm.
D) Flagging-Faktor (ist dein Werkzeug Teil des Problems?) Metallic braucht Stabilität. Wenn der Stoff im Stickrahmen „pumpt“ (Flagging), kann die Nadel abgelenkt werden und den Faden stärker belasten.
- Gelegenheitsnutzer: Neu einspannen und den Rahmen sauber nachziehen.
- Produktion/dicke Materialien: Wenn du dicke Ware nicht straff genug einspannen kannst, ohne Rahmenspuren zu riskieren, kann ein Upgrade sinnvoll sein:
- Bei dicken Handtüchern/Jacken oder Serienläufen können Magnetrahmen für Stickmaschine helfen, das Material flacher zu halten und Flagging zu reduzieren.
- Hohe Stückzahlen: Wenn Platzierung und gleichmäßiges Einspannen Zeit kosten, kann eine Einspannstation für Stickrahmen oder Einspannstation für Maschinenstickerei die Wiederholgenauigkeit verbessern.
Troubleshooting-Matrix (Symptom → Ursache → Fix)
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Quick Fix |
|---|---|---|
| Riss innerhalb von 30 Sekunden | Nadelöhr zu klein (75/11) | Topstitch 90/14 einsetzen |
| Fransen/Fusseln am Öhr | Zu viel Reibung oder Spannung | Spannung Richtung 1,0; Nadelgröße prüfen |
| Zufällige „Ruck“-Risse | Fadenabgabe/Verdrehung | Spule/Konus korrekt ausrichten; Garnständer nutzen |
| Unterfaden oben sichtbar | Oberfadenspannung zu hoch | Oberfadenspannung senken (Richtung 1,0) |
| Schlaufen oben (Birdnesting) | Oberfadenspannung zu niedrig | Oberfadenspannung leicht erhöhen (z. B. 1,2–1,6) |
| Risse bei dichten Flächen | Hitze/Reibung durch Tempo | Geschwindigkeit auf 500–600 spm |
Ergebnis

Wenn du die Reihenfolge aus dem Video einhältst – Topstitch 90/14 → Oberfadenspannung auf 1,0 (Auto übersteuern) → korrekte Spule/Konus-Ausrichtung + Garnständer + Garnnetz → fusselfreies Polyester-Untergarn → Tempo auf 600/500 spm – solltest du deutlich weniger Fadenrisse und ein saubereres, gleichmäßigeres Metallic-Stichbild bekommen.
Für Hobbyanwender bedeutet das: weniger Ausschuss und weniger Nerven. Für Betriebe bedeutet es: mehr Laufzeit und kalkulierbare Produktion. Sobald du nicht mehr „gegen das Garn“ arbeitest, sondern die Physik im Prozess kontrollierst, wird Metallicstickerei planbar – und damit wirtschaftlich.
