Gut lesbarer 5–6-mm-Kleinsttext in PE Design 10/Next (ohne das integrierte „Small Text“-Tool)

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Anleitung für PE Design 10/Next zeigt, wie du normale TrueType-Schriften bei 5–6 mm sauber stickbar und gut lesbar bekommst – durch gezieltes Anpassen von Dichte und Pull Compensation, ohne auf die Möglichkeit zu verzichten, Text zu biegen oder zu transformieren. Du lernst, wann die integrierten „Small Text“-Presets sinnvoll sind, wie du zu „zu enge“ Satinsäulen sicher erkennst, welche Werte im Video konkret verwendet werden (3,7 Linien/mm und 0,3 mm Pull Comp) und wie du typische Stolpersteine wie Block-Buchstaben, problematisches Skalieren und Fadenrisse vermeidest.
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Inhaltsverzeichnis

Es gibt diesen frustrierenden Moment, den fast jede*r in der Maschinenstickerei kennt: Am Bildschirm wirkt die Schrift gestochen scharf – und nach dem Sticken (oder spätestens nach dem Waschen) ist aus dem Text ein unlesbarer, „kugelsicherer“ Fadenklumpen geworden.

Kleine Schrift ist der Härtetest für jede Stickdatei. Genau hier kollidiert Physik mit Design. In PE Design 10/Next funktioniert die eingebaute Funktion „Small Text“ wie ein Fertiggericht: schnell, bequem und relativ sicher – aber du kannst das Rezept nicht verändern. Du bekommst genau das, was vorgegeben ist.

In der Praxis brauchst du jedoch Kontrolle: Text biegen, Passung/Ausrichtung zu Logos herstellen, Dichten je nach Material anpassen – und dabei die winzigen Toleranzen von 5-mm-Buchstaben beherrschen. Diese Anleitung bringt dich von „ich hoffe, das klappt“ zu „ich weiß, warum es klappt“. Wir schauen uns an, wann Presets sinnvoll sind – und vor allem, wie du Standard-TrueType-Schriften manuell so einstellst, dass sie im Kleinstbereich zuverlässig sticken.

Die Grenzen von „Small Text“ in PE Design

Die „Small Text“-Presets in PE Design sind im Kern „geschlossene Container“: Sie sind so vorkonfiguriert, dass sie gut lesbar sind – aber diese Sicherheit kostet Flexibilität. Du kannst sie nicht (oder nur sehr eingeschränkt) transformieren (Bogen/Kurve), und du kommst typischerweise nicht an die tieferen „Sewing Attributes“, um z. B. Dichte oder andere Parameter gezielt zu ändern.

Für Einsteiger ist das ein Sicherheitsnetz. Für Fortgeschrittene, die z. B. einen gebogenen Firmennamen auf eine Cap setzen wollen, wird es schnell zur Fessel.

Dropdown menu showing the 10 different built-in small text options.
Reviewing built-in font options

Das Video macht eine wichtige Grundregel klar: Die Größe bestimmt den Stich-Typ.

  • Mikrobereich (3–4 mm): In dieser Größe ist eine Satinsäule (Zickzack) physikalisch kaum sinnvoll – die Einstiche liegen so eng, dass das Material eher „perforiert“ wird. Die Software nutzt hier typischerweise Laufstich (Run Stitch).
  • Kleinbereich (5–6 mm): Das ist die „Gefahrenzone“. Optisch soll es Satin sein (glänzend, professionell), aber Standard-Dichten erzeugen schnell einen „Faden-Stau“ – mit Fadenrissen, Nadelablenkung und schlechter Lesbarkeit.
Glitch shown on screen where font #08 displays as solid blocks.
Demonstrating a software bug

Was die Presets richtig gut machen (und warum sie so beliebt sind)

Die Presets sind beliebt, weil sie das Rätselraten reduzieren: Für eine bestimmte Millimeterhöhe wird automatisch eine passende Stich-Architektur gewählt.

Zoomed in view of 'abc' showing individual stitch points.
Analyzing stitch structure

Im Video sieht man außerdem: Die integrierte Schrift arbeitet mit einer gemessenen Stichlänge von 1,1 mm. Das ist kein Zufall, sondern ein bewusst gewählter „Sweet Spot“ für Lesbarkeit. Praxis-Hinweis: Wenn Stiche deutlich unter 1 mm fallen, wird es für viele Maschinen „zäh“ – statt eines ruhigen Laufgeräuschs hörst du eher ein angestrengtes, raues Arbeiten, weil die Maschine in extrem engen Bereichen Knoten bilden muss. Die Presets verhindern das, indem sie sichere Stichlängen erzwingen.

Cursor pointing to 1.1mm measurement on the ruler at bottom.
Measuring stitch length

Der Nachteil: wenig Kontrolle (und ein „Font-Bug“, der nicht immer ein Bug ist)

Der Preis ist fehlende Einstellbarkeit: Du wählst „Small Text“, tippst Text – und „Sewing Attributes“ sind ausgegraut oder stark eingeschränkt. Du arbeitest im Autopilot.

Selecting 'Arial Narrow' from the font list for regular text.
Choosing a font

Das Video zeigt auch einen typischen Schreckmoment: Small Text Font #08 erscheint als Blockflächen statt als Buchstaben. Bevor du neu installierst, prüfe die Eingabe.

  • Das Problem: Manche integrierten Stickschriften sind nur für Großbuchstaben (ALL CAPS) oder bestimmte Tastenzuordnungen ausgelegt.
  • Die schnelle Lösung: Wenn du nur Blöcke siehst, aktiviere CAPS LOCK und tippe in Großbuchstaben. In den Kommentaren wird genau das als Ursache bestätigt.

Warnung: Maschinensicherheit & Geschwindigkeit
Wenn du sehr kleinen, dichten Text testest, lass die Maschine nicht auf voller (Industrie-)Geschwindigkeit laufen.
* Risiko: In dichten Satinsäulen entsteht Hitze und zusätzliche Belastung durch Nadelablenkung.
* Praxis-Tipp: Starte mit reduzierter Geschwindigkeit und achte auf einen ruhigen Lauf. (Im Video werden keine konkreten SPM-Werte vorgegeben.)

Die richtige TrueType-Schrift für kleine Größen wählen

Wenn du Text biegen willst oder eine Corporate-Schrift nachbauen musst, kommst du an TrueType nicht vorbei. Aber die Physik bleibt: Nadel und Faden haben eine feste „Breite“.

Manually resizing the red 'abcdefg' text to match the size of the blue sample.
Resizing text

Warum „schlicht und schmal“ bei 5–6 mm oft gewinnt

Für 5–6 mm brauchst du eine Schrift mit „stickbarer Geometrie“.

  • Meiden: Serifen (z. B. Times), Brush-Scripts und sehr variable Strichstärken – feine Details verschwinden, Serifen „ballen“.
  • Bevorzugen: Block-/Sans-Serif-Schriften mit gleichmäßiger Strichstärke, z. B. Arial Narrow (wie im Video).

Denk an „Negativraum“: Bei kleinen Buchstaben müssen Innenräume (z. B. in „a“, „e“, „o“) offen bleiben. Eine schmale, einfache Schrift lässt mehr Luft – und stickt dadurch am Ende oft lesbarer.

Größe visuell abgleichen (so wie im Video)

Verlass dich nicht auf Punktgrößen (pt) – die variieren je nach Schrift stark. Arbeite visuell:

  1. Erzeuge ein „Referenz“-Objekt mit dem integrierten „Small Text“-Tool in deiner Zielgröße.
  2. Setze deinen TrueType-Text direkt daneben.
  3. Skaliere den TrueType-Text manuell, bis die Höhe optisch passt.
Comparison of blue built-in text and red regular text side-by-side.
Visual comparison

Praxis-Tipp: Sobald du eine Standard-Schrift so stark verkleinerst, werden die Default-Werte riskant. Eine Schrift, die für 20 mm gedacht ist, wird bei 5 mm mit Standarddichte schnell „zugestopft“. Genau deshalb ist der nächste Abschnitt entscheidend.

Kritische Einstellungen: Dichte für 5-mm-Text anpassen

Das ist der Kern der Methode. Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese Werte.

Sewing Attributes panel showing Density set to 5.0 lines/mm.
Checking default settings

Standardproblem erkennen: Dichte ist zu hoch

Im Video liegt die Standarddichte für normalen Text bei 5,0 Linien/mm. Schnellcheck: Schalte in die Stich-/Punktansicht. Wenn die Vorschau wie ein nahezu geschlossener Balken wirkt, ist es zu dicht. Gestickt fühlt sich das oft hart und steif an und kann das Material um die Schrift herum verziehen.

Changing the density value to 3.7 lines/mm in the Sewing Attributes panel.
Adjusting Density

Zu hohe Dichte in dieser Größe führt außerdem dazu, dass Fadenlagen sich gegenseitig verdrängen: Es ist schlicht zu wenig Platz im Material, die Kanten werden unruhig und die Schrift wirkt „fusselig“.

Die im Video gezeigte Dichte-Änderung (exakt)

Um das zu retten, musst du die Defaults manuell überschreiben:

  • Aktion: „Sewing Attributes“ öffnen.
  • Änderung: Dichte von 5,0 auf 3,7 Linien/mm reduzieren.

Der Effekt ist in der Vorschau sofort sichtbar: Es entsteht bewusst etwas „Luft“ zwischen den Stichreihen. Das ist bei Kleinsttext kein Fehler, sondern der Weg zu sauberer Stichbildung.

Warum Dichte hier so viel ausmacht

In small text embroidery digitizing gilt oft: weniger ist mehr. Bei 5–6 mm bringt der Faden bereits Volumen mit. Zu viel Stichzahl erzeugt eher Stress im Material (Wellen, Verzug) und verschlechtert die Lesbarkeit.

Pull Compensation: der Hebel für klare Kanten

Dichte regelt den „Stau“ im Inneren. Pull Compensation regelt, wie sauber die Kanten stehen.

Setting Pull Compensation to 0.3 mm in the Sewing Attributes panel.
Adjusting Pull Compensation

Das Stichlängen-Problem (und was es dir sagt)

Stickgarn steht unter Spannung. Bei Satinsäulen zieht diese Spannung das Material nach innen – die Säule wird schmaler als geplant. Bei Kleinsttext kann das bedeuten: Innenräume schließen sich, Striche werden zu dünn, Buchstaben „kippen“ optisch.

Die im Video gezeigte Pull-Comp-Änderung (exakt)

  • Aktion: In „Sewing Attributes“ Pull Compensation suchen.
  • Änderung: auf 0,3 mm setzen.
Text Attributes panel for built-in small text showing grayed out transform options.
Showing limitations

So kannst du es dir vorstellen: Pull Compensation ist „außerhalb der Linie zeichnen“. Du lässt bewusst etwas mehr Breite digital zu, damit es nach dem Zusammenziehen durch Fadenspannung real wieder stimmt.

Merkrezept für 5–6 mm Satin-Text (zum Abspeichern)

Für 5–6 mm Satin-Text (wie im Video gezeigt) kannst du dir diese Kombination merken:

  • Schrift: Block/Sans-Serif (z. B. Arial Narrow).
  • Dichte: 3,7 Linien/mm.
  • Pull Comp: 0,3 mm.

Klarstellung aus der Praxis: Skalieren, „1-mm-Minimum“ und Grenzen

Eine häufige Frage aus den Kommentaren ist sinngemäß: „Kann ich ein bestehendes Design einfach kleiner skalieren – und kann PE Design verhindern, dass Stiche unter 1 mm fallen?“

  • In der Antwort der Kanalbetreiberin: Beim Skalieren kannst du in PE Design etwas Kontrolle behalten (z. B. beim Resizing mit CTRL), aber es gibt keinen Schalter, der garantiert, dass alle Stiche über 1 mm bleiben.
  • Als Faustregel wird genannt: nicht mehr als ca. 10–15 % skalieren (besonders beim Verkleinern). Größere Reduktionen erhöhen die effektive Dichte massiv und erfordern in der Regel Nacharbeit an den Attributen.

Warum manuelles Digitalisieren flexibler ist als Presets

Warum überhaupt der Aufwand, wenn Presets existieren? Weil Kund*innen selten nur gerade Schrift wollen. In der Praxis brauchst du Bögen, Kurven und Anpassungen an Logos/Abzeichen.

Integrierter Kleinsttext lässt sich nicht transformieren

Die Presets sind starr – Kurve/Arc ist in den Text-Attributen oft deaktiviert.

Applying a curve (arc) transformation to the regular text.
Demonstrating flexibility

TrueType-Text ist transformierbar (und bleibt trotzdem lesbar)

Mit der Kombination aus Arial Narrow + manuell angepasster Dichte/Pull Comp nutzt du die volle Funktionalität der „Text Attributes“.

Final result showing the modified red text looking similar to the optimized blue text.
Result review

Du kannst Transform > Arc anwenden – wichtig für:

  • Firmennamen auf Caps,
  • Patches/Badges,
  • Logo-Layouts mit gebogener Typografie.

Ergebnischeck: Vorher/Nachher vergleichen

Close up of run stitch font (3-4mm) mentioned as the exception.
Explaining exceptions

Wenn du den manuell optimierten Text stickst, vergleiche ihn mit dem Preset: Ziel ist gleiche Lesbarkeit – aber mit deiner gewünschten Form.

Video ending screen.
Conclusion

Primer

Bevor du auch nur einen Stich setzt: Kleinsttext hat praktisch keine Fehlertoleranz. Was bei normaler Stickerei „noch okay“ aussieht, wird bei 5 mm sofort sichtbar.

Der Erfolg hängt an drei Dingen: Datei (oben optimiert), Nadel/Faden und Materialführung (Stabilisierung + sauberes Einspannen).

Vorbereitung & Checks (was oft vergessen wird)

Bevor du testest:

  1. Stichvorschau prüfen: In Punkt-/Stichansicht kontrollieren, ob Innenräume (a/e/o) offen bleiben.
  2. Teststick einplanen: Kleinsttext immer zuerst auf einem Probestück des gleichen Materials testen.
  3. Maschine „ruhig“ laufen lassen: Wenn die Maschine hörbar kämpft, ist meist die Dichte zu hoch – nicht „ein einzelner kurzer Stich“.

Materialstabilität: warum Kleinsttext sofort „wegkippt“

Kleinsttext verzieht sich, sobald das Material minimal nachgibt. Wenn du in Serie arbeitest, ist nicht nur die Datei der Faktor, sondern vor allem die Reproduzierbarkeit beim Einspannen.

Workflow-Hinweis: Wenn Einspannen zum Engpass wird

Du kannst perfekte Werte (3,7 / 0,3) haben – wenn sich das Material im Stickrahmen bewegt, wird der Text trotzdem schief oder unsauber.

Warnung: Magnet-Sicherheit
Magnetrahmen für Stickmaschine arbeiten mit sehr starken Magneten.
* Quetschgefahr: Finger nicht zwischen die Magnetflächen bringen; bewusst und kontrolliert handhaben.
* Medizinische Sicherheit: Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten einhalten.

Prep-Checkliste (Ende Vorbereitung)

  • Stich-/Punktansicht geprüft (Innenräume offen, keine „Balken“).
  • Testmaterial liegt bereit.
  • Datei nach dem Skalieren erneut geprüft (Dichte/Pull Comp).

Setup

So richtest du PE Design für die manuelle Optimierung ein.

Step 1 — Integriertes „Small Text“-Tool als Referenz nutzen

  1. Small Text öffnen.
  2. „Test“ tippen.
  3. Größe (z. B. 6 mm) als Referenz merken.
  • Checkpoint: Dieses Objekt bleibt als „Kontroll“-Text im Arbeitsbereich.

Step 2 — Normalen Text zum Vergleich erstellen

  1. Text (Regular) öffnen.
  2. Eine schlichte Blockschrift wählen (im Video: Arial Narrow).
  3. „Test“ neben den Kontrolltext setzen.
  4. Manuell skalieren, bis die Höhen übereinstimmen.
Hinweis
Eine leicht „kantige“ Bildschirmdarstellung ist bei der Verkleinerung normal – entscheidend ist die Stichlogik.

Setup-Checkliste (Ende Setup)

  • Kontrolltext und Zieltext sind nebeneinander sichtbar.
  • Zieltext ist ausgewählt.
  • „Sewing Attributes“ ist geöffnet.
  • Ansicht ist auf Stich-/Punktvorschau gestellt.

Operation

Jetzt setzt du das „Kleinsttext-Rezept“ um.

Step 3 — Standardwerte in „Sewing Attributes“ diagnostizieren

  1. Zieltext auswählen.
  2. Standarddichte prüfen (im Video: 5,0 Linien/mm).
  3. Einordnen: Für 5–6 mm ist das in der Regel zu dicht.

Step 4 — Dichte und Pull Compensation optimieren (Rezept aus dem Video)

  1. Dichte reduzieren: auf 3,7 Linien/mm.
    • Sichtcheck: Zwischenräume in der Vorschau werden erkennbar – gewollt.
  2. Pull Comp erhöhen: auf 0,3 mm.
    • Sichtcheck: Der Text wirkt am Bildschirm etwas „kräftiger“.
  • Kontext: Sauberes Arbeiten mit PE Design density adjustment ist oft der Unterschied zwischen „Blob“ und professioneller Lesbarkeit.

Step 5 — Transformieren (der Grund für die manuelle Methode)

  1. Zu Text Attributes wechseln (nicht „Sewing Attributes“).
  2. „Transform“ aktivieren.
  3. Arc wählen.
  4. Bogen so einstellen, dass er zum Projekt passt.

Operation-Checkliste (Ende Operation)

  • Dichte = 3,7.
  • Pull Comp = 0,3 mm.
  • Text ist korrekt im Stickbereich positioniert.

Quality Checks

Verlass dich nicht auf den Bildschirm – Kleinsttext muss als Probe gestickt werden.

Was du am Probestick prüfst

Probe aus normaler Betrachtungsdistanz (Armlänge) beurteilen:

  1. Lesbarkeit: Sofort lesbar?
  2. „O“-Test: Sind Innenräume von „e/a/o“ offen oder zugestickt? (Wenn zugestickt: Dichte weiter reduzieren.)
  3. Haptik: Fühlt es sich extrem hart/steif an? (Hinweis auf zu hohe Dichte.)

Produktionshinweis (Konstanz)

Wenn ein Shirt perfekt ist und das nächste nicht, ist die Datei oft nicht das Problem – sondern die Reproduzierbarkeit beim Einspannen. Eine Einspannstation für Stickmaschine hilft, Position und Spannung konstant zu halten.

Troubleshooting

Nutze diese Matrix, wenn etwas schiefgeht.

Symptom: Blöcke statt Buchstaben

  • Wahrscheinliche Ursache: Bestimmte integrierte Schrift (z. B. Font 08) erwartet Großbuchstaben.
  • Quick Fix: CAPS LOCK aktivieren und in Großbuchstaben tippen. Wenn es weiterhin hakt: auf TrueType (z. B. Arial Narrow) ausweichen.

Symptom: Text wirkt zu dicht, steif oder unlesbar

  • Wahrscheinliche Ursache: Dichte steht noch auf Standard (z. B. 5,0+).
  • Quick Fix: In PE Design 10 tutorial-Workflows als Startwert 3,7 Linien/mm setzen und erneut testen.

Symptom: Wiederkehrende Fadenrisse im Kleinsttext

  • Wahrscheinliche Ursache: Meist zu hohe Dichte bzw. zu „enge“ Satinsituation im Verhältnis zur Größe.
  • Quick Fix: Dichte reduzieren (und die Stichvorschau prüfen). Bei extrem kleiner Schrift (3–4 mm) ist Laufstich oft die sinnvollere Wahl.

Symptom: Kanten wirken gezackt / „sägezahnig“

  • Wahrscheinliche Ursache: Materialstruktur drückt durch oder das Material bewegt sich minimal.
  • Quick Fix: Stabilisierung/Materialführung verbessern und erneut testen.

Results

Du bist jetzt nicht mehr auf die „Black Box“ der Presets angewiesen. Du hast eine wiederholbare Formel aus dem Video: TrueType-Schrift + 3,7 Linien/mm Dichte + 0,3 mm Pull Compensation.

Das schützt deine Arbeit (weniger Ausschuss), entlastet die Maschine (weniger Stress durch Überdichte) und erhöht die Professionalität deiner Ergebnisse – gerade bei Logos und Branding.

Wenn du von Einzelstücken in Richtung Produktion gehst, denk daran: Software ist nur die halbe Miete. Für Tempo und Konstanz im Workflow sind saubere Stickrahmen-Prozesse entscheidend – z. B. mit Stickrahmen für Stickmaschine, die das Einspannen effizienter machen, und einer zuverlässigen Mehrnadelstickmaschine als nächster Schritt für alle, die Details wirklich beherrschen wollen.