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Wenn du schon einmal ein dickes Filz-Blank auf einer Einnadelmaschine „gefloatet“ hast und dachtest: „Ein falscher Handgriff – und ich sticke durch die Lasche, das Teil wandert weg oder ich ruiniere es mit Rahmenabdrücke“, dann ist das nicht übertrieben, sondern realistisch. Dieses Projekt – ein Kimberbell-Folio-Cover – kombiniert mehrere heikle Punkte in einem einzigen Einspannen: wasserlösliches Stickvlies, schwerer Filz, Fixieren mit Tape, Mylar-Layering, Raw-Edge-Leder und Stoff-Applikation.
Ich gehe den Ablauf so durch, wie er im Video gezeigt wird – ergänze aber die „Werkstatt-Details“, die in der Praxis den Unterschied machen: kurze Kontrollgriffe, Blickwinkel-Checks, saubere Trimm-Gewohnheiten und klare Stop-Kriterien, bevor aus einem kleinen Versatz ein Totalschaden wird.

Erst Ruhe reinbringen: Warum Badge Master + Floating funktioniert (und was dabei wirklich passiert)
Im Video wird Badge Master (ein schweres wasserlösliches Stickvlies) zunächst allein in den Stickrahmen eingespannt. Danach wird eine Platzierungslinie gestickt, die als „Landkarte“ für die Position des Filz-Folios dient.
Warum dieser Umweg – warum nicht einfach den Filz einspannen? Vorgefertigte, dicke Teile wie ein Filz-Folio lassen sich im klassischen Stickrahmen schlecht einspannen: Es drohen Rahmenabdrücke, die Form verzieht sich, und durch die Materialstärke wird der Rahmenmechanismus unnötig belastet.
Das Floating-Prinzip: Du spannst nur das Vlies ein – das Vlies trägt die Spannung im Rahmen. Der Filz liegt obenauf und wird fixiert, sodass er „mitläuft“, ohne selbst unter Rahmendruck zu stehen. Genau das ist der Kern eines effizienten Floating-Stickrahmen-Workflows.
Der Schnelltest (bitte wirklich machen): Klopfe vor dem ersten Stich auf das eingespannte Vlies.
- Geräusch: eher wie eine straffe Trommel (klarer „Thrum“), nicht dumpf.
- Optik: straff, keine Wellen.
- Risiko: Ist das Vlies zu locker, zieht der schwere Filz beim Sticken mit – Passung/Ausrichtung leidet, Outlines treffen nicht mehr sauber.

„Unsichtbare“ Vorbereitung: Materialliste, Freigang und Sicherheitszonen
Im Video wird auf einer Einnadelmaschine im Brother/Baby Lock-Stil gearbeitet (erkennbar am W-Nähfuß). Die Design-Reihenfolge ist sinnvoll aufgebaut: Basis (Platzierung) → Träger (Filz) → Effekt (Mylar) → Detail (Script) → Fokus (Leder) → Deko (Applikation).
Im Video gezeigt/benannt:
- Maschine: Einnadel-Stickmaschine.
- Stickvlies: Badge Master (Heavyweight Water Soluble).
- Fixierung: Kimberbell Paper Tape.
- Blank: graues Filz-Folio.
- Materialmix: irisierender Mylar-Streifen, goldfarbenes Leder, Applikationsstoffe (Türkis/Gelb).
- Werkzeuge: gebogene Stickschere (ideal: doppelt gebogen), Pinzette.
Praxis-Setup, bevor du startest: Du klebst ein voluminöses Teil auf ein eingespanntes Vlies – damit baust du dir im Stickfeld eine kleine „3D-Landschaft“. Deshalb:
- Werkzeuge vorher bereit legen: Gebogene Schere für saubere Lederkanten; Pinzette für Mylar-Reste in Ecken.
- Freigang prüfen: Filz ist dick. Schau unter den Nähfuß/um die Nadel herum, ob alles frei läuft und nichts am Material „pflügt“.
- Crash-Vermeidung: Die Folio-Lasche/der Bereich mit Gummis muss konsequent zurückgefaltet und fixiert werden. Wenn das während eines schnellen Stichblocks hochklappt, kann die Nadel in den Bereich geraten.
Warnung: HAND-SICHERHEIT.
Hände nie im Stickfeld, wenn die Maschine startbereit ist. Zum Trimmen Maschine stoppen, Finger weg vom Startknopf. Gerade bei Einnadelmaschinen ist ein unbeabsichtigter Start in der Nähe von Nadel/Nadelhalter ein echtes Verletzungsrisiko.

Prep-Checkliste (erst starten, wenn alles „Ja“ ist)
- Badge Master ist trommelfest eingespannt (Klopftest).
- Passende Rahmengröße (typisch 5x7 oder 6x10) ist korrekt verriegelt.
- W-Nähfuß (oder Standard-Stickfuß) sitzt sicher.
- Paper Tape ist griffbereit (am besten mehrere kurze Streifen vorbereitet).
- Gebogene Schere und Pinzette liegen außerhalb der Vibrationszone.
- Folio-Ausrichtung ist geklärt (es wird auf der Außenseite gestickt).
- KRITISCH: Lasche/Gummibereich ist identifiziert und wird zurückgefaltet fixiert.

Platzierungslinie auf „nacktem“ Vlies: Der Referenz-Trick
Video Schritt 1 (00:19–00:29): Die Maschine stickt ein einfaches Rechteck direkt auf das klare, wasserlösliche Vlies.
Behandle diese Linie wie eine Schablone: Sie ist deine harte Referenz. Wenn du den Filz exakt daran ausrichtest, wird das Motiv gerade. Wenn du „nach Augenmaß“ arbeitest, wird es schief.
Mini-Check am Rechteck:
- Wirkt es sauber und gleichmäßig?
- Gibt es Wellen/Verzug im Vlies rund um die Naht?
- Entscheidung: Wenn das Vlies schon jetzt puckert, sofort neu einspannen. Ein Blatt Vlies zu verlieren ist günstiger, als Filz/Mylar/Leder zu ruinieren.

Filz-Folio floaten: Gerade Kante herstellen und „Drift“ verhindern
Video Schritt 2 (00:49–02:22): Das Folio wird aufgelegt („gefloatet“). Die Lasche mit den Elastikteilen wird zurückgefaltet, um eine verlässlich gerade Kante zu bekommen. Diese Kante wird exakt an der gestickten Platzierungslinie ausgerichtet und dann mit Paper Tape fixiert.
Wichtig im Handling:
- Lasche falten: Die Falzkante ist deine „Lineal-Kante“ für die Ausrichtung.
- Tape-Reihenfolge: Erst Ecken sichern, dann die langen Seiten.
- Lift-Check: Stickrahmen leicht anheben: hängt der Filz irgendwo ab, fehlt Tape. Filz und Vlies müssen sich wie eine Einheit bewegen.
Praxis-Hinweis: Für Einzelstücke ist Tape völlig okay. In Serie wird es schnell zum Zeitfresser (und kann Rückstände am Rahmen hinterlassen).
Upgrade-Idee (wenn Tape dich ausbremst): Wer regelmäßig dicke Filzteile verarbeitet, steigt oft auf Magnetrahmen für Stickmaschine um: schnelleres Spannen, weniger Druckstellen, weniger Schraubarbeit.

Setup-Checkliste (nach dem Fixieren)
- Die gefaltete Kante liegt exakt auf der Platzierungsnaht.
- Tape sitzt an allen vier Ecken und zusätzlich mittig an den langen Seiten.
- Tape ist fest angerieben (z. B. mit Fingernagel), damit es nicht hochsteht.
- Freigang: Keine Tape-Enden liegen im Stickweg.
- Beim leichten Bewegen des Rahmens ist kein Rutschen spürbar.

Glitzer ohne Verrutschen: Mylar-Applikation sauber kontrollieren
Video Schritt 3 (02:23–03:40): „DREAM“ wird als Platzierungslinie gestickt. Danach werden Sprungstiche innerhalb der Buchstaben (u. a. in R und A) entfernt, dann wird der Mylar-Streifen aufgelegt und festgestickt.
Warum Sprungstiche vorher trimmen? Mylar ist transparent/halbtransparent. Alles, was darunter liegt, kann später sichtbar bleiben – und nach dem Auflegen kommst du schlecht ran.
Mylar-Problematik: Mylar ist glatt und rutscht leicht.
- Lösung im Video: Mylar mit Paper Tape fixieren, weil er sich sonst beim ersten Kontakt des Nähfußes verschiebt.
- Einordnung: Ein Magnetrahmen für brother kann die Basis (Filz/Vlies) sehr stabil halten – für den Mylar-Layer selbst ist Tape in diesem Ablauf trotzdem der sichere Weg.

Mylar sauber abreißen: Richtung und Kontrolle
Video Schritt 4 (04:02–04:58): Ein dekorativer Kreuzschraffur-Füllstich läuft über den Mylar. Danach wird der überschüssige Mylar entfernt.
Technik wie im Video: Nicht nach oben ziehen, sondern seitlich und zur Naht hin.
- Gefühl: Du willst ein sauberes „Knacken“, wenn der Mylar an den Einstichlöchern perforiert. Wenn es sich wie „dehnen“ anfühlt: stoppen, mit der Pinzette kontrollieren.
- Blickwinkel-Check: Kopf leicht bewegen – Mylar reflektiert. So findest du kleine Reststücke in Ecken, die frontal kaum sichtbar sind.

Glanz fixieren: Satin-Kontur um „DREAM“
Video Schritt 5 (05:15–06:05): Eine dunkeltürkise Satinumrandung schließt die Kanten der Mylar-Applikation sauber ein.
Das ist ein starker Qualitätsindikator:
- Kantenabdeckung: Deckt der Satin die Mylar-Kante vollständig?
- Passung: Sitzt die Kontur sauber auf der vorherigen Form?
- Merksatz: Die Präzision am Ende wird vorne entschieden – durch sauberes Einspannen und Fixieren. Standardisiertes Einspannen für Stickmaschine reduziert genau diese Spätfehler.

Script „plan“: Fadenspannung und Fadenweg im Griff behalten
Video Schritt 6 (06:15–06:50): „plan“ wird in einer dünneren Script-Schrift gestickt.
Typisches Risiko auf Filz: Feine Schriften können im Filz „versinken“.
- Vor dem Start: Oberfaden sauber in den Spannscheiben sitzend.
- Zugtest: Oberfaden kurz ziehen – gleichmäßiger Widerstand ist das Ziel. Wenn er fast ohne Widerstand läuft, droht Fadennest.

Raw-Edge-Leder: Die „One-Cut“-Regel
Video Schritt 7 & 8 (06:53–08:00): Platzierung → Goldleder auflegen → Feststicken → Trimmen.
Wichtig: Es bleibt Raw Edge – es kommt keine Satinabdeckung. Deine Schnittkante ist das Finish.
Trimmtechnik (praxisnah): Viele schneiden in kleinen „Bissen“ und erzeugen Zacken. Besser:
- Schere führen lassen (nicht hacken).
- Den Stickrahmen drehen, nicht das Handgelenk verrenken.
- Möglichst lange, ruhige Schnitte – der erste Schnitt soll der beste sein.
Warnung: Gefahrenzone Innenlöcher.
Beim Innenausschnitt von „D“ und „O“ nur mit den Scherenspitzen arbeiten. Leder leicht anheben (z. B. mit Pinzette). Wenn du in den grauen Filz schneidest, ist das nicht reparabel.

Blumen & Applikation: Rhythmus halten, sauber wiederholen
Video Schritte 9–11 (08:03–10:39): Zuerst Knospen/Stiele/Blätter, danach zwei Applikationsblumen im Standardablauf (Platzierung → Stoff auflegen → Feststicken → Mitte sticken → Stoff zurückschneiden).
Ergonomie-Check: Nach mehreren Minuten am Maschinenbett wird Trimmen schnell ungenau.
- Praxis-Tipp: Wenn deine Maschine es zulässt, den Rahmen zum Trimmen abnehmen und flach am Tisch schneiden – dann wieder einsetzen.
- Workflow-Hilfe: In vielen Werkstätten dient eine Einspannstation für Stickmaschinen nicht nur zum Einspannen, sondern auch als stabile Trimmfläche.




Ablauf-Checkliste (während des Stickens)
- Sprungstiche: Innerhalb von „DREAM“ vor Mylar entfernt.
- Mylar: Mit Tape fixiert, keine Kante hebt sich beim Nähfußlauf.
- Mylar-Abriss: Zur Naht hin abgerissen; Ecken per Reflexion kontrolliert.
- Farbwechsel: Nach dem Wechsel kurzer Zugtest am Oberfaden.
- Leder: Möglichst ein sauberer Schnitt; Innenlöcher ohne Filzschnitt.
- Applikation: Stoff deckt Platzierungslinie komplett ab, bevor festgestickt wird.

Troubleshooting: Projekt retten statt „weiter hoffen“
Wenn etwas komisch aussieht: sofort pausieren. Nicht darauf setzen, dass es „später schon passt“.
| Symptom | Likely Cause | Fast Fix | Prevention (Next Time) |
|---|---|---|---|
| Mylar Shifting | Lack of friction/tape failure. | Pause. Re-tape corners aggressively. Use a pencil eraser to hold it down (keep hands away!). | Tape Mylar on 4 sides, not just 2. |
| Jagged Leather | "Nibbling" with scissors tip. | Use a lighter to carefully singe the fuzz (risky!). Or leave it—trimming more usually makes it worse. | Use long scissor strokes. Rotate the hoop. |
| Outline Misaligned | Felt shifted on stabilizer (Drag). | None. You can't move it back once stitched. | Improve hooping tension (drum sound). Upgrade to a Magnetrahmen for stronger grip on thick felt. |
| Thread Nesting | Upper thread jumped out of tension disc. | Cut the nest designated under the throat plate. Re-thread with presser foot UP. | Pull thread firmly when threading to seat it in disks. |
Entscheidungslogik: Welche Methode für Filz-Blanks?
Nutze diese Logik, um bei künftigen Projekten schneller die richtige Methode zu wählen.
Q1: Scheitert dir das einfache Floating (Tape + wasserlösliches Vlies) regelmäßig?
- Nein, funktioniert: Dann bleib beim Video-Setup – du trainierst Kontrolle und saubere Ausrichtung.
- Ja, Tape löst sich / hinterlässt Rückstände: Dann brauchst du eher ein Tool-Upgrade als „noch mehr Geduld“.
Q2: Produzierst du das für Verkauf (10+ Stück)?
- Nein, Hobby: Zeitdruck ist geringer – Tape ist günstig und flexibel.
- Ja, Zeit ist Marge: 5 Minuten Tapen pro Teil sind auf Dauer zu teuer.
- Lösung A: Schau dir Magnetrahmen Anleitung an, um Filz schnell und wiederholbar zu klemmen.
- Lösung B: Eine hoop master Einspannstation hilft, die Platzierung zu standardisieren, damit jedes Folio identisch sitzt.
Upgrade-Pfad: Von „geht irgendwie“ zu reproduzierbarer Produktion
Dieses Kimberbell-Projekt ist ein guter Einstieg in Mixed-Media-Stickerei: Es zeigt, dass Maschinenstickerei nicht nur „Start drücken“ ist, sondern Materiallagen so zu „engineeren“, dass sie unter Nadelreibung stabil bleiben.
Wenn deine Technik besser wird, aber dich Tapen, Neu-Einspannen und Trimmen zunehmend ausbremsen, ist das oft das Signal, Werkzeuge zu verbessern.
- Der Rahmen: Magnetrahmen sind für dicke Materialien wie Filz/Leder beliebt, weil sie schnell halten, ohne den klassischen Rahmendruck.
- Die Maschine: Wenn dich die vielen Farbwechsel (Türkis, Gold, Grün, Orange, Gelb) nerven: Mehrnadelstickmaschine reduzieren Stillstand durch Umfädeln.
Warnung: MAGNET-SICHERHEIT.
Magnetrahmen sind Werkzeuge mit hoher Klemmkraft.
1. Abstand zu Herzschrittmachern und empfindlicher Elektronik.
2. Finger aus der Klemmzone – Magnete können schlagartig zusammenziehen.
3. Magnete eher seitlich „wegschieben“ statt auseinanderzuhebeln.
Beherrsche zuerst die Tape-Methode sauber und verstehe das „Warum“. Wenn du dann in Stückzahlen gehst, lass die Tools die Haltearbeit übernehmen.
FAQ
- Q: Wie spanne ich Badge Master (schweres wasserlösliches Stickvlies) auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine so ein, dass es straff genug ist, um ein dickes Filz-Folio zu floaten?
A: Spanne ausschließlich Badge Master „trommelfest“ ein, bevor du Filz auflegst – sonst zieht der Filz das Vlies nach unten und die Passung wandert.- Klopfe vor dem Sticken auf das eingespannte Vlies und spanne sofort neu ein, wenn es dumpf klingt.
- Sticke zuerst das Platzierungsrechteck auf dem blanken Vlies und prüfe es, bevor du das Folio antapest.
- Achte darauf, dass das Vlies faltenfrei und gleichmäßig gespannt ist (keine „weichen“ Zonen).
- Erfolgscheck: Das Vlies klingt beim Klopfen klar und das Platzierungsrechteck stickt ohne Wellenbildung.
- Wenn es trotzdem nicht klappt … stoppe und spanne mit gleichmäßigerer Spannung neu ein, bevor du Filz, Mylar oder Leder verschwendest.
- Q: Wie richte ich ein vorgefertigtes Filz-Folio auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine aus und fixe es per Tape-Floating, ohne dass es von der Platzierungslinie wegdriftet?
A: Behandle das gestickte Platzierungsrechteck als einzige Referenz und fixe das Folio so, dass Filz und Vlies wie eine Einheit laufen.- Falte die Lasche mit den Elastikteilen zurück, um eine verlässlich gerade Kante zu erhalten, und richte diese Kante am Rechteck aus.
- Tape zuerst an den Ecken, dann an den langen Seiten (inkl. Mitte), damit der Filz nicht abheben kann.
- Hebe den Rahmen leicht an und ergänze Tape überall dort, wo der Filz vom Vlies absteht.
- Erfolgscheck: Das Paket wirkt „solid“ und verschiebt sich nicht, wenn du den Rahmen leicht bewegst.
- Wenn es trotzdem nicht klappt … reduziere Drift, indem du von Tape auf einen Magnetrahmen umsteigst, der dicken Filz schneller und stärker klemmt.
- Q: Wie verhindere ich, dass Mylar bei der „DREAM“-Mylar-Applikation auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine verrutscht?
A: Fixiere Mylar konsequent mit Tape, weil Mylar nahezu keine Reibung hat und beim ersten Nähfußkontakt sofort rutschen kann.- Entferne Sprungstiche innerhalb der Buchstaben (z. B. R und A), bevor du Mylar auflegst, damit unter der transparenten Schicht nichts sichtbar bleibt.
- Tape den Mylar-Streifen vor dem Feststicken sicher fest; verlasse dich nicht auf Reibung.
- Wenn eine Kante hochkommt: sofort pausieren und nach-tapen, bevor du weiterstickst.
- Erfolgscheck: Mylar liegt flach und „kriecht“ nicht, wenn der Fuß über den Streifen läuft.
- Wenn es trotzdem nicht klappt … stoppe und tape stärker (bei sehr glattem Mylar sind 4 Seiten oft stabiler als 2).
- Q: Wie reiße ich überschüssiges Mylar nach einem Kreuzschraffur-Füllstich auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine sauber ab?
A: Reiße Mylar seitlich zur Naht hin ab – nicht nach oben –, damit es entlang der Einstichlöcher perforiert statt sich zu dehnen.- Ziehe seitlich und in Richtung der Naht, um ein sauberes „Knacken“ an der Perforationslinie zu bekommen.
- Halte die Stiche bei Widerstand mit der Pinzette nieder, damit sich die Stickerei nicht verzieht.
- Wechsle den Blickwinkel, um reflektierende Reststücke in Ecken zu erkennen und vor dem Weitersticken zu entfernen.
- Erfolgscheck: Mylar bricht sauber an der Nahtlinie mit minimalem „Fusselrand“.
- Wenn es trotzdem nicht klappt … langsamer arbeiten und mit der Pinzette kontrollieren statt stärker zu ziehen.
- Q: Wie verhindere ich Fadennester (bird’s nests) auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine beim Sticken von Script-Schrift wie „plan“ auf dickem Filz?
A: Fädle den Oberfaden mit angehobenem Nähfuß neu ein, damit er sicher in den Spannscheiben sitzt, und prüfe vor dem Start den gleichmäßigen Widerstand.- Schneide das Nest unter der Stichplatte/Greiferzone frei, bevor du neu startest (nicht „durchsticken“).
- Nähfuß hoch, komplett neu einfädeln und den Faden bewusst in den Spannweg führen.
- Vor dem Start einen kurzen Zugtest am Oberfaden machen.
- Erfolgscheck: Der Oberfaden-Zug fühlt sich gleichmäßig an (nicht komplett „lose“).
- Wenn es trotzdem nicht klappt … nach dem nächsten Farbwechsel erneut den Fadenweg prüfen, weil der Faden beim Handling aus der Spannung springen kann.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen verhindern Nadelcrashs und Fingerverletzungen beim Trimmen von Mylar oder Leder während Floating-Stickerei auf einer Brother/Baby Lock Einnadel-Stickmaschine?
A: Hände aus dem Stickfeld, sobald die Maschine startbereit ist, und die Folio-Lasche so fixieren, dass sie nicht in den Nadelweg klappen kann.- Tape die Lasche vollständig zurück, bevor schnelle Stichblöcke laufen.
- Lege Schere/Pinzette außerhalb der Vibrationszone ab, damit nichts ins Stickfeld fallen kann.
- Trim nur bei gestoppter Maschine und mit Abstand zum Startknopf; nicht ins Stickfeld greifen, wenn die Maschine „bereit“ ist.
- Erfolgscheck: Nadelweg ist sichtbar frei von Lasche, Tape-Enden und Werkzeugen, bevor du startest.
- Wenn es trotzdem kritisch wirkt … sofort stoppen bei ungewöhnlichen Geräuschen, Haken oder Widerstand und Lasche/Tape neu sichern.
- Q: Wann sollte ein kleiner Betrieb von Tape-Floating bei Filz-Blanks auf einen Magnetrahmen oder eine Mehrnadelstickmaschine umsteigen – bei Projekten mit Filz, Mylar und Leder?
A: Wenn Tape-Floating zum Engpass wird oder wiederholt Drift/Rückstände verursacht, ist ein Magnetrahmen der nächste Schritt; wenn Farbwechsel die Zeit fressen, ist eine Mehrnadelstickmaschine sinnvoll.- Diagnose: Miss, ob deine Rüstzeit hauptsächlich durch Tapen/Nach-Tapen entsteht und ob Tape Rückstände am Rahmen hinterlässt.
- Level 1 (Technik): Einspannspannung konsequent prüfen und Tape-Flächen so setzen, dass Filz und Vlies als Einheit laufen.
- Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen umsteigen, um dicken Filz schneller zu klemmen und Rahmenabdrücke durch klassischen Druck zu reduzieren.
- Level 3 (Kapazität): Mehrnadelstickmaschine erwägen, wenn häufige Farbwechsel in Designs mit vielen Stops die Produktion bremsen.
- Erfolgscheck: Rüstzeit sinkt (weniger Tape), Passung wird stabiler und Wiederholungen laufen konstanter.
- Wenn es trotzdem nicht klappt … standardisiere Platzierung und Trimm-Workflow (oft hilft eine Einspannstation) bevor du weiter skalierst.
- Q: Welche Magnet-Sicherheitsregeln gelten beim Einsatz von Magnetrahmen auf dickem Filz und Leder?
A: Behandle Magnetrahmen als Industriewerkzeuge: Quetschgefahr vermeiden und Störungen von Geräten verhindern.- Magnetrahmen fernhalten von Herzschrittmachern und empfindlicher Elektronik.
- Magnete seitlich trennen (schieben), nicht auseinanderhebeln, um ein plötzliches Zusammenschnappen zu vermeiden.
- Finger aus der Klemmzone halten, wenn die Magnete zusammengeführt werden.
- Erfolgscheck: Magnete verbinden sich kontrolliert ohne Quetschen, und der Arbeitsplatz bleibt frei von sensiblen Geräten.
- Wenn es trotzdem riskant wird … Tempo rausnehmen und Handposition ändern – die meisten Magnetverletzungen passieren durch Hektik.
