ITH-Geschirrtuchhalter richtig gemacht: Solider In-the-Hoop-Aufbau + Handtuch-Positionierung, die nicht verrutscht

· EmbroideryHoop
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du einen In-the-Hoop (ITH) Küchen-Geschirrtuchhalter und ein passendes Tea Towel mit Raw-Edge-Applikation sauber und reproduzierbar umsetzt. Du lernst, wie du AquaMesh korrekt einspannst (für einen freistehenden Halter), FiberForm so zuschneidest und platzierst, dass es stabil wird ohne unnötige Dicke im Laschenbereich, wie du sauber trimmst und eine hochwertige Satinkante bekommst – und wie du ein Handtuch mit StabilStick „floating“ fixierst, damit die Platzierung exakt bleibt. Dazu: praxisnahe Checks, typische Fehlerbilder mit schnellen Lösungen und Finishing-Tipps für ein wirklich geschenktaugliches Ergebnis.
Urheberrechtshinweis

Nur zu Bildungszwecken. Diese Seite ist eine Lern-/Kommentar-Notiz zum Werk der ursprünglichen Urheberin/des ursprünglichen Urhebers. Alle Rechte verbleiben beim Original; kein erneutes Hochladen oder Weiterverbreiten.

Bitte sieh dir das Originalvideo auf dem Kanal der Urheber*in an und abonniere, um weitere Tutorials zu unterstützen – ein Klick hilft, klarere Schritt-für-Schritt-Demos, bessere Kameraperspektiven und Praxistests zu finanzieren. Tippe unten auf „Abonnieren“, um sie zu unterstützen.

Wenn du die/der Urheber*in bist und eine Anpassung, Quellenergänzung oder Entfernung einzelner Teile wünschst, kontaktiere uns über das Kontaktformular der Website. Wir reagieren zeitnah.

Inhaltsverzeichnis

Ein ITH-Geschirrtuchhalter ist ein Projekt, das auf den ersten Blick „einfach nur süß“ wirkt. In der Praxis ist es aber eine kleine Konstruktionsaufgabe: Deine Maschine soll erst ein festes, freistehendes Teil (den Halter) aufbauen – und danach ein weiches, voluminöses Handtuch so besticken, dass nichts schief sitzt oder wandert.

In dieser Anleitung arbeiten wir nicht nach dem Motto „wird schon“. Wir gehen das Projekt so an, wie man es in einer sauberen Werkstatt- oder Kleinserien-Umgebung macht: mit Fokus auf Stabilisierung, Schichtaufbau und Werkzeug/Handling, damit du ein Ergebnis bekommst, das sich zuverlässig wiederholen lässt.

Hier kommt deine praxisorientierte Masterclass für In-the-Hoop (ITH) Towel Hangers.

Title slide showing the finished towel hanger project hanging on an oven handle.
Intro

Materialliste: Das Fundament

Bei ITH entscheidet das Material über 80 % des Ergebnisses. Wenn du hier sparst, rächt es sich später an Kanten, Passung und Stabilität.

Das brauchst du:

  • Stickmaschine: Einnadel geht, eine Mehrnadelstickmaschine ist für Serien schneller.
  • Stickrahmen: Muss 5.02" x 8.43" aufnehmen.
  • Stoffe: 2x Baumwolle (je 6" x 10") für den Halter + 1 Tea Towel.
  • Stickvlies A (Struktur): OESD AquaMesh (wasserlöslich). Wichtig: 2 Lagen.
  • Stickvlies B (Fixierung): OESD StabilStick (selbstklebendes TearAway) fürs Handtuch.
  • Einlage: FiberForm (das „Skelett“/die Versteifung im Halter).
  • Kleber & Applikationshilfe: Temporärer Sprühkleber (505 oder Web Bond) + Fuse and Fix für die Applikation.
  • Nadel: 75/11 (Sticknadel/Sharp). Das ist die im Tutorial empfohlene Größe.
  • Garn: Isacord 40 wt (Oberfaden) + OESD Unterfaden (zunächst). Für die Satinkante später Isacord auch im Unterfaden.
Roll of AquaMesh stabilizer shown to illustrate the required supply for freestanding lace/projects.
Supplies Overview

Versteckte Verbrauchsteile & Vorab-Checks

Fortgeschrittene schauen vor dem Start auf die Stellen, an denen das Projekt typischerweise kippt.

  • „Frische-Nadel“-Regel: FiberForm ist fest. Mit stumpfer Nadel steigt Reibung – das kann zu Fadenproblemen und unsauberer Kante führen. Starte mit einer frischen 75/11.
  • „Kleber-Realität“: Sprühkleber ist hilfreich, aber zu viel davon kann Fussel binden und später die Fadenführung verschmutzen. Lieber leicht und gleichmäßig.
  • Rahmen-Check: Der Halter wird als „Sandwich“ gestickt (Vlies + FiberForm + Stoff). Wenn dein Rahmen hier zum „Aufdrehen“/Verziehen neigt, bekommst du schneller Versatz.

Entscheidung: Brauche ich eine Einspannhilfe?
* Szenario A: 1–2 Stück für zuhause.
Fazit:* Markieren, sauber ausrichten, in Ruhe arbeiten.
* Szenario B: Mehrere Sets für Markt/Shop.
Fazit:* Manuelles Markieren driftet. Eine Einspannstation für Stickmaschinen hilft, die Positionierung über alle Handtücher hinweg gleich zu halten.

Display of various colorful spools of Isacord thread.
Thread Selection

Prep-Checkliste (vor dem ersten Stich):

  • Rahmen & Einspannen: Rahmen sauber, Schraube/Spannung passend eingestellt.
  • Unterfaden-Plan: 1x OESD-Unterfaden für die Konstruktionsschritte, 1x Isacord passend zur Satinkante.
  • Schneidwerkzeug: 18-mm-Rollschneider scharf (für das Innenfenster entscheidend).
  • Sprühkleber-Test: Einmal kurz in den Mülleimer sprühen, damit die Düse sauber läuft.

Warnung: Klingensicherheit. Das Innenfenster wird mit Klinge/Schere sehr nah am Arbeitsbereich geschnitten. Hände aus der Schnittlinie halten und niemals „zu dir hin“ schneiden. Fürs Trimmen den Rahmen von der Maschine nehmen (aber das Material im Rahmen lassen), damit nichts versehentlich bewegt wird.

Phase 1: Der Halter – Aufbau wie ein Bauteil

Das ist weniger „Deko-Sticken“ und mehr „Aufbauarbeit“: Der Halter muss steif genug sein, um das Handtuch zu tragen.

1) Basis: AquaMesh richtig einspannen

Spanne zwei Lagen AquaMesh gemeinsam ein. Eine Lage ist bei dichter Satinkante deutlich anfälliger.

Schnelltest: Klopf leicht auf das eingespannte Vlies. Es sollte sich wie eine straff gespannte Trommel anfühlen. Wenn es weich nachgibt: neu einspannen.

Comparison of double-curved applique scissors vs. curved EZ snips.
Tool explanation

2) Versteifung: FiberForm zuschneiden (ohne unnötige Dicke)

Übertrage die Vorlage auf FiberForm. Außen kannst du mit Schere schneiden, für das Innenfenster ist ein 18-mm-Rollschneider ideal, weil du damit saubere Ecken hinbekommst.

Wichtiges Detail aus dem Tutorial: FiberForm geht nicht bis in die Lasche/Tab hoch.

  • Warum: Der Körper soll stabil sein, die Lasche muss sich später umklappen lassen (Buttonhole/Knopf). FiberForm in der Lasche macht unnötig dick und unflexibel.
Embroidery hoop with two layers of AquaMesh stabilizer.
Hooping
Using a small 18mm rotary cutter to cut the rectangular window out of the FiberForm stiffener.
Cutting Stiffener

3) Schichtaufbau: „Floating“ auf dem Vlies

Sprühe die Rückseite des FiberForm leicht ein und platziere es innerhalb der Platzierungslinie. Danach die linke Stoffseite des ersten 6" x 10"-Stücks leicht einsprühen und glatt auflegen.

Praxis-Hinweis: Dieses Sandwich ist relativ dick. Wenn du merkst, dass dein Rahmen bei solchen Aufbauten nicht gleichmäßig klemmt, sind Magnetrahmen in der Praxis oft die bequemere Lösung, weil sie ohne Verdrehen gleichmäßig von oben pressen.

FiberForm piece placed centrally on the hooped stabilizer within the placement stitches.
Placement

4) Doppelte Schnittlinie: Warum sie dir das Leben leichter macht

Nach dem nächsten Schritt siehst du eine doppelte Linie.

  • Linie 1: hält den Stoff sicher.
  • Linie 2: ist deine Trimmlinie.

Trimme den Stoff sehr nah an der äußeren Linie.

  • Technik: Doppelt gebogene Applikationsschere flach am Rahmen/Vlies anlegen. So kommst du nah ran und reduzierst das Risiko, ins Vlies zu schneiden.
Stitched outline on the fabric showing the double cut-line.
Stitching Complete
Hands using applique scissors to trim the fabric away from the inner rectangular window of the hanger.
Trimming

5) Deko + Rückseite auflegen (Rahmen nicht ausspannen)

Sticke die Zierelemente (Swirls), Schrift und Herz. Danach den Rahmen von der Maschine nehmen (nicht ausspannen), umdrehen und den zweiten Stoff (6" x 10") auf der Rückseite mit Sprühkleber „floating“ auflegen, sodass die Rückseite der Stickerei abgedeckt ist.

Back of the hoop shown with backing fabric smoothed over it.
Adding Backing

6) Satinkante: Der Profi-Finish-Schritt

Stopp – Unterfaden wechseln. Wechsle vom hellen Konstruktions-Unterfaden auf Isacord 40 wt passend zum Oberfaden.

  • Warum: Die Satinkante umschließt die Rohkante. Mit passendem Unterfaden sieht die Rückseite deutlich sauberer aus (kein „Durchblitzen“ heller Unterfäden).
The hanger showing the final decorative stitching including the buttonhole and text.
Completed Embroidery

Phase 2: Das Handtuch – Floating & Applikation ohne Verzug

Jetzt wechseln wir von „starr aufbauen“ zu „voluminös sauber fixieren“. Handtücher sind dick und lassen sich oft schlecht klassisch einspannen – außerdem drohen Rahmenspuren.

1) StabilStick: Klebefläche vorbereiten

Spanne eine Lage StabilStick TearAway mit Papierseite nach oben ein. Papier mit einem „X“ anritzen (nur Papier, nicht das Vlies) und abziehen – jetzt hast du eine Klebefläche.

Diese Vorgehensweise wird häufig als Floating-Stickrahmen-Technik beschrieben: Das Material liegt oben auf und wird nicht zwischen die Ringe gequetscht.

Using scissors to carefully slice open the buttonhole in the tab.
Finishing

2) Ausrichtung: Markierungen, die wirklich funktionieren

Markiere die Mitte am Vlies (Fadenkreuz). Am Handtuch eine vertikale Mittellinie markieren und zusätzlich eine horizontale Linie 5 inches über dem Saum. Diese Höhe ist im Tutorial bewusst gewählt, damit das Motiv später beim „Dritteln“ des Handtuchs gut sitzt.

Serien-Tipp: Wenn du oft merkst, dass Handtücher minimal schief aufkleben, hilft eine mechanische Ausrichtung über eine hoopmaster Einspannstation (oder vergleichbare Rahmen-/Ausrichtstation), weil du damit reproduzierbarer arbeitest.

Hoop with sticky stabilizer marked with crosshairs for centering.
Hoop Prep

3) Fuse and Fix: Applikation sauber, flach und waschbar

Bügle Fuse and Fix auf deine Applikationsstoffe.

  • Warum (wie im Tutorial erklärt): Es gibt dem Stoff „Body“, ohne ihn hart zu machen, und erleichtert sauberes Platzieren, weil du nach dem Abziehen des Trägerpapiers eine klebende Seite hast.
Towel aligned and stuck onto the sticky stabilizer in the hoop.
Floating Towel
Paper pattern overlaying the applique fabric to show cutting shape.
Applique Prep
Peeling the paper backing off the Fuse and Fix on the applique fabric.
Applique Prep

Phase 3: Auswaschen, Knopfloch, Montage

Nach dem Sticken den Halter aus dem Rahmen nehmen, überschüssiges AquaMesh grob zurückschneiden und den Rest mit lauwarmem Wasser ausspülen.

  • Gefühlstest: Anfangs fühlt es sich leicht „glitschig“ an – weiter spülen, bis das weg ist. Nicht aggressiv rubbeln, damit die Satinkante nicht aufraut.

Dann das Knopfloch öffnen (im Tutorial mit sehr scharfer Schere/Knopflochwerkzeug).

  • Praxis-Tipp: Arbeite langsam – das ist der Moment, in dem man am ehesten in die Satinstiche rutscht.
Mixer applique shape adhered to the towel being stitched by the machine.
Applique Stitching

Montage: Lasche nach hinten umklappen, Knopfposition markieren und den Knopf auf der Rückseite annähen. Im Tutorial wird ein flacher 1/2 inch-Knopf empfohlen (kein Knopf mit Öse), damit die Lasche sauber schließt.

Praxis-Idee aus den Kommentaren: Wenn der Halter über einen größeren Ofengriff passen soll, kannst du ein Gummiband durch das Knopfloch ziehen und es über den Knopf einhängen – so gewinnst du Länge, ohne das Stickteil zu verändern.

Warnung: Magnet-Sicherheit. Wenn du mit Magnetrahmen arbeitest: Magnete sind sehr stark, können Finger einklemmen und sollten von Personen mit Herzschrittmacher sowie von magnetempfindlichen Medien ferngehalten werden.

Troubleshooting: Schnell diagnostizieren statt raten

Arbeite dich von „einfach/ günstig“ zu „aufwändiger“ vor.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Fix (Low Cost -> High Cost)
Faden reißt / franst („Shredding“) Reibung/ungeeignete Nadel. 1. Auf frische 75/11 Sticknadel wechseln (im Tutorial empfohlen, z. B. Groz-Beckert). <br> 2. Prüfen, ob du durch zu viel Kleber Rückstände in der Fadenführung hast.
Halter verzieht sich / wird wellig Stabilisierung zu schwach oder nicht straff eingespannt. 1. Sicherstellen: 2 Lagen AquaMesh. <br> 2. Neu einspannen („trommelfest“).
Applikationskante wirkt unsauber Nicht nah genug getrimmt / falsche Schere. 1. Doppelt gebogene Applikationsschere flach führen. <br> 2. Für kleine Sprungstiche/„Fussel“ Curved EZ Snips nutzen (wie im Tutorial gezeigt).
Rahmen springt auf / Sandwich hält nicht Aufbau zu dick oder ungleichmäßig geklemmt. 1. Weniger Sprühkleber (nicht „nass“ kleben). <br> 2. Auf ein Einspannsystem für Stickmaschine mit magnetischer Klemmung umstellen.
Handtuchmotiv sitzt schief Ausrichtung beim Floating ungenau. 1. Mittellinien sauber markieren (Vlies + Handtuch) und beim Aufkleben von der Mitte nach außen glattstreichen. <br> 2. Für Serien: Ausrichtung über eine Station/Jig standardisieren.

Upgrade-Pfad: Welche Investition löst welches Problem?

Du kannst das Projekt mit Standard-Setup sticken. Wenn du aber häufiger produzierst, zeigen sich typische Engpässe:

  1. Problem: „Dickes Sandwich einspannen ist mühsam/inkonsistent.“
    • Lösung: Magnetrahmen – gleichmäßige Klemmung, weniger Kraft, weniger Verzug.
  2. Problem: „Handtücher sitzen nie exakt gleich.“
  3. Problem: „Farbwechsel kosten Zeit.“
    • Lösung: Mehrnadelstickmaschine – reduziert Stillstand durch manuelle Farbwechsel.

Abschluss-Checklisten

Wenn du diese Punkte abhakst, wird das Ergebnis deutlich stabiler und sauberer.

Setup (vor Start):

  • Stickvlies: AquaMesh x2 (Halter) / StabilStick x1 (Handtuch).
  • Unterfaden: OESD-Unterfaden für Konstruktion bereit + Isacord passend für Satinkante.
  • Nadel: frisch, 75/11.

Während des Stickens:

  • FiberForm-Check: Nicht in die Lasche/Tab hineinlegen.
  • Trim-Check: Nach der Doppellinie sauber und nah trimmen (außen + Innenfenster).
  • Unterfadenwechsel: Vor der Satinkante auf passenden Isacord-Unterfaden wechseln.
  • Applikations-Check: Trägerpapier von Fuse and Fix wirklich abziehen, bevor du platzierst.

Wenn du die Materiallogik respektierst und sauber in Schichten arbeitest, wird aus einem „Bastelprojekt“ ein professionell wirkendes, langlebiges Produkt – und vor allem eines, das du zuverlässig wiederholen kannst.