Gekaufte ESA-Schriften von Hatch V1 nach Hatch V2 übertragen (ohne deine Lettering-Bibliothek zu verlieren)

· EmbroideryHoop
Hatch Embroidery 2 übernimmt gekaufte ESA-Schriften aus Hatch V1 nicht automatisch – du musst sie manuell umziehen. Diese Anleitung führt dich durch den exakten Windows-Pfad (USERLETW), das Kopieren aller Fonts, warum ein USB-Backup als Sicherheitsnetz sinnvoll ist, das Einfügen in das Hatch-V2-Verzeichnis und die Kontrolle nach einem Neustart von Hatch. Dazu gibt’s praxisnahe Troubleshooting- und Workflow-Tipps für Digitalisierer:innen, die weniger Frust und eine sauberere Dateiverwaltung wollen.
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Inhaltsverzeichnis

Die „fehlenden Fonts“-Panik: ESA-Schriften von Hatch V1 nach V2 übertragen

Paniklevel: hoch. Du startest dein frisches Hatch-V2-Upgrade, willst schnell ein Monogramm setzen – und die Font-Liste wirkt plötzlich leer bzw. deine gekauften ESA-Schriften sind weg. Du hast für diese Drittanbieter-ESA-Fonts gutes Geld bezahlt, und jetzt fühlen sie sich an, als wären sie im digitalen Nirwana verschwunden.

Realitätscheck: Du hast sehr wahrscheinlich nichts verloren. Das ist ein typischer Stolperstein bei Software-Upgrades: Hatch V2 installiert die mitgelieferten Standardschriften, übernimmt aber nicht automatisch deine in V1 nachinstallierten ESA-Bibliotheken.

Als Stickerei-Trainer behandle ich digitale Assets wie physische Werkzeuge. Deine ESA-Fonts sind wie Spezialnadeln oder deine Magnetrahmen für Stickmaschine: Produktions-Assets, die dir gehören – nicht der jeweiligen Software-Version.

In dieser praxisorientierten „Whitepaper“-Anleitung schließen wir die Lücke zwischen Hatch V1 und V2 manuell über den Windows-Datei-Explorer. Ziel: weg von „Hoffentlich lösche ich nichts“ hin zu einem sauberen, abgesicherten Workflow.


2. Technischer Hintergrund: Was wir hier eigentlich verschieben

Bevor du klickst, musst du wissen, wonach du suchst. Es geht nicht um .EMB- oder .DST-Designs. Wir übertragen .ESA-Dateien (Embroidery System Objects).

  • Was das ist: Das sind „Tastatur-/Lettering-Fonts“ in Hatch. Es sind nicht nur Buchstabenbilder – diese Fonts verhalten sich beim Skalieren anders als reine Grafiken, weil sie intern sticktechnisch „intelligent“ aufgebaut sind.
  • Das Ziel: Ein ganz bestimmter Ordner namens USERLETW (User Lettering).

Warnung: Du arbeitest in Program Files (x86) – also im „Maschinenraum“ von Windows. Nichts löschen, nichts umbenennen, nichts „aufräumen“, was du nicht eindeutig kennst. Halte dich exakt an den Pfad.


3. Ablauf: Das Transfer-Protokoll

Wir machen das in drei klaren Phasen: Finden, Backup, Installieren.

Phase 1: Den V1-„Tresor“ finden

Im Video geht der Ablauf tief in Laufwerk C:. Hier ist dein Pfad (Schritt für Schritt):

  1. Windows-Datei-Explorer öffnen (gelbes Ordnersymbol).
  2. Dieser PC > Windows (C:).
  3. Program Files (x86) öffnen (wichtig: nicht „Program Files“).
  4. Nach unten scrollen zu Wilcom.
  5. Hatch Embroidery Software V1 öffnen.
  6. Den Ordner USERLETW suchen und öffnen.

Plausibilitäts-Check (bin ich richtig?):

  • Optik: Du siehst eine lange Dateiliste; die Endung sollte häufig .ESA sein.
  • Menge: Wenn du nur 5–10 Dateien siehst, bist du vermutlich falsch. Wenn du sehr viele siehst (im Beispiel von John sind es 544 Elemente), bist du im richtigen Ordner.

Phase 2: Das „Rettungsboot“-Backup (Best Practice)

Nicht direkt von V1 nach V2 „rüberschieben“. Der sichere Weg ist: erst ein Backup auf USB, dann installieren. So hast du immer eine Kopie, falls etwas schiefgeht.

  1. Alles markieren: In USERLETW klicken und Strg + A drücken.
  2. Sichtkontrolle: Alle Dateien sind blau markiert.
  3. Kopieren: Rechtsklick auf die Markierung > Kopieren.
  4. USB vorbereiten: USB-Stick einstecken. Optional einen Ordner anlegen, z. B. Hatch Fonts Backup.
  5. Einfügen: Rechtsklick im USB-Ordner > Einfügen.

Warum das für den Betrieb zählt: Programme können abstürzen, PCs werden ersetzt, Festplatten sterben. Mit diesem USB-Backup musst du deine Fonts nicht neu kaufen bzw. mühsam zusammensuchen.

Plausibilitäts-Check:

  • Optik: Du siehst den Windows-Kopierdialog mit grünem Fortschrittsbalken.
  • Dauer: Bei hunderten Fonts dauert das typischerweise kurz (im Video „ein paar Sekunden“). Wichtig: komplett fertig laufen lassen.

Phase 3: In Hatch V2 „einpflanzen“

Jetzt, wo deine Assets sicher sind, kommen sie in den V2-Ordner.

  1. Navigiere zu: C:Program Files (x86)WilcomHatch Embroidery 2.
  2. Dort den Ordner USERLETW öffnen.
  3. Normalzustand: Der Ordner wirkt oft leer oder enthält nur wenige Dateien – das ist normal.
  4. Rechtsklick in den weißen Bereich > Einfügen.

Der Moment der Wahrheit: Wenn das Einfügen durch ist, steigt die Dateianzahl im V2-Ordner deutlich an.

Phase 4: Neustart (damit Hatch die Fonts einliest)

Hatch V2 liest diese Ordner beim Start ein.

  1. Hatch V2 schließen, falls geöffnet.
  2. 5 Sekunden warten.
  3. Hatch V2 starten.
  4. Zum Reiter Lettering gehen und die Font-Auswahl öffnen.

Erfolgsmerkmal: Deine gekauften Fonts (im Video z. B. „Curley“ oder „Comical“) tauchen jetzt in der Liste auf.


4. Vorbereitung & Prävention: Die „unsichtbaren Verbrauchsmaterialien“

Das wirkt wie eine reine Software-Aufgabe – in der professionellen Stickerei ist es aber vor allem Workflow. Digitale Assets (Fonts) brauchen dieselbe Disziplin wie physische Assets (Rahmen, Garn).

Hier sind die „unsichtbaren Verbrauchsmaterialien“ für ein robustes System:

  1. Dedizierter Asset-USB-Stick: Nicht der zufällige Stick aus der Schublade. Ein eigener Stick, beschriftet mit „Embroidery Assets“.
  2. Cloud-Backup: Google Drive oder Dropbox. USB kann verloren gehen – Cloud ist dein Notfall-Backup.
  3. Digitale Notiz/Inventar: Notiere, welche Fonts du wo gekauft hast. ESA-Dateien haben oft kryptische Dateinamen (z. B. Curl_01.ESA). Ohne Zuordnung suchst du später unnötig.

Die kommerzielle Brücke: Von digitaler Geschwindigkeit zu physischer Geschwindigkeit

Du hast deine Font-Bibliothek repariert, um beim Digitalisieren Zeit zu sparen. Wo geht Zeit dann oft wieder verloren? Beim Einspannen.

Wenn du 500+ Fonts hast, machst du sehr wahrscheinlich Personalisierung (Namen auf Polos, Team-Caps, Taschen) – also viel repetitive Einspannarbeit.

  • Problem: Klassische Schraubrahmen sind langsam und belasten die Hände.
  • Ansatz: Genau hier lohnt sich oft ein Upgrade auf Magnetrahmen für Stickmaschine. So wie ESA-Fonts die Texterstellung beschleunigen, beschleunigen Magnetrahmen den physischen Ablauf, weil das „auf- und zuschrauben“ entfällt.

Checkliste (bitte VOR dem Start)

  • Hatch schließen: Stelle sicher, dass V1 und V2 geschlossen sind, bevor du Dateien verschiebst.
  • USB bereit: Formatierten USB-Stick mit mindestens 1 GB freiem Speicher bereithalten.
  • Berechtigung: Du solltest als Administrator in Windows angemeldet sein (für Änderungen in Program Files).
  • Zeitfenster: Plane 15 Minuten ohne Unterbrechung ein – das reduziert Fehlklicks.

5. Setup: Entscheidungshilfe

Unsicher, ob du das überhaupt machen musst? Nutze diese Logik.

Szenario: Ich öffne Hatch V2 und finde meine gekauften Fonts nicht.

  1. Filter prüfen („Show All“):
    • Aktion: In der Font-Liste prüfen, ob du versehentlich nach Kategorien gefiltert hast.
    • Ergebnis: Immer noch weg? -> Weiter mit Schritt 2.
  2. Quelle prüfen (V1):
    • Aktion: In V1 den USERLETW-Ordner öffnen.
    • Beobachtung: Ist er leer?
      • JA: Dann waren sie ggf. nie lokal installiert oder V1 wurde deinstalliert und „User Data“ entfernt. -> Kaufmails prüfen und neu herunterladen.
      • NEIN (Dateien vorhanden): Gut. -> Dann Transfer wie oben durchführen.
  3. Dateityp prüfen:
    • Beobachtung: Sind es .TTF (TrueType)?
    • Ergebnis: TrueType-Fonts nutzt Hatch über Windows – dafür ist dieser Transfer nicht gedacht. Wir verschieben hier nur .ESA.

Setup-Checkliste (SOP)

  • Pfad V1 prüfen: C:Program Files (x86)WilcomHatch Embroidery Software V1USERLETW
  • Pfad V2 prüfen: C:Program Files (x86)WilcomHatch Embroidery 2USERLETW
  • Backup vorhanden: Ein Ordner „ESA Master Backup“ existiert auf deinem externen Medium.

6. Troubleshooting: Symptom -> Ursache -> Lösung

Wenn etwas nicht klappt: nicht raten, sondern systematisch prüfen.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Schnelllösung
„Zugriff verweigert“ beim Einfügen. Windows-Berechtigungen in Program Files. Auf „Fortsetzen“/„Continue“ mit Schildsymbol klicken (Admin-Rechte).
Fonts kopiert, aber Liste bleibt leer. Hatch war währenddessen geöffnet und hat nicht neu eingelesen. Hatch komplett schließen, 10 Sekunden warten, neu starten.
„Datei wird verwendet“/„File in Use“. Ein Prozess blockiert Dateien. PC neu starten und den Einfüge-Schritt direkt danach erneut versuchen.
Ich sehe Fonts, aber sie wirken „komisch“. Nicht der Transfer, sondern Einstellungen/Digitalisierung. Das ist ein Digitizing-Thema; Auto-Fabric/Materialeinstellungen prüfen.
Ich bin genervt vom ständigen Einspannen bei Namen. Engpass im Workflow. Upgrade auf eine Einspannstation für Stickmaschine oder Magnetrahmen, damit die Produktion zur Software-Geschwindigkeit passt.

Warnung: Wenn du deinen Workflow mit Magnet-Tools aufrüstest, beachte Sicherheitsregeln. Starke Magnete können Haut einklemmen. Bei Herzschrittmacher bitte ärztlich abklären, bevor du mit starken Magnetrahmen arbeitest.


7. Abschluss-Check: Finale Verifikation

Fertig bist du erst, wenn du diese Punkte abhaken kannst:

  • Menge: Die Dateianzahl in V2 USERLETW entspricht grob der in V1.
  • Sichtprüfung: In Hatch V2 taucht mindestens ein bekannter Font (z. B. „Comical“) in der Liste auf.
  • Funktionstest: Du tippst ein „A“ und es werden Stiche erzeugt (nicht nur eine graue Kontur).
  • Archiv: USB-Stick sicher ausgeworfen und an einem sicheren Ort gelagert.

Abschließender Profi-Gedanke: Asset-Management ist der unspektakuläre Teil der Stickerei – aber er trennt Hobby von Produktion. Wenn deine Software schnell ist, dein Umrüsten an der Maschine (Rahmenwechsel/Einspannen) aber langsam bleibt, verschiebst du nur den Engpass. Überlege, ob Systeme wie hoopmaster oder Magnetrahmen deine Linie ausbalancieren.

Weitersticken – und Backups nicht vergessen.