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Design-Transfer sicher beherrschen: Von „Letter It“ zur Brother PE-700II
Software ist installiert, Maschine steht bereit – und dann kommt der Moment, an dem es in der Praxis oft hakt: Das Motiv muss zuverlässig vom Bildschirm auf die Maschine, ohne dass Dateien „verschwinden“ oder Fehlermeldungen den Ablauf stoppen.
Hier geht es nicht um „irgendwie speichern“, sondern um einen sauberen, reproduzierbaren Workflow: Text in Letter It anlegen, im richtigen Brother-Format (.PES) speichern und das Motiv auf der Maschine so laden, dass es wirklich stickbereit ist.

Phase 1: In Letter It so gestalten, dass es später sauber stickt
Viele Einsteiger tippen einfach Text ein. In der Maschinenstickerei entscheidet aber schon hier, ob Schrift später klar lesbar ist oder als „Fadenklumpen“ endet.
Mehrzeiligen Text eingeben
Öffne Letter It und erstelle – wie im Video – einen dreizeiligen Textblock: „the crafty kraut“.

„Pre-Flight“-Check vor dem Speichern
Bevor du exportierst, prüfe am Bildschirm:
- Zeilenabstand & Buchstabenabstand: Wenn Zeichen am Bildschirm schon eng stehen, überlappen sie beim Sticken schnell. Gib dem Text Luft.
- Ausrichtung im Raster: Richte den Text sauber im Layout aus (zentriert/gerade), damit du später auf der Maschine nicht „gegenkorrigieren“ musst.
Praxis-Hinweis: Schrift ist gnadenlos – ein schiefer Buchstabe fällt sofort auf. Wenn du auf einer brother Stickmaschine arbeitest, sparst du dir mit einem sauberen Layout jetzt später Zeit an der Maschine.
Phase 2: Physische Verbindung (Laptop ↔ Maschine)
Im Video wird per direktem USB-Kabel übertragen. Das ist oft stabiler als ein USB-Stick, weil du eine Fehlerquelle („Stick falsch formatiert“) komplett umgehst.
Verbindung herstellen
Maschine einschalten. Dann das USB-Kabel seitlich an der Brother PE-700II einstecken und das andere Ende mit dem Laptop verbinden.


Schnellcheck: „Sitzt der Stecker wirklich?“
- Haptik: Stecker fest einstecken, bis er sauber sitzt. Ein wackliger Kontakt ist einer der häufigsten Gründe, warum die Übertragung scheitert.
- Akustik: Am PC kommt meist ein „Gerät verbunden“-Ton.
Warnung: Sicherheit an der Maschine
Auch wenn du „nur“ überträgst: Halte Hände, Haare und Schmuck vom Nadelbereich fern. Behandle die Maschine grundsätzlich als betriebsbereit.
Verbindung verifizieren
Der Computer sollte die Maschine als Laufwerk erkennen, typischerweise als „Removable Disk (F:)“ (oder ein anderer Buchstabe – das hängt vom PC ab).

Erfolgskriterium: Du musst dieses Laufwerk im Explorer sehen. Wenn nicht: anderen USB-Port testen oder Kabel neu stecken. Ohne diese Verbindung kannst du nicht sinnvoll weitermachen.
Typische Praxisfrage (aus den Kommentaren): Manche Modelle werden ohne passendes Verbindungskabel geliefert oder das Kabel ist nicht zur Hand. In dem Fall brauchst du genau dieses USB-Verbindungskabel, sonst funktioniert der direkte Transfer wie im Video nicht.
Phase 3: Richtig speichern (der „Make-or-Break“-Schritt)
Hier passieren die meisten Fehler: falsches Dateiformat oder eine Rahmeneinstellung, die das Speichern blockiert.
Profi-Regel: PES ist Pflicht
Für Brother/Baby Lock muss das Motiv als .PES gespeichert werden – ein Bild (JPG) oder Dokument ist keine Stickdatei.


Workflow: Direkt auf das Maschinen-Laufwerk speichern
- File > Save As wählen.
- Ziel: Das Removable Disk-Laufwerk (die Maschine) auswählen.
- Dateityp: Baby Lock/Brother/Bernina (PES) einstellen.
- Dateiname: Kurz halten (z. B. „Crafty1“). Gerade bei älteren Maschinen/Ansichten können lange Namen unübersichtlich werden.

Fehlerbehebung: „Design does not fit hoop“ / „Design passt nicht in den Rahmen“
Wenn beim Speichern die Meldung kommt, dass das Design nicht in den Rahmen passt: Das ist kein „Crash“, sondern eine Schutzfunktion.


Warum das passiert: In der Software ist eine Rahmengröße aktiv, deren nutzbares Stickfeld kleiner ist als dein Design. Dann verhindert Letter It das Speichern in dieser Einstellung.
- Lösung: In Letter It die Rahmeneinstellungen öffnen.
- Rahmen wählen: Einen größeren passenden Stickrahmen für brother Stickmaschine auswählen (im Video: 200 mm x 300 mm).
- Ergebnis: Danach lässt sich die Datei als PES speichern.
Typische Praxisfrage (aus den Kommentaren): Ja – die gewünschte Größe/Anordnung sollte in der Software festgelegt sein, bevor du das Motiv auf die Maschine überträgst. Die Maschine stickt das, was du ihr als Datei gibst.
Phase 4: Design auf der Brother PE-700II laden
Die Datei liegt jetzt auf dem Speicher der Maschine. Als Nächstes muss sie in den „aktiven“ Stickmodus geladen werden.
Navigationslogik am Touchscreen
- Quelle wählen: Auf das USB/Computer-Symbol tippen – damit sucht die Maschine am Kabel und nicht im internen Speicher.

- Datei auswählen: In der Vorschau/Thumbnail-Liste dein Motiv antippen.
- Laden: Das Upload-/„Pocket“-Symbol drücken. Dadurch wird die Datei aus dem Speicher in den aktiven Stickbildschirm geladen.


Für später sichern
Wenn du das Motiv öfter brauchst, kannst du es nach dem Laden zusätzlich im internen Speicher ablegen – dann musst du nicht jedes Mal den Laptop anschließen.


Praxis-Hinweis: Bei neueren brother Stickmaschinen können Symbole anders aussehen (z. B. andere „Quelle“-Icons). Die Logik bleibt gleich: Quelle wählen → Datei wählen → in den Speicher/Stickmodus laden.
Phase 5: Der Schritt, der im Video nicht mehr kommt – von „geladen“ zu „professionell gestickt“
Im Video endet es beim erfolgreichen Laden. In der Praxis entscheidet jetzt Material-Setup über ein sauberes Schriftbild.
1) Kurzcheck vor dem Start
- Nadel: Für Schrift eine frische Sticknadel (verschlissene Nadeln machen unsaubere Kanten und erhöhen Fadenrisse).
- Garn/Unterfaden: Oberfaden und Unterfaden sauber eingefädelt, Unterfadenspule ausreichend gefüllt.
- Stickvlies: Passend zum Material wählen – Schrift reagiert empfindlich auf zu wenig Stabilisierung.
2) Materiallogik (Stabilisieren & Einspannen)
- Shirts/Strickware: Ohne ausreichendes Stickvlies verzieht sich Schrift schnell. Wenn Buchstaben „wellig“ werden, ist das fast immer ein Stabilisierungsthema.
- Frottee/Handtücher: Schrift „versinkt“ gern in den Schlingen – hier ist ein wasserlöslicher Topper oft der Unterschied zwischen lesbar und „weg“.
Checkliste: „Null-Fehler“-Protokoll für den Transfer
Mechanik
- Nadel ok (nicht stumpf/verbogen)
- Unterfadenspule reicht für das Motiv
- Greifer-/Spulenbereich frei von Flusen
Digital
- USB-Kabel sitzt fest
- „Removable Disk“ erscheint am PC
- Datei ist .PES (Baby Lock/Brother/Bernina)
- Rahmengröße in der Software ist groß genug (z. B. 200×300 mm, wenn nötig)
Direkt vor dem ersten Stich
- Position prüfen (Trace/Trial-Funktion, falls vorhanden)
- Erstes Probesticken nicht „auf Anschlag“ fahren – bei Schrift lieber kontrolliert starten
Troubleshooting (Symptom → Ursache → Sofortlösung)
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Sofortlösung | Vorbeugung |
|---|---|---|---|
| PC sieht die Maschine nicht | USB-Kabel/Port hat keinen sauberen Kontakt | Anderen USB-Port testen, Kabel neu stecken | Möglichst ein zuverlässiges USB-Kabel verwenden |
| Datei wird auf der Maschine nicht angezeigt | Falsches Format gespeichert | In Letter It erneut als .PES speichern | Standardformat in der Software prüfen |
| „Design passt nicht in den Rahmen“ | In Letter It ist ein zu kleiner Rahmen aktiv | Größeren Rahmen wählen (im Video 200×300 mm) und erneut speichern | Max. Stickfeld deiner brother Stickrahmen kennen |
| Motiv geladen, aber Schrift wirkt verzogen | Stabilisierung/Material nicht passend | Abbrechen und Setup korrigieren | Passendes Stickvlies/Topper je Material einsetzen |
Abschließender Praxisgedanke
Der Transfer ist dein erster wichtiger Meilenstein. Ab jetzt zählt Prozesssicherheit: saubere Datei, korrektes Format, passende Rahmeneinstellung – und dann ein Material-Setup, das Schrift wirklich trägt.
Wenn du merkst, dass du beim Einspannen ständig kämpfst oder das Ergebnis schwankt, ist das ein Signal, deinen Workflow rund um Einspannen für Stickmaschine zu standardisieren (Markierungen, wiederholbare Positionierung, konsequente Stabilisierung). So wird aus „es funktioniert irgendwie“ ein Ablauf, der auch im Alltag zuverlässig läuft.
