So stickst du eine trendige Split-Side-Bow-Applikation auf ein T‑Shirt (Floating-Methode + saubere Rückseite)

· EmbroideryHoop
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung bildet den kompletten Workflow für eine trendige Split-Side-Bow-Applikation auf Strickware nach: Du spannst nur wasserlösliches Stickvlies ein (Floating), stickst eine Platzierungslinie, fixierst das Kleidungsstück mit Tape, legst den Applikationsstoff auf, schneidest sauber zurück, setzt den entscheidenden Schlitz in das Shirt für den „Open-Bow“-Effekt, versäuberst alles mit einem dichten Satinstich-Rand und löst anschließend das Vlies aus, damit das Ergebnis weich fällt. Dazu bekommst du praxisnahe Checkpoints, sicherere Schneidgewohnheiten, Entscheidungshilfe beim Vlies und produktionsorientierte Tipps für sauberere Resultate mit weniger Fehlern.
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Inhaltsverzeichnis

Materialliste für die Side-Bow-Stickerei

Eine Split-Side-Bow-Applikation wirkt im fertigen Zustand „einfach“ – ein kleines Detail, das aus einem schlichten T-Shirt sofort Boutique-Qualität macht. Der saubere Look entsteht aber nur, wenn Stabilisierung, Floating, Zurückschneiden und ein bewusst „gruseliger“ Schritt kontrolliert ineinandergreifen: Du schneidest das Kleidungsstück, während es noch im Stickrahmen liegt. Wenn du es richtig machst, klappt die Schleife später auf – und du siehst innen eine saubere, farblich passende Rückseite statt eines unruhigen Kontrasts durch Unterfaden.

Close-up of the finished side bow embroidery with textured edges on a blue garment.
Intro highlight

Was du lernst (und wo es typischerweise schiefgeht)

Du lernst, wie du zuerst eine Platzierungskontur auf das eingespannte Vlies stickst, das Shirt darüber „floatest“, es fixierst, eine Applikationslage auflegst und sauber zurückschneidest. Zum Schluss schneidest du den Schlitz ins Shirt für den Open-Bow-Effekt, versäuberst alles mit einem dichten Satinstich-Rand und wäscht das wasserlösliche Vlies aus.

Die typischen „Fallen“ sind vorhersehbar – und vermeidbar:

  • „Design Drift“: Das Shirt wandert, weil Tape gegen den Reibdruck vom Nähfuß nicht ausreichend hält.
  • „Peekaboo“-Kante: Die Applikation wird zu vorsichtig zurückgeschnitten – Rohkante blitzt unter dem Satinstich hervor.
  • „Offener Riss“: Der Schlitz wird nicht mittig oder zu weit in den nicht verstärkten Bereich geschnitten – Maschenware kann dann laufen.
  • „Weiße Rückseite“: Standard-weißer Unterfaden fällt beim Aufklappen der Schleife stark auf.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks (was gerne vergessen wird)

Selbst Fortgeschrittene verlieren Zeit, weil sie das wie einen flachen Patch vorbereiten. Ist es nicht: Hier stickst du auf einem Kleidungsstück und schneidest es im Rahmen. Das ist dein „Mise-en-Place“ für einen ruhigen Ablauf.

  • Nadel: Für Strickware auf Jersey-/Ballpoint 75/11 wechseln.
    • Praxis-Check: Wenn du statt eines gleichmäßigen „Surrens“ eher ein „Knacken/Poppen“ hörst, ist die Nadel stumpf/angeschlagen oder unpassend für den Stoff. Sofort wechseln.
  • Unterfaden: Spule mit Unterfaden, der wirklich zum Oberfaden oder zur Shirtfarbe passt. Für dieses Motiv ist das nicht optional.
  • Fixierung: Malerkrepp (blau/grün) oder Stickerei-geeignete temporäre Fixierung. Tape-Rückstände können Nadeln verkleben – deshalb Tape möglichst außerhalb der späteren Stichbahn platzieren.
  • Schneidwerkzeuge:
    • Stickschere mit gebogener Spitze (doppelt gebogen ist ideal, um am Rahmenrand sauber zu arbeiten).
    • Maniküreschere oder sehr scharfe Detail-Schere für den Schlitz.
  • Wasser-Setup: Schale/Tray mit warmem Wasser. Warmes Wasser löst faseriges wasserlösliches Vlies deutlich schneller als kaltes.

Warnung: Maschinensicherheit. Du arbeitest hier mehrfach in der „Roten Zone“ (nahe Nadel/Greiferbereich) – beim Platzieren und besonders beim Schneiden. Immer einen echten Stopp machen (Pedal weg, Start/Stop sperren), bevor du mit den Händen in den Rahmen greifst. Ein unbeabsichtigter Start kann schwere Verletzungen verursachen.

Vorflug-Checkliste:

  • Vlies: Zwei Lagen faseriges wasserlösliches Stickvlies (WSS), rundum ca. 2" größer als der Rahmen.
  • Unterfaden: Farbmatch geprüft (kein Standard-Weiß/Schwarz, außer es passt zum Stoff).
  • Oberfaden: Rayon oder Polyester 40 wt für den Rand/Satinstich.
  • Floating-Hilfe: Tape in ca. 3"-Streifen vorbereitet, griffbereit.
  • Scheren: An einem Stoffrest getestet – die Spitzen müssen sauber schneiden.
  • Rahmen-Check: Innen-/Außenring frei von altem Kleber/Lint.

Schritt 1: Stickrahmen und Vlies vorbereiten

Im Tutorial wird nur das Vlies eingespannter – nicht das Shirt – und das Kleidungsstück anschließend obenauf „gefloatet“. Das ist in der Praxis bei Strickware sehr verbreitet, weil du so vermeidest, den Stoff selbst „trommelfest“ einzuspannen (Rahmenspuren/Rahmenabdrücke und Verzug).

Embroidery hoop with two layers of white water-soluble stabilizer clamped in.
Preparation

Nur das Vlies einspannen (Floating-Basis)

  • Aktion: Zwei Lagen nicht-gewebtes, wasserlösliches Stickvlies übereinanderlegen, in den Stickrahmen einspannen und die Schraube anziehen, während du die Kanten gleichmäßig glattziehst.
  • Praxis-Anker: In die Mitte tippen. Es sollte eher wie eine straffe Trommel klingen (dumpf/straff) – nicht wie eine lose Tüte (knistern). Wenn es zu locker ist, ziehen die späteren dichten Satinstiche das Vlies zusammen (Tunneling) und die Schleifenform leidet.

Die Erstellerin sagt: Eine Lage kann funktionieren, wenn du sicher bist – zwei Lagen geben aber mehr Reserve gegen das „Ziehen und Schieben“ der Maschine.

Wenn du das als wiederholbaren Workflow auf Kleidung aufbauen willst: Die Spannung hier ist entscheidend. Falten oder „schlabbriges“ Vlies sind eine Hauptursache für Passungsprobleme bei der Platzierung.

Warum zwei Lagen helfen (Praxisnotiz)

Wenn in Anleitungen über Einspannen für Stickmaschine-Setups gesprochen wird, wird „Floating“ oft gelobt, aber nicht sauber erklärt. Beim Floating liegt das Gewicht des Kleidungsstücks nicht im Rahmen „geklemmt“, sondern wird über Tape/Fixierung auf das Vlies übertragen. Dadurch entsteht deutlich mehr Scherbelastung im Vlies. Zwei Lagen verhalten sich wie eine stabilere Trägerplatte, damit die Platzierungslinie beim Fixieren nicht „wegwandert“.

Embroidery machine stitching the initial black outline onto the bare stabilizer.
Stitching placement line

Platzierungslinie auf dem blanken Vlies sticken

  • Aktion: Rahmen einsetzen und den ersten Farb-/Stopp (Platzierungslinie) sticken.
  • Geschwindigkeit: Im Entwurf steht 600 SPM – hier zählt Präzision mehr als Tempo.
  • Erfolgskriterium: Die Schleifenform ist klar sichtbar, das Vlies bleibt flach, keine Falten um die Einstiche.

Schritt 2: Floating – Shirt sauber ausrichten und fixieren

Floating ist der Punkt, an dem die meisten Qualitätsprobleme entstehen. Wenn Shirt und Vlies nicht wie „eine Einheit“ laufen, verzieht sich das Motiv. Behandle diesen Schritt wie ein Setup am Arbeitstisch.

Hands placing the blue garment over the hooped stabilizer, aligning it with the stitched outline.
Floating garment

Shirt über der Platzierung ausrichten

  • Aktion: Shirt so drehen/manipulieren, dass die Zielstelle glatt über dem Rahmen liegt. Die gewünschte Position mittig über der gestickten Schleifen-Kontur ausrichten.
  • Praxis-Check: Mit der Handfläche darüberstreichen. Der Stoff soll entspannt liegen – nicht stramm gezogen. Strickware muss im „Ruhezustand“ verarbeitet werden.

Pro-Tipp (Spannung/Physik): Wenn du das Shirt beim Tapen dehnst, speicherst du Spannung im Material. Nach dem Ausspannen zieht es sich zurück – und der Satinstich puckert. Also: neutral auflegen, nicht „auf Zug“ fixieren.

Applying tape to the edges of the garment to secure it to the stabilizer.
Securing fabric

Mit Tape (und/oder Nadeln) so sichern, dass nichts kriecht

  • Aktion: Tape an den Ecken/außen am Arbeitsbereich anbringen und fest auf das Vlies drücken. Idealerweise Tape außerhalb der späteren Stichbahn, damit nichts an Nadel/Faden klebt.
  • Praxis-Pain-Point: Wenn Tape ständig hochkommt oder du dicke Sweatware nicht flach bekommst, ist das oft weniger „Skill“ als schlicht ein Setup-Limit.

Genau hier kann ein Tool-Upgrade im Alltag Zeit sparen: Wer im Gewerbe pro Shirt Minuten mit Tapen verliert, hat mit Magnetrahmen für Stickmaschine einen echten Hebel. Magnetrahmen klemmen das gefloatete Kleidungsstück schnell und gleichmäßig, reduzieren Rahmenspuren und du brauchst meist weniger Tape.

Sicherungslinie sticken (Heft-/Tackdown-Naht)

Jetzt stickt die Maschine eine einfache Laufnaht, um Shirt und Vlies zu verbinden.

Machine stitching a straight securing line onto the blue garment.
Tacking down garment

Kritischer Finish-Hinweis aus dem Video: Wähle eine Fadenfarbe, die zum finalen Motiv (oder zum Stoff) passt. Bei einer Split-Schleife wird die Rückseite beim Aufklappen sichtbar – ein Farbbruch wirkt sofort „unprofessionell“.

  • Aktion: Heft-/Tackdown-Naht sticken.
  • Praxis-Check: Danach in der Rahmenmitte leicht am Stoff „schieben“. Er sollte sich mit dem Vlies bewegen. Wenn der Stoff über dem Vlies rutscht: mehr Fixierung (Tape/Nadeln) einsetzen.

Praxis-Hinweis aus typischen Fragen

Eine häufige Frage betrifft das verwendete Vlies. Im Tutorial wird ein nicht-gewebtes, wasserlösliches Vlies gezeigt; in den Kommentaren wurde zusätzlich genannt, dass auch Tear-Away (Abreißvlies) verwendet wird.

  • Pra_toggle: Tear-Away ist schneller in der Nacharbeit, kann sich innen aber fester/„kratziger“ anfühlen. Für Teile, die direkt auf der Haut liegen, ist wasserlöslich oft angenehmer; bei Oberteilen, bei denen die Rückseite weniger relevant ist, kann Tear-Away praktikabel sein.

Setup-Checkliste („Nicht weitermachen, wenn…“):

  • Stoffzustand: Strickware liegt neutral, nicht gedehnt.
  • Fixierung: Tape/Nadeln halten – kein Wandern beim Bewegen des Rahmens.
  • Freigang: Kein Tape in der geplanten Stichbahn.
  • Material-Management: Überschüssiger Shirtstoff ist weggefaltet/gesichert (damit du nicht versehentlich Vorder- und Rückenteil zusammenstickst).

Schritt 3: Applikation sauber zurückschneiden

Hier trennt sich „Hobby“ von „Boutique“. Der Satinstich verzeiht etwas – aber nicht, wenn du mehrere Millimeter Überstand stehen lässt.

Placing a piece of matching blue applique fabric over the stitched area.
Adding applique layer

Applikationsstoff auflegen

  • Aktion: Applikationsstoff über den Bereich legen, sodass er die Kontur rundum deutlich überdeckt (im Entwurf: mindestens 1").

Das ist dein Look-Hebel: Ton-in-Ton wirkt wie ein Relief; Kontrast lässt die Schleife „poppen“.

Machine stitching the bow shape outline to tack down the applique fabric.
Applique tack down

Applikations-Tackdown-Kontur sticken

  • Aktion: Tackdown-Naht sticken – sie fixiert den Applikationsstoff in Schleifenform.
  • Erfolgskriterium: Alle Ecken sind gefasst, keine „freien“ Bereiche.
Hands using scissors to trim the excess applique fabric around the bow shape.
Trimming applique

Applikationsstoff dicht an der Naht zurückschneiden

  • Aktion: Rahmen aus der Maschine nehmen (Shirt/Vlies im Rahmen lassen). Auf eine ebene Fläche legen.
  • Technik: Mit der gebogenen Schere den Überschuss leicht anheben, Schere flach führen und so dicht wie möglich an der Naht schneiden, ohne die Stiche zu kappen.
Using orange curved-tip scissors to cut precisely near the stitch line.
Detailed trimming

Pro-Gewohnheit beim Schneiden: Betrachte die Naht als „Leitplanke“. Scherenblätter parallel führen und den Rahmen drehen – nicht das Handgelenk verrenken. Wenn du das in Serie machst, kommt Ermüdung schnell. Viele Werkstätten nutzen dafür eine Einspannstation für Stickmaschinen oder einen festen Trimmplatz mit gutem Arbeitslicht, um konstant sauber zu bleiben.

View of the cleanly trimmed applique bow shape before the internal cut.
Trimming complete

Erwartetes Ergebnis: Eine saubere „Raw-Edge“-Schleife mit weniger als ca. 1 mm Applikationsüberstand außerhalb der Naht.

Schritt 4: Der „gruselige“ Teil – Schlitz ins Shirt schneiden

Das ist der Signature-Move: Du schneidest den Shirtstoff selbst, um die echte Öffnung zwischen den Schleifenenden zu erzeugen.

Scissors cutting into the center of the garment fabric between the bow tails.
Cutting the split

Schlitz schneiden (Reverse-Applikations-Effekt)

  • Aktion: Die gerade Naht/Markierung für den Schlitz zwischen den Schleifenenden finden.
  • Technik: Mit den Fingern den Shirtstoff minimal anheben/absetzen, damit du kontrolliert nur den Stoff triffst. Dann mit der Scherenspitze ansetzen und in kleinen, sauberen Schnitten entlang der Linie arbeiten.
  • Werkzeug: Kleine Maniküreschere (sehr präzise Spitze).
Removing the cut strip of fabric from the center of the bow, revealing white stabilizer.
Clearing the split

Checkpoint: Durch den Schlitz siehst du das Vlies darunter. Der Schnitt muss mittig laufen.

Warnung: Irreversibel. Dieser Schritt verändert das Kleidungsstück dauerhaft. Schneide kontrolliert entlang der Linie; die Kante wird anschließend durch Satinstiche eingefasst und verstärkt – deshalb sollst du (wie im Video betont) ruhig „mutig“ nah an der Linie bleiben.

Wie nah ist „nah genug“?

Die Logik ist simpel: Der finale Satinstich ist breit genug, um die Schnittkante zu kapseln. Ziel ist, auf der vorgesehenen Linie zu schneiden. Kleine Abweichungen werden vom Satinstich verdeckt; große Abweichungen können zu sichtbaren Lücken führen.

Entscheidungsbaum: Vlieswahl für diese Schleife auf Kleidung

Damit du nicht rätst, sondern reproduzierbar arbeitest:

Q1: Leichte Strickware (T-Shirt/Body) und weicher Griff auf der Haut wichtig?

  • JANicht-gewebtes wasserlösliches Stickvlies (wie im Tutorial gezeigt). Ergebnis: weicher, keine „kratzige“ Rückseite.
  • NEIN → weiter zu Q2.

Q2: Stabiler Sweat/Fleece, Rückseite wird kaum gespürt?

  • JATear-Away (Abreißvlies) ist möglich (wurde ebenfalls genannt). Ergebnis: schnellere Nacharbeit, etwas mehr Stand.
  • NEIN → weiter zu Q3.

Q3: Sehr elastisch/„sportlich“ (Performance-Strick)?

  • JA → Im Entwurf wird Cutaway Mesh (Poly-Mesh) als Option genannt – beachte aber, dass du im Schlitzfenster später sehr sauber nachtrimmen musst. Wenn der „Open“-Effekt im Vordergrund steht, bleibt schweres wasserlösliches Vlies oft die angenehmere Lösung.

Schritt 5: Finalisieren und auswaschen

Die Vorbereitung ist erledigt – jetzt macht die Maschine den „Finish“. Hier werden alle Rohkanten versiegelt.

Machine sewing the thick satin stitch border, covering the raw cut edges.
Final satin stitch

Finalen Satinstich-Rand sticken

  • Aktion: Rahmen wieder einsetzen und den finalen Satinstich-Farbwechsel sticken.
  • Geschwindigkeit: Im Entwurf: 500–600 SPM. Satinstich erzeugt viel Zug; zu schnell kann bei Floating auf Strickware verziehen oder das Vlies einreißen.
  • Praxis-Check: Auf den Lauf achten. Wenn sich das Geräusch plötzlich „knirschend“ verändert: stoppen und Unterseite auf Fadennest prüfen.

Im Video wird ausdrücklich empfohlen, oben und unten die gleiche Farbe zu nutzen, damit beim Aufklappen keine weiße Unterfadenseite auffällt.

Showing the back side of the embroidery hoop to demonstrate matching bobbin thread.
Inspecting result

Checkpoint: Der Satinstich ist dicht, deckend und kapselt alle Rohkanten (Applikation und Schlitz).

Vlies entfernen und auslösen

Jetzt kommt der „Fall“ des Motivs.

Cutting away the excess water-soluble stabilizer from the back of the garment.
Removing stabilizer
  • Aktion: Ausspannen. Überschüssiges Vlies grob zurückschneiden (im Entwurf: ca. 1/2" stehen lassen).
  • Auslösen: Bereich in warmes Wasser legen und die Fasern vorsichtig mit dem Daumen lösen.
  • Spülen: Wasser wechseln und so lange spülen, bis kein „schleimiges“ Gefühl mehr da ist.
Garment being dipped into a white tray of water to dissolve remaining stabilizer.
Washing

Erwartetes Ergebnis: Eine weiche, tragbare Schleife mit sauberer, professioneller Kante – als wäre sie so konfektioniert.

Betriebs-Checkliste (Qualitätskontrollen während/nach dem Finish)

  • Dichte: Satinsäulen sind geschlossen, keine „Fenster“.
  • Fadenspannung: Kein Unterfaden wird nach oben gezogen; keine Oberfadenschlaufen unten.
  • Kapselung: Satinstich umfasst die Schnittkante des Schlitzes vollständig.
  • Griff: Vlies ist ausgewaschen; der Bereich fällt weich statt „pappig“.

Wo Tool-Upgrades wirklich helfen (ohne die Technik zu ändern)

Für ein Einzelstück reicht ein Standardrahmen. Wenn du aber Serien stickst, ist der Engpass fast immer Einspannen/Ausrichten.

  • Gegen Einspann-Müdigkeit: Floating verhindert Rahmenspuren, aber Tapen kostet Zeit. Ein Floating-Stickrahmen-Setup (oft über Magnet-Systeme) hält den Stoff straff, ohne Klebereste.
  • Für Tempo: Ein Magnet-Stickrahmen ermöglicht schnelles Positionieren und kleine Korrekturen durch kurzes Anheben/Neusetzen – statt Schraube lösen, neu einspannen.
  • Für Wiederholgenauigkeit: In Kombination mit einer Magnetische Einspannstation landet die Schleife reproduzierbar an derselben Stelle – weniger „habe ich richtig gemessen?“-Stress.

Warnung: Magnet-Gefahr. Magnetrahmen haben starke Magnete. Sie können Finger schmerzhaft einklemmen und sind problematisch bei Herzschrittmachern. Abstand zu Displays/Elektronik und Karten halten. Magnete seitlich wegschieben, nicht direkt auseinanderziehen.

Troubleshooting (Symptom → Ursache → Fix)

Symptom Likely Cause Quick Fix Prevention
Weiße Fäden sind im geöffneten Bereich sichtbar Standard-Unterfaden verwendet. Notfall: sichtbaren Faden mit Textilmarker einfärben. Vorher: Unterfaden passend zur Shirt-/Motivfarbe spulen.
Kontur wirkt wie „Doppelt“ Stoff hat sich beim Sticken verschoben. Keine echte Sofortlösung (auftrennen oder Teil aussortieren). Taktik: besser fixieren (Tape/Nadeln) oder Magnetrahmen; Strickware nicht dehnen.
Puckering um die Schleife Stoff beim Floating auf Zug fixiert. Dampf kann minimal entspannen, oft bleibt es sichtbar. Technik: Stoff neutral auflegen; zwei Lagen WSS nutzen.
Rohfasern blitzen unter dem Satinstich hervor Applikation zu weit weg von der Naht geschnitten. Mit kleiner Schere Fussel nachschneiden. Skill: dichter an der Tackdown-Naht schneiden; scharfe, gebogene Schere nutzen.
Schlitz ist ausgefranst/wellig Zu hastig geschnitten / falsche Schere. Satinstich deckt vieles; bei zu großer Lücke Satinstichbreite in Software anpassen. Tool: Maniküreschere; in kleinen, kontrollierten Schnitten arbeiten.

Ergebnis: Woran du einen „Pass“ erkennst (und wie du ihn ablieferst)

Final shot of the bow embroidery on a white t-shirt model, showing the split side detail.
Final Reveal

Ein klarer Erfolgsindikator ist der „Open-Test“: Wenn du die Schleifenenden vorsichtig auseinanderziehst, ist die Innenseite sauber, farblich passend und frei von Vliesresten. Die Satinkante fühlt sich fest, aber flexibel an – sie bewegt sich mit dem Shirt, statt dagegen zu arbeiten.

Wenn du für Kundschaft stickst, fotografiere die Schleife geschlossen und geöffnet. Das erklärt den 3D-Effekt und zeigt die saubere Verarbeitung. Dieser Stil wirkt „kompliziert“ – ist aber mit sauberer Stabilisierung und einem kontrollierten Floating-Setup sehr gut wiederholbar, egal ob Ein- oder Mehrnadelstickmaschine.