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Einführung in die Übertragungswege: Die Brücke zwischen Software und Stich
Du hast dein Design in Hatch sauber aufgebaut – am Bildschirm sieht alles perfekt aus. Jetzt kommt der entscheidende Moment: Die Datei muss in den „Kopf“ deiner Stickmaschine.
Gerade am Anfang wirkt dieser Schritt wie eine Blackbox: Liest die Maschine die Datei? Liegt sie wirklich auf dem Stick? Habe ich das falsche Format gespeichert?
In der Praxis ist das fast nie ein Maschinen-Defekt, sondern eine Lücke im Workflow: Datei ist am falschen Ort, im falschen Format oder die Maschine ist in Hatch nicht korrekt ausgewählt.
In dieser Anleitung schließen wir diese Lücke mit zwei bewährten Methoden:
- USB-Transfer („Goldstandard“): Robust, portabel und sehr zuverlässig.
- Direktübertragung per Kabel: Schnell und bequem, wenn PC und Maschine fest zusammenstehen.
Wir zeigen nicht nur wo du klickst, sondern auch warum – damit du künftig nicht mehr raten musst.

Methode 1: Übertragung per USB-Stick (die professionelle Variante)
In vielen Werkstätten wird bevorzugt per USB übertragen. Der Grund ist simpel: Computer und Stickmaschine sind getrennt. Damit reduzierst du Fehlerquellen (z. B. Treiber/Verbindungsprobleme) und arbeitest reproduzierbarer.
Das „Übersetzungs“-Prinzip
Sue startet mit einem Schriftzug („DIGITIZING MADE EASY“) in Hatch. Dieser liegt zunächst als .EMB vor.
- .EMB = „Master/Quell-Datei“: Enthält alle Bearbeitungsinformationen (Objekteigenschaften usw.).
- .PES = „Maschinen-Datei“: Für Baby Lock/Brother – die Maschine braucht ein Format, das sie direkt ausführen kann.
Dein Ziel: Die Master-Datei (.EMB) in eine Maschinen-Datei (.PES) „übersetzen“ und auf den USB-Stick speichern.


Schritt-für-Schritt: Den Laufwerksbuchstaben in Windows finden
Das ist einer der häufigsten Gründe, warum Dateien „verschwinden“: Windows vergibt Laufwerksbuchstaben dynamisch. Gestern war es vielleicht E:, heute ist es F:.
Schritt 1 — Verbindung prüfen
Stecke den USB-Stick ein. Wenn ein Pop-up erscheint: gut. Wenn nicht, ist das völlig normal – dann gehst du manuell über den Explorer.
Schritt 2 — Ziel-Laufwerk finden
- Öffne den Windows Datei-Explorer (Windows-Taste + E).
- Klicke links auf Dieser PC.
- Suche unter Geräte und Laufwerke nach dem neu erschienenen Laufwerk.
- Merke dir den Buchstaben: Im Video heißt das Laufwerk zwar „System Recovery“, entscheidend ist aber (F:).



Praxis-Hinweis (aus dem Video ableitbar): Wenn kein Fenster automatisch aufspringt, ist der Datei-Explorer der schnellste Weg, den Laufwerksbuchstaben eindeutig zu identifizieren.
.EMB in .PES für Baby Lock exportieren
Jetzt erstellst du die „Produktionsdatei“.
Im Video stellt Sue den Dateityp auf Brother/Babylock/Deco (*.PES).
Workflow
- In Hatch links Output Design öffnen und Export Design wählen.
- Ziel wählen: Im Speichern-Dialog zum zuvor ermittelten Laufwerk wechseln (z. B. F:).
- Dateiname: Kurz und sauber halten. Sue nutzt DME.
- Format: .PES auswählen.
- Speichern: Save klicken.




Warum das Format entscheidend ist
Wenn du eine .EMB auf den Stick speicherst, kann die Maschine diese Datei oft nicht „sehen“ – sie ist für Hatch zum Bearbeiten gedacht.
- Merksatz:
.EMBbleibt als Master auf dem PC. Auf die Maschine geht die exportierte Datei (hier:.PES).
Kontrolle (der Anti-Stress-Schritt)
Öffne danach im Datei-Explorer erneut das USB-Laufwerk: Ist die Datei sichtbar? Hat sie wirklich die Endung .PES? Diese kurze Kontrolle spart dir den unnötigen Weg zurück zum PC.

Troubleshooting: Was tun, wenn das Design zu groß ist?
Beim Export erscheint die Meldung: „Each embroidery object must fit entirely into one hoop position.“
Das ist ein klarer Hinweis: Mindestens ein Objekt passt in der aktuellen Einstellung nicht vollständig in den verfügbaren Stickbereich.
Lösung (skalieren – aber kontrolliert)
Symptom: Das Design/Objekt überschreitet im Programm die Begrenzung. Ursache: Der Schriftzug ist größer als der verfügbare Stickbereich für die gewählte Rahmensituation. Fix:
- Objekt auswählen.
- An einem Eck-Anfasser nach innen ziehen, bis es passt.
- Im Video landet Sue bei 4.70" Breite und 0.66" Höhe.



Wichtiger Praxispunkt: Nach dem Verkleinern exportierst du erneut – erst dann entsteht die passende .PES für die Maschine.
Warnung: Mechanische Sicherheit
Wenn du später an der Maschine Dateien suchst oder Menüs bedienst: Hände nicht in die Nähe von Nadelstange oder Nähfuß bringen. Ein versehentliches „Start“ oder eine Bewegungsfunktion kann sofort Bewegung auslösen.
Methode 2: Direktübertragung per Kabel
Wenn deine Maschine dauerhaft neben dem PC steht, ist die Direktübertragung der schnellste Weg.
Workflow
- Maschine per Kabel mit dem PC verbinden.
- Wichtig: In Hatch oben in der Werkzeugleiste das korrekte Maschinenmodell auswählen (im Video z. B. Babylock Ellure / Ellure Plus / Ellisimo).
- Auf das Transfer-Symbol klicken.
- Bestätigung abwarten.

Vorbereitung: Die „unsichtbaren“ Erfolgsfaktoren
Die Datei ist übertragen – jetzt muss der Ablauf in der Praxis sauber bleiben. Viele Fehler passieren nicht in Hatch, sondern im Drumherum (falsche Datei geladen, falscher Rahmen gewählt, keine Kontrolle vor dem Start).
Vorbereitung-Checkliste
- Laufwerksbuchstabe geprüft: USB ist eindeutig erkannt (z. B. F:).
- Master-Datei gesichert:
.EMBbleibt auf der Festplatte. - Richtiges Format: Export als
.PES(für Baby Lock/Brother). - Sichtprüfung: Datei im Explorer auf dem USB-Laufwerk sichtbar.
- Sicher entfernen: USB über „Hardware sicher entfernen“ auswerfen.
Wenn du mit einer Einspannstation für Stickmaschine arbeitest, ist das ein guter Zeitpunkt, die Ablage/Positionierung so vorzubereiten, dass du später nicht zwischen PC, Stick und Maschine hin- und herwechseln musst.
Setup: Von der Übertragung in die Produktion
Dateiübertragung dauert Sekunden – sauberes Einspannen und ein fehlerfreier Start entscheiden über Qualität und Ausschuss.
Engpass: Einspannen
Der Transfer ist schnell. Das korrekte Einspannen eines Kleidungsstücks dauert bei Einsteigern oft mehrere Minuten. Bei Serien (z. B. 10 Shirts) können klassische Stickrahmen zudem Rahmenabdrücke verursachen oder schlicht Zeit kosten.
Hier tauchen häufig Begriffe wie Magnetrahmen für Stickmaschinen auf: Diese klemmen das Material magnetisch, statt es mit Druck in einen Ring zu zwingen – das kann Handling und Materialschonung verbessern.
Warnung: Magnetfeld & Quetschgefahr
Magnetrahmen arbeiten mit starken Magneten. Finger beim Schließen aus dem Klemmspalt halten. Außerdem Abstand zu medizinischen Implantaten (z. B. Herzschrittmacher) und zu magnetempfindlichen Datenträgern halten – auch zum USB-Stick.
Entscheidungshilfe: Welcher Workflow passt?
Szenario 1: Einzelstück/Projekt
- Menge: 1 Teil.
- Methode: USB-Transfer.
- Rahmen: Standardrahmen.
- Fokus: Sauber einspannen, Vorschau/Trace nutzen.
Szenario 2: Fester Arbeitsplatz (PC neben Maschine)
- Menge: variabel.
- Methode: Direktübertragung.
- Voraussetzung: Kabel sicher geführt, keine Stolperstelle.
Szenario 3: Kleinserie (5+ Teile)
- Menge: höher.
- Methode: USB-Transfer (PC bleibt frei für andere Aufgaben).
- Rahmen-Strategie: Wenn du häufig mit schwierigen Materialien kämpfst oder Rahmenabdrücke ein Thema sind, lohnt sich ein Blick auf Magnetrahmen für babylock.
Setup-Checkliste
- Rahmen/Stickfeld passt: Designgröße vs. verfügbarer Bereich.
- Nadelzustand: Gerade und nicht beschädigt.
- Unterfaden: Genug Unterfaden für das Motiv.
- Vlieswahl: Passend zum Material (z. B. dehnbar vs. stabil).
Betrieb: Ausführung
USB-Workflow (reproduzierbarer Standard)
- Einstecken: USB in den PC.
- Export: Hatch > Export Design > Laufwerk wählen >
.PESwählen. - Prüfen & auswerfen: Datei sichtbar, dann sicher entfernen.
- Laden: USB in die Maschine, USB-Menü öffnen, Datei auswählen.
Direktübertragung per Kabel
- Verbinden: Kabel dran, Maschine eingeschaltet.
- Auswählen: Maschinenmodell in Hatch korrekt setzen.
- Senden: Transfer klicken.
- Bestätigen: Meldung abwarten.
Hinweis für Upgrades: Wenn du auf einen babylock Magnetrahmen umgestiegen bist, achte darauf, dass die Maschine beim Laden/Start nicht wegen einer unpassenden Rahmeneinstellung blockiert.
Betriebs-Checkliste
- Design geladen: Datei erscheint auf dem Display.
- Ausrichtung: Motiv richtig herum?
- Trace/Umrisslauf: Vor dem Start prüfen, dass die Nadel nicht in den Rahmen läuft.
Qualität & Fehlersuche
Auch bei perfektem Transfer können typische Probleme auftreten. Nutze diese Logik, um schnell einzugrenzen.
Qualitätschecks
- Vorschau-Check: Sieht die Vorschau plausibel aus?
- Faden-Check: Oberfaden leicht ziehen – gleichmäßiger Widerstand.
- Maße: Stimmen die Maße (z. B. 4.70" Breite wie eingestellt)? Wenn nicht, ist oft die falsche Datei geladen.
Viele, die nach Magnetrahmen Größen für babylock suchen, tun das, weil sie regelmäßig an Stickfeld-Grenzen stoßen. Entscheidend ist: tatsächlicher Stickbereich vs. Rahmenangabe.
Troubleshooting-Matrix
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Schnelle Lösung |
|---|---|---|
| „Design nicht gefunden“ an der Maschine | Als .EMB gespeichert statt als .PES. |
In Hatch gezielt als .PES exportieren. |
| „Design nicht gefunden“ (Teil 2) | Datei liegt in einem Unterordner. | Datei ins Hauptverzeichnis (Root) des USB-Sticks speichern. |
| Rahmen-/Größenfehler, startet nicht | Motiv/Objekt passt nicht vollständig in den verfügbaren Bereich. | In Hatch verkleinern und erneut exportieren. |
| Starke Rahmenabdrücke | Zu hoher Druck/zu festes Einspannen im Standardrahmen. | Materialführung optimieren oder über Stickrahmen für Stickmaschine mit Magnetfunktion nachdenken. |
| Einspannen dauert zu lange | Umständliches Handling klassischer Rahmen. | Ein Magnet-Stickrahmen kann bei Wiederholjobs Zeit sparen. |
Zusammenfassung
Designtransfer muss kein Glücksspiel sein. Wenn du .EMB als Master-Datei behandelst, konsequent als .PES exportierst und die Datei vor dem Abziehen des USB-Sticks kurz im Explorer kontrollierst, eliminierst du den Großteil typischer Anfängerfehler.
USB ist ideal für zuverlässige, standardisierte Abläufe. Die Direktverbindung ist perfekt für feste Setups. Und wenn du merkst, dass dich das Einspannen mehr Zeit kostet als das Sticken selbst, ist das ein klares Signal: Workflow und Werkzeuge dürfen mit deinen Anforderungen mitwachsen.
