Inhaltsverzeichnis
Wenn du nachts vor dem Bildschirm sitzt, unter Zeitdruck digitalisierst und das Artwork „fast passt“, steigt der Puls. Du siehst Formen, die eigentlich ein sauberes Objekt sein sollten – aber sie verhalten sich wie fünf einzelne Puzzleteile, die sich nicht zusammenfügen lassen. Sie lassen sich nicht sinnvoll gemeinsam bearbeiten, sie sequenzieren schlecht und – am schlimmsten – sie sticken unruhig.
Aus der Praxis (und aus vielen Schulungen) weiß ich: Oft wird dann die Maschine, die Nadel oder der Faden verdächtigt – dabei liegt die Ursache im Digitizing-File. Das Weld-Werkzeug in Hatch Embroidery 2 kann dich vor manuellem Neu-Digitalisieren und Stunden Frust bewahren – wenn du seine Regeln respektierst.
Richtig eingesetzt ist Weld wie ein Schweißpunkt: Es macht aus gestapelten Grundformen (Rechtecke, Kreise) ein stabiles, editierbares Objekt. Unsauber eingesetzt kann es jedoch deine durchdachte Stichlogik „plattbügeln“: Aus mehreren Sticharten wird eine einzige, und häufig bleibt am Ende ein monotoner Stichwinkel übrig. Genau hier entsteht oft das spätere „Warum sieht die Kante ausgefranst aus?“-Problem – erst sichtbar, wenn die Nadel den Stoff trifft.

Der Aha-Moment: Was das Hatch Embroidery 2 Weld Tool wirklich macht (und was nie)
Schauen wir ohne Software-Sprech auf die Geometrie: Stell dir die Objekte am Bildschirm wie Wachsstücke vor. Wenn du mehrere Objekte markierst und Weld klickst, gruppiert Hatch sie nicht nur – es verschmilzt sie zu einer neuen Form.
Hatch erzeugt ein neues Objekt, dessen Kontur die gemeinsame Silhouette der überlappenden Formen ist.
Dieses „ein Objekt“ ist hier die wichtigste Erfolgskontrolle. Das bedeutet:
- Weniger Tie-ins/Tie-offs: Keine unnötigen Sprünge zwischen Teilflächen.
- Sauberere Kanten: Keine Mikrospalten dort, wo Formen nur „aneinanderliegen“.
- Ruhigerer Lauf: Für die Maschine ist es ein zusammenhängender Pfad statt vieler Einzelteile.
Merksatz: Weld ist ein Geometrie-Tool – kein Stil-/Eigenschaften-„Bewahrer“.
Wenn du Objekte weldest, verlieren sie ihre Einzelidentität. Wenn du z. B. einen Kreis mit Tatami-Füllung mit einem Quadrat als Satin weldest, kann das Ergebnis nicht „halb/halb“ bleiben. Es muss eine Identität annehmen. In Hatch übernimmt das Ergebnis typischerweise die Eigenschaften des zuletzt ausgewählten Objekts in der Auswahl. Das führt häufig dazu, dass der gesamte neue Körper mit einem Stichwinkel läuft.
Für Produktion (Logos, Teamwear, Wiederholaufträge) ist das entscheidend: Stichwinkel und Stichart sind nicht nur Optik, sondern Stabilität. Ein einziger Winkel über eine große Fläche kann den Push-Pull-Effekt verstärken und den Stoff stärker verziehen als ein sinnvoll segmentiertes Design.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung: Was Profis vor Weld in Hatch prüfen (damit das Ergebnis planbar bleibt)
Klicken und hoffen ist Glücksspiel. Profis bereiten vor und erwarten ein bestimmtes Ergebnis. Nimm dir vor jedem Weld kurz Zeit für einen Mini-Preflight.
- Prüfe, ob du mit den richtigen Objekttypen arbeitest.
Weld funktioniert zuverlässig mit:- geschlossenen Füllobjekten,
- geschlossenen Satinobjekten,
- offenen Objekten mit Satin-Bordüre.
Es funktioniert nicht mit Single Run/Outline (Laufstich-Konturen). Dann passiert praktisch nichts.
- Lege die „Ziel-Identität“ fest.
Weil das Ergebnis die Eigenschaften des zuletzt ausgewählten Objekts übernimmt, bestimmst du aktiv das Resultat. Wenn die finale Fläche eine Füllung sein soll, wähle ein passendes Füllobjekt als letztes. - Denke an den realen Stickprozess.
Software ist perfekt – Stoff nicht. Ein großer, geweldeter Körper bedeutet eine große zusammenhängende Zugzone.- Praxis-Check: Große Füllflächen ziehen Material zur Mitte.
- Stabilisierung: Bei instabilen Artikeln (z. B. Performance-Knits oder Caps) braucht so eine Fläche eine solide Stabilisierung. In der Praxis ist Cutaway-Stickvlies plus leichter Sprühkleber eine häufig genutzte, verlässliche Kombination.
- Datei-Disziplin: Benenne Dateien so, dass die Produktionsabsicht klar ist (z. B. „Logo_Weld_CapRun“).
Wenn du diese Designs später in der Produktion einspannst, kombinieren viele Betriebe sauberes Digitizing mit schneller, reproduzierbarer Montage – z. B. mit einem Magnetrahmen. Das ist nicht nur Tempo, sondern auch Materialschutz: Klassische Stickrahmen können empfindliche Stoffe beim Einspannen verziehen. Magnetrahmen halten flach, ohne „Zerren“, sodass die am Bildschirm geweldete Geometrie in der Praxis besser zur Stickrealität passt.
**Prep-Checkliste (BEVOR du Weld klickst)**
- Objektanzahl: Mindestens zwei Objekte ausgewählt.
- Echte Überlappung: Objekte überlappen wirklich (nur Kante an Kante ist unsicher).
- Typ-Check: Keine Single Run/Outline-Objekte in der Auswahl.
- Identitäts-Plan: Klar entscheiden: Soll das Ergebnis Fill oder Satin sein?
- Wahrheitscheck: Direkt danach in den „Objects Docker“ schauen: ein Objekt = Erfolg.

Der schnelle Gewinn: Ein „Scalloped Rectangle“ aus Rechteck + vier Kreisen
Das ist das klassische „Hello World“ für Weld – perfekt, um zu sehen, wie aus Grundformen komplexe Konturen entstehen.
Start:
- Ein zentrales Rechteck.
- Vier Kreise an den Ecken.
Aktion:
- Mit einem Auswahlrahmen Rechteck und alle vier Kreise markieren.
- Digitize Toolbox > Edit Objects > Weld.
Kontrollpunkt:
- Visuell: Innenkanten (Übergänge Kreis/Rechteck) verschwinden sofort.
- Strukturell: Im Objects Docker werden aus fünf Einträgen einer.
Warum das sinnvoll ist: Manuelles Node-Setzen für solche Rundungen ist langsam und wird schnell unsymmetrisch. Mit Weld bekommst du mathematisch saubere Kurven – und eine Kontur, die später (z. B. mit Satin-Bordüre) deutlich ruhiger läuft.

Der Trick für abgerundete Rechtecke: Zwei Rechtecke + vier Kreise (Reihenfolge zählt)
Abgerundete Rechtecke sind überraschend schwer „nach Augenmaß“ zu perfektionieren. Im Video wird ein konstruktiver Ansatz gezeigt.
Aufbau:
- Zwei sich kreuzende Rechtecke.
- Vier Kreise an den Schnittpunkten.
Wichtige Nuance: Achte auf Auswahl-/Klickreihenfolge: Der letzte Klick bestimmt die Eigenschaften, die das geweldete Objekt übernimmt.
Checkpoint: Die mehrteilige Konstruktion wird zu einem Objekt.
- Praxis-Hinweis: Wenn du danach eine Satin-Bordüre planst, prüfe die Breite. Im Draft wird 3,5 mm bis 4,0 mm als „Sweet Spot“ genannt – kontrolliere das nach dem Weld in den Objekteigenschaften.

Die Regel hinter 80 % „Weld geht nicht“: Überlappung ist Pflicht
Weld kann aktiv sein, obwohl die Formen nicht überlappen – aber dann kann die Geometrie nicht verschmelzen.
Szenario: Zwei identische Formen liegen nebeneinander. Sie wirken nah, vielleicht berühren sie sich.
Ergebnis:
- Sie verschmelzen nicht.
- Im Docker bleiben es getrennte Objekte.
Fix: Schiebe eine Form so, dass eine klare Überlappung entsteht. Im Draft wird als Orientierung sogar eine kleine Überlappung (z. B. 0,5 mm) genannt – entscheidend ist: Es muss eine echte Schnittmenge geben.

Die zweite Regel: Warum Weld ausgegraut ist (und der 5-Sekunden-Fix)
Wenn das Weld-Icon ausgegraut ist, ist fast immer nur ein Objekt ausgewählt.
Gerade beim Arbeiten in hoher Vergrößerung (z. B. beim Node-Fix) passiert das schnell. Zoome kurz raus (oft passt 0 auf Bildschirm) und prüfe, ob wirklich mehrere Objekte markiert sind.

Die fiese Falle: Gemischte Sticharten erzwingen einen Stichwinkel (und machen Kanten „fusselig“)
Hier trennt sich „Software bedienen“ von „digitalisieren“.
Im Video sieht man: Wenn du unterschiedliche Sticharten gemeinsam weldest (z. B. Fill + Satin), wird das Ergebnis ein Objekt, das Stichart und Stichwinkel vom zuletzt ausgewählten Objekt übernimmt.
Typische sichtbare Folgen:
- Das Ergebnis wird häufig eine Füllung.
- Kanten wirken „federig“/ausgefranst, weil Fill nicht die harte Kante einer Satin-Spalte hat.
- Hauptrisiko: Ein einheitlicher Winkel über die gesamte Form.


Warum das in der Produktion zählt: Bei gebogenen Formen (klassisches Beispiel: „Banane“) braucht es Winkelwechsel, damit die Stiche mit der Form „fließen“. Wenn Weld alles auf einen Winkel setzt:
- Ergebnis: Lange, lockere Stiche in der Fläche, dichte Cluster an den Rändern.
- Maschinenreaktion: Mehr Fadenrisse.
- Materialreaktion: Mehr Kräuseln/Verzug.
Professioneller Umgang: Nutze Weld primär zum Formaufbau (Chassis). Danach gehst du in die Objekteigenschaften und setzt Stichlogik bewusst neu: Stichart prüfen, Winkelansicht aktivieren und Winkel/Turning Angles gezielt ergänzen.
Warnung: Projekt-Sicherheit. Nach dem Weld mit gemischten Sticharten nie davon ausgehen, dass deine ursprünglichen Winkel noch existieren. Immer die Winkelansicht prüfen, bevor du einen Lauf auf einer schnellen Maschine startest.
Satin-Ringe und Open Satin: Weld funktioniert – aber die Richtung wird „platt“
Im Video wird Weld an Satin-Ringen getestet.
- Ergebnis: Die Ringe werden zu einem Satin-Objekt verschmolzen.
- Haken: Beim Reinzoomen sieht man, dass der Stichwinkel über die gesamte Form vertikal wird, statt der Rundung zu folgen.


Ähnlich bei offenen Satin-Linien: Sie lassen sich verschmelzen, aber der Fluss/Verlauf wird häufig vereinheitlicht.


Praxis-Insight: Satin lebt vom Licht – der Glanz entsteht durch den Winkel. Wenn Weld den Winkel vereinheitlicht:
- Weniger Definition: Die Form wirkt flacher.
- Struktur: Nadelpenetrationen können sich optisch stärker „in Reihe“ zeigen.
Entscheidung: Für Volumenproduktion musst du abwägen: Geschwindigkeit/Ein-Objekt-Struktur vs. Optik durch getrennte, richtungsgeführte Objekte.
Der harte Stopp: Warum Single Run Outlines in Hatch nicht welden
Im Video werden überlappende Kreise als Single Run (Outline/Laufstich) gewählt – Weld wird geklickt – und es passiert nichts.

Regel: Weld funktioniert nicht mit Single Run/Outline, weil die Geometrie-Engine geschlossene „Volumen“-Formen braucht.
Workaround: Wenn du Outlines „verschmelzen“ willst, musst du sie zuerst als geschlossene Form anlegen/konvertieren, welden und danach bei Bedarf wieder als Outline ausgeben.

Setup-Gewohnheiten, die Weld planbar machen (besonders für Produktion)
Für Einzelstücke kann man sich mit „CTRL-Z“ durchhangeln. Für reproduzierbare Produktion brauchst du wiederholbare Routinen.
- In Etappen welden: Nicht 50 Objekte auf einmal. Erst Teilgruppen, dann die Gesamtform. So kontrollierst du die „Eigenschaftsvererbung“ Schritt für Schritt.
- Auswahlreihenfolge ist Strategie: Das zuletzt ausgewählte Objekt bestimmt das Ergebnis. Klicke das „dominante“ Objekt (mit gewünschter Stichart/Winkel) zuletzt.
- Objects Docker ist die Wahrheit: Die Designansicht kann täuschen. Der Docker zeigt die echte Objektstruktur.
- Wie eine Maschine denken: Ein geweldetes Objekt ist ein Koordinatensatz. Frage dich: „Ist diese große Fläche als ein Objekt sinnvoll – oder brauche ich Segmentierung für Stabilität?“
**Link zu physischen Tools**
In der Produktion ist Konsistenz die Währung. Sauberes Digitizing braucht passende Hardware-Routinen. Zum Beispiel sollten Stickrahmen für Stickmaschinen zur Artikelkategorie passen, für die du digitalisierst. Wenn du ein geweldetes Brustlogo für ein T-Shirt planst, es aber in einem viel zu großen Rahmen einspannst, verlierst du Spannung/Stabilität. Standardisiere Dateien und Rahmen.
**Setup-Checkliste (vor dem Probestick)**
- Objektprüfung: Im Docker ist ein Objekt, wenn du eins wolltest.
- Winkelprüfung: „Stitch Angles“-Ansicht aktivieren – folgt die Richtung der Form oder ist alles starr?
- Kanten-Zoom: Auf ca. 400 % prüfen: ausgefranste/„feathered“ Kanten deuten auf unerwünschte Umwandlung hin.
- Vlies-Plan: Für große geweldete Füllflächen (im Draft: > 5 cm Breite) Stabilisierung bewusst planen – Cutaway statt Tearaway, wenn Zug zu erwarten ist.
Praktischer Entscheidungsbaum: Wann getrennt lassen – wann welden?
1. Willst du optisch eine durchgehende Fläche?
- NEIN (Textur/Lagen) → Nicht welden.
- JA → weiter zu 2.
2. Sind es Single Run/Linien?
- JA → Weld scheitert. Mit geschlossenen Formen neu anlegen.
- NEIN → weiter zu 3.
3. Sind unterschiedliche Sticharten im Spiel (Fill + Satin)?
- JA → Vorsicht. Ergebnis wird homogen (eine Stichart). Ist das okay?
- Ja: Weld, danach Kanten prüfen.
- Nein: Getrennt lassen, Überlappungen manuell managen.
- NEIN (alles Fill oder alles Satin) → weiter zu 4.
4. Ist Stichrichtung für die Optik kritisch (starke Kurven)?
- JA → Weld nur, wenn du danach Winkel bewusst neu setzt.
- NEIN → Weld für Geschwindigkeit.
Troubleshooting: Hatch Weld-Probleme ohne Raten
| Symptom | The "Why" (Root Cause) | The "How" (Quick Fix) |
|---|---|---|
| Tool Grayed Out | Invalid Selection Count. | Du brauchst mindestens zwei Objekte. Mindestens zwei auswählen. |
| No Merge Occurs | "Air Gap" Geometry. | Formen sind nah, aber ohne Schnittmenge. Überlappen lassen. |
| Nothing Happens | Invalid Object Type. | Single Run/Lines gewählt. In geschlossene Formen umwandeln. |
| Ragged/Fuzzy Edges | Identity Crisis. | Satin mit Fill geweldet. Objekteigenschaften prüfen und ggf. Bordüre/Stichart neu setzen. |
| Flat/Dull Look | Angle Reset. | Ein Winkel erzwungen. Stichwinkel manuell ergänzen. |
Von sauberem Digitizing zu sauberer Produktion: Wo Upgrades wirklich wirken
Digitizing ist der Bauplan – gebaut wird auf der Maschine. Du kannst ein perfekt geweldetes File haben: Wenn dein physischer Workflow schlampig ist, leidet das Stickergebnis.
Wenn du von Hobby-„Einzelstücken“ zu Kundenaufträgen gehst, verschiebt sich der Engpass oft vom Mauszeiger zum Einspannen. Typische Effekte:
- Ermüdung: 50 Shirts einspannen belastet Hände/Handgelenke.
- Drift: Shirt #1 sitzt gerade, Shirt #50 schief.
- Rahmenspuren: Klassische Rahmen hinterlassen glänzende Abdrücke – gerade auf empfindlichen Bereichen.
Hier lohnt sich Hardware, die Platzierung reproduzierbar macht. Viele upgraden auf eine Einspannstation für Maschinenstickerei, um die Position zur Datei-Koordinate jedes Mal gleich zu treffen.
Und die Klemme selbst: Wenn du häufig neu einspannst oder dicke Materialien hast, bei denen Schraubrahmen nerven, ermöglicht ein repositionierbarer Stickrahmen kleine Korrekturen, ohne komplett neu zu beginnen.
Für Volumenarbeit sind Magnetrahmen ein echter Hebel: Statt hoher Klemmkraft (und damit Rahmenspuren) halten Magnete den Stoff flach und gleichmäßig. Das reduziert Ermüdung und hilft, die Geschwindigkeit auszunutzen, für die dein geweldetes File geplant ist.
Wenn du dein Setup aufbaust, starte mit einem standardisierten Satz Stickrahmen für Stickmaschine, passend zu deinen typischen Produkten. So spiegeln deine Tests in Hatch realistische Produktionsbedingungen.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete.
* Quetschgefahr: Finger fernhalten – sie schnappen abrupt zu.
* Medizinische Implantate: Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern/Implantaten.
* Lagerung: Mit Trennschaum lagern, damit sie nicht dauerhaft „verriegeln“.
Routine für jedes Projekt: Weld, prüfen, dann wie ein Profi sticken
- Aufbauen: Geometrie aus Grundformen erstellen.
- Bewerten: Entscheidungsbaum nutzen – hilft Weld oder schadet es?
- Weld & neu zuweisen: Weld klicken, dann sofort Objekteigenschaften prüfen (im Draft: Dichte als Standard 0.40 mm) und Winkel kontrollieren.
- Probestick: Musterlauf starten.
- Praxis-Tipp aus dem Draft: Ein Stück weißer Filz oder Rest-Denim ist ideal, um Spannung/Verzug einer großen geweldeten Fläche zu testen, bevor ein teures Teil dran ist.
Jetzt auch den physischen Ablauf auditieren: Wenn du 5 Minuten einspannst für 2 Minuten Stickzeit, verlierst du Geld. Selbst perfektes Digitizing rettet keinen Zeitplan, der durch ineffizientes Einspannen für Stickmaschine ausgebremst wird.
**Operations-Checkliste (Final Go/No-Go)**
- Ein Objekt: Docker bestätigt den Weld.
- Winkel-Fluss: Richtung passt zur Form.
- Unterlage: Hat die große Fläche passende Unterlage (im Draft: Tatami Underlay für große Bereiche)?
- Sicherheitscheck: Nadel scharf (im Draft: Wechsel etwa alle 8 Stunden Stickzeit), Unterfadenbereich sauber.
- Muster ok: Auf Testmaterial sauber gestickt.
Zum Schluss ein kurzer Mindset-Hinweis: Diese Tutorials funktionieren, weil sie direkt sind. Übernimm das für deinen Workflow: Wenige Dinge konsequent prüfen (Überlappung, Winkel, Identität) – dann verbringst du deine Zeit mit verkaufbaren Ergebnissen statt mit Software-Kampf.
FAQ
- Q: Warum bleibt das Hatch Embroidery 2 Weld-Werkzeug beim Bearbeiten von Objekten unter Digitize Toolbox > Edit Objects > Weld ausgegraut?
A: Wähle mindestens zwei Objekte aus – Hatch Embroidery 2 kann kein einzelnes Objekt welden.- Zoome heraus (oft
0= an Bildschirm anpassen) und prüfe, ob mehr als ein Objekt markiert ist. - Nutze einen Auswahlrahmen, um mehrere Objekte zu erfassen, statt nur einen Knoten/Segment anzuklicken.
- Öffne den Objects Docker und verifiziere, dass wirklich mehrere Elemente ausgewählt sind.
- Erfolgskontrolle: Das Weld-Icon wird anklickbar und im Docker sind mehrere Einträge markiert (vor dem Weld).
- Wenn es weiterhin nicht geht: Prüfe, ob es sich um Single Run/Outline handelt (die lassen sich nicht welden).
- Zoome heraus (oft
- Q: Warum verschmilzt Hatch Embroidery 2 Weld zwei Formen nicht, obwohl es so aussieht, als würden sie sich berühren?
A: Lass die Formen überlappen – Hatch Embroidery 2 Weld braucht echte Überlappung, nicht nur „Kante an Kante“.- Schiebe eine Form so, dass eine klare Überlappung entsteht (im Draft: oft reichen schon ca. 0,5 mm).
- Verlass dich bei hoher Vergrößerung nicht auf „sieht nah aus“ – kurz rauszoomen und die Schnittmenge prüfen.
- Nach dem Weld den Objects Docker prüfen, ob die Objektanzahl wirklich zusammenfällt.
- Erfolgskontrolle: Innen-Grenzlinien verschwinden und mehrere Docker-Einträge werden zu einem.
- Wenn es weiterhin nicht geht: Prüfe, ob beide Objekte geschlossen sind (keine Linien) und ob wirklich mindestens zwei Objekte ausgewählt waren.
- Q: Warum macht Hatch Embroidery 2 Weld nichts, wenn ich Single Run Outlines oder Linienstiche welden will?
A: Hatch Embroidery 2 Weld funktioniert nicht mit Single Run/Outline, weil es geschlossene „Volumen“-Formen benötigt.- Prüfe zuerst den Objekttyp (Single Run/Linien sind der häufigste Grund).
- Zeichne neu oder konvertiere in eine geschlossene Form, welde die geschlossenen Formen und konvertiere bei Bedarf wieder zurück zur Outline.
- Teste Weld zur Kontrolle an zwei einfachen, geschlossenen Formen.
- Erfolgskontrolle: Das Ergebnis ist ein neues, geschlossenes Objekt im Objects Docker.
- Wenn es weiterhin nicht geht: Prüfe erneut echte Überlappung (nicht nur Berührung).
- Q: Warum erzeugt das Weld von Satin mit Tatami Fill in Hatch Embroidery 2 ausgefranste/„fusselige“ Kanten?
A: Rechne mit „Eigenschaftsvererbung“ – das geweldete Objekt wird eine Stichart und verliert oft die saubere Satin-Kante.- Plane die Auswahlreihenfolge so, dass das zuletzt ausgewählte Objekt die gewünschten Eigenschaften trägt.
- Öffne direkt nach dem Weld die Objekteigenschaften und setze Stichart/Kantenbehandlung bewusst neu.
- Zoome an Kanten (ca. 400 %) und suche nach „feathered“ Rändern als Hinweis auf eine unerwünschte Fill-Kante.
- Erfolgskontrolle: Kanten wirken in hoher Vergrößerung sauber, und im Docker ist es ein Objekt.
- Wenn es weiterhin nicht passt: Objekte getrennt lassen und Überlappungen manuell steuern, wenn eine knackscharfe Satin-Kante Pflicht ist.
- Q: Warum erzwingt Weld in Hatch Embroidery 2 einen Stichwinkel auf einer Kurve und verursacht Kräuseln oder Fadenrisse?
A: Nach dem Weld kann Hatch Embroidery 2 auf einen einheitlichen Stichwinkel zurücksetzen – prüfe und ergänze Stichwinkel vor dem Sticken.- Aktiviere die Stitch-Angles-Ansicht und prüfe, ob die Richtung der Kurve folgt (statt starr 90°).
- Ergänze Winkel/Turning Angles manuell, um den Fadenfluss bei Kurven zu führen.
- Nutze Weld zuerst zum Formenbau und setze die Stichlogik danach als „Finish“.
- Erfolgskontrolle: Winkel-Linien „fließen“ mit der Form, und der Probestick zeigt weniger lange lockere Stiche sowie weniger dichte Cluster an den Rändern.
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Reduziere die Größe der geweldeten Fläche (Teile getrennt lassen) und teste erneut auf Restmaterial.
- Q: Was ist die sicherste Stabilisierung für große geweldete Fill-Flächen in Hatch Embroidery 2 auf Knits oder Caps?
A: Für große geweldete Füllflächen stärker stabilisieren – Cutaway-Stickvlies plus leichter Sprühkleber ist eine gängige, zuverlässige Kombination.- Identifiziere große geweldete Füllflächen (im Blog: breiter als ca. 5 cm = Stabilisierung planen).
- Nutze Cutaway statt Tearaway, wenn Zug/Verzug zu erwarten ist.
- Verwende leichten Sprühkleber gegen Verrutschen (Sicherheitsangaben des Produkts beachten).
- Erfolgskontrolle: Stoff bleibt während der Füllung flach, Push-Pull/Kräuseln reduziert.
- Wenn es weiterhin nicht passt: Stichwinkel/Dichte des geweldeten Objekts erneut prüfen und ggf. die Form segmentieren statt alles zu welden.
- Q: Welche Nadel- und Magnetrahmen-Sicherheitschecks sollte ich vor einem schnellen Probestick eines geweldeten Hatch-Embroidery-2-Designs machen?
A: Kurzer Sicherheitscheck – scharfe Nadel, sauberer Unterfadenbereich und konsequenter Umgang mit Magnetrahmen reduzieren Unfälle und Stickprobleme.- Nadel nach Plan wechseln (im Blog: als Praxisregel etwa alle 8 Stunden Stickzeit).
- Unterfadenbereich vor Tests reinigen, um Birdnesting-Risiko zu senken.
- Magnetrahmen als Quetschgefahr behandeln, mindestens 6 inches Abstand zu Implantaten; mit Trennschaum lagern.
- Erfolgskontrolle: Probestick läuft ohne auffällige Störungen und endet sauber auf Testmaterial (Filz oder Denim).
- Wenn es weiterhin Probleme gibt: Tempo reduzieren und Stichwinkel/Dichte des geweldeten Objekts vor 800+ SPM nochmals prüfen.
