Hatch Embroidery 2 Motive & Bordüren: Wiederverwendbare Kleeblatt‑Stamps, Motif Runs und Monogramm‑Rahmen erstellen

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Hatch Embroidery 2 Anleitung zeigt, wie du aus einem einzigen Designelement (einem Kleeblatt) ein wiederverwendbares Motiv-Set erstellst, es mit Motif Stamps platzierst, eine durchgehende Motif-Run-Linie erzeugst und Formen in eigene Bordüren umwandelst, die du auf Monogramme anwenden kannst. Außerdem lernst du, Referenzpunkte korrekt zu setzen, deine Motiv-Bibliothek sauber zu halten und typische Stolpersteine zu vermeiden, wenn du die Dateien später auf echten Textilien stickst.
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Inhaltsverzeichnis

Ein eigenes Motiv-Set in Hatch definieren: Die Brücke zwischen digitalem Design und sauberer Stickpraxis

Motive und Bordüren sind die „wiederverwendbaren Bausteine“ professioneller Stickdateien. Sie helfen dir, schneller zu digitalisieren und über viele Aufträge hinweg eine konsistente „Handschrift“ zu behalten. In diesem Hatch Embroidery 2 Workflow nehmen wir ein einzelnes Kleeblatt-Element (ca. 24,23 mm × 24,23 mm) und bauen daraus ein eigenes Motiv-Set. Danach setzen wir es als einzelne Stempel (Motif Stamps) und als durchgehende Motiv-Linie (Motif Run) ein. Zum Schluss definieren wir aus Formen eigene Bordüren, die ein Monogramm sauber einrahmen.

Als Praktiker:in weißt du aber: Was am Monitor messerscharf aussieht, kann auf Stoff schnell kippen. Software-Koordinaten sind perfekt – Textilien sind es nicht. Deshalb geht dieser Guide über reines „Klick-für-Klick“ hinaus: Wir verbinden deine digitalen Entscheidungen mit den physischen Folgen beim Sticken – z. B. wie Abstände später Fadenspannung und Optik beeinflussen, warum Kurven zu Dichte-Hotspots werden und weshalb sauberes Einspannen der stille Mitspieler für gelungene Motiv-Bordüren ist.

Auch wenn du dich eher als Sticker:in denn als Vollzeit-Digitalisierer:in siehst: Dieser Ablauf reduziert Wiederholungsarbeit und macht deine Dateien planbarer, sobald die Nadel tatsächlich läuft.

A single green four-leaf clover embroidery design centered on a white background.
Previewing the base design.

Was du lernst (und warum es sich lohnt)

Es geht nicht nur darum, „irgendwas zu speichern“, sondern um den Aufbau einer produktionsfähigen Asset-Bibliothek. Du beherrschst danach:

  • Bibliotheks-Management: Eine eigene Motiv-Kategorie anlegen und ein Muster („Clover“) so speichern, dass du es jederzeit wiederfindest.
  • Vektor-Logik: Wie Referenzpunkte Richtung und Abstand steuern – der häufigste Grund für „komische“ Lücken oder Kollisionen bei Wiederholungen.
  • Platzierungsstrategie: Wann Motif Stamps (frei) sinnvoll sind und wann Motif Runs (pfadbasiert) die bessere Wahl sind.
  • Bordüren-Architektur: Eigene Bordüren erstellen, die sauber um Ecken laufen.
  • System-Hygiene: Bibliothek aufräumen, damit keine „Versions-Wildwuchs“ entsteht.

Warning: Mechanische Gefahr. Digitalisieren ist virtuell „sicher“, aber das Ergebnis steuert eine Hochgeschwindigkeitsmaschine. Bevor du ein neues Motiv oder eine neue Bordüre auf ein Kundenteil stickst, immer zuerst einen Probestick auf Restmaterial machen. Hände und lose Kleidung von Nadelstange und bewegten Teilen fernhalten. Gebrochene Nadeln und scharfe Fadenreste sind reale Risiken – und sehr dichte Motive können bei zu engem Abstand zu Nadelablenkung führen.

Top toolbar of Hatch Embroidery 2 showing the selection of the clover element.
Selecting the design file.

Schritt 1 — Basiselement auswählen und „Create Motif“ öffnen

Die Basis jedes Motivs ist ein sauber optimiertes Ausgangselement. Wenn dein Basiselement ungünstige Sprungstiche oder schlechtes Pathing hat, vervielfacht jede Wiederholung diesen Fehler.

  1. Objekt auswählen: Klicke das Kleeblatt auf der Arbeitsfläche an, bis es markiert ist.
  2. Pathing prüfen (Sicht-Check): Starte vor dem Speichern den „Stitch Player“/Simulator. Beobachte die Einstichpunkte: Gibt es unnötige Sprünge? Endet das Objekt logisch? Für Motive ist ein sauberer Ablauf wichtig, damit Wiederholungen später nicht „fusseln“.
  3. Erstellung starten: In der Toolbar das Tool Create Motif wählen.
  4. Bewusst kategorisieren: Im Dialog nicht einfach in „General“ ablegen. Tippe „My motif set“, um eine eigene Test-Kategorie anzulegen.
  5. Benennung: Benenne das Muster „Clover“ (oder – wenn du konsequent arbeiten willst – z. B. „Clover_24mm_Sat“, damit Größe/Art erkennbar sind).

Checkpoint: Du siehst den Create-Motif-Dialog mit Set/Kategorie-Name und Pattern-Name. Wenn eine Option wie „Remove Jumps“ verfügbar/geeignet ist, aktiviere sie, um fadenige Verbinder zu vermeiden.

Expected outcome: Eine neue Motiv-Kategorie ist angelegt, und dein „Clover“ ist als wiederverwendbares Asset gespeichert.

The 'Create Motif' dialog box pops up, prompting for a set name and pattern name.
Defining a new motif set.

Schritt 2 — Motiv-Referenzpunkte setzen (steuert Richtung + Abstand)

Das ist der wichtigste Schritt für die spätere Stickqualität. Nach dem Benennen verlangt Hatch zwei Klicks, um den „Repeat Vector“ festzulegen.

  • Reference Point 1: Der Anker (häufig geometrische Mitte oder linke Kante).
  • Reference Point 2: Bestimmt Ausrichtung und Abstand der Wiederholung.

Im Screencast siehst du rote Pfeile mit „Reference point 1“ und „Reference point 2“.

Warum das zählt (Praxis-Realitätscheck): Digital können Objekte überlappen, ohne dass etwas passiert. In der Stickerei bedeutet Überlappung schnell „kugelsichere“ Dichte.

  • Visueller Anker: Schau dir die Distanz zwischen Punkt 1 und Punkt 2 an. Ist dein Objekt ca. 24 mm breit und du setzt Punkt 2 bei 24 mm, berühren sich die Elemente. Setzt du ihn bei 20 mm, überlappen sie (Risiko: zu hohe Dichte, Nadelstress).
  • Richtwert: Bei satinierten Motiven ist ein kleiner Luftspalt oft sinnvoll. Wenn du später Probleme siehst, ist genau dieser Abstand der erste Hebel.

Checkpoint: Die roten Pfeile müssen sichtbar sein. Achte darauf, dass Punkt 2 in die Richtung zeigt, in der die Wiederholung laufen soll (typisch links-nach-rechts).

Expected outcome: Das Motiv ist mit einer definierten „Schrittlänge“ gespeichert – Grundlage für konsistente Stamps und Runs.

Red arrow indicating 'Reference point 1' appearing on the canvas next to the clover.
Setting the start point for the motif repetition.

Prep-Checkliste (bevor du eine Bibliothek aufbaust, die du wiederverwendest)

Nicht in die Serienarbeit springen, bevor der „Master“ stimmt – sonst reparierst du später jede Datei einzeln.

  • Geometrie säubern: Keine versehentlich mitselektierten Mini-Objekte/„Staub“.
  • Setup standardisieren: Lege jetzt eine Benennungslogik fest (z. B. Name_Breite_Stichart), damit du später schnell suchst.
  • Probestick vorbereiten:
    • Nadel: Für Tests eine frische Nadel einsetzen. Alte Nadeln mit Grat können bei dichten Runs Fäden schädigen.
    • Garn: Für Vergleichbarkeit mit einem Standard arbeiten (z. B. 40 wt Polyester).
    • Stickvlies: Für Bordüren/Runs ist ein stabiles Vlies oft entscheidend, weil durchgehende Linien viel Zug erzeugen.
    • Zubehör: Gebogene Stickschere bereitlegen, um Sprungfäden beim Test sauber zu kürzen.

Mit dem Motif-Stamp-Tool arbeiten

Motif Stamps setzen einzelne Motiv-Instanzen manuell. Das ist digital wie ein Stempel – ideal für organische Streuungen oder gezielte Einzelplatzierungen.

The user selects the 'Motif Stamps' tool from the Digitize toolbox on the left sidebar.
Selecting the stamping tool.

Schritt 3 — Dein eigenes Motiv auf die Arbeitsfläche stempeln

  1. Navigation: In die Digitize-Toolbox wechseln.
  2. Aktivieren: Motif Stamps auswählen.
  3. Aus Bibliothek wählen: In den Einstellungen My motif set als Kategorie wählen und Clover auswählen.
  4. Ausführen: Cursor an die gewünschte Position setzen und per Linksklick ein Kleeblatt platzieren.
  5. Verfeinern: Weiterklicken für ein Streumuster. Mit „Enter“ abschließen.

Checkpoint: Im „Select Motif“-Fenster auf Skalierung achten. Wenn das Kleeblatt viel zu groß/klein wirkt, stimmt entweder die Ausgangsgröße oder eine Standard-Skalierung nicht.

Expected outcome: Jeder Klick setzt ein „Clover“-Motiv an der Cursorposition.

The 'Select Motif' library window showing the newly created 'Clover' pattern in 'My motif set'.
Choosing the custom motif to use.

Praxis-Tipp: Stamps fürs Layout – für Produktion lieber „Logik“ statt Augenmaß

Gestempelte Motive sind super zum Planen oder für „organische“ Füller. Für konstruktive Elemente (z. B. ein Rahmen um einen Namen) sind Stamps riskant, weil manuelles Klicken selten wirklich fluchtet.

Wenn du Dateien für eine Monogramm-Stickmaschine erstellst, kannst du mit Stamps schnell Akzente um Initialen setzen. Aber: Wenn du die Platzierung nur „nach Gefühl“ machst, wirkt es auf dem Kleidungsstück schnell schief. In der Produktion gilt: Passgenauigkeit schlägt Bauchgefühl. Ein Run-basierter Ansatz erzwingt mathematische Ausrichtung – und ist bei Bordüren fast immer stabiler.

Multiple clover motifs stamped randomly across the working area.
Demonstrating the stamp tool.

Setup-Checkliste (bevor du von Stamps zu Runs wechselst)

  • Bibliothek prüfen: Liegt das Motiv in der richtigen Kategorie? Doppelte Varianten (z. B. „Clover1“, „Test“) löschen, damit niemand später das falsche Asset erwischt.
  • Vektor-Check: Haben die Referenzpunkte den gewünschten Abstand erzeugt? Wenn die Stamps zu eng wirken, Motiv löschen und mit größerem Abstand neu speichern.
  • Produktionsentscheidung: Wo brauchst du Präzision (Runs) und wo darf es „zufällig“ sein (Stamps)?

Durchgehende Motif Runs erstellen

Ein Motif Run macht aus einer einfachen Linie eine wiederholte Kette deines Motivs – Standard für Bordüren, Rahmen und dekorative Kanten.

Object properties panel on the right side showing 'Motif Run' selected for the outline.
Configuring a line to be a motif run.

Schritt 4 — Offene Linie digitalisieren und Outline auf „Motif Run“ stellen

  1. Tool wählen: Digitize Open Shape auswählen.
  2. Eigenschaft setzen: Vor dem Zeichnen im Object Properties-Panel den Outline-Typ auf Motif Run umstellen.
  3. Pfad zeichnen: Auf der Arbeitsfläche Punkte setzen: Linksklick für gerade Punkte, Rechtsklick für Kurvenpunkte.
  4. Erzeugen: „Enter“ drücken – Hatch füllt die Linie automatisch mit wiederholten Kleeblättern.

Checkpoint: In Object Properties muss „Motif Run“ aktiv sein. Wenn es eine Option wie „Use Motif Spacing“ gibt, testweise umschalten, um zu sehen, ob Hatch deinen gespeicherten Abstand überschreibt.

Expected outcome: Eine gleichmäßige Kleeblatt-Kette folgt deinem digitalisierten Pfad.

A line of connected clover motifs created using the 'Motif Run' tool.
Result of the motif run digitization.

Warum Motif Runs oft „verlässlicher“ sticken (und wo es schiefgeht)

Am Bildschirm wirkt ein Motif Run wie eine perfekte Kette. Auf Stoff übernimmt die Physik.

Das „Ecken-Problem“: Trifft ein Motif Run auf eine harte Ecke oder enge Kurve, muss die Software entscheiden: Motive überlappen (zu hohe Dichte) oder strecken (Lücken).

  • Innenkurven: Gefahr von Stau/Dichte – kann hart werden und Nadeln stressen.
  • Außenkurven: Gefahr von Aufspreizen – Stoff kann sichtbar werden.

Das „Einspann-Problem“: Lange, durchgehende Runs (z. B. Rahmen um große Flächen) sind ein Härtetest fürs Einspannen. Ist der Stoff im Stickrahmen nicht stabil, erzeugen Push/Pull-Kräfte Wellen zwischen den Motiven (Puckering).

Wenn du bei langen Runs Stoffwanderung oder „Flagging“ (Aufschwingen) siehst, überprüfe deine Basics zum Einspannen für Stickmaschine.

  • Tast-Check: Straff wie Trommelfell – aber nicht so überdehnt, dass sich das Teil verzieht.
  • Praxis-Hinweis: Wenn du häufig Rahmenspuren/Rahmenabdrücke siehst oder die Spannung schwer reproduzierbar ist, kann ein Wechsel auf Magnetrahmen im Alltag helfen – weniger Reibung, gleichmäßiger Druck.

Eigene Bordüren aus Formen erstellen

Standard-Motive folgen einer Linie. Bordüren sind „intelligenter“: Sie sind dafür gedacht, um Geometrie zu laufen und Ecken (z. B. 90°) besser zu handhaben.

Toolbar showing the 'Create Border' icon being selected.
Initiating the border creation process.

Schritt 5 — Eigenes Bordüren-Set aus dem Kleeblatt erstellen

  1. Auswahl: Kleeblatt erneut markieren.
  2. Start: Das Icon Create Border anklicken (nicht Create Motif).
  3. Kategorie: Neue Kategorie „My border set“ anlegen.
  4. Name: Bordüren-Pattern „Clover motif“ nennen.
  5. Speichern: Mit OK bestätigen.

Checkpoint: Der Dialog sollte das Speichern bestätigen.

Expected outcome: Das Kleeblatt ist als Bordüren-Element definiert, das für Ecken/Umrandungen gedacht ist.

The 'Create Border' dialog box allowing the user to name the border pattern.
Naming the new border.

Schritt 6 — Motive verwalten und löschen (Bibliothek aufräumen)

Digitale Unordnung führt zu echten Produktionsfehlern. Das Video zeigt eine wichtige Routine: konsequentes Aufräumen.

  1. Öffnen: Software Settings > Manage Motifs.
  2. Finden: Kategorie My motif set auswählen.
  3. Bereinigen: Test-/Entwurfsvarianten markieren und Delete.
  4. Kontrolle: Sicherstellen, dass nur die freigegebene Version übrig bleibt.

Expected outcome: Eine übersichtliche Bibliothek, die dich (oder Mitarbeitende) später nicht in die falsche Datei klicken lässt.

The 'Manage Motifs' window showing options to delete existing patterns.
Housekeeping/deleting the custom motif.

Achtung: „Test-Müll“ wird schnell zum Produktionsproblem

In einer laufenden Werkstatt kann die falsche Auswahl („Clover_Final_V2“ statt „Clover_Final_V3“) ein Kleidungsstück ruinieren. Behandle deine Motiv-Bibliothek wie einen Werkzeugkasten: Alles darin muss einsatzbereit sein – Defektes fliegt raus.

Schritt 7 — Detail-Bordüre aus einer Form erstellen (Quatrefoil)

Motive müssen keine gefüllten Objekte sein – auch Konturen lassen sich als Bordüre definieren.

  1. Form erstellen/importieren: Eine Form anlegen oder importieren (z. B. Quatrefoil-Kontur).
  2. Umwandeln: Form auswählen und Create Border klicken.
  3. Referenzpunkte setzen: Ein- und Austritt so definieren, dass die Wiederholung sauber anschließt.

Checkpoint: Rote Referenzpfeile müssen sichtbar sein. Für eine saubere Wiederholung muss der Austritt einer Einheit logisch zum Eintritt der nächsten passen.

Expected outcome: Eine Bordüren-Definition, die sich wiederholt, ohne sichtbare „Sprünge“ in der Verbindung.

A quatrefoil outline selected on the canvas, preparing to be turned into a border.
Selecting a shape for border creation.

Entscheidungsbaum: Stickvlies-Strategie für Motiv-Bordüren

Eine Bordüre ist wie ein „Zaun“ aus Stichen. Wenn der Untergrund (Stoff) sich innerhalb dieses Zauns bewegt, entsteht Wellenbildung. Nutze diese Matrix für deine Stabilisierung:

  1. Ist der Stoff dehnbar (Performance-Wear, Piqué, T-Shirts)?
    • Ja: Du brauchst ein stabiles Cut-Away-Vlies. Zu schwaches Vlies kann bei Bordüren durch die vielen Einstiche nachgeben – die Passung leidet.
    • Nein: Weiter zu Schritt 2.
  2. Ist der Stoff dünn/instabil (Leinen, leichte Baumwolle)?
    • Ja: Ein geeignetes Vlies wählen und auf Vollkontakt achten (z. B. sauber auflegen/positionieren), damit der Stoff nicht „mitwandert“.
    • Nein: Weiter zu Schritt 3.
  3. Ist der Stoff hochflorig/strukturiert (Fleece, Handtuch, Samt)?
    • Ja: Ein wasserlösliches Topper-Material hilft, damit Stiche nicht im Flor versinken.
    • Nein: Standard-Backing ist meist ausreichend.

Konstanz bringt Profit: Wenn du 50 Teile mit derselben Bordüre stickst, ändere die Stabilisierung nicht mitten im Lauf – unterschiedliche Schrumpfung/Verzug verändert die Größe und damit die Passung.

Eigene Bordüren auf Monogramme anwenden

Jetzt kommt der „Money Shot“: Lettering mit deiner Bordüre einrahmen.

Large satin stitch letters 'AB' displayed on the canvas.
Creating a monogram.

Schritt 8 — Lettering anlegen und eigene Bordüre anwenden

  1. Text: Mit dem Lettering-Tool Initialen eingeben, z. B. „AB“.
  2. Auswählen: Textobjekt markieren.
  3. Rahmen: In Object Properties den Bereich Border/Outline öffnen.
  4. Anwenden: „Border“ aktivieren und aus „My border set“ deine Quatrefoil/Kleeblatt-Bordüre auswählen.

Checkpoint: Stark hineinzoomen. Sitzt die Bordüre gleichmäßig?

  • Achte auf: gleichmäßigen Abstand zwischen Buchstaben und Bordüre.
  • Achte auf: Ecken – wurde das Element sichtbar „gequetscht“?

Expected outcome: Die Bordüre legt sich sofort um den Text.

The custom quatrefoil border applied around the 'AB' monogram.
Final application of the custom border.

Betriebs-Checkliste (vor Export und Probestick)

  • Abstand prüfen: Ist der Abstand zwischen Lettering und Bordüre zu knapp, kann es bei Stoffbewegung optisch „zusammenlaufen“. Gegebenenfalls Margin erhöhen.
  • Start/Stop: Wo startet die Bordüre? Idealerweise nicht an einer sehr sichtbaren Stelle.
  • Speichern: .EMB (Arbeitsdatei) getrennt von .DST/.PES (Maschinendatei) sichern.
  • Einspannen: Stickrahmen groß genug wählen. Bordüren reizen das Stickfeld aus. Der Nähfuß darf den Rahmen nicht berühren.

Warning: Magnet-Sicherheit. Wenn du deinen Ablauf mit Magnetrahmen vereinfachst, beachte die Quetschgefahr: Starke Magnete schnappen mit Kraft zusammen. Abstand zu Herzschrittmachern halten und Finger schützen.

So wird daraus ein werkstatttauglicher Workflow (Praxis-Upgrade)

Für Einzelstücke ist die Zeit Teil des Hobbys. Im Betrieb zählt Wiederholbarkeit.

Der Skalierungs-Punkt: Mit wachsendem Volumen ist oft nicht das Digitalisieren der Engpass, sondern das Setup.

  • Problem: Einen Rahmen auf 50 Polos mit Standardrahmen immer gleich auszurichten kostet Zeit.
  • Lösung Level 1: Eine Einspannstation für Stickrahmen nutzen. Diese Vorrichtung hält Rahmen und Teil in einer festen Position, damit jedes Monogramm reproduzierbar an derselben Stelle landet.
  • Lösung Level 2: Für schwierige Teile wie Ärmel, wo Bordüren beliebt sind, ist ein Zylinderrahmen für Ärmel oft deutlich praktikabler, weil du den „Schlauch“ sauber führen kannst.
  • Lösung Level 3: Für echte Serienproduktion spielt die Maschine eine Rolle: Eine Mehrnadelstickmaschine reduziert Stillstand durch automatisierte Farbwechsel bei mehrfarbigen Bordüren.

Ergebnis: Das solltest du am Ende in der Hand haben

Nach diesem Hatch Embroidery 2 Workflow bist du von „Anwender:in“ zu „Ersteller:in“ geworden:

  • Eine kategorisierte Motiv-Bibliothek („My motif set“) für die Wiederverwendung.
  • Kontrolle über Referenzpunkte für Richtung und Abstand.
  • Eine klare Logik für Stamps vs. Runs.
  • Eine Custom Border, die auf Lettering angewendet ist.
  • Ein besseres Verständnis dafür, wie Stickvlies und Stickrahmen für Stickmaschine die Qualität der Bordüre bestimmen.

Deine Digitalisier-Entscheidungen sind nur so gut wie die physischen Grenzen deiner Stickrahmen für Stickmaschine und des Materials. Software-Konstanz plus saubere Stabilisierung ist der Schlüssel zu professionellen Ergebnissen.

Und zuletzt: Effizienz ist kumulativ. Wenn du pro Teil ein paar Sekunden beim Digitalisieren sparst und beim Einspannen mit einer Einspannstation für Stickmaschinen deutlich schneller und reproduzierbarer wirst, summiert sich das über die Woche zu echten Stunden. Baue deine Bibliothek, respektiere die Physik von Faden und Stoff – und digitalisiere immer mit dem Endprodukt im Blick.