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Du hast Stunden in Wilcom Hatch investiert. Auf dem Monitor wirkt das Motiv wie ein Aquarell: weiche Verläufe, feines Shading, ein Seepferdchen, das gleich vom Bildschirm schwimmt. Dann drückst du an der Maschine auf „Start“.
Und die Realität ist gnadenlos: Der Stoff wellt sich. Das Shading wirkt wie Streifen. Und das Motiv wird steif wie ein Brett – das, was wir in der Praxis oft als „Pappe“ bzw. „cardboard embroidery“ bezeichnen.
Das ist die klassische Lücke zwischen „Screen vs. Reality“. In diesem Guide schließen wir genau diese Lücke: Du bekommst einen professionellen Workflow, wie du beim Seepferdchen Verläufe ohne Masse aufbaust. Es geht nicht ums stumpfe Klicken, sondern um die „Physik beim Sticken“, damit das Ergebnis weich, flexibel und optisch sauber wird.

Keine Panik: Hatch-„Gradient Shading“ soll leicht wirken (nicht deckend)
Wenn du aus dem klassischen Logo-Digitizing oder Schriftbereich kommst, ist dein Reflex: „kugelsicher“ digitalisieren. Viel Underlay, hohe Dichte oben drüber – damit ja nichts durchscheint.
Stopp. Bei Shading und Verläufen zerstört genau dieser Reflex das Ergebnis.
Hier „malen“ wir mit Garn. Ziel ist geschichtete, luftige Abdeckung. Farbe entsteht durch die Summe mehrerer transparenter Lagen – nicht durch eine einzige dicke Lage.
Der Praxis-Check (sofort spürbar): In der Simulation dürfen kleine Lücken sichtbar sein. Es soll eher „dünn“ wirken. Wenn es am Bildschirm schon komplett satt und geschlossen aussieht, fühlt es sich später am Stoff schnell wie ein Zementfleck an. Vertraue darauf, dass sich der Faden beim Sticken physisch ausbreitet („Bloom“) und Lücken besser schließt, als die Software-Vorschau vermuten lässt.

Das „unsichtbare“ Setup vor dem Digitalisieren in Wilcom Hatch (damit der Stickout zur Vorschau passt)
Bevor du überhaupt klickst, müssen wir die Physik klären. Bei leichten, verlaufartigen Flächen nimmst du dem Motiv bewusst Stabilität (weil Underlay entfernt wird). Das heißt: Die Stabilität muss aus deinem Setup kommen – nicht aus den Stichen.
Wenn du das überspringst, verschieben sich Lagen. Und schon ~1 mm Versatz kann den Verlauf ruinieren – du bekommst sichtbare Lücken durch schlechte Passung.
Die „unsichtbare“ Materialliste (die viele Tutorials unterschlagen):
- Nadeln: 75/11 Sharp (für klare Kanten) oder Ballpoint (bei Maschenware).
- Garn: 40 wt Rayon oder Polyester (Rayon wirkt bei weichem Shading oft „blendiger“; Poly ist robuster).
- Stickvlies: Mesh Cutaway (für flexible, instabile Textilien) oder Medium Weight Tearaway (nur bei stabilen Webwaren).
- Fixierung: Temporärer Sprühkleber ist hier extrem hilfreich, damit der Stoff nicht „flaggt“ (mit der Nadel hochgezogen wird).
Setup-Checkliste (Pre-Flight):
- Artwork-Sichtbarkeit: Artwork auf ca. 50 % Transparenz stellen, damit du deine Punkte/Knoten sauber siehst.
- Mindset: „Aquarell-Modus“ – du baust Übergänge, keine Mauern.
- Strukturplan: Der Körper besteht aus 6 langen, schmalen Objekten. Stelle sicher, dass du diese Segmentierung in der Vorlage erkennst.
- Einspann-Strategie: Weil wir Underlay entfernen, muss das Einspannen wirklich trommelfest sein. Wenn der Stoff beim Antippen sichtbar „wabbelt“, ist es zu locker.
- Maschinengeschwindigkeit: Für präzises Layering langsamer fahren. Plane ca. 600–750 SPM ein – hohe Geschwindigkeit fördert Vibration und verschlechtert die Passung der Verläufe.

Digitize Blocks in Hatch: Das Side-to-Side-Klickmuster, das schmale Segmente sauber führt
Für den Seepferdchen-Körper ignorieren wir hier bewusst Standard-Füllungen. Stattdessen nutzen wir Digitize Blocks.
Warum? Weil Standard-Füllungen Stichwinkel oft „automatisch“ berechnen – bei schmalen organischen Formen wird das schnell unruhig. Digitize Blocks zwingt die Stiche in ein von dir definiertes „Leiter-Prinzip“ (Sprosse für Sprosse). Das ergibt den fließenden Look, den organische Motive brauchen.
Der Rhythmus (so arbeitest du schnell und sauber): Denk in Paaren – links/rechts.
- Linksklick: harter Punkt (Ecke/gerade).
- Rechtsklick: weicher Punkt (Kurve).
- Sicherheitsnetz: Wenn du auf die falsche Seite klickst: nicht neu anfangen. Backspace löscht den letzten Punkt, dann weiter.

Workflow für ein Körpersegment (Ausführung)
- Zoomen: So nah ran, dass die Vorlage dir eine klare Führung gibt.
- Tool wählen: Digitize Toolbox > Digitize Blocks.
- „Leiter“-Technik:
- Stell dir eine Leitersprosse quer über das Segment vor.
- Klick auf die linke Kante (bei Kurven Rechtsklick).
- Klick auf die rechte Kante (bei Kurven Rechtsklick).
- Dann ein Stück nach unten und wiederholen.
- Abschließen: Mit Enter das Objekt beenden.
Praxis-Indikator: Achte auf die entstehenden Stichrichtungen/Verbindungslinien. Sie sollen ruhig und „fließend“ wirken. Wenn es verdreht oder zackig aussieht: Backspace und die Klickabstände etwas größer wählen.

Object Properties: Feather Edge (beidseitig) + Gradient Fill Profil 3 für echtes Shading
Aktuell sieht dein Objekt wie ein kompakter, unschöner Block aus. Jetzt muss Hatch wissen: Das ist Shading.
Öffne Object Properties. Wir setzen eine klare „Rezeptur“.
Das „Soft-Gradient“-Rezept (konkret):
- Feather Edge: EIN und „Both Sides“.
- Warum: Die Kante wird unregelmäßig statt hart/gerade. Das kaschiert Übergänge und hilft beim Überlappen.
- Gradient Fill: Profile 3.
- Warum Profil 3: Es liefert eine praxistaugliche Balance aus sichtbarer Farbe und Offenheit zum Blenden.
- Underlay: Alles abwählen – Remove All / None.
- Warum: Du stapelst mehrere Lagen. Underlay unter jeder Lage macht das Motiv unnötig dick und belastet Nadel/Faden.


Warnung: Stoffbewegung! Ohne Underlay fehlt die „Gerüst“-Stabilität. Der Stoff kann leichter schieben/ziehen. Sorge dafür, dass Stoff und Stickvlies sauber verbunden sind (Sprühkleber oder aufbügelbare Einlage), bevor du stickst.
Die Dichte-Falle: Warum „Underlay entfernen“ den „kugelsicheren“ Look in Überlappungen verhindert
In normalen Motiven ist Underlay Pflicht – es stabilisiert. Bei Gradient Shading gilt aber eine andere Logik:
Die vorherige Lage ist das Underlay der nächsten Lage.
Wenn du Underlay drin lässt:
- Haptik-Problem: Das Motiv wird steif.
- Optik-Problem: Es wirkt hoch und klobig – der Tiefeneffekt geht verloren.
- Mechanik-Problem: Die Nadel muss durch viele Fadenlagen plus Underlay-Pakete. Das erhöht Reibung/Hitze, fördert Fadenrisse und kann Nadeln stressen.
Ohne Underlay bleibt die Gesamtmenge an Stichen kontrollierbar – und das Motiv fühlt sich deutlich weicher an.

Der „hässliche Strich“: Start-/Endpunkte im Reshape so setzen, dass Laufstiche im Verlauf verschwinden
Nach dem Gradient-Setup siehst du manchmal eine einzelne Linie quer durch dein Shading. Das ist ein Travel Run (Laufstich), den Hatch als kürzesten Weg von Start zu Ende berechnet.
Weil die Füllung offen ist (Profil 3), siehst du diesen Laufstich später – er wirkt wie eine Narbe.
Fix-Protokoll:
- Objekt auswählen und Reshape öffnen.
- Markierungen finden:
- Grüner Diamant: Startpunkt.
- Rotes Kreuz: Endpunkt.
- Verschieben: Den grünen Diamanten an die obere Kante ziehen – idealerweise in den Feather-Bereich. Das rote Kreuz so belassen/setzen, dass der Ausstieg Richtung nächstes Segment geht.
Erfolgskriterium: Die sichtbare Linie durch die Mitte verschwindet sofort in der Vorschau.

Absichtlich überlappen: Körpersegmente schichten, um den Verlauf aufzubauen (Navy + Royal Blue)
Jetzt entsteht der Körper. Wir legen Segmente nicht „Kachel an Kachel“, sondern wie Dachschindeln.
Das nächste Objekt muss das Ende des vorherigen physisch überlappen. Durch Feather Edge mischen sich die Stiche in der Überlappungszone – der Blend entsteht automatisch.


Wiederhol-Loop (für alle 6 Segmente)
Du wiederholst den Ablauf für alle sechs Körpersegmente und wechselst die Farbtöne (z. B. Navy → Royal Blue → Navy), um Tiefe zu erzeugen.
Arbeits-Checkliste (Körper):
- Anzahl: Sind es 6 separate Objekte?
- Effekte: Hat jedes Objekt Feather Edge (Both Sides)?
- Gradient: Ist überall Profil 3 aktiv?
- Sicherheit: Ist Underlay bei allen AUS?
- Optik: Hast du bei jedem Segment den Startpunkt (grüner Diamant) so gesetzt, dass kein Laufstich durchs Shading läuft?
- Passung: Gibt es eine gleichmäßige Überlappung zwischen den Segmenten? (Zu wenig = Lücken; zu viel = harte Stellen.)
Resequence Docker: Damit prüfst du Objektanzahl und Layer-Reihenfolge
Der Resequence Docker ist dein „Röntgenblick“ auf die Stickreihenfolge.
Die Liste sollte wie ein Wasserfall laufen: Segment 1, dann Segment 2, dann Segment 3 usw.
Warum das zählt: Wenn Segment 4 vor Segment 3 stickt, stimmt die Schichtung nicht – der „Schindel“-Effekt kippt. Falls nötig, Objekte in der Liste per Drag & Drop umsortieren.

Digitize Closed Shape für den Kopf: Erst grob anlegen, dann den Stichwinkel kontrollieren
Für den Kopf wechseln wir das Werkzeug. Hier brauchen wir eher eine „Patch“-Fläche als eine Leiter. Nutze Digitize Closed Shape.
- Kritischer Schritt: Nach dem Schließen (Enter) in Reshape den Stitch Angle (lange Achsenlinie) greifen und drehen. Für die Basislage diagonal ausrichten.


Der Textur-Trick: Zwei Kopflagen mit gegensätzlichen Stichwinkeln (ca. 90° versetzt)
Eine einzelne Lage wirkt am Kopf schnell flach. Für Textur ohne unnötige Stichmassen nutzt du das Cross-Hatch-Prinzip:
- Zweite Form über die erste Kopflage digitalisieren.
- In Reshape den Stichwinkel dieser zweiten Lage in die Gegenrichtung setzen (ungefähr 90° versetzt).
- Underlay bei beiden Lagen deaktivieren.
Ergebnis: Die Fäden kreuzen sich und erzeugen eine lebendige, skalenartige Textur mit Tiefe.

Warnung: Mechanische Sicherheit. Hände weg vom Nadelbereich. Wenn bei offenen Füllungen ein Faden reißt: erst eingreifen, wenn die Maschine vollständig steht.
Warum das funktioniert (damit du es auf andere Tiermotive übertragen kannst)
Das Prinzip ist universell für „Open Fills“:
- Feathering: nimmt harte Kanten raus.
- Gegensätzliche Winkel: erzeugen Textur ohne Dichte.
- Gradient-Profile: lassen den Stoffton mitarbeiten und machen das Motiv „weicher“.
Stitch-Out-Entscheidungsbaum: Stoff + Stickvlies passend zu geschichteten Verläufen wählen
Software ist nur die Hälfte. Offene Verläufe sind empfindlich gegen Verschieben. Nutze diese Logik für dein Setup:
Entscheidungsbaum: Stickvlies-Protokoll
- Ist der Stoff instabil? (T-Shirt, Piqué, Hoodie)
- JA: Mesh Cutaway verwenden und mit Sprühkleber fixieren.
- NEIN: (Denim, Canvas, Twill) → weiter zu Schritt 2.
- Ist der Stoff flauschig/strukturiert? (Frottee, Samt)
- JA: Wasserlöslicher Topper nötig, sonst „versinken“ offene Stiche.
- NEIN: Cutaway oder (bei sehr stabiler Webware) Tearaway möglich.
Wenn Einspannen zum Engpass wird: Upgrade-Pfad für sauberere Verläufe
Ohne Underlay hängt alles an gleichmäßigem Halt im Stickrahmen.
Mit Standard-Kunststoffrahmen musst du oft extrem fest anziehen – das kann Rahmenspuren verursachen oder trotzdem ungleichmäßig greifen.
Praxis-Diagnose:
- Symptom: Nach dem Ausspannen bleibt ein heller Ring im dunklen Stoff.
- Diagnose: Rahmenspuren durch zu viel Druck/Reibung.
- Symptom: Zwischen Segmenten entsteht ein sichtbarer heller Spalt.
- Diagnose: Stoff hat im Rahmen nachgegeben (Schlupf) – Passung leidet.
Lösungsweg: Für Motive, die Präzision ohne Underlay verlangen:
- Level 1 (Technik): Innenrahmen mit Schrägband umwickeln, um den Grip zu erhöhen.
- Level 2 (Tool-Upgrade): Umstieg auf Magnetrahmen für Stickmaschine.
- Viele Profis nutzen sie, weil Magnete vertikal klemmen statt über Schraubdruck zu „quetschen“. Das hält sehr fest und reduziert Rahmenspuren. Suchbegriffe wie „Magnetrahmen“ helfen, passende Modelle für deine Maschine zu finden.
- Level 3 (Produktion): Bei Stückzahlen (z. B. 50 Shirts) wird manuelles Einspannen zum Flaschenhals. Eine hoop master Einspannstation oder eine Einspannstation für Maschinenstickerei sorgt dafür, dass jedes Teil an exakt derselben Position sitzt.
- Ein Einspannsystem für Stickmaschine reduziert den „menschlichen Faktor“ (mal fester, mal lockerer) – und damit Versatz in deinen Verläufen.
Warnung: Magnet-Sicherheitsrisiko. Magnetrahmen sind starke Industriewerkzeuge und können Finger heftig einklemmen. NIE Finger zwischen die Klemmbereiche bringen. SCHRITTMACHER-WARNUNG: Magnete mindestens 6 inches von Herzschrittmachern oder Insulinpumpen fernhalten.
Setup-Checkliste: „Vor dem Export“ – damit es keine bösen Überraschungen gibt
Bevor du in dein Maschinenformat exportierst (.PES, .DST, .JEF usw.), mach diesen letzten Check.
Final-Checkliste:
- Effekte: Haben alle 6 Körpersegmente Feathering + Gradient Profil 3 + kein Underlay?
- Sauberkeit: Sind Start-/Endpunkte so gesetzt, dass keine Travel Runs sichtbar sind?
- Textur: Hat der Kopf zwei Lagen mit gegensätzlichen (ca. 90°) Winkeln?
- Farbfolge: Stimmen die Farbtöne/Wechsel (z. B. Navy/Royal Blue)?
- Sicherheit: Ist die richtige Rahmengröße in der Software gewählt, damit die Nadel nicht an den Rahmen kommt?
Troubleshooting: Die 3 häufigsten „Warum sieht meins falsch aus?“-Probleme
Auch mit gutem Setup passieren Fehler. Hier ist die schnelle Praxis-Hilfe.
1) Symptom: Ein sichtbarer „Narben“-Faden läuft durchs Shading
- Wahrscheinliche Ursache: Start-/Endpunkte nicht optimiert – Hatch nimmt den kürzesten Weg durch die Mitte.
2) Symptom: „Gap of Doom“ zwischen Segmenten
- Wahrscheinliche Ursache: Stoff hat sich im Stickrahmen verschoben.
- Fix (physisch): Neu einspannen (trommelfest) und Sprühkleber nutzen; wenn möglich Magnetrahmen.
- Fix (digital): Überlappung erhöhen: In Reshape Segment 1 weiter unter Segment 2 ziehen.
3) Symptom: Das Motiv fühlt sich „kugelsicher“ an
- Wahrscheinliche Ursache: Underlay nicht entfernt oder zu wenig Überlappung (danach wird oft Dichte „nachgeschoben“).
Ergebnis – und die echte Produktions-Lehre
Wenn du am Ende rauszoomst, sollte das Seepferdchen „fließen“: flexibel in der Hand, eher Teil des Stoffes als ein steifer Aufnäher.
Bottom Line: Gradient-Fills sauber zu beherrschen trennt Hobby und Profi. Es ist ein Zusammenspiel aus Software-Parametern (Feathering, Gradient-Profile, Start/End) und Werkstatt-Realität (Stickvlies, Einspannen).
Und auch wenn Software-Tricks nichts kosten: Die Konstanz im Output hängt oft an deinen physischen Tools. Ob du auf Stickrahmen für Stickmaschine umsteigst, die mit Magneten den Stoff schonender halten, oder „nur“ dein Stickvlies-Setup optimierst – Digitalisieren ist nur die halbe Miete. Viel Erfolg – und mögen deine Verläufe immer sauber blenden.
FAQ
- Q: Warum wirkt der Gradient Fill bei Wilcom Hatch-Verläufen vor dem Sticken am Bildschirm oft zu leicht oder „dünn“?
A: Das ist normal – Hatch-Verläufe sollen in der Vorschau luftig wirken, weil der Faden beim Sticken durch „Bloom“ Lücken optisch schließt.- Lass kleine Lücken in der Simulation sichtbar, statt auf „voll deckend“ zu trimmen.
- Baue Farbe über mehrere transparente Lagen auf, nicht über ein einziges dichtes Objekt.
- Vermeide „kugelsichere“ Reflexe (hohe Dichte/Underlay) bei Verläufen.
- Erfolgskontrolle: Der Stickout wirkt weich und geblendet, auch wenn die Vorschau leicht offen aussah.
- Wenn es trotzdem scheitert … und der Stickout streifig oder steif wird: prüfen, ob Gradient Fill Profil 3 aktiv ist und Underlay bei allen Verlauf-Objekten entfernt wurde.
- Q: Welche Materialien und Maschinen-Vorbereitung brauche ich, bevor ich offene Hatch-Verläufe ohne Underlay aussticke?
A: Behandle die Vorbereitung als Stabilisierungssystem – wenn Underlay wegfällt, muss die Stabilität aus Nadel, Stickvlies und Fixierung kommen.- Nadel 75/11 einsetzen (Sharp für klare Linien, Ballpoint für Maschenware).
- 40 wt Rayon oder Polyester verwenden (Rayon blendet oft weicher; Poly ist robuster).
- Mesh Cutaway für instabile Kleidung, Medium Weight Tearaway nur für stabile Webware.
- Stoff mit temporärem Sprühkleber am Stickvlies fixieren, um Flagging zu reduzieren.
- Geschwindigkeit auf ca. 600–750 SPM reduzieren, damit Layering präzise bleibt.
- Erfolgskontrolle: Stoff bleibt flach, Lagen verschieben sich nicht; keine ~1 mm Passungs-Lücken.
- Wenn es trotzdem scheitert … neu einspannen (trommelfest) und Sprühkleber auffrischen, weil offene Füllungen extrem bewegungssensibel sind.
- Q: Was ist der richtige Einspann-Standard für Hatch-Gradient-Designs ohne Underlay, um Passungsfehler zu vermeiden?
A: Trommelfest einspannen und auf gleichmäßigen Grip setzen – lockeres Einspannen ist der schnellste Weg zu Lücken zwischen Verlaufsegmenten.- Klopf-Test: Wenn der Stoff beim Antippen sichtbar nachgibt, neu einspannen.
- Ziel ist ein dumpfer „Thud“ statt federndem Nachschwingen.
- Stickvlies vor dem Sticken mit dem Stoff verbinden (Sprühkleber oder aufbügelbar).
- Erfolgskontrolle: Überlappungen bleiben nach dem Sticken geblendet, ohne helle Spaltlinien.
- Wenn es trotzdem scheitert … Geschwindigkeit weiter reduzieren und über ein Einspann-Upgrade nachdenken (besserer Grip oder magnetisches Halten), weil Verläufe ohne Underlay jeden Schlupf sofort zeigen.
- Q: Wie verstecke ich bei Hatch-Gradient-Fills mit Gradient Fill Profil 3 den sichtbaren Travel-Run („Narbe“) durch die Mitte?
A: Setze Start-/Endpunkte so, dass der Laufweg im Feather-Rand verschwindet und nicht durchs offene Zentrum läuft.- Objekt auswählen und Reshape öffnen.
- Grünen Diamanten (Startpunkt) an die obere Kante ziehen, wo Feathering ihn kaschiert.
- Rotes Kreuz (Endpunkt) so prüfen, dass der Ausstieg Richtung nächstes Segment geht – nicht quer durchs Objekt.
- Erfolgskontrolle: Die sichtbare Linie verschwindet sofort in der Vorschau und taucht im Stickout nicht auf.
- Wenn es trotzdem scheitert … jedes Segment prüfen: Ein einziges vergessenes Start/End-Setup reicht für eine sichtbare „Narbe“.
- Q: Warum muss bei Seepferdchen-Verläufen das Underlay in allen geschichteten Körpersegmenten entfernt werden, um „Pappe“ und Nadelstress zu vermeiden?
A: Bei offenen Verlauf-Stacks Underlay komplett entfernen, weil die vorherigen Lagen bereits stützen – zusätzliches Underlay erzeugt Masse, Steifigkeit und mehr Reibung.- Jedes Körpersegment auswählen und alle Underlay-Optionen deaktivieren (Remove all).
- Weiches Shading durch mehrere offene Lagen statt durch höhere Dichte erzeugen.
- Überlappung bewusst einplanen, damit Coverage blendet, ohne „nachzudichten“.
- Erfolgskontrolle: Das Motiv bleibt flexibel (nicht wie ein Patch) und die Nadel arbeitet ohne unnötigen Widerstand.
- Wenn es trotzdem scheitert … Überlappung prüfen (zu wenig führt zu Dichte-„Reparaturen“) und sicherstellen, dass wirklich alle Segmente dem offenen Gradient-Prinzip folgen.
- Q: Wie verhindere ich bei geschichteten Hatch-Verläufen den „Gap of Doom“ zwischen Körpersegmenten beim Aussticken?
A: Zweistufig vorgehen: erst Stoffverschiebung physisch stoppen, dann bei Bedarf digital die Überlappung erhöhen.- Neu einspannen (trommelfest) und Stoff am Stickvlies mit Sprühkleber fixieren.
- Auf 600–750 SPM verlangsamen, um vibrationsbedingtes Wandern zu reduzieren.
- In Reshape Segment 1 unter Segment 2 verlängern und eine gleichmäßige Überlappung halten.
- Erfolgskontrolle: Segmentgrenzen wirken wie ein weicher Blend (wie Dachschindeln), nicht wie eine helle Trennlinie.
- Wenn es trotzdem scheitert … Stickreihenfolge im Resequence-Docker prüfen: Segment 1 muss vor Segment 2 sticken (korrekte Layer-Richtung).
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten beim Sticken offener Verläufe und beim Arbeiten mit Magnetrahmen?
A: Behandle Nadelbereich und Magnete als Quetsch-/Verletzungszonen – erst vollständigen Stopp abwarten und Finger aus dem Klemmbereich halten.- Hände während des Stickens vom Nadelstangenbereich fernhalten; bei Fadenriss erst nach komplettem Stillstand eingreifen.
- Magnetrahmen wie Industrieklemmen handhaben: niemals Finger zwischen die Rahmen-Klemmbereiche legen.
- Magnetrahmen mindestens 6 inches von Herzschrittmachern oder Insulinpumpen fernhalten.
- Erfolgskontrolle: Ein-/Ausspannen ohne Quetschungen; Fadenrisse werden nur im Stillstand behoben.
- Wenn es trotzdem scheitert … Routine verlangsamen und Handling neu einüben – die meisten Verletzungen passieren bei hektischen Korrekturen.
