Stickerei-„Pinching“ & Lücken in Floriani beheben: Manuelle Unterlage, saubere Sequenzierung und Pull Compensation (Schritt für Schritt)

· EmbroideryHoop
„Pinching“ (sichtbare Lücken zwischen Füllflächen und Konturen) ist fast immer ein Push-Pull-Problem: Die Stichrichtung schiebt den Stoff, und er hat keinen „Ausweichraum“. Diese praxisnahe Anleitung bildet den Workflow aus Floriani Digitizing Pro 3 nach: mit Slow Redraw die Problemstelle analysieren, eine manuelle Complex-Fill-Unterlage anlegen (inkl. „Hole“/Aussparung, wo nötig), den Unterlagenwinkel 90° zur Deckfüllung setzen, die Dichte deutlich öffnen, die Kante auf Square umstellen, die Unterlage in der Sequenz nach vorn ziehen (sie muss zuerst laufen), Start/Stop so setzen, dass die Unterlage nicht selbst wieder „pincht“, und zum Schluss mit absoluter Pull Compensation sowie einer stärkeren Kontur die Passung absichern.
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Inhaltsverzeichnis

Was verursacht Lücken („Pinching“) in der Stickerei? Stabilisierung & Digitalisierung in der Praxis

3D view of the blue pajama embroidery design showing the texture.
Reviewing the initial design

Das kennt jede*r aus der Praxis: Die Maschine läuft scheinbar perfekt – und am Ende sieht man eine helle, störende Lücke genau dort, wo Füllstich und Kontur eigentlich sauber aneinanderstoßen sollten. Dieses Fehlerbild wird oft als „Pinching“, „Gapping“ oder Passungsproblem (Registration Loss) beschrieben.

Die unbequeme, aber hilfreiche Wahrheit: Maschinenstickerei ist immer auch ein Kampf gegen Stoffverzug.

Ein „Pinch“ entsteht, wenn zwei Füllbereiche optisch zusammengehören, sich beim Sticken aber voneinander wegdrücken. Im Video-Beispiel (Pyjama-Motiv) schiebt die blaue Füllung den Stoff wie Teig in eine Richtung. Der nächste Abschnitt arbeitet dagegen. Weil der Stoff nicht „entspannen“ kann, baut sich eine kleine Wulst auf – und genau dadurch entsteht die sichtbare Lücke.

Wichtig für die Fehlersuche: Der Defekt ist physikalisch. Du hast nicht automatisch „die Maschine kaputt gemacht“. Die Ursache ist Stoffbewegung – aber wir können sie in der Software deutlich reduzieren, indem wir eine bessere Basis (Unterlage) konstruieren und den Stichablauf sauber führen.

Photo of the actual sew-out showing the large white gap (pinch) in the blue fill.
Identifying the sewing defect

Was du in diesem Walkthrough lernst

Wir gehen weg vom „blind Buttons klicken“ und schauen auf die Physik dahinter. Du baust die Datei so nach, wie es in der Praxis ein Profi machen würde:

  • Kraftrichtung erkennen: Mit Slow Redraw sehen, wo der Stoff „geschoben“ wird.
  • Stabilität konstruieren: Eine manuelle „Stabilitätslage“ als Complex-Fill-Objekt anlegen.
  • Innenmotive schützen: Innenformen (z. B. das Auto) per „Hole“/Aussparung ausnehmen.
  • Physik steuern: Unterlagenwinkel (Kreuzverband), Dichte und Kantentyp einstellen.
  • Sequenzierung beherrschen: Erst Fundament, dann Fassade.
  • Selbstsabotage vermeiden: Start/Stop so setzen, dass die Unterlage nicht selbst wieder „pincht“.
  • Finish: Absolute Pull Compensation und eine kräftigere Kontur als Sicherheitsreserve.

Warum automatische Unterlage oft versagt

Slow redraw simulation showing the fill stitch progressing from right to left.
Diagnosing the push direction

Der Klassiker: In der 3D-Vorschau sieht alles ordentlich aus – der Sticktest zeigt dann Lücken und schlechte Passung. Das passiert besonders häufig bei Dateien, die über „Auto-Digitizing“ oder Konvertierung entstanden sind.

Im Video werden zwei strukturelle Schwachstellen sichtbar:

  1. Mikro-Aussparungen: Automatische Konvertierungen lassen gern kleine offene Bereiche nahe der Kontur stehen, die eine Digitalisiererin normalerweise überlappen würde.
  2. Fragmentierte Objekte: Statt einer sauberen großen Füllfläche besteht die Datei aus vielen kleinen Satin-/Tatami-Objekten. In Floriani schränkt das die Unterlagen-Optionen ein: Du kannst Unterlage zwar „einschalten“, aber sie stützt dann nur die vielen Einzelteile – nicht die Fläche als Ganzes.

Profi-Kontext: Push–Pull als „Teig“-Modell

Warum passiert das sogar bei sauberem Einspannen? Stell dir den Stoff wie Brotteig vor.

  • Pull (Zug): Beim Einstich und Anziehen des Fadens wird der Stoff in Stichrichtung mitgezogen.
  • Push (Schub): Durch die Fadenmenge im Material wird der Stoff quer zur Stichrichtung weggedrückt.

Wenn du dich nur auf grundlegendes Einspannen für Stickmaschine verlässt und den Stoff „trommelfest“ spannst, erzeugst du bei empfindlichen Materialien (z. B. Pyjama-Jersey) oft schon vor dem ersten Stich Verzug. Sobald die Nadel perforiert, entspannt sich das Material – und die Passung wandert.

Warnhinweis: Sicherheit zuerst. Finger weg vom Nadelbereich und dem fahrenden Stickarm – auch bei Testläufen. Ein unerwarteter Start, ein Trim-Zyklus oder ein Nadelbruch kann schwere Verletzungen verursachen. Hände niemals in die Nähe der Nadelstange bringen, wenn die Maschine eingeschaltet und im „Drive“-Modus ist.

Schritt 1: Eine Stabilitätslage mit Complex Fill aufbauen

Selecting the component fills in Floriani software to show they are separate satin objects.
Analyzing object properties

Vorbereitung: Versteckte „Verbraucher“ & Pre-Flight-Checks

Bevor du die Datei umbaust, schließe die typischen physikalischen Variablen aus. Bei Pinch-Fixes gilt: kleine Parameteränderung – großer optischer Effekt. Deshalb sollte dein Test möglichst reproduzierbar sein.

Versteckte Checks in der Praxis:

  • Nadelzustand (Fingernagel-Test): Mit dem Fingernagel über die Spitze streichen. Spürst du ein „Haken“/Klicken, ist die Nadel beschädigt. Eine Gratkante „sägt“ am Stoff und verstärkt Schub. Tauschen.
  • Unterfadenbereich sauber: Fussel im Spulenkorb verändern die Spannung – und damit auch, wie stark der Stoff gezogen wird.
  • Material wirklich passend testen: Ein Design für dehnbaren Pyjama-Strick lässt sich nicht sinnvoll auf steifem Denim „gegenprüfen“. Die Physik ist eine andere.

Für Betriebe mit Serien (50+ Teile) ist Bedienerstreuung ein echter Kostentreiber: Person A spannt straff, Person B lockerer. Eine hoop master Einspannstation hilft, Einspannen und Positionierung zu standardisieren – damit dein Digitalisier-Fix in der Produktion auch stabil bleibt.

Checkliste (Vorbereitung)

  • Dateisicherheit: Duplikat der Originaldatei speichern (z. B. Design_v2_FIX.emb).
  • Materialgleichheit: Exakt denselben Stoff + dieselbe Vlies-Kombi wie beim Fehlstick.
  • Hardware: Frische Nadel einsetzen (Ballpoint für Maschenware, Sharp für Webware).
  • Spannungsgefühl: Am Oberfaden ziehen – gleichmäßiger Widerstand (wie Zahnseide), kein ruckelndes „Haken“.
  • Unterfaden: Spule ausreichend gefüllt für den Testlauf.

1) Fehler mit Slow Redraw diagnostizieren

Nutze „Slow Redraw“ (bzw. die Simulation) nicht nur zum Anschauen, sondern zum Analysieren. Suche die Schubrichtung. Im Video läuft die Füllung rechts-nach-links und kommt dann wieder zurück. Wo eine Bewegung in bereits gestickte Bereiche „hineinarbeitet“, entsteht leicht eine Wulst.

Adding a new discrete color (Orange) to the sequence palette for the manual underlay.
Setting up the repair layer

Checkpoint: Du kannst am Bildschirm die Stelle benennen, an der die Timeline exakt zur Lücke auf deinem Stoff passt.

2) Neue Farbe für die Reparaturlage anlegen

Der Instructor legt eine neue, separate Farbe (Orange) an.

  • Warum: Nicht nur für die Sichtbarkeit. Als eigene Farbe lässt sich das Objekt in der Sequenz sauber isolieren und gezielt nach vorn ziehen.
Digitizing a run stitch outline around the garment shape.
Creating a basting/travel run

3) Schnelle Laufstich-„Kontur“ als Trace

Mit dem Run-Tool eine schnelle Laufstichlinie um die Außenbegrenzung des Motivs setzen.

Using the Complex Fill tool to manually plot points inside the black outline.
Creating the underlay object

Praxisnutzen:

  1. Visuelle Begrenzung: Du hast eine klare „Karte“, wie weit die Unterlage gehen soll.
  2. Anheften: In der Praxis wirkt das wie ein Basting-Stich: Stoff und Vlies werden vor den dichten Stichen zusammen „angeheftet“.

Erfolgskriterium: Die Laufstich-Kontur bleibt innerhalb der geplanten Motivgrenze.

4) Complex-Fill-Unterlage digitalisieren

Wechsle zum Complex-Fill-Tool und plotte eine Form innerhalb der schwarzen Kontur. Du musst nicht millimetergenau an der Kante sitzen – das ist Unterlage, nicht die sichtbare Oberfläche.

Defining a hole in the fill object around the car graphic.
Excluding areas from stitching

Erfolgskriterium: Eine zusammenhängende Form, die den problematischen blauen Bereich abdeckt. Du ersetzt damit die „fragmentierten Kacheln“ der Auto-Konvertierung durch ein stabiles „Fundament“.

5) Aussparungen („Holes“) für Innenmotive definieren

Im Video drückt der Instructor H, um um das Auto herum eine Aussparung zu definieren.

Adjusting the stitch angle of the new fill to be perpendicular to the original stitches.
Setting stitch angle

Wichtige Logik: Legst du eine kräftige Unterlage unter ein sehr dichtes Innenmotiv, baust du unnötig Dicke auf. Das kann zu unruhiger Oberfläche und Problemen beim Durchstechen führen. Eine Aussparung hält die Fläche stabil, ohne das Innenmotiv „aufzupolstern“.

Schritt 2: Stichwinkel und Dichte korrigieren

Changing the density setting in the properties panel to make the fill lighter.
Reducing density

Jetzt wird aus der orangefarbenen Form eine echte „Stabilitätslage“.

1) Unterlagenwinkel 90° (senkrecht) zur Deckfüllung setzen

Mit dem Shape-Tool wird der Stichwinkel der Unterlage auf ca. 90° zur Deckfüllung gedreht.

Changing the edge type setting from 'Chiseled' to 'Square'.
Refining underlay edges

Warum (wie im Holzbau):

  • Läuft die Deckfüllung z. B. horizontal, zieht sie den Stoff in dieser Richtung.
  • Läuft die Unterlage ebenfalls horizontal, verstärkst du den Effekt.
  • Läuft die Unterlage senkrecht dazu, entsteht ein Kreuzverband („Sperrholz-Effekt“): Die Unterlage bremst den Zug der Decklage.

Faustregel: Deckstich 45° → Unterlage 135°. Ziel ist immer ein Kreuz.

2) Dichte deutlich reduzieren (Unterlage = „Gitter“, nicht „Wand“)

Im Video wird die Fülldichte der Unterlage stark geöffnet.

Dragging the Orange layer to the top of the sequence list.
Re-sequencing

Werte aus dem Video-Workflow:

  • Unterlagen-Zielbereich: 1,5 mm – 2,0 mm Abstand.

Checkpoint: In der Vorschau soll es wie ein offenes Gitter wirken – nicht wie eine geschlossene Fläche.

3) Kantentyp auf Square umstellen

Der Instructor stellt den Edge Type von Chiseled auf Square.

Moving the green (start) and red (stop) dots to opposite vertical ends of the design.
Optimizing stitch path

Warum: Für Unterlage ist eine definierte Kante hilfreich, damit der Randbereich der Fläche besser gestützt wird.

Praxis-Pivot: Wenn du bei weichen Artikeln (Hoodies, Pyjamas) ständig Randverzug bekämpfst, kann zusätzlich das Einspannen selbst der Auslöser sein (Rahmenabdrücke/Überdehnung). In solchen Fällen steigen viele Betriebe auf Magnetrahmen für Stickmaschine um: fester Halt ohne „Stretch-and-Screw“-Verzug klassischer Rahmen.

Schritt 3: Sequenzierung für bessere Stoffkontrolle

Setting Absolute Pull Compensation to 0.3mm.
Adding compensation

1) Unterlage zuerst laufen lassen (Fundament zuerst)

Neue Objekte landen meist am Dateiende. Ziehe in der Sequence View die orange Unterlage auf Position 1.

Sichtprüfung: In der Simulation muss das orange „Gitter“ vor allen anderen Objekten sticken.

2) Start/Stop so setzen, dass die Unterlage nicht „pflügt“

Das ist ein Profi-Detail: Im Video zeigt Slow Redraw, dass die Unterlage zunächst selbst Stoff aus der Mitte herausdrückt.

Korrektur
Start (Grün) und Stop (Rot) an gegenüberliegende Enden setzen (z. B. von unten nach oben).

Logik: Statt eine Stoffwelle vor der Nadel aufzuschieben, soll die Maschine die Stabilitätslage kontrolliert von einem „Anker“ zum anderen aufbauen.

Entscheidungsbaum: Software-Fix oder Einspann-/Vlies-Fix?

Verliere keine Stunden im Digitalisieren, wenn die Ursache mechanisch ist.

  1. Tritt das Gapping auch auf stabilem Material (Denim/Canvas) auf?
    • Ja: eher Digitalisierproblem → Schritte oben.
  2. Tritt es nur auf instabilem Material (Jersey/Piqué) auf?
    • Ja: eher Stabilisierung → Cutaway statt Tearaway; ggf. Sprühzeitkleber.
  3. Siehst du glänzende „Ringe“/Druckspuren um das Motiv?
    • Ja: Einspannen zu aggressiv, Material wird vorgedehnt und schnellt zurück.
    • Lösung: Stoff ggf. „floaten“ oder Magnetrahmen nutzen, um Druck zu reduzieren und trotzdem sicher zu halten.

Final Touches: Pull Compensation und Konturstärke

1) Absolute Pull Compensation (0,3 mm) setzen

Im Video werden 0,3 mm absolute Pull Compensation auf die Unterlage angewendet.

Absolut vs. Prozent:

  • Prozent: skaliert abhängig von der Objektgröße.
  • Absolut: addiert einen festen Wert (z. B. 0,3 mm) unabhängig von der Größe.
  • Empfehlung für Lücken-Fixes: Absolut, weil du gezielt eine Überlappung erzeugst.
    Warnung
    Nicht übertreiben. Zu hohe Werte machen Kanten „fett“ und können sichtbar aus der Kontur laufen.

2) Konturbreite erhöhen („Sicherheitsreserve“)

Zum Schluss die schwarze Kontur (Satin/Column) auswählen und die Breite auf 125% erhöhen.

Warum: Das ist kein „Kaschieren“, sondern Toleranzmanagement. Eine etwas kräftigere Kontur deckt Mikro-Lücken ab und verzeiht minimale Passungsabweichungen.

Setup (So läuft dein Teststick reproduzierbar)

Dein Fix ist nur so gut wie dein Test.

Empfohlene Testparameter:

  • Geschwindigkeit: Für den Test bewusst langsamer laufen lassen. Wenn die Maschine 1000 SPM kann, teste bei 600–700 SPM – hohe Geschwindigkeit verstärkt Stoffbewegung.
  • Vlies: Auf Maschenware für Tests Cutaway verwenden. Tearaway stützt nicht dauerhaft genug gegen Lücken.

Wenn du pro Testshirt 15 Minuten fürs Einspannen brauchst, kostet dich das direkt Geld. Eine hooping station for embroidery machine ist im Alltag Standard, um Shirt #1 und Shirt #50 mit gleicher Spannung und Position einzuspannen.

Warnhinweis: Magnet-Sicherheit. Starke Magnetrahmen sind industrielle Werkzeuge. Sie können Haut schmerzhaft einklemmen. Magnete fernhalten von Herzschrittmachern/Implantaten sowie empfindlicher Elektronik (z. B. Karten, Smartphones).

Checkliste (Setup)

  • Stoff: Gleicher Typ wie beim Fehlstick (kein Tee-Design auf Filz testen).
  • Speed: 600–700 SPM.
  • Fadenweg: Frei, keine Knoten; Konus steht stabil.
  • Einspannen: „Trommelhaut“-Gefühl: straff, aber nicht vorgedehnt.

Ablauf (Kurz-Rekap in Floriani)

  1. Diagnose: Slow Redraw → Schubrichtung finden.
  2. Ordnung: Neue Farblage für Sichtbarkeit anlegen.
  3. Trace: Run-Tool um die Begrenzung (innerhalb der Motivgrenze).
  4. Fill: Complex Fill über die Problemzone.
  5. Aussparung: Mit 'H' „Holes“ für Innenmotive (Auto) setzen.
  6. Physik: Shape-Tool → Winkel ~90° zur Deckfüllung.
  7. Struktur: Properties → Dichte auf 1,5–2,0 mm.
  8. Kante: Properties → Edge Type auf Square.
  9. Sequenz: Unterlage auf Position 1.
  10. Fluss: Shape-Tool → Start/Stop an gegenüberliegende Enden.
  11. Überlappung: Absolute Pull Comp (0,3 mm).
  12. Reserve: Konturbreite (125%).

Checkliste (Ablauf)

  • Richtung: Unterlage läuft senkrecht (Kreuzverband) zur Deckfüllung?
  • Dichte: Unterlage offen/gitterartig, nicht „zu“?
  • Reihenfolge: Unterlage stickt zuerst?
  • Stichfluss: Unterlage läuft ruhig z. B. von unten nach oben?
  • Abdeckung: Problemzone vollständig von der neuen Form gedeckt?
  • Kontur: Kontur kräftig genug als Toleranz?

Qualitätscheck (So sieht „gut“ aus)

Vor dem Start die Simulation ein letztes Mal prüfen:

  • Keine Wulstbildung: Unterlage liegt flach.
  • Keine Überstände: Unterlage ragt nicht über die schwarze Kontur.
  • Saubere Wege: Keine hektischen Sprünge links/rechts.

Wenn du das täglich im Betrieb machst, ist Konsistenz deine Währung. Viele Shops setzen auf Magnetische Einspannstation nicht nur wegen Tempo, sondern weil sie die „Operator-Muskelkraft“ aus dem Prozess nimmt – jedes Teil wird mit derselben Magnetkraft geklemmt, was Passungsprobleme durch Bedienerstreuung reduziert.

Troubleshooting

Symptom: Lücken sind noch da, aber kleiner

  • Wahrscheinliche Ursache: Pull Compensation zu gering.
  • Quick Fix: Absolute Pull Comp von 0,3 mm auf 0,4 mm erhöhen.
  • Hardware-Fix: Wasserlösliche Folie (Topping) nutzen, um Stiche oben stabil zu halten.

Symptom: Unterlage ist außerhalb der Kontur sichtbar

  • Wahrscheinliche Ursache: Pull Comp zu hoch oder Kontur zu dünn.
  • Quick Fix: Pull Comp auf 0,2 mm reduzieren ODER Unterlagen-Knotenpunkte leicht nach innen ziehen.

Symptom: „Birdnesting“ (Fadenknäuel auf der Unterseite)

  • Wahrscheinliche Ursache: Fadenanfang nicht gehalten oder Spannung „greift“ nicht.
  • Quick Fix: Immer die ersten 3–5 Stiche den Oberfaden festhalten. Prüfen, ob der Nähfuß wirklich unten ist (Spannungsscheiben greifen erst dann).

Symptom: Kontur „trifft“ nicht (Passungsverlust)

  • Wahrscheinliche Ursache: Stoff rutscht im Rahmen.
Korrektur
Innenring mit Binding Tape umwickeln (mehr Reibung) oder auf Magnetrahmen umsteigen.

Ergebnisse & sinnvolle Upgrades für den Alltag

Nach diesen Änderungen sollte deine Datei den Stoff über eine konstruktive Basis stabilisieren – statt über „brute force“.

Wenn du diese Probleme ständig hast, lohnt ein Blick auf dein Setup:

  • Einspannen inkonsistent? Eine hoopmaster-artige Vorrichtung hilft bei Ausrichtung und reproduzierbarer Spannung.
  • Rahmenabdrücke/Pinching? Magnetrahmen sind die professionelle Lösung für empfindliche Materialien.
  • Zu viel Stillstand? Wenn du dauernd manuell Fäden wechselst, hält eine Mehrnadelstickmaschine die Produktion am Laufen, während du schon den nächsten Auftrag digitalisierst.

Stickerei ist 50% Kunst, 50% Engineering – du hast gerade den Engineering-Teil sauber aufgebaut. Viel Erfolg beim nächsten Probestick!