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(Hinweis zum Top-Embed-Modul: Dieser Artikel basiert auf dem Video „End to End Quilting Start to Finish“ vom Kanal „Sewing With Maryrose“. Der Beitrag ist so geschrieben, dass er als vollständiger, eigenständiger Step-by-Step-Workflow funktioniert.)
End-to-End-Quilting mit der Stickmaschine wirkt simpel – bis du bei Einspannung Nummer 12 bist und der nächste Block minimal zu kurz endet oder ein Stück über den vorherigen drübersticht. Diese Anleitung übersetzt einen ehrlichen „Erstversuch“ in einen saubereren, wiederholbaren Prozess, damit du beim ersten Durchlauf bessere Ergebnisse bekommst (und schneller reagieren kannst, wenn es trotzdem nicht perfekt läuft).
Was du lernst
- Wie das Design in Embrilliance vorbereitet und per USB an die Maschine übertragen wird.
- Wie du ein Quilt-Sandwich mit einem Magnetrahmen einspannst – und warum dünnes Volumenvlies den Einstieg erleichtert.
- Eine praxistaugliche Routine, um ein Stippling-Kachelmotiv über die gesamte Fläche zu wiederholen (und was schiefgeht, wenn du Schablonen/Target Paper weglässt).
- Wie du bei 30+ erneuten Einspannungen das Stoffpaket kontrollierst, ohne das Sandwich zu verziehen.
- Wie das Projekt fertiggestellt wird: Zuschneiden/Ausrichten und Binding.
Einstieg ins End-to-End-Quilting
End-to-End-Quilting (im Gespräch oft auch „Edge-to-Edge“ genannt) bedeutet im Kern: Du kachelst denselben Quilt-Block wiederholt über dein Quilt-Sandwich. Im Video nutzt die Creatorin ein Designs By Juju End-to-End-Quilting-Stippling-Muster, stickt es über eine kleine Babydecke und beendet das Projekt anschließend mit Zuschneiden und Binding.
Ein wichtiges Detail aus dem Projekt: Die Kachel ist 6 inch x 6 inch groß. Das ist gut handhabbar – bedeutet aber viele Wiederholungen. Sie erwähnt, dass sie für die Babydecke über 30 Einspannungen gebraucht hat.

Benötigte Tools und Dateien
Aus dem gezeigten Workflow solltest du Folgendes vorab bereitlegen:
- Stickmaschine (im Video ist eine Janome-Mehrnadelstickmaschine zu sehen).
- Sticksoftware: Embrilliance.
- USB-Stick zum Übertragen der Datei.
- Quilt-Datei(en): End-to-End-Quilting-Block/Blöcke und optional eine Namensdatei.
- Quilt-Sandwich (Top, Vlies, Rückseite) zusammengesteckt.
- Magnetrahmen (im Video wird ein Snap Hoop Magnetrahmen verwendet).
- Mess-/Markierwerkzeuge aus dem Video: Omnigrip-Lineal, Dritz Nählehre (Sewing Gauge), Cricut Pen.
- Clips zum Fixieren des Bindings.
- Rollschneider und eine normale Nähmaschine fürs Binding.
Aus den Kommentaren: Eine Zuschauerin fragte explizit, ob das Einspannen von drei Lagen schwierig sei. Die Creatorin antwortet, dass es nicht schwer war – sie hat dafür bewusst ein sehr dünnes Vlies verwendet.
Quilt-Sandwich vorbereiten
Der Ansatz im Video ist geradlinig: Rückseite, Vlies und Oberstoff schichten, die Lagen zusammenstecken und dann das Sandwich einspannen und sticken.
Für End-to-End-Quilting zählt aber nicht nur „Sandwich ist vorhanden“, sondern dass es über viele Handgriffe stabil bleibt. Wenn sich die Lagen beim erneuten Einspannen gegeneinander verschieben, wird die Passgenauigkeit sichtbar schlechter – selbst wenn du sorgfältig positionierst.
Praxis-Tipp: Plane rundum großzügig Stoffzugabe ein. Im Video betont sie, dass später ohnehin etwas weggeschnitten wird – und weil sie wollte, dass das Quilting bis zum Rand reicht, hat sie „lieber etwas mehr“ gequiltet und danach zugeschnitten.
Design in Embrilliance einrichten
Die Creatorin öffnet das Quilting-Design in Embrilliance und speichert es anschließend auf einen USB-Stick für die Maschine.

Ein sinnvoller Checkpoint an dieser Stelle: Dateibereitschaft. Du willst sicher sein, dass die Datei im richtigen Format vorliegt, bevor du überhaupt am Quilt-Sandwich arbeitest.
Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Die Quilt-Block-Datei liegt auf dem USB-Stick und wird an der Maschine als auswählbares Motiv angezeigt.
Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks
Das sind die „stillen“ Details, die in Videos oft vorausgesetzt werden, aber die Wiederholbarkeit massiv beeinflussen:
- Oberfaden + Unterfaden (allgemein): Bei Quilting-Füllungen wie Stippling bevorzugen viele Sticker:innen einen Unterfaden, der konstant läuft und nicht unnötig aufträgt. Wenn du über mehrere Blöcke hinweg deutliche Spannungsunterschiede siehst, prüfe zuerst, ob die Unterfadenspule gleichmäßig gewickelt ist und korrekt eingesetzt wurde (gemäß Maschinenhandbuch).
- Nadelwahl (allgemein): Durch ein Sandwich zu sticken erzeugt mehr Reibung und Fussel. Bei Fehlstichen oder Fadenfransen ist eine frische Nadel oft der schnellste Test. Nadeltyp/Spitze passend zu Stoff und Garn wählen und mit dem Handbuch abgleichen.
- Stickvlies/Topping vs. Quilt-Sandwich (allgemein): Beim End-to-End-Quilting ist das Sandwich selbst die „Stabilisierung“. Ein Topping kann trotzdem sinnvoll sein, wenn die Oberfläche sehr flauschig/strukturiert ist und du eine klarere Stichdefinition möchtest.
- Kleinteile & Pflege (allgemein): Schere/Fadenschneider, ein sicheres Tool zum Greifen von Fäden und eine Fusselbürste bereitlegen. Quilting produziert Fussel; regelmäßiges Reinigen im Greifer-/Spulenbereich hilft gegen unruhiges Stichbild.
Vorbereitungs-Checkliste (vor dem Einspannen):
- Quilt-Block-Datei ist in der Software geöffnet und auf USB gespeichert.
- Quilt-Sandwich ist geschichtet und so gesteckt, dass die Lagen beim Handling nicht „kriechen“.
- Rundum ist genügend Zugabe fürs spätere Zuschneiden eingeplant.
- Mess-/Markierwerkzeuge liegen griffbereit für Passer-Checks.
Vorteile eines Magnetrahmens
Ein dickes Quilt-Sandwich kann in einem Standardrahmen unhandlich sein. Im Video nutzt die Creatorin einen Magnetrahmen und sagt, dass das Einspannen der drei Lagen nicht schwer war – insbesondere, weil sie ein dünnes Vlies gewählt hat.
Der Vorteil ist in diesem Workflow weniger „Perfektion“, sondern Wiederholbarkeit: Du spannst sehr oft neu ein. Alles, was das Handling vereinfacht, hilft dir, konstanter zu arbeiten.
An passender Stelle suchen viele Sticker:innen nach magnetic embroidery hoop-Optionen, weil sie schneller neu einspannen möchten und weniger Verzug bei voluminösen Lagen riskieren wollen.

Warnung: Finger beim Schließen eines Magnetrahmens und beim Einsetzen/Ankoppeln an die Maschine unbedingt aus dem Bereich halten – Quetschstellen können Haut und Stoff sehr schnell einklemmen.
Warum Magnetrahmen bei dicken Materialien helfen können
Im Kontext des Videos klemmt der Magnetrahmen das Quilt-Sandwich sicher, ohne das typische „Ringdruck“-Gefühl mancher Standardrahmen. Das kann hilfreich sein, wenn du das Sandwich immer wieder weitertransportierst und neu einspannst.
Herausforderungen: Standardrahmen vs. Magnetrahmen
Das größte Problem im Video ist nicht der Rahmentyp, sondern die Passgenauigkeit. Aber: Wenn du beim Einspannen das Sandwich verziehst, wird dein Referenzpunkt für den nächsten Block unzuverlässiger – und das verstärkt Lücken/Überlappungen.
Einspannen an Mehrnadelstickmaschinen
Die Creatorin setzt den Rahmen an die Maschine, stickt den Block, nimmt den Rahmen ab, transportiert den Stoff weiter, spannt neu ein – und wiederholt das.
Wenn du auf einer janome embroidery machine wie im Video arbeitest, ist der wichtigste Praxispunkt: Workflow-Konstanz. Gleiche Ausrichtung, gleiche Transport-Richtung, und jedes Mal dieselbe Methode, wie du den nächsten Startpunkt beurteilst.
Passer-Probleme reduzieren (Lücken & Überlappungen)
Das ist der Kern des Videos: Lücken und Überlappungen entstehen, weil die Creatorin manuell ausgerichtet hat und das empfohlene Target Paper/Schablonen nicht verwendet hat.

Sie zeigt Stellen, an denen der neue Block den vorherigen nicht erreicht. An einer Stelle schätzt sie die Abweichung auf etwa einen halben Inch. Außerdem zeigt sie Bereiche, in denen der neue Block über den vorherigen drübergestickt hat.
Warum Lücken entstehen
Aus dem Gezeigten und Gesagten: Lücken entstehen, wenn der Startpunkt des neuen Blocks nicht exakt dort liegt, wo der vorherige Block endet. Bei vielen Wiederholungen summieren sich kleine Fehler.

Warum Target Paper/Schablonen so wichtig sind
Im Video wird Target Paper ausdrücklich empfohlen. Die Creatorin sagt, dass sie es bei diesem Durchlauf nicht genutzt hat – und verknüpft das direkt mit den Passer-Problemen. Sie sagt sinngemäß sogar: „Holt euch das Target Paper“, und erwähnt, dass es bereits unterwegs sei.
Aus dem Kommentar-Thread: Sie bestätigt später, dass sie Target Paper tatsächlich besorgt hat und es in einem zukünftigen Projekt testen will (kleiner als eine Decke).
Viele, die nach multi hooping machine embroidery suchen, meinen im Kern genau das: den nächsten Block platzieren, ohne zu raten.

Wie eine Einspannstation Platzierfehler reduzieren kann
Das Video zeigt keine Einspannstation – aber es zeigt sehr klar den Schmerzpunkt, den eine Station adressiert: wiederholte, manuelle Platzierentscheidungen.
Wenn du 30+ Einspannungen machst und der Großteil der Zeit in „den nächsten Startpunkt treffen“ fließt, ist das der Moment, in dem viele Sticker:innen über eine hooping station for machine embroidery als Upgrade nachdenken – weil sich Platzierungsschritte damit oft konstanter wiederholen lassen.
Warnung: Magnete können mit Kraft zusammenschlagen. Magnetrahmen zum Trennen seitlich auseinander schieben (nicht gerade nach oben ziehen), von Elektronik und magnetischen Datenträgern fernhalten und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Das Design sticken
Die Stick-Reihenfolge im Video: zuerst einen Namen sticken, danach die Stippling-Blöcke über die Fläche – mit vielen erneuten Einspannungen.
Stippling-Muster ausführen
Nach dem Einspannen stickt die Creatorin zuerst den Namen „Ruby“ und startet danach mit den End-to-End-Quilting-Blöcken.

Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Der Name wird sauber gestickt und sitzt dort, wo du ihn haben willst – bevor du dich auf das Quilting der gesamten Fläche festlegst.

Stoffvolumen sicher führen
Im Video wird als Sicherheitsaspekt genannt, überschüssigen Stoff so zu managen, dass er nicht in den Stickbereich gerät. Bei Quilts kann das Gewicht ziehen, schleifen oder sich stauen, wenn es nicht abgestützt ist.
Praxis-Tipp: Lege den Quilt so, dass sein Gewicht auf dem Tisch getragen wird und nicht am Rahmen „hängt“. Schon kleine Zugkräfte können verändern, wie das Sandwich im Rahmen liegt.
Workflow für 30+ Blöcke (erneut einspannen)
Der Ablauf der Creatorin: Block sticken, Rahmen abnehmen, Stoff weitertransportieren, neu einspannen – und das über 30 Mal.
Aus den Kommentaren: Eine Zuschauerin fragte, ob es schwierig war, das Ende an den neuen Anfang anzulegen. Die Creatorin bestätigt, dass „den Rahmen zu schieben“ zum Ausrichten zu schwierig und sehr zeitaufwendig war.
Wenn du einen snap hoop monster-artigen Magnetrahmen wie im Video nutzt, behandle jede erneute Einspannung wie ein Mini-Setup – mit denselben Checks jedes Mal.


Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Bevor du den nächsten Block startest, passt der Nadel-Startpunkt optisch so gut wie möglich an das Ende des vorherigen Blocks. Nach dem Sticken sollte der neue Block ohne sichtbare Lücke anschließen und ohne deutlich „dicke“ Überlappungslinie enden.
Warnung: Hände während des Stickens aus dem Nadelbereich fernhalten und Fadenenden mit Tools (nicht mit den Fingern) sichern/entfernen. Rollschneider und Scheren zwischen den Einspannungen sicher ablegen.
Ablauf-/Schritt-Checkliste (für jeden Block wiederholen):
- Quiltvolumen ist abgestützt, damit nichts am Rahmen zieht.
- Rahmen ist vollständig eingesetzt/angekoppelt, bevor du startest.
- Startpunkt ist so exakt wie möglich am Endpunkt des vorherigen Blocks ausgerichtet.
- Nach dem Sticken die Stoßkante prüfen, bevor du weitertransportierst.
Finish: Zuschneiden & Binding
Sobald das Quilting fertig ist, geht das Video in Zuschneiden/Ausrichten und Binding über.
Kanten zuschneiden und ausrichten
Die Creatorin misst und markiert die Kanten und schneidet überschüssiges Vlies und Stoff zurück. Sie nutzt Lineal und Markierwerkzeug, um sauber zu begradigen.

Kurzcheck (Soll-Ergebnis): Ecken wirken rechtwinklig und die Kanten sind gleichmäßig, bevor das Binding angenäht wird.
Binding herstellen und annähen
Im Video wird das Binding an einer normalen Nähmaschine angenäht; außerdem sieht man Clips, die das Binding vor dem finalen Nähen fixieren.


Aus den Kommentaren (sinngemäß): Auch wenn die Passer-Stellen aus der Nähe nicht perfekt sind, kann das Gesamtbild trotzdem sehr schön wirken – besonders aus normaler Betrachtungsdistanz. Das hilft bei der Entscheidung, ob man auftrennt oder sauber fertigstellt.
Endkontrolle
Die Creatorin sagt, dass es „von weiter weg“ wirklich schön aussieht, und dass sie beim ersten Versuch viel gelernt hat.

Lessons Learned
Die wichtigste Lektion aus dem Video ist klar: Target Paper/Schablonen für die Ausrichtung verwenden. Die Creatorin führt Lücken/Überlappungen direkt darauf zurück, dass sie diesen Schritt ausgelassen hat, und sie plant einen erneuten Test mit Target Paper an einem kleineren Projekt.
Wenn du diese Technik häufiger einsetzen willst, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Workflow-Tools. Manche, die sehr oft neu einspannen, suchen nach magnetic hooping station-Lösungen, um die „Rate-Minuten“ pro Block zu reduzieren.
Entscheidungsbaum (Upgrade nach deinem Hauptproblem)
- Wenn dein Quilt-Sandwich schwer gleichmäßig zu klemmen ist → Magnetrahmen-Ansatz prüfen; wenn du schon einen nutzt, als Nächstes Ausricht-Hilfen priorisieren.
- Wenn die Übergänge Lücken/Überlappungen zeigen und du „nach Augenmaß“ platzierst → Target Paper/Schablonen einsetzen, bevor du an anderer Stelle optimierst.
- Wenn du ausrichten kannst, es aber über viele Wiederholungen extrem langsam ist → station-basierter Positionier-Workflow kann helfen.
- Wenn du regelmäßig Quilts oder quiltartige Panels produzierst und mehr Durchsatz brauchst → eine Mehrnadelstickmaschine kann zu deinem Produktionsstil passen; SEWTECH Mehrnadelstickmaschinen sind eine mögliche Richtung, wenn Volumen und Wiederholbarkeit zur Priorität werden.
Wenn du Zubehör vergleichst, tauchen in Diskussionen Begriffe wie dime snap hoop und hooping stations auf. Behandle sie als Kategorien von Workflow-Tools und entscheide danach, welchen Fehler du eliminieren willst (Klemmen/Handling vs. Platzierungs-Wiederholbarkeit).
Ergebnis & Übergabe
Das fertige Projekt im Video ist eine Babydecke mit gesticktem Namen und einer flächigen Stippling-Textur, anschließend begradigt und mit Binding eingefasst. Fürs Verschenken oder die Übergabe lohnt sich eine Endkontrolle aus zwei Distanzen:
- Aus der Nähe: Prüfe Stellen, an denen Fadenenden, starke Überlappungen oder Lücken hängen bleiben könnten.
- Aus ein paar Metern Abstand: Prüfe, ob die Gesamttextur gleichmäßig und „absichtlich“ wirkt – hier spielt Stippling seine Stärke aus.
Wenn dich einzelne Übergänge stören: Ihre Workaround-Idee war Free-Motion-Quilting, um Unsauberkeiten zu kaschieren. Das ist eine praktikable Rettungsoption, wenn du eine nutzbare, fertige Decke willst, ohne Dutzende Blöcke neu zu machen.
Setup-Checkliste (für dein nächstes Projekt):
- Target Paper/Schablonen sind bereit, wenn das Design sie empfiehlt.
- Mess-/Markierwerkzeuge sind für schnelle Passer-Checks vorbereitet.
- Layout/Zugaben sind so geplant, dass du nach dem Zuschneiden nicht „zu knapp“ wirst.
- Du hast einen realistischen Plan, wie viele Einspannungen das Projekt braucht.
