Embrilliance auf dem Mac: Einsteiger-Setup + dein erstes gebogenes Lettering-Design (mit praxisnahen Stick-Tipps)

· EmbroideryHoop
Dieser praxisorientierte Leitfaden führt Mac-Nutzer durch ein sauberes Erst-Setup von Embrilliance (Lizenzierung, Einstellungen, Einheiten, Raster, Bildschirmkalibrierung, Ghost Mode und Auto Save) und zeigt anschließend einen einfachen Lettering-Workflow: Text anlegen, Schrift wählen, Abstände anpassen, Text per Radius-Regler biegen und realistische Garnfarben über die Madeira-Farbkarte zuweisen. Dazu bekommst du produktionsnahe Checkpoints, typische Anfänger-Fixes und eine „Stichprobe-zuerst“-Denke, damit das, was du am Bildschirm siehst, später auf dem Stoff zuverlässig funktioniert.
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Inhaltsverzeichnis

Einführung: Native Sticksoftware auf dem Mac

Wenn du gerade wie wild nach Digitalisierungs-Tools recherchierst, kennst du vermutlich diese „OS-Müdigkeit“: „Mac-kompatible“ Software, die am Ende doch nur über einen hakeligen Windows-Umweg läuft. Du willst ein Programm, das sich wie ein echtes Mac-Programm anfühlt – ohne Reibungsverluste.

Auf Basis eines einsteigerfreundlichen „Unboxing“ von Embrilliance gehen wir hier durch die native Mac-Erfahrung: Was du beim ersten Start siehst, wie du korrekt aktivierst – und vor allem, wie du die Lücke zwischen digitalem Entwurf und realem Stickbild schließt.

Am Ende dieses Whitepaper-artigen Guides kannst du:

  • Embrilliance sauber aktivieren (ohne „Ich habe bezahlt, aber es ist immer noch Demo“-Panik).
  • deine Bildschirm-Realität kalibrieren, damit Bildschirmmaß und Stickrahmenmaß wirklich 1:1 zusammenpassen.
  • die „Physik“ von Lettering verstehen, damit gebogener Text fließt statt gegen den Stoff zu arbeiten.
  • eine „Stichprobe-zuerst“-Denke etablieren, weil Software nur die halbe Miete ist.

Ein wichtiger Praxis-Hinweis: Viele entscheiden sich für Embrilliance, weil sie technische Reibung vermeiden wollen. Diese Philosophie ziehen wir auch in den physischen Workflow weiter. Wenn du Rahmenspuren, Passungsprobleme oder Stress mit dicken Kleidungsstücken kennst, streifen wir auch, wie moderne Tools (z. B. Magnetrahmen) die Effizienz deiner Software in der Produktion sinnvoll ergänzen können.

Title card showing 'Introducing EMBRILLIANCE EMBROIDERY SOFTWARE' in a speech bubble graphic.
Intro

Orientierung in der Embrilliance-Oberfläche

Beim ersten Öffnen wirkt die Oberfläche fast zu simpel – und genau da „frieren“ viele Einsteiger ein. Zerlegen wir es in ein leicht merkbares Bild:

  • Arbeitsfläche/Canvas (Mitte): deine Bühne. Hier siehst du das Design.
  • Objektliste (rechts oben): deine Besetzungsliste. Jeder Buchstabe und jedes Element steht hier als eigenes Objekt.
  • Eigenschaften/Property Box (rechts unten): Regie & Garderobe. Hier steuerst du das Objekt: Schrift, Größe, Bogen, Farbe usw.

Goldene Regel: Wenn du auf der Arbeitsfläche klickst und „nichts passiert“, stopp kurz und schau nach rechts. In Embrilliance sitzt die Steuerung fast immer in der Property Box.

Full view of the Embrilliance software interface on a Mac desktop, showing the blank grid and toolbars.
Interface Overview

Lizenzierung & Aktivierung (einmal richtig, dann Ruhe)

Die Aktivierung ist die erste Hürde. Halte dich an diese Reihenfolge:

  1. Öffne das Help-Menü.
  2. Trage deine Seriennummern exakt ein.
  3. Starte die Software neu.

Warum der Neustart wichtig ist: Stell dir die Seriennummer als Schlüssel vor – und den Neustart als „Zündung“. Ohne Zündung wird der Schlüssel nicht „übernommen“.

Pro-Tipp: Lege dir eine sichere Notiz mit Seriennummern und Modulnamen an. Dein Zukunfts-Ich (beim Umzug auf einen neuen Mac) wird dir danken.

Schnelle Navigation: die Tools, die du wirklich nutzt

Du siehst Kompass-/Navigations-Tools und Zoom-Regler. Ignoriere sie nicht. In der Stickerei gilt: Details sind Risiko. Du musst reinzoomen, um Überlappungen zu erkennen (Nadelbruch-/Fadenriss-Risiko), und rauszoomen, um Proportionen und Balance zu prüfen.

Close up of the Zoom slider and compass tool in the upper right corner.
Navigation tools explanation

Ansicht umschalten: Workspace „lesbar“ halten

Im Video wird gezeigt, wie du über das View-Menü Panels wie Objektansicht/Statusleiste ein- und ausblendest. Gerade Anfänger blenden sich per Shortcut aus Versehen die Properties weg und denken dann, das Programm sei „kaputt“.

Merksatz: Wenn etwas verschwindet, ist es nicht gelöscht – es ist nur „hinter der Bühne“. Im View-Menü holst du es zurück.

Wichtige Einstellungen: Einheiten & Bildschirmkalibrierung

Hier trennt sich Hobby von „produktionsfähig“. Du legst die „Naturgesetze“ deiner Design-Welt fest.

Im Video geht es zu Embrilliance > Preferences.

Preferences window open showing Grid settings with options for Lines or Dots.
Setting Preferences

1) Maßeinheiten: Inches vs. Metric

Im Video wird Inches gewählt. Wichtig ist: Entscheide bewusst – je nachdem, wie du in der Praxis arbeitest.

  • Inches, wenn du in typischen Bekleidungsmaßen denkst (z. B. „Logo 4 inch breit“).
  • Millimeter, wenn du stark maschinen- und rahmenorientiert arbeitest. Viele Mehrnadelstickmaschinen und Stickrahmen sind im metrischen System „zu Hause“.

Empfehlung: Wenn du als Einsteiger mit Zollmaß arbeitest, bleib erst bei Inches – aber behalte im Hinterkopf, dass Maschinen-/Rahmenangaben oft metrisch sind.

2) Raster: Linien vs. Punkte

Die Host wählt Lines.

Warum das zählt: Stickerei ist Geometrie. Ein Raster hilft dir sofort zu sehen, ob etwas schief sitzt, ob ein Bogen „kippt“ oder ob ein Name optisch aus der Mitte läuft.

Calibration screen in preferences where a slider is adjusted to match a physical measurement.
Screen Calibration

3) Bildschirmkalibrierung: „2 inches müssen 2 inches sein“

Das ist die wichtigste „Sicherheits“-Einstellung – und wird von vielen Einsteigern übersprungen.

  • Du hältst ein echtes Lineal an den Bildschirm.
  • Du schiebst den Regler, bis die digitale Linie exakt zum Lineal passt.

Warum: Dein Gehirn vertraut deinen Augen. Wenn etwas am Bildschirm groß wirkt, in Wirklichkeit aber klein ist, triffst du falsche Entscheidungen zu Detailgrad und Dichte. Kalibrierung reduziert diese Fehlwahrnehmung – du erkennst kritische Kleinschrift früher, bevor du Material und Zeit verbrennst.

Preferences window pointing out the 'Ghost Mode' checkbox.
Enabling Ghost Mode

4) Ghost Mode: Auswahl klar sichtbar machen

Mit Ghost Mode On werden alle anderen Elemente ausgegraut – nur das aktuell bearbeitete Objekt bleibt „im Fokus“.

Praxisnutzen: Gerade bei mehreren Ebenen/Objekten reduziert das visuelles Chaos und verhindert, dass du am falschen Objekt Einstellungen änderst.

File options in preferences showing Auto Save frequency settings.
Setting Auto Save

5) Auto Save: einstellen, bevor du „mutig“ wirst

Im Video wird Auto Save auf 10 Minuten gesetzt.

Praxis-Hinweis: Auto Save ersetzt keine Versionslogik. Speichere manuell bei Meilensteinen (z. B. Logo_Bogen_fix_v2.BE). Auto Save schützt vor Abstürzen – Versionen schützen vor schlechten Entscheidungen.

The 'Letters' property tab is active, showing the text input field containing 'ABC'.
Text Entry

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks (ja, auch bei „nur Software“)

Digitalisieren ist kein Videospiel: Alles, was du am Bildschirm entscheidest, kostet später Garn, Stickvlies und im Zweifel ein Kleidungsstück.

„Versteckte“ Basics für Einsteiger:

  • Temporärer Sprühkleber: zum „Floating“/Fixieren, wenn Einspannen schwierig ist.
  • Wasserlösliche Folie (Topping): für Frottee/Fleece, damit Stiche nicht einsinken.
  • Isopropylalkohol: um Kleberreste an Nadel/Umgebung zu entfernen.
  • Notizen/Referenz: z. B. Garnnummern, Test-Ergebnisse, was auf welchem Material funktioniert hat.

Und hier gehört auch Einspannen dazu: Du kannst am Bildschirm den perfekten Bogen bauen – wenn du den Stoff beim Einspannen verziehst, kommt nach dem Ausspannen Kräuselung. Wenn du oft Rahmenspuren (weiße Ringe) auf dunklen Shirts hast oder dicke Teile schwer in den Rahmen bekommst, denken Profis früh über Einspannen für Stickmaschine-Hilfen bzw. Spezialrahmen nach, um diese mechanische Variable zu stabilisieren.

Checkliste (Software-Fokus)

  • Seriennummern aktiv: Software neu gestartet und lizenziert.
  • Einheiten klar: Inches oder Metric – du weißt, „in welcher Sprache“ du misst.
  • Raster aktiv: visuelle Referenzlinien vorhanden.
  • Kalibrierung bestätigt: mit Lineal am Bildschirm geprüft.
  • Ghost Mode: aktiv für bessere Übersicht.
  • Sicherheitsnetz: Auto Save auf 10–15 Minuten.
  • Ordnerstruktur: getrennt nach „Working Files“ und „Stitch Files“.

Dein erstes Text-Design erstellen

Lettering ist das tägliche Brot – und gleichzeitig einer der häufigsten Qualitäts-Killer.

Im Video nutzt die Host das Lettering Tool (das „A“-Icon), tippt Text und klickt Set.

The text 'OML Embroidery' appears on the canvas in a block font.
Text Generation

Schritt für Schritt: Lettering erzeugen, das sich sauber bearbeiten lässt

  1. Lettering Tool anklicken.
  2. In der Property Box Text eingeben (z. B. „OML Embroidery“).
  3. Set klicken.

Schnellcheck: Die Stiche sollten sofort generiert werden. Wenn es zunächst „dünn“ wirkt: ruhig bleiben – du bist noch mitten im Aufbau (und wechselst ggf. gleich zu Schrift/Parametern/Farbe).

Der Klassiker: „Ich kann meinen Text nicht bearbeiten“ (und die Lösung)

Das ist eine typische Einsteiger-Schleife.

  • Symptom: Du klickst den Text, aber das Eingabefeld ist weg – du siehst nur Farbfelder.
  • Ursache: Du bist im Color Tab, nicht im Letters Tab.
Korrektur
Oben in der Property Box auf das kleine „ABC“/Letters-Symbol wechseln.
Font selection dropdown menu open showing a list of available fonts.
Choosing path

Schriftwahl und Abstandsregler

Im Video wird eine Schrift ausgewählt und der Abstand angepasst.

Praxisregel zu Abständen: Stickerei baut Volumen auf. Was am Bildschirm „gerade so“ nicht berührt, kann auf Stoff schnell zusammenlaufen.

  • Aktion: Mit Kerning bewusst Luft zwischen Buchstaben schaffen.
  • Praxis-Check: Wenn es am Bildschirm „perfekt“ wirkt, gib minimal mehr Abstand – das reduziert Fadenstau und Löcher.

Text biegen und Garnfarben zuweisen

Gebogener Text (z. B. für Brustlogos) wirkt professionell – bringt aber zusätzliche Zugrichtungen ins Material.

The text on the canvas is now curved into an arc.
Applying Text Path

Text biegen mit Text-Path-Controls

  1. Text auswählen und in der Property Box die Text Path-Icons suchen.
  2. Arc auswählen.
  3. Mit dem Radius Slider die Krümmung einstellen.
Adjusting the 'Radius' slider in the lettering properties to change the curve of the text.
Adjusting Curve
The 'Thread' selection window opens, displaying the Madeira thread chart.
Selecting Thread Color

Checkpoints für gebogenes Lettering („Anti-Kräusel“-Protokoll)

Beim Biegen verlangst du dem Material multidirektionale Stabilität ab.

  • Symmetrie-Check: Wirkt der Bogen links/rechts gleich? Nutze Rasterlinien als Referenz.
  • „Trampolin-Effekt“: Auf dehnbaren Shirts kann der Bereich innerhalb des Bogens „hochstehen“/blasen.
    • Lösung Level 1: Passendes Stickvlies (bei Maschenware typischerweise Cutaway) und ggf. „Floating“.
    • Lösung Level 2: Genau hier spielen Magnetrahmen für Stickmaschine ihre Stärke aus: Sie halten ohne aggressives Überdehnen und reduzieren Spannungsstress – das hilft, Bogenverzug zu minimieren.

Warnung: Nadelsicherheit. Denke beim Design immer an die Realität: Das Motiv muss im Stickrahmen zentriert bleiben. Wenn die Nadel bei hoher Geschwindigkeit den Rahmen trifft (Plastik oder Magnetrahmen), drohen Nadelbruch und herumfliegende Splitter. Vor dem Sticken immer die „Trace“-Funktion an der Maschine laufen lassen.

Garnfarben über eine Marken-Farbkarte ändern (Madeira-Demo)

  1. In der Property Box auf den Color-Tab.
  2. Im Katalog Madeira (oder deine Marke) auswählen.
  3. Farbe zuweisen.

Reality Check: Bildschirmfarbe ist RGB-Licht, Garn ist Polyester/Rayon. Das matcht nie 100%. Verlass dich auf Garnnummern, nicht auf Pixel.

Selecting a specific purple color from the list sorted by color family.
Picking Color
Final result showing the curved 'OML Embroidery' text in the new purple color.
Reviewing Design

Praxisfragen aus den Kommentaren (kurz und hilfreich)

„Du hast den Preis nicht erwähnt…“ Im Video wird kein Preis genannt. Am sinnvollsten ist es, die aktuellen Preise direkt auf der Embrilliance-Website zu prüfen und sie gegen deinen Nutzen zu rechnen (Zeitersparnis, weniger Reibung durch native Mac-Nutzung).

„Welche Version kann als SVG speichern (für Cricut/Applikationen)?“ Im Kommentar wird genau das gefragt; im Video selbst wird keine konkrete Modul-/Versionsliste für SVG genannt. Als Faustregel gilt: Prüfe in der Modulbeschreibung, ob „Cutter Files/SVG“ explizit unterstützt werden, bevor du kaufst.

„Was bedeutet ‚design page has been sorted and not reduced‘?“ Laut Antwort im Kommentar bedeutet es: Die Software hat farblich sortiert, aber keine Farben zusammengeführt/„reduziert“. Das ist eine Statusmeldung, kein Fehler.

„Welche Embrilliance-Version nutzt du?“ Im Video wird gezeigt, dass es Module/Level gibt und auch eine Demo existiert, aber die genaue Produktvariante wird nicht eindeutig als Name/Bundle festgenagelt. Wenn du nachkaufen willst: erst klären, welche Funktionen du brauchst (Lettering, Dateiverwaltung, ggf. Cutter-Export), dann das passende Modul wählen.

Checkliste (bereit für Export)

  • Text erzeugt: „Set“ geklickt.
  • Edit-Modus verstanden: Wechsel zwischen „Color“ und „Letters“ klappt.
  • Luft eingeplant: Kerning etwas weiter als „optisch knapp“.
  • Bogen sauber: Radius stimmig; Motiv bleibt innerhalb der Rahmenfläche.
  • Farben korrekt: Garnnummern passen zu deinen realen Spulen.
  • Sichtprüfung: Reingezoomt, um Überlappungen zu erkennen.

Primer

Wir haben die Software abgedeckt – jetzt der Blick auf die „Erfahrungswissenschaft“ der Stickerei: Eine perfekte Datei kann schlecht aussehen, wenn die physische Anwendung nicht stimmt.

Die Software liefert die Karte – Vorbereitung, Einspannen, Stickvlies und Maschinenhandling bestimmen die Reise. Wenn dein sauber digitalisiertes Lettering auf einem Polo wellig oder eingesunken wirkt, liegt es oft nicht an Embrilliance, sondern an der Stabilisierungskette.

Prep

Diese Phase wird am häufigsten übersprungen – und produziert die meisten Fehlschläge.

Entscheidungsbaum: Stickvlies- & Einspann-Strategie

Nutze diese Logik, bevor du exportierst.

Schritt 1: Elastizität des Materials

  • Dehnbar? (T-Shirt, Polo, Performance)
    • Direktregel: CUTAWAY-Stickvlies ist Pflicht. Tear-away führt häufig zu Lücken/gebrochenen Stichen.
  • Stabil? (Denim, Canvas, Handtuch)
    • Option: Tear-away ist oft ausreichend.

Schritt 2: Oberfläche/Flor

  • Flauschig? (Fleece, Samt, Frottee)
    • Direktregel: Wasserlösliches Topping nutzen, damit Lettering nicht im Flor versinkt.

Schritt 3: Einspannbarkeit

  • Dick/sperrig? (dicke Hoodies/Jacken)
    • Pain Point: In Standardrahmen braucht es viel Kraft, und Teile können im Sticklauf „rausspringen“.
    • Produktionslösung: Viele Profis wechseln bei solchen Teilen auf Magnetrahmen-Systeme, weil die Magnetkraft sich an die Materialdicke anpasst und du weniger Spannungsstress/Rahmenspuren erzeugst.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Vorab-Checks

  • Nadeln: 75/11 Ballpoint für Maschenware; 75/11 Sharp für Webware.
  • Unterfaden: Ist die Unterfadenspule voll? Jetzt prüfen.
  • Öl: Wenn die Maschine mehrere Stunden lief: ein Tropfen an der Greiferbahn (Handbuch beachten).

Prep-Checkliste

  • Material eingeschätzt: dehnbar vs. stabil.
  • Stickvlies gewählt: Cutaway vs. Tear-away.
  • Topping entschieden: flauschig = Topping.
  • Nadel geprüft: Spitze beschädigt? (Fingernageltest; wenn sie „kratzt“, wechseln).
  • Rahmen gewählt: kleinster Stickrahmen, der das Motiv sauber fasst (weniger Bewegung = bessere Qualität).

Setup

Setup schafft den Sicherheitskorridor für deine Maschine.

Software-Setup-Checkpoints (Kurzrecap)

  • Seriennummern: eingetragen.
  • Kalibrierung: 1:1.
  • Auto Save: an.

Produktions-Setup-Checkpoints (Sicherheitszone)

Beim Übertragen an die Maschine: den Stickweg physisch absichern.

  • Trace/Trial: Trace-Funktion an der Maschine laufen lassen.
  • Freigang: Rahmenarme stoßen nirgends an (Tischkante/Wand/Clutter).
  • Magnet-Sicherheit: Wenn du mit Effizienz-Tools arbeitest, beachte:

Warnung: Magnetrahmen-Sicherheit. Gewerbliche Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete.
1. Quetschgefahr: Finger aus der Klemmzone – sie schnappen schnell zu.
2. Medizin: Abstand zu Herzschrittmachern.
3. Lagerung: Mit Trenn-/Schaumteilen getrennt lagern, damit sie nicht „verriegeln“.

Setup-Checkliste

  • Design geladen: Orientierung stimmt.
  • Trace erledigt: Nadel hat überall Freigang.
  • Fadenweg: Oberfaden sitzt in den Spannungsscheiben (Zugtest: Widerstand spürbar).
  • Greiferbereich: frei von Flusen.

Operation

Du bist bereit zu sticken. So bleibt der Ablauf kontrolliert.

Schritt-für-Schritt-Workflow (Pilot-Checkliste)

  1. Embrilliance öffnen & Workspace prüfen:
    • Aktion: Raster kontrollieren.
Kurzcheck
Wirkt das Maßgefühl plausibel (Kalibrierung)?
  1. Lettering erstellen & prüfen:
    • Aktion: Text eingeben, Set.
Kurzcheck
Wirkt die Fläche „voll“ genug?
  1. Abstände optimieren:
    • Aktion: Kerning nutzen.
    • Ziel: Gleichmäßige „Luft“ zwischen den Buchstaben.
  2. Bogen anwenden:
    • Aktion: Text Path > Arc.
    • Ziel: Ruhiger, gleichmäßiger Bogen passend zur Logoform.
  3. Farben zuweisen:
    • Aktion: Bildschirmfarben auf reale Garnnummern mappen.
  4. Export:
    • Aktion: File > Save Stitch File (z. B. .PES, .DST).
    • Regel: Nicht die Working File (.BE) sticken, sondern das Maschinenformat.

Operation-Checkliste

  • Design final: lesbar, gebogen, farblich zugeordnet.
  • Richtiges Format: PES/DST/EXP (was deine Maschine benötigt).
  • Transfer: Datei sauber auf Maschine/USB übertragen.
  • Einspannen: „drum tight“, aber nicht überdehnt.
  • Maschinenstatus: bereit zum Start.

Qualitätschecks

Bevor du endgültig startest, diese 5 Punkte prüfen – das rettet Kleidung.

  1. „Tippfehler“-Check: Text rückwärts lesen – so siehst du Buchstaben statt Wort.
  2. Größencheck: Zeigt die Maschine 4 inches an? Hat der Stickrahmen real genug Platz?
  3. Garn-Familie: Stickst du mit 40wt (Standard)? Bei 60wt für Kleinschrift muss die Dichte in der Software angepasst werden.
  4. Produktionscheck: Bei 50 Shirts nicht „nach Augenmaß“. Hier wird eine hoopmaster Einspannstation oder eine ähnliche Vorrichtung wichtig: gleiche Position (z. B. 3 inches unter Kragen) auf jedem Teil, weniger Ausschuss.
  5. „Unter der Haube“-Check: Hör auf die Maschine. Rhythmisches „tack-tack“ ist normal. Schlagen/Schleifen = sofort stoppen (oft Fadennest/Verhaker).

Troubleshooting

Wenn etwas schiefgeht, nutze diese Diagnose-Tabelle.

Symptom Likely Cause The Fix (Low Cost to High Cost)
„Ich kann meinen Text nicht bearbeiten!“ Falscher Tab aktiv In der Property Box auf Letters wechseln.
Design wirkt am Bildschirm winzig/gigantisch Keine Kalibrierung Preferences > Screen Calibration (mit Lineal!).
Gebogener Text kräuselt Physische Stabilisierung passt nicht 1. Cutaway-Stickvlies. <br> 2. Stoff „floaten“. <br> 3. Auf Magnetrahmen wechseln, um Spannungsstress/Rahmenspuren zu reduzieren.
Faden reißt ständig Reibung/Nadel/Fadenweg 1. Nadel wechseln. <br> 2. Neu einfädeln (Spannungsweg prüfen). <br> 3. Auf Grate an Stichplatte achten.
„Sorted but not reduced“-Meldung Nur Info Ignorieren – Statusmeldung.
Applikations-Schnitte (SVG) fehlen Falsche Version/Modul Im Video wird keine konkrete Version genannt; ggf. Modul/Upgrade nötig – Funktionsliste prüfen.

Results

Du hast jetzt eine professionelle Basis, um Embrilliance auf dem Mac sauber zu nutzen.

Der Workflow:

  1. Aktivieren und neu starten.
  2. Kalibrieren, damit du deinen Augen vertrauen kannst.
  3. Designen mit Blick auf Abstände und Materialzug.
  4. Einspannen mit passender Stickvlies-Logik und sinnvollen Tools.

Nächster Schritt: Mach eine Stichprobe. Nimm bewusst einen „schwierigen“ Stoff (z. B. ein altes T-Shirt), spanne sauber ein und sticke deinen gebogenen Text. Wenn es kräuselt: nicht sofort die Software verdächtigen. Prüfe Stickvlies, Einspannspannung und ob dein Rahmen/Tooling gegen das Material arbeitet.

Wenn du native Mac-Software mit einer produktionsnahen Denkweise kombinierst, wechselst du von „raten“ zu „wissen“. Viel Erfolg beim Sticken!