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Was ist der Magnetrahmen aus Solaris Upgrade 2?
Wer schon einmal ein dickes „Quilt-Sandwich“ (Top + Vlies/Volumenvlies + Rückseite) in einen klassischen zweiteiligen Stickrahmen gezwängt hat, kennt das Problem: Man kämpft gegen Materialstärke, Federwirkung und Reibung – und am Ende hat sich die Ausrichtung beim Zudrücken doch um ein paar Millimeter verschoben.
Das Video zeigt den 10x10 Magnetrahmen aus dem Solaris Upgrade 2. Der entscheidende Unterschied: Statt „Reibung + Dehnung“ (Innen-/Außenring) arbeitet dieses System mit vertikalem Klemmdruck. Damit wird Edge-to-Edge-Quilting in wiederholbaren Abschnitten deutlich entspannter – besonders in Kombination mit dem Kamera-Scan der Solaris zur Passung.

Abmessungen und Kompatibilität
Im Video stellen Kathy und Al den Magnetrahmen aus Solaris Upgrade 2 vor und nutzen ihn als 10x10 inch-Rahmen an der Baby Lock Solaris.
Praxis-Einordnung: „10x10“ beschreibt dein nutzbares Stick-/Quiltfeld, aber die eigentliche Qualitätskontrolle passiert über die Klemmung. Während Standardrahmen Stoff über Reibung „festklemmen“ (und dabei gern verziehen), verteilt der Magnetrahmen den Druck flächiger.
- Warum das wichtig ist: Beim klassischen Einspannen wird das Volumenvlies komprimiert und der Oberstoff oft minimal gedehnt. Nach dem Entspannen „entspannt“ sich das Material wieder – das begünstigt Wellen/Verzug. Beim Magnetrahmen entfällt dieses Ziehen am Rand weitgehend.
Wenn du aus der klassischen Stickerei kommst: Denk beim Quilten weniger in „trommelfest“, sondern in „plan, ruhig, ohne Zug“.
Mitgeliefertes Magnet-Hebelwerkzeug
Das Video betont einen Punkt, der im Alltag wirklich zählt: Diese Magnete sind sehr stark. Sie „klicken“ nicht sanft – sie können mit spürbarer Kraft anschnappen. Das mitgelieferte Hebelwerkzeug ist deshalb kein Gimmick, sondern gehört zur sicheren Handhabung.


Warnung: Quetschgefahr. Hochleistungsmagnete können schlagartig an den Metallrahmen ziehen. Niemals Finger zwischen Magnet und Rahmen bringen. Zum Abnehmen immer das im Video gezeigte Hebelwerkzeug verwenden.
Sicherheits-/Ablauf-Tipp aus der Praxis: Magnete „lieben“ Stahl. Lege Schere, Nahttrenner und lose Nadeln beim Einspannen bewusst beiseite (mit Abstand), damit nichts unkontrolliert an den Rahmen springt.
Wann lohnt sich der Umstieg (Auslöser → Lösung): Wenn dich das Einspannen dicker Lagen im Standardrahmen regelmäßig Zeit, Kraft und Nerven kostet, ist das ein typischer Trigger.
- Problem: Hand-/Handgelenkbelastung, Verzug beim Schließen, sichtbare Rahmenspuren.
- Kriterium: Wenn Einspannen spürbar der Engpass wird (z. B. mehrere Quilts/Monat oder generell voluminöse Teile).
- Lösung: Ein kompatibler Magnetrahmen reduziert das „Ring-zudrücken“-Ringen deutlich und macht die Passung reproduzierbarer.
Warum einen Magnetrahmen fürs Quilten nutzen?
Im Video wird ein Disney-Panel mit einem integrierten Cross-Hatch-Muster aus IQ Designer gequiltet. Das ist im Prinzip „Quilten im Rahmen“ – die Stickmaschine übernimmt das gleichmäßige Muster, ohne dass du eine Longarm aufbauen musst.

Dicke Lagen leichter einspannen
Ein Quilt-Sandwich verhält sich wie ein Schwamm: Es ist voluminös und gibt nach. Klassische Rahmen verlangen, dass du diesen „Schwamm“ stark komprimierst. Beim Magnetrahmen kannst du – wie im Video gezeigt – den unteren Metallrahmen unter den Quilt schieben und die Magnete von oben aufsetzen.
Warum das die Qualität verbessert:
- Weniger Verzug: Du ziehst nicht am Rand, um einen Ring zu schließen.
- Besseres Handling: Du musst den schweren Quilt nicht hochheben – die Tischfläche trägt das Gewicht.

Verrutschen verhindern
Im Video sieht man eine sehr praktische Technik: Nach dem Aufsetzen werden die Magnete genutzt, um den Stoff „auszustreichen“.
Fühl-Anleitung (so, wie es in der Praxis funktioniert):
- Aktion: Magnet aufsetzen.
- Gefühl: Mit Druck auf dem Magneten den Stoff Richtung Rahmenkante „ausstreichen“.


Keine typischen Rahmenspuren
Rahmenspuren sind die glänzenden/gedrückten Abdrücke, die bei empfindlichen oder voluminösen Materialien durch klassische Rahmen entstehen können. Beim Magnetrahmen wird der Druck über die Magnetleisten verteilt statt über eine schmale Kante.
Kontext für kleine Betriebe: Rahmenspuren bedeuten Nacharbeit (Dampf, Bürsten, Reklamationsrisiko). Ein Magnetrahmen ist hier weniger „Luxus“, sondern ein Werkzeug für stabilere Qualität – gerade bei dicken Lagen.
Schritt für Schritt: Quilt einspannen
Dieser Abschnitt macht aus der Video-Demo eine wiederholbare „Checkliste“. Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt, dass du typische Klassiker vermeidest (z. B. erst nach dem Einspannen merken, dass du noch an den Unterfaden musst).
Auf einer planen Fläche arbeiten
Im Video wird ein großer, flacher Tisch genutzt. Genau das ist entscheidend: Der Quilt muss aufliegen können.
Pre-Flight-Checks (direkt umsetzbar):
- Arbeitsbereich: Genug Platz um Maschine und Tisch, damit das Volumen nicht irgendwo hängen bleibt.
- Unterfaden/Oberfaden: Für Quilting sichtbar auf beiden Seiten – daher vorab prüfen, ob Unterfaden und Oberfaden farblich zusammenpassen.
- Greiferbereich: Volumenvlies produziert viel Fussel – vor dem Start kurz kontrollieren/ausbürsten (wenn ohnehin geöffnet).
Magnete platzieren
Die Reihenfolge (wie im Video logisch gezeigt):
- Rahmen frei machen: Mit dem Hebelwerkzeug alle Magnete abnehmen und sicher ablegen.
- Unterrahmen einschieben: Den unteren Metallrahmen unter den Quilt an die gewünschte Stelle schieben.
- Grob ausrichten: So positionieren, dass vorhandene Nähte/Referenzpunkte sichtbar bleiben.
- Klemmen: Magnete von oben aufsetzen.
- „Sweep“: Mit den Magneten den Stoff glattstreichen, bis die Fläche ruhig liegt.

Praxis-Checkpoint: Nutze alle vorgesehenen Magnete. Bereiche ohne Magnetdruck sind typische Stellen, an denen sich Lagen bei der Bewegung/Vibration minimal „kriechen“ können.
Auf Spannung/Planlage prüfen
Der Video-Checkpoint lautet: Vorherige Nähte müssen für die Ausrichtung sichtbar sein.
Kurztest vor dem Gang zur Maschine: Bewege den Rahmen minimal relativ zum Quilt. Idealerweise bewegt sich alles als Einheit. Wenn der Stoff im Magnetrahmen rutscht, ist die Klemmung nicht ausreichend – dann Magnete neu setzen und erneut ausstreichen.
Checkliste (Ende Phase 1)
- Upgrade geprüft: Solaris Upgrade 2 ist installiert (für die gezeigten Solaris-Funktionen).
- Arbeitsplatz: Großer, flacher Tisch; Metallteile/Tools aus dem direkten Magnetbereich entfernt.
- Fadencheck: Unterfaden und Oberfaden passen für Quilting optisch zusammen.
- Sandwich: Lagen glatt, Referenznähte sichtbar.
- Sicherheit: Hebelwerkzeug liegt griffbereit.
Kamera-Scan für perfekte Passung nutzen
Das ist der Kern des Solaris-Workflows: Statt mit Rasterfolien zu raten, nutzt du den Kamera-Scan, um die Passung direkt am realen Stoffbild auszurichten.

Hintergrund scannen
Aktion: Auf dem Bildschirm „Scan Background Image“ wählen. Warten: Während des Scans Maschine/Tisch nicht bewegen. Ergebnis: Du siehst das eingespannte Quiltfeld als Bild auf dem Display.
Designpunkte am Bildschirm matchen
Im Video wird das Design mit den Pfeiltasten so verschoben, dass es zu den vorhandenen Nähten passt.

Ausrichtungsstrategie (schnell und zuverlässig): Nicht „das ganze Muster“ auf einmal beurteilen. Such dir einen klaren Ankerpunkt (z. B. eine Kreuzung/Spitze im vorhandenen Cross-Hatch).
- Design so schieben, dass dieser Ankerpunkt exakt sitzt.
- Danach einen zweiten Punkt auf der gegenüberliegenden Seite prüfen (Rotation/Pivot-Check).
Neue Muster an alte Nähte anschließen
Standard: Die Designpunkte sollen die vorhandenen Linien treffen. Praxis-Toleranz: Je genauer, desto „unsichtbarer“ der Übergang. Wenn es am Display nur „ungefähr“ passt: reinzoomen und nachjustieren.
Kritische Einstellungen fürs Quilten im Rahmen
Quilten folgt einer anderen Logik als klassische Stickerei: Ziel ist nicht nur eine schöne Vorderseite, sondern vor allem eine saubere, angenehme Rückseite.
Automatischen Fadenschneider deaktivieren
Der Tipp aus dem Video ist zentral: Automatic Thread Cutter = OFF.
Warum: Beim Quilten können automatische Schnitte auf der Rückseite unschöne Vernähpunkte/„Knoten“ und Fadenenden erzeugen.
- Praxislösung: Cutter aus – Fäden später kontrolliert sichern/abschneiden, damit die Rückseite sauber bleibt.
- Keyword-Kontext: Genau solche Details entscheiden, ob ein Workflow für babylock magnetic hoop Quilting wirklich produktionstauglich ist.

Volumen im Durchlass (Throat) führen
Du bewegst ein großes, schweres Teil durch den begrenzten Durchlass der Maschine.

Warnung: „Untergeschlagen“-Fehler.
Vor dem Start einmal mit der Hand unter dem Rahmen entlangfahren. Sehr häufig klappt überschüssige Rückseite/Volumen nach unten und wird dann unbemerkt mit festgesteppt. Einmal prüfen spart später extrem viel Reparaturarbeit.
Unterfaden und Oberfaden abstimmen
Sichtprüfung: Unterfaden herausziehen und direkt mit dem Oberfaden vergleichen. Beim Quilten sieht man den Fadenumschlingungspunkt schnell als „Pünktchen“ auf der Gegenseite, wenn Farben/Spannung nicht passen.
Schritt-für-Schritt: Vom eingespannten Quilt bis zum Stich (mit Checkpoints)
Das ist eine praxistaugliche SOP (Standard Operating Procedure). Wenn du diese Reihenfolge einhältst, reduzierst du typische Risiken.
Schritt 1 — Magnetrahmen vorbereiten (Magnete abnehmen)
Ziel: Freier Rahmen. Aktion: Mit Hebelwerkzeug Magnete abnehmen. Rahmen kurz auf Fremdteile prüfen.
Schritt 2 — Quilt-Sandwich einspannen
Ziel: Plan und stabil. Aktion: Unterrahmen unterschieben. Grob ausrichten. Magnete aufsetzen. Mit Magneten ausstreichen. Fühl-Check: Fläche soll fest und ruhig sein, nicht überdehnt.
Schritt 3 — An der Maschine montieren
Ziel: Sicher verriegelt, ohne Lagen zu verschieben. Aktion: Rahmen unter den Fuß schieben, in den Arm einsetzen und verriegeln. Kritisch: Überschüssiges Volumen so führen, dass nichts zieht oder unter den Rahmen gerät.


Schritt 4 — Design mit Kamera-Scan ausrichten
Ziel: Digitale Vorlage deckt sich mit der Realität. Aktion: Scannen. Ankerpunkt wählen. Design mit Pfeilen verschieben. Erfolgskriterium: Die digitale Linie liegt im Display direkt auf der vorhandenen Naht.
Schritt 5 — Sticken/Quilten
Ziel: Sauberer Quiltstich. Aktion: Start. Die ersten Stiche beobachten (Fadenspannung/Materialbewegung). Sprungstiche später sauber kürzen.

Setup-Checkliste (Ende Phase 2)
- Cutter: „Automatic Cutter“ ist OFF.
- Rahmen: Verriegelung geschlossen; Rahmen hat kein Spiel.
- Volumen: Unterseite geprüft (nichts untergeschlagen).
- Faden: Unterfaden und Oberfaden passen.
Laufende Kontrolle (während des Quiltens)
- Beobachtung: Auf ungewöhnliche Geräusche/Stocken achten – oft ein Hinweis auf Zug durch Volumen.
- Materialführung: Quiltgewicht abstützen, damit der Rahmen nicht „gezogen“ wird.
- Finish: Sprungstiche kontrolliert und nah am Material kürzen.
Troubleshooting (Symptom → Ursache → Fix)
Wenn etwas schiefgeht: ruhig bleiben und systematisch prüfen.
Symptom: „Es klopft stark und der Faden franst/reißt.“
- Wahrscheinliche Ursache: Nadel/Materialführung passt nicht (z. B. zu viel Zug durch Volumen oder Nadel nicht mehr sauber).
- Schnelltest: Quiltgewicht abstützen und prüfen, ob der Stoff frei laufen kann.
Symptom: „Die Passung war am Bildschirm gut, aber die Naht trifft nicht.“
- Wahrscheinliche Ursache: Beim Transport zur Maschine oder beim Verriegeln hat sich die Lage minimal verändert.
Symptom: „Ich sehe Unterfaden auf der Oberseite.“
- Wahrscheinliche Ursache: Fadenspannung/Materialzug stimmt nicht.
- Schnelltest: Prüfen, ob der Quilt irgendwo bremst (Zug verfälscht Spannung).
Ergebnisse und Nutzen
Dieser Workflow macht aus „Pi mal Daumen“ einen kontrollierbaren Prozess.
Professioneller Edge-to-Edge-Look
Durch weniger Verzug beim Einspannen und die präzise Kamera-Ausrichtung erreichst du einen sehr gleichmäßigen, „longarm-ähnlichen“ Gesamteindruck – mit der Haushalts-/Kombi-Maschine.
Wenn du nach Magnetrahmen Lösungen suchst: Der größte ROI ist Konstanz. Block 1 sieht aus wie Block 20, weil Einspannen und Passung reproduzierbar werden.
Zeitgewinn gegenüber klassischem Neu-Einspannen
Praxis-Rechnung (aus dem gezeigten Ablauf abgeleitet): Ein klassischer Schraubrahmen kostet bei dicken Lagen schnell mehrere Minuten, bis alles wirklich gerade sitzt. Der Magnetrahmen liegt im Video-Workflow eher im Bereich 30–60 Sekunden fürs Einspannen.
Entscheidungslogik für Tools:
- Level 1 (Ablauf): Saubere Arbeitsfläche, konsequente Checks, Volumenführung.
- Level 2 (Tool): Wenn Einspannen der Engpass ist oder du regelmäßig mit dicken Lagen arbeitest: Magnetrahmen.
- Level 3 (Skalierung): Wenn du mehr Durchsatz brauchst, wird ein zweiter Rahmen/parallel vorbereiten im Workflow interessant.
Für deine Recherche: Diese Konzepte gelten sowohl für allgemeine Magnetrahmen Anleitung-Workflows als auch für konkrete Themen wie Magnetrahmen Größen für babylock. Je nach Quelle findest du unterschiedliche Begriffe wie Magnetrahmen für Stickmaschine, Magnetrahmen, Magnetrahmen für baby lock oder Magnetrahmen für baby lock – gemeint ist dieselbe Technologie des kraftvollen, reibungsarmen Klemmens.
Schneller Entscheidungsbaum: Was kommt unter den Quilt?
Nutze diese Fragen, um zu entscheiden, was unter dein Material gehört.
Q1: Ist dein Quilt-Sandwich stabil (Baumwolltop + Volumenvlies + Baumwollrückseite)?
- JA: In der Regel brauchst du kein zusätzliches Stickvlies – das Volumenvlies übernimmt die Stabilisierung.
- NEIN: (z. B. dehnbare Rückseite).
- Aktion: Zusätzliche Stabilisierung einplanen, damit sich nichts verzieht.
Q2: Ist es reines Quilting (Linien/Muster) oder sehr dichte Stickerei?
- JA, sehr dicht: Dann reicht Volumenvlies oft nicht – zusätzliche Stabilisierung kann nötig sein.
- NEIN: Dann mit dem Quilt-Sandwich wie im Video gezeigt fortfahren.
Q3: Ist Einspannen dein Produktions-Engpass?
- JA: Dann lohnt es sich, Standardrahmen nicht „wegzukämpfen“, sondern den Prozess mit Magnetrahmen zu vereinfachen.
- NEIN: Bleib beim aktuellen Setup, aber beobachte Passung und körperliche Belastung.
