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Den „Idee-zu-Stich“-Workflow meistern: BES4 Transform Artwork Tools im Praxis-Guide
Wenn du schon einmal eine Designidee im Kopf hattest und dachtest: „Ich sehe die Form – aber ich kann sie nicht sauber per Hand zeichnen“, dann kennst du die häufigste Hürde beim Digitalisieren. Genau dafür sind die Brother BES4 „Transform Artwork“-Werkzeuge gemacht.
Die gute Nachricht: Du brauchst weder Illustrator-Skills noch eine besonders ruhige Hand, um saubere, professionelle Stickformen zu bauen. Du musst nur verstehen, wie du Geometrie mit drei Befehlen kontrolliert „umformst“: Divide, Clip und Weld.
Diese Anleitung baut den klassischen „Herzen-zu-Blättern“-Workflow nach – aber nicht nur als Klickliste. Wir ergänzen die Art von Disziplin, die man aus der Praxis kennt: Sichtkontrollen, saubere Layer-Auswahl und Denkmodelle, die später Zeit sparen (und im Zweifel auch Fehlstiche vermeiden).

Die beruhigende Wahrheit über Brother BES4 Dream Edition „Transform Artwork“: keine Magie – kontrollierte Geometrie
Beim ersten Öffnen einer Sticksoftware kommt oft dieser Gedanke: „Was, wenn ich mir das Design kaputt mache?“
Nimm den Druck raus: BES4 macht bei Transform Artwork etwas sehr Konkretes. Es berechnet mathematisch die Grenzen dort, wo sich Objekte überlappen. Genau deshalb sind diese Tools so stark: Du „fertigst“ neue Formen aus vorhandenen Shapes, statt alles von Null zu zeichnen.
Für Anwender:innen an einer brother Stickmaschine ist das einer der schnellsten Wege zu einfachen, stickfreundlichen Motiven (Blätter, Blütenblätter, Stiele, Abzeichenformen), die später zuverlässig laufen.
Dieses Denkmodell hilft beim Einordnen:
- Divide (das Messer): „Schneide alles an den Schnittpunkten auf – ich will alle Einzelteile separat haben.“
- Clip (der Ausstecher): „Nutze die obere Form als Ausstecher, schneide aus der unteren Form heraus – und entferne den Ausstecher danach.“
- Weld (der Kleber): „Verschmelze mehrere Formen zu einem Objekt, damit es sich wie eine zusammenhängende Fläche verhält.“
Beim ersten Divide wirkt es oft so, als wäre das Artwork „zerstört“. Ist es nicht – du hast nur Optionen erzeugt.
Das „unsichtbare Prep“ in Sequence View und Properties: Sichtbarkeit so einstellen, dass du wirklich siehst, was du tust
Einsteiger schauen auf die Arbeitsfläche; Profis schauen zuerst in die Sequence View. Bevor du Formen zerschneidest, musst du die Überlappungen für dein Auge lesbar machen.
Im Tutorial werden zwei Herzen zu Blättern. Wenn beide Herzen vollflächig gefüllt sind, siehst du die spätere „Blattform“ in der Schnittmenge kaum. Deshalb wird eine Form als Kontur dargestellt.
Prep-Schritte (Setup)
- Sequence View finden: Öffne das Panel (meist links), in dem die Objekte/Layers gelistet sind.
- Objekt wählen: Klicke das dunkelpinke Herz.
- „Rauschen“ entfernen: Im Properties-Fenster (rechts) den Haken bei „Fill“ entfernen.
- Bestätigen: Apply klicken.
Sichtkontrolle: Das Herz sollte jetzt nur noch als dünne Kontur erscheinen (Wireframe/Outline) – über dem anderen, noch gefüllten Herz. Wenn du weiterhin eine Fläche siehst, wurde Apply nicht ausgeführt.

Warnhinweis: Sicherheit wie in der Werkstatt. Auch wenn das hier ein Software-Tutorial ist: Viele digitalisieren direkt neben der Maschine und testen Dateien zwischendurch. Halte Schneidwerkzeuge gesichert/abgedeckt und greife niemals in den Bereich der Nadelstange, solange die Maschine läuft. Software-Fokus darf nicht zu Hardware-Unfällen führen.
Prep-Checkliste: der „Pre-Surgery“-Scan
- Arbeitsplatz-Check: Siehst du Sequence View (Layer) und Properties (Einstellungen) gleichzeitig?
- Kontrast-Check: Ist mindestens ein überlappendes Objekt so dargestellt, dass die Schnittkante gut erkennbar ist (z. B. ohne Fill als Kontur)?
- Ziel-Check: Kannst du in einem Satz sagen, welches Teil du behalten willst? (z. B. „Der untere Bereich soll das Blatt werden.“)
- Zoom-Check: Bist du so weit hineingezoomt, dass die Überlappung mindestens ~50 % des Bildschirms ausfüllt? (Präzision reduziert Fehlklicks.)
Divide in Brother BES4 (Arrange): aus zwei Herzen Blattformen erzeugen – ohne Zeichnen
Das ist der Kernschritt. Zwei überlappende Herzen werden nach Divide in drei separat anwählbare Segmente zerlegt. Damit entsteht die „Blattform“, ohne dass du eine Kurve zeichnen musst.
Exakter Divide-Workflow
- Ziele auswählen: In der Sequence View die Strg (Ctrl)-Taste halten und beide Herz-Objekte anklicken.
- Navigieren: Oben im Ribbon die Registerkarte Arrange öffnen.
- Ausführen: Transform Artwork wählen und Divide anklicken.

Erfolgsmerkmal: Du siehst kurz ein „Umschalten/Flash“ in der Darstellung. In der Sequence View werden aus den zwei Herzobjekten mehrere „Artwork“-Segmente.

Der häufigste Fehler: Auswahl-Disziplin
Divide macht exakt das, was du ihm sagst – nicht mehr und nicht weniger. Wenn versehentlich noch ein drittes Objekt mit markiert ist, wird es ebenfalls zerschnitten.
Praxisregel: Verlass dich nicht nur auf die Markierung auf der Arbeitsfläche. Schau immer in die Sequence View, ob wirklich nur die gewünschten Elemente blau markiert sind.
Bereinigen und einfärben
Jetzt räumen wir auf, damit das Blatt sichtbar wird.
- Aufräumen: Die unerwünschten oberen Bereiche (die „Bögen“ oben) auswählen.
- Löschen: Delete drücken.
- Blatt wählen: Den verbleibenden unteren Bereich (dein neues „Blatt“) auswählen.
- Farbe setzen: In der Farbpalette das Grün anklicken.
Praxis-Hinweis: Wenn winzige Fragmente übrig bleiben, versucht die Maschine später ggf. trotzdem, sie zu verarbeiten – das führt zu unnötigen Bewegungen/„Travel“-Strecken. Eine saubere Sequence View ist die Basis für saubere Ergebnisse.
Clip in BES4: einen Kirschstiel mit einem Quadrat „ausstechen“ – sauber, schnell, reproduzierbar
Clip ist dein Präzisions-Trimmwerkzeug. Im Beispiel ist der Kirschstiel zu lang. Statt an Knoten/Nodes herumzuziehen, kürzen wir ihn mit einer einfachen Form.
Clip-Workflow
- Isolieren: In der Sequence View die Teile der Kirsche (Frucht und Blatt) löschen, sodass nur der Stiel übrig bleibt.
- Ausstecher platzieren: Ein blaues Quadrat über den oberen Bereich des Stiels ziehen (den Teil, der weg soll).
- Auswahl (wichtig): In der Sequence View mit Strg (Ctrl) mehrfach auswählen. Im Video ist entscheidend: Quadrat + Stiel sind ausgewählt.
- Ausführen: Arrange → Transform Artwork → Clip.

Sichtanker: Oft sieht man nicht sofort einen dramatischen Effekt. Der Aha-Moment kommt, wenn du das Quadrat wegbewegst bzw. danach entfernst: Der Stiel sollte dort, wo das Quadrat lag, eine sauber „abgeschnittene“ Kante haben.
Praxisfrage aus den Kommentaren: „Gibt es Snap-to-Grid in Basic BES4?“
In den Kommentaren kam die Frage, ob man in der Basic-Version beim Erstellen von Quadraten/Diagonalen/Linien an ein Raster „snappen“ kann.
Wichtig für deinen Workflow hier: Für präzise, rechtwinklige Schnitte brauchst du nicht zwingend Snap-to-Grid. Der saubere Trick ist, Clip als Geometrie-Werkzeug zu nutzen.
Workaround aus der Praxis:
- Nutze ein Quadrat als Cutter – das hat automatisch perfekte 90°-Ecken.
- Wenn du mit einer Form eine andere Form per Clip beschneidest, „übernimmst“ du die Präzision des Cutters – auch ohne Raster-Snap.
Weld in Brother BES4: Stiel + Blätter zu einem Objekt verschmelzen, damit es sich wie echtes Stick-Artwork verhält
Wenn du grüne Blätter und den gekürzten Stiel hast, wirkt „Gruppieren“ verlockend. Für sauberes Stickverhalten ist Weld jedoch der entscheidende Schritt.
Warum? Wenn Flächen nur übereinanderliegen, kann es zu unnötiger Überdeckung kommen: Erst wird die Fläche komplett gestickt, dann die nächste darüber. Das erhöht Fadendichte und kann zu unschönen, harten Bereichen führen.
Weld verschmilzt die Grenzen zu einer gemeinsamen Kontur und reduziert „versteckte“ Überlappungen.
Positionieren und Weld ausführen
- Positionieren: Den bearbeiteten Stiel auf die Blätter legen.
- Ausrichten: Mit dem Rotations-Handle (kleiner Kreis oberhalb der Auswahl) den Stiel natürlich drehen.
- Auswählen: In der Sequence View Blätter + Stiel gemeinsam markieren (Strg/Ctrl).
- Ausführen: Arrange → Transform Artwork → Weld.

Erwartetes Ergebnis: Die inneren Trennlinien an der Kontaktstelle verschwinden. In der Sequence View sollte das Ganze als ein Objekt (oft „Artwork“) erscheinen.
Checkliste: Weld-Verifikation
- Kontakt-Check: Berühren sich Stiel und Blatt wirklich? (Bei Abstand kann Weld wirkungslos bleiben.)
- Finalitäts-Check: Willst du die Teile später noch separat verschieben? (Weld ist nach dem Schließen der Datei nicht „mal eben“ rückgängig zu machen.)
- Farb-Check: Sollen die Teile eine Farbe haben? (Nach Weld ist es ein Objekt – getrennte Farben sind dann nicht mehr separat steuerbar.)
Finaler Aufbau: Blütenkopf platzieren und drehen – die letzten 60 Sekunden, die das Design „verkaufen“
Der letzte Schritt ist optisch – und genau das macht den Unterschied.
Final Assembly Workflow
- Platzieren: Den gelben Blütenkopf auf den oberen Bereich des verschweißten grünen Stiel/Blatt-Objekts ziehen.
- Drehen: Mit dem Rotations-Handle leicht ausrichten.
Warum Rotation zählt: Ein kleiner Winkel wirkt organischer als eine perfekt senkrechte Ausrichtung.
Betriebs-Checkliste: „Pre-Save“-Sauberkeit
- Cutter-Check: Ist das Quadrat aus dem Clip-Schritt entfernt (Quadrat auswählen → Delete)?
- Überlappungs-Check: Überlappt der Blütenkopf den Stiel minimal, damit später keine sichtbare Lücke entsteht?
- Werkstatt-Realität: Wenn du direkt testst: Maschine stoppen, bevor du in den Bereich am Stickrahmen greifst oder Fäden schneidest.
Warum das funktioniert (und wie du später unsaubere Stickbilder vermeidest): denk wie ein Digitizer, nicht wie ein Klicker
Das Video zeigt die Klicks – entscheidend ist das Prinzip dahinter.
1) Weniger unnötige Überdeckung
Durch Weld verhält sich die Form wie eine zusammenhängende Fläche. Das reduziert überflüssige Überlappungen und macht das Ergebnis oft sauberer.
2) Konsistenz durch Geometrie
Divide nutzt perfekte Grundformen (hier Herzen), um symmetrische Blätter zu erzeugen. Das ist besonders hilfreich, wenn du wiederholbare Ergebnisse brauchst.
3) Stoffphysik bleibt Stoffphysik
Auch perfekte Software-Formen können beim Sticken „wandern“, wenn Material und Stabilisierung nicht passen.
Wenn du Einspannen für Stickmaschine auf Jersey, dünnen Shirts oder Performance-Wear machst, kann Zug/Dehnung die Geometrie sichtbar verziehen. Software rechnet ideal – Stoff ist nicht ideal.
Eine Stabilizer-Entscheidungshilfe, die du wirklich nutzen kannst (Material → Vlies → Einspann-Ansatz)
Praxis-Entscheidung:
- Ist der Stoff dehnbar (T-Shirt, Hoodie, Jersey)?
- JA: Cut-Away ist in der Praxis oft die sichere Wahl.
- NEIN: Weiter zu 2.
- Ist es ein stabiler Webstoff (z. B. Denim, Canvas, Twill)?
- JA: Tear-Away kann funktionieren; bei dichten Designs ggf. doppellagig.
- NEIN: Weiter zu 3.
- Ist es rutschig/instabil (z. B. Satin/ähnlich glatt)?
- JA: Cut-Away (z. B. weicher/„No-Show“-Typ) ist oft kontrollierbarer als Tear-Away.
Troubleshooting: „Warum hat sich meine Form verändert?“ – schnelle Checks für Divide/Clip/Weld
| Symptom | Sense Check (was du siehst) | Wahrscheinliche Ursache | Schneller Fix |
|---|---|---|---|
| Divide wirkt „ohne Effekt“ | Formen bleiben ganz/überlappend. | Falsche Auswahl. | In der Sequence View mit Ctrl wirklich beide Objekte markieren, dann Arrange → Transform Artwork → Divide. |
| Clip kürzt nicht | Stiel bleibt unverändert. | Auswahl/Überlappung stimmt nicht. | Prüfen, ob Quadrat und Stiel ausgewählt sind und das Quadrat den zu entfernenden Bereich wirklich überdeckt. |
| Färben färbt „alles“ | Ein ganzer Bereich wird grün. | Zu früh verschweißt (Weld). | Undo, Farben vorher festlegen, dann nur die Teile weld-en, die eine Einheit sein sollen. |
| Kanten wirken später „wellig“ | In Software gerade, im Stich schief. | Einspannung/Spannung nicht stabil. | Neu einspannen: Stoff soll straff sitzen (ohne zu überdehnen) und Stabilisierung passend wählen. |
Wenn Software nicht mehr der Engpass ist (und Einspannen Zeit frisst): der Praxis-Upgrade-Pfad
Wenn du Divide/Clip/Weld sicher beherrschst, erstellst du Designs oft schneller, als du sie sauber produzieren kannst. Dann wird der Engpass häufig das Einspannen.
Bei Wiederholaufträgen mit klassischen brother Stickrahmen tauchen typischerweise zwei Probleme auf:
- Rahmenabdrücke: sichtbare Druckringe durch zu starkes Spannen.
- Ermüdung: ständiges Nachstellen/Schrauben kostet Zeit und Handgelenke.
Dann lohnt sich ein Blick auf Prozess und Werkzeug:
- Kriterium: Wenn du regelmäßig deutlich länger als „kurz und reproduzierbar“ fürs Einspannen brauchst oder wegen Abdrücken Ausschuss hast, ist das ein Prozess-Thema.
- Optionen:
- Level 1 (Hobby/Heim): Für Kombimaschinen kann ein Magnetrahmen das Nachschrauben reduzieren. Viele suchen gezielt nach Magnetrahmen 5x7 für brother, um konstanter zu spannen.
- Level 2 (Produktion): Bei höherem Durchsatz helfen Magnetrahmen für Stickmaschine durch schnelleres, wiederholbares Handling.
Warnhinweis: Magnet-Sicherheit. Industriestarke Magnete können Finger einklemmen. Außerdem Abstand zu empfindlichen medizinischen Geräten einhalten (z. B. Herzschrittmacher).
Wenn Spezialrahmen nicht drin sind, ist eine Einspannstation für Stickmaschinen oft der nächste sinnvolle Schritt: Fixe Positionierung, weniger Fehlplatzierungen, weniger Stress.
Letzter Realitätscheck: Software-Skill + sauberes Einspannen macht Stickerei profitabel
In den Kommentaren wurde auch einfach „Danke“ fürs Erlernen von Power Pack 2 gesagt – genau das ist die richtige Haltung: systematisch lernen und dann standardisieren.
Divide, Clip und Weld machen nicht nur „schönere“ Formen – sie machen Artwork effizienter.
- Weld reduziert unnötige Überdeckung.
- Clip spart Node-Gefummel.
- Divide erzeugt neue Formen aus vorhandener Geometrie.
Starte mit diesen drei Befehlen in BES4 – und bring danach deine Produktion mit stabiler Einspannung und passendem Vlies auf ein reproduzierbares Niveau.
Magnetrahmen für Stickmaschine
FAQ
- Q: Warum sieht Transform Artwork Divide in Brother BES4 Dream Edition so aus, als hätte es das Artwork „ruiniert“, nachdem zwei überlappende Formen geteilt wurden?
A: Das ist normal: Divide soll mehrere getrennte Segmente erzeugen, damit du unerwünschte Teile löschen und die neue Form behalten kannst.- Prüfen: In der Sequence View kontrollieren, ob vor Arrange → Transform Artwork → Divide wirklich nur die zwei gewünschten Objekte ausgewählt waren.
- Aufräumen: Die unerwünschten Fragmente (oft die „oberen Bögen“) markieren und Delete drücken.
- Sichtbarkeit herstellen: Bei einem Objekt in Properties Fill deaktivieren und Apply klicken, damit Schnittmengen klar erkennbar sind.
- Erfolgscheck: In der Sequence View erscheinen mehrere „Artwork“-Segmente statt zwei intakter Herzen, und das untere „Blatt“-Teil lässt sich einzeln auswählen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Undo, dann beide Ziele erneut per Ctrl-Mehrfachauswahl in der Sequence View markieren (nicht nur auf der Arbeitsfläche).
- Q: Warum hat Transform Artwork Divide in Brother BES4 Dream Edition nicht funktioniert und die Formen bleiben ganz/überlappend?
A: In den meisten Fällen ist es ein Auswahlfehler: Divide arbeitet nur auf den exakt ausgewählten Objekten.- Auswählen: Ctrl halten und beide Zielobjekte in der Sequence View anklicken (nicht nur auf der Arbeitsfläche).
- Ausführen: Arrange → Transform Artwork → Divide erneut anwenden.
- Bestätigen: Auf den kurzen „Flash“ achten und darauf, dass sich die Objekte in mehrere „Artwork“-Segmente aufteilen.
- Erfolgscheck: Die ursprünglichen zwei Objekte sind nicht mehr als einzelne Elemente vorhanden, sondern in Teilstücke zerlegt.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Zusätzliche markierte Layer (z. B. Hintergrundform) abwählen, sodass nur die zwei gewünschten Objekte blau markiert sind.
- Q: Warum hat Transform Artwork Clip den Kirschstiel nicht gekürzt, obwohl ein Quadrat als Cutter verwendet wurde?
A: Häufig liegt es an Auswahl/Überlappung: Es müssen genau Cutter und Ziel ausgewählt sein und der Cutter muss den zu entfernenden Bereich überdecken.- Positionieren: Ein Quadrat über den Bereich legen, der entfernt werden soll.
- Auswählen: In der Sequence View sicherstellen, dass Quadrat und Stiel ausgewählt sind.
- Ausführen: Arrange → Transform Artwork → Clip anwenden und danach den Cutter wegbewegen/entfernen.
- Erfolgscheck: Der Stiel hat nach dem Wegbewegen des Quadrats eine flache, saubere Kante entlang der Quadratgrenze.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Prüfen, ob wirklich nur diese zwei Objekte ausgewählt sind und ob das Quadrat den Stielbereich tatsächlich überlappt.
- Q: Warum wird beim Umfärben nach Transform Artwork Weld plötzlich das ganze Design grün?
A: Sehr wahrscheinlich wurden Objekte zu früh verschweißt: Weld macht aus mehreren Formen ein Objekt – Umfärben wirkt dann auf die gesamte verschmolzene Fläche.- Undo: Sofort Undo nutzen, um wieder getrennte Objekte zu haben.
- Getrennt bleiben: Weld erst nach der Farbentscheidung anwenden (für Teile, die wirklich eine Einheit sein sollen).
- Richtig weld-en: Nur Formen verschweißen, die sich wie eine zusammenhängende Stickfläche verhalten sollen (typischerweise gleiche Farbe).
- Erfolgscheck: Nach Weld zeigt die Sequence View ein Objekt (oft „Artwork“), und innere Grenzlinien verschwinden.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Layout neu aufbauen und nur die Teile weld-en, die nicht übereinander gestickt werden sollen.
- Q: Warum macht Transform Artwork Weld nichts, wenn ich Stiel und Blätter verschmelzen will?
A: Weld braucht echten Kontakt: Wenn der Stiel die Blattkontur nicht berührt, kann nichts zusammengeführt werden.- Positionieren: Stiel so verschieben/drehen, dass er die Blattform wirklich berührt (kein Spalt).
- Auswählen: Beide Objekte in der Sequence View gemeinsam markieren.
- Ausführen: Arrange → Transform Artwork → Weld.
- Erfolgscheck: Die innere Verbindungslinie verschwindet und die Sequence View reduziert sich auf ein „Artwork“-Objekt.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Nicht erwarten, dass Weld getrennte Farben beibehält – es funktioniert am besten, wenn die Teile als eine Fläche gedacht sind.
- Q: Beim Sticken von BES4-Formen: Wie diagnostiziere ich „wackelige Kanten“, die in der Software gerade aussehen, aber im Stich schief werden?
A: Häufig ist die Ursache eine instabile Einspannung bzw. zu wenig Stabilisierung.- Tap-Test: Neu einspannen, bis der Stoff straff sitzt (ohne ihn zu überdehnen).
- Stabilisieren: Vlies passend zum Material wählen – dehnbar eher Cut-Away, stabil gewebt eher Tear-Away (bei Dichte ggf. doppellagig).
- Re-Test: Erst eine kleine Teststickerei laufen lassen.
- Erfolgscheck: Stoff bleibt plan im Stickrahmen und die Kante driftet nicht.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: In der Layerliste prüfen, ob winzige Restfragmente übrig sind, die zusätzliche Bewegungen verursachen.
- Q: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollten Bediener:innen beachten, wenn sie BES4-Dateien direkt neben einer laufenden Stickmaschine testen?
A: Behandle Softwarearbeit wie Werkstattarbeit: Schneidgefahren entfernen und Hände aus dem Nadelbereich halten, solange die Maschine läuft.- Klingen sichern: Rollschneider/Schneidwerkzeuge gesichert und aus der unmittelbaren Arbeitszone legen.
- Hände weg: Keine Finger/Werkzeuge im Bereich der Nadelstange bei laufender Maschine.
- Erst stoppen: Maschine anhalten, bevor du Fäden schneidest, Stoff korrigierst oder am Stickrahmen arbeitest.
- Erfolgscheck: Kein Eingriff in den Nadelbereich während Bewegung; Werkzeuge liegen nicht „griffbereit“ im Gefahrenbereich.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Feste Routine einführen: Softwareänderungen nur bei gestoppter Maschine, Testläufe nur bei freier Arbeitsfläche.
- Q: Wenn wiederholtes Einspannen mit Standard-Brother-Rahmen zu Rahmenabdrücken und Ermüdung führt: Was ist ein sinnvoller Upgrade-Pfad von Technik über Magnetrahmen bis zur Produktion?
A: Gehe gestuft vor: erst Technik/Prozess stabilisieren, dann Magnetrahmen als Zeit- und Konsistenz-Upgrade, und erst danach über Mehrnadel-Kapazität nachdenken.- Level 1 (Technik): Über-Spannen reduzieren und Einspannzeit standardisieren; wenn Einspannen regelmäßig deutlich zu lange dauert oder Abdrücke Ausschuss verursachen, ist es ein Prozessproblem.
- Level 2 (Tool): Auf Magnetrahmen wechseln, um Schraubspannung zu reduzieren und bei wechselnden Materialstärken konstanter zu arbeiten (Magnete passen sich der Dicke an).
- Level 3 (Kapazität): Wenn Design-Erstellung schneller ist als die Produktion und Wiederholjobs häufig sind, ist eine Mehrnadelstickmaschine der nächste Schritt.
- Erfolgscheck: Einspannen wird schneller und reproduzierbarer, mit weniger Abdrücken und weniger Fehl-Einspannen.
- Wenn es trotzdem nicht klappt: Eine Einspannstation ergänzen, um die Positionierung zu fixieren, und Magnet-Sicherheit beachten (Quetschgefahr, Abstand zu medizinischen Geräten).
