Ein „Hers“-Handtuch‑Monogramm in Creative DRAWings digitalisieren: Der Mathe‑Trick für den perfekten Halbkreis + sauberer Export‑Workflow

· EmbroideryHoop
Dieses praxisnahe Tutorial führt dich Schritt für Schritt durch den Aufbau eines „Hers“-Monogramm-Layouts für ein Handtuch in Creative DRAWings: Scroll-Vektor importieren, mit einer einfachen Winkelrechnung in einen exakt symmetrischen Halbkreis umwandeln, den Radius für mehr Platz im Zentrum anpassen, das Endelement per Spiegelung sauber „auslaufen“ lassen, fetten Text setzen, Farben optimieren und anschließend sowohl eine editierbare Arbeitsdatei als auch eine maschinenfertige Stickdatei speichern. Zusätzlich bekommst du produktionsnahe Checkpoints und typische Stolpersteine aus dem Workflow – speziell für Frottee/Handtücher.
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Inhaltsverzeichnis

Hier ist die kalibrierte, „White-Paper“-artige Anleitung – optimiert für Einsteiger-Erfolg und einen sauberen, wiederholbaren Workflow.


Arbeitsplatz einrichten und Stickrahmen-Größe festlegen

Ein Handtuch-Monogramm wirkt auf den ersten Blick simpel. In der Praxis ist Frottee aber eine „lebendige“ Oberfläche: Der Flor bewegt sich, Schlingen können durch Standardstiche hochkommen, und die Materialdicke macht das Einspannen anspruchsvoller. In diesem Projekt baust du einen dekorativen Halbkreis-Scroll-Rahmen mit „Hers“ in der Mitte. Noch wichtiger: Du lernst einen Ablauf, der den Unterschied zwischen „selbstgemacht“ und „boutique-sauber“ ausmacht.

Title slide showing the finished 'His and Hers' embroidered towels side by side.
Introduction

Was du lernst (und warum es zählt)

Du lernst nicht nur Klicks im Programm, sondern eine stabile Design-Architektur: Du öffnest ein fertiges Scroll-Element, stellst die korrekte Stickrahmen-Größe als Sicherheitsgrenze ein, formst daraus einen mathematisch perfekten Bogen und passt den Abstand so an, dass später die Schrift nicht „einsinkt“.

Auch wenn du heute nur ein Handtuch stickst: Genau dieser Workflow ist die Basis für reproduzierbare Sets. Konsistenz ist die Währung in der Maschinenstickerei. Wenn du das „His“-Handtuch später machst, muss es optisch und in der Passung zum „Hers“ passen.

A slide listing the four main steps of the tutorial: Open document, Create arc, Adjust element, Add lettering.
Overview

Stickrahmen-Größe: Arbeitsfläche auf die reale Stickfläche „verriegeln“

Im Video wird ein Generic 100 x 100 mm Stickrahmen (4x4 inch) verwendet. Bestätige diese Begrenzung unbedingt, bevor du designst. Wenn dein Design zu nah an die Grenze kommt, riskierst du einen Rahmen-/Nadelkontakt (Frame Strike) – das kann Nadeln brechen oder die Maschine aus dem Takt bringen.

Realitätscheck zu Rahmenspuren (Rahmenabdrücke): Standard-Kunststoffrahmen halten über Reibung und Druck. Bei dicken Handtüchern führt das oft dazu, dass man die Schraube extrem anzieht. Der Druck kann den Flor plattdrücken und sichtbare Rahmenspuren hinterlassen.

Windows file explorer dialog showing the selection of 'Her scroll.Draw' file.
Opening the file
Change Hoop dialog box showing 'Generic 100 x 100' selected from the dropdown menu.
Setting up the workspace hardware parameters

Warnung: Mechanische Sicherheit: Halte beim Sticken Hände/Finger von Nadelstange und bewegten Teilen fern. Frottee ist voluminös – achte darauf, dass der Stoff nicht „mitgezogen“ wird und das Motiv verzieht.

Checkliste vorab (Software + Stick-Readiness)

Diese Liste schließt die Lücke zwischen digitalem Design und realem Material. Wenn du diese Punkte überspringst, steigt das Risiko für Fadenknäuel/„Birdnest“ oder ein ruiniertes Handtuch.

  • Stickrahmen prüfen: In der Software muss Generic 100 x 100 mm aktiv sein.
  • Projekt-Hygiene: Lege einen Ordner „Hers_Towel_Set_01“ an, damit Versionen sauber bleiben.
  • Garnwahl: Für Handtücher ist Polyester (40 wt) oft die robustere Wahl als Rayon – gerade bei häufigem Waschen.
  • Material-Check:
    • Nadel: 75/11 oder 90/14 (je nach Handtuchdicke). Entscheidend ist: saubere Durchdringung ohne Fadenzieher.
    • Topper: Wasserlösliche Folie (z. B. Solvy) verhindert, dass Stiche im Flor „versinken“.
    • Unterfaden: Nutze eine Unterfadenspule mit ausreichend Reserve – ein Unterfaden-Ende mitten im Monogramm sieht man.
  • Maschinen-Hygiene: Flusen im Greiferbereich/Bobbin Case entfernen – Handtücher produzieren sehr viel Fussel.

Wenn das bei dir ein wiederkehrendes Produkt wird, wird die Ausrichtung schnell zum Engpass. Viele Profis kombinieren das digitale Layout mit einer physischen Einspannstation für Maschinenstickerei. Damit bleibt der Außenrahmen fix, während du das Handtuch reproduzierbar positionierst.

Vektorelemente importieren und bearbeiten

Das Design startet mit einer Vektor-Scroll-Datei („Her Scroll“). Dieses Element behandeln wir als Baustein.

Schritt 1 — Scroll-Datei öffnen

Öffne dein Ausgangsdokument („Her Scroll“).

Checkpoint: Du siehst ein einzelnes rotes Scroll-Element auf der Arbeitsfläche.

Erwartetes Ergebnis: Das Objekt ist sauber vorhanden und bereit für die Bearbeitung.

Schritt 2 — Scroll auswählen und das Werkzeug „Circular Array“ finden

Wähle das Objekt aus (Shortcut: Ctrl + A). In der linken Werkzeugleiste suchst du Create Circular Array.

Hinweis: In Creative DRAWings sind Werkzeuge oft gruppiert. Klicke und halte das sichtbare Icon, um das Untermenü einzublenden.

The initial result of the Circular Array tool showing the scroll element multiplied into a complete closed circle.
Applying Circular Array

Checkpoint: Nach dem Klick entsteht zunächst automatisch ein kompletter 360°-Ring. Das ist normal.

Erwartetes Ergebnis: Ein geschlossener Ring aus Scroll-Elementen.

Zoomed-in view of the circular array showing the control nodes, highlighting the green line (start) and red line (end).
Inspecting vector nodes

Profi-Hinweis: Was die grüne und rote Linie bedeuten

Zoome etwas hinein. Du siehst einen grünen Knoten/Marker (Start) und einen roten Knoten/Marker (Ende). Diese Marker sind deine „Griffe“ für den Bogen. Wenn du sie bewusst nutzt, vermeidest du das typische „Herumprobieren“, bis es ungefähr passt.

Der Mathe-Trick für perfekte Stick-Bögen

Einsteiger ziehen die Griffe, bis es „okay“ aussieht. Profis rechnen. Warum? Weil „nach Augenmaß“ schnell zu asymmetrischen Rahmen führt – und am hängenden Handtuch wirkt das dann schief.

Schritt 3 — Winkelrechnung für einen echten Halbkreis

Lies in den Tool-Eigenschaften den Start Angle ab (im Video: 183°). Für einen perfekten Halbkreis gilt immer: Startwinkel + 180 = Endwinkel.

  • Start: 183
  • Rechnung: 183 + 180 = 363
  • Eingabe: Trage 363 bei End Angle ein.

Dann Enter drücken.

The user inputting '363' into the End Angle field in the tool options bar following the calculation 183 + 180.
Defining the arc angle mathematically

Checkpoint: Der Ring „snappt“ sofort auf einen sauberen Halbkreis.

Erwartetes Ergebnis: Ein symmetrischer Bogen mit klarer, mathematischer Balance.

The design instantly transforming from a full circle to a perfect semi-circle arc based on the angle input.
Result of angle adjustment

Warum das funktioniert (und wie du es wiederverwendest)

Das ist zuverlässige Geometrie: Wenn du zu jedem Startwinkel 180° addierst, erhältst du exakt eine Halbkreis-Spannweite. (Im Video wird genau diese Methode gezeigt.)

Schritt 4 — Radius anpassen, damit die Schrift Platz hat

Was am Bildschirm „eng“ und dekorativ wirkt, kann auf Frottee schnell unruhig werden. Du brauchst bewusst Negativraum in der Mitte. Ziehe den grünen Start-Marker nach außen, um den Radius etwas zu vergrößern.

The cursor dragging the initial green node outward to expanding the diameter of the arc.
Manually shaping the arc

Wenn es passt, klicke Apply Circular Array. Damit wird der Effekt „festgeschrieben“ und die Elemente liegen als bearbeitbare Objekte vor.

The 'Apply circular array' button is clicked, finalizing the vector shapes.
Committing the design

Checkpoint: Die Mitte darf ruhig minimal „zu groß“ wirken – das hilft, wenn der Flor optisch in die Schrift hinein arbeitet.

Erwartetes Ergebnis: Ein fixierter Vektor-Bogen mit ausreichend Platz für die Schrift.

Hinweis aus der Praxis: Abstand ist nicht nur Optik

Mehr Luft zwischen Rahmen und Schrift reduziert das Risiko, dass sich Rahmenstiche und Schrift gegenseitig „ziehen“ und die Passung leidet – gerade auf voluminösem Material.

Individuelle Schrift und Fonts hinzufügen

Jetzt kommt das „Hers“. Ziel: Lesbarkeit.

Schritt 5 — Letztes Scroll-Element spiegeln, damit das Ende sauber ausläuft

Je nach Ausgangselement wirkt das Ende sonst „abgeschnitten“. Wähle nur das letzte Scroll-Objekt in der Reihe aus. Klicke Mirror Y, um es an der Y-Achse zu spiegeln, und schiebe es leicht in Position.

The final scroll object on the left is selected and the 'Mirror Y' button is active in the toolbar.
Flipping the end piece

Checkpoint: Der Bogen wirkt wie „eingefasst“ – Start und Ende sehen bewusst gestaltet aus.

Erwartetes Ergebnis: Ein sauberer, geschlossener Rahmen.

Troubleshooting: Wenn es „falsch herum“ wirkt, war es Mirror X. Einfach wieder deaktivieren und Mirror Y verwenden.

Schritt 6 — „Hers“ mit dem Text-Werkzeug setzen

Wähle Edit Text. Parameter aus dem Video:

  • Font: Harrington
  • Größe: ca. 32–35 (je nach Bogenform)
  • Stil: Bold

Tippe Hers.

The entire group of scrolls selected and being rotated slightly to level the design horizontally in the hoop.
Rotating the design

Mit Rectangular Selection positionierst du den Text optisch mittig.

The word 'Hers' is typed into the center of the scroll frame, showing the completed layout before color change.
Placing the text

Checkpoint: Achte darauf, dass die Buchstaben nicht zu nah an den Scroll-Rahmen kommen.

Erwartetes Ergebnis: Die Schrift „steht“ frei und klar im Zentrum.

Wenn du die Schrift „Harrington“ nicht hast

Creative DRAWings nutzt die auf deinem Computer installierten System-Fonts. Wenn „Harrington“ fehlt, wähle eine alternative Schrift, die zum Rahmen passt und nicht zu filigran ist.

Scaling-Hinweis: Wenn du regelmäßig Handtücher stickst, willst du nicht jedes Mal „nach Gefühl“ zentrieren. Hier wird eine hoop master Einspannstation im Alltag zum Zeit- und Qualitätshebel, weil du Positionen reproduzierbar anlegen kannst.

Finalisieren und für deine Maschine exportieren

Schritt 7 — Textfarbe an den Rahmen anpassen

Wähle den Text aus und gib ihm eine passende Farbe (im Video z. B. ein Burgund/Pinkton passend zum Scroll). So vermeidest du unnötige Farbwechsel.

Selecting a pink/burgundy screen from the color palette at the bottom to match the text to the scroll.
Colorizing

Checkpoint: Wenn Rahmen und Text in derselben Farbe laufen sollen, ist alles in einem Farbblock.

Erwartetes Ergebnis: Weniger Stopps, sauberer Ablauf.

Richtig speichern: erst Arbeitsdatei, dann Maschinenformat

Menü > File > Save As.

The File menu dropdown listing 'Save As' options.
Saving the file

Goldene Speicherregel:

  1. Als .draw speichern: Das ist deine editierbare Master-Datei.
  2. Als Maschinenformat speichern: Exportiere anschließend in das Format, das deine Maschine benötigt.

Setup-Checkliste (bevor du das Handtuch stickst)

Jetzt geht es von der Software an die Maschine – hier passieren die meisten Fehler.

  • Stickrahmen-Check: Ist genug Freigang am Maschinenarm?
  • Einspannen: Straff, aber nicht überdehnen. Überdehnung führt nach dem Ausspannen zu Wellen/Puckern.
  • Topper auflegen: Wasserlösliche Folie flach auf den Flor legen.
  • Rahmen-Entscheidung:
    • Szenario A: Klassischer Kunststoffrahmen rutscht/ist schwer zu schließen.
    • Szenario B: Magnetrahmen für Stickmaschine – sie schließen ohne Schraubdruck und sind bei dicken Materialien oft angenehmer.

Warnung: Magnet-Sicherheit: Magnetrahmen sind sehr stark. Abstand zu Herzschrittmachern halten und niemals Finger zwischen die Magnete bringen, wenn sie schließen.

Qualitätschecks

Bevor du „Start“ drückst, prüfe die Grundlagen.

On-Screen-Checks (in Creative DRAWings)

  • Zentrierung: Sitzt das Motiv wirklich mittig im 100x100-Bereich?
  • Optik der Passung: Wirkt der Halbkreis gleichmäßig und nicht „eierig“?

Checks an der Maschine (physisch)

  • Topper-Sitz: Liegt die Folie glatt auf?
  • Unterfaden-Reserve: Reicht die Unterfadenspule sicher für das Motiv?

Scaling-Hinweis: Wenn das Einspannen pro Handtuch zu lange dauert, frisst das Marge. Eine feste Einspannstation für Stickrahmen kann den Ablauf deutlich beschleunigen und die Ausrichtung stabilisieren.

Troubleshooting

Wenn etwas nicht klappt, starte mit der einfachsten Ursache.

1) Circular-Array-Werkzeug nicht sichtbar

  • Symptom: Du findest das Icon nicht.
  • Wahrscheinliche Ursache: Es liegt in einer Werkzeuggruppe.
Korrektur
Auf das Werkzeug-Icon klicken und halten, dann im Flyout Create Circular Array auswählen.

2) Falsche Spiegelachse erwischt

  • Symptom: Das Endstück wirkt „verkehrt“.
  • Wahrscheinliche Ursache: Mirror X statt Mirror Y.
Korrektur
Den falschen Mirror-Button erneut klicken (deaktivieren) und dann Mirror Y verwenden.

3) Schriftart fehlt

  • Symptom: „Harrington“ ist nicht auswählbar.
  • Wahrscheinliche Ursache: System-Font nicht installiert.
Korrektur
Eine verfügbare Alternative wählen.

Ergebnis

Du hast jetzt ein „Hers“-Monogramm aufgebaut, das sauber ausgerichtet ist, geometrisch stimmt und korrekt gespeichert wurde – als editierbare .draw-Datei und als maschinenfertige Stickdatei.

Ablauf-Checkliste (als wiederholbarer Workflow)

  • Datei öffnen: „Her Scroll“ laden > Stickrahmen (100x100 mm) prüfen.
  • Array: Alles auswählen > Create Circular Array.
  • Mathe: Start Angle + 180 = End Angle.
  • Platz schaffen: Grünen Marker nach außen ziehen > Apply Circular Array.
  • Finish: Letztes Scroll-Element wählen > Mirror Y.
  • Text: Edit Text > Harrington (Bold) > „Hers“ > optisch zentrieren.
  • Farbe: Text an Scroll anpassen.
  • Speichern: .draw (Master) dann Maschinenformat.

Der Weg vom Hobby zur Produktion ist gepflastert mit Werkzeugen, die Zeit sparen und Ausschuss reduzieren. Wenn dein Volumen steigt, werden häufige Farbwechsel und langsames Einspannen schnell zum Flaschenhals. Spätestens dann schauen viele Betriebe in Richtung Mehrnadelstickmaschine bzw. einer Monogramm-Stickmaschine, um Farbwechsel automatisch zu fahren und den Durchsatz zu erhöhen.