DesignShop v11 Porträt-Digitalisieren, das in der Praxis wirklich sauber näht: Bean Stitches, Subtract Element und Dichte-Fixes für kleine Schrift

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe DesignShop v11-Anleitung zeigt, wie du ein Foto für die Porträt-Digitalisierung korrekt importierst und VOR dem Digitalisieren auf Endgröße skalierst, wichtige Merkmale mit Bean Stitches für Struktur nachzeichnest, überlappende Stiche sauber entfernst (Wireframe/OFM vs. Expanded/DST-Editing) und Lücken in kleiner Schrift behebst, indem du Dichte und Unterlage an die reale Fadenbreite anpasst. Außerdem lernst du, wie du nach Löschungen gefährliche lange Sprungstiche vermeidest (wann Trims vs. Laufstich-Travel sinnvoll sind) und wie du Fragen zu Rahmen-Programmierung und Hook Timing einordnest, ohne über das Handbuch hinaus zu raten.
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Inhaltsverzeichnis

Der Bildschirm lügt: Eine Masterclass in DesignShop v11 & Produktionsrealität

„Warum sieht es am Monitor wie ein Meisterwerk aus – und auf der Maschine wie ein Unfall?“

Wer schon länger an der Mehrnadelstickmaschine steht, kennt das: Am Bildschirm ist alles „perfekt“. In der Produktion gelten aber andere Regeln – Stoffdehnung, Reibung im Stickrahmen, Fadenspannung und Unterlage entscheiden, ob ein Design sauber läuft oder ob du später mit der Pinzette Fadenreste ziehst.

Gerade bei Porträts (viele feine Linien), überlappenden Formen („Bulletproof“-Effekt) oder winziger Schrift um 0,5" ist DesignShop v11 nur die halbe Miete. Die andere Hälfte ist Physik.

Diese Anleitung baut den Workflow aus einem DesignShop Talk nach – ergänzt um die Checks, die in der Praxis wirklich Zeit, Ausschuss und Nadelbrüche sparen.


Phase 1: Das Fundament (bevor du auch nur einen Stich digitalisierst)

Setup: Importieren & zuerst skalieren

Ein klassischer Fehler: Ein riesiges Foto digitalisieren und das fertige Design später verkleinern. Damit zerschießt du dir die Dichte-Logik. Beim starken Verkleinern wird das Ergebnis schnell „kugelsicher“ (steif wie Pappe) – bis hin zu Fadenproblemen und Nadelbruch.

Pro-Workflow:

  1. Bild einfügen:
    • Gehe auf File > Insert.
    • Typische Falle: Wenn du die Datei nicht siehst, stelle den Filter auf „All Graphics“ (oder „All Embroidery/Graphic Files“). Standardmäßig steht es oft nur auf Stickdateien.
File open dialog showing the file type dropdown menu set to 'All Embroidery/Graphic Files'
Importing a graphic
  1. Sofort auf Endmaß skalieren:
    • Wähle das Bild in der Project View (Liste/Projektansicht), nicht direkt im Arbeitsbereich.
    • Aktion: Beim Ziehen am Eckpunkt Shift gedrückt halten (Seitenverhältnis bleibt korrekt).
    • Sichtprüfung: Pixelig ist okay – wichtig ist, dass die Maße in der Leiste zu deiner finalen Stickgröße passen.
Mouse dragging corner handle of a dog photo with constrain proportions active
Scaling image

Praxis-Check: Wenn du vor dem Digitalisieren skalierst, planst du nicht „ein Bild“, sondern Stiche für einen konkreten Platz auf dem Textil.


Phase 2: Künstlerisch digitalisieren (Porträts & Struktur)

Walk Bean: Das „One-Way-Ticket“ für Porträt-Linien

Für Porträts (statt sauberer Kontur-Grafik) ist das Walk Bean-Werkzeug ideal. Im Gegensatz zu einem normalen Laufstich wirkt ein Bean Stitch wie ein dicker Marker: Er näht vor/zurück/vor (mehrfache Einstiche pro Stich) und baut sichtbar Struktur auf.

Warum Bean Stitch? Er erzeugt einen organischen, handgezeichneten Look – sehr gut für Fell, Konturen, Schattenkanten.

Bewährte Grundeinstellung:

  • Tool: Walk Bean.
  • Stichlänge: 20 points.

So zeichnest du sauber (Klick-Rhythmus):

  • Linksklick: Gerade Punkte / harte Kanten.
  • Rechtsklick: Kurvenpunkte / weiche Bögen.
  • Enter: Element abschließen.
  • Backspace: Letzten Punkt zurücknehmen.

Wichtig für saubere Ergebnisse: Nicht jedes Haar nachfahren. Suche dir Kontrastkanten und Schattenbrüche (ähnlich wie bei „Posterize“-Bildern). Zu viel Bean-Stitch-Detail kann das Material überlasten.

Speaker discussing variegated thread effects
Answering Q&A
Black and white dog portrait being traced with blue wireframe lines
Digitizing portrait

Phase 3: Der „Bulletproof“-Fix (Elemente sauber subtrahieren)

Viele Digitalisierer stapeln Formen wie in Photoshop. In Stickerei führt das zu überflüssigen Lagen, steifer Haptik und unnötiger Stichmasse („Bulletproof Embroidery“).

Lösung: Subtraktion im Wireframe (OFM).

  1. Oberes Objekt auswählen (das sichtbar bleiben soll).
  2. Ctrl halten und unteres Objekt auswählen (das darunter liegt).
  3. Rechtsklick > Subtract Element.

Kritische Stellschraube: Overlap (Sicherheitsüberlappung)

Ein „perfekter“ Ausschnitt ist in Textil selten perfekt: Stoff zieht sich beim Sticken zusammen. Ohne Überlappung entstehen schnell helle Blitzer/Gaps an der Kante.

  • Einstellung: Eigenschaften des Subtract-Tools per Rechtsklick.
  • Wert: 5–10 points (im Talk wird 7 als praxisnah genannt).
  • Ziel: Das obere Objekt näht minimal über die Kante des unteren – als Sicherheitsreserve.
Right click context menu on the Subtract Element icon showing overlap settings
Setting subtract overlap
Result of subtraction showing a geometric cutout in the bottom layer
Visual verification of subtract

Kontrolle: Stark reinzoomen – die Wireframes sollten sich überkreuzen, nicht nur „Kante an Kante“ liegen.


Phase 4: Gefahrenzone (Expanded/DST bearbeiten)

Wenn du keine OFM/Wireframe-Quelle hast und nur eine DST (expandierte Stichdaten) bekommst, ist das Bearbeiten eher wie „PDF editieren“: machbar, aber riskant.

Workflow:

  1. Farbe/Lage auswählen.
  2. Expanded Editing Mode aktivieren.
  3. Mit Custom Point Selection die Stiche lassoen.
  4. Delete.
Expanded Editing Mode active showing thousands of individual needle points
Editing expanded file
Using Custom Point Selection tool to lasso a group of stitches to delete
Selecting stitches to remove

Die „Sprungstich-Steuer“ (Risikomanagement)

Wenn du mitten in einem Pfad Stiche entfernst, fehlt der „Weg“ von A nach B. Die Maschine erzeugt dann einen langen, unkontrollierten Sprung.

Folge: Lange Sprungstiche, die Fäden ziehen, hängen bleiben oder bei hoher Geschwindigkeit Probleme verursachen.

Long jump stitch line appearing across the design after deletion
Observing jump stitch issue

Warnung: Sicherheit in der Produktion
Lange, lose Sprungstiche sind nicht nur unsauber – sie können sich verhaken und im ungünstigen Fall zu Nadelbruch führen. Setze deshalb bewusst Trim-Befehle oder plane Laufstich-Travel (Reisestiche), um den Übergang kontrolliert zu machen.


Phase 5: Kleine Schrift (das Dichte-Geheimnis)

Ein Praxis-Klassiker: „Meine kleine Schrift wirkt fusselig, ungleichmäßig oder hat Lücken.“

DesignShop v11 rechnet Auto Density eher „auf Abdeckung“ – bei Mikro-Schrift (z. B. 0,5") sieht das am Bildschirm oft okay aus, näht aber mit sichtbaren Zwischenräumen.

Physik dahinter: Standard-40wt-Stickgarn ist ungefähr 3,7 bis 3,8 points breit. Wenn deine Dichte auf 4,0 points steht, programmierst du rechnerisch einen Abstand zwischen den Fadenlagen.

Fix (wie im Talk gezeigt):

  • Auto Density AUS.
  • Dichte: 3,7 – 3,8 (für Standardgarn).
  • Dichte: 3,0 – 3,3 (für dünneres 60wt).
Object Properties window with Lettering Density set to 3.7
Adjusting density

Unterlage: Auto Underlay statt Raten Die Auto-Underlay-Logik richtet sich nach der Elementbreite:

  • < 20 pts: Center Walk.
  • 20–40 pts: Edge Walk.
Auto Underlay settings dialog showing thresholds for Center Walk vs Edge Walk
Configuring underlay

Phase 6: Die echte Welt (Hardware & Einspannen)

Du kannst die perfekte Datei haben – wenn das Einspannen schlecht ist, wird das Ergebnis schlecht. Hier endet Software und beginnt Handwerk.

Entscheidungsbaum für kleine Schrift

Nutze diese Logik für Text um 0,5" (oder kleiner):

  1. Stoff bewerten:
    • Stabil (Denim/Twill): Standard-Tearaway.
    • Instabil (T-Shirt/Polo): Cutaway-Stickvlies – ohne Ausnahme.
  2. Rahmenspuren prüfen: Siehst du einen glänzenden Ring, wo der Rahmen die Fasern gequetscht hat?
    • Ja: Schraube zu fest oder Material zu empfindlich.
    • Ansatz: Viele steigen dann auf how to use magnetic embroidery hoop um, weil ein Magnetrahmen ohne „Reib-Ring“ klemmt.
  3. Verzug prüfen: Ist die Schrift schief oder puckert?
    • Ursache: Stoff wurde beim Einspannen gedehnt und zieht sich beim Sticken zurück.
Korrektur
Mit einer Einspannstation für Stickmaschinen bleibt das Material neutral (nicht überdehnt) und die Platzierung wird reproduzierbar.

Warnung: Magnet-Sicherheit
Moderne Magnetrahmen für Stickmaschine (z. B. Mighty Hoops) haben sehr starke Magnetkraft. Quetschgefahr: Finger niemals zwischen die Magnetflächen bringen. Abstand zu Herzschrittmachern und magnetempfindlichen Medien (z. B. Kreditkarten) halten.

Troubleshooting bei Custom Hoops

Wenn du nicht-standardisierte Rahmen nutzt, müssen sie in der Software korrekt definiert sein – sonst riskierst du, dass die Maschine in den Rahmen fährt.

Melco Cloud download webpage
Showing update location
Melco Service FAQ page showing 'Manually Adding Individual Hoops'
Searching for hoop setup
Diagram of custom hoop measurement points on the FAQ page
Explaining hoop definition

Die korrekte Definition deiner Stickrahmen für melco (oder kompatibler Drittanbieter-Rahmen) in der Datenbank ist ein Sicherheits- und Qualitäts-Muss.


Die „Oh Mist“-Checklisten

Bevor du Start drückst, geh diese Profi-Checks durch.

1. Prep-Checkliste (Software)

  • Skalierung: Bild/Design ist vor dem Digitalisieren auf Endmaß.
  • Overlap: Subtract-Overlap ist gesetzt (praxisnah z. B. 7 points, im Bereich 5–10).
  • Pfadführung: Bei DST-Edits sind Trims oder Travel-Laufstiche gesetzt – keine langen Sprünge.
  • Dichte: Kleine Schrift ist manuell auf Fadenbreite eingestellt (3,7–3,8 bzw. 3,0–3,3 bei 60wt).

2. Setup-Checkliste (Maschine)

  • Nadel: Für kleine Schrift eher 65/9 oder 70/10 (75/11 ist oft zu „grob“ für 0,5").
  • Stickvlies: Cutaway bei Maschenware.
  • Unterfaden: Spannung passt? (Fühltest: Unterfaden ziehen – sehr leichter Widerstand, wie Spinnennetz.)
  • Oberfadenspannung: (Fühltest: Oberfaden durch die Nadel ziehen – spürbar, aber gleichmäßig.)

3. Versteckte Verbrauchsmittel (ohne die du nicht starten solltest)

  • Präzisionspinzette: Für kurze Fadenenden bei Initialen.
  • Isopropanol: Zum Reinigen von Kleberresten an der Nadel (bei Sprühkleber).
  • Doppelseitiges Klebeband: Um Vlies bei Magnetrahmen sauber zu fixieren.

Wann lohnt sich ein Tool-Upgrade?

Manchmal ist es nicht „Skill“, sondern Werkzeug.

  • Symptom: Du verbringst mehr Zeit mit schiefem Neueinspannen als mit Sticken.
  • Cure: Eine Magnetische Einspannstation – standardisiert die Platzierung für Serien.
  • Symptom: Dauerhafte Rahmenspuren auf dunklen Polyester-Shirts.
  • Cure: Magnetrahmen für Stickmaschine – Klemmen statt Reiben.
  • Symptom: Du lehnst Aufträge ab, weil Farbwechsel auf der Ein-Nadel zu lange dauern.
  • Cure: Das ist oft der Punkt, an dem Mehrnadel-Lösungen wie SEWTECH oder Melco-Systeme Sinn ergeben.

Merke: Stickerei ist Erfahrungswissenschaft. Teststick ist Pflicht – und wenn mal eine Nadel bricht, lernt man. Nur bitte nicht zweimal denselben Fehler.

FAQ

  • Q: Warum führt es in DesignShop v11 zu „kugelsicherer“ Stickerei und Nadelbrüchen, wenn ich ein bereits digitalisiertes Porträt später verkleinere?
    A: Skaliere das importierte Bild vor dem Digitalisieren auf die finale Stickgröße, weil ein späteres Verkleinern die effektive Dichte zu hoch machen kann.
    • Größe zuerst festlegen: Bild einfügen und sofort auf Endmaß skalieren (mit Shift für korrektes Seitenverhältnis).
    • Bei Bedarf neu digitalisieren: Wenn schon zu groß digitalisiert wurde, lieber in korrekter Größe neu anlegen statt fertige Stichobjekte stark zu schrumpfen.
    • Stapeln reduzieren: Bei Überlappungen Subtraktions-Workflows nutzen statt Ebenen wie in Photoshop zu „stapeln“.
    • Erfolgskontrolle: Das Muster bleibt flexibel (nicht pappig-steif) und die Nadel läuft ohne wiederholtes Auslenken oder Brüche.
    • Wenn es noch hakt: Overlap und Dichte in den Problemzonen prüfen und einen kleinen Teststick vor der Serie machen.
  • Q: Welche Overlap-Einstellung (Pull Compensation) sollte ich bei „Subtract Element“ in DesignShop v11 nutzen, damit keine hellen Lücken zwischen den Lagen entstehen?
    A: Nutze einen Overlap von 5–10 points, damit das obere Objekt minimal über die Kante des unteren näht.
    • Objekte wählen: Zuerst das obere Objekt, dann mit Ctrl das untere Objekt auswählen.
    • Subtraktion anwenden: Subtract Element nutzen und in den Tool-Eigenschaften den Overlap auf 5–10 points setzen.
    • Nah prüfen: Reinzoomen und kontrollieren, dass sich die Wireframes überkreuzen statt nur zu berühren.
    • Erfolgskontrolle: Nach dem Sticken ist kein „Halo“/keine Stoffkante an den Ausschnittkanten sichtbar.
    • Wenn es noch hakt: Overlap innerhalb 5–10 erhöhen und sicherstellen, dass das Material stabilisiert ist und im Stickrahmen nicht wandert.
  • Q: Wie bekomme ich 0,5"-Schrift in DesignShop v11 weniger fusselig – mit 40wt oder 60wt Stickgarn?
    A: Auto Density ausschalten und die Dichte bei Mikro-Schrift manuell an die Fadenbreite anpassen.
    • Auto Density deaktivieren: Dichte manuell setzen statt auf abdeckungsbasierte Defaults zu vertrauen.
    • Dichte nach Garn: 3,7–3,8 points für 40wt, 3,0–3,3 points für 60wt.
    • Auto-Underlay-Regeln nutzen: Center Walk bei Spalten < 20 pts, Edge Walk bei 20–40 pts.
    • Erfolgskontrolle: Kanten wirken crisp (nicht „haarig“) und Flächen sind ohne sichtbare Zwischenräume gefüllt.
    • Wenn es noch hakt: Nadelwahl prüfen (kleine, spitze Nadel für Text) und sicherstellen, dass der Stoff beim Einspannen nicht gedehnt/puckert.
  • Q: Wie verhindere ich beim Bearbeiten einer DST in DesignShop v11 (Expanded Editing Mode) gefährlich lange Sprungstiche nach dem Löschen von Stichen?
    A: Lass keine „Schlucht“ im Stichpfad – setze einen Trim oder sichere Travel-Stiche, um den Weg kontrolliert zu schließen.
    • Vorsichtig editieren: Im Expanded Editing Mode nur die wirklich nötigen Stiche lassoen und löschen.
    • Pfad managen: Bei Bedarf Trim setzen oder Laufstich-Travel digitalisieren, um Punkt A und B sicher zu verbinden.
    • Als Sicherheitsregel sehen: Lange, unkontrollierte Sprünge können hängen bleiben und Probleme verursachen.
    • Erfolgskontrolle: Die Maschine wechselt sauber mit kontrollierten Trims/Travel – keine langen losen Schlaufen.
    • Wenn es noch hakt: Edit rückgängig machen und Löschpunkte so planen, dass Trims an logischen Stellen im Nähablauf liegen.
  • Q: Woran erkenne ich vor dem Start, ob Unterfadenspannung und Oberfadenspannung für kleine Schrift passen?
    A: Nutze schnelle „Fühltests“, weil kleine Schrift Spannungsfehler sofort zeigt.
    • Unterfaden-Fühltest: Unterfaden ziehen – sehr leichter Widerstand (wie Spinnennetz).
    • Oberfaden-Fühltest: Oberfaden durch die Nadel ziehen – fest, aber gleichmäßig (wie Zahnseide).
    • Vor Produktion prüfen: Besonders nach Nadel-/Fadenwechsel.
    • Erfolgskontrolle: Faden läuft konstant ohne Ruckeln; Start ohne Schlaufen/Nester.
    • Wenn es noch hakt: Einfädelweg prüfen, erneut testen und einen kleinen Teststick mit Fokus auf den Textbereich laufen lassen.
  • Q: Welches Stickvlies sollte ich für 0,5"-Brusttext auf T-Shirt oder Polo nutzen, um Schrägzug und Puckern zu reduzieren?
    A: Für Maschenware (T-Shirts/Polos) Cutaway-Stickvlies verwenden, weil instabile Stoffe kleine Schrift verziehen.
    • Stoff einordnen: Maschenware als instabil behandeln – auch wenn sie „dick“ wirkt.
    • Richtig stabilisieren: Cutaway für Maschenware; Tearaway eher für stabile Gewebe wie Denim/Twill.
    • Dehnung beim Einspannen vermeiden: Neutral einspannen (nicht ziehen) oder eine Einspannstation nutzen.
    • Erfolgskontrolle: Buchstaben stehen gerade und der Stoff liegt nach dem Ausspannen flach.
    • Wenn es noch hakt: Einspanntechnik auf Vor-Dehnung prüfen und Dichte/Unterlage passend zum Garn kontrollieren.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln gelten für starke Magnetrahmen an Haushalts- oder Industriestickmaschinen?
    A: Magnetrahmen sind Quetschgefahr und müssen von sensiblen Geräten ferngehalten werden.
    • Finger weg vom Schließbereich: Finger niemals zwischen Magnetflächen bringen.
    • Arbeitsplatz kontrollieren: Abstand zu Herzschrittmachern und magnetempfindlichen Medien (z. B. Kreditkarten).
    • Vlies sicher fixieren: Z. B. mit doppelseitigem Klebeband arbeiten, statt mit Fingern im Klemmbereich zu „korrigieren“.
    • Erfolgskontrolle: Rahmen schließt kontrolliert, Stoff sitzt fest, ohne übermäßige Druckstellen.
    • Wenn es noch hakt: Schließen verlangsamen und Material erst positionieren, wenn die Hände komplett aus dem Schließweg sind.
  • Q: Wenn Shirts ständig schief eingespannt werden und dunkler Polyester Rahmenspuren zeigt: Wie sieht der Upgrade-Pfad von Technik über Magnetrahmen/Station bis zur Mehrnadel-SEWTECH aus?
    A: Starte mit Technik- und Setup-Checks, upgrade dann gezielt Tools (Magnetische Einspannstation/Magnetrahmen) und erst danach Kapazität (Mehrnadel) für Durchsatz.
    • Level 1 (Technik): Neutral einspannen, Stickvlies passend zum Stoff (Cutaway bei Maschenware), Dichte/Nadel für kleine Schrift prüfen.
    • Level 2 (Tooling): Einspannstation für reproduzierbare Platzierung; Magnetrahmen zur Reduktion reibungsbedingter Rahmenspuren.
    • Level 3 (Kapazität): Wenn Farbwechsel/Rework den Durchsatz begrenzen, ist eine Mehrnadel-Lösung wie SEWTECH oft der nächste Schritt.
    • Erfolgskontrolle: Platzierung wird wiederholbar, Rahmenspuren nehmen ab, Nacharbeit sinkt über die Serie.
    • Wenn es noch hakt: Analysiere, was wirklich der Engpass ist (Platzierung vs. Rahmenspuren vs. Passung) und upgrade zuerst genau diesen Flaschenhals.