DesignShop v10 Pull Comp vs. Pull Offset: Der saubere Fix für „Ei“-Kreise und fadenreißende Mini-Schrift

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe DesignShop-v10-Anleitung erklärt, warum Stickstiche Motive verziehen (Push-and-Pull), worin sich Pull Compensation (%) von Pull Offset (Punkte) unterscheidet und wie du kleine Script-Schriften rettest: Spaltenbreite messen, einen berechenbaren Offset hinzufügen und so sicher über dem Nadeldurchmesser bleiben – für lesbare Schrift ohne „Matsch“ und ohne unnötige Fadenrisse.
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Inhaltsverzeichnis

Die „plattgedrücktes Ei“-Verschwörung: Warum perfekte Vektor-Kreise nicht rund rauskommen (und wie du es in DesignShop v10 sauber korrigierst)

Wenn du schon einmal einen mathematisch perfekten Kreis digitalisiert, an die Maschine geschickt und dann mit Schrecken gesehen hast, dass er gestickt wie ein leicht zusammengedrücktes Ei aussieht: kurz stoppen. Durchatmen. Das ist kein „Du kannst nicht digitalisieren“-Problem – das ist Physik.

Sticken ist nicht wie Tinte auf Papier. Beim Sticken wirken Fadenspannung, Nadeleinstich und Materialverhalten gleichzeitig auf den Stoff – und du verformst das Substrat aktiv. Die gute Nachricht: In Melco DesignShop v10 hast du dafür zwei sehr wirksame Stellschrauben: Pull Compensation und Pull Offset.

Dieser Leitfaden baut den Workflow aus dem Melco-Tutorial nach – und macht ihn „werkstatt-tauglich“: Wann Prozent sinnvoll sind, wann Punkte die bessere Wahl sind, warum kleine Schrift Fäden reißt (oft nicht wegen Spannung), und wie du Satinspalten so dimensionierst, dass sie zuverlässig nähbar bleiben.

Object Properties window showing the Pull Comp tab with various parameters.
Navigating software interface

Die Physik der Verformung: Warum dein Bildschirm dich anlügt

Bevor du irgendeinen Wert änderst, brauchst du eine Grundwahrheit: Der Bildschirm lügt.

Auf dem Monitor ist alles stabil. Im Stickrahmen ist Stoff „beweglich“. Sobald die Nadel in den Stoff geht und der Faden angezogen wird, passieren zwei Dinge:

  1. Pull (Zusammenziehen): Entlang der Stichrichtung werden Fasern zusammengezogen – die Form „schrumpft“ in diese Richtung.
  2. Push (Aufdrücken): Quer zur Stichrichtung baut sich Fadenvolumen auf und drückt Material nach außen – die Form wird in diese Richtung breiter.

Darum werden Kreise häufig seitlich „eingezogen“ und oben/unten „aufgedrückt“.

Graphic overlay showing a blue vector circle (perfect) vs pink stitch circle (distorted oval).
Demonstrating push and pull physics

Mindset wie ein Profi: Du versuchst nicht, dass es am Bildschirm perfekt aussieht. Du erstellst bewusst eine digital „verzogene“ Form, damit das gestickte Ergebnis am Ende korrekt wirkt.

Praxis-Hinweis: Je instabiler das Material und je schwächer/ungeeigneter das Stickvlies, desto stärker zeigt sich Push-and-Pull. Ein Piqué-Polo verhält sich anders als ein weiches Sweat- oder Fleece-Material.

Die „versteckte“ Vorbereitung: Wo du die richtigen Regler findest

In DesignShop v10 sitzen Pull Compensation und Pull Offset in den Objekt-Eigenschaften – aber nicht bei jedem Objekttyp.

Die „Walk Stitch“-Falle: Viele versuchen, eine Laufstich-/Kontur-Linie damit „dicker“ zu machen. Das funktioniert nicht.

  • Aktion: Objekt auswählen.
  • Pfad: Rechtsklick → PropertiesMulti-Stitch Line.
  • Reality-Check: Wenn du den Pull-Bereich nicht siehst, prüfe den Stich-/Objekttyp. Diese Einstellungen gelten für Fills und Satins (also Objekte mit Breite), nicht für Walk Stitches.

Vorab-Checkliste (vor dem Verstellen):

  • Objekttyp prüfen: Ist es wirklich Satin oder Fill? Eine reine Linie hat keine „Spaltenbreite“.
  • Ziel klären: Geht es um Formverzug (eher Pull Comp %) oder um zu dünne Satinspalten bei Kleinschrift (eher Pull Offset in Punkten)?
  • Nadel im Hinterkopf behalten: Der Nadeldurchmesser spielt später bei der Mindestbreite eine Rolle.

Methode 1: Pull Compensation (%) – das „Breitschwert“

Pull Compensation arbeitet als Prozent-Multiplikator. Im Tutorial wird z. B. ein Wert über 100% gezeigt (z. B. 110%).

So wirkt es

Es verlängert/erweitert Stichlinien um den eingegebenen Prozentsatz. Weil es Multiplikation ist, skaliert der Effekt mit der Ausgangsbreite.

  • Eine breite Satinspalte „wächst“ deutlich stärker als eine sehr schmale.

Wann du es einsetzen solltest

Das ist dein Breitschwert für größere Flächen, Füllungen, Logos und Formen, bei denen globaler Verzug das Problem ist. Breite Stichspannen ziehen das Material meist stärker – prozentuale Kompensation passt sich diesem Verhalten oft sinnvoll an.

Gefahrenzone

Bei Schriften mit starkem Dick-Dünn-Kontrast (Script/Kalligrafie) kann Pull Comp schnell „zerstören“: Dicke Bereiche werden überproportional fett, dünne Bereiche verändern sich kaum.

  • Schneller Sichttest: Wenn Script plötzlich wie „Bubble Letters“ wirkt oder Innenräume (z. B. in „e“/„a“) zulaufen, ist Pull Comp zu aggressiv.

Methode 2: Pull Offset (Punkte) – das „Skalpell“

Pull Offset ist das Werkzeug der Wahl, wenn das Problem zu dünne Satinspalten sind – typischerweise bei kleiner Schrift.

So wirkt es

  • Einheit: Punkte.
  • Aktion: Du gibst einen festen Wert ein (z. B. 10 pt).
  • Ergebnis: DesignShop erweitert die Spalte um genau diesen Betrag auf beiden Seiten – unabhängig davon, wie breit die Spalte vorher war.

Warum es für Schrift meist überlegen ist

Pull Offset ist berechenbar: Es „panzert“ dünne Linien gleichmäßig, ohne die ohnehin breiten Bereiche unverhältnismäßig aufzublasen. Genau das brauchst du bei Kleinschrift, damit Haarlinien nicht wegbrechen, aber dicke Striche nicht „matschen“.

Fallstudie: Kleine Schrift retten, bevor der Faden reißt

Der wichtigste Teil aus dem Tutorial: Mini-Script reißt oft nicht primär wegen Spannung – sondern wegen Stitch Filtering (Stiche werden softwareseitig ausgedünnt/entfernt, weil es zu eng wird).

„Nadel-Freigang“ als Denkmodell

Im Video wird ein typischer Nadeldurchmesser mit 7–8 Punkten beschrieben. Wenn deine Satinspalte nur 5 Punkte breit ist, soll eine „7–8-Punkte-Nadel“ in einem „5-Punkte-Kanal“ arbeiten.

  • Konsequenz: Es fehlt Platz für saubere Fadenlegung und Verriegelung.
  • Software-Reaktion: DesignShop filtert Stiche heraus, um Fadenrisse zu vermeiden.
  • Ergebnis: Zackige/ausgedünnte Bereiche, Aussetzer – oder trotzdem Fadenriss, weil die Reibung/Belastung zu hoch ist.
Close up using the ruler tool to measure the thin column of a script letter 'e'.
Measuring stitch width

Der 60-Sekunden-Fix (mit der gleichen Rechnung wie im Video)

So rettest du eine 0,5 inch hohe Script-Schrift (z. B. Diane Script) reproduzierbar:

  1. Optischer Check: Stark hineinzoomen, bis du die Stichlinien klar siehst. Achte auf Bereiche, in denen Stiche „ausgedünnt“ oder unruhig wirken – das ist Filtering.
  2. Messen: Mit dem Ruler Tool die dünnste Stelle der Satinspalte messen.
    • Beispiel aus dem Tutorial: 5 Punkte.
  3. Ziel definieren:
    • Sicherer Bereich: 10–12 Punkte (im Video als praxisnaher Mindestbereich genannt).
    • Differenz: 10 (Ziel) − 5 (Ist) = 5 Punkte.
  4. Offset berechnen & setzen:
    • Pull Offset addiert links und rechts – also teilen.
    • 5 Punkte / 2 ≈ 2,5 bis 3 Punkte.
    • Aktion: 3 als Pull Offset eintragen.
  5. Neue Breite: 5 + 3 + 3 = 11 Punkte.
Comparison of lettering: Top is too thin, middle is mushed (Pull Comp %), bottom is clean (Pull Offset).
Comparing results

Damit ist die Spalte breiter als der kritische Bereich – die Schrift läuft sauberer durch, bleibt lesbar und die Maschine muss weniger „kämpfen“.

Warnung (Sicherheit beim Testen): Werte nicht blind extrem hochdrehen. Wenn sehr dichte Bereiche entstehen, kann es zu Nadelablenkung kommen. Teste Kleinschrift immer zuerst auf passendem Probestoff.

Das Pflaster: Minimum Column Width

DesignShop v10 bietet zusätzlich Minimum Column Width. Damit setzt du eine Untergrenze (z. B. 10 Punkte), unter die eine Spalte nicht mehr fallen darf.

  • Warum das nicht die Dauerlösung ist: Es ist grob. Feine, auslaufende Enden werden schnell „kantig“ und verlieren den Charakter der Schrift.
  • Empfehlung: Als Diagnose nutzen: Wenn Min Width = 10 deine Fadenrisse stoppt, ist die Ursache bestätigt (zu schmal). Danach wieder deaktivieren und sauber mit Pull Offset arbeiten.

Entscheidungshilfe: Prozent oder Punkte?

Nutze diese Logik, wenn du vor einem Problemobjekt sitzt:

1. Ist es eine Linie (Walk Stitch)?

  • JA: Stopp – Pull Comp/Offset greifen hier nicht. Linie/Objekt anders aufbauen.
  • NEIN: Weiter.

2. Ist das Problem Formverzug bei größeren Flächen (z. B. „Ei“-Kreis)?

  • JA: Pull Compensation (%). Für Strickware im Tutorial-Kontext als Startwert z. B. 110% testen.

3. Ist das Problem Fadenriss/Unlesbarkeit bei Kleinschrift?

  • JA: Pull Offset (Punkte) und die dünnste Spalte auf ca. 10–12 Punkte bringen.

4. Ist es Script/Kalligrafie?

  • JA: In der Regel Pull Offset bevorzugen, weil der Dick-Dünn-Kontrast erhalten bleibt.

Troubleshooting: Vom Symptom zur Maßnahme

Symptom (was du siehst/hörst) Wahrscheinliche Ursache Quick Fix (Aktion)
Klarer „Snap“ + Fadenriss bei Kleinschrift Spalte schmaler als „nähbar“ (unter Nadeldurchmesser/unter Mindestbreite), Filtering/Reibung Dünnste Spalte messen. Wenn <10 pt: Pull Offset typ. +2 bis +4 pt (je Seite entsprechend rechnen).
Kreis wirkt wie ein Ei (seitlich eingezogen/oben-unten gedrückt) Push-and-Pull entlang/quer zur Stichrichtung Pull Compensation (%) einsetzen oder Form manuell gegenverzerren.
Script wirkt „matschig“/blobby Pull Comp vergrößert dicke Bereiche zu stark Pull Comp reduzieren/auf 0, stattdessen Pull Offset.

60-Sekunden-Routine: Messen → Offset → Test

Wenn es schnell gehen muss, arbeite immer gleich:

1. Skalieren & prüfen

  • Schrift auf Endgröße bringen (z. B. 0,5 inch).
  • Stark zoomen und nach Filtering-Optik suchen.

2. Messen

  • Tool: Ruler.
  • Dünnste Satinspalte messen.
  • Ziel: >10 Punkte.

3. Offset setzen

  • Wenn <10 pt: Pull Offset = (10 − Ist) / 2 (aufrunden, wenn nötig).

4. Teststick

  • Auf vergleichbarem Material testen (gleicher Stoff/gleiches Stickvlies).

5. Ergebnis prüfen

  • Optik + Lesbarkeit kontrollieren; bei Bedarf in kleinen Schritten nachjustieren.

Wenn du den Unterschied zwischen „Prozent für Formen“ und „Punkte für Kleinschrift“ beherrschst, wird Digitalisieren reproduzierbar: weniger Ratespiel, weniger Ausschuss, sauberere Ergebnisse.

FAQ

  • Q: Warum wird in Melco DesignShop v10 ein perfekter Vektor-Kreis auf Strickware wie ein „plattgedrücktes Ei“, und mit welchem Pull-Compensation-(%)-Wert sollte man zuerst testen?
    A: Das ist typisch: Durch Pull-in (entlang der Stichrichtung) und Push-out (quer dazu) verzieht sich die Form. Starte mit Pull Compensation (%) und teste bei Strickware als ersten Richtwert etwa 110%.
    • Auswahl: Wähle das Satin-/Fill-Kreisobjekt (kein Walk Stitch).
    • Einstellung: Rechtsklick → Properties → Pull Compensation über 100% setzen (z. B. 110%).
    • Test: Probestick auf derselben Strickware + demselben Stickvlies wie in der Produktion.
    • Erfolgskontrolle: Der gestickte Kreis wirkt messbar runder (Seiten nicht mehr so stark eingezogen), geprüft mit Lineal/Messschieber.
    • Wenn es noch nicht passt: Einspannen prüfen (straff, nicht gedehnt) und Stickvlies-Wahl kontrollieren; wechselnde Einspannspannung lässt Kompensation „zufällig“ wirken.
  • Q: Warum werden Pull Compensation (%) und Pull Offset (Punkte) in Melco DesignShop v10 bei einer Walk-Stitch-/Multi-Stitch-Line-Kontur nicht angezeigt?
    A: Pull Compensation und Pull Offset gelten für Objekte mit Breite (Satins und Fills). Bei einer Walk-Stitch-Linie erscheinen sie nicht bzw. wirken nicht.
    • Prüfen: Sicherstellen, dass das Objekt wirklich Satin oder Fill ist – nicht Walk Stitch.
    • Neu aufbauen: Wenn eine Kontur dicker sein muss, als Satinspalte anlegen/umdigitalisieren statt eine Laufstichlinie „aufzublasen“.
    • Navigation: Rechtsklick → Properties und darauf achten, dass du die Eigenschaften eines Satin-/Fill-Objekts bearbeitest.
    • Erfolgskontrolle: Pull-Einstellungen sind erst sichtbar, wenn das Objekt tatsächlich Satin/Fill ist.
    • Wenn es weiterhin fehlt: Stark zoomen und prüfen, ob das Objekt wirklich eine Spaltenbreite hat (nicht nur ein Pfad).
  • Q: Wie verhindert Pull Offset (Punkte) in Melco DesignShop v10 Fadenrisse bei 0,5-inch hoher Script-Schrift, indem es Stitch Filtering behebt?
    A: Pull Offset verbreitert dünne Satinspalten, damit die Nadel genügend „Freigang“ hat. Ziel ist, die dünnsten Striche auf etwa 10–12 Punkte zu bringen.
    • Sichtprüfung: So weit zoomen, dass einzelne Stiche sichtbar sind; nach ausgedünnten/zackigen Bereichen (Filtering) suchen.
    • Messen: Mit dem Ruler Tool die dünnste Satinspalte messen (Beispiel: 5 Punkte).
    • Rechnen: (10 − Istbreite) ÷ 2 als Pull Offset eintragen (Beispiel: (10−5)/2 ≈ 3).
    • Erfolgskontrolle: Nach Pull Offset laufen die dünnen Striche ohne zackige Lücken und ohne „Snap“-Fadenrisse.
    • Wenn es noch reißt: Nadelzustand prüfen (keine Grate) und auf identischem Stoff + Stickvlies testen; eine beschädigte Nadel kann Digitalisierfehler imitieren.
  • Q: Wann sollte man Pull Compensation (%) bei Script-/Kalligrafie-Schriften vermeiden, weil die Schrift „matschig“ wirkt?
    A: Sobald Script den Dick-Dünn-Kontrast verliert oder Innenräume zulaufen, Pull Compensation (%) zurücknehmen und auf Pull Offset (Punkte) wechseln.
    • Diagnose: Achte auf „aufgeblasene“ dicke Striche und geschlossene Innenräume (z. B. bei „e“/„a“).
    • Wechsel: Pull Compensation reduzieren und stattdessen Pull Offset setzen, um dünne Bereiche kontrolliert zu stärken.
    • Re-Test: Gleiche Schriftgröße (z. B. 0,5 inch) auf gleicher Materialkombination sticken.
    • Erfolgskontrolle: Dünne Striche bleiben klar, Negativräume bleiben offen – keine „Blob“-Optik.
    • Wenn es noch nicht sauber ist: Minimum Column Width kurz als Diagnose nutzen, dann wieder aus und mit Pull Offset feinjustieren.
  • Q: Wie testet man dichte Kleinschrift in Melco DesignShop v10 am sichersten, um Nadelablenkung und mögliche Nadelkollisionen zu vermeiden?
    A: Nicht blind extrem erhöhen: in kleinen Schritten verbreitern, auf Probestoff testen und Nadelablenkung als reales Risiko behandeln.
    • Schrittweise: Pull Offset in kleinen Stufen erhöhen statt große Sprünge.
    • Test: Immer zuerst Probestick auf vergleichbarem Material.
    • Beobachten: Sofort stoppen, wenn die Nadel auffällig ablenkt oder ungewöhnliche Geräusche auftreten.
    • Erfolgskontrolle: Der Test läuft ohne auffällige Geräusche und ohne Fadenzerfaserung an den dünnsten Stellen.
    • Wenn es weiterhin kritisch ist: Problemstelle vereinfachen und Nadel prüfen; eine „angeschlagene“ Nadel verschärft Brüche und Ablenkung.
  • Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei Magnetrahmen, wenn man industrielle magnetische Stickrahmen nutzt, um Einspann-Verzug zu reduzieren?
    A: Magnetrahmen verbessern die Wiederholgenauigkeit durch vertikale Haltekraft – aber sie sind ein Quetschwerkzeug und müssen von bestimmten medizinischen Geräten ferngehalten werden.
    • Handhabung: Finger aus dem Schließbereich halten – Magnete schließen mit hoher Kraft.
    • Schließen: Langsam und kontrolliert öffnen/schließen, nicht „zuschnappen“ lassen.
    • Medizin: Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern oder Insulinpumpen.
    • Erfolgskontrolle: Material sitzt fest, ohne dass es vor dem Sticken hörbar „knarzt“ oder sichtbar gedehnt wird.
    • Wenn es trotzdem verzieht: Stickvlies passend wählen und Einspannen „straff, nicht gedehnt“ – Überdehnung konterkariert den Vorteil.
  • Q: Wenn Kreise sich verziehen und Kleinschrift auf Strickware ständig Fäden reißt: Was ist der „Level 1 → Level 2 → Level 3“-Troubleshooting-Pfad vor dem Hochskalieren?
    A: Erst Einstellungen/Technik stabilisieren, dann Einspann-Konstanz verbessern, dann Kapazität/Workflow erweitern.
    • Level 1 (Technik): Dünnste Satinspalten messen und für Kleinschrift Pull Offset setzen; für große Formverzüge Pull Compensation (%) nutzen; Probestick auf passendem Stoff/Stickvlies.
    • Level 2 (Tooling): Wiederholbarkeit mit Magnetrahmen und oft einer Einspannstation erhöhen, damit jedes Teil gleich eingespannt ist.
    • Level 3 (Kapazität): Wenn Durchsatz/Deadlines weiter limitieren, auf einen Mehrnadel-Produktionsworkflow umstellen, damit Tests, Farbwechsel und Output kontrollierter laufen.
    • Erfolgskontrolle: Gleiche Datei + gleicher Warentyp ergeben wiederholbar das gleiche Ergebnis mit weniger Ausschuss.
    • Wenn es weiterhin streut: „Pre-Flight“ machen – frische Nadel (kein Grat), korrektes Stickvlies, und Ober-/Unterfadenspannung gemäß Maschinenhandbuch prüfen, bevor du erneut an der Digitalisierung drehst.