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Der Produktions-Digitizer-Leitfaden: Von frustrierenden Fehlstichen zu Werkstatt-Präzision
Wenn du für die Produktion digitalisierst, entscheiden die „kleinen“ Details über Erfolg oder Ausschuss: Cutfile-Genauigkeit, Dichtewerte, die du wirklich messen kannst, Tie-Off-Stile, die in Schrift nicht auf der Oberfläche stehen – und Stopppunkte, die ITH (In-the-Hoop) Montage für den Bediener überhaupt erst stressfrei machen.
Dieser Beitrag baut Samantha Mirabals Design Shop Talk als Werkstatt-Workflow neu auf, den du wiederholen kannst. Alle konkreten Werte, Menüpfade und Sequenzen stammen aus der Session. Ergänzt habe ich nur praktische Kontrollpunkte (Woran erkennst du sofort, ob es passt?) und Sicherheits-Puffer, damit gute Dateien nicht an vermeidbaren Kleinigkeiten scheitern.

Applikations-Cutline nicht „nach Gefühl“: Tackdown so exportieren, dass er wirklich zum Cutter passt
Wenn Applikations-Teile „fast“ passen, aber unter dem Satin an Ecken oder Rundungen minimal zu kurz sind, ist meist nicht die Stickdatei das Problem – sondern die Cutline.
Samantha zeigt zwei zuverlässige Wege, aus einer Applikation eine Cutfile zu erzeugen. Welche Methode du nimmst, hängt davon ab, ob du schnell exportieren willst oder ein 1:1-Vektorobjekt brauchst, das du kontrolliert weiterverarbeiten kannst.
Methode A — Schnellexport: **File > Save Applique Outline**
Nimm das, wenn Design Shop den Export für deinen Vinyl-/Plotter-Workflow direkt erledigen soll.
- In deiner Applikationsdatei identifizierst du den Tackdown (die erste Laufnaht/Run, die das Material fixiert).
- Gehe zu File > Save Applique Outline.
- Wähle das Format, das deine Cutter-Software erwartet (typisch SVG oder EPS).

Methode B — „Echtes 1:1“: In Wireframe umwandeln und nach Illustrator kopieren
Nimm das, wenn du maximale Kontrolle über Skalierung und Weiterbearbeitung willst.
- Wähle das Applikations-Element in Design Shop.
- Gehe zu Operations > Convert to Wireframe.
- Sichtcheck: Die Stich-Eigenschaften sind weg – du siehst die „Skelett-Linie“/Vektorkontur.
- Wähle gezielt den Tackdown-Walk/Lauf-Vektor.
- Copy (Ctrl+C).
- Wechsel zu Adobe Illustrator.
- Paste (Ctrl+V).
- Speichere aus Illustrator in das Format, das dein Cutter benötigt.

Achtung bei Lasern: Material wird „weggebrannt“ (Cut wird sonst zu klein)
Samanthas Praxis-Hinweis ist entscheidend: Ein Laser hat eine Schnittfuge (Kerf) und entfernt Material. Schneidest du exakt die Tackdown-Kontur, wird das Teil real oft minimal zu klein. Ihr Workaround: Cutfile um ca. 4 Punkte größer skalieren.
Warnung: Risiko „Kante schaut raus“.
Skalierst du zu stark, kann die Applikationskante später über den Satin hinaus „blitzen“.
* Praxis-Fix: Immer erst einen Test auf Reststücken fahren. Wenn Kanten rausstehen: Skalierung reduzieren. Wenn die Abdeckung zu knapp ist: Skalierung erhöhen.
Praxis-Realität: Cutter verhalten sich unterschiedlich. Drag-Knife-Systeme können bei dehnbaren Materialien Ecken ziehen; Laser entfernen Material. Wenn die Cutline sauber ist, aber die Platzierung trotzdem schwimmt, liegt es oft am Einspann-Prozess. In der Produktion hilft eine wiederholbare Platzierung – z. B. über eine Einspannstation für Maschinenstickerei – damit das perfekt geschnittene Teil jedes Mal an derselben Stelle im Stickrahmen landet.
Der Lineal-Reality-Check: Stichdichte in Punkten messen (statt mit dem Auge zu diskutieren)
Dichte ist kein „Gefühl“. Samantha definiert es klar: Dichte ist der Abstand zwischen Stichreihen.
Wenn du Coverage-Probleme, Puckern oder „warum wirkt das dünn?“ analysierst: nicht raten – messen.
So misst Samantha Dichte in Design Shop
- Stark hineinzoomen, bis du einzelne Einstiche/Needle Penetrations sauber siehst (mindestens 600%).
- Das Ruler/Lineal-Tool in der oberen Werkzeugleiste wählen.
- Exakt auf einen Einstichpunkt klicken.
- Auf den Einstichpunkt der benachbarten Reihe klicken.
- Den Abstand im Tooltip ablesen.
Referenzwerte aus ihrem Beispiel:
- Unterlagestich-Abstand: 30 Punkte (im Beispiel als Abstand zwischen Unterlage-Reihen gemessen).
- Oberstich-Dichte: 4.0 Punkte (typischer „Sweet Spot“ für Satin/40wt-Garn).

Pro-Hinweis: Miss das, was wirklich versagt
Wenn der Satin oben „okay“ aussieht, aber der Stoff tunnelt/puckert, miss zuerst die Unterlage. Ist die Unterlage zu weit (z. B. deutlich über dem Beispielwert), zieht der Oberstich den Stoff eher zusammen, statt auf einer stabilen Basis zu liegen.
Haptik-Check: Eine gute Fläche fühlt sich geschlossen an (patch-artig). Wenn du mit dem Fingernagel darübergehst und es sich leicht „öffnet“ und der Grund durchscheint, sind die Stiche zu weit auseinander.
3-Farb-Blending ohne harte Kante: Custom-Density-Kurven, die gezielt auslaufen
Blending wird deutlich einfacher, wenn du es strukturiert aufbaust. Samantha nutzt dafür: zwei Vollflächen plus eine Blend-Zwischenlage.
Samanthas Blend-Aufbau (3 Ebenen)
- Obere Vollfarbe.
- Untere Vollfarbe.
- Mittlere Blend-Ebene (z. B. Orange als Übergang zwischen Rot und Gelb).
Der Schlüssel in der mittleren Ebene:
- Unterlage deaktivieren. Wichtig, weil hier „Faden auf Faden“ liegt – zusätzliche Unterlage macht es unnötig steif.
- In Effects Custom Density aktivieren.
- Kurventyp wählen (z. B. Convex oder Exponential).
- Reverse aktivieren, damit die Dichte in der Mitte stärker ist und zu den Rändern ausläuft.
- Auto Apply nutzen, um Änderungen live zu sehen.


Achtung: Blends treiben die Stichzahl hoch
Was am Bildschirm edel aussieht, kann in der Produktion langsam und „zu dicht“ werden. Bei kommerziellen Logos entscheidet die Stichzahl direkt über Laufzeit und Marge.
Wenn du solche Designs regelmäßig produzierst, spielt Maschinen-Durchsatz eine Rolle: Mehrnadel-Plattformen wie in Shops eingesetzte melco Stickmaschinen (oder vergleichbare Produktionsmaschinen) sind genau für hohe Stichzahlen und viele Farbwechsel ausgelegt.
Puffy-Jacken, Minky & Co.: Warum Schrift „versinkt“ – und welche Unterlage/Tie-Off-Wahl das rettet
Ein typischer Praxis-Schmerz: Auf Twill sieht Schrift perfekt aus – auf Fleece, Minky oder einer puffy Jacke verschwindet sie.
Fix gegen versinkende Stiche auf voluminösen/strukturierten Materialien
Prinzip: Du brauchst ein „Floß“, auf dem die Stiche sitzen.
- Aktion: Auto Underlay aktivieren.
- Upgrade: Unterlage gezielt verstärken, z. B. Zig Zag oder Edge Walk (Edge Walk fixiert die Kante, Zig Zag drückt Flor/Loft nieder).
- Wenn es extrem ist: Ein Knockdown-Stich (leichte Füllfläche in Stofffarbe) vor der Schrift kann die Fläche erst „beruhigen“.
Font-Codesheet nutzen wie ein Profi
Design-Shop-Codesheets zeigen empfohlene Min/Max-Höhen.
- Risiko: Unter Minimum skaliert werden Einstiche zu eng – das erhöht Risiko für Materialschäden und Fadennester.

Der Default, der „haarige“ Schrift macht: Auto Trim Length
Samantha nennt eine Einstellung, die saubere Schrift schnell ruiniert.
- Default: 64 Punkte.
- Empfehlung: 20 Punkte.
Praxis-Check: Teste das mit deinem Garn/Maschine. Zu kurze Enden können je nach Setup beim nächsten Start problematisch sein. Wenn du sicher gehen willst, starte mit 30 Punkten und gehe dann Richtung 20.
Sichtbare Knoten in kleiner Schrift? Tie-Off-Style prüfen
- Style 5: aggressives „X“ – stabil, aber sichtbar.
- Style 1: klassischer Lockstitch, der sich besser im Buchstaben versteckt.


Mylar-Schrift: Dichte steuert, wie stark es „durchscheint“
Wenn Mylar/Glitter-Film sichtbar sein soll, brauchst du bewusst mehr Abstand.
- Aus der Session: Garnstärke ca. 3.7–3.8 Punkte.
- Regel: Alles größer als 4.0 erzeugt eher Lücken.
- Praxis: Dichte erhöhen (z. B. > 4.0), damit Mylar durchscheinen kann.
ITH-Key-Fob ohne Fallen: Placement, Tackdown, Cut-Line, Backing-Vinyl, finaler Satin-Rand
ITH scheitert oft nicht an der Datei, sondern daran, dass die Sequenz die Hände des Operators ignoriert. Samantha plant Stopps so, dass Platzieren, Trimmen und „Backing von unten“ sauber möglich sind.
Samanthas ITH-Planung (Maße aus der Session)
Sie nennt eine Vektor-Breite von 0.504 inch und eine Gesamthöhe von 3 inches.


Die Digitalisier-Sequenz (Copy/Paste mit System)
Du duplizierst die Kontur und änderst pro Schritt die Eigenschaften.
- Placement Stitch (Run): zeigt, wo das Vinyl liegen muss.
- STOP (geplanter Halt).
- Tackdown (Run): fixiert das Vinyl.
- Cut-Line / Tackle Stitch: Dichte ca. 27 (als Schneid-/Trim-Guide).
- STOP (kritisch): jetzt Backing-Vinyl unter den Stickrahmen legen.
- Anchor-Pass: fixiert das Backing.
- Finaler Satin-Rand: aus der Kontur konvertiert, Breite 40.
Wichtiger Cleanup: Offene Vektorenden manuell schließen. Ist die Form nicht geschlossen, bekommst du beim Satin-Rand eine unschöne Lücke.



Stopppunkte machen ITH „bedienbar“
Die Stopps müssen in der Software bewusst gesetzt werden. Ohne Stopps läuft die Maschine weiter – und der Rand kommt, bevor das Backing-Vinyl platziert ist.
Warnung: Trim-Moment an der Maschine
Trimmen passiert direkt am Stickplatz.
* Sicherheitsregel: Nicht trimmen, wenn die Maschine jederzeit wieder anlaufen kann.
* Best Practice aus der Praxis: Wenn möglich Stickrahmen abnehmen – oder die Bewegung über Emergency Stop sichern, bevor Hände in die Nähe der Nadelstange kommen.
„Hidden Prep“ gegen 80% Nacharbeit: Material, Defaults, kurzer Sanity-Check vor dem Export
Bevor du exportierst oder stickst: dieser 60-Sekunden-Pre-Flight spart Ausschuss.
Prep-Checkliste (solange die Datei offen ist)
- [ ] Vektor geschlossen: Sind alle Satin-Konturen wirklich geschlossen (keine offenen Enden)?
- [ ] Cut-Strategie: Laser ggf. ca. +4 pts, Plotter eher 1:1.
- [ ] Font-Höhe: Liegt Text im Min/Max aus dem Codesheet?
- [ ] Trim-Settings: Auto Trim Length auf ca. 20–30 Punkte?
- [ ] Tie-Offs: Für kleine Schrift Style 1?
- [ ] Verbrauchsmaterial bereit: Tape (und je nach Workflow temporärer Kleber) für den Backing-Schritt?
Setup, das reproduzierbar sauber läuft: Trim-Länge, Tie-Off, Unterlage, Dichte-Messung
Hier werden „mysteriöse“ Probleme gelöst, bevor sie entstehen.
Setup-Checkliste (Maschine & Bedienung)
- [ ] Nadel-Check: Frische Nadeln (Vinyl verzeiht keine Grate).
- [ ] Unterlage-Strategie:
- Standard: Auto Underlay.
- Puffy/Fleece: Zig Zag + Edge Walk.
- [ ] Dichte verifizieren: Mit dem Linealtool – liegt der Oberstich um ~4.0 pts?
- [ ] Blend-Check: Unterlage auf der mittleren Blend-Ebene deaktiviert?
Stabilizer-Entscheidungsbaum für ITH-Vinyl & strukturierte Ware (damit der Rand nicht wellt)
Nutze diese Logik, um die Basis passend zu wählen.
1) Ist es ein ITH-Vinyl-Key-Fob?
- JA: Water-Soluble oder Tearaway.
- Warum? Du willst das Vlies an der Kante sauber entfernen.
- NEIN: weiter zu 2.
2) High Pile (Minky/Decke) oder Loft (Puffy-Jacke)?
- JA:
- Backing: Cutaway (Mesh oder Medium Weight) zur Stabilisierung.
- Topping: Water Soluble Topping (Solvy), damit Stiche nicht einsinken.
- Unterlage: kräftiger (Zig Zag).
- NEIN: weiter zu 3.
3) Ist der Stoff rutschig oder anfällig für Rahmenspuren?
- JA: Weiches/ggf. aufbügelbares Vlies.
- Praxis-Hinweis: Rutschige Materialien sind schwer konstant einzuspannen. Das ist ein typischer Einsatzfall für einen Magnetrahmen: gleichmäßige Klemmkraft ohne „Schraub-Reibung“, die Rahmenspuren begünstigt.
Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen
Magnetrahmen arbeiten mit starken Neodym-Magneten.
* Quetschgefahr: Magnete können schlagartig zusammenziehen.
* Medizinisches Risiko: Mindestens 6 inches Abstand zu pacemakers und ähnlichen Geräten.
Troubleshooting der „unangenehmen“ Themen: lange Fadenenden, sichtbare Knoten, versinkende Stiche (Symptom → Ursache → Fix)
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Primärer Fix |
|---|---|---|
| Unsaubere/lange Fadenenden | Auto Trim Length steht auf Default (64 pts). | Auf 20–30 Punkte reduzieren. |
| Sichtbare „X“-Knoten in Schrift | Tie-Off Style 5 aktiv. | Auf Style 1 wechseln. |
| Schrift versinkt | Zu wenig „Basis“, Flor kommt hoch. | Zig Zag Underlay + Solvy Topping. |
| ITH-Satinrand mit Lücke | Vektor nicht geschlossen. | Form schließen, dann Satin konvertieren. |
| Puckern/Tunneling | Unterlage zu weit (zu hohe Punkt-Abstände). | Unterlage enger setzen (z. B. Richtung 30 pts). |
Upgrade-Gedanke (wenn die Datei stimmt, aber der Durchsatz nicht)
Wenn die Dateien sauber sind, verlagert sich der Engpass vom PC in die Realität: Einspannen, Laden, Trimmen.
Im Hobby ist 5 Minuten Einspannen egal. Im Betrieb ist das verlorene Zeit.
- Engpass „Handarbeit/Ermüdung“:
Wenn Ausrichtung Zeit frisst oder Schraubrahmen nerven, ist eine Einspannstation für Stickrahmen der Standard-Hebel. Sie standardisiert die Platzierung, damit z. B. Left-Chest-Logos reproduzierbar sitzen. - Engpass „schwierige Materialien“:
Für dicke Jacken oder empfindliche Performance-Ware, die schnell Rahmenspuren bekommt, nutzen Shops oft einen Magnetrahmen. Die Klemmkraft hält Lagen, die klassische Innen-/Außenringe nicht sauber greifen. - Engpass „Volumen“:
Wenn du sauber digitalisierst, aber Deadlines nicht mehr schaffst, ist das oft ein Maschinen-Thema: Mehrnadelstickmaschinen reduzieren Stopps und manuelle Farbwechsel – besonders bei stitch-intensiven Blends.
Ablauf-Checkliste (während des Laufs)
- [ ] Platzierung: Deckt das Material die Placement-Linie vollständig ab?
- [ ] Trimmen: Sind Fäden und Applikationsmaterial nah genug am Tackdown getrimmt?
- [ ] Backing-Schritt: Backing-Vinyl rechtzeitig unter den Stickrahmen geschoben?
- [ ] QC am ersten Teil: Sind Knoten versteckt, Fadenenden kurz, Rand geschlossen?
Wenn du Einspannen mit derselben Disziplin standardisierst wie deine Digitalisier-Settings – also deinen Einspannen für Stickmaschine Prozess – verschwinden viele „unerklärliche“ Fehlteile.
FAQ
- Q: Wie exportiere ich in Design Shop eine Applikations-Cutfile, die zu einem Vinyl-Cutter (SVG/EPS) passt, ohne dass die Satin-Kante später zu kurz abdeckt?
A: Exportiere die Tackdown-Kontur über den Applikations-Outline-Export, damit die Cutline auf dem echten Tackdown-Pfad basiert.- Identifiziere die Tackdown-Laufnaht/Run-Linie, die das Applikationsmaterial fixiert.
- Nutze File > Save Applique Outline und exportiere als SVG oder EPS (je nachdem, was die Cutter-Software erwartet).
- Schneide vor der Serie einen Test auf Restmaterial, besonders bei dehnbaren Materialien.
- Erfolgskontrolle: Das Teil liegt komplett unter dem Satinrand – keine „kurzen Ecken“ und keine Rohkante, die nach dem Sticken hervorblitzt.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Nutze die 1:1-Methode (Wireframe + Tackdown-Vektor nach Adobe Illustrator kopieren) für kontrollierte Skalierung.
- Q: Wie kompensiere ich beim Export einer Applikations-Cutfile aus Design Shop die Laser-Schnittfuge (Kerf), damit die Stoffkante nicht über den Satin hinaussteht?
A: Skaliere die Laser-Cutfile um ca. +4 Punkte und validiere das mit einem kleinen Test, bis der Satin sauber abdeckt.- Exportiere die Applikations-Kontur und erhöhe anschließend die Skalierung um ungefähr 4 Punkte, um den Materialabtrag durch den Laser auszugleichen.
- Fahre einen kleinen Test-Cut auf dem Originalmaterial (oder sehr ähnlichem Reststück), bevor du eine Serie schneidest.
- Skaliere herunter, wenn Rohkanten herausstehen; skaliere hoch, wenn die Abdeckung noch zu knapp ist.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Sticken deckt der Satinrand die Schnittkante vollständig ab – keine sichtbare Stoffkante und kein Durchscheinen von Untergrund durch Lücken.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Prüfe Einspann-Konstanz und Platzierung, damit das Cut-Teil in jedem Lauf identisch sitzt.
- Q: Wie messe ich in Design Shop die Stichdichte mit dem Linealwerkzeug, damit „Coverage-Probleme“ nicht nach Augenmaß beurteilt werden?
A: Nutze das Linealwerkzeug bei hoher Vergrößerung, miss den Abstand zwischen benachbarten Stichreihen und vergleiche mit Referenzwerten.- Zoome auf mindestens 600%, damit einzelne Einstiche klar erkennbar sind.
- Wähle das Ruler/Lineal-Tool, klicke einen Einstichpunkt an und dann den Einstichpunkt der benachbarten Reihe.
- Vergleiche mit den Referenzen aus dem Beispiel: Oberstich-Dichte ~4.0 Punkte und Unterlage-Abstand ~30 Punkte.
- Erfolgskontrolle: Die Fläche wirkt geschlossen und lässt sich mit dem Fingernagel nicht leicht „aufziehen“, sodass der Grund sichtbar wird.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Bei Tunneling/Puckern zuerst die Unterlage messen – zu weite Unterlage lässt den Oberstich den Stoff zu einer Kante zusammenziehen.
- Q: Wie verhindere ich, dass Stickschrift auf Fleece, High-Pile-Decken oder Puffy-Jacken einsinkt – mit Unterlage und Solvy-Topping?
A: Baue ein „Floß“: Unterlage aktivieren, Unterlage verstärken und ein wasserlösliches Topping verwenden, damit die Stiche oben bleiben.- Aktiviere Auto Underlay und ergänze bei Bedarf Edge Walk (Kanten fixieren) und Zig Zag (Flor niederdrücken).
- Lege Water Soluble Topping (Solvy) oben auf, damit Stiche nicht im Flor verschwinden.
- Bei extremem Flor: Vor der Schrift einen Knockdown-Stich (leichte Füllfläche in Stofffarbe) einsetzen.
- Erfolgskontrolle: Nach dem Entfernen des Toppings bleibt die Schrift lesbar; Kanten werden nicht „verschluckt“ und kein Flor drückt durch.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Prüfe, ob die Schriftgröße im empfohlenen Min/Max-Bereich des Font-Codesheets liegt.
- Q: Wie reduziere ich in Design Shop lange, unordentliche Fadenenden in Schrift, indem ich Auto Trim Length vom 64-Punkte-Default ändere?
A: Senke Auto Trim Length von 64 Punkten auf etwa 20–30 Punkte und teste anschließend, ob Starts sicher bleiben.- Setze zunächst auf 30 Punkte und gehe dann Richtung 20 Punkte, wenn die Wiederanläufe stabil sind.
- Sticke ein kleines Schrift-Testmuster mit dem im Betrieb verwendeten Garn und der realen Maschinencharakteristik, bevor du es global umstellst.
- Kontrolliere Trims und den nächsten Startpunkt nach jedem Objekt/Farbwechsel.
- Erfolgskontrolle: Fadenenden sind kurz und stehen in kleinen Buchstaben nicht sichtbar ab.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Wert leicht erhöhen (manche Maschinen/Garne brauchen längere Enden) und Tie-Off-Einstellung prüfen.
- Q: Wie verstecke ich sichtbare „X“-Tie-Off-Knoten in kleiner Stickschrift, indem ich in Design Shop von Tie-Off Style 5 auf Style 1 wechsle?
A: Nutze Tie-Off Style 1 für kleine Schrift, weil Style 5 als aggressives „X“ auf kleinen Buchstaben sichtbar werden kann.- Öffne die Objekt-/Text-Eigenschaften und stelle Tie-Off von Style 5 auf Style 1 um.
- Sticke ein kurzes Testwort in der kleinsten geplanten Größe und prüfe die Knotensichtbarkeit.
- Halte Trims/Tie-Offs über das ganze Wort konsistent, damit die Optik gleichmäßig bleibt.
- Erfolgskontrolle: Kein sichtbares „X“ liegt auf der Oberfläche der Satin-/Spaltenstiche, besonders bei dünnen Strichen.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Auto Trim Length prüfen (zu lange Enden betonen Knoten) und Schrift nicht unter das Codesheet-Minimum skalieren.
- Q: Was ist die sicherste Vorgehensweise beim Trimmen von Vinyl in einem ITH-Schlüsselanhänger-Schritt, damit Finger nicht in die Nähe einer beweglichen Nadelstange kommen?
A: Trimme nicht, solange die Maschine jederzeit wieder anlaufen kann; nimm den Stickrahmen wenn möglich ab oder sichere die Maschine vor dem Trimmen.- Programmiere und beachte die ITH-STOP-Punkte, damit Trimmen nur an den vorgesehenen Stellen passiert.
- Nimm den Stickrahmen ab, wenn der Workflow es zulässt, oder sichere über Emergency Stop, bevor Hände in die Nähe der Nadelstange kommen.
- Halte Start/Bedienung so, dass nichts versehentlich ausgelöst werden kann.
- Erfolgskontrolle: Trimmen erfolgt bei vollständig inaktiver Nadelstange und stabil gehaltenem Stickrahmen.
- Wenn es trotzdem problematisch ist: Sequenz so umplanen, dass vor jedem Trim-Schritt ein eigener Stop gesetzt ist.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten bei Magnetrahmen (Neodym-Magnetrahmen), um Quetschungen und Risiken für Träger von Herzschrittmachern zu vermeiden?
A: Behandle Magnetrahmen als Quetschgefahr und halte sie von medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern fern.- Magnete langsam und kontrolliert trennen/zusammenführen, Finger aus der „Snap-Zone“ halten.
- Magnete so lagern, dass sie auf Metallflächen nicht unkontrolliert zusammenziehen.
- Magnetrahmen mindestens 6 inches von pacemakers und ähnlichen Geräten fernhalten.
- Erfolgskontrolle: Rahmen lässt sich ohne plötzliches Zuschlagen, Quetschungen oder Kontrollverlust handhaben.
- Wenn es trotzdem unsicher ist: Nutzung stoppen, Handling schulen und ggf. alternative Einspannmethoden einsetzen.
