Inhaltsverzeichnis
Warum sehe ich Unterfaden oben im Stickbild?
In der Maschinenstickerei gibt es kaum etwas Frustrierenderes, als wenn der Unterfaden (weiß oder schwarz) plötzlich oben im Motiv „durchblitzt“. Das wirkt sofort unruhig und unprofessionell – besonders deutlich sieht man es bei Satinstichen/Satinspalten, weil dort der Fadenweg lang ist und jede Unwucht sofort sichtbar wird.
Das wichtigste Prinzip, das du verinnerlichen solltest: Fadenspannung ist ein Tauziehen.
Stell dir Oberfaden und Unterfaden als zwei Teams vor, die durch den Stoff „ziehen“:
- Ausgewogene Spannung: Beide ziehen gleich stark. Der Verriegelungspunkt (Lockstich) liegt sauber in der Stoffmitte.
- Problem (Unterfaden oben sichtbar): Der Oberfaden zieht zu stark (zu straff) oder die Unterfadenspannung ist zu schwach (zu locker). Dann wird der Unterfaden nach oben gezogen.
Eine „gute“ Spannung hat auf der Rückseite ein klares Erkennungsbild. Viele nennen das „Railroad Track“ bzw. die „Ein-Drittel-Regel“: ca. 1/3 Oberfadenfarbe, 1/3 Unterfaden mittig, 1/3 Oberfadenfarbe. Dieser mittige Unterfadenstreifen ist dein Beweis, dass die Mechanik korrekt verriegelt.


Was Anwender:innen in der Praxis wirklich lösen wollen (und warum diese Methode funktioniert)
Aus typischen Rückmeldungen aus der Praxis geht es oft um mehr als „nur“ ein paar Schlaufen:
- Angst vor Ausschuss: Ein teures Teil (z. B. Hoodie, Geschenk, Kundenware) im letzten Schritt ruinieren.
- Unscharfe Kleinbuchstaben: Kleine Schriften wirken „ausgefranst“ oder ungleichmäßig, weil die Verriegelung nicht stabil ist.
- Der „Reinigen-und-hoffen“-Kreislauf: Mehrfach neu einfädeln, reinigen – und der Fehler bleibt, sodass man denkt, die Maschine sei defekt.
Genau deshalb ist der „I“-Test (ein einfacher Satinbuchstabe) ein bewährter Diagnose-Standard: schnell, sparsam und gnadenlos ehrlich – er zeigt Spannungsfehler sofort.
Warnung: Mechanische Sicherheit zuerst. Halte Finger, Schere und lose Fadenenden aus dem Nadelbereich fern, sobald die Maschine eingeschaltet ist. Greife niemals unter die Nadelstange, während die Maschine stickt – ein Nadelbruch kann Splitter mit hoher Geschwindigkeit schleudern.
Der „I“-Test: Spannungsprobleme sicher diagnostizieren
Im Video wird ein großes, versales „I“ als perfekter Spannungstest genutzt. Statt komplexer Motive erzeugt das „I“ eine gerade, vertikale Satinspalte – ideal, um das Fadenverhältnis zu beurteilen.

Schritt 1 — Testmuster wählen (schnell, wiederholbar, wenig Material)
- Einschalten: Brother SE1900 (oder ein ähnliches Modell) starten.
- Menü: In die integrierten Schriftarten wechseln.
- Schrift: Die erste Schriftfamilie wählen (meist Blockschrift).
- Buchstabe: Großbuchstabe „I“ auswählen.
- Größe: Auf Large (L) stellen, damit die Satinbreite gut beurteilbar ist.
Warum das funktioniert: Eine breite Satinspalte erzeugt einen konstanten Zug. Ist die Unterfadenspannung zu niedrig, wird der Unterfaden bei dieser gleichmäßigen Belastung sehr schnell nach oben gezogen.
Schritt 2 — Kontrastfarben verwenden (damit du den Stich „lesen“ kannst)
Faustregel: Spannung nie mit gleichen Farben testen (z. B. Rot oben / Rot unten).
Im Video: Roter Oberfaden und weißer Unterfaden.
- Ziel: maximaler Kontrast.
- Schnellcheck: Jeder weiße Punkt oben = nicht ok. Wenn die Oberfadenfarbe komplett nach hinten „rollt“ = ebenfalls nicht ok.
Für Werkstatt/Produktion lohnt sich ein kleines „Diagnose-Set“: eine feste Testfarbe (z. B. Rot) plus weißer Unterfaden – nur für Spannungsproben.
Schritt 3 — Einspannen für einen zuverlässigen Teststick
Im Video wird Ausreißvlies (Tear-away) plus Reststoff (z. B. Küchen-/Frotteetuch) genutzt.

Wichtig: Einspannen ist eine Variable. Spannungstest braucht eine kontrollierte Ausgangslage. Wenn der Stoff im Stickrahmen nicht stabil sitzt, „flaggt“ er (wippt mit der Nadel). Das kann Schlaufen erzeugen, die wie Spannungsprobleme aussehen, aber eigentlich vom Einspannen/Material kommen.
- Praxis-Check: Auf den eingespannten Stoff tippen. Er soll straff und stabil wirken – nicht labberig.
Rahmenspuren (Rahmenabdrücke): Wenn du aus Mangel an Reststücken direkt am Kleidungsstück testest, können Standardrahmen Druckspuren hinterlassen. Wenn du merkst, dass du Tests vermeidest, weil Einspannen mühsam ist oder Spuren macht, ist das ein typischer Grund für einen Magnetrahmen: Er klemmt gleichmäßig, ohne „Kurbeln“ am Schraubrahmen – der Zyklus „Test → Anpassen → Retest“ wird deutlich schneller.
Profi-Hinweis (aus der Praxis)
Bei Frottee/Handtüchern kann die Oberfläche den Oberfaden „schlucken“. Dann wirkt es optisch zu locker, obwohl die Spannung passt. In der Praxis hilft hier wasserlösliche Folie (Topping). Das Video zeigt ein einfaches Setup – für strukturierte Materialien solltest du die Oberfläche aber immer mitdenken.
Oberfadenspannung an der Brother SE1900 am Display einstellen
Grundregel beim Troubleshooting: Erst Software, dann Hardware. Im Video wird korrekt mit der weniger invasiven Lösung begonnen: der digitalen Oberfadenspannung.


Schritt-für-Schritt: Oberfadenspannung (Software) anpassen
- Einstellungen öffnen: Im Stickbildschirm das Einstellungs-Symbol antippen (im Video über das Symbol mit Schere/Faden/Nadel).
- Ausgangswert prüfen: „Tension“/Fadenspannung suchen. Standard ist meist 4.0.
- Anpassen: Wenn Unterfaden oben sichtbar ist, zieht der Oberfaden zu stark – also Oberfadenspannung reduzieren.
- Aktion: Wert nach unten.
- Test 1: von 4.0 auf 3.0 → „I“ sticken.
- Test 2: von 3.0 auf 2.0 → „I“ sticken.
Prüfpunkte (was du sehen solltest)
- Vorderseite: Unterfadenpunkte sollten weniger werden oder verschwinden. Die Satinfläche wirkt geschlossen.
- Rückseite: Der mittige Unterfadenstreifen sollte „sauberer“ und tendenziell breiter werden.
- Zu straff: sehr dünner, „abgewürgter“ Unterfadenstreifen.
- Richtig: klarer mittiger Streifen im Sinne der Ein-Drittel-Regel.
Erwartete Ergebnisse
- Szenario A: Unterfaden ist oben weg. Status: behoben. Du kannst weiterarbeiten.
- Szenario B: Du bist sehr niedrig (z. B. 2.0) und es ist immer noch sichtbar. Status: mechanisches Ungleichgewicht. Dann reicht das Display nicht – Spulenkapsel nachstellen (Advanced Fix).
„Achtung“-Check aus typischen Nutzerfragen
Bevor du an die Spulenkapsel gehst, prüfe die naheliegenden Ursachen:
- Einfädelweg: Sitzt der Oberfaden wirklich in den Spannungsscheiben?
- Spule: Ist sie fast leer? (In der Praxis können sehr leere Spulen unruhiger laufen.)
- Flusen: Fussel unter der Spannfeder der Spulenkapsel können die Feder „offen halten“ und die Unterfadenspannung praktisch auf null setzen. Erst reinigen/ausblasen.
Wenn dich häufiges Umspannen nervt oder körperlich belastet, kann eine Einspannstation für Stickmaschinen den Ablauf deutlich ergonomischer machen.
Advanced Fix: Spulenkapsel-Schraube einstellen
Wenn du über das Display nicht zum Ziel kommst, ist die Spulenkapsel (schwarzes Teil) oft zu „locker“ eingestellt. Dann läuft der Unterfaden zu leicht ab – und wird nach oben gezogen. Die Lösung ist, die mechanische Bremse minimal zu erhöhen.


Bevor du drehst: Was du hier wirklich verstellst
An der Spulenkapsel drückt eine kleine Feder/Metalllasche auf den Fadenkanal. Die Schlitzschraube reguliert diesen Anpressdruck. Mehr Anpressdruck = mehr Reibung = höhere Unterfadenspannung.
Warnung: Die richtige Schraube identifizieren. An der Spulenkapsel sind zwei Schrauben. Eine ist Kreuzschlitz (+), die andere ist eine kleine Schlitzschraube (-) (im Video wird sie als die relevante Einstellschraube gezeigt; oft ist sie zusätzlich markiert). Nur die Schlitzschraube (-) verstellen.
Schritt-für-Schritt: Spulenkapsel entnehmen (wie im Video)
- Abdeckung entfernen: Klare Kunststoffabdeckung abnehmen.
- Spule raus: Unterfadenspule entnehmen.
- Spulenkapsel entnehmen: Schwarze Spulenkapsel gerade nach oben herausheben.
Schritt-für-Schritt: Die richtige Schraube minimal nachstellen
- Werkzeug: Kleinen Schlitzschraubendreher verwenden.
- Einstellen:
- Aktion: Im Uhrzeigersinn (nach rechts) = fester.
- Mini-Schritte: Wirklich nur sehr wenig drehen und danach testen.

Warum „kleine Schritte“ hier entscheidend sind
Wenn du zu stark anziehst, erzeugst du schnell ein neues Problem (z. B. Fadenriss/unnötig harte Stiche). Deshalb immer: minimal verstellen → testen → erneut beurteilen.
Hinweis zu Magnetrahmen (falls du aufrüstest)
Wenn du mit Magnetrahmen arbeitest, beachte die Kräfte.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Ein Magnetrahmen für brother nutzt starke Neodym-Magnete.
* Quetschgefahr: Finger aus der Klemmzone halten.
* Medizinische Geräte: Abstand zu Herzschrittmachern einhalten.
* Elektronik: Nicht direkt auf empfindliche Geräte/Displays legen.
Entscheidungsbaum: Spannungsproblem oder Einspann-/Vliesproblem?
- Ist Unterfaden oben sichtbar?
- NEIN → Nicht an der Spulenkapsel drehen.
- JA → weiter.
- Display-Spannung (4.0 → 3.0 → 2.0): Wird es sauber?
- JA → fertig.
- NEIN → weiter.
- Mechanik-Check (Flusen/Einfädelweg/Spule)
- Reinigen, neu einfädeln, erneut testen.
- Behoben? → stoppen.
- Nicht behoben? → weiter.
- Spulenkapsel-Schraube minimal nach rechts (fester) → Retest
- Immer noch Probleme?
- Wenn die Satinspalte ungleichmäßig wirkt, kann das auch von Materialbewegung/„Flagging“ kommen.
- Lösung: stabileres Vlies bzw. saubereres Einspannen für Stickmaschine-Setup, damit der Stoff nicht mitwandert.
Zusammenbau und finale Spannungs-Kontrolle
Nach der mechanischen Anpassung musst du erneut testen, um deinen neuen „Baseline“-Zustand zu bestätigen.

Schritt-für-Schritt: korrekt wieder einsetzen
- Einsetzen: Spulenkapsel in den Greiferbereich einsetzen.
- Ausrichtung: Auf den weißen Pfeil/Punkt achten und korrekt ausrichten.
- Sitz prüfen: Sie muss plan sitzen.
- Abdeckung: Kunststoffabdeckung wieder aufsetzen.

Layout/Platzierung: mehrere Tests auf einem Reststück
Nutze die Layout-Funktionen am Display:
- Verschieben: Mit den Pfeilen den nächsten „I“-Test neben den vorherigen setzen.
- Vorteil: Du siehst die Entwicklung (Test 1, 2, 3) direkt nebeneinander.

Pre-Flight-Check: Vor jedem Start „Trace“ (Rahmen abfahren) nutzen, damit die Nadel nicht in den Stickrahmen läuft.

Erwartetes Ergebnis (so sieht „behoben“ aus)
- Vorderseite: geschlossene Satinfläche, keine Unterfadenpunkte.
- Rückseite: mittiger Unterfadenstreifen (ca. 30–40% der Breite), gleichmäßig.
- Haptik: nicht bretthart/„kugelig“, sondern flexibel.

Prep
Erfolg ist zu einem großen Teil Vorbereitung – sonst diagnostizierst du die Maschine mit „schlechten Variablen“.
Versteckte Verbrauchsteile & Checks (nicht überspringen)
- Nadel: mit frischer 75/11 Sticknadel starten.
- Stoff: für den Basistest am besten ein nicht dehnbarer Webstoff-Rest.
- Stickvlies: mittleres Ausreißvlies reicht für den Test.
- Werkzeug: passender kleiner Schlitzschraubendreher (kein improvisiertes Werkzeug).
Wenn du diesen Test häufiger brauchst (oder Aufträge stickst), ist ein schneller Rahmenwechsel Gold wert. Viele empfinden einen Magnetrahmen 5x7 für brother als praktisch, weil du Testmaterial zügig einlegen/entnehmen kannst.
Prep-Checkliste (Ende Prep)
- Frische Nadel: eingesetzt (75/11 oder 90/14).
- Oberfaden: Rot (oder dunkle Kontrastfarbe).
- Unterfaden: Weiß (im Kommentar wird 60wt genannt; Standard-Unterfaden ist üblich).
- Spulenkapsel: gereinigt (keine Flusen).
- Werkzeug: Präzisions-Schraubendreher bereit.
Setup
Einspannen-Setup (für einen sauberen Diagnosestich)
Der Stickrahmen ist dein Fundament. Wenn das Fundament arbeitet, leidet die Passung.
Richtiges Gefühl: Der Stoff soll straff und stabil sein – ohne Verzerrung.
- Zu locker: Wellen/Bewegung → unruhige Stiche.
- Zu straff: Stoff verzieht sich → nach dem Ausspannen oft Kräuseln.
Praxis-Upgrade: Wenn du reproduzierbar und schnell arbeiten willst, ist ein Magnetrahmen für brother für viele der nächste Schritt: gleichmäßiger Anpressdruck, weniger Rahmenspuren, schnelleres Handling.
Setup-Checkliste (Ende Setup)
- Rahmen-Check: Stoff stabil eingespannt.
- Design: „I“, Größe Large, freie Stelle gewählt.
- Trace: Abfahren/Rahmenkontrolle durchgeführt.
- Baseline: Oberfadenspannung zurück auf 4.0 (sauber starten).
Operation
Schritt-für-Schritt Workflow (der „saubere Loop“)
- Test 1: „I“ mit 4.0 sticken.
- Prüfen: Unterfaden oben sichtbar? → stoppen.
- Soft Adjust: auf 3.0, Position verschieben, Test 2 sticken.
- Prüfen: besser, aber nicht sauber? → auf 2.0, Test 3 sticken.
- Hard Adjust: wenn weiterhin sichtbar: Spulenkapsel entnehmen.
- Mechanik: Schlitzschraube minimal nach rechts (im Uhrzeigersinn) fester.
- Reset: Display wieder auf 4.0, Test 4 sticken.
- Verifizieren: Rückseite auf mittigen Unterfadenstreifen prüfen.
Praxis-Tipps aus typischen Kommentaren (anonym zusammengefasst)
- Neumaschine/„out of the box“ Probleme: Gerade bei kleinen Buchstaben geben viele schnell auf – der „I“-Test hilft, systematisch statt emotional zu reagieren.
- Unterfaden nur auf einer Seite sichtbar/ungleichmäßige Satin-Kante: Wenn eine Seite der Satinspalte deutlich schlechter aussieht, kann das trotz Spannungsarbeit bleiben. In solchen Fällen wird oft Service empfohlen, wenn du es nicht sauber korrigieren kannst.
- Spulenwechsel als Auslöser: Einige berichten, dass nach dem Wechsel der Spule plötzlich Unterfaden oben sichtbar wird – dann ist der Test besonders sinnvoll, bevor du ein Projekt startest.
Operation-Checkliste (Ende Operation)
- Vorderseite: kein Unterfaden sichtbar.
- Rückseite: Unterfaden mittig, gleichmäßig.
- Lauf: Maschine läuft ruhig (kein „Rattern“).
- Dokumentation: notiere dir, was du geändert hast (z. B. Displaywert und ob an der Spulenkapsel verstellt wurde).
Sinnvolle Upgrade-Route (wenn Testen zum Zeitfresser wird)
Troubleshooting gehört dazu – aber nicht als Dauerzustand.
- Level 1: „I“-Test beherrschen, Kontrastfarben nutzen.
- Level 2: Wenn Rahmenspuren/Tempo dich bremsen: Magnetrahmen für brother se1900 für schnelleres Handling.
- Level 3: Wenn du produktionsartig arbeitest und Farbwechsel dich ausbremsen: Mehrnadelstickmaschine in Betracht ziehen (anderes Spannungs-/Bedienkonzept).
Qualitätskontrolle
Bevor du ein finales Monogramm auf Kundenware stickst, nutze eine kurze 3-Punkt-Kontrolle:
- Zuggefühl: Unterfaden am Austritt leicht ziehen – spürbarer, gleichmäßiger Widerstand.
- Rückseitenbild: Ist der mittige Unterfadenstreifen über die ganze Länge konstant?
- Optik oben: Satin soll geschlossen wirken, ohne „Pünktchen“/Durchschlagen.
Troubleshooting
Nutze diese Symptom-Map, um ohne Rätselraten zu handeln.
1) Unterfaden oben sichtbar ("Railroad auf der Vorderseite")
- Diagnose: Oberfaden zieht zu stark oder Unterfadenspannung zu schwach.
- Wahrscheinliche Ursache: Flusen in der Spulenkapsel oder Display-Spannung zu hoch.
2) Oberfaden-Schlaufen/Chaos unten ("Birdnesting")
- Diagnose: praktisch keine Oberfadenspannung.
- Wahrscheinliche Ursache: falsch eingefädelt (z. B. Faden nicht in den Spannungsscheiben).
3) Unterfaden auf der Rückseite gar nicht sichtbar (Rückseite fast nur Oberfadenfarbe)
- Diagnose: zu straff eingestellt.
- Wahrscheinliche Ursache: Spannung insgesamt zu hoch.
4) „Ruckeln“, Nadelbruch
- Diagnose: mechanische Kollision/Fehlausrichtung.
- Wahrscheinliche Ursache: Spulenkapsel nicht korrekt eingesetzt oder Nadel trifft den Rahmen.
5) Einspannen ist mühsam (dicke Teile, empfindliche Stoffe)
- Diagnose: kein reines Spannungsproblem.
- Wahrscheinliche Ursache: Grenzen von Schraubrahmen/Handkraft.
Ergebnis
Am Ende sollte dein Teststick sauber aussehen. Der „I“-Test ist dein schneller Realitätscheck – besonders wenn du Garn wechselst, eine neue Spule einsetzt oder ein kritisches Projekt startest.
Die Brother SE1900 (und ähnliche Einnadelmaschinen) kann sehr professionelle Ergebnisse liefern – aber sie braucht eine saubere Balance:
- Prep: reinigen, frische Nadel.
- Setup: stabil einspannen (bei Bedarf Stickrahmen für brother se2000 als stabilere Rahmenoption prüfen).
- Kalibrieren: erst Display, dann Spulenkapsel.
Wer die Spannung im Griff hat, arbeitet nicht mehr nach dem Motto „hoffentlich“, sondern „reproduzierbar“.
