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Vorbereitung: Warum du vor dem Update unbedingt auf Werkseinstellungen zurücksetzen solltest
Aus der Praxis (und ja: auch aus Werkstattfällen) gilt eine einfache Regel: Ein Firmware-Update ist ein Eingriff ins „Gehirn“ der Maschine. Und genau wie bei einem Eingriff willst du keine Altlasten mitschleppen – keine gespeicherten Netzwerkdaten, keine Sonderkonfigurationen, keine „komischen“ Zustände, die später schwer zuzuordnen sind.
Diese Anleitung bildet die Update-Sequenz nach, wie sie im Video gezeigt wird – nicht als „einfach mal klicken“, sondern als klarer Ablauf, den du auch in einem produktiven Umfeld (Studio, Kleinserie, Mehrmaschinen-Setup) sauber wiederholen kannst: Werkseinstellungen → sauberes Update-Medium → Update-Modus → Update schreiben → Einstellungen wiederherstellen.

Was du nach dieser Anleitung sicher beherrschst
Am Ende kannst du diese Punkte ohne Rätselraten abarbeiten:
- „Clean Slate“-Protokoll: EV1 zurücksetzen, um Konflikte durch alte Daten zu minimieren.
- Digitale Hygiene: USB-Stick korrekt auf FAT32 formatieren (und warum das wichtig ist).
- Bootloader-Handshake: Die richtige Tastenkombination, um den Update-Modus zu starten.
- Nacharbeit für die Produktion: Einstellungen so zurücksetzen, dass du sofort wieder stickbereit bist.
Wenn du unter Zeitdruck arbeitest (mehrere Aufträge, enge Deadlines, viele Farbwechsel), ist diese Wartung kein „Nice-to-have“, sondern Risikomanagement. Und wenn du beim Einspannen regelmäßig mit Rahmenspuren oder unnötiger Handbelastung kämpfst, ist das ein guter Moment, auch die Hardware-Seite zu prüfen – z. B. ob ein Magnetrahmen deinen Workflow spürbar entlasten kann.
Warum zuerst zurücksetzen? (Altlasten vermeiden)
Die Empfehlung aus dem Video ist eindeutig: vor dem Update auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Bei komplexen, computerisierten Maschinen können gespeicherte Netzwerk-Konfigurationen, temporäre Daten oder ungünstige Custom-Settings mit neuer Firmware „aneinander geraten“.
Technisch gedacht: Wir wollen den Start mit der einfachsten, saubersten Konfiguration. Das reduziert Fehlerquellen.
Warnung: Datenverlust ist Teil des Vorgangs
„Reset to Default“ setzt die Maschine konsequent zurück. Das betrifft u. a. gespeicherte Netzwerkeinstellungen und Benutzerpräferenzen.
* Aktion: Wenn du Designs im internen Speicher abgelegt hast, sichere sie vorab extern.
* Praxis-Check: WLAN-Passwort parat? Nach dem Reset musst du es neu eingeben.
Schritt 1 — Werkseinstellungen (Factory Reset) durchführen
- Navigieren: Am EV1-Display ins Hauptmenü Settings/Einstellungen.
- Finden: Zu Seite 7 von 13 blättern.
- Ausführen: Reset to Default antippen.
- Bestätigen: Warnhinweis (typisch: rotes Dreieck/Ausrufezeichen) bestätigen.
- Warten: Nicht unterbrechen, bis die Abschlussmeldung erscheint.

Schnelltest (hat es geklappt?):
- Optisch: Das Display „arbeitet“/wechselt kurz.
- Ergebnis: Einstellungen wie z. B. Helligkeit oder Anzeigeverhalten wirken wieder „Standard“. Das ist ein gutes Indiz, dass der Reset durch ist.
Praxis-Tipp: Das „Sleep/Eco“-Risiko beim Update
Ein wichtiger Nebeneffekt: Nach dem Reset sind individuelle Timer/Abschaltlogiken nicht mehr aktiv – und genau die können ein Update gefährden.
- Risiko: Wenn die Maschine während des Schreibens in den Flash-Speicher in einen Eco-/Sleep-Zustand fällt, kann das Update scheitern.
- Konsequenz: Sorge zusätzlich für stabile Stromversorgung (kein wackeliger Stecker, keine Stolperfallen am Kabel). Beim Firmware-Schreiben ist „Strom weg“ der Worst Case.
Digitale Hygiene: USB-Stick auf FAT32 formatieren
Ein Firmware-Update ist nur so zuverlässig wie das Medium, das die Datei transportiert. Nimm dafür nicht irgendeinen „Alltags-USB“ mit gemischten Daten – arbeite mit einem sauberen, frisch formatierten Stick.

Vorbereitung & kurze Checks, bevor du am PC startest
Damit du nicht mitten im Prozess hängen bleibst:
- USB-Stick, den du leeren darfst: Formatieren löscht alles.
- Notiz (Papier oder Handy): Schreib dir wichtige Einstellungen auf, die du nachher wieder setzen willst (Einheiten, Raster, Helligkeit, Eco-Zeiten).
- Kurz-Check am Stick: Wenn der Stick einen mechanischen Schreibschutz-Schalter hat: muss auf „entsperrt“ stehen.
Schritt 2 — USB-Stick formatieren (Windows)
Für die EV1 wird im Ablauf FAT32 verwendet.
Ablauf:
- Einstecken: USB-Stick in den Windows-PC.
- Öffnen: Datei-Explorer öffnen und den Stick am Laufwerksbuchstaben erkennen (z. B. D:). Unbedingt prüfen, dass es wirklich der USB-Stick ist.
- Formatieren: Rechtsklick auf das Laufwerk → Formatieren.
- Dateisystem: FAT32 auswählen.
- Start: Starten klicken und die Warnung zur Datenlöschung bestätigen.
- Bestätigung: Auf „Formatierung abgeschlossen“ warten.

Schnelltest:
- Optisch: Der Stick ist danach leer.
- Plausibilität: Wenn Windows ungewöhnlich lange braucht oder Fehler meldet, nimm lieber einen anderen Stick – beim Firmware-Update willst du kein „wackliges“ Medium.
Warnung: Schreibschutz-Falle
Wenn du nicht formatieren oder keine Dateien kopieren kannst: Prüfe, ob der Stick einen physischen Lock-Schalter hat. Im Lock-Zustand kann die Maschine die Update-Datei ggf. nicht korrekt lesen.
Checkliste vor dem Download (Go/No-Go)
- Maschinenstatus: EV1 auf Werkseinstellungen zurückgesetzt (Seite 7/13).
- Medium: USB-Stick FAT32 formatiert (leer geprüft).
- Strom: Netzkabel sitzt fest, keine Zugbelastung.
- Notizen: Wichtige Wunsch-Einstellungen notiert.
- Backup: Wichtige Designs vorher extern gesichert.
Die Fracht: Die richtige UPF-Firmware herunterladen
Hier gilt: Genauigkeit ist Pflicht. Du lädst die Datei direkt bei Brother – nicht aus Foren oder Drittquellen.

Schritt 3 — Firmware 1.04 von Brother beziehen
- Quelle: support.brother.com öffnen.
- Produktsuche: Nach EV1 suchen.
- System wählen: Betriebssystem auswählen (im Video: Windows 11).
- Download: Update Software 1.04 auswählen, bis zum Ende der EULA scrollen und Agree/Download klicken.
Schnelltest:
- Optisch: Download-Anzeige im Browser läuft bis 100%.
Schritt 4 — Sauberer Transfer der UPF-Datei auf den USB-Stick
Ein häufiger Praxisfehler: Datei zwar geladen, aber nicht korrekt auf den Stick gelegt.
Protokoll:
- Öffnen: Downloads-Ordner am PC öffnen.
- Erkennen: Datei mit Endung .UPF suchen.
- Kopieren: Die .UPF-Datei per Drag & Drop direkt auf den USB-Stick (Laufwerkssymbol in der Seitenleiste) ziehen.
- Kontrolle: USB-Stick öffnen: Die .UPF-Datei muss im Hauptverzeichnis (Root) liegen – nicht in einem Unterordner.


Praxis-Workflow bei mehreren Maschinen
Wenn du mehrere Maschinen betreust: Arbeite nicht „nach Gefühl“. Beschrifte/benenne den USB-Stick eindeutig (z. B. „EV1_UPDATE“), damit im Alltag niemand versehentlich das falsche Medium nutzt. Wichtig bleibt: Auf dem USB-Stick selbst liegt die Update-Datei sauber und direkt auffindbar.
Der Handshake: Update-Modus (Bootloader) starten
Im Video wird klar empfohlen, das Update per USB zu machen. Hintergrund (auch in den Kommentaren bestätigt): Brother empfiehlt es so, weil die Datei groß ist und WLAN-Verbindungen instabil sein können. USB ist in der Praxis oft der „sauberere“ und schnellere Weg.

Warum USB statt WLAN?
WLAN kann schwanken – und bei großen System-Updates willst du keine Instabilität. USB ist die direkte Übergabe.
Dieser „Stabilität zuerst“-Gedanke ist übrigens derselbe, der in der Stickpraxis viele dazu bringt, statt „Pi mal Daumen“ beim Positionieren auf feste Hilfsmittel zu setzen – z. B. eine Einspannstation für Stickmaschine, wenn Passung und Wiederholgenauigkeit im Alltag zählen.
Schritt 5 — Die Einfädel-Taste beim Einschalten (Update-Modus)
Lies den Ablauf einmal komplett, bevor du startest.
- Ausschalten: EV1 vollständig OFF.
- Einstecken: USB-Stick in den oberen USB-Port stecken (im Video wird der obere Port genutzt).
- Gedrückt halten: Die physische Threading/Einfädel-Taste (oberhalb des Nadelbereichs) drücken und gedrückt halten.
- Einschalten: Während die Taste gedrückt bleibt, den Hauptschalter ON.
- Nicht loslassen: Taste erst loslassen, wenn sich der Bildschirm sichtbar verändert.

Schnelltest (Erfolgssignal):
- Optisch: Statt normalem Startbildschirm erscheint ein Loader-/Update-Bildschirm mit USB-Symbol; unten ist u. a. „UPG VERSION“ zu sehen.

Schritt 6 — Firmware schreiben (Update installieren)
- Auswählen: Am Display das USB-Symbol antippen.
- Starten: Load drücken.
- Beobachten: Fortschrittsbalken läuft von 0% bis 100%.


Wenn der Balken „hängt“: 34–35% ist oft normal
Symptom: Der Fortschrittsbalken bleibt bei 34% oder 35% lange stehen. Einordnung: Im Video wird das als normal gezeigt – die Maschine verarbeitet/entpackt bzw. schreibt intern weiter. Aktion: Nichts anfassen.
- Nicht ausschalten.
- Nicht USB abziehen.

Erfolg: Am Ende erscheint die Meldung, dass das Update abgeschlossen ist und die Maschine neu gestartet werden soll.
Update-Checkliste („Nicht anfassen“-Phase)
- Timing: Einfädel-Taste ist gedrückt, bevor ich einschalte.
- Geduld: Pause bei 34–35% ist einkalkuliert.
- Sicherheit: Niemand kann versehentlich den Stecker ziehen.
- Abschluss: Ich reagiere erst auf die klare „Complete/Restart“-Meldung.
Re-Kalibrierung: Produktionsumgebung wiederherstellen
Nach dem Update ist die Maschine funktional, aber viele Einstellungen sind wieder Standard. Jetzt stellst du sie so ein, dass du im Stickalltag effizient arbeiten kannst.
Schritt 7 — Erster Start nach dem Update
- Neustart: Maschine ausschalten, USB entfernen und kurz warten. Dann normal einschalten (ohne gedrückte Taste).
- Einrichtung: Du wirst u. a. durch folgende Punkte geführt:
- Sprache
- EULA bestätigen
- Datum/Uhrzeit
- WLAN-Zugangsdaten
Schritt 8 — „Profi“-Einstellungen wie im Video wieder setzen
Diese Werte werden im Video konkret gezeigt bzw. genannt:
- Display-Helligkeit: MAX.
- Eco Mode: 30 Minuten.
- Shutoff Support Mode: 2 Stunden.
- Screen Saver: 5 Minuten.
- Einheiten: Inches.
- Raster/Grid: Square blank with red hash mark.
- Thickness Center Line: OFF.


Kommerzielle Logik: Bremst deine Hardware deine Software aus?
Mit Firmware 1.04 ist deine Aveneer EV1 wieder auf aktuellem Stand. Die nächste Frage ist: Passt dein physischer Workflow dazu?
Engpass-Check: Wenn die Maschine schnell ist, du aber beim Einspannen Zeit verlierst oder durch Rahmenspuren Ausschuss produzierst, liegt der Flaschenhals nicht in der Software – sondern im Handling.
Entscheidungslogik: Wann sich ein Tool-Upgrade lohnt
Szenario A: Rahmenspuren (Hoop Burn) bei empfindlichen Materialien
- Auslöser: Stickbild top, aber der Standardrahmen hinterlässt einen Ring, der nicht sauber rausgeht.
- Ursache: Klassische Schraub-/Klemmrahmen arbeiten über Reibung und Druck zwischen Innen-/Außenrahmen.
- Option: Ein Magnetrahmen.
Szenario B: Wiederholbelastung bei Serien (Handgelenk/Tempo)
- Auslöser: Viele gleiche Platzierungen (z. B. 50x Brustlogo) – das ständige Schrauben kostet Zeit und Kraft.
- Ursache: Mechanische Wiederholarbeit bremst.
- Option: Ein Magnetrahmen für brother kann das Einspannen beschleunigen.
Szenario C: Passungs-Stress (Ausrichtung kostet zu viel Zeit)
- Auslöser: Du misst und korrigierst ständig, bis es „gerade“ ist.
- Ursache: Es fehlt ein reproduzierbarer Referenzpunkt.
- Option: Eine Einspannstation für brother Stickmaschine.
Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen
Magnetrahmen arbeiten mit starken Neodym-Magneten.
* Quetschgefahr: Finger nicht zwischen die Magnetflächen bringen.
* Medizinische Geräte: Abstand zu Herzschrittmachern einhalten.
* Elektronik: Nicht direkt auf Displays/empfindliche Elektronik legen.
Troubleshooting: „Quick Fix“-Matrix
Wenn etwas nicht klappt: nicht raten, sondern systematisch prüfen.
| Symptom | Probability | Likely Cause | Computed Fix |
|---|---|---|---|
| Boot Failure | High | Timing of button press | Wiederholen: Einfädel-Taste drücken bevor du einschaltest, und erst loslassen, wenn der Bildschirm umschaltet. |
| USB Not Found | Medium | File Placement | Prüfen: Liegt die .UPF im Root-Verzeichnis oder in einem Ordner? In den Root verschieben. |
| Progress Stuck | High | Normal Processing | Warten: 34–35% kann lange stehen. Nicht ausschalten, nicht abziehen. |
| "No File" | Low | Formatting Issue | Neu formatieren: USB-Stick erneut strikt auf FAT32 formatieren. |
Abschlusskontrolle: Saubere Übergabe zurück in die Produktion
Nach dem letzten Neustart solltest du kurz verifizieren:
- Versionscheck: In den Einstellungen prüfen, dass Firmware 1.04 aktiv ist.
- Arbeitsumgebung: Raster sichtbar, Helligkeit passend.
- Startklar: Bereich um Spule/Unterfaden sauber, keine losen Fäden.
Damit hast du das Update auf einem Niveau durchgeführt, das auch im professionellen Umfeld Bestand hat. Und wenn du als Nächstes deinen physischen Workflow optimieren willst: Eine Einspannhilfe oder Magnetrahmen sind im Handling oft das, was ein Firmware-Update in der Software ist – weniger Reibung, mehr Stabilität, schneller zurück zur Stickproduktion.
Jetzt einfädeln und weiter produzieren.
