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BES4 Power Pack 2 meistern: Produktionsreifer Leitfaden für Schneiden, Strass und Knockouts
Wenn du schon einmal vor BES4 Dream Edition gesessen hast und dachtest: „Ich weiß, dass die Software mehr kann als nur Stiche … aber ich will kein Vinyl, kein Strass-Schablonenmaterial und keinen ganzen Nachmittag verballern“, dann ist dieser Workflow genau für dich.
Aus der Praxis gilt: Angst vor Materialverschwendung ist einer der Hauptgründe, warum viele Sticker:innen die Cutting Tools, die sie bereits besitzen, kaum nutzen. Terry Maffitts Power Pack 2 Demo zeigt den Weg – aber im echten Studio bzw. in der Produktion entscheidet eine saubere Klick-Reihenfolge, feste Kontrollpunkte und das Wissen um die typischen Fallen darüber, ob aus einem „coolen Feature“ ein verlässlicher, kalkulierbarer Prozess wird.
Unten zerlege ich die Videodemo in drei wiederholbare Workflows – so, dass du sie wie eine Checkliste abarbeiten kannst:
- Vektor-Konvertierung: Stick-/Applikationsformen in saubere Schneidedateien (ScanNCut/SVG) verwandeln.
- Bling-Workflow: Strass-Schablonen erstellen, die mit echten Steinen physisch funktionieren.
- Typo-Trick: Knockout-Designs bauen, die sich sauber entgittern lassen, ohne zu reißen.

Keine Panik: Power Pack 2 Cutting Tools in BES4 Dream Edition sind „anders“, nicht „schwer“
Power Pack 2 wirkt oft nur deshalb einschüchternd, weil du gedanklich umschalten musst: weg vom „Stick-Denken“ (Zugausgleich, Unterlage, Dichte) hin zum „Vektor-Denken“ (Pfade, Flächen, Verschweißen).
Die beruhigende Wahrheit: In Terrys Demo basiert praktisch jedes erfolgreiche Ergebnis auf einem wiederholbaren Kernschritt – Stickobjekte in Vektor-Artwork umwandeln – und danach mit wenigen Transformationswerkzeugen arbeiten (vor allem Weld und Knockout).
Denk an den Einstieg mit einer Einspannstation für Stickmaschinen: Am Anfang fühlt es sich wie ein Extra-Schritt an. Sobald du aber merkst, dass dadurch Ausrichtung und Wiederholgenauigkeit konstant werden, willst du nicht mehr ohne. Genau so funktionieren diese Software-Tools: Wenn die Logik sitzt, werden die Klicks Routine.

Der versteckte Profi-Start: Sauberes Artwork = saubere Schnitte (BES4 Convert to Artwork + Weld)
Bevor du Strass oder Knockout anfasst, brauchst du eine kleine „Vektor-Hygiene“-Routine. In der Praxis passieren die meisten Schneidfehler (zerfetztes Vinyl, ungewollte Doppelschnitte, Teile fallen auseinander), weil die Datei schon digital „unsauber“ ist, bevor sie überhaupt zum Plotter geht.
Was du bereithalten solltest (Software + Material)
- Software: BES4 Dream Edition mit aktiviertem Power Pack 2.
- Quelle: Form aus der Appliqué-Formenbibliothek (Terry nutzt ein Blatt).
- Ziel-Hardware: Brother ScanNCut (für .FCM) oder ein Plotter, der .SVG akzeptiert.
- Strass-Verbrauchsmaterial:
- Steine: Passende Größe für deinen Bestand (Terry zeigt 10 mm).
- Schablonenmaterial: Material zum Schneiden der Strass-Schablone.
- Transfer Tape: Stark haftend für Strass.
- Vinyl-Verbrauchsmaterial: Klebevinyl oder HTV (Heat Transfer Vinyl).
Versteckte Praxis-Checkliste:
* Digitale Schieblehre: Steine nachmessen (Etiketten sind nicht immer zuverlässig).
* Entgitterwerkzeug: Zum Testen kritischer Mini-Stege/„Inseln“.
* Unterlage/Backing: Zum realistischen Testen der Schablonenstabilität.
Warum diese Vorbereitung zählt (das „Warum“ hinter den Klicks)
Stickobjekte sind gruppierte Stichdaten. Schneidplotter brauchen dagegen geschlossene, zusammenhängende Vektorformen. Was im Stickmodus wie „ein Stiel“ aussieht, kann im Hintergrund aus mehreren Teilen bestehen – und der Plotter schneidet dann genau diese Trennungen mit.
Darum ist Weld nicht optional: Es verschmilzt überlappende Teilformen zu einer einzigen Kontur. Das schafft „Brücken“ und verhindert, dass dein Material in Einzelteile zerfällt.
Prep-Checkliste (vor jedem Export)
- Ausrichtung prüfen: Form zentrieren und ggf. drehen vor der Konvertierung.
- Konvertieren:
Tools→Convert to Artwork. - Sichtprüfung: In den Eigenschaften
Fillaktivieren undApplyklicken. Soll-Zustand: eine geschlossene, vollflächige Silhouette (keine Drahtgitter-/Stichansicht). - Segment-Check: Gibt es „Überraschungsteile“ (z. B. Stiel getrennt vom Blatt)?
- Weld-Fix: Teile leicht überlappen lassen →
Home→Arrange→Transform→Weld.

Applikations-Blatt in eine ScanNCut-Schneidedatei verwandeln (BES4 Export FCM oder SVG) – ohne ausgefranste Kanten
Terrys erster Workflow ist die Basis: Eine vorgefertigte Applikationsform wird in „nacktes“ Vektor-Artwork umgewandelt, damit sie sauber geschnitten werden kann.
Schritt-für-Schritt: Schneidfähigen Vektor erstellen
- Start: Neue Datei anlegen.
- Einfügen:
Home→Add Design→Applique Shapes. - Auswählen: Blatt (oder gewünschtes Motiv) suchen und per Doppelklick platzieren.
- Zentrieren: Motiv mittig im Arbeitsbereich positionieren.
- Positionieren: Alles markieren und in den gewünschten Winkel drehen (Terry dreht vor der Konvertierung).
- Konvertieren:
Tools→Convert to Artwork. - Füllung anzeigen: In den Eigenschaften
Fillwählen undApply. - Reparatur (falls nötig): Wenn der Stiel als separates Objekt erscheint:
- Stiel so verschieben, dass er das Blatt an der Basis leicht überlappt.
- Beide Objekte markieren.
Home→Arrange→Transform→Weld.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Beim Anklicken sollte eine gemeinsame Begrenzungsbox um das gesamte Objekt erscheinen. Wenn du zwei Boxen siehst, ist es noch nicht „ein Teil“ – Überlappung erhöhen und erneut Weld ausführen.

Export-Optionen aus dem Video (je nach Plotter wählen)
Du hast hier zwei Wege – abhängig davon, wie dein Setup im Betrieb aussieht:
- Weg A: Brother-Workflow (Direkt senden). Den
ScanNCut-Button im Menüband nutzen. Gut für: ScanNCut im gleichen Netzwerk/Setup. - Weg B: Universell (Datei exportieren).
BES PaceSetter button→Export.- .FCM für ScanNCut (z. B. per USB).
- .SVG für andere Schneidsysteme.
Praxis-Tipp: Auch wenn du ScanNCut nutzt, lohnt es sich, zusätzlich eine SVG-Masterdatei zu archivieren. Workflows ändern sich – SVG bleibt flexibel.
Setup-Checkliste (bevor du auf Export klickst)
- Weld geprüft: Es ist wirklich ein einziges Objekt (kein abgetrennter Stiel).
- Fill aktiv: Silhouette ist als Fläche sichtbar.
- Format gewählt: FCM oder SVG passend zum Zielgerät.
- Dateiname sauber: z. B.
Leaf_Weld_CutFile_v1.svg.

Strass-Umriss-Schablone in BES4 erstellen (10 mm Steine + 3,00 mm Abstand) – ohne Überlappungen
Bei Strass trifft „Theorie“ auf Physik: Sind die Löcher zu dicht, reißt die Schablone beim Einbürsten. Sind sie zu weit auseinander, wirkt die Kontur wie eine Punktlinie ohne Form.
Hinweis zu den Werten: Terry arbeitet in der Demo mit 10 mm Steinen. Das ist im Strass-Bereich sehr groß. Für Bekleidung werden häufig kleinere Größen verwendet. Für diese Anleitung bleiben die Demo-Werte erhalten – passe die Größe in deinem Projekt an deinen realen Bestand an.
Terrys Demo-Einstellungen:
- Convert to Rhinestones – Größe: 10 mm
- Spacing (Abstand): 3.00 mm
Schritt-für-Schritt: Strass-Umriss
- Auswahl: Das verschweißte Vektor-Blatt anklicken.
- Konvertieren:
Tools→Convert to Rhinestones. - Größe: 10 mm wählen (oder passend zu deinem Material).
- Abstand korrigieren: Wenn Steine überlappen: Im Eigenschaftenbereich
Spacingauf 3.00 setzen undApply. - Manuell nacharbeiten: Mit
Rhinestone Edit:- Einzelne „komische“ Steine auswählen.
Deletezum Entfernen von Kollisionen.- Steine ziehen, um Ecken/Übergänge zu glätten.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Auf ca. 200% zoomen. Entlang der Kontur muss jeder Kreis klar getrennt sein. Praxisprüfung: Zwischen den Kreisen sollte sichtbar „Material“/Weißraum bleiben. Wenn Kreise sich berühren, drohen Doppelschnitte und eine schwache Schablonenwand.

Warum der Abstand so entscheidend ist
Strass-Abstand ist immer ein Kompromiss aus Optik und Haltbarkeit:
- Zu eng: Zwischen den Löchern bleibt zu wenig Material – die Schablone reißt schneller.
- Zu weit: Die Linie wirkt „gepunktet“ statt wie eine echte Kontur.
Terrys Vorgehen (erst auf 3.00 mm gehen, um Überlappungen zu eliminieren) ist pragmatisch: Erst die Kollisionen rausnehmen, dann gezielt einzelne Stellen per Hand optimieren.

Strass-Füllung in BES4 mit „Cascade“, wenn Standard unruhig oder zu „technisch“ wirkt
Ein Umriss definiert die Form – eine Füllung gibt Gewicht. Standard-Füllungen können bei organischen Formen (Blätter, Blüten) schnell zu rasterartig aussehen.
Schritt-für-Schritt: Strass-Füllung
- Start: Form auswählen →
Tools→Convert→Fill Rhinestone. - Größe: 10 mm (oder passend zu deinem Bestand).
- Muster wechseln: In den Eigenschaften
Fill TypevonStandardauf Cascade stellen undApply. - Feinschliff: Mit
Rhinestone EditRand-Ausreißer entfernen oder kleine Lücken korrigieren.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Die Fläche ist mit Kreisen gefüllt. Cascade sollte eine fließendere, gebogene Anordnung erzeugen – weniger „Schachbrett“, mehr organischer Verlauf.

Produktions-Tipp
Wenn du Strass-Produkte verkaufst, wirkt Cascade oft „wertiger“, weil die Anordnung weniger maschinell aussieht. Speichere dir nach dem manuellen Editieren eine Masterdatei – so musst du nicht bei jedem Auftrag dieselben Kollisionen erneut bereinigen.
Knockout-Typografie in BES4, die sich sauber entgittern lässt (Stencil Type + Buchstabenabstand -1)
Knockout-Designs leben von Negativraum. Der Schlüssel ist, dass der Textblock dicht genug ist, damit die Silhouette des Icons „lesbar“ bleibt und beim Entgittern nicht in feine Stege zerfällt.
Terrys Knockout-Formel:
- Text Tool: Normal Text
- Schrift: Stencil Type (wichtig: Stencil-Schriften haben „Brücken“, damit Innenflächen von Buchstaben nicht herausfallen)
- Style: Artwork
- Letter Spacing: -1
- Line Spacing: 2.0

Schritt-für-Schritt: Textblock aufbauen
- Neue Datei: Leeres Dokument öffnen.
- Text:
Text→Normal Text. - Schrift: Stencil Type wählen.
- Inhalt:
MOORE'S SEWING(Großbuchstaben sind hilfreich für mehr Fläche). - Umstellen: In den Eigenschaften
Styleauf Artwork setzen. - Horizontal verdichten:
Spacingauf -1 setzen undApply. - Vertikal verdichten:
Line Spacingauf 2 setzen undApply.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Der Text wirkt wie eine kompakte „Mauer“ – Buchstaben fast aneinander. Diese Dichte ist die Grundlage für ein sauberes Knockout.

Warum enge Abstände in Vinyl real entscheidend sind
Sind die Abstände zu groß, schneidet Knockout durch „Luft“ – es entstehen kleine, lose Vinylreste, die beim Entgittern reißen oder hängen bleiben. Mit -1 erzeugst du eine zusammenhängende Fläche, durch die das Icon sauber „ausgestanzt“ wird.
Der Knockout-Schlüssel: Nähmaschinen-Form vor dem Transformieren in Artwork umwandeln
Das ist eine der häufigsten Fallen: Du kannst kein Stickobjekt aus einem Artwork-Objekt „ausstanzen“. Beide müssen im gleichen Modus sein: Vektor-Artwork.
Schritt-für-Schritt: Overlay-Form vorbereiten
- Einfügen: Nähmaschinen-Applikationsform hinzufügen.
- Skalieren: Auf den Textblock anpassen.
- Kontrast: Farbe auf Gold ändern (nur zur besseren Sicht).
- Konvertieren:
Tools→Convert→Convert to Artwork. - Prüfen:
Fillauf Solid stellen undApply.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Die Nähmaschine ist eine gefüllte, flache Vektorform – dein „Ausstecher“.

Warnung: Klingen-Sicherheit: Beim Wechsel von Stick- zu Schneid-Workflows arbeiten Plotter mit sehr scharfen Klingen. Hände aus dem Mattenbereich halten und niemals versuchen, sich hebendes Vinyl während der Bewegung „festzudrücken“.
BES4 Arrange → Transform → Knockout nutzen, damit das Icon in den Buchstaben klar lesbar bleibt
Jetzt kommt die Subtraktion.
Schritt-für-Schritt: Knockout ausführen
- Layering: Nähmaschinen-Vektor über den Textblock legen.
- Form anpassen: Nähmaschine horizontal etwas strecken. Gestaltungsregel: Das Icon muss in die „Substanz“ der Buchstaben greifen. Liegt es nur in Zwischenräumen, ist es später unsichtbar.
- Markieren: Alles auswählen (Text + Icon).
- Knockout:
Arrange→Transform→Knockout.
Kontrollpunkt (Soll-Ergebnis): Die goldene Nähmaschine verschwindet – und im Textblock erscheint die Nähmaschinen-Silhouette als ausgesparte Fläche.

Abschluss-Checkliste (damit du kein Vinyl verschwendest)
- Objekttyp: Text ist
Style = Artwork(nicht Stichobjekt). - Dichte: Letter Spacing -1 und Line Spacing 2.0 sind gesetzt.
- Ausstecher: Icon ist in gefülltes Artwork konvertiert.
- Lesbarkeit: Icon überlappt dicke Buchstabenbereiche (nicht nur Lücken).
- Entgitterbarkeit: Reinzoomen und nach extrem dünnen Stegen suchen. Wenn vorhanden: Undo, Position/Größe anpassen.

Entscheidungshilfe: Material & Workflow je nach Endprodukt (Vinyl vs. Strass-Schablone vs. Stickerei)
Das Video ist softwarelastig – das Ergebnis hängt aber immer auch von Material und Prozess ab. Nutze diese einfache Logik, um typische Probleme schneller einzuordnen:
Zweig A: Du schneidest Vinyl (Klebevinyl oder HTV)
- Problem: Winzige „Inseln“/Fitzel im Knockout.
- Praxis: Für Serienaufträge die Knockout-Datei als Template sichern.
Zweig B: Du schneidest Strass-Schablonen
- Problem: Steine „klumpen“/überlappen.
Spacing auf 3.00 mm erhöhen und mit Rhinestone Edit bereinigen.- Optik: Wenn organische Formen zu blockig wirken:
Fill TypevonStandardaufCascadeumstellen.
Zweig C: Du stickst das Ergebnis (statt zu schneiden)
- Kontext: Du designst in BES4, gibst aber am Ende in Garn aus.
- Engpass: Bei Stückzahlen (z. B. 50 Shirts) ist oft nicht mehr die Software der Flaschenhals, sondern das Einspannen/Positionieren.
- Upgrade: Für wiederholgenaue Platzierung in Serie wird eine Einspannstation für Stickmaschinen relevant, damit das Motiv auf jedem Teil an exakt derselben Stelle landet.
Sinnvoller Upgrade-Pfad (wenn du wirklich bereit bist)
Du brauchst nicht jedes Tool – aber du solltest teure Probleme lösen. Dieser Pfad orientiert sich an typischen Produktionsschmerzen:
Upgrade-Auslöser #1: Rahmenspuren auf empfindlichen Materialien
Wenn du Vinyl (Heat-Press) mit Stickerei kombinierst, arbeitest du oft mit druck- oder hitzeempfindlichen Stoffen. Klassische Rahmen hinterlassen sichtbare Abdrücke.
- Lösung: Magnetrahmen halten über vertikale Kraft. Für Brother-Nutzer kann ein Magnetrahmen für brother helfen, das Material sicher zu fixieren, ohne es so stark zu quetschen.
Warnung: Magnet-Sicherheit: Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete (Quetschgefahr). Finger aus dem „Schnappbereich“ halten. Außerdem strikt fernhalten von Herzschrittmachern/ICDs sowie magnetischen Datenträgern (Kreditkarten, Festplatten).
Upgrade-Auslöser #2: Du skalierst von „Hobby“ auf „Business“
Ab ca. 20+ Teilen pro Auftrag wird eine Einnadelmaschine durch Fadenwechsel und Stopps schnell zum Engpass.
- Lösung: Eine Mehrnadelstickmaschine reduziert Stillstand durch automatische Farbwechsel. Wenn du Plattformen vergleichst, achte auf „Finished Goods per Hour“.
Upgrade-Auslöser #3: Große Layouts und Rehooping-Probleme
Bei großen Motiven (z. B. Rücken) ist Umspannen ein Präzisionskiller.
- Lösung: Größere Rahmen reduzieren Teilungen. Viele suchen gezielt nach Magnetrahmen für brother luminaire, um mehr Stickfläche zu nutzen und schneller zu arbeiten.
Häufige Fehlerbilder aus Terrys Demo – und die schnellen Fixes
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Schnelllösung |
|---|---|---|
| Blatt wird in zwei Teilen geschnitten (Stiel separat) | Vektor-Hygiene: nicht verschweißt. | Überlappende Teile markieren → Home → Arrange → Transform → Weld. |
| Strass überlappt | Abstand zu klein. | Spacing auf 3.00 mm erhöhen, Apply, dann per Rhinestone Edit löschen/verschieben. |
| Strass-Füllung wirkt „robotisch“ | Standard-Füllmuster. |
Fill Type auf Cascade umstellen. |
| Knockout reißt beim Entgittern | Text zu locker, zu dünne Stege. | Abstände verdichten: Letter Spacing -1, Line Spacing 2.0; Überlappung prüfen. |
| Knockout ist ausgegraut/fehlschlägt | Objektarten passen nicht (Stick vs. Artwork). | Text und Icon beide in Artwork (gefüllt) umwandeln, dann Knockout. |
Wo Magnetrahmen in einem Cutting-First-Workflow passen – und wo nicht
Diese Anleitung ist softwarefokussiert, aber viele Betriebe arbeiten hybrid: Vinyl schneiden für Personalisierung und Stickerei für Premium-Optik.
Wenn du so arbeitest, wird das Einspannen schnell zum „physischen Flaschenhals“. Für mittlere Motive (z. B. Brustlogo) ist ein Magnetrahmen 5x7 für brother oft ein sinnvoller Sweet Spot: schneller Teilewechsel, weniger Klemmen – praktisch, wenn ein Stapel vorbereiteter Shirts auf den Stickdurchlauf wartet.
Der Kern: Ein sauberes Vektor-Asset kann drei Produktlinien speisen
Terrys Demo zeigt sehr klar, wie du ein einziges Ausgangs-Asset mehrfach nutzt:
- Schneidedatei für Vinyl-Decals.
- Strass-Schablone für Bling-Produkte.
- Knockout-Design für moderne Graphic Apparel.
Das ist ein kommerzieller Workflow: Wenn du „Vektor-Hygiene“ (Convert to Artwork, Weld, Fill-Kontrolle) beherrschst, kämpfst du nicht mehr gegen die Software – du skalierst Output. Ob du klassisch einspannst oder für Tempo auf Magnetlösungen gehst: Sauberer Input = saubere Ergebnisse.
FAQ
- Q: Warum wird in BES4 Dream Edition mit Power Pack 2 ein Applikations-Blatt nach „Convert to Artwork“ als zwei separate Teile geschnitten (der Stiel trennt sich)?
A: Das ist fast immer ein Weld-Thema: Teile leicht überlappen lassen und dann zu einem geschlossenen Vektor verschweißen, bevor du exportierst.- Konvertieren:
Tools→Convert to Artwork. - Prüfen: In den Eigenschaften
FillOn stellen undApplyklicken, damit du die Silhouette als Fläche siehst.
- Konvertieren:
Home → Arrange → Transform → Weld.- Erfolgskontrolle: Beim Anklicken siehst du eine Begrenzungsbox um das gesamte Blatt (nicht zwei).
- Wenn es noch nicht klappt: Überlappung etwas erhöhen und erneut Weld ausführen – minimale Spalte verhindern eine echte Verschmelzung.
- Q: Wie kann man in BES4 Power Pack 2 vor dem Export als SVG oder FCM (für Brother ScanNCut oder andere Plotter) prüfen, ob eine Schneidedatei „sauber“ ist?
A: Mach vor dem Export eine schnelle „Fill + Ein-Objekt“-Kontrolle, um schmutzige Vektoren früh zu erkennen.- Anzeigen: In den Eigenschaften
FillOn setzen undApplyklicken, um Lücken/Drahtansichten sichtbar zu machen. - Prüfen: Nach „Überraschungsteilen“ (abgetrennte Segmente) suchen und ggf. neu positionieren.
- Bestätigen: Nach Weld-Schritten anklicken und prüfen, ob es wirklich ein Objekt ist (eine Begrenzungsbox).
- Erfolgskontrolle: Das Artwork erscheint als geschlossene, gefüllte Fläche ohne unerwartete Löcher oder getrennte Teile.
- Wenn es noch nicht passt:
Convert to Artworkerneut ausführen und überlappende Elemente mitWeldzusammenführen, dann erneut exportieren.
- Anzeigen: In den Eigenschaften
- Q: Warum überlappen Strass-Löcher beim Konvertieren einer Form zu Strass in BES4 Power Pack 2 – und wie behebt man das mit 3.00 mm Spacing?
A: Überlappungen bedeuten: Der Abstand ist zu klein. SetzeSpacingauf 3.00 mm und bereinige Kollisionen anschließend per Hand.- Konvertieren: Verschweißte Vektorform wählen →
Tools→Convert to Rhinestones. - Anpassen: Im Eigenschaftenbereich
Spacingauf 3.00 setzen undApply. - Nacharbeiten: Mit
Rhinestone EditSteine löschen oder ziehen, die an Ecken noch kollidieren. - Erfolgskontrolle: Bei ~200% Zoom ist jeder Kreis getrennt, mit sichtbarem Weißraum dazwischen (keine berührenden Kanten).
- Wenn es noch nicht passt: Steine mit digitaler Schieblehre nachmessen und die gewählte Steingröße prüfen – Größen-Mismatch führt häufig zu Gedränge.
- Konvertieren: Verschweißte Vektorform wählen →
- Q: Wie lässt man Strass-Füllungen in BES4 Power Pack 2 auf organischen Formen (z. B. Blätter) weniger „robotisch“ wirken – mit Cascade?
A: Stelle das Füllmuster von Standard auf Cascade um und entferne anschließend Rand-Ausreißer manuell.- Konvertieren: Form wählen →
Tools→Convert→Fill Rhinestone. - Setzen: Steingröße passend zum Material wählen.
- Umstellen: In den Eigenschaften
Fill TypevonStandardauf Cascade setzen undApply. - Bereinigen: Mit
Rhinestone Editungünstige Randsteine löschen oder kleine Lücken korrigieren. - Erfolgskontrolle: Die Steine wirken fließender ausgerichtet statt wie ein starres Raster.
- Wenn es noch nicht passt: Undo, Cascade erneut anwenden und nur minimal editieren – zu viel Handarbeit kann neue Abstandsprobleme erzeugen.
- Konvertieren: Form wählen →
- Q: Warum ist in BES4 Dream Edition „Arrange → Transform → Knockout“ ausgegraut oder funktioniert nicht beim Erstellen von Knockout-Typografie?
A: Knockout scheitert, wenn die Objektarten nicht zusammenpassen – wandle Text und Icon beide in gefülltes Vektor-Artwork um.- Text setzen:
Text→Normal Text,Styleauf Artwork. - Icon konvertieren: Applikationsform einfügen →
Tools→Convert→Convert to Artwork, dannFillauf Solid undApply. - Ausführen: Beide Objekte markieren →
Arrange→Transform→Knockout. - Erfolgskontrolle: Das Icon verschwindet und seine Silhouette ist als Aussparung im Text sichtbar.
- Wenn es noch nicht klappt: Prüfen, ob beide Elemente als gefülltes Artwork vorliegen (nicht als Stichobjekte), dann neu auswählen und Knockout erneut starten.
- Text setzen:
- Q: Wie verhindert man bei BES4 Knockout-Vinyl-Designs, dass die Typografie beim Entgittern reißt (Stencil Type, Letter Spacing -1)?
A: Verdichte den Text zu einer stabilen „Mauer“ und sorge dafür, dass das Icon durch dicke Buchstabenbereiche schneidet – nicht durch offene Zwischenräume.- Setzen: Schrift Stencil Type,
Style= Artwork,Letter Spacing= -1,Line Spacing= 2.0, dannApply. - Platzieren: Icon darüberlegen und so strecken/positionieren, dass es die „Substanz“ der Buchstaben trifft.
- Prüfen: Reinzoomen und nach extrem dünnen Stegen suchen, die beim Entgittern reißen.
- Erfolgskontrolle: Der Textblock ist dicht, die Silhouette ist klar erkennbar, ohne haarfeine Brücken.
- Wenn es noch reißt: Undo, Icon auf dickere Buchstabenstriche verschieben oder eine kräftigere Stencil-Schrift als Ausgangsbasis wählen.
- Setzen: Schrift Stencil Type,
- Q: Welche Sicherheitsregel gilt beim Schneiden von Vinyl oder Strass-Schablonenmaterial mit BES4 Power Pack 2 Cut Files?
A: Behandle die Klinge wie ein chirurgisches Werkzeug: Hände aus dem Mattenbereich und niemals Material während der Bewegung festhalten.- Freihalten: Finger und lose Gegenstände vor Jobstart aus dem Schneidbereich entfernen.
- Vermeiden: Aufstehendes Vinyl nicht während der Bewegung per Hand andrücken; Maschine zuerst stoppen.
- Kontrollieren: Lieber Mattenhaftung und Materialvorbereitung optimieren statt „mit der Hand stabilisieren“.
- Erfolgskontrolle: Der Schnitt läuft ohne Handkontakt im Bereich von Matte/Klinge während der Bewegung durch.
- Wenn es Probleme gibt: Cutter pausieren/stoppen und Setup korrigieren – nicht mit Händen nahe einer aktiven Klinge troubleshoot’en.
- Q: Wann sollte man bei Serienproduktion von Mixed-Media-Designs (Vinyl + Stickerei) von Technik-Optimierung auf Magnetrahmen oder eine Mehrnadelstickmaschine upgraden?
A: Arbeite gestuft: erst Datei/Workflow optimieren, dann Einspann-Engpässe mit Magnetrahmen reduzieren, dann bei Volumen die Kapazität mit Mehrnadel erhöhen.- Level 1 (Technik): Saubere Vektoren (Convert to Artwork + Weld) und Spacing-/Entgitter-Checks, bevor Material draufgeht.
- Level 2 (Tool): Wenn wiederholt Platzierungsabweichungen oder Rahmenspuren auf empfindlichen/Performance-Stoffen auftreten, können Magnetrahmen Wechselzeiten reduzieren und den Druck anders verteilen (immer nach Maschinenfreigabe arbeiten).
- Level 3 (Kapazität): Wenn 20–50+ Teile primär durch manuelle Fadenwechsel/Stopps gebremst werden, ist eine Mehrnadelstickmaschine oft der nächste Schritt.
- Erfolgskontrolle: Der Engpass verschiebt sich von Nacharbeit/Redo zu stabilen, wiederholbaren Zyklen mit weniger Ausschuss und schnellerem Setup pro Teil.
- Wenn es weiterhin hakt: Den echten Limitierer identifizieren (Datei vs. Einspannen vs. Fadenwechsel) und genau diesen Punkt zuerst lösen, bevor investiert wird.
