Bernina 500 Einsteiger-Setup: Modul montieren, Jumbo-Unterfaden spulen/einsetzen, Oberfaden einfädeln, Bildschirm-Editing – und ein sauberer Sticky-Vlies-Rahmen für Samtbeutel

· EmbroideryHoop
Diese praxisnahe Bernina-500-Anleitung führt dich vom sicheren An- und Absetzen des Stickmoduls über das Spulen und Einsetzen der Jumbo-Unterfadenspule bis zum korrekten Einfädeln fürs Sticken. Danach zeige ich dir die wichtigsten Schritte am Bildschirm: Schrift wählen, passenden Rahmen einstellen, Initialen drehen/bearbeiten – und wie du einen Samt-/Velours-Zuziehbeutel mit Sticky-Stickvlies „floatest“, ohne den Stickrahmen zu verkleben. Zum Schluss: erster Probestick mit Geschwindigkeitsregelung und den wichtigsten Qualitäts-Checks.
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Inhaltsverzeichnis

Auspacken und Stickmodul sicher an- und absetzen

Wenn du deine Bernina 500 gerade ausgepackt hast, ist der erste „echte“ Erfolg: das Stickmodul sicher montieren und wieder abnehmen – ohne Stress am Arm und ohne Gefummel bei der Ausrichtung. Die Anleitung erklärt zwar die Mechanik, aber nicht das Gefühl einer korrekt sitzenden Verbindung. Hier gehen wir den Ablauf „vom Karton bis zum ersten Stich“ durch – inklusive der Praxis-Checks, die Techniker nutzen, um unnötigen Verschleiß und spätere Ausrichtungsprobleme zu vermeiden.

Wide shot of Jennifer sitting next to the Bernina 500 machine in the store.
Introduction

Woran du erkennst, dass es richtig sitzt

Das Modul soll sauber einschieben und bündig am Maschinenkörper anliegen. Es darf kein Spalt sichtbar sein. Wenn du „schleifende“ Reibung spürst oder drücken musst: Stopp. Die Kontakt-/Führungsbereiche sind präzise – schief angesetzt kann das auf Dauer zu Verschleiß oder zu Kommunikationsfehlern führen (Maschine „erkennt“ das Modul nicht).

Schritt für Schritt: Modul ansetzen und abnehmen

  1. Vorbereitung: Stelle die Maschine auf einen stabilen, ebenen Tisch. Links sollte ausreichend Platz sein (im Video wird mit deutlich freier linker Seite gearbeitet).
  2. Modul positionieren: Lege das Modul flach auf den Tisch. Im Video wird es zuerst plan abgelegt und dann in Richtung Maschinenbasis geschoben.
  3. Verbindung herstellen: Schiebe das Modul kräftig und gerade in die Basis, bis es verbindet.
    • Praxis-Check: Du spürst einen klaren mechanischen „Sitz“/Einrastmoment. Optisch muss die Fuge zwischen Modul und Maschine so eng sein, dass kein sichtbarer Abstand bleibt.
  4. Handling-Regel: Im Video wird es ausdrücklich betont: niemals am Stickarm tragen – immer an der Basis.
  5. Abnehmen: Zum Abnehmen den Quetsch-/Squeeze-Hebel unten links suchen, drücken und das Modul gerade nach links abziehen.
Overhead view demonstrating how to slide the embroidery module into the machine base.
Attaching embroidery unit

Warnung: Das Stickmodul niemals am beweglichen Stickarm (dort, wo der Rahmen einrastet) anheben oder tragen. Dieser Bereich ist ein kalibrierter Hebelpunkt – ein unglücklicher Stoß oder das Eigengewicht kann die X/Y-Ausrichtung beeinflussen und aus einem funktionierenden System schnell einen Werkstattfall machen.

Profi-Tipp (Werkstatt-/Studio-Realität)

Wenn du die Maschine zwischen Räumen oder zu Kursen transportierst: behandle das Modul wie ein empfindliches Präzisionsteil. Beide Hände an die Basis, langsam bewegen, Weg freimachen. Wenn du häufig auf- und abbaust, kontrolliere die Kontaktbereiche regelmäßig auf Flusen/Schmutz.

Unterfaden spulen und Spulenkapsel einsetzen – die Praxis-Tricks

Ein sauber gespulter Unterfaden ist die Basis für ruhige Stickerei. Die Bernina 500 arbeitet mit großen (Jumbo-)Spulen; das ist für längere Laufzeiten gedacht. Gleichzeitig fallen Fehler beim Spulen (unruhige Wicklung/Spannung) bei größeren Spulen schneller auf.

Close up of finger pressing the silver latch to open the bobbin door.
Opening bobbin case

Schritt für Schritt: Unterfadenspule spulen (wie im Video gezeigt)

  1. Spulenbereich öffnen: Abdeckung zu dir ziehen und den silbernen Entriegelungsbereich drücken, um die Klappe zu öffnen.
  2. Garn aufstecken: Zum Spulen wird im Video der horizontale Garnrollenstift genutzt. Setze eine passende Garnkappe auf, damit das Garn nicht hängen bleibt.
  3. Fadenweg: Folge den Pfeilen (1 und 2). Der Faden läuft unter/um die Vorspannung.
    • Praxis-Check: Beim Durchziehen durch die Vorspannung sollte ein leichter Widerstand spürbar sein. Ist es „zu locker“, wird die Spule weich gewickelt und kann später zu Schlaufen/Unruhe führen.
  4. Spuler aktivieren: Faden ein paar Mal um den Spulenkern wickeln und den Spulerhebel zur Spule hin schwenken.
  5. Geschwindigkeit: Über den Schieberegler am Bildschirm lässt sich die Spulgeschwindigkeit steuern.
Close up showing the bobbin engaged on the top winder with thread path visible.
Winding bobbin
Touch screen interface showing the speed control slider for bobbin winding.
Adjusting winding speed

Schritt für Schritt: Spule in die Spulenkapsel – dann in die Maschine

  1. Richtige Lage: Spule in die Spulenkapsel einsetzen (im Video wird die Orientierung mit der „schwarzen Seite/Sensorseite“ nach außen gezeigt).
  2. Spannungsweg: Faden durch den Schlitz und unter die Spannfeder ziehen.
    • Sicht-Check: Der Faden muss wirklich unter der flachen Metallfeder verschwinden – nicht nur „im Schlitz liegen“.
  3. Kapsel einsetzen: Spulenkapsel in die Maschine einsetzen, bis sie einrastet.
    • Hör-Check: Achte auf ein klares Einrastgeräusch. Wenn es nur „dumpf“ wirkt, sitzt sie oft nicht vollständig – dann mittig nachdrücken, bis sie sauber einrastet.
Finger inserting the black bobbin case into the hook system.
Inserting bobbin

Warum das zählt (die „unsichtbare“ Spannungslogik)

Beim Sticken ist die Spannfeder der Spulenkapsel deine Unterfaden-Basis. Wenn der Faden nicht korrekt unter der Feder liegt (klassischer Anfängerfehler), fehlt die Spannung – und du bekommst sehr schnell Schlaufen/Fadennester auf der Rückseite. Auch wenn „alles nur in eine Richtung passt“: Den Fadenweg musst du immer mit Augen und Fingern prüfen.

Bernina 500 fürs Sticken einfädeln (Oberfaden)

Beim Einfädeln verlieren Einsteiger am meisten Zeit – oft, weil sie wie fürs Nähen einfädeln (horizontale Abgabe), nicht wie fürs Sticken. Der zentrale Punkt im Video: Für Stickerei ist der seitliche, vertikale Garnrollenstift die bessere Wahl, weil er Drall reduziert.

Setting up the thread spool on the vertical spool pin on the side.
Threading setup

Schritt für Schritt: Oberfaden einfädeln (Video-Ablauf)

  1. Garnrollenstift aufstellen: Den vertikalen Stift an der rechten Seite hochklappen.
  2. Reihenfolge: Zuerst das Schaumstoff-Pad, dann die Garnrolle, dann die Garnkappe. Die Rolle nicht direkt auf Kunststoff laufen lassen.
  3. Fadenweg: Dem nummerierten Weg (1–6) folgen: hoch, runter, um den Fadenhebel, dann zur Nadel.
  4. Nadel einfädeln: Den automatischen Nadeleinfädler nutzen.
Detailed view of threading the needle using the automatic threader.
Threading needle

Checkpoint: So sieht „korrekt“ in der Praxis aus

  • Der Faden läuft gleichmäßig von der Garnrolle, ohne Ruckeln oder Hängenbleiben.
  • Der Einfädler zieht eine saubere Schlaufe durch das Nadelöhr (nicht ausgefranst).

Workflow-Hinweis (wenn Einfädeln zum Engpass wird)

Wenn du merkst, dass du mehr Zeit mit Garnwechseln als mit Sticken verbringst, lohnt sich ein Blick auf deine Gesamtorganisation.

  • Praxisbezug: In vielen Studios wird zuverlässiges Garn (im Video z. B. Amann Group Mettler) mit einem separaten Garnständer kombiniert.
  • Skalierung: Wenn du von „einzelnen Teilen“ zu Serien denkst (z. B. 50 Teile), hängen Einspannsystem für Stickmaschine-Entscheidungen und Garnhandling eng zusammen.

Am Bildschirm arbeiten: Schriften und Stickrahmen auswählen

Die Bernina-500-Oberfläche ist darauf ausgelegt, schnell zum Stickstart zu kommen: Buchstaben wählen, Rahmen wählen, Vorschau prüfen, dann anpassen. Die Schritte sind einfach – aber ein falscher Modus/Frame-Fehler fällt oft erst auf, wenn es kracht.

Schritt für Schritt: Buchstaben wählen und Vorschau prüfen

  1. Navigation: Am Bildschirm Letters auswählen (alternativ Designs/Favorites).
  2. Schrift wählen: In den Alphabet-Ordner gehen und eine Schrift auswählen.
  3. Eingabe: Initialen tippen.
    Kurzcheck
    Prüfen, ob der Text in der Vorschau erscheint.
  4. Bestätigen: Mit dem grünen Haken auf die Bearbeitungsfläche übernehmen.
Typing initials 'AB' on the machine's touchscreen keyboard.
Selecting text

Schritt für Schritt: den richtigen Rahmen einstellen

Im Video wird für den kleinen Beutel der Small Hoop (72×50 mm) gewählt; zusätzlich wird der Oval Hoop (145×255) erwähnt.

  1. Menü öffnen: Auf das Rahmen-/Hoop-Symbol tippen.
  2. Auswahl: Genau den Rahmen auswählen, den du physisch in der Hand hast (Small oder Oval).
  3. Sichtkontrolle: Das Raster/der Arbeitsbereich am Bildschirm ändert sich. Prüfe, dass das Motiv vollständig innerhalb der Begrenzung liegt.
Selecting the 'Small' hoop from the hoop menu list on screen.
Hoop selection

Checkpoint: Rahmen-Mismatch ist ein „stiller“ Totalschaden

Wenn am Bildschirm „Oval“ eingestellt ist, du aber einen „Small“-Rahmen einrastest, weiß die Maschine das nicht automatisch. Im schlimmsten Fall fährt sie in den Rahmen. Darum immer doppelt prüfen: Bildschirmrahmen = physischer Stickrahmen.

Sticky-Stickvlies für schwer einspannbare Teile (Float-Methode)

Schwer einspannbare Teile (z. B. Samtbeutel, kleine Beutel, Kantenbereiche) sind genau die Stellen, an denen Stoff beschädigt wird oder Abdrücke entstehen. Das Video zeigt die Float-Methode mit Sticky-Stickvlies – eine Kerntechnik, wenn du empfindliche Oberflächen nicht zwischen die Rahmenringe klemmen willst.

Placing the stabilizer into the oval hoop before removing paper.
Hooping stabilizer

Was du hier eigentlich machst

Du spannst das Vlies in den Stickrahmen ein – nicht den Beutel. Danach nutzt du die Klebefläche als „Haftfläche“, um den Beutel zu positionieren. So vermeidest du, dass der Rahmen direkt auf dem Samt/Velours liegt.

Schritt für Schritt: Sticky-Vlies sauber einspannen (ohne klebrigen Rahmen)

  1. Einlegen: Ein Stück Sticky-Tear-Away (im Video „Perfect Stick“) zuschneiden und mit der Papierseite nach oben in den Rahmen legen. Dann straff einspannen.
  2. Anritzen (Scoring): Mit der Scherenspitze (oder einer Nadel) das Papier entlang der inneren Rahmenkante leicht anritzen.
    • Wichtig: Nur das Papier schneiden/anritzen – nicht das Vlies darunter.
    • Warum: So bleibt Kleber von der Rahmenkante fern und der Stickrahmen verklebt nicht.
  3. Kleber freilegen: Papier im Innenbereich abziehen, bis die Klebefläche frei ist.
  4. Floaten: Den Samtbeutel auf die Klebefläche legen und von der Mitte nach außen vorsichtig glattstreichen.
Using closed scissors to score the paper backing along the inner edge of the hoop.
Scoring stabilizer paper
Placing the purple bag onto the exposed sticky stabilizer in the hoop.
Floating the fabric

Erwartetes Ergebnis

  • Der Kunststoffrahmen bleibt sauber (weil du innerhalb der Kante angeritzt hast).
  • Der Beutel liegt flach genug für einfache Initialen, ohne zu verrutschen.
  • Sichtcheck: keine Falten im Stickbereich.

Warnung: Klebevlies hinterlässt schnell Kleber am Nadelbereich. Das erhöht Reibung und kann zu Fadenreißen/„Schreddern“ führen. Im Video wird deshalb empfohlen, die Nadel bei Sticky-Vlies häufiger zu wechseln.

Wann ein Magnetrahmen der sicherere Weg ist

Wenn dir die Haftung nicht reicht oder du bei dichteren Motiven mehr Sicherheit brauchst, ist ein magnetischer Stickrahmen oft die professionellere Lösung.

  • Auslöser: Du willst weniger Papier abziehen, weniger Kleber an Nadel/Material und weniger Risiko von Verrutschen.
  • Praxis: Viele Bernina-Anwender schauen dann nach Magnetrahmen für bernina.

Motiv bearbeiten: Drehen und Größe anpassen

Sobald die Buchstaben am Bildschirm sind, zeigt das Video, wie du das Motiv an die Ausrichtung des Beutels anpasst.

Rotating the design 90 degrees using the on-screen rotation tool.
Editing design

Schritt für Schritt: 90° drehen, damit es zum Beutel passt

  1. Edit-Menü: Das „i“ (Information) antippen.
  2. Drehen: Das Rotate-Symbol auswählen.
  3. Aktion: Mit dem Multifunktionsknopf das Motiv um 90° drehen.

Schritt für Schritt: Buchstaben hinzufügen und separat positionieren

  1. Auswahl: Buchstabenobjekt am Bildschirm antippen.
  2. Element hinzufügen: Über das Plus (+) ein weiteres Element hinzufügen.
  3. Positionieren: Buchstaben einzeln verschieben – so sind versetzte Monogramme möglich.

Schritt für Schritt: Größe anpassen

Im Video werden zwei Wege gezeigt:

  • Multifunktionsknöpfe für Feinanpassung.
  • Scale/Größenfunktion am Bildschirm für Höhe/Breite.

Checkpoint: Änderungen „stickfreundlich“ halten

Praxisregel: Zu starke Größenänderungen direkt an der Maschine können die Stickdichte ungünstig verändern. Wenn du merkst, dass ein Motiv nach dem Skalieren zu dicht oder zu offen wirkt, ist eine Anpassung in Software oft der sauberere Weg. Genau an dieser Stelle suchen viele nach Einspannen für Stickmaschine-Tipps – obwohl das Problem eigentlich die Dichte nach dem Skalieren ist.

Erster Sticklauf: Start, Geschwindigkeit und Kontrolle

Jetzt wird’s ernst: Alles ist vorbereitet – jetzt läuft der erste Stick.

Checking alignment on screen after placing the bag on the hoop.
Final alignment

Schritt für Schritt: Stickvorgang starten

  1. Rahmen ansetzen: Den eingespannten Stickrahmen am Stickarm einrasten und den Hebel/Clamp sicher schließen.
  2. In den Stickmodus: Den Nadel-/Stick-Button am Bildschirm nutzen (wie im Video gezeigt, inklusive der Hinweise/Prompts).
  3. Hinweise befolgen: Falls gefragt, den Nähfuß senken.
  4. Start: Den grünen Startknopf drücken, bis die Maschine übernimmt.
  5. Geschwindigkeit: Den Geschwindigkeitsregler prüfen und bei Bedarf reduzieren.

Betriebs-Checkliste (am Abschnittsende)

  • Rahmen-Check: Bildschirmrahmen = physischer Stickrahmen.
  • Ausrichtung: „Oben“ am Motiv passt zu „oben“ am Beutel.
  • Freiraum: Beutelstoff nicht unter den Rahmen schieben (sonst nähst du Vorder- und Rückseite zusammen).
  • Geschwindigkeit: Bei Sticky-Vlies eher moderat starten und erst nach sauberem Lauf erhöhen (im Video wird die Speed-Control aktiv genutzt).

Qualitätskontrollen während des Stickens

  • Geräusch: Gleichmäßiger Lauf ist gut; auffälliges „härteres“ Klopfen kann auf stumpfe Nadel oder Kleberaufbau hindeuten.
  • Vibration: Wenn der Rahmen sichtbar „hüpft“, Geschwindigkeit reduzieren.
  • Oberfadenlauf: Wenn der Faden plötzlich schlaff wirkt, kann er aus dem Fadenhebelpfad gerutscht sein – dann stoppen und neu einfädeln.

Workflow-Upgrade (Effizienz + Wiederholgenauigkeit)

Wenn du Beutel/Artikel in Serie machst, führt „Einspannen auf dem Tisch“ schnell zu ungleichmäßiger Platzierung. Viele Betriebe standardisieren deshalb mit Einspannstation für Stickmaschine-Arbeitsweisen, damit jedes Logo an exakt derselben Stelle landet.

Warnung: Finger, Scheren und lose Werkzeuge während des Stickens aus dem Nadelbereich fernhalten. Vor jedem Eingriff Maschine vollständig stoppen.

Vorbereitung (versteckte Verbrauchsmaterialien & Checks)

Bevor du startest, stelle sicher, dass dein Setup komplett ist. Ein fehlendes Teil stoppt dich sonst mitten im Sticklauf.

Versteckte Verbrauchsmaterialien & Prep-Checks

  • Frische Nadel: Sticknadel; bei Velours/Samt ggf. passende Spitze. Keine „alte Universalnadel“.
  • Richtiges Garn: Stickgarn (z. B. 40 wt).
  • Unterfaden: Unterfadengarn (dünner als Oberfaden).
  • Reinigung: Alkohol zum Reinigen (z. B. bei Kleberückständen an der Nadel).
  • Stickvlies: Sticky Tear-Away (für die Video-Methode) plus weiteres Vlies je nach Projekt.
  • Schere: Kleine Fadenschere für sauberes Trimmen.

Prep-Checkliste (am Abschnittsende)

  • Frische Nadel eingesetzt.
  • Unterfaden korrekt unter der Spannfeder.
  • Oberfaden sauber im Fadenweg.
  • Papier im Rahmen innen angeritzt (Rahmen bleibt sauber).
  • Schere/Pinzette griffbereit.

Setup (Entscheidungsbaum: Material → Vlies → Haltemethode)

Nutze diese Logik, um nicht zu raten, sondern reproduzierbar sauber zu sticken.

Entscheidungsbaum

1) Ist der Artikel flach und stabil (Baumwolle, Denim, Twill)?

  • Ja: Stoff + Tear-Away zusammen einspannen (Standard).
  • Nein (Samt/Velours, Strick, fertiger Beutel): Weiter zu Schritt 2.

2) Macht ein Rahmenabdruck das Material kaputt (Samt/Velours)?

3) Ist das Material dehnbar (T-Shirt/Jersey)?

  • Ja: Cut-Away ist Pflicht; Tear-Away verzieht sich langfristig. Halten z. B. mit temporärer Fixierung oder Sticky-Vlies.

Setup-Checkliste (am Abschnittsende)

  • Rahmen am Bildschirm = Rahmen an der Maschine.
  • Motiv ggf. um 90° gedreht.
  • Beutel nur aufgelegt, nicht gezogen/gestreckt.
  • Überschüssiger Stoff aus dem Nadelweg gefaltet.

Warnung für Magnetrahmen-Nutzer: Starke Magnetrahmen können Finger einklemmen. Sicherheit bei Implantaten: Magnete mit Abstand zu implantierten medizinischen Geräten halten.

Troubleshooting (Symptom → Ursache → Fix)

Wenn etwas schiefgeht: ruhig bleiben und von „billig“ nach „teuer“ prüfen.

Symptom Wahrscheinlichste Ursache Schnell-Fix Vorbeugung
Klebereste am Rahmen Papier bis zur Kante abgezogen. Mit Alkohol reinigen. Papier innerhalb der Rahmenkante anritzen und nur innen abziehen.
Faden schreddert / reißt Nadel durch Kleber „gummiert“. Nadel reinigen oder wechseln. Bei Sticky-Vlies Nadel häufiger wechseln.
Fadennest/Schlaufen unten Oberfaden nicht korrekt im Fadenweg. Oberfaden neu einfädeln. Fadenweg konsequent visuell prüfen.
Motiv schief Beutel schief auf Klebefläche platziert. N/A (meist zu spät). Mit Lineal arbeiten oder Einspannstation für Stickmaschine nutzen.
Rahmenabdrücke Samt/Velours klassisch eingespannt. Vorsichtig dämpfen. Float-Methode oder Magnetrahmen für empfindliche Oberflächen.

Ergebnis (woran du „fertig und richtig“ erkennst)

Wenn du diese Reihenfolge einhältst – Modul bündig, Unterfadenweg geprüft, vertikaler Garnrollenstift genutzt und Sticky-Vlies korrekt vorbereitet – wirkt das Ergebnis sofort professioneller. Du solltest sehen:

  1. Saubere Buchstaben: Keine Schlaufen, keine Lücken.
  2. Klare Kanten: Satin-Stiche wirken glatt, nicht „fusselig“.
  3. Keine Schäden: Der Samtbeutel zeigt keine Rahmenabdrücke und der Flor bleibt schön.

Wenn du das später auf Serien überträgst, wird die Sticky-Float-Methode oft zum Zeit- und Reinigungsfaktor. Dann ist der typische nächste Schritt, den Workflow zu standardisieren – z. B. mit Magnetrahmen für bernina für schnelleres Einlegen oder mit Einspannhilfen für reproduzierbare Platzierung.