Inhaltsverzeichnis
Einführung in das Ellisimo Upgrade Kit
Wenn du das hier liest, besitzt du sehr wahrscheinlich eine High-End-Maschine wie die Baby Lock Ellisimo – und trotzdem zieht sich bei einem makellos weißen Tischtuch oft alles zusammen. Diese Sorge ist berechtigt. Maschinenstickerei verzeiht wenig: Schon ein Millimeter Versatz in einer Bordüre kann aus einem „Erbstück-Projekt“ ein Ärgernis machen.
Als Ausbilderin mit vielen Jahren Praxis sage ich meinen Kursteilnehmern immer: Technik ist keine Magie – sie ist ein Werkzeug, um Toleranzen zu beherrschen. Die von Pam Mahshie gezeigten Upgrade-Funktionen – insbesondere Stich-Neuberechnung beim Skalieren, Needle Cam-Positionierung und der Bordüren-Workflow – sind genau dafür gemacht: menschliche Fehlerquellen zu reduzieren. Sie funktionieren aber nur dann zuverlässig, wenn du die Logik dahinter verstehst.
Dieses Dokument rekonstruiert die Demo als standardisierte Arbeitsanweisung (SOP). Wir gehen bewusst über „Buttons drücken“ hinaus und schauen auf die Mechanik der Platzierung: Stoff ist nicht starr, er gibt nach, verzieht sich unter Spannung und reagiert auf Zug von außen.
Und wir sprechen den Elefanten im Raum an: Große Projekte sind körperlich anstrengend beim Einspannen. Wenn das Einspannen zur Kraftprobe wird, ist das oft kein „Skill-Problem“, sondern ein Hinweis, dass die Halte- und Spanntechnik nicht mehr zum Anspruch der Maschine passt.

Das Projekt ist ein klassisches weißes Tischtuch mit blauer Stickerei. Mit Upgrade wird daraus kein „Pi mal Daumen“-Vorgang mehr, sondern ein „Scannen und bestätigen“-Prozess.


Was du nach diesem Tutorial sicher beherrschst
- Stiche neu berechnen: Ein Design bis 200% vergrößern, ohne die Stichdichte zu zerstören (und die Grenzen realistisch einschätzen).
- Auto-Ausrichtung: Mit Perfect Positioning Sticker und Needle Cam Motive auf echte Stoff-Koordinaten „einrasten“ lassen.
- Daten vereinfachen: Stichdaten editieren, Farbblöcke überspringen und komplexe Füllungen in elegante Monochrome-Konturen verwandeln.
- Visuelles Drag-and-drop: Zweite Motive ausrichten, indem du den tatsächlich eingespannten Stoff scannst und das Design am Bildschirm positionierst.
- Endlosbordüren sauber wiederholen: Border-Frame-Workflow mit verifizierter 9-Punkt-Ausrichtungskontrolle.
- Textur von unten: Haptik erzeugen mit Bobbin Work Case und dickem Dekorfaden.
Warnung: Mechanische Sicherheit. Wenn sich Nadelstange bewegt oder der Kameraarm arbeitet, entstehen spürbare Kräfte. Halte Finger, weite Ärmel, Schmuck und lange Haare mindestens 6 inches vom Nadelbereich fern – besonders beim Scannen und beim Start. Greife niemals in den Rahmenbereich, solange die Maschine läuft. Vor manuellen Korrekturen immer die „Lock“-Taste drücken.
Positionierungsprobleme lösen – mit Needle Cam
Positionierung ist für viele der schwierigste Teil der Maschinenstickerei. Warum? Weil Stoff ein „lebendiges“ Medium ist. Er entspannt sich, dehnt sich unter Spannung und kann sich minimal schräg einspannen. Was am Bildschirm perfekt zentriert wirkt, kann am realen Projekt am Ende ein paar Grad verdreht sein.
Die Needle Cam ändert das Prinzip: Statt dich auf Augenmaß zu verlassen, setzt du einen Perfect Positioning Sticker als klaren Referenzpunkt. Die Kamera sucht diesen Kontrastpunkt, erkennt Lage und Winkel und richtet das Design mathematisch passend zur Realität im Rahmen aus.
Wer klassisch arbeitet, kennt das: fünfmal neu einspannen, bis es „endlich gerade“ ist. Genau hier wird aus Einspannen für Stickmaschine ein digital abgesicherter Ablauf. Betrachte den Scan nicht als Abkürzung, sondern als Pflicht-Check.

Warum Sticker + Kamera typische Platzierungsfehler verhindern
- Rotationskorrektur (Schräglage fixen): Wenn der Stoff minimal schief eingespannt ist (z. B. 2°), erkennt die Kamera die Achse des Stickers und rotiert das Design passend.
- Echte Platzierungsvorschau: Du siehst das Design über dem Livebild des eingespannten Stoffes.
- Wiederholbarkeit: Wenn du dieses Prinzip einmal sauber nutzt, bekommst du über große Flächen hinweg eine konstant kleine Fehlerquote.
Checkpoints (bevor du startest)
- Sichtprüfung: Der Sticker muss komplett plan aufliegen. Hochstehende Kanten führen zu Fehl-Erkennung oder falschem Winkel. Kante mit dem Fingernagel fest andrücken.
- Haptik-Check: Tippe in die Mitte des eingespannten Bereichs. Es sollte eher dumpf klingen, nicht hoch „ping“. Zu stramm („Trommelfell“) verzieht den Fadenlauf – nach dem Ausspannen kommt dann oft Wellenbildung.
- System-Check: Am Bildschirm muss die Erkennung sichtbar „einrasten“ (z. B. Bestätigungsrahmen/Fadenkreuz auf dem Sticker).



Profi-Tipp aus dem Studioalltag
„Gravity Drag“ bei großen Teilen: Bei einem großen Tischtuch zieht das überhängende Gewicht am Rahmen. Dieser Zug reicht aus, um bei schnellen Y-Bewegungen minimal zu verschieben. Lösung: Lege das Tuch als „Nest“ auf den Tisch, sodass das Gewicht getragen wird. Der Stickrahmen darf nicht als Griff dienen, der das Projekt „hält“.
Designs bis 200% vergrößern
In der Standard-Stickpraxis ruiniert eine Größenänderung über ca. 20% oft das Ergebnis: Stiche werden zu lang (Lücken) oder zu dicht (bretthart). Das Ellisimo Upgrade Kit nutzt eine Stichverarbeitung, die die Dichte beim Skalieren neu berechnet.
Pam zeigt das an einem integrierten floralen Motiv aus Exclusives → Lace. Sie skaliert von ca. 3.23" x 3.39" auf 6.46" x 6.78" – also 200%.


Schritt für Schritt: Auswahl und Skalierung (wie gezeigt)
- Navigation: Stickbereich öffnen → Exclusives → Lace.
- Auswahl: Auf Seite drei (große Thumbnails) das florale Design wählen und Set drücken.
- Editieren: Im Edit-Menü das Size-Symbol öffnen.
- Ausführen: Mit den Pfeilen auf 200% vergrößern. Beobachte dabei die Anzeige – die Stichdaten werden neu berechnet (erkennbar an deutlich veränderter Stichzahl).
Erwartetes Ergebnis
- Am Bildschirm: Das Design wächst sichtbar in den Arbeitsbereich hinein.
- Stichbild: Die Dichte bleibt im Sinne des Originals stabil: Satinstiche werden nicht „gefährlich lang“, Füllungen werden nicht löchrig.
Achtung: Physik vs. Software
Software kann Stiche neu berechnen – aber sie kann die Physik nicht aushebeln. Ein 200% größeres Motiv belastet Stoff und Stickvlies deutlich stärker.
- Stabilisierung: Wenn du groß skalierst, steigt das Risiko für Verzug/Wellen. Plane das Stickvlies entsprechend (die Demo zeigt Stabilizer als Bestandteil des Setups).
- Einspann-Halt: Große Motive bauen mehr Zug auf. Wenn der Stoff im Standardrahmen „wandert“, ist das ein Halteproblem. Achte darauf, dass der Stoff im Rahmen nicht nach innen rutscht, während die Stiche aufgebaut werden.
Wenn du bei großen, wiederholten Motiven ständig gegen Stoffrutschen kämpfst, ist das oft eine Hardware-Grenze – nicht mangelnde Erfahrung. Viele Profis suchen nach Magnetrahmen für Stickmaschine, weil Magnetrahmen rundum gleichmäßigen Druck liefern, statt punktueller Klemmung wie beim Schraubrahmen.
Designs anpassen: Farben überspringen & Monochrome
„Edler“ wirkt in der Stickerei oft das, was du weglässt. Eine dichte, mehrfarbige Fläche wirkt schnell wie ein Patch. Eine luftige Kontur in einer Farbe wirkt wie „Lace/Heirloom“. Pam macht das direkt an der Maschine über die Stichdaten.

Schritt für Schritt: Design „öffnen“ und einfarbig sticken
- Blöcke prüfen: Mit der Stich-/Block-Navigation durch die Farbblöcke gehen. Den schweren Hintergrund-Füllblock identifizieren (in der Demo der erste Block).
- Überspringen: Den Block auf Skip/Pause setzen. In der Vorschau wird er ausgegraut oder verschwindet.
- Monochrom: Monochrome aktivieren, damit die Maschine ohne Farbwechsel durchstickt.
- Kontrolle: Prüfe, ob die Maschine jetzt ohne unnötige Stopps läuft (Monochrom spart Farbwechsel und macht den Ablauf ruhiger).
Checkpoints
- Vorschau: Es sollten im Wesentlichen nur noch Konturen sichtbar sein.
- Fadenwahl: Ohne Füllung trägt der Oberfaden die Optik. In der Praxis funktioniert ein glänzender Polyester sehr gut; wenn du mehr Präsenz willst, kann auch ein etwas stärkerer Faden sinnvoll sein.
Erwartetes Ergebnis
- Fall: Der Stoff bleibt weich und flexibel – bei Tischwäsche ein echter Vorteil.
- Look: Der Effekt erinnert an „Redwork/Bluework“.

Praxis-Hinweis: „Telegraph“-Effekt
Warum Füllung weglassen? Auf Naturfasern (wie Baumwolle/Leinen) kann eine dichte Füllung steif werden. Beim Waschen reagieren Stoff und Stickgarn unterschiedlich, was Wellenbildung um dichte Bereiche begünstigt. Konturen „arbeiten“ eher mit dem Stoff und bleiben nach dem Waschen flacher.
Border Frame meistern – für Tischtuch-Bordüren
Der Border Frame (Endlosbordüren-Rahmen) ist dafür gemacht, Stoff schnell zu klemmen und lineare Wiederholungen zu sticken. Der Ablauf ist: Markieren → Klemmen → Sticken → Schieben → Wiederholen.
Klingt simpel – ist aber genau der Punkt, an dem viele scheitern: Übergänge müssen exakt passen, und wiederholtes Klemmen kann körperlich anstrengend werden.


Bordürenlinie vorbereiten (wie gezeigt)
- Mittellinie: Mit Lineal eine Platzierungslinie als Zentrum der Bordüre markieren.
- Markierstift-Check: In der Demo wird ein wasser- oder luftlöslicher Stift genannt. Für längere Bordüren ist wasserlöslich oft verlässlicher, weil luftlösliche Markierungen je nach Umgebung schneller verschwinden können.

Stitch-Repeat-Workflow (wie gezeigt)
- Klemmen: Stoff (und Stickvlies) in den Border Frame einlegen und an der Markierung ausrichten.
- Kontrolle: Nadelposition entlang der Linie prüfen, damit die Bordüre parallel läuft.
- Sticken: Bordürendesign starten.
- Anker: Am Ende näht die Maschine einige Ausrichtungsstiche. Nicht abschneiden – sie sind deine Referenz.
- Schieben: Klemme öffnen, Stoff weiterziehen, wieder klemmen.
- Neu ausrichten: Über die 9-Punkt-Ausrichtungskontrolle am Bildschirm das Design so verschieben, dass der Startpunkt zur physischen Ausrichtungsmarke passt.
Erwartetes Ergebnis
- Durchlauf: Die Bordüre wirkt wie „aus einem Guss“.
- Gerade Linie: Kein „Treppeneffekt“ nach oben/unten.
Entscheidungslogik: Welche Haltemethode für lange Bordüren?
Nutze diese Fragen, um zu prüfen, ob dein aktuelles Einspannen deine Qualität ausbremst.
- Material-Test: Ist der Stoff dick, stark strukturiert oder empfindlich?
- Ja: Klemmen können sichtbare Rahmenabdrücke hinterlassen. Weiter zu Schritt 2.
- Nein (Standard-Baumwolle): Standard-Border-Frame funktioniert meist gut.
- Ausrichtungs-Test: Verschiebt oder „blubbert“ der Stoff beim Schließen der Klemme?
- Ja: Reibung/Mechanik arbeitet gegen dich.
- Nein: Standard-Workflow beibehalten.
- Lösung: Wenn du Rahmenabdrücke oder Verschieben hast, liegt es oft an der Mechanik des Rahmens.
- Level 1: Schutzfolie/zusätzliches Vlies als Puffer nutzen.
- Level 2: Viele steigen auf Magnetrahmen für baby lock um. Magnetisches Schließen erfolgt „von oben“ ohne Scherkräfte, die beim Einrasten klassischer Ringe den Stoff verschieben können.
- Level 3 (Serienarbeit): Bei Stückzahlen reduziert die Geschwindigkeit von Magnetrahmen für babylock die körperliche Belastung und spart Zeit beim wiederholten Einspannen.
Warnung: Sicherheit bei Magnetfeldern. Moderne Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete. Quetschgefahr: Finger nicht zwischen die Magnete bringen. Medizinische Sicherheit: Personen mit Herzschrittmacher/Insulinpumpe sollten Abstand halten (Gerätehandbuch beachten) und Magnetrahmen nicht selbst handhaben. Von Kreditkarten und Smartphones fernhalten.
Kommentar-basierter Praxis-„Watch out“ (anonymisiert)
In den Kommentaren taucht als Thema auf, dass große, sperrige repositionierbare Rahmen als Zubehör teils separat gekauft werden müssen – und dass manche Modelle als schwer zu handhaben beschrieben werden (bis hin zu „springt auseinander“ bzw. erfordert viel Kraft). Wenn du beim Klemmen regelmäßig ungleichmäßige Spannung erzeugst, wird jeder Repeat anders. Gleichmäßiger, selbstregulierender Druck ist genau der Grund, warum magnetische Systeme in der Praxis oft als Lösung genannt werden.
Textur hinzufügen mit Bobbin Work
Bobbin Work dreht die Logik um: Der „schöne“ Faden kommt in den Unterfaden, und du arbeitest so, dass die spätere Vorderseite das Ergebnis der Unterfadenseite ist. Dafür nutzt du eine spezielle Spulenkapsel.

Schritt für Schritt: Bobbin-Work-Setup (wie gezeigt)
- Spulenkapsel wechseln: Standard-Spulenkapsel herausnehmen und die Bobbin Work Case (in der Demo als spezielle, graue Kapsel gezeigt) einsetzen – sie ist für dickere Garne ausgelegt.
- Aufspulen: Dickes Dekorgarn auf die Unterfadenspule spulen (nicht überfüllen; zu volle Spulen erhöhen das Risiko für Stau).
- Oberfaden: Normalen Stickfaden (oder je nach Technik einen unauffälligen Faden) als Oberfaden verwenden.
- „Umgedreht“ arbeiten: Stoff so einspannen, dass die spätere Sichtseite entsprechend liegt – Bobbin Work erzeugt die sichtbare Struktur über den Unterfaden.
Erwartetes Ergebnis
- Haptik: Deutlich fühlbare Struktur.
- Optik: Mehr Dimension als mit Standard-Stickerei.
Praxisnotiz aus der Produktion
Achte beim Bobbin Work besonders auf Laufgeräusche und Widerstand. Wenn es „hart“ läuft oder ungewöhnlich klingt: sofort stoppen und prüfen (dickes Garn reagiert empfindlicher auf Reibung im Greiferbereich).
Vorbereitung
Bevor du am Bildschirm arbeitest, sorge dafür, dass Kamera-Positionierung und Bordüren-Repeats auch in der Praxis funktionieren. In der Demo sind die wichtigsten Verbrauchsmaterialien zu sehen (Sticker, Markierstift, Stabilizer, Garne) – die „unsichtbaren“ Vorbereitungen verhindern aber die meisten Stopps mitten im Lauf.
Wenn du mehrere Bordürenabschnitte planst, zählt Ergonomie: Der Stoff muss frei gleiten können. Manche nutzen dafür eine Einspannstation für Stickrahmen, damit der erste Einspannvorgang wirklich rechtwinklig ist – das setzt die Basis für alle Wiederholungen.
Versteckte Verbrauchsmaterialien & Prep-Checks (nicht überspringen)
- Markieren: Wasser- oder luftlöslicher Stift (wie in der Demo genannt) – immer an einem Reststück testen.
- Stickvlies: Passend zum Projekt wählen; bei Tischwäsche wird häufig ein Vlies bevorzugt, das nachher sauber entfernt werden kann.
- Messmittel: Lineal/Quiltlineal für eine durchgehende, kontrollierbare Linie.
Prep-Checkliste (hier stoppen, bevor Setup)
- Bügeln: Stoff glatt, keine Falten im Stickbereich.
- Arbeitsfläche: Tisch sauber und groß genug, um das Gewicht des Tuchs zu tragen.
- Greiferbereich: Fusselarm/sauber (besonders wichtig bei dickerem Unterfaden).
- Sticker: Perfect Positioning Stickers plan und unbeschädigt.
- Garne: Oberfaden + Unterfaden/Dekorgarn bereitgelegt.
Setup
Hier verbinden wir die Bildschirm-Einstellungen mit dem physischen Aufbau, damit Scan und Stickbild übereinstimmen.
1) Design laden und editieren
- Zu Exclusives → Lace gehen und das Motiv wählen.
- Skalieren: Bis 200% (Stich-Neuberechnung aktiv).
- Editieren: Ersten Farbblock auf Skip setzen. Monochrome aktivieren.
2) Einspannen/klemmen und Scan vorbereiten
- Stoff/Vlies sauber einspannen bzw. im Rahmen fixieren.
- Perfect Positioning Sticker dort platzieren, wo das Zentrum sitzen soll.
- Scannen: Needle Cam aktivieren und auf die Erkennung am Bildschirm achten.
3) Border-Frame-Setup (für Endlosbordüren)
- Mittellinie anzeichnen.
- Ersten Abschnitt klemmen.
- Nadel entlang der Linie prüfen, um Parallelität sicherzustellen.
Setup-Checkliste (hier stoppen, bevor Operation)
- Design: Skalierung bestätigt (Stichdaten neu berechnet). Monochrom aktiv.
- Platzierung: Sticker liegt plan. Kamera erkennt ihn.
- Linie: Nadel folgt der Markierung über den Rahmenbereich.
- Freigang: Kein Stoffstau unter dem Rahmen (Unterseite prüfen!).
Operation
Der Stickablauf aus der SOP.
A) Erstes Motiv mit kamera-bestätigter Platzierung sticken
- Start drücken.
- „Hover“-Check: Die ersten Stiche beobachten: Sie müssen exakt relativ zum Sticker landen.
- Fertigstellen: Durchlaufen lassen, Sprungstiche sichern/abschneiden.
B) Zweites Motiv mit Precise Touch Positioning hinzufügen
Pam zeigt das Platzieren eines zweiten, kleineren Motivs per „Drag and Drop“.
- Nächstes Design wählen (z. B. kleinere Blüte) und auf 60% verkleinern.
- Precise Touch Positioning wählen (die Maschine fordert zum Scannen auf).
- Scan: Needle Cam nimmt den aktuell eingespannten Stoff mit der bereits gestickten Stelle auf.
- Drag: Mit dem Stylus das neue Motiv am Bildschirm so verschieben, dass es zur ersten Stickerei passt.
- Sticken: Start.
Warum das zählt: Du richtest nicht nach Raster aus, sondern nach dem realen Ist-Zustand im Rahmen.
C) Endlosbordüre wiederholen
- Bordürendesign sticken.
- Anker: Ausrichtungsstiche am Ende bewusst stehen lassen.
- Schieben: Klemme öffnen, Stoff weiterziehen, wieder klemmen.
- Korrigieren: Über Needle Cam und/oder die Ausrichtungsfunktionen am Bildschirm den Startpunkt auf die vorhandene Ausrichtungsmarke setzen.
- Wiederholen: Bis die gesamte Länge/Umfang fertig ist.
Operation-Checkliste (hier stoppen, bevor Qualitätskontrolle)
- Verifikation: Erste Stiche jedes Abschnitts auf Position prüfen.
- Ausrichtung: Wiederholungen gegen die Markierungslinie prüfen – nicht nur gegen den vorherigen Abschnitt.
- Stoffmanagement: Überhang ständig abstützen, damit kein Zug am Rahmen entsteht.
- Geräusch: Lauf ruhig, kein Klicken/Schleifen (Hinweis auf Widerstand/Spannungsproblem).
Qualitätskontrolle
Nicht erst am Ende prüfen – laufend kontrollieren.
Nach dem ersten Motiv
- Wellen/Verzug: Liegt der Stoff flach? Wenn nicht: Stabilisierung/Einspannen optimieren.
- Dichte: Gibt es Lücken in Satinstichen? (Skalierung zu groß/Material zu instabil?)
Nach den Bordüren-Repeats
- Gerade Linie: Tuch auslegen – läuft die Bordüre sauber gerade?
- Übergänge: Sind die Verbindungsstellen sichtbar? (Idealerweise kaum).
Nach Bobbin Work
- Sitz: Liegen die Schlingen sauber an oder sind sie locker und anfällig? Dann Spannung/Setup prüfen.
Troubleshooting
Strukturiert vorgehen: „Wahrscheinliche Ursache“ in Reihenfolge prüfen.
| Symptom | Likely Cause | Quick Solution | Prevention |
|---|---|---|---|
| Design Placement is "Off" | 1. Sticker wasn't flat.<br>2. Fabric shifted after scan. | Cancel stitch. re-smooth sticker. Re-scan. | Support heavy fabric weight on table. Use high-tack stabilizer. |
| Border "Drifting" (Banana Curve) | 1. Use of previous hoop as only reference.<br>2. Center line marked incorrectly. | Stop. Re-draw center line with ruler. Align to LINE, not just previous stitch. | Always mark a 20"+ line ahead of the need. |
| Hoop Burn / Crushed Fabric | 1. Clamps too tight.<br>2. Delicate fabric. | Steam firmly (do not iron) to lift fibers. Wash if possible. | Switch to repositionierbarer Stickrahmen or magnetic frames that use flat pressure. |
| Bobbin Thread Showing on Top | 1. Top tension too tight.<br>2. Bobbin case lint. | Clean bobbin race. Lower top tension. | Floss the tension disks with a scrap of waste thread. |
| Physical Wrist Pain / Fatigue | 1. Repetitive clamping force.<br>2. Poor ergonomics. | Take breaks. Use leverage tools. | Upgrade to babylock Magnetrahmen which require zero grip strength to close. |
Ergebnisse
Wenn du die Reihenfolge konsequent einhältst – Vorbereiten → Scannen → Verifizieren → Sticken – nimmst du dem Prozess den Zufall. Die Upgrade-Funktionen (Stich-Neuberechnung, Needle Cam, Precise Touch Positioning, Border Frame) liefern die digitale Präzision. Dein physischer Workflow sorgt dafür, dass diese Präzision auch wirklich im Stoff ankommt.
Die Qualität deines fertigen Tischtuchs ist immer nur so gut wie das schwächste Glied in der Kette. Wenn das Design perfekt ist, aber das Einspannen durch Ermüdung oder unpassende Haltemittel inkonsistent wird, leidet das Ergebnis. Für reproduzierbare Serienqualität kann es entscheidend sein, Werkzeuge wie eine Magnetische Einspannstation zu prüfen oder die passenden Magnetrahmen einzusetzen – damit große, mehrteilige Projekte kontrolliert und ohne Stress durchlaufen.
