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Der Artspira-Abo-Mythos: Profi-Leitfaden für kostenlose Imports
Wenn dir jemand erzählt hat, du müsstest Artspira+ bezahlen, um eigene Stickdateien in die App zu bekommen: Stopp. Das ist ein Mythos.
Gerade bei Einsteiger:innen sehe ich in der Praxis immer wieder dieselbe Blockade: Angst vor „versteckten Kosten“, bevor überhaupt der erste Probestick läuft. Die Realität – belegt durch das Video und die gezeigte Plan-Übersicht – ist: Der Import externer Stickdateien ist im Free-/Standard-Plan enthalten.

Michelle zeigt es schwarz auf weiß: Auf der gedruckten Vergleichstabelle steht „Import External Files“ eindeutig in der Spalte „Free/Standard“. Unterstützt werden gängige Formate für Brother-Maschinen. Ja, der Free-Plan hat Grenzen – aber der reine Transfer deiner gekauften oder bereits digitalisierten Dateien gehört nicht zu den gesperrten Funktionen.


Was sich im Free-Plan wirklich ändert (und was nicht)
Damit du ohne Bauchgefühl entscheiden kannst, hier die praktische Kernaussage: Der Unterschied ist Cloud-Speicherumfang, nicht die Import-Funktion.
- Free-Plan: Bis zu 20 Designs in der „My Creations“-Cloud.
- Premium-Plan: Bis zu 100 Designs.
Profi-Perspektive: Behandle den Free-Plan wie ein „Aktiv-Auftragsfach“ an der Werkbank: Du hältst dort deine aktuellen 20 Jobs bereit. Wenn ein Motiv gestickt ist, löschst du es aus „My Creations“ und schaffst Platz für das nächste. Du hast also nichts „verloren“ – du hast nur ein kleineres Fach. Premium bringt mehr Speicher und zusätzliche Inhalte/Assets, aber der grundlegende Workflow „Datei vom iPad zur Maschine“ bleibt kostenlos.
Schneller Realitätscheck: Importieren vs. Digitalisieren
Viele Frustmomente entstehen, weil zwei Begriffe durcheinandergehen. Trenne das sauber – dann ist die App plötzlich logisch:
- Importieren (Free): Du lädst eine fertige Stickdatei (z. B.
.PES) in die App, um sie an die Maschine zu senden. Vergleichbar mit: eine PDF auf dem Handy öffnen. - Digitalisieren (oft kostenpflichtig): Du nimmst ein Bild (z. B. JPG/PNG-Logo oder Foto) und lässt daraus Stichwege berechnen, damit überhaupt eine Stickdatei entsteht.
Im Video wird Importieren gezeigt. Kommentare, die auf eine Krone (Abo-Funktion) beim „Bild zu Stickdatei“-Feature hinweisen, sprechen über Digitalisieren.
Praxis-Tipp: Wenn du ein Logo aus Procreate/Photoshop hast: Verlass dich bei anspruchsvolleren Motiven nicht auf Auto-Digitalisierung – egal in welcher App. Der sauberste Weg ist: professionell digitalisieren lassen (oder Desktop-Software wie Wilcom/Hatch nutzen), als stabile .PES exportieren und diese Datei dann kostenlos in Artspira importieren.
Was du für 0 € bekommst: Technischer Überblick
Der Free-Plan ist für viele Hobby-Setups und auch kleine Nebenaufträge absolut ausreichend – wenn du die Dateilogik verstehst.
Unterstützte Dateitypen
Aus der Vergleichstabelle im Video:
- Stickformate:
.PES,.PHC,.PHX,.DST. - Schneiden/Drucken:
.FCM,.SVG,.JPEG,.PNG.
Die „Physik“ hinter einem sauberen Stickergebnis
Ab hier geht’s von Software-Theorie in die Werkstatt-Realität: Importieren ist nur der digitale Kurier. Die Qualität entscheidet die Physik.
Eine Datei kann auf einer festen Jeansjacke perfekt laufen und auf einem elastischen Performance-Shirt komplett kippen – obwohl der Import „einwandfrei“ war. Wenn du ein Motiv für Webware auf ein Strickpolo ohne passende Stabilisierung stickst, sind Wellenbildung, Lücken und Verzug praktisch vorprogrammiert.
Goldene Regel: Nutze Artspira als Bibliothek/Transferweg – nicht als „Qualitätsgarantie“. Die App überträgt, du verantwortest Stickvlies und Einspannen.
Primer
In dieser Anleitung gehen wir den exakten Workflow durch, um externe Stickdateien im Free-Plan in Artspira (iPad/Tablet) zu importieren. Zusätzlich zeigen wir dir, wie du den Import prüfst – und wie du die „unsichtbaren“ physischen Fehler vermeidest, die reine App-Tutorials oft auslassen.
Wenn du mit einem kompakten 4x4-Setup arbeitest, passt dieser Workflow besonders gut zu einem klassischen Stickrahmen 4x4 für brother. So bleibt deine digitale Bibliothek schlank, während du dich auf die entscheidende Handarbeit konzentrierst: sauberes Einspannen.
Prep
Bevor du die App antippst, bereite deine Umgebung vor. In der Praxis sind 90 % der vermeintlichen „Software-Probleme“ eigentlich Dateiverwaltung – oder fehlende Vorbereitung fürs Probesticken.
Dateiorganisation: Nur über die Dateien-App
Der größte „Aha“-Punkt aus dem Video ist simpel, aber entscheidend: Importiere über das iPad-Dateisystem (Downloads oder iCloud Drive) – nicht über die Fotos-App.

Stickdateien (.PES) sind Maschinenanweisungen, keine Bilder. Die Fotos-App kann keine Stichkoordinaten darstellen – deshalb tauchen sie dort nicht sinnvoll auf.
Aktion:
- Lege gekaufte/erstellte Dateien in iCloud Drive oder in einen klaren lokalen Ordner unter Downloads.
- Benenne Dateien sofort eindeutig um. Auf iPad/Android werden
.PESoft nur als generisches Dokument-Icon ohne Vorschau angezeigt. Wenn die Dateitest1.pesheißt, suchst du später im Blindflug. Nutze z. B.:Projektname_Größe_Rahmen_Datum.PES(z. B.SmithLogo_4x4_Cap_Okt20.PES).
„Versteckte Verbrauchsmaterialien“-Checkliste (Werkstatt-Basics)
Auch wenn es „nur“ um eine App geht: Für einen sinnvollen Test brauchst du Material am Tisch. Starte nicht ohne:
- Frische Nadel: 75/11 Ballpoint für Strick, 75/11 Sharp für Webware.
- Stickvlies: Nicht raten. (Siehe Entscheidungsbaum in Setup).
- Temporärer Sprühkleber (oder Magnetrahmen): Damit nichts wandert.
- Pinzette: Für Sprungstiche.
- Feine Schere/Snip: Zum Trimmen ohne Stoff zu verletzen.
- Reststoff: Importierte Dateien nie zuerst auf das Endteil sticken.
Warnung: Mechanische Sicherheit. Beim Probestick Hände aus dem Nadelbereich halten. Nadelbruch kann Splitter schleudern. Wenn du nah an der Maschine arbeitest: einfache Schutzbrille ist sinnvoll.
Prep-Checkliste (Pre-Flight)
- Dateien liegen in der Dateien-App (iCloud/Downloads), nicht in Fotos.
- Dateien sind eindeutig benannt (weil Vorschaubilder fehlen können).
- 20-Design-Limit im Free-Plan ist bekannt.
- Passendes Stickvlies für den Teststoff ist gewählt.
Setup
Hier wird aus dem Video eine wiederholbare SOP (Standardablauf).
App-Navigation (Routine)
So startest du den Import:
- Artspira öffnen.
- My Creations antippen.
- Oben rechts das Plus (+).
- Import External Files auswählen.
Im Video öffnet sich der Dateibrowser zunächst in Downloads. Wenn deine Dateien woanders liegen, nutze die Seitenleiste.


Entscheidungsbaum „Einspannen & Stabilisieren“
Du hast die Datei importiert – super. Bevor du sie an die Maschine schickst, entscheide, wie du den Stoff stabil hältst. Schlechtes Einspannen führt zu „Flagging“ (Stoff federt hoch/runter) – und ruiniert auch gute Dateien.
Welche Stickvlies-/Rahmen-Kombi passt?
- Elastische Strickware (T-Shirts, Polos):
- Stickvlies: Cut-Away (praktisch Pflicht gegen Verzug).
- Einspannen: Stoff nicht „auf Zug“ einspannen – neutral, ohne Dehnung.
- Praxis-Hinweis: Klassische Rahmen können auf Strick Rahmenabdrücke hinterlassen. Viele wechseln hier auf einen brother 4x4 Magnetrahmen, weil der Stoff flach gehalten wird, ohne die Fasern so stark zu quetschen.
- Stabile Webware (Denim, Canvas, Twill):
- Stickvlies: Tear-Away (mittlere Stärke).
- Einspannen: Straff – beim Antippen „trommelartig“.
- Hochflor (Handtücher, Fleece):
- Stickvlies: Tear-Away unten + wasserlöslicher Topper oben.
- Warum: Der Topper verhindert, dass Stiche im Flor versinken.
Wenn du dicke Materialien mit Standardrahmen schwer sauber eingespannt bekommst (oder das Schrauben anstrengend ist), lohnt ein Blick auf professionellere Rahmen. Viele Shops setzen auf brother Stickrahmen mit Magnetkraft, um dicke Lagen schnell und gleichmäßig zu klemmen.
Warnung: Magnet-Sicherheit. Magnetrahmen nutzen starke Neodym-Magnete. Quetschgefahr für Finger. Mindestens 6 inches Abstand zu Herzschrittmachern und empfindlichen Karten.
Setup-Checkliste (bereit für den Import)
- Artspira ist in „My Creations“ geöffnet.
- Richtiger Ordner im iOS-Dateibrowser ist gewählt.
- Stoff + Stickvlies sind passend kombiniert.
- Maschine ist eingefädelt und eingeschaltet.
Operation
Jetzt wird importiert. Halte dich an die Schritte – damit umgehst du genau die Verwirrung, die in den Kommentaren sichtbar wird.
Schritt-für-Schritt: Import
- Import starten: In My Creations auf + tippen und Import External Files wählen.
- [FIG-05]
- [FIG-06]
- Datei finden: Im Browser die
.PESauswählen. Michelle wählt im Video mehrere Dateien und importiert sie gesammelt.- [FIG-09]
- Import ausführen: Open tippen. Es erscheint „Saving...“.
- [FIG-10]
- Kontrolle: Das Design erscheint in der My Creations-Übersicht.
- [FIG-11]
- Praxis-Check: Prüfe, ob du das richtige Motiv erwischt hast (bei fehlenden Thumbnails ist der Dateiname entscheidend).
Bearbeiten in der App (die „leichten Handgriffe“)
Nach dem Import sind Basis-Edits möglich. Im Video öffnet Michelle ein Cupcake/Cappuccino-Design und zeigt die Werkzeugleiste.

- Verschieben/Drehen: [FIG-13] Wichtig für die Ausrichtung im Stickrahmen.
- Größe: [FIG-14] Warnung zur Skalierung: Größenänderungen beeinflussen die Stichdichte.
- Verkleinern: höhere Dichte (Risiko: Fadenrisse/steifes Stickbild).
- Vergrößern: geringere Dichte (Risiko: Lücken).
- Sicherer Bereich: Möglichst innerhalb von +/- 10 % bleiben. Für starke Größenänderungen zurück in den Digitalisierungs-Schritt.
- Farbe: [FIG-15] Hilft beim Planen von Farbwechseln.
Wann ein Tool-Upgrade Sinn macht (wenn nicht die App bremst)
Wenn du importierst, weil du anfängst Aufträge anzunehmen (z. B. 10 Shirts für einen Verein), merkst du schnell: Artspira ist flott – aber dein Einspannen kostet Zeit.
Wenn du 5 Minuten einspannst für 5 Minuten Stickzeit, verlierst du Zeit/Geld. Hier investieren Profis in eine Einspannstation für Stickmaschinen. Sie fixiert den Stickrahmen immer an derselben Position – das macht Platzierung und Passgenauigkeit reproduzierbar (z. B. Left-Chest immer gerade), statt „Pi mal Daumen“.
Operation-Checkliste (Ausführung)
- Design erscheint in My Creations.
- Ausrichtung ist geprüft (ggf. Drehen genutzt).
- Größe liegt im +/- 10 %-Bereich.
- Farben sind so getrennt, dass sie zu deinen Garnen passen.
Quality Checks
Importieren ist leicht – ein sauberes Stickergebnis ist Handwerk. Diese Checks machst du, bevor du an der Maschine auf „Start“ gehst.
1. Stabilitäts-Check
- Haptik: Mit der Hand über den eingespannten Stoff fahren. Ist er stabil? Er darf nicht „schwammig“ wirken.
- Klopf-Test: Bei Webware leicht trommelartig. Bei Strick flach, aber ohne Dehnung/Verzug.
2. Laufweg-Check
- Vor dem Sticken das Motiv an der Maschine „abfahren“ (bei Brother oft „Trace“/„Check Size“). Beobachte die Nadelbewegung über dem Rahmen.
- Sichtkontrolle: Nähfuß darf weder den Kunststoffrahmen noch Klemmen eines Magnetrahmens berühren.
3. Fadenspannung: der Sweet Spot
- Wenn das importierte Motiv oben „schlaufiert“ wirkt, ist die Oberfadenspannung oft zu locker.
- Haptischer Anker: Ziehst du am Oberfaden (bei gesenktem Nähfuß), sollte ein gleichmäßiger Widerstand spürbar sein. Wenn es fast ohne Widerstand läuft: prüfen, ob der Faden aus den Spannungsscheiben gerutscht ist.
Wenn du in Richtung Kleinserie gehst und Konstanz dein Thema wird, ist eine Einspannstation für Maschinenstickerei ein echter Hebel: Standardisierung ist Qualitätskontrolle.
Troubleshooting
Wenn etwas hakt: ruhig bleiben und strukturiert prüfen. Hier sind die häufigsten Stolpersteine aus Video und Kommentaren.
| Symptom | Likely Cause | The "Quick Fix" |
|---|---|---|
| „Ich finde meine Datei zum Hochladen nicht.“ | Du suchst in Fotos statt in Dateien. | Öffne die Dateien-App und gehe zu Downloads oder iCloud Drive. Stickdateien sind Daten, keine Bilder. |
| „Ich sehe die Datei, aber ohne Bild/Vorschau.“ | Tablet-OS zeigt oft keine Vorschau für .PES. | Datei vor dem Transfer eindeutig benennen, damit du sie am Text erkennst (z. B. Flower_4x4.pes). |
| „Artspira meldet ‚Not Compatible‘.“ | Falsche Dateiendung/Schreibweise oder falscher Dateityp. | Ein Kommentar-Tipp: Endung testweise in Großbuchstaben umbenennen (.PES). Außerdem prüfen: Ist es wirklich eine Stickdatei und nicht z. B. eine ZIP? Dann zuerst entpacken. |
| „Free-Plan ist voll, aber ich habe nur 10 Designs.“ | Zähl-/Belegungs-Verwirrung oder gemischte Inhalte. | Laut Video liegt das Limit bei 20. Prüfe, ob andere Inhalte Slots belegen. Alte Projekte löschen, um Platz zu schaffen. |
| „Ich kann mein JPG-Logo nicht digitalisieren.“ | Du versuchst eine Premium-Funktion (Krone). | Du verwechselst Importieren mit Digitalisieren. Logo extern zu .PES digitalisieren lassen und dann diese Datei kostenlos importieren. |
| „Download geht nicht weiter / ich kann in Downloads nichts auswählen.“ | Häufig ein Dateipfad-/Sync-Thema (oder die Datei ist nicht wirklich lokal verfügbar). | In iCloud Drive kurz warten, bis die Datei synchronisiert ist. Im Browser prüfen, ob der Download wirklich abgeschlossen ist. |
Der echte Engpass in der Produktion
Wenn dein Troubleshooting zeigt: Die App funktioniert – aber dein physischer Ablauf ist zäh (Einspannen dauert, Teile sitzen schief), dann ist Software nicht die Lösung. Mechanische Hilfen schon. Ein hoopmaster-System oder Magnetrahmen sind oft der „Gamechanger“, damit Einspannen wieder schnell und reproduzierbar wird.
Results and Next Steps
Mit diesem Workflow hast du:
- Den „Abo-Mythos“ umgangen und im Free-Plan externe Dateien importiert.
- Eine saubere Dateistruktur auf dem iPad etabliert.
- Stoff, Stickvlies und Einspannen so vorbereitet, dass ein Probestick sinnvoll und sicher ist.
Artspira ist ein sehr guter „Kurier“ für den drahtlosen Transfer zur Maschine. Denk aber daran: Die Stickqualität entscheidet sich in der Praxis – durch Fadenspannung, Stabilisierung und Einspannen.
Wenn du vom Hobby in Richtung Semi-Pro gehst (10, 20 oder 50 Teile), werden Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit wichtiger. Dann lohnt sich der Blick auf Hardware: Stickrahmen für Stickmaschinen mit Magnetklemmung können aus einem frustigen Nachmittag mit Rahmenkampf einen ruhigen, planbaren Produktionslauf machen.
Weiter sticken, weiter lernen – und den Händen genauso vertrauen wie dem Bildschirm.
